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30.9.1898 Erstes Blatt
 
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auf den guten Leumund bei Schaumberg hin und bemerkt, daß die Angaben bei Angeklagten Holve gegen diesen nicht verwerthet werden dürfen.

Nach einer kurzen Gegenrede del Vertreteri der Staat»- behörde, auf die die Bertheidiger entgegnen, folgt durch den Vorsitzenden die Rechtsbelehrung, worauf die Geschworenen eine halbe Stunde berathen. Der Obmann bekundet den Wahrspruch der Jury, der auf Verneinung sSmmtlicher wegen der Angeklagten Holve sowohl, all auch wegen bei Schaum« berg formultrten Schuldsragen lautet, worauf der Gerichtshof ein freisprechendel Urtheil gegen beide Angeklagten fällt, die sofortige Haftentlassung der Frau Holve anordnet und den gegen Schaumderg bestehenden Haftbefehl anshebt.

Aus der Seit für Me -ett.

vor 7 Jahren, am 80. September 1891, erschoß sich verarmt und verzweifelt in Brüssel General Bonlanger am Grade seiner Geliebten, Madame Bonnemain, deren eoloflales vermögen er bei seinen politischen Unternehmungen verbraucht hatte. Boulanger galt geraume Zeit in Frankreich all die Verkörperung des Revanche-Gedanken» und hatte sich in seinem Vaterlande rasch eine große Popularität erworben, die er bei jeder Gelegenheit durch sein theatralisches Austreten zu steigern wußte. Gr wurde am 29. April 1837 in Rennes geboren.

vermischte».

fine schwere Eisenbahn Katastrophe, bei welcher fieben Personen um'l Leben gekommen find und mehrere schwer verwundet wurden, hat fich in Rußland ereignet. Ein Tele­gramm aus Moskau, 27. September, meldet folgende Einzel« Heiken: 304 Werst von Moskau, in der Nähe der Station Nasarowka, ereignete fich eine furchtbare Eisenbahn-Katastrophe. 14 Waggons fuhren auf abschüssiger Bahn auf einen an­kommenden Güterzug von 23 beladenen nnb 81 leeren Waggons. Der Zusammenstoß war furchtbar. Der Ober« eonbucteur und sechs Beblennngsmannschaften würben bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt, bret Personen schwer verletzt- 26 Waggons flnb vollständig zertrümmert.

* Die Berkehrlgestaltangen, welche in srüheren Jahren im Herbst regelmäßig einen Mangel an Wagen für den Eisenbahnverkehr hervorgernfen haben, sind, wie bie osficiösen »Berl. Pol. Nachr." melden, in dem laufenden Jahre bereits jetzt besonders stark in Erscheinung getreten. In der In­dustrie hält der lebhafte Geschäftsgang an, sie versorgt fich mit dem ihr nöthigen Brennstoffe, deffen Nachfrage wegen des nahenden Winters steigt, die Schifffahrt ist in Folge bei durchweg sehr niedrigen Wafferstandes der FlÜffe beschränkt, die Rübenernte hat in vielen Orten bereits begonnen. ES ist daher erklärlich, wenn auch in dem jetzigen Herbst die Nachfrage nach Eisenbahnwagen dal Angebot übersteigt und nicht überall die gewünschte Anzahl von Wagen gestellt werden kann. Seitens der Eisenbahnverwaltung wirb nichts verab­säumt, einem empfinblichen Mangel an Verkehrsmitteln vor- zubeugen. Die Eentralstelle für Wagenvertheilung in Magde- bürg ist ununterbrochen durch Tag unb Nacht in Thätigkeit, fie sorgt bafür, baß ber Wagenpark ber Staatsbahnen in vollem Umfange bem Verkehr bienfibar gemacht wirb. Für Oberschlefien, beffen zwischen Rnßlanb unb Oesterreich ein­gekeiltes Industrie, unb Kohlenrevier bie ungünstigsten Ber- kehrsverhältniffe ausweist, hat ber Herr Minister ber öffent­lichen Arbeiten persönlich bie zur Beseitigung des Mißstandes geeigneten Anordnungen getroffen. Man darf daher erwarten, bah ber Wagenmangel auf bas thuulich geringste Maß ein« geschränkt werben wird.

Ans ebenso originelle all praktische Art gedenkt man in Paris lern vettleruuwesen zu steuern. Die Stadt« Verwaltung will nämlich in den verschiedenen Stadtbezirken Werkstätten eiurichten, in denen verkrüppelte Personen irgend eine ihren Fähigkeiten angemeffene Thätigkeit ausüben können. Man hofft, damit den wirklichen Armen unb Eleuben bie Möglichkeit zu geben, ihren Unterhalt wenigstens theilweife selbst zu verdienen.

