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Sonntag den30 Januar
Erstes Blatt
Nr. 25
Keßener Anzeiger
General-Anzeiger
Amts- und Anzeigeblntt für den "Kreis Giefzen
Gratisbeilage: Gießener Familienblätter.
London, 28. Januar. Tine sta.k^ Expedition wird
daß bei der in
Abg. Re iß Haus (Soc.) wünscht,
! Aussicht gestelltenEnquvte über das Impfen auch Impfzwang- j gegenwärtig für das obere Nilthal ausgerüstet. Ihr i aeaner gehört werden, was Staatssecretär Graf Posa- - Führer ist der ForkchungSre,sende Cavendish, der eben : dowsky zusagt, und zwar mit dem Bemerken, daß die \ vom Rudolphs« zurückkehrte. Cavendish wird begleitet von \ verbündeten Regierungen an der Impfung festhielten. [ acht bis zehn Europäern, einschließlich einer Anzahl Sol- Aba. Kruse (ntl.) fragt nach dem Stande der Apo- baten. Die Expedition, die als eine private stat,findet auf
die
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»«nähme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Borm. 10 Uhr.
Grfcheint täglich mit Ausnahme des Montags.
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Rebaction, Expedition und Druckerei:
Schnkstratze Nr. 7.
Aezngrpreks
'»iertcljährlich 2 Mark 20 Pfg. monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohn.
Bei Postbezug 2 Mark 50 Pfg. vierteljährlich.
geht bhect von der oftafrtkanischen Küste zur Mündung deS Ssobat in den weißen Ntl. Lieutenant Andrew und zwei andere Mitglieder der Expedition reisen sofort ab, um dm Transport in Ordnung zu bringen. Der R'ft folgt inne halb Monatsfrist zu Sch ff nach.
Abg. Kruse (ntl.) fragt nach dem Stande der Apo- thekengesetzgebung, worauf Staatssecretär Posadowsky entgegnet, >ein diesbezüglicher Gesetzentwurf liege der prellßischen Regierung bereits vor. — Nächste Sitzung morgen 1 Uhr. Fortsetzung der Etatsberathung und erste Lesung der Branntweinsteuergesetznovelle. Schluß 53/4 Uhr.
Der Umbau der Stadtkirche zu Gießen.
Die umfangreichen Umbauarbetten unserer alten Stadt- ktrche sind nunmehr beendet und wird morgen, Sonntag i/310 Uhr, wieder der erste Gottesdienst darin abgehaltm werden. Alt kann zwar unsere Stadtkirche nicht genannt werden, alt ist vielmehr nur der angrenzende Kirchthurw, welcher nack einer während der Umbauarbeiten Vorgefundenen JahreSziffer auf einem Eckstein am Thurm im Jahre 1584 erbaut worden ist. Die Stadtkirche selbst dattrt erst aus dem Anfang dieses Jahrhunderts und wurde von G. D. Bapst 1814 erbaut, nachdem bereits die Pläne 1808 Vorgelegen und während dieser Zeit alle möglichen Umänderungen erfahren hatten. Während des Neubaues soll die Kirche eiu- geftürzt sein, und tst allem Anschein nach dann in großer Eile mit wenig Sorgfalt aufgebaut worden. Dies zeigte fich besonder» bei dem jetzt vorgeuomme^rn und nun fertiggestellten Umbau. Dte einzelnen Ausführungen aus jener Züt waren sehr mangelhaft uad waren zudem noch durch den reichlichen Besuch auf daS denkbar schlechteste Maß abgenützt. Der Umbau und zwar der gründliche Umbau unserer Stadtktrche war sonach unausbleiblich. Mangelte e» nicht nur an Licht und Luft, so schienen auch Treppen und Zugänge überaus un- practisch und ungenügend, ganz abgesehen von der weniger hübschen und practischeu «noidnung deS Gestühles im Schiff der Ktrche sowohl als auf der Empore. Noch vielen und reiflichen Ueberlegungen wurde der Beschluß gefaßt, dte Ktrche einem sorgfältigen Umbau zu unterwerfen, bei welchem insbesondere Rücksicht auf dte vorerwähnten Hauptmängel zu nehmen war.
