Die erschte^ Kersche.
E Wittfraa, däi seit manchem Joahr Geploagt fich halt' met ehrer Kinnerschoar Unn oft gerunge met de liewe Noth, Däi schickt ehrn Jtngste um e Laabche Brot Mit fiwwe Kreuzer hin zum Bäcker in de Schtadt, Weil all' ehr Geld nor fer e „Laabche" lange dhat° En schwere Teufzer folgt dem Biebche noach: Wo Widder Geld heruemme fer de aunern Doag?
Deh Biebche woar noch klao unn unerfoahrn — E- war noch net in dene Joahrn, Wo mer schont waa- zu unuerscheide Woß all' des Läwe mit fich bringt fer Leide. Drum soach'S aach net der Mutter sorjevoll Gesicht Unn ging, wteS 'm gebot die Flicht Mit rasche Schritt zum nächste Bäckersch'haus, — Ze fihrn de midderltche Ufftrag aus.
Bis uff de Markblatz woar de Bub gekomme, Unn batt' sein Weg zum Kaasmann Oeser higenomme, Wo die Großlinner LiSbrth alleweil Die erschre Kersche hielt in Päckcher feil.
Bier Stick im Päckche, noch e btffi dheuer zwar; Doch dafer woarn'S die Erschte aach im Joahr! Der Klaane stann unn könnt net satt fich gucke - Die fiwwe Kreuzer finge aa ze jucke In seine Hand — unn eh' err fich versehn, Woarsch um die fiwwe Kreuzer aach geschehn. Mit fiwwe Päckcher Kersche in de Kapp, Mächt uff de Haamweg er fich dann im Trabb- „Wät selbe komme Kersche unS ins Haus, Nor wanuer e paar strippt am Tribb do drauS." Aich glaab, däi werrn de Mudder schmecke gut"! — Er rechnet, wäi viel- Jedem droage dhut. . . .
Die Mudder guckt die Kersche aa mit Schrecke Unn griff dann hinnern Schank zum Stecke, Dem Börschche fer sei Kerschehohle De Buckel au- 'm ff ze versohle.
De- arme Kerlche Word uff amol letcheblaß — . . . . Doch aach de Mudder worde gleich die Aage naß- Sie stellt ehrn Stecke Widder au sein Ort Unn guckt mit Wehmuth nach ehrm Biebche dort. Verflöge woar ehr Zorn unn dann im diefste Schmerz Drickt se ehrn Jtngste stermtsch an ehr Herz- Laug hott die Mudder mit ehrm Kind geflennt. Mit dem Brwußset Hot se sich von em getrennt: Aich halt im Läwe schon viel beese Granne, — Wäi awer Oarmuth drickt, haw äich erscht heut emfunne.
Karl Geißler.
Vermischtes.
♦ Berlin, 28. Juli. Da- von den Postbeamten dem verewigten StaatSsecretär Heinrich v. Stephan zu errichtende Denkmal ist im Modell vollendet und wird gegenwärtig in Marmor auSgesührt. ES stellt noch der „Voff. Ztg." den Genrralpostmeister in bürgerlicher Tracht, in schlichter und ruhiger Haltung dar. Den durchgeistigten Zügen ist' eine gewiffe Müdigkeit ausgeprägt, die allerdings in Stephans letzten Jahren zu beobachten war- dem rechten Arm ist eine ähnliche Bewegung gegeben, wie fie die Menzelbüste von Bega- zeigt. Die Figur Stephan- ist für den Lichthof de- RetchrpostmuseumS bestimmt. Auch das Grabdenkmal für Stephan wird jetzt in Marmor ausgeführt. An einen Obelisken gelehnt, steht trauernd mit gesenktem und verhülltem Haupte eine weibliche Idealfigur- mit der Rechten hält fie über der Brust da- Gewand zusammen, die herabhängend? Linke bietet den Manen des Todten den Lorbeerkranz dar. Oben an dem Obelisken werden die Worte „Heinrich v. Stephan" eingemelßelt- der Fuß wird mit Lorbeer umkleidet. Am Unterbau ist die Form der Erdkugel fichtbar, die Stephans organisatorischer Geist umspannt hat. Beide Werke find Schöpfungen von Joseph UphueS.