DieMünch. N. N." schreiben unterm 28. September: in edles Brüderpoar aus hohem Geblüt, dessen Wiege in der heißen Sahara stand, Überraschte gestern Vormittag unsere Redaction: Romulu« und Remus, zwei fünf Monate alte junge Löwen aus F. Berg« Menagerie, machten in Begleitung ihre« Herrn und Meiste» ihre Aufwartung. Die übermütigen Thiere machten es sich alsbald bequem, al« ob fie zu Haufe wären; vergnügt und munter tummelten fie sich in den verschiedenen Zimmern umher, sprangen lustig über Tische und Stühle und stießen verächtlich die verschiedenen Redactionspapierkörbe bei Seite. Während fie den anwesen­den Damen eine entschiedene Bevorzugung zu Theil werden ließen, zeigten fie sich den Herren gegenüber weniger ange­nehm; besonder« Helle Hosen schienen dem Größeren der beibm Zwillingsbrüder nicht sympathisch zu fein, denn knurrend und brummend sprang er auf den Besitzer derselben zu und suchte sein Gebiß an ihnen zu erproben. Nachdem die beiden Löwenjünglinge sich die Räume sattsam angesehen unb Alle« genau beschnüffelt hatten, auch mit den Anwesenben vertrauter geworben waren, begannen sie sich gegenseitig wie zwei junge Katzen abzubalgen, bi« enblich ber strenge Ruf de« Herrn zum Aufbruch mahnte, worauf sie unter Darreichung ihrer breiten mit scharfen Krallen ausgestatteten Pranken sich verabfchiebeten.

Eine chinesische Baby Ausstellung. Dem Bericht ber in Tientsin erscheinenden englischen Zeitung zufolge ist die Stadt Penang in China bem Beispiel ber Direktion de« Erystallpalastc« in Lonbon gefolgt unb hat eine regelrechte Baby. Show" veranstaltet. Die Zahl b?r ausgestellten Exemplare winziger Erdenbürger belief sich zwar nicht wie in England auf 1000 unb mehr, sondern genau auf 200. Jeder Stand hatte feinen Beitrag geliefert, doch ob e« nun die Sprößlinge von reichen unb vornehmen Leuten ober bie ein« bi« zweijährige Nachkommenschaft de« einfachen Arbeiter« .

war, jede« einzelne der kleinen Wesen präfentirte sich den Blicken der Ausstellungsbesucher in seinem besten Staat. Da sah man zierliche bunte Atlasgewänder, deren Gold- und Silberverzierungen in ber Sonne glänzten. Auf einigen unterschieb man Stickereien von rounberbaren Vögeln, Jnsecten ober Blumen, wie sie in keinem Lanbe ber Welt jemals existirt haben. Die Kleidchen von weniger kostspieligen Stoffen waren mit allerhand blinkenden Mrtalldehängen oder schim­merndem grünem Nephritschmuck ausgeputzt. Die kleinen Knaben erschienen särnmtlich mit kahlgeschorenen Köpfchen, die Mägdlein dagegen mit steif unb glänzend gemachten, hochtoupirten Haarfrisuren. Ganz oben auf diesen kunstvollen Haargebäuden thronten Miniatur - Vogelkäfige oder anderer Zierrath, von buntem Papier und Perlen hergestellt. Eine neue Mode in Bezug auf den Kopfputz der chinesischen Kleinen zeigte eine Art Heiligenschein von steifen Pompons in den verschiedensten grellen Farben, unter denen bie eigenthümlich büster breinschauenben Augen ber zarten Menfchenknospen sich höchst merkwürdig au»nahmen. Ebenso große Sorgfalt wie auf Kleiber, Schuhe unb Haarftisuren hatten bie stolzen Mütter auch auf ben Teint ihrer Lieblinge verwenbet. Die Seidlichen weichen Wangen ber Kinber waren mit echtem lauge bebcckl unb auch weiße Schminke hat herhalten müssen, um bem frischen, natürlich-gefärbten Gesichtchen einen fremben Ausbruck zu verleihen, ber burch ba« unnatürlich leuchtenbe Roth auf ben Münbchen noch erhöht würbe. Geradezu meisterhaft aber waren bei fämmtlichen Schauobjecten die schmalen Augenbrauen mit dunkler Tusche nachgezeichnet. Um diese Kunstfertigkeit in der Brauenmalerei könnten die Chinesen von ben berühmtesten Schauspielerinnen betreibet werben.