Jntereffant wird eS wohl für alle unsere Mitbürger sein, zu erfahren, in wie wett fich diese geplanten Umänderungen ausgedehnt haben, weßhalb wir im Nachstehenden dte Haupt- detatlS über den geschehenen Umbau hier anführen.
Um für dte Ktrche Ltcht zu gewinnen, wurden sämmt- ltche Fenster erhöht und nach unten ausgrbrochen, so daß e» möglich war, L chr unter und über dte Empore eivzubriugcn, während früher durch die mitten durch dte Frnft<r laufende Emporbühne der größte Thetl deS etafallendrn Tageslichte» abgehalten wurde. Dem entsprechend wurden die früheren HalbkretSfeoster zu kreisrunden Rosetren ausgebildet, sowie an der südlichen Giebelsette noch wettere zwei ganz neue Fenster gebrccheo. Wer Gelegenheit hatte, diese wirklich schwierigen und gefahrvollen Arbeiten zu beobachten, wird sich immer noch wundern, daß eS bet der schlechten Beschaffenheit des Mauerwerks ganz ohne den geringsten Unfall ab- gegangen ist. Nicht nur, daß dte so neu hergestellten Fenster für das Innere Ltcht und Luft brockten, auch im Aeußeren haben die Fenster der Kirche zu einem einheitltcheu schönen Ganzen verholfen. Und während früher der Fremde und Unbekannte hier den Tempel der Muse erblickte, wird heute gewiß Niemand mehr den Eindruck eine- ruhigen Gottes- Hauser bestreiten, dazu auch einen guten Thetl daS allerdings nicht sehr bescheidene Kreuz auf dem vorderen Dachgtebel beiträgt- An Zu- und Aufgängen hat die Kirche dte denkbar beste Lösung erhalten. Ntcht weniger als sechs Eingänge führen in das stattliche Innere, woselbst wir in erster Linie zwei neue, breite Steintrepprn (dte eine an Stelle deS früheren alten Spritzenhauses zwischen Tqurm und Kirche) wahrnehmeu.
Der innere Ausbau der Kirche spricht für sich selbst. Ruhe und wethevolle Stimmung ruft der erste Anblick hervor, und wer sich Zeit nimm:, hier dte Fülle schöner Arbeit zu studiren, wird wohlbefrtedtgt diese neue GotteSstätte ver- laffen. Wirklich schöne GlaSfenster hat die Ktrche erhalten, und thut eS besonders dem Auge wohl, dte in bescheidenen Farben gehaltenen, künstlerisch wie technisch gut ausgeführten Verglasungen zu schauen.
Dte große Altarrosette zeigt dte Auferstehung Christi nach dem berühmten Gemälde deS Antonio dt Bossi genannt il Sodoma (1477-1549). DaS Original befindet fich in
Ptnselfabriken rc. über Neukalkung der Wände würden vielfach nicht innegehalten. Ein erschwerendes Moment sei auch die Verbreitung der Hausarbeit in der Pinselfabrikation.
Director Köhler betont die Schwierigkeiten bei Regelung der Sache. Das Gesundheitsamt sei jedenfalls unablässig bemüht, die Erwägungen zu einem Abschluß zu bringen. Im Juni sei im Gesundheitsamt eine Commission zusammengetreten. Ein von derselben vereinbarter Entwurf liege jetzt dem Bundesrathe vor. Bei den abschließenden Verhandlungen würden auch Arbeitnehmer hinzugezogen werden.
Abg. Beckh (frs. Vp.) bezeichnet die Vorwürfe des Abgeordneten Oertel als unbegründet. Was geschehen könne, das geschehe Seitens der Unternehmer.
Abg. Rettich (cons) beklagt die außerordentliche Zunahme der Fälle von Maul- und Klauenseuche. Nothwendig sei völlige Sperre gegen das Ausland.
Abg. Blos (Soc.) macht auf die Verunreinigungen der Flüsse durch die Abfälle der Rübenzuckerfabriken aufmerksam.
Director Köhler empfiehlt, sich in jedem einzelnen Falle an die Landesregierung zu wenden.
Abg. Graf zu Inn- und Knyphausen (cons.) wünscht völlige Sperre gegen die Vieheinfuhr gegen Osten und Westen.
Director Köhler entgegnet, die Durchführung der Sperre liege der Negierung sehr am Herzen, sie habe auch nicht vor eingreifenden Maßregeln zurückgeschreckt.
