Ausgabe 
30.12.1898 Zweites Blatt
 
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lft unsere Kasse am hmittags geschloffen. Mber 1898.

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Beerdigung unseres unvergeß>

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X Jotoie hmn Planer tzuln *>totoeftern der neuen Kliniken, die letzte Ehre enviesen, den

Wwe. uud Lohn.

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den 31. Jecemöer er.,

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Nr 306 Zweites Blatt

Freitag ter. 30. DeceMber

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Anrts- und Zlnzeigeblutt für den Ureis Gietzen.

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Gmtlsdeilaye: Gießener Flumlienbiättrr.

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Amtlicher Theil.

12. 6la flolbncr Anhäuzer, bestehend

mit grünen Greint».

13. Sin silberner

an! einem kleinen japanefischm Schuh.

Bekanntmachung

der beschlagnahmten Gegenstände.

Sold und Jett, in der Mitte Rosette mit einem Diamant.

rotheS Steinchen rundnm Lin goldnrr R ng, breiter Em flolbnel Kettchen mit letztere» auf einer Sette weiße» Perlchen. 6. Eme

2. Ein goldver Darnenring, oben mit kleinen Brillanten besetzt. 8. Reif m t kleine» Diamant. 4. daranhängende« goldnen Kreuz, goldverziert und in der Mitte ein

der lich L«

goldne Halskette mit kleinen Gleichen und Karabinerhaken. 6. Ein goldne» Kettchen, anscheinend sür Pircenez. 7. Eine goldene Brache, bestehend au» goldne» Drahtgewebe »lt goldnen Glöckchen, besetzt »lt weißen Perlchen (Fo'« eine» länglichen Dreiecks). 8. Eine goldne Damenuhr mit Schlüssel- aufzug (ohne Doppeldeckrl) we he» Zifferblatt (Fabrik-Nr. 14650). V. Eine goldne Brache, bestehend an» zwei mit einander verbundenen parallel laufender; Stäbchen, In der Mitte Rosette mit weißem Perlchen. IO Eine filbervergoldete Brache mit fünf Amethysten vnd einem weißen Perichrn in der Mitte. 11. Ein Paar große filbernr Ohrringe (rund)

zwei Spiegelplättcheo in Commodesorm. 83. Em Notiz. Küchelchen tu grüne» Leder gebunden. 34. Ein rothlederne» Häkeletni mit Kloppverlchlnß. 85. Ein gelblederne»'chcheu, anscheinend znm Ausbewahren von Nähnadeln. 86. Ln Gürtel au» schwarzem Motrsband »lt weißer Metall'chnalle. 87. Tin Damengürtel an» Goldbord »lt gelbmetallener, mit rothen, blauen und grünen Steinchen besetzter Schnalle. 88. Tin gelbmetallener Rockhalter «lt Kettchen. 89. Ein Paar Manschettenknöpse, flach, viereckig, mit Verzierung (DoublL). 40 Ein Damenuhrkettchen an» Silber und Schal­gleichen und filbernew Quästchen. 41. Ein »esfiogeue»

und durch schnöde Wahrsagekünste da» Schicksal de» neu be­gonnenen Jahre» fich zu enthüllen suchte- und da »an wähnte, da» ganze Jahr werde auf dieselbe Weise verfließe», wie man den ersten Tag deffelben zubringe, so bemühte sich Jeder, die ausgesuchtesten GeoÜffe fich zu verschaffen, und verlebte in Üppiger Luft diesen Tag. Schon der Abend und die Nacht vorher wurden in Tanz, Spiel, Gesang, Scherz und Muthwilleu aller Art hingebracht und durchwacht. Am Morgen in aller Frühe wurden die Häuser mit Blumen, guirlauden geschmückt, öffentliche «u'züge durch die Sttaßen und in die Tempel gehalten, Schauspiele gegeben, Freuden- gelagr veranstaltet, Mummereien ausgrsührt, wobei die Männer in Wriberkleldern und Masken und in Thiergestalt verkleidet lärmend durch die Straßen zogen, Geld aus warf en und Aus- gelaffenhetten aller»»« verübien.*