Eine schlagende Antwort. Kurz vor bem Tobe Du Boi« Reymond« kam zu unserem großen Physiologen ein junger Mann, ber fich schon häufig wegen seiner Auf­geblasenheit unb (Streberei Abfuhren zugezogen hatte.Ich möchte ein Werk schreiben", apostrophirte ber Jüngling ben großen Gelehrten,aber ein Werk, an ba« sonst Niemanb denkt."Nichts einfacher als bas", sagte schmunzelnd Du Boi«,schreiben Sie ein Buch über sich selbst!"

Mütterlicher Trost.Warum weinst Du, Pauline? Was hat es denn gegeben?"Ach, denke Dir nur, Mama, Arthur hat mich eine dumme Gans genannt ... Ich lasse mich scheiden!"Nur nicht überstürzen, liebes Kind! Dein Vater hat gerade so angefangen dal muß man nur den Männern abgewöhnen!"

Zeichensprache. Erster Barbiergehilfe:Donnerwetter, hast Du aber dem Herrn, den Du eben rastrt, eine Schmarre beigebracht!" Zweiter Barbiergehilfe:Ja, weißt Du, ich liebe im Geheimen feine Schwester, und der Schnitt auf der rechten Wange ist ein Zeichen für fie, daß ich diesen Abend komme!"

Bedingter Empfang. Gläubiger:Wollen Sie mich dem Herrn Baron melden!" Diener (einen Blick auf die Rechnung werfend):Bedanre, für so viel ist er nicht zu sprechen!"

Eingesandt.

Siebe«, 29. September 1898.

Die geehrte Theater-Dtrection lasse sich nicht von den paar auswärtigen Gästen beeinflussen, sondern fange die Vorstellungen, wie früher, 8 Uhr, an.

Ein früherer Anfang würde der ganzen Kaufmannschaft und einem großen TheUe der gelehrten Bevölkerung den Theaterbesuch verbieten.

Bei der Redactiou eivgegaugeoe Bücher rc.

Dr. med. G. Adolf: Die Gefahren der künstlichen Sterilität, besonder« in ihren Beziehungen zum Nervensystem. Vierte vermehrte Auflage. 4 Bogen eleg. drosch. Mk. 1.50. Verlag von Krüger L Co. Leipzig 1898.

Schiftsnaich richten.

Norddeutscher Lloyd, in Gießen vertreten durch die Ägenten Carl Loo« und I. M. Schulhof.

Bremen, 28. September. sPer transatlantischen Telegraph! Der Postdampfer Roland, Capt. I. Jantzen, vom Norddeutscher, Lloyd tn Bremen, ist heute 8 Uhr Vormittag« wohlbehatten tn Baltimore engcfommtn.

Gottesdienst m der Synagoge.

Samstag den I. und Sonntag den 2. October 1898: Laubhüttenfest.

L Tag. Vorabend 5J Uhr, Morgens 8* Uhr, Nachmittags 4 Uhr, Abends 6 Uhr.

2. Tag. Vorabend 6" Uhr, Morgens 8*J Ubr. Nachmittags 4 Uhr, Abends 6« Uhr.

Gottesdienst der israelitischen Keligionsgesellschast.

Samstag den 1. und Sonntag den 2. October 1898: Hüttenfest.

1. Tag. Vorabend 5»J Uhr, vormittags 8 Uhr Predigt, Nachmittags 4 Uhr.

2. Tag. Vorabend 6" Uhr, Bormütags 8 Uhr, Nachmittags 4 Uhr. Festesausgang 6" Uhr.

WochengotteSdienft Morgens 610 Uhr, Abends 5®3 Uhr.

Verkehr, CanO* und V*U»wirthschäft-

Gießen, 29.September. Marktbericht. Aus dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Butter per Pfd. X 1.101.20, Hühnererer per St. 00 2 St. 1415 Enteneier 2 St. 0000 Gänse«

eier per St. 0000 Käse 1 St. 57 Käsematte per St. 3 H, Erbsen per Liier 18 4, Linsen per Liier 30 Tauben per Paar

X 0.600.70, Hühner per St. 1.001.20, Hahnen per Stuck

X 0 801.20, Enien per St. X 1.801.20, Gänse per Pfund X 0.480.54, Ochsenflerfch per Pfd. 6674 H, Kuh« und Rindfleisch per Pfd. 6266 H, Sckwemefleisch per Pfd. 6876 Schweine­fleisch, gesalzen, per Pfd. 80 Kalbfleisch per Pfd. 6266 Hammelfleisch per Psd. 5070 H, Kartoffeln per 100 Kilo 5.00 bis 6.50 JL, Weißkraut per St. 816, Zwiebeln per 6tr. X 5.000.00, Milch per Liter 16 Zwetschen per Ctr. v* 3.uO4.00.

