Ausgabe 
29.9.1898 Zweites Blatt
 
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ein 50 Pfennigstück ober Markstück wechseln zu lassen. Aach Kinder, die bei ihm fanden, schickte er mit demselben Auftrag weg. Händler in der Bergstraße merkten zuerst, daß fie falsche Geldstücke erhielten. Tie machten der Kriminalpolizei Anzeige und lenkten deren Aufmerksamkeit aus Terraconi. Die Kriminalpolizei forschte dem Leben des Händler» nach und ermittelte, daß er viel bei dem Brünkramhändler PolenSke in der vorfigstrahe verkehrte. Sie durchsuchte bier die Wohn­räume und sand in eine« Hinterzimmer die Werkzeuge zur Herstellung der Falschstücke. Polenske und seine Frau wurden in Gemeinschaft etnei Arbeiter» MartininS in ihrer Wohnung festgenommen, auch Terracoui wurde verhaftet.

Sin Pariser Bettler. Ein In Pari» lebender Deutscher ging täglich über den Quai de la vallüe und sah stet» an einer bestimmten Stelle einen Bettler, einen armen, ganz erblindeten, zitternden und keuchenden Alten, der sein Mitleid so rege machte, daß er ihn fedt»mal beschenkte. Eine» Tage» geht er auch vorüber und giebt, gerührt durch die flehentlichen Bitten de» Blinden, ihm ein Geldstück, und zwar au» Ver­sehen einen Doppelloui»d'or anstatt eine» Zehn-Eentime»« stücke». Am anderen Morgen wird er diese» Versehen gewähr, und da er nicht reich genug war, um solche fürstlichen Almosen au»zutheilen, beschloß er, den Versuch zu machen, da» Gold­stück wieder zu erlangen. Er geht über den Kai, der Bettler ist nicht da, aber ein Eomwisflonäc nennt ihm auf Befragen Namen und Adrefle de» Armen: Mr. Boulart, Rue Racher, Nr. 102. Diese» Hau» sah sehr sashionable au», und unser wohlthätiger Freund hegte Bedenken, in einem so eleganten Hotel einen Bettler aufzusuchen. Indessen hört er vom Portier, Mr. Boulart wohne wirklich hier, und zwar im dritten Stock. Abermal» zögert er oben, denn da» Quartier z'Ugt von Wahlhabenhrit- endlich klingelt er und ein elegante» Zöschen hüpft herbei und öffnet.Mr. Boulart?"Der wohnt hier."Kann ich ihn sprechen?Ich werde sehen, ob Monfieuc schon aufgestanden ist und Besuche an- n mmt. Bitte treten Sie in den Salon." Mr. Boulart ift in der That schon auf und nimmt Besuche an. Unser Freund tritt in da» Schlafzimmer, welche» fast ebenso fein eingerichtet ist wie der Salon, und steht sich vor einem Herrn in elegantester Morgen'oilette, welcher ganz vortreffliche Augen hat. DaS konnte der Bettler vou gestern natürlich nicht lein, iudtß man muh doch etwa» sagen, und so stammelt der Besucher denn schüchtern, er glaube gestern einem Bettler, der Boulart heihen solle, einen DoppellouiSd'or statt zehn EentimkS gegeben zu habeu.Möglich, mein Herr, ich habe noch nicht Zaffe gemacht, will es aber gleich thun." Und Mr Boulart nimmt au» einer hübschen, soliden, eisernen Geldktste ein schmutzige» Beutelchen, zählt die darin enthaltene kleine Münze und überreicht unserem Freunde richtig da» Goldstück. Man denke stch da» sprachlose Erstaunen de» Besucher», welcher erst wieder Worte fand, al» ihn der Herr vom Hause bi» zur Thür becomplimentirte. Da drehte er stch um und sagte:Erlauben Sie, e» ist nicht billig, dah Sie durch Ihre Ehrlichkeit Schaden erleiden- hier find tie zwei Sou», welche ich Ihnen gestern geben wollte." Und Wir. Boulart nahm die Münze, steckre fie ein, grühte demüthig und rief dem Fremden noch auf der Treppe ein:Gott lohne es" nach. Unser Deutscher aber verlor durch diese Begeben­heit viel von seinem Wohlthätigkeü»fiun.