Diese Festlichkeiten wurden zu Ehren de» Saatgotte» Saturnu», des Herrschers im goldenen Zeitalter, welcher den Ackerbau eingeführt und Licht in die Finsterniß der alten Barbarei gebracht hat, Saturnalien genannt. Sie waren ein Freudenfest, an de», wie ehemal» im goldenen Zeitalter, allgemeine Freiheit und Gleichhett herrschen sollte. An den Familiensestltchketten, die man überall veranstaltete, dosten auch die H-nsselaven theilnehmen und wurden, mit ihren Herren die «ollen tauschend, von diesen bei Tische bewirthet. ESaturnalien, welche die Römer h* Deeember, »enn nach der Wlnterkovnwende da» Tageslicht wieder zu« nahm, begingen, entstanden erst zwei verschiedene Feste, al« fich ein Gegensatz zwilchen bim alten Sonnentahr nnd de»

Fingerhut in einer hölzernen Kapsel (in Form einer Nuß, Andenken an Bad Brückenau). 14. Ein silberner Fingerhut in schwarzem, inwendig blau an-geschlagene» Etuis. 15 Em silberner Fingerreis. 16. Ein Elsenbeinsächer »it Mono- gramm (H. 8.). 17. Ein Opernglas, schwarz, mit schwarzem Ledersntteral. 18 Zwei silberne Scheercheu in eine» rothen Lederetui. 19 Eine doppelte Korallenkette mit goldne« Schlößchen. 20. Ein weißmetallene» Riechfläschchen zu» An- hängen. 21. Ein gelbmrtallrne» Schmuckkästchen mit Gla». deckel, ausgeschlagen mit rother Seide. 22. Ein weiß- metallene» Büchschen in Form von zusammengesetzten Fünf- Markstücken. 23. Lin Leuchter an» gelbe« Metall der Fuß verziert mit einem Engel. 24. Ein kleiner amerikanischer Wecker. 25. Eine T'schglocke «it verzierte« Metallstiel. 26. Ein kleiner Toilrttesp'egel mit weißer Metallsvffnng. 27. Eine fast neue Haarbürste mit Poreellangriff und be- malter Platte und gelber Metallsaffnng. 28. Eme neufilberne Seifenbüchse. 29. Ein Splrituslämpchrn in Blechbüchse. 30. Em flache» gläserne» Liqaenrfläschchen mit Patentverschluß. 81. Eine rothbroune lederne verschließbare Schreibmappe, Deckel mit Blumen verziert. 32. Eia Schmnckkäftchen mit

Jo Darmstadt wurde am 15. i. Mt» ein «ahnarbeiter wegen i« Bahnhof der Main Reckar Bah« verübten Linbruchsdiebstahl» festgenommen. Bet der sofort statt- Gehabten Durchsuchung seiner Wohnräume wurden die nach- verzeichneten Gegenstände vorgesunden und beschlagnahmt, dir zugestandenermaßen sämmtlich a«S Diebstähle« herrühren, welche von dem Beschuldigten seit längerer Zett während seiner dienstlichen Functionen in den aus der Fahrt zwischen Frankfurt a. TL, Darmstadt- Heidelberg befindlich gewesenen Packwagen an Gepäckstücken ausgesührr, deren rechtmätztge Eegeuthümer aber nicht ermittelt worden find. Letztere werden hinsichtlich

Geltendmachung ihrer Ansprüche aufgesordert, fich ichrist- oder mündlich an den Herrn Untersuchungsrichter I

Bekanntmachung.

Da fich erfahrung-gemäß in der NeujahrSuacht und am NewjahrStage häufig Ruhestörungen an6 Unglück», fülle ereignen, br ngeu wir zur verhüiuna von solchen in Erinnerung, daß daS Schießen, sowie das Ab- breuueu von FeuerwerkSkörperu innerhalb der Straßen und Hosraitheu der Stadt verboten ist.

Zuwiderhandlungen find in § 367 und § 868 de» Retch»ürasgesltzbuch» «it Geld- oder Haftstrafe bedroht. Auch tritt Wegnahme der Schußwaffe ein.

Gleichzeitig machen w'r die Händler mit explofiven Stoffen, FeuerwerkSkörperu re. daraus aufmerksam, daß das Sbgebeu solcher Stoffe au Personen, von denen ein Mißbrauch zu besürchten ist, insbesondere au alle Personen unter 16 Jahren, verboten ist (verorte nung sür da» Großherzogthum Hessen, bett, den Verkehr mt Sprengstoff.», vom 21. Deeember 1893, § 26), nnd daß Zuwiderhandlungen gegen diese vorschr'st nach § 867 des Reichsstrafgesetzbuch» mit Geldstrafe biS zu 150 Mark oder «lt Haft bestraft werden.