Tauer der Marktzeit von 8 Uhr Morgen« biS 2 Uhr Nach« mittags. Während der ersten 3 Stunden der Marktzeit darf im Umherziehen nicht feilgeboten werden.

28 September. Frachtmarkt. Roth er Dei»«- X 14,28, weißer Weizen X 00.00 Korn X 10.35, «erste X 0 00, Haier X 6 26.

Neueste Nachrichten.

Depeschen bei Bureau ,Herold".

Berlin, 29. September. Ein Eise »baho-Uoglück hat fich gestern bei Eroffen o. O. dadurch zugetrageu, daß eia Güterzug, der eia neue! Geleise befahren sollte, aber auf das alte Geleise dirigirt wurde, mit einem Arbeitrrzuae zu- sarnmeustleß. Fünf Personen kamen dabei ums Leben. Eine große Anzahl vou Beamten und Arbeitern wurde verletzt.

Berlin, 29. September. DasBrrl. Tag,bl." meldet aus Krakau: Ja Stanislau wurden der Gras Korhtowski, der Baron Brunicki und der Gras Fotocki wegen betrüge­rischer Mauipulatiooeu bei Gmskänfeu, ersterer auch wegen Wechselfälschung, verhaftet.

Herne, 29. September. Auf der Zeche General vlnmeu- thal stieß der Förderkorb mit aller Wucht gegen die Seilscheibe, wodurch das Seil riß und der Förderkorb in die Tiefe stürzte. 20 Manu sollen dadurch grtödtet sein. Einem Insassen des in entgegengesetzter Richtung fich bewegenden Förderkorbrs wurden Arme und Beine weggrrissen. Die Namen der Verunglückten find noch unbekanot.

Wien, 29, September. DerReuen Freien Presse" meldet man aus Genf: Die Acten im Luccheni-Proeeß umfassen mehrere hundert Stücke. In 10 bis 14 Tagen wird der Staatsanwalt gegen Luecheni lebenslängliches Gefänguiß beantragen. Lacchrnt wird allein vor Gericht erscheinen, in einer außerordentlichen Sesfion der Asfisen in den ersten Tagen de» November.

Oedenburg, 29. September. Gestern Abend 8 Uhr wurde hier unb in der Umgegend ein mehrere Seeuoden dauerndes heftiges Erdbeben verspürt.

Kopenhagen, 29. September. Die Königin Luise ist heute früh 51/, Uhr gestorben.

Paei», 29. September.Agence National" versichert, daß der Papst einen Brief durch Eardinal Rampolla an den französischen Nuntius zu Paris gesandt hat, worin Leo XIII. seiner BetrÜbniß Ausdruck gibt, daß ein Theil der französischen katholischen Presse leidenschaftlich gegen die Revision del Dreyfus.Prozeffel auftrete. Der Papst bittet diese Blätter, von heute an eine vollständig neutrale, unparteiische Haltung an den Tag zu legen und ruhig die Ereignisse ubzuwarten.

Paris, 29. September. Die vou denDaily Newl" veröffentlichte Meldung, betreffend bU Demission del früheren Präsidenten der Republik, Peri er, bezüglich der Drehful'Lngrlegenheit, wird von Perirr dementirt.

Pari», 29. September. Die Regierung hat beschlossen, vor dem Hause des General - Proenrators eine Schild- wache aufzustellen, damit nicht etwa rin Handstreich zur Ergreifung des Drehfus Dossiers, welches der Staatsanwalt nach seiner Wohnung gebracht hat, versucht werde.

Paris, 29. September. Seit gestern Abend befinden fich die Drehfus«Acten in der Wohnung des General« Proenrators am Cassationshofe. In etwa vier Tagen wird dieser die Acten eingehend geprüft haben und fie dem Präfidevten Loew übermitteln, welcher einen Berichterstatter zu ernennen hat. Dieser hat eine Enquöte zu veranstalten, die mehrere Wochen oder sogar einige Monate fich hioziehen kann. ES ist anscheinend noch nicht bestimmt, wann Drehfus von dem eingeletteten Verfahren unterrichtet werden soll. Wahrscheinl ch wird man ihm allmählich in vorsichtiger Weise Mittheilung machen. Jufttzmtutster Sarrien dementirt die Behauptung derLibertö", er fei in Folge des Studiums der Drehfus Acten von der Schuld Drehfus' überzeugt. Nächsten Sonntag hält die Drehfus-Partei eine große öffentliche Volks« Versammlung ab, um die Freilassung Picquarts zu verlangen.

Belgrad, 29. September. Wie verlautet, wird fich König Alexander demnächst nach Paris begeben, um eine Aussöhnung seiner Eltern zu versuchen, weil er fich kewnächfi verheiratben will.

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