Abg. Langerhans (frs. Vp.) ist nicht dafür, daß die Grenzen vollständig abgesperrt würden, denn die Ansteckung erfolge doch nicht durch die Thiere allein, sondern auch durch Menschen. In Deutschland selber sei die Seuche auch that- sächlich nicht weniger verbreitet, als in den Nachbarländern.
Abg. Hitze (Ctr.) kann es nicht gutheißen, wenn mit den inneren Sperren zu weit gegangen werde. Auch aus seinem Wahlkreise seien ihm schon Klagen darüber zugegangen.
Abg. Graf Arnim (Rp.) ist für völlige Sperre gegen das Ausland.
Abg. Graf Stolberg (cons.) erbittet von der Regierung Auskunft über den Stand der Maul- und Klauenseuche in England.
Director Köhler erklärt, England sei frei von der Seuche. Allerdings werde dort, sobald eine Erkrankung sich zeige, der ganze Viehbestand des Betreffenden abgeschlachtet, natürlich gegen Entschädigung.
Die Abgg. Kruse (nl.) und (Haase) (Soc.) geben ihre Ansicht dahin kund, daß Ersterer für eine völlige Sperre, Letzterer gegen eine solche plaidirt.
Bayerischer Ministerialdirector Herrmann und Abg. Graf Stolberg (cons.) empfehlen das englische System.
Die Abgg v. Kardorff (Rp.) und Paasche (nl.) sprechen sich für Grenzsperre und gegen die innere Sperre aus.
Abg. Graf Bismarck (b. k. F.) wünscht gleichfalls Einführung des englischen Systems und völliges Verbot der Einfuhr von lebendem Vieh.
Abg. Müller-Sagan (frs. Vp.) flieht den Schmuggel zu bedenken, zu welchem eine völlige Sperre Anlaß geben würde.
Abg. Wurm (Soc.) empfiehlt obligatorische Viehversicherung durch das Reich mit Entschädigung der durch die
Kosten Cavendish, wird stark ausgerüstet mtt Moximgeschützen und einer EScorte von 400 Bewaffneten. Die Expedition
Adresse für Depeschen: Anzeiger Hieße«.
Fernsprecher Nr. 51.
Reich
Berlin, 28. Januar. Der „ReichSanzriger" veröffentlicht zwei Bekanntmachungen, wonach die deutsch-britische Ueberetntunft über den Sckutz und' die Rechte an den Werken der Literatur und Kunst vom 2. Juni 1896 wie dte preußisch-britischen Verträge Über den Schutz der Autorenrechte vom 13. Mai 1846 und vom 14. Juni 1855, nachdem sie in Großbritannien die staatsrechtliche Wirksamkeit verloren hatten, auch die-sett- durch den am 16. December 1897 erhärten Rücktritt außer Kraft gesetzt wurden. — Der ^Reich-anzeig-r" veröffentlicht ein Gesetz vom 22. Januar 1898, betr. die Controle deS elsaß-lothringischen LandeShauShaltS und des Haushalts der Schutzgebiete für 1897/98.
Berlin, 28. Januar. Die neunte Commission de» Reichstages begann heute die Berathung deS Antrages deS (SentrumS auf Erlaß einer Novelle zum Strafgesetzbuch gegen die Unfitllichkeit (lex Heintze). Die vorgescklagenen Abänderungen der §§ 180 und 181 deS Strafgesetzbuch», betreffend die Kuppelei, wurden unverändert von der Cowmtffion beschloffen.
Berlin, 28. Januar. Durch CabinrtSordre vom 27. b». ist bem ä la suite beS 1. Seebataillon- stehenden Herzog Friedrich Ferdinand zu Sckl eöwig - Holstein- Sonderburg - Glücksburg, Hoheit, Odecstlieutenant ä la suite der Armee, der Characrer als Oberst verliehen worden.
Köln, 28. Januar. Im Prozeß gegen den Schutzmann Kiefer vertagte da» Gericht mit Rücksicht auf die Fülle des zn prüfenden Material» die UrtheilSverkündigung auf acht Tage
Deutscher Reichstag.
27. Sitzung vom Freitag, den 28. Januar 1898.
Eingegangen ist die Novelle; urConcursordnung.
