Ausgabe 
30.1.1898 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

der Gallerie zu Siena. Auf eine nähere Kritik dieses Werkes einzugehea, vermögen wir leider nicht- Alles in Allem hat hier Glasmaler Müller in Quedlinburg eine meister­hafte und kunstgerechte Arbeit geliefert. Das Gleiche können wir auch über die neuen GatbeleuchtungSkörper, welche die Kirche erhalten hat, sagen. Vermag fie der Laie v elleicht auch nicht ganz milde zu beurtheilen, im Auge des Kenners find sie ein Meisterwerk. Hier zeigen sich die sonst steifen Formen des Empirestiles in feiner Vollendung, wir möchten fast sagen in klassischer Schönheit. Diese LüstreS find bei der bekannten Mainzer Firma Gaß- und Apparatenwerke hergestellt worden.

Eine Hauptzierde ist die Orgel, welche in ihrer ganzen Anlage neu hergestellt, resp. umgebaut wurde. Der Zweck deS Umbaues der Orgel war die Gewinnung von Platz vor der Orgel für einen größeren Sängerchor. Dadurch, daß die Orgel statt wie früher in die Tiefe, jetzt mehr in die Breite angelegt wurde, ist nicht nur der brsagte Platz ge­wonnen worden, sondern auch die Orgel selbst hat durch diese Veränderung sehr gewonnen. Au- dem früher nüchternen Orgelgehäuse ist heute ein architrctonisch fein ausgebildeter Orgelprospect entstanden, der in seiner reichen Vergoldung, belebt durch die schönen Palmettenaufsätze und den figürlichen Schmuck, nicht unerwähnt die herrliche Tonfülle in ihren drei Manuals, ein bedeutender Werthgegenstand unserer neu mngebauten Stadtkirche wurde. Orgel und Orgelgehäuse find ein gemeinsames Werk des Orgelbaumeisters Weigle in Stuttgart, Bildhauers BoeglerS in Mainz, Schreiner- «eisters Lenz dahier. Die Vergoldung hatten die hiefigen Weißbindermeister Möhl, Petri n., Petri III. und Ehr. Schmidt Übernommen, welche auch die Übrigen Maler- und Putzarbeiten im Innern ausführten. Kirchenmaler Kriegermann aus Einbeck sorgte für Herstellung der Malerei an der Altarwand und Gewölbetonne und war eS auch feine Aufgabe, mit den hiesigen Weißbindermeistern ge- »einsam die Übrigen Malereien in der Kirche zu erledigen. Gerne erwähnten wir alle übrigen Handwerksmeister es waren im Uebrigen lauter hiesige Meister welche in ver­dienstvoller Weise den würdigen Ausbau der Kirche mit fördern halfen, müfieu uns jedoch damit begnügen, ihnen unsere Anerkennung für die allseitig gut durchgeführten Arbeiten au-zusprechen, wovon wir persönlich von dem freundlichen Führer durch die Kirche unS überzeugt haben.

Die Oberleitung über den ganzen Umbau, desien Kosten, nebenbei bemerkt, ca. 98,000 Mk. betragen, lag in den Händen der Herren Architecteu Stein u. Meyer, welchen es, Dank der freundlichen Unterstützung und fachkundigen Berathung de» Kunsthistorikers Herrn Prof. Dr. Bauer und der beiden Geistlichen Herrn Pfarrer Dr. Naumann nnb Herrn Pfarrer Schlosser, gelungen ist, den Kirchen» auSbau zu diesem gewiß allgemein befriedigenden Abschluß zu bringen.

Neben der schönen Beleuchtung, die der Kirchenplatz direct vor der Kirche bereit- erhalten hat, genehmigte unsere Stadtverwaltung die Anlage eine» erhöhten Trottoirs um die Kirche, womit in Bälde begonnen werden soll. Ist auch diese Berbefferuug vollendet, so hat Gießen au- seiner alten Stadtkirche ein neues Baudenkmal erhalten.

Cocalts und provinsielUs*

Gießen, den 29. Januar 1898.