Gießen, den 24. Deeember 1898.

Grobherzogliche» Polizeiamt Gießen.

Muhl.

1 Ein grobe» ovale» Damen-Medaillon, bestehend an» Brieswagelchen. 42.Ein Orden (Miniatur) Ritterkeenz zu«

11tn 8t0Bef _r» _____| Zkihringer Löwen. 43. Sine filberne Vorstecknadel mit roth.

Feuilleton.

Nkvj-tzrsIilSvlht tri »erslhik-eiti lölltrni.

.Sulturgeschichtliche Skizze von Ludwig Epsterie.

(Nachdruck verboten.)

Der 1. Januar gilt bekanntlich erst sett der Einführung de» Gregorianischen Kalender» in Deutschland Überall gleich- «Sbig al» Ansang»tag des Jahre». Bei den verschiedenen Stämmen unserer Vorfahren fing diese» theilS am 1. obre 25. März, theil» zu Ostern, «eist jedoch zu' Dech°°^en an, w der Nacht vom 24, zvm 25. Deeember, bet »iRntteniatit , in welcher die Sonne nach damaliger vorflellung An Laus von Neue« begann, um in derSonnwendnacht (24. Juni) ihren höchsten Stand zu erreichen. In Frankreich legte man den ^Jahresbeginn i« Jahre 1864, in Spanien und den -Riederlanden 1575, in Schottland 1600, tn Venedig 1653 md in Floren, erst 1745 aus den 1. J°°uar. Der Grün - sah de» klugen Papste» Gregor de» Groben, »an sslle die Lste der Heiden allmählich in christliche verwandeln und in Manchen Stücken uachahmen, hat un» ein gute» ^ck malter ®itt8 erhalten. Auch viele der schon bei der aUheidnischen Feier de» Jahre-anfang- Üblichen Gebräuche haben fich bi» auf den henttgen Tag vererbt.

Schon die Selben de» «lterthum», insonderheit die schenken. »Man überlieb ficb zügillosen ^°ls4restnngen, wde« «an au» allerlei günstigen oder ungünstigen Vorzeichen

Darmstadt zu wenden.

Gießen, den 24. December 1898.

Großherzogliche» Polizeiamt Gießen.

Muhl.

Berzeichuiß

welß-rothem Plättchen (anscheinend Stndentennadei). 44 Eine filbervergoldete Brache, Schlangensorm, »it grünem Steinchen. 45. Eine Photographie, hervorgerusrn durch Photogrophie- Automat ,8o»co*, Er stader Konrad Bernitt, Hamburg. 46. Ein kleines weihe» Drahtgeflecht zur «usdewahrung von Geld. 47. Ein Etui mit Buotstisten. 48. Ein leeres Etui sür Zeichenstifte. 49. Eine Schachtel, enthaltend »eist unechte Gegenstände, wie: eine welbmetollene Uhr kette, ein gelb- metallene» Holskeitchen, eine Haarnadel mit weißen Perlen, eine vorsteckuadel mit blauen und weihen Perlen, eine Broche mit weihen Perlen, eine desgl. mit weißen und rothen Perle», ein Anhängsel mit Bildchen, ein Anhängsel sogen. GlÜck»- schweinchen au» Elfenbein, 22 verschiedene Hemden Pttenv knöpfe, ein Anhängsel (Form: Fernrohr) worin Ansicht von Lmdensel», eine Rosette (Uhrhalter sür Damen), ein kleine» Metallständerchen, ein Anhängsel, Eichel vorstellend, 1 Nagel- feilchen, 1 Theil eine» v'xlrschlshchen», verschiedene kleine Schlüffel, eine Patthie nnächte Armbänder au» Welhmetall. 50. Eme braune Nähschatulle ans Nußbaumholz mit weiß- metallenem Beschlag und Inhalt. 51. Eine gelblederne Hand­tasche mit McsfiogbÜgel und Schloß. 52. Eine gelblich 'zrrne Shatnlle mit Messiugbeschlag am Deckel. 58. Ein Geldkistchen ans Eichenholz mit beschlagenem Deckel. 54. Eine Eravatten-Schachtel an» Pappdeckel »it grauer Lein­wand überzogen. Snsschrift: ,(iraDQtten* ans rother Seide. 55. Een rothledernes Etuis, anscheinend für eine Darnennbr. 56. Eine grauleinene Tasche sür Bürsten re., gez. A. H. 57. Sine Anzahl Bücher, betitelt: Ideale und Irr-