Heber die Autopsie, die in Gens an der Leiche der ermordeten Kaiserin Elisabeth vorgenommen wurde, liegt j-tzt der Originalbericht de» Genfer Arzte» Dr. Golah vor. Der Bericht, in Form eine» Briefe», dem auch eine Zeichnung der Mordwaffe belgesügt ist, lautet:Ich muh Ihnen sagen, dah die zu dieser Untersuchung beigezogenen Aerzte nicht er­mächtigt worden find, eine vollständige Autopsie vorzunehmeu- fie muhten fich darauf beschränken, den Weg nachzuweisen, welchen der Dolch genommen hatte, und in bestimmter Weise Klarheit darüber zu schaffe, ob die Berletzuogen, welche er verursacht hatte, hinreichend waren, den Tod herbeizusühreu. Sie werden sihen, dah in dieser Hinficht nicht der geringste Zveifel besteht und daß in»besonoere die durch den unver- mutheten Angriff hervorgerusene Aufregung keinerlei Rolle bei diesem schrecklichen Ereignih gespielt hat. Da» aufge- fundrue Werkzeug, welche» der schändliche Mordbube al» das­jenige erkennt, dessen er fich bedient hat, ist eine dreieckige Feile von 11 Zentimeter Länge, sehr spitz und aus plumpe Weise in einem Griff von Fichtenholz befestigt. Der Stoh ift m't außerordentlicher Heftigkeit geführt worden, denn da» Werkzeug drang bl» zu einer Tiefe von 8,5 Zentimeter in die Brust ein. Am oberen Theil der linken Brust (Rippen- zwischenraum) besteht eine kleine dreieckige Wunde, welche kaum drei bi» vier Tropfen Blut fliehen ließ. Da» Werk­zeug hat die vierte R pp: gebrochen und ist sodann durch den vierten R>pp:nzw|kchenraum In die Beust eingedruogen; e» bat den unteren Rand bei oberen Lungenflügel» durchbohrt und traf die vordere Flache der linken Herzkammer einen Zentimeter weit von dem absteigenden Zweige der Kranzader. Die linke Herzkammer ist vollständig durchbohrt, denn die hintere Scheidewand dieser halben linken Herzkammer zeigte eine dreieckige Oeffnung von vier Millimeter Durchmeffer. Im Herzbeutel groher Erguß geronnenen Blate». Wa» nun Beschädigungen de» Herzen» betrifft, welche schon vor dem meuchlerischen Ueberfall bestehen konnten, so können wir darüber nicht» sagen, da wir nicht ermächtigt waren, da» Herz zu öffaen, um die Beschaffenheit der Klappen unb Öffnungen zu constatiren. Diese» Organ schien seinem äußeren Anschein nach normal mit Ausnahme einer leichten Verfettung." So weit der Genfer Arzt. Seine Beobachtung widerspräche danach dem Befunde des Peoseffor» Schott in Bad-Nauheim, der eine linke Herzerweiterung constatirt hatte, die schon nach fünf Wochen gehellt gewesen sein sollte, eine Möglichkeit, die von anderen Aerzteu bestritten wird.

Hebet die furchtbare* Verheerungen, welche der Orkan am 10. September auf den westindischen Inseln cwge- richtet hat, liegen folgende weitere Nachrichten vor: Auf Barbados hat der Sturm 10000 Arbeiterhütten zerstört. Da» Elend ist furchtbar. Die Obdachlosen find in Kirchen

und Staat»gebändeu untergebracht. Auch viele Wohnungen der bester fituirten Klaffen find zerstört und die Zuckerfabriken find meistens stark beschädigt worden, viele find ganz um­geweht, während unter den Pflanzungen große Verwüstungen angerichtet worden find, viele kleine Fahrzeuge find an der Küste untergegangen. Die Postdampfer find unbeschädigt ge­blieben. Die Affemdlh von Barbados hat 16000 Lstr. zum Besten der Nothleidendeu und zur Reparatur der Staat»- getäube bewilligt. Die Nachrichten von St. Vincent lauten noch trauriger, al» die von Barbados. Die Legislatur von Trinidad Hot 1000 Lstr. für die Nothleidendeu bewilligt. Bon Kingston, Jamaika, wird derDaily Mail" gemeldet: Erst seit wenigen Wochen ift hier ein meteorologisches Observatorium eingerichtet, welches in Verbindung mit dem Wetter-BÜreau in Washington steht. Samstag Abend (10. September) telegraphirte die Kingstoner Station Orkan- Warnungen nach Barbados, Martinique, St. Kitts und St. Thoma». Ja der Depesche hieß e», daß der herannahende Orkan seinen Mittelpunkt südlich von Barbado» haben und von da in nord westlicher Richtung, an Starke wachsend und mit Regen verbunden, ziehen würde. Jede Einzelheit hat fich al» richtig erwiesen." Die englische Admiralität hat den Schiffen de» westindischen Geschwader» Befehl ertheilt, Lebens- mittel vou Jamaika und Halifax nach St. Lucia und St. Vincent zu befördern.

