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KT."wirb aus Darm« in wieder zwei vttdlente t fie vor 50 Jahren in der Genera «Major z. rieht verföuiichtr Ldfutant eit 1888 zur Disposition, >ust v. herf, der MS rde und, nachdem er 1886 >ßh. Hess. Filigeladjutant
worden fei, handelt. Dies erhellt auch aus der unberechtigten Befürchtung, es Hütten bei einer Neuwahl des Dorstanbes im Allgem. Verein Pfarrer und Kirchenvorfteher der JohanneS-Gemeinde rnög- Ucherweise nicht wiedergewählt und fo hinausgedrängt werden können. Wer sich in fett stlofer Hingabe in den Dienst der CharitaS zu stellen weiß, bat dies nicht leicht zu befürchten, und wo solches Verdienst nicht zutrifft, ist eS ein unabweisbares Erfordernitz, einen Würdigeren an jene Stelle zu setzen.
DaS Circular berichtet u. A. von Unzuträglichkeiten, welche der Umstand zur Folge hatte, dah zwei Vereine zu gleicher Zeit in der gleichen Familie ihre Hülfe anboten. Solche Kollisionen werden auch künftig nicht auSdletben, wenn jene der organischen Verbindung entbehren, zumal die große Zahl der HülfSbedürstigen der Johannesgemeinde wohl nicht der Unterstützung des Allgemeinen Vereins wird entbehren können, noch mögen. Diese Erfahrung sollte doch auch zur Einsicht führen, daß eS besser ist, sich in den Dienst des Ganzen zu stellen und mit vereinten Klüften um io wirksamer das LtebeSwerk zu föidern. Der zur Leitung unserer kirchlichen Angelegenheiten berufene Vorstand der Johannesgemeinde befindet sich hier auf einem Seitenwege, auf dem es schwn: ist, ihm Gefolgschaft zu leisten.
Umso deklagenSwerther e, scheint dies Vorgehen. alS an den alten Verein durch Errichtung eines eignen Heims zur Zeit vermehrte Anforderungen herantrelen und eine Beeinträchtigung seiner Mittel darum doppelt unangenehm empfunden werden muß. Derselbe hat bisher eine so eminent segensreiche Wirksamkeit entfaltet, daß eS Pflicht eines Jeden ist, ihn durch lreueMttarbeit und vermehrte Spenden zu kräftigen, jeder Zersplitterung der Kräfte aber durch einen kirchlichen Bczirksoerein den Weg zu verlegen. Einsender, welcher Mitglied der Johannesgemeinde ist, steht in keinerlei näherer Beziehung zum Allgemeinen Verein, glaubt aber durch sein Eintreten für eine einheitliche, systematische und in diesem Falle umso wirksamere Armenpflege, nicht allein der CharitaS im weiteren Sinne, sondern namentlich auch den so zahlreichen Armen der JohanneS- Gemeinde einen Dienst zu erweisen. △
Vermischte».
♦ Geisteskranke und ihre Neigungen. In einem kürzlich erschienenen Buche: „Geisteskranke und ihre Passtonen" thrilt ein englischer Nerv.'narzt einige Fälle von eigenthüm- lichen seelischen Aeußerungen Geistesgestörter mit. So hatte ein Patient, der sich bereits seit dreißig Jahren in der Anstalt befand, eine ausgesprochene Leidenschaft für die „Banknotenfabrikation". Tagaus, tagein arbeitete er mit größtem Fleiß an der Herstellung feiner geliebten „Werthpapiere". Er ging dabei sehr sinnreich zu Werke, indem er ein Stück weißes Papier von der Größe einer Banknote zuerst mit einem „hübschen Rand", wie er eS nannte versah. Diesen Rand erlangte er dadurch, daß er die Kanten deS Papteres aus die erhabenen Randverzterungen eine» Buchdeckels legte und mit einem grauen, blauen oder braunen Stift so lange darüber hin« und herstrtch, bis sich die Verzierungen reliefartig durchgedrückt hatten. Die mittlere Fläche der Banknote füllte er dann mit Figuren und Ara« brSken aus, zu denen ihm die verzierten Dcckrl einiger Blech» schachteln als Unterlage dienten. Zuletzt schrieb er in großen Ziffern eine beliebige Zahl von 50 bi- 100 in die Mitte deS schönen blauen oder braunen Scheines, und die Werth« volle „Banknote" war fertig. Im Laufe der Jahre hatte sich der Borrath an „Werthpapieren" dermaßen angefammelt, daß ein großes Repofitorium im Zimmer des Kranken damit angesllllt war. Man hatte eS einmal gewagt, einen Thetl dieser Papiere heimlich beiseite zu bringen, doch war die Verzweiflung deS Irren, als er seinen Verlust ent deckte, so groß, daß es Niemand mehr überS Herz brachte, dem harmlosen Banknoteufabrikavten einen ähnlichen Kummer zu bereiten. Der merkwürdige Fall von