* * Sitzung Großh. Handelskammer vom 25. Januar 1898. Anwesend die Herren: Koch, Scheel, Balser, Gail, Heichelheim, Katz, Klingspor und Kraotz. Am Sonntag den 30. d. MtS. wird die Großh. Handelskammer Mainz da» Fest ihre» 100jährigen Bestehens durch ein Mahl im Tafinohof zum Gutenberg in feierlicher Weife begehen. Zu demselben werden sich der Borfitzende und ein Mitglied der Kammer nach Mainz begebru, um der Schwrsterkamrner auch mündlich die herzlichsten Glückwünsche zu dem Jubelfeste au-- -usprechen. Al» ein Zeichen dankbarer Anerkennung für die mannigfachen und außerordentlichen Verdienste, welche der Mainzer Schwesterkammer als Vorort de- hessischen Handels- kämme,tags durch die Leitung und Förderung der heffischen Handelskammer-Jnterrffen zur Seite stehen, nicht minder in Würdigung ihrer erfolgreichen Thätigkeit auf dem Gebiete von Handel, Industrie und Verkehr de- engeren und wetteren Vaterlandes wird der Jubilarin ein künstlerisch au-gestatteteS Srinnerung-blatt Seitens der hessischen Kammern gemein­schaftlich Überreicht werden. Wie schon früher mitgetheilt wurde, hatte die Handelskammer für da- Herzogthum Gotha an die Kammer da- Ersuchen gerichtet, bei Großh. Ministerium ftr den baldigen Erlaß eine- WurstfarbeverboteS einzutreten. Die Kammer stellte hierauf, um in erster Linie die Wünsche der hethetligten Kreise der Metzger und der Wurstwaarenhändler und ihre Stellungnahme in dieser Frage Tennen zu lernen, eine Umfrage an; da die Antworten nicht Übereinstimmend au-fielen und selbst in den engeren Kreisen her B.'rus-genosftn die Anfichten und Wünsche getheilt waren, so beschloß die Kammer, der Handelskammer Gotha mitzu- theilen, daß fie bei dieser Sachlage nicht in der Lage sei, ihrem Wunsche zu entsprechen. Von dem Herrn Reich-- krozler find Erhebungen über den Umfang der gcsammten inländischen Production in den verschiedenen Industrie­zweigen eingeleitet worden. Zu diesem Zwecke sollen dem­nächst den in den Adreffenverzeichnifien der Beruf-genoffen- schäften aufgeführten Unternehmern gewerblicher Betriebe im ganzen Reiche Fragebogen zugesandt werden, die nach Beant­wortung an das ReichSamt des Innern wieder einzusenden find. Die Fragebogen sollen durch den betreffenden BetriebS- nnteroehmer nicht unterzeichnet werden, sodaß auS der Berichterfia'tung weder der Namen de» Unternehmen», noch derjenige de» Inhaber» zu ersehen ist. Zudem wird die strengste Geheimhaltung und Vernichtung de» Material» nach Gebrauch zugefichert, um jeden Mißbrauch auszuschließen und so auf eine um so gewissenhaftere Beantwortung de» Frage­bogen» rechnen zu können. Letztere» zu beobachten liegt im

Jntereffe eine» jeden Gewerbetreibenden, da diese Enquete die BafiS abgeben soll für die Beurtheilung handelspolitischer Maßnahmen. Die Kammer nahm sodann mit Dank Kenvtniß von einer Einladung deS hiefigen.Vereins der De­taillisten zu dem am 26. l. Mts. stattgehabten zweiten Vortrage des Großh. LandgerichtSrathS Herrn Müller über das neue Handelsgesetzbuch und feine Unterschiede gegenüber dem z. Zt. noch geltenden Recht.

Oberheffischer Geschichtsverein. Weite Kreise der Stadt werden den morgigen Sonntag freudtg begrüßen, an dem unsere Stadtkirche, neu erstanden und in würdigem Schmuck, wieder in Gebrauch genommen wird. (Bergl. neben den besonderen Artikel.) Eben denselben Kreisen können wir schon heute mittheilen, daß Herr Proseffor Dr. Sauer in nächster Zeit einen Vortrag über die Geschichte und den älteren Bau dieser Stadtkirche in einer Versammlung de» Oberhessischen Geschichtsvereins halten wird. Wir kommen auf den Gegenstand demnächst zurück, geben aber schon an dieser Stelle der Hoffnung Ausdruck, daß dieser Vortrag die Thetlnahme unserer gesammten Bürgerschaft finden werde. Wie wir hören,' werden Gäste dem Verein in jener Versammlung willkommen fein.?