* Von einer denkwürdigen Grnndsteinlegung gibt ein Spezialtelegramm der „Norde. Allg. Ztg." der staunenden Mitwelt Kunde. Danach hat am 21. d. M., Nachmittags 4 Uhr, tu Haifa in Gegenwart der Spezialgrsaudten de- SultanS, der Civil« und Militärbehörden der Stadt und der dort anwesenden eonsularischen Vertreter die Grundsteinlegung zu dem „Landungspfeiler" für den Kaiser stattgefunden.
• Einen merkwürdigen Fischfang werden vielleicht einige der Fischer, die sich tn großer Menge demnächst wieder zum Dor sch fang auf der Neufundlandbauk zusawmenfinden, in ihr Netz bekommen. Sie werden fich gewiß nicht wenig wundern, wenn sie unter den gefangenen Dorschen einige finden sollten, die am Schwanz ein kleines Metallschild mit einer Nummer darauf tragen. Die Fischeretbehörde der Bereinigten Staaten hat nämlich kürzlich in die Behälter ihrer Versuchsstation in Wood Hole eine bedeutende Anzahl von Dorschen eingesetzt, um zu versuchen, ob fie fich noch au anderen Stellen in den amerikanischen Gewässern anfiedeln laffeu. ES besteht nun die Möglichkeit, daß die auS ihren heimischen Gewäffern zwangsweise auSquartirten Dorsche ReißauS nehmen und der ihnen vertrauten Neufundlandbank wieder zuschwärwen. Um darüber Gewißheit zu erhalten, hat man diese Fische, einige Hundert an der Zahl, mit kleinen Metallschildern bezeichnet. Die Fischereibehörde ersucht alle Fischer und Fischhändler, die einen so gezeichneten Fisch fangen, die kleine Marke abzuuehwen und fie der Behörde mit genauer Bezeichnung des Fangortes, des Gewichte- de- Ftsche- und anderer irgendwie tutereffauter Mitthrilungeu etuzusendev.
* Da? Dürer-Grab in Nürnberg. Die „Franks. Ztg." schreibt: Klagen über die arge Vernachlässigung de- Dürer- Grabes in Nürnberg find jüngsthin lautgeworden. Wir
find dieser Sache nachgegangen und erhielten folgende Zuschrift au- Nürnberg vom 27. Juli: Ihrem Wunsche gemäß habe ich heute Morgen dem JohanneSkirchhof einen Besuch abgestattet und gefunden, daß das von Herrn Element Keßler in Nr. 161 de- „Nürnberger Generalanzeiger-" veröffent- lichte „Eingesandt" stark an Urbertreibungen leidet. Sowohl der Grabstein DürerS als die darauf befindlichen Metallplatten find in durchaus präsenrablem Zustand. Diese enthalten ein lateinisches und deutsche- Epitaphium nebst einem, wenn ich recht urtheile, dem Künstler angehörigen Wappenschild. Auch der Blumenschmuck fehlt nicht ganz. Für daS Sträußchen Vergißmeinnicht hätte fich vielleicht ein würdigere- Gefäß al- eine alte Untertaste auftreiben lasten. Dagegen bewie- ein Kranz mit weißen Rosen, daß Nürnbergs Bürger, wenn fie von den Strapazen, die die Errichtung eine- Prinz- Regenten Denkmal- kostet, auSgeruht haben, auch noch Zeit finden, ihrer großen Männer zu gedenken. Wie wir eine der Leichenfrauen, die die Blumenspenden gerade etwa- auf- frischte, versicherte, werden dieselben vom hiesigen Kunstverein zu gelegenen Zeiten, also etwa an Geburt-- und Sterbetagen, aufS Grab gelegt. Vor dem Verlosten de- Friedhofs warf ich noch einen kurzen Blick auf die letzte Heimstätte Ludwig Feuerbachs. Wie könnte ich in deiner Nähe weilen, ohne dir die bleiche Stirne zu küstrn l