„Leidenschaft" zeigte sich bei einem Kranken, der nach dem jäh erfolgten Tode eines nahen Angehörigen wahnsinnig ge« worden war. Dieser Patient hatte erst wochenlang in tiefster Schwermuth vor sich hingebrütet- eines Tages jedoch bemerkte man, daß sich sein GefichtSauSdruck jedesmal auffallend veränderte, wenn er im Garten der Anstalt einem bestimmten Kranken begegnete. Ein freudiges Lächeln verklärte die schmerzverzogenen Züge des Irren, sobald sein Blick auf die Gestalt des Mannes fiel, der ihm in kurzer Zeit eine unbegrenzte Zuneigung einflößte. Auf Schritt und Tritt folgte der Kranke dann seinem „Ideal"- kaum ins Freie gelangt, spähte der Unglückliche so lange suchend umher, bis er den Gegenstand seiner Schwärmerei gefunden hatte. Bald befand sich dieser zufällig In einem andern, durch Mauern begrenzten Theil deS Gartens, dann verstand der seltsame Irre schr ge
schickt, seine Wärter zu täuschen, kletterte gewandt über die Mauern, die ihn von seinem „Ideal" trennten, und eS gelang ihm auch stets, dieses endlich ausfindig zu machen. Di- betden Irren wechselten nie ein Wort mit einander, auch blieb die etgenthümliche „Schwärmerei" völlig einseitig, da sich der andere Kranke — ein Idiot — seinem Bewunderer gegen- Über äußerst gleichgiltig verhielt, überhaupt gar nicht zu bemerken schien, daß ihm stets Jemand wie sein Schatten solgte und alle seine Handlungen nachahmte. Steckte der Idiot seine Hände in die Taschen, so that der treue Bersolger dasselbe- gähnte, hustete ober lachte der eine, so wurde die Handlung sofort von dem andern wiederholt. Der Stand der Dinge blieb über zwei Jahre unverändert, bis der Idiot eines Tages schwer erkrankte und starb. Sein Verfolger suchte in offenbar größter Seelenangft tagelang nach dem verschwundenen, und als er ihn nicht sand, verfiel er in Tobsucht und starb innerhalb weniger Wochen.
• 34 Geschwister. Eine zahlreiche Familie ist in Frank, reich etwas so Seltenes, daß sie geradezu als Phänomen betrachtet wird. Unter den Rlk uten, die sich dieser Tage im- 10. Pariser Arrondissement zum Militärdienst stellten, befand sich ein junger Mann NamenS Boullier, der nicht weniger als 34 Geschwister aufzuweisen hat, die sämmtlich älter sind alS er. Davon stammen 12 aus erster und 22 aus zweiter Ehe.
* Der Nutzen des BeftuS. Eine junge Frau, deren Hochzeit kürzlich tu London gefeiert wurde, fand unter den HochzeitSgeschenken einen mit bunten Seidenbändern hübsch geschmückten Besen. Daran war ein Zettel desestigt, auf dem zu lesen war: „Mit dem herzlichsten Glückwünsche einer alten Freundin folgender Rath, ein Ergedniß meiner langen Erfahrungen: So lange am Ehehimmel sich kein Wölkchen zeigt, so fege mit diesem Besen die Teppiche mit dem unteren Besenende. Aber beim ersten Anzeichen eines drohenden Sturmes gebrauche den oberen Theil mit aller Kraft! Dann wird der Sturm schnell vorübergrhen uvd Friede und Glück wird wieder einziehen und von guter Dauer sein I" Ob die „gute alte Freundin" heirathssähige Töchter hat? Dann müßten alle Junggesellen sich schleunigst um diese bewerben, denn fie erhielten als kostbarste Mitgift diese Perle von Schwiegermutter.