Tagesordnung '.FortsetzungderEtatsberathung. Etat des Reichsamts des Innern. Capitel Gesundheitsamt, wozu die Resolution Müller-Sagan vorliegt, betreffend Einstellung von 30000 Mark noch in diesem Etat zur Errichtung einer biologischen Versuchsanstalt für wissenschaftliche Erforschung wirthschaftlich nutzbarer Lebensbeziehungen von Pflanzen und Thieren.
Abg. Oertel (Soc.) beklagt, daß noch immer Vorschriften ausständen zur Verhütung der Verbreitung der
5.
uWnuftaM WOüO Rtlootttt; dazu vttWRabkl. In Ht|tr -twnin folgende ilnthrilt W4790 engl. Meilen, 310685 ,
99419 ,
217479 ,
816548 ,
rf rrtng nnbr und mhr i Stag keinesfalls streitig atonalen -atentbnreau
Seuche Betroffenen.
Abg. Preiß (Els.) berührt die Weinfrage.
Staatssecretär Graf Posadowsky erwidert, Schwierigkeit der Bekämpfung der Weinsälschuug liege in der noch immer mangelhaften Technik, der schwierigen Analyse. Er sei bereit zu verschärften Bestimmungen gegen betrügerische Panischer, aber wer dies wolle, • müsse auch den schärfsten Controlbestimmungen zustimmen.
Ausland.
Prag, 28. Januar. Landtag. N'tsche bringt einen Antrag ein aus Bestellung eine» Dolmetschers behufs Hebet' setzung wichtiger Reden tu die zweite Landessprache. Von tschechischer Seite wird in der Angelegenheit de» BeschlnffeS des niederösterreichischcn Landtags, betreffend die nationalen Schulen, interpellirt. Diese Interpellation fordert bett Statt- haltet auf, er möge seinen Ei. floß dahin geltend machen, baß baS von bem Abgeordneten Kolisko in dem nieder- österreichischen Landtag beantragte Gesetz, nach dem in Niederösterreich die deutsche Sprache die einzige Unterrichts- spräche sein soll, der kaiserlichen Sauctton nicht unterhieltet werde. Abg. Herbst interpellirt den Statthalter wegen der Gewaltthätigkeiten bei der Budweiser Gemeiudewahl und fragt an, rote der dauernde Frieden und die Sicherheit der Person und bei EigenthumS im Lande hergestellt werden sollen. Von tschechischer Seite interprllirte Zotzka in der gleichen Angelegenheit. Im weiteren Verlaufe der Sitzung wurde die Wahl der Commisfioir zur Berathung de» Baue- quoh'schen Sprachenantrages angenommen. Abg. Schllcker erklärte Namen» der Deutschen, daß diese weder an der Wadl noch an den Arbeiten der Commission fich beiheiligen werden mit Rücksicht auf die Halmng der Majorität gegenüber dem Anträge Schlesinger auf Aushebung der Sprachen- Verordnungen. Abg. Lippert interpellirte hierauf wegen Wiederaufnahme der Thätigkeit der Commission, die in der Angelegenheit der nationalen Abgrenzung eingesetzt worden sei. Gr verlangt Unterbreitung der bereit» fernen Arbeiten der Commission zur Begutachtung srtten» de» Landtage». — Nächste Sitzung Dienstag.
Ber», 28. Januar. Der deutsche Gesandte Graf Tatteubach überreichte heute dem Bundespräsidenten sein Abberufungsschreiben. Der BundrSraih gibt heute zu Ehren de» scheidenden Gesandten ein Festmahl.
Dünkirchen, 28. Januar. Ein französischer Wachtposten schoß infolge eine» Mißverständnisses auf den norwegischen Matrosen Nils Jngevalt vom Schiffe „Skandia" und verletzte denselben tödtlich.
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Milzbrandkrankheit. Redner schildert sodann die Ansteckungsgefahr für die Arbeiter in Fabriken, wo Borsten, Kuhhaare rc. zur Verarbeitung gelangen. Es dürften nur solche Des- \ infectionsversahren zugeiassen werden, die wirklich als ausreichend erkannt seien. Die bestehenden Vorschriften in
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«.Schnittholz bis i« em Atrchvester, «»Schtvellachoh bis zu an Turchweßer, ^S-ubolzbi,;u59c° chvesta.
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