• Die MuSkatuüffe sind, wie jeder Hausfrau bekannt ist, gewöhnlich mit einem weihen, kreidigen Ueberzug versehen, der (wie nicht jrde Hausfrau weiß) aus kohlensaurem Kalk besteht und davon herrührt, daß man die Nüste, bevor fie in den Handel gebracht werden, in Kalkwaffer legt. Ueber den Zweck des „Kalken-" find verschiedene Meinungen geäußert worden- e- ist aber sicher, daß es vorgenommen wird, um die Muskatnüsse vor Jnsectenfraß zu schützen. Prof. Tschirch in Bern hat kürzlich die Wirksamkeit des kohlensauren KalkeS in dieser Hinsicht durch versuche geprüft. Er fetzte eine Anzahl gekalkter und eine gleiche Anzahl vom Kalk befreiter Mußkatnüste den Angriffen eine- der häufigsten Schädlinge der Drogen, des Sitrodrepa panicea genannten BohrkäferS und seiner Larven aus. Der Erfolg war tu die Augen fallend. Sämmtliche nicht gekalkten MuSkatuüffe waren nach sechs Monaten zerfreffen, während von den gekalkten nur eine einzige ein Bohrloch zeigte. Der kohlensaure Kalk wirkt in der Weise, daß die Reiß- und Bohrorgane sowie die Athmung-löcher und anderen Körperöffnungen der Jnsecten verschmiert und verklebt werden. Schon nach kurzer Zeit vermögen die Thiere nicht wehr zu bohren und Eier abzulegen und zuletzt ersticken fie.
• Sin merkwürdige- Bittgesuch. Unter alten Archivalien fiel mir kürzlich ein Bittgesuch aus der Zeit des Landgrafen Ernst Ludwig von Hessen in die Hand, das seiner wunderlichen Fassung wegen wohl verdient, der Vergessenheit entrissen zu werden. Ein Frau Fischerin richtete dasselbe im Interesse ihres Manner, der Musiker und Sänger war, anno 1711 an den Fürsten. Doch die Forderungen der guten Frau sind nicht gering. Sie verlangt für ihren Eheherrn nicht nur eine Unterstützung an Baargeld, um eine Violine kaufen zu können, die er sehr nöthig habe, sondern auch für die Folge die gleiche „Besoldung und Hausbestallung" die der Herr Rofelter hat. Im Gesuch heißt es nun wörtlich weiter: „Da meinem weiblichen Verstände nach mein Mann als ein Sänger ehender eine gute Haußbestallung und ein gut Glaß Wein, Kost, als einer der nur die Vivlin streicht, bedarf, weilen bey der allzugenauen Geld Besoldung und Haußbestallung Er nicht viel seinen Halß schmieren kann um eine gute Stimme zu erhalten, dann vor das wenige Geld kann ich ihm nicht viel das gantze Jahr durch kochen, daher ich allezeit große Sorge trag wie ich es will machen, daß ich ihm seine holdseelige anmuthige und liebliche Stimme erhalte, dann ich hernach gar übel dran bin wann ich ihm die Stimm nicht mehr stellen kann." Ob dem Landgrafen die Gründe dieser praktischen Frau einleuchteten, ließ sich nicht ermitteln, da ihnen jedoch eine gewisse Berechtigung nicht abzusprechen ist, hatte die Bittschrift wahrscheinlich einen günstigen Erfolg.
• Heilung einer Lähmung durch ZahnauSzieheu. Ueber einen auffälligen Fall von Heilung einer Lähmung de- rechten Arme- und der rechten Halsseite berichtet ein Landauer Zahnarzt in der „Münch, medic. Wochenschrift": Bor einigen Wochen erschien in der Sprechstunde de- betreffenden Zahnarztes ein 24jähriges Mädchen, um fich mehrere Zähne plombieren zu laffen. Dasselbe war mit dem oben beschriebenen Nebel behaftet, deffen Entstehung allgemein auf einen Sturz zurückgeführt wurde, der einen Bruch des rechten Oberarmes zur Folge gehabt hatte. Da die Lähmung schon 2% Jahre andauerte und alle Mittel, dieselbe zu beheben erfolglos gc« blieben waren, so sollte das junge Mädchen fich demnächst einer Operation in einer chirurgischen Klinik unterziehen. Nach erfolgter Untersuchung rieth der Zahnarzt, den tief cartösen rechten oberen WeiSheitszahn, der nicht erhalten werden konnte, auSziehen zu laffen. Die Extraction wurde denn auch vorgenommen. Am anderen Tage suchte jedoch das junge Mädchen den Zahnarzt wieder auf, um ihm voll Freude mitzutheilen, daß fie die vollständige Beweglichkeit der gelähmten Körpertheile zurückerlangt habe.