*H. Stadttheater. Bor einem bis auf den allerletzten Platz dicht besetzten Hause ging gestern Abend daSRoman- tische Schauspiel" von PiuS Alexander WolffPreciosa" in Scene. ES ist eigentlich eine grobe Verletzung und Zu» rücksetzung der Verdienste Carl Maria von Weber», daß feine herrliche Tonschöpfung, welche dieRomantische Oper Preciosa" bildet, vor der Darbietung dcS Schauspiels in den Hinter­grund treten muß und nur als Rahmen de» Ganzen an zweiter Stelle dienen muß. DeS mufikalischen Thetl» ganz entbehren kann dieses Schauspiel überhaupt nicht, denn ohne denselben wäre diese Librettodichtung Wolff» langweilig und die vielen poetischen Mängel würden kraß zu Tage treten. So viele Theaterdtrectionen versuchen mit Glück da» romantische Schauspiel" allein, seines überaus daukbaren Stoffes wegen, zu insceniren und mit Belaffung der Chöre und de» nöthigsten mufikalischen TheileS, sowie melodrama­tischer Scenen auszustatten. Dieses Kunststück brachte schon die im Jahre 1893 hier weilende Directton BaarS fertig, unsere jetzige Stadtiheater-Direction bot uns also damit keine Ueberraschung. Stellen wir jedoch einen Vergleich an zwischen der damaligen und der gestrigen Aufführung, so ist letztere entschieden die bester zur Darstellung gebrachte von beiden. Die Wiedergabe bot genug des Interessanten; die Glorie, welche die von Zigeunern geraubte und auferzogene Preciosa umgiebt, die für fie Alle» überwindende Liebe des jungen Ritters, das Lager- und Wanderleben mit feinen Bildern und Gesängen, all dieses bildet eine dramatisch lebhaft be­wegte Handlung, die mächtigen Eindruck hervorruft. Gespielt wurde recht wacker. Frl. Würdig war eine schöne Pre­ciosa voll Leidenschaft; manchmal etwas zu harr im Ausdruck, doch glücklich im Vortrag des recttativen Thetis ihrer Parthie. Frau Kruse, eine sprachlich gut gegebene Zigeunermutter, erschien jedoch nicht glaubhaft alt genug. Alte Zigeuner» mütter erfreuen fich eines tiefdunkel kastanienbraunen Teints. Einen echten Zigeunerhauptmann repräsentirte Herr Fritz sch» ler, zwei stolze spanische Edelleute die Herren Liebscher (Don de Carcamo) und Forsch (Don de Avezedo). Herr Janson erfreute durch fein feurige» Spiel, das Unge- zwungene seines Auftretens, sowie vorzüglich gegebenen Scene seiner Liebeswerbung um Preciosa. DaS belebende komische Element in der Figur deS Schloß Vogt» Pedro fand in Herrn Director Helm einen vorzüglichen Vertreter. Herr Albrecht schuf den Polizeiprätendenten Don Contreras aufS Beste, desgleichen Frl. Natufiu» eine eitle häßliche Donna Petronella. Die übrigen kleinen Rollen waren gut besetzt. Der musikalische Thetl unter der tüchtigen Directton de» Herrn Director Kruse wurde durch unsere Regiments­musik in der Hauptsache gut zum Vortrag gebracht; ganz einwandfrei war die Wiedergabe dieser herrlichen, entzückenden Tonsätze nicht immer, auch wäre die Wirkung mancher melodramatischen Stellen durch bestere Beachtung der Zeichen eine empfindungsvollere gewesen. Durch da» liebenSwürdige Entgegenkommen einiger gesang-tüchtiger Herren de» Bauer'schen Gesangvereins kamen die Chöre zur besten Geltung; sie klangen kräftig, waren gut int Einsatz und fast tadellos im Vortrag. Au dieser Stelle sei lobend erwähnt, daß Frl. NatusiuS hintir der Scene das stimmungsvolle Einsam bin ich u. s. w." ult bestem Gelingen gut gesungen zu Gehör brachte. Jnscenirung und Ausstattung ließen nichts zu wünschen übrig. Da» Publikum erfreute fich ficht- lich an diesem Schauspiel und spendete lebhaft Beifall; der in jeder Beziehung erzielte große Erfolg wird die Directton für die aufgewendete Mühe erfreulicherweise reichlich ent­schädigen.