thümer, Allerlei Geschichten, der lieben »iuderwelt, da» Nest der Zaunkönige, Leier und Palette, Soll und Haden, Oüilienderg» ttloftenmau rn, Friede. Nöffelt» Weltgeschichte, BlÜthen und Perlen deutscher Dichrnng. 58. Sin Briefmarken'Sarnrnelbnch. 59. Ein neues Gesang­buch. 60. Sin braune» Tuchkleid - der Kragen der Taille mit braunem Sammet besetzt. 61. Ein schwarzes Lüsterkleid- Taille mit schwarzem Seideneinsatz. 62. Siu gelbliches Kleid mit Taille und Gürtel von demselben Stoff. 63. Sin schwarz- seidener Oderrock ohne Taille. 64. Ein schwarze» Eheviot- kleid- Talle mit Verzierung und Tetdeneinsatz. 65. Sin schwarzgetupste» «leid mit Taille. 66. E.n schwarzer Spitzen­umhang mit Perlen verziert. 67. Ein kleinerer de»gl. ohne Perlen. 68. Eine schwarz und weiß gestreifte seidene Blouse. 69. Sin schwarzer Eheviotumhang mit Perlenbesatz. 70 Sine blaue Taille mit blauem Sammeteinsatz. 71. Erne schwarze Satinblonse mit weißen Streisen und Tupfen und weihen und schwarzen Spitzen besetzt. 72. Eine blauroth schimmernde seidene Blouse mit dunkelblaue« Seidebesatz. 73. Ein blau­seidene» weiß getupfte» Tuch. 74. Ein weißes EiSwolltuch mit breitem blauen Rand. 75. Eine schwarz eibene Schürze mit Spitzenbesatz. 76. Eine schwarze Sheviothose. 77. Sine schwarze Kammgarnweste mit schwarzen Hornkuöpfen. 78. Eine £ blaue Sheviotblonse sür Knaben «it hellblaue« Matroseo-

bürgerlichen Kalenderjahr herausgebilbet hatte, was fett bei Zett das Nnrna Pompiltu» der Fall gewesen sein soll.

An ber althergebrachten Feier der Saturnalien bethei- ligten fich Anfangs auch bie Shristen. Aus diese« Grunde waren ihre Sirchenvorsteher bestrebt, den Jahresanfang auf andere Tage zu verlegen, und al» ihnen bie» nicht gelang, legte man, »weil die ersten Shristen bei ihre« Uebergong ans dem Hetbenthu» nicht gern einen Feiertag mißten*, die sonst bedenrungslose Beschneidung Shristi ans diesen Tag, um einen Vorwand sür bie kirchliche Feier diese» neuen Jahre» zu haben. So sehr aber auch einzelne Kirchenväter gegen die heidnischen Bräuche eiferten, so gelang e» ihnen doch nicht, dieselben gänzlich auszurotten. Das Volk feiert heute noch in vielen Städten sein alte»Julsest*, indem e» Weih­nachten nach und nach auf diesen Tag übertrug.

Da» Wort »Jul* oder »Joel* bedeutet Rad, »das Rad der Zett*, das fich mit Beginn de» »Zwölften* »krollt uvd nun seinen Laus von Neuem beginnt. Unsere vorsahre» backten aa diesem Juttage Kuchen tn Form eine» Rades, wo­mit »an fich gegenle'ttg beschenkte, und opferten Eber. Die rodähnlichen »Nenjährchen* find bet unseren Landbewohnern bl» heute Üblich, und der Juleber, der für unverletzlich galt, wurde noch vor etwa 200 Jahren von Dorfschafteu gemein- schastlich gefüttert.

Die Shlvesternacht wurde bet Erzählungen von Sagen und Märchen durchwacht und durch allerlei Vurzwett gewürzt. Die jungen Burschen durchzogen singend die Straßen nnb brachten Glückwünsche; bie Mäbchen gossen geschmolzene» Blei durch einen Schlüffelkarnrn tn eine Schüssel mit ka'.rem