♦ Da» klügste Thier. Der kürzlich verstorbene berühmte Zoologe Proseffor Leuckart in Leipzig machte vor feinen Studenten folgenden Witz, als man ihn fragte, welches Thier unter den thierischen Typen der Intelligenz. Pferd, Hund, Affe, Elephant, das klügste Thier fei. Leuckart erwiderte darauf mit jovialem Lächeln: „Welches Thier das klügste ist, weiß ich nicht. Aber das wiffen wir beide, ich und Sie, meine Herren, daß bet Salamander das geriebenste Thier ist."
Wirthsgedanken. Restaurateur: „Wenn boch die Kater der Herren Stubenten auch jagdbar wären!"
Stimmt. Kaffeeschwester: „Wir möchten für unser Kränzchen gern ein Abzeichen einführen!" — „Vielleicht eine Klatschrose?"
Kindliche Furcht. „Großpapa, werde ich auch einmal Großpapa wie Du?" — „Gewiß, mein Junges — „Aber muß ich dann auch die Großmama heirathen?"
Anzüglich. Frau: „Eduard, lernten wir uns nicht auf dem Ball in einer Sommernacht kennen?" — Mann: „Ja, ja — die Nacht ist keines Menschen Freund."
Citeratnr utKunft
— Der Segen der Sünde. Geschichte eines Menschen von Jeannot Emil Fror. o. G ottbufc. Zweite Auflage. Geheftet 2 Mk., Originalband 3 Mk. (Die erste Auflage deS Buche« wurde in wenigen Wochen vergriffen.) Die bekannte und rührige Verlags- Handlung von Greiner & Pfeiffer in Stuttgart hat rwt dem oben bezeichneten, in jeder Beziehung gut ausgrstattettn Buche ein gediegenes und iebentit werthvolles Werk geboten. Der Verfassir kennzeichnet seine fretmülhige und gerade Natur in dem Bucke, er tritt entschieden für feine änhetische. etliche und religiöse Ueber- zeugung ein. Ein ergrcsi.ndeS, ja erfchütterndes Menschenschicksal wird hier in der Form rmls Romans geschildert. Mit eindringlicher Kraft und tiefem sittlichem Ernst ist birfer Sturz in die Tiefe und dann wieder das Aufsteige" au« b't Tiefe in die Höhe lar- geftellt. Es ist kein Buck für flüchtige Unterhaltung, fonbern eS
wendet sich an nachdenkliche reife Lefer, die vor ernsten Problemen nicht zurücklchrrcken. Der „Segen der Sünde" ist ein Werk von bleibenden Wertbe und läßt es noch nicht einmal wunderlich erfcheinm, daß die erste Auflage in wenigen Wochen vergriffen wurde. Es eignet sich vorzüglich zu einem Festgefchenk.
verkehr, £xmö* tmfr
•itftm, 29 Mä>z. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochemnarkt kosteten: Butter pr. Pfd. X 1,00—1 IC, Hühnereier pr. St. 6-0 4, 3 St. 11 — 12 4, kniender 2 St. 12—13 4. Gänse cier vt. <5t. 00—CO X -Käse pr.6t.5- 8 X Käfcmattc pr. St. 3 Erbsen pr. Liter 18 4 Linsen m- Liter 30 X Tauben pr. Paa» je 0,90 Di« 1,00, Hühner pr. Stück 1,40 bi« 1,70, Hahnen pr. D'ÜÜ M. 1,40-1,80, Enten pr. Stück X 2 00-2,20, Gänse pr. Pfund X 0,00 -0,00, Ochsenfleisch pr. Pfd. 66-74 4. Kuh- und Rindfleisch pr. Pfd. 60 - 66 X Schweinefleisch pr. Pfd. 68 bi« 72 X Schwein«' fletsch aefalzen, pr. Pfd. 76 Ä, Kalbfleisch pr. Pfd. 60-00 A Hammelfleisch pr. Pfd. 50-66 X Kartoffeln pr. 100 Kilo 6,50 bi« 7,00 X. Weißkraut pr. Stück 0-00 H, Zwiebeln pr. Lentner 8,50—9.50 X, Mit» vr. Liter 16 X
Aauaste Nachrichten.