** Stadttheater. Auf die am Montag den 31. Januar, erfolgende Erstaufführung vonHanS Huckebein", welche der ungewöhnlich hohenHouorarkosten wegen bet erhöhten Preisen stattfindet, fei hiermit nochmal» aufmerksam gemacht. Wir lasten noch einen Auszug auS einem Bericht desHamburger Fremdenblatt" folgen: . ... es will nicht- Anderes sein und ist nichts Anderes al» ein au-gelastener, wirklich humor­voller Schwank über e'n gegebene» Thema: Da» vomHanS Huckebein", dem Unglück-raben. Schon der Titel war ein Glücksfund. Die beiden Verfasser, diese Gegenstücke zum HanS Huckebein", haben es fertig gebracht, nicht nur eine versöhnliche Lösung aller Verwickelungen de» Schwanke» zu finden, sondern zum Schluß auch einen neuen lüft gen Trumpf außzuspielen. Der Schwank baut fich auf den allerneueftrn Errungenschaften praktischer Wissenschaften auf und arbeitet mit verblüffenden, jedenfalls nicht abgedroschenen Motiven. Da» ausgezeichnet dargestellte Stück wurde mit lebhaftem Beifall begrüßt und wird gewiß da» Leifing Theater für lange Zeit besetzt halten, aber sicher auch anderwärts starke Heiterkeit Hervorrufen.

* Die alte Stadtkirche ist vor dem Umbau vergessen worden im Bilde festzuhalten. Vielleicht veranlaßt dieser \

I Hinweis einen Amateur-Photographen, der 'zufällig eine Aufnahme der Kirche, besonder» de» Innern gemacht hat, fich zu melden.

* * Auszeichnung. Bei der von der Stadt Troppau ausgeschrieben«!, PtelSbewerbung zur Erlangung von P.änen für eine zu erbauende Kinderbewabranstait erhielt Architect Hamann dahier den zweiten Prei».

* Erste allgemeine Geflügel- und Bogel-AuSstellung. Die Frage btr Unterbringung der dekorativ großartig a zulegenden Vogel-Abtheilung ist nun endgültig und zwar in der denkbar günstigsten Weise fichergestellt. Die Firma Birken­stock & Schneider hat, ohne dafür eine Vergütung zu verlangen, sämmtllche Räume b Lahnstetn» für die kleine gefiederte Welt zur Verfügung gestellt. Der innere Raum der Turnhalle bleibt ausschließlich für da- Hühner­volk und für Tauben Vorbehalten, während der geräumige. Hof zur Unterbringung von Wassergeflügel dienen soll. Vom Hofe der Turnhalle wird eine Laufbrücke die Verbindung mit dem Lahnstein Herstellen, sodaß die Ausstellung zwar ein un- getrennte» Ganze bilden und dabei doch in zwei von einander geschiedene Gruppen zerfallen wird. Nach dem in dieser Woche erfolgten ÄuSschreiben für Anmeldungen zur Ausstellung sind im Ganzen 71 Klaffen vorgesehen und zwar Hühner 33 Klaffen, Enten 4, Ganse 3, Truthühner 2, Zierg'flügel (Pfauen, Fasanen, Perlhühner usw.) 1, Tauben 16, Eier 1, Vögel 5 und Geräthe 6 Klassen. AIS Preise für vorzügliche Thiere rc. find Geldpreise, Medaillen und Diplome vorgesehen. Außerdem stehen dem Verein bereite jetzt schon werthvolle Ehrenpreise zur Verfügung. Namhafte Sachverständige find a'S Preisrichter in Aussicht genommen.

* * Der Fechlverbaad Gießen »Lahr veranstaltet morgen, Sonntag, tn den Räumen de» Gießener FestsaaleS den all­jährlich programmmäßig von ihm festgesetzten Maskenball. ES ist zu wünschen, daß dieser gleich gut besucht werde, wie alle seither vom Verband abgehaltenen, so daß der Zweit zum Besten armer Waisen" auch diesmal durch große» UeberfcbuR glänzend erfülle werde.