• Die Iheure Pariserin. „Wenn man Dich berechnet von Kopf bi- Fuß — davon kann eine ganze Familie leben", sagt Harpagon zu seinem Sohne Eleant in Moltere- Lust« spiel „Der Geizige". Diese Worte find anwendbar auf eine fich immer noch Schranken auferlegende Französin, welche nur in bescheidenem Maße der Mode huldigt. Ihr Werth beträgt, wie er fich durch die Toilette ergtebt, mindesten- 6680 FrcS. Dabei werden natürlich die wirklich nothwen- digen Gegenstände, die ihren Körper umhüllrn, mitgezählt, aber da- Fuhrwerk, deffen fich eine elegante Franzöfin bedient, kommt nicht in Betracht. Sie trägt eine lange, goldene Kette für 200 mit einer kleinen Uhr für 400, eine Brosche !für mindesten- 60, eine Lorgnette mit kurzem Elfenbeinstab für 80, Perleuohrrtnge für 2000, einen Schildpattkamm für 80, zwei Hutnadeln für 60, drei Armbänder für 2000, ein
Necessaire au- Gold für 500, einen Hut für 60, ein Tape für 80, eine Toilette für 300, Dessous für 200, einen Sonnenschirm für 80, eine Federboa für 80 Frcs. Und danennt fich eine einfache Pariserin! Die armen Männer!
* Ueber die Londoner Feuerwehr entnehmen wir einer Mittheilung des Internationalen Patent-Bureau- Carl Fr. Reichelt, Berlin NW. 6. folgende Daten. — Dieselbe ist 700 Mann stark, Offiziere nicht mit eingerechnet. Da- Jahresgehalt der Mannschaft beträgt im Durchschnitt 2000 Mk. Der Jahresbudget der Feuerwehr übersteigt 3 Mill. Mk. — An Geräthschaften besitzt fie: 68 Dampfspritzen verschiedener Systeme, 100 Handspritzen, 135 mechan'sche Leitern, Rettung-- geräthschaften und andere Fahrzeuge. Dazu kommen noch fünf schwimmende Spritzen. — Man schätzt da- durch die Feuerwehr verbrauchte Wasser auf V00 000 Hecwliter jährlich^ während der jährlich durch Feuer-drÜnste angertchtete Schaden fich auf etwa 21/i Mill. Mk. beläuft.