Depeschen de« Bureau „Herold".
Berlin, 29. März. Daß „Berl. Tagebl." nennt heute als Candidaten für den Oberbürgermeister-Posten den Stadtrath Kaempf, Director der Darmstädter Bank und erster viceprästbeM der Aeltesten ber Kaufmannschaft von Berlin.
Karlsruhe, 29. März. Proseffor Heer, ber Schöpfer des Scheffel-Denkmals In Heidelberg und des Kaiser Wilhelm- Denkmal« in Karlsruhe, ist heute Nacht gestorben.
Köln, 29.März. Der „Köln. Zig." wird aus Petersburg gemeldet, die „Nowoje Wrewja" spricht in ihrem gestrigen Leitartikel deutlich aus, baß Rußlanb, Frankreich nnb England überein gekommen seien, ben Prinzen Georg auch ohne Zustimmung ber Pforte und deS Sultans auf Kreta al» Gouverneur einzufetzen. Bisher hatte man sich über die Absichten ber Regierung zurückhaltender geäußert. Der in Aussicht stehende Besuch deS Prinzen in Petersburg, Kopenhagen, London, Pari« und Rom wird al« eine Danksagung für den Beschluß seiner Einsetzung aufg-faßt.
Rom, 29. März. Seit zwei Tagen herrscht in der Campagna starke Kälte. Ja Ober-Jtalten, sowie in der Umgegend von Genua ist viel Schnee gefallen. Mehrere Personen find erfroren. Die Saaten haben stark gelitten.
Pari», 29. März. Der Werksührer ber Zuckerfabrik in Niffandre im Eure Departement, besten Gattin unb drei Kinber, sowie die greise Mutter wurden ermordet aus- gesunden. Der Mörder ist verhaftet. Da» Motiv zu der Unthat ist angeblich Famtltenrache.
Madrid, 29. März. Die Corte« werden sofort zu- sammentreten, um neue Geldmittel zu defchaffen. Der Finanzmiutster wird einen Crebit von 500 Millionen fordern.
London, 29. März. Nachrichten au» Shanghai melden, daß sechs russische Schisse in Port Arthur Kanonen, Kohlen unb Munition au-laben. Alle russischen Panzerschiffe befinden sich im Hafen.
WB. Berlin, 29. März. StaatSseccetär Tirpttz ist zum preußischen StaatSmiaister ernannt worden.
wr - z. Notiz, baß m. Kuren g. Zwangs-
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Heute tunb morgen:
Kuhfleisch
nicht ladenrein, per Pfd. 45 Psg.
Schweinefleisch nicht ladenrein, per Pfd. 45 Psg
Bekanntmachung.
Da die Erneuerungswahlen zu den Gemeindevertretungen unserer Kirchengemeinden bevorstehen, so werden die Liften der ftimmberech- tiateu Mitglieder, zunächst der Matthäus- u. Marcusgemeinde, drei Tage lang, nämlich Mittwoch den 30. März, Donnerstag ben 31. März, Freitag den 1. April, jedesmal von 9 Uhr Vor mittags bis 4 Uhr Nachmittags, in den Wohnungen der Pfarrer der Ge- meinden offen gelegt.
Während der Offenlegung können Einwendungen gegen die Liften bei den unterzeichneten Kirchenvorständen vorgebracht werden. G^gen deren Entscheidung kann binnen den weiteren Tagen Berufung an den Decanats- ausschuß erhoben werden.
Gießen, den 29. März 1898. 3296
An Kirchenvorstavd d Matthäusgmde.: Der KirchcvvorKand d. Darrnsgmde.:
Schlosser. Dr- Grein.
Versteigerungen.
Mittwoch den 11. Mm
Nachmittags 2 Uhr, soll auf dem hiesigen Ortsgertcht die ber Thomaö Moser Wittwe in Gießen an nachstehenber Hofraithe gehörige ibeeUe Hälfte:
Flur I Nr. 826 — 44 qm in ber
Schloßgasse öffentlich meistbietenb versteigert werden. Gießen, den 29. März 1898.
Großherzoglickes Ortsgericht.
I. 91.: Bogt. 8293
rueksachen
Specialität:
Briefumschläge.
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