* * vieberthalbahn. Wie derBiedenkopfer Anzeiger" berichtet, so ist der Gesellschaft der Bieberthalbahn von höheren Ort» auß die Genehmigung ertheilt, die Bahn wetter­zubauen. Bon Bieber aus soll dieselbe über Hohen­solms nach Bischoffen (Herborn Weikenhausen Gladenbach) weitergeführt werden.

- ft Rainrod, 28. Januar. In verwichener Nacht enfr stand dahier auf noch nicht festgestellte Weise ein Schaden- feuer, welchem eine Scheune und zwei Stallungen zum Opfer fielen. Kaum hatte man fich von diesem Schrecken erholt, so durcheilte heute Nachmittag eine neue Hiobspost über folgende Todtschlagsaffaire unser Dorf: Zwei hiefige Holzmacher gerieten gegen Mittag tm Walde bet der Arbeit auß geringfügiger Ursache in Streit, wobei der Jüngere seinem Gegner die Rodhacke mit solcher Wucht auf den Kopf schlug, daß derselbe infolge her Mißhandlung als­bald verstarb. Der Getödtete war 65 Jahre alt und erst vor Kurzem zur zweiten Ehe geschritten.

Darmstadt, 28. Januar. Heute Mittag starb hier hochbetagt der Hofschauspieler Butterweck. Er war Mitglied unserer Hofbühne und lange Jahre Komiker an ihr.

Darmstadt, 28. Januar. Bel der Landtagswahl tn Schotten wurde der Abgeordnete Weidner, dessen Wahl für ungiltig erklärt war, mit 20 Stimmen wieder- gewählt. 8 Stimmen fielen auf den früheren Inhaber de» Mandat-, Dtconomen Sturmsel» in Nidda. (Frkf. Ztg.)

Vermischtes.

* Kinzenbach, 28.Januar. Unserem jungen Krieger- verein wurde es am gestrigen Tage zum erstenmal zur Pflicht gemacht, den Geburtstag unsere» Kaiser» ge­meinsam zu begehen. Zu dieser Feier hat der Verein in seinem VereinSlocal, bei Gastwirth Busch hierselbst, eint Bühne erbaut. Herr Oberst v. Madai vom Infanterie- Regiment Kaiser Wilhelm hat die Güte gehabt, dem Verein mehrere JnfanterleauSrüstungen zu dieser Feier zu übersenden. Eröffnet wurde die Festlichkeit von dem GesangSchor, welcher die Hymne vortrug:Der Herr hat Große» an un» gethan." In der darauffolgenden Ansprache wurde auf die Bedeutung deS Tages htngewiesen und schloß dieselbe mit einem be­geisterten Hoch auf Se. Majestät. Darauf wechselten Einzelvorträge mit größeren theatralischen Aufführungen. Inzwischen wechselten mehrere Baterlandslieder mit den theatralischen Aufführungen ab. Sonntag Abend wird der Verein nochmal- eine öffentliche Abendunterhaltung abhalten.

* Kaiserslautern, 28. Januar. Zwei hiesige Leute, der Kunstschlosser Weiß und der Tagner Wilhelm, haben ei» neues Gewehr erfunden, mit dem bet einer einmaligen Ladung 3035 Schüsse abgefeuert werden können. Die Ersiader haben da» Gewehr bereit» zum Patent angemeldet beim Retchspatentamte und ein fertige» Modell dorthin ge­sandt. Die Verwerthung haben fie einem hiefigen Bankver­treter biß zu einem bestimmten Tage zu einem Mindestpreise von 200 000 Mark in die Hand gegeben.

Budapest, 28. Januar. Dr. o. Gallvich, Richter a« Budapester Strafgerichtshof, ist unter Mitnahme der be­deutenden Mitgift seiner ihm erst kürzlich angetrauten Gattin verschwundkN.

Auszug aus den Kirchenbüchern

der Stadt (Sieten.

Soaag ellsche Semeinde.

OtitauU»

MatthäuSgemeinde.

Den 22. Januar. Jnnoceuz Krack, Fabrikarbeiter zu Gießen, und Gertrude Karoline Lipp, Tochter deS verstorbenen Handelsmann» Heinrich Lipp zu Gießen.

MatthäuSgemeinde.

Den 23 Januar. Dem Schneider Konrad Boß eine Tochter» Katharine Elise, geboren den 29. December.