* Zur Geschichte des Theaterzettels. In dem demnächst erscheinenden ersten Band von „Striese, ein lustiges Theaterbuch" (Verlag von Max Simson, Berlin), veröffentlicht Dr. Gotthilf Weisftein einige interessante Beiträge zur „Geschichte des Theaterzettels". Wir entnehmen diesen Beiträgen folgenden amüsanten Bericht über eine Vorstellung von „Judith und Holofernes", die in den zwanziger Jahren sich in Chalons-sur- Saone abgespielt hat. Dort kündigte der erfindungsreiche Director einer herumziehenden Gesellschaft auf einem ungeheueren Zettel mit ganz unleserlichen Buchstaben in bunten Farben Folgendes an: „Außerordentliche und erste Vorstellung von Judith und Holofernes, ein köstliches Spectakel-Vaudeville, das mit ungeheurem Beifall aus dem berühmten Theater des Palais-Royal gegeben wurde, worin Mademoiselle Dejazat, eine der ersten Schauspielerinnen von Europa und selbst von Frankreich, die Hauptrolle spielt. Um den aufgeklärten Liebhabern dieser Stadt zu beweisen, wie gern er sie zu befriedigen wünscht, hat der Director von den würdigen Autoren dieses herrlichen Werkes eine neue Entwickelung verfertigen lassen, welche diejenige während achtzig Vorstellungen von dem Publikum der Hauptstadt mit so großem Beifall aufgenommene weit hinter sich läßt. Der Director beabsichtigt nicht, jene Genüsse zu schmälern, die er seinen Zuschauern zu schaffen fich vorgenommen hat; daher begnügt er sich damit, hier blos zu versichern, daß er mit einem seiner Figuranten ein besonderes Arrangement getroffen hat, sodaß die schöne Judith nunmehr im Stande sein wird, den Kopf des niederträchtigen Holofernes wirklich abzuschneiden, und daß dieser frisch abgeschnittene Kopf dem Publikum aus einem Barbierbecken höflichst herumgezeigt werden soll. Anmerkung. Es ist leicht zu begreifen, wie kostspielig es ist, ein Stück auf solche Weise in Scene zu setzen. Man wird sich daher nicht verwundern, daß die Preise der Plätze erhöht worden sind. Die ersten kosten zwer Franken, die zweiten einen halben Franken und die dritten zwanzig Centimen." — Die ganze Stadt strömte in das Theater und die Einnahme erhob sich auf die bis dahin unerhörte Summe von 1207 Franken und 3 Sous. Aber die Ungeduld des Publikums war so groß, daß es vom Stücke gar nichts sehen und hören wollte. Gleich nachdem der Vorhang aufgezogen worden war, erschallte es von allen Seiten: „Den Schluß! die neue Entwickelung! den Kopf!" Als der Director das Geschrei nach dem Kopfe vernahm, verlor er keineswegs darüber den feinigen. Der Vorhang fiel und wurde nach drei Minuten wieder aufgezogen. Holofernes schlummerte auf einem Lehnstuhl; Judith nathe sich mit dem ungeheuersten der Säbel auf den Zehenspitzen. Sie holte weit aus, führte ihren Hieb sicher und der Kops fiel in einen Sack, den der Komiker der Truppe bereit hielt, während das Blut in weitem Bogen herum spritzte. Es war sehr gut gegangen, das Publikum schien vor Erstaunen ergriffen zu fein; aber Alles war noch nicht vorbei, denn der Kopf lag noch nicht in der Barbierschüssel. Der Komiker machte Anstalten, ihn hineinzulegen; man sah ihn einige Male um den Tisch gehen, der mit einem gelben Teppich behängt war; dann trat er einige Schritte zurück und man erblickte den Kopf wirklich in der verheißenen Schüssel. Er hatte eine Leichenfarbe und einen starren Blick. Die ganze Versammlung schauderte. Plötzlich fangen die Muskeln des Gesichts an, sich zusammenzuziehen, die Augen schließen sich und der Kopf niest, so stark als man nur niesen kann. Ein allgemeines Erstaunen; der Kopf hört nicht auf zu niesen; plötzlich verschwindet er von der Schüssel, und man bemerkt nun, daß er mit einem Menschen zusammenhängt, der zögernd vortritt und also spricht: „Verzeihung, meine Herren und Damen, wenn ich mich nicht zurückhalten konnte. Ein anderer Figurant, der mir darüber grollte, daß er nicht den Kopf zu spielen bekam, hat sich den dummen Streich erlaubt, mir seinen Tabak auf die Barbierschüssel zu streuen. Da ich nun niemals schnupfe, so ist er mir in die Nase gestiegen. Zweifeln Sie übrigens nicht, hochzuverehrende Anwesende, an meinem ergebensten Diensteifer." Ungeheueres Lachen und unzählige Bravos folgten dem wackeren Figuranten, nachdem er feine drei linkischen Verbeugungen gemacht hatte und den ausgestopfren Holofernes, sowie den Topf mit der rothen Farbe hinweg- nahm. So zugerichtet wurde dieses Stück viermal nach einander aufgeführt, und selbst das Niesen schenkte das Publikum dem Darsteller nicht. Der Director war im Himmel und dachte daran, sich in der Gegend anzukaufen.
Bei Todesfällen
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