Reinigung von 2eitnng8roaffet durch Ozon, vor etwa zwei Jahren wurde ein von Baron Tyudal erdachte» Ver­fahren erwähnt, reine» Triukwasser durch den elektrischen S'rom vermittelst der durch denselben veranlaßten Ozouent- Wickelung zu schaffen. Neuerding» konnte dann berichtet werden, dah man in St. Maur bei Pari» eine Anlage be« odfichtigt, die auf solche Weise da» Seiue-Waffer, au fich ein wahrer Gifttrank, reinigen und al» Trivkwaffer nutzbar machen soll. Jetzt berichtet derElectricien®, daß der belgische Hasen unb Badeort Blankeuderghe bereits in allernächster Z-it mit ozonifirtem Trinkwaffer versehen sein wird. Die Beschreibung der Anlage verdient eine Wiedergabe. Da» Waffer wird dem Zonal von Brügge entnommen und mag auch zunächst bedenklich genug sein. Bei dem Orte Schoore- brugghe wird es vorerst in eine Senkgrube geleitet, von der es durch eine Rotationspumpe in einen Behälter getrieben wird, um von dort in zwei Zylinder zu gelangen. Au» diesen Zylindern fließt das Waffer, nachdem es durch Zusatz einer genau bestimmten Menge von Zarbolfäure deSinficirt ist, tu drei Filter, die aus Seesand mit abwechselnden Lagen von KieS unb Kohle zusammengeschichtet find. AuS jedem Filter fließt das schmutzige Waffer durch einen Schlauch bei Seite. Das filtrirte Waffer gelangt bann in einen zweiten Behälter, au» dem e» durch eine Zentrifugalpumpe zu den eigentlichen Sterilisatoren geführt wird, wo ein elektrischer Strom von 1000 Volt Spannung in dem Waffer Ozon erzeugt und durch diese» die Bakterien darin vernichtet, worauf da» Waffer rein unb gesund geworden Ist.

Reue» vom Himmel. Außer dem Wolf'schen Kometen, deffen Ausfindung bereit« gemeldet, ist noch ein Komet ent­deckt worden, und zwar am 13. September von Perrine auf der Lick Sternwarte und unabhängig davon von Chofardet in Besanvon. Der Komet stand am 14. September 10 Uhr 37 Minuten mittlerer Zeit von Besan^on in 146° 24* Ree- tascenfion und 30° 19' nördlicher Declination mit einer lüg liehen Bewegung von 1° 30' in Rcctasc-nsion und 29' tn Declination. Er wird all hell bezeichnet. Von neuen Planeten sind in der ersten Hälfte de» September drei auf­gefunden worden: Planet Wolf 1898 DR am 11. September, 11. Größe, Planet DR von Millosevich tn Rom am 13. September, 12. Größe, und Planet Wolf-Schwaßmann 1898 DS am 11. September, 11. Größe. Endlich macht Dr. Berberich die Mittheilung, daß der von Professor M. Wolf in Heidelberg am 16. Januar 1893 entdeckte Planet (18930), der in da» Planrlenvrrzeichniß nicht ausgenommen worden ist, weil seine Bahn nicht sicher zu berechnen war, anscheinend ebenso wie der am 13. August dieses Jahres entdeckte Planet, in gleicher Nähe zur Erde gelangen kann, also auch innerhalb der Maribahn sich befindet.

lieber Mufikverkauf nach dem Kilo schreibt derKunst­wort": Wir haben vor einiger Zeit auf ben verkauf von Mufikalien nach dem Kilo hingewiesen, viele unterer Leser haben aber geglaubt, e» handle fich ba um einen Scherz. Also verweisen wir auf ein Inserat in Nc. 154 beSAll- gemeinen Wahlzettel» für ben deutschen Buchhandel unb die mit ihm verwandten Geschäftszweige", das von der Berliner Berlaglfirma Zarl Simon vußgeht. Zarl Simon offerier a) Lieder unb Arien (1-, 2-, 3-, 4-stimmlg, dabei Vio Thor- werke) das Kilo 2,50 Mk. b) Rlobierweile (zu 2 und 4 Händen, dabei */10 für zwei Klaviere zu 8 Händen), da» Kilo 3 Mk. c) Jnstrumeutalweeke (Violine, Viola, Zello, Flöt?, Zorn et mit Klavier, resp. Trios, Qiatnors s?uch Zithermufik) bas Kilo 4 Mk. d) Orchesterwerke (Tänze, Märsche, VorttagSftücke in leichtem Genre), ba» Silo 3 Mk. Dito (größere Werke), Sinfonien, Fantasien, auch Militör- wufik), das Kilo 4 Mk. e) Harmonium- ober Orgel Musik (Soli, Duo», Trio», QuatuorS usw., auch Lieber m. Orgel ob. Harm, unb gangbare Duos für Harm. n. Klavier, das Klo 6 Mk. f) Harfevmufik. Soloftücke, Duo» f. Violine und Hirse. Trios f. Violine (Ztllo), Orgel und Harfe (Klavier) nnb AubereS, auch Gesang mit Harfe, baS Silo 5 Mk. Wer die Verhältnisse kennt, weiß, daß auf solche Weise eine außerordentliche Menge, wenn nicht die große Mehrzahl aller Mufikolien auf ben Markt kommen, die durch kleinere Händler vertrieben wcrdeo. Trotzdem werden gute Leute auch ferner des Glaubens leben, baßdas Gote fich Bahn bricht", weil der Musikalienhändler doch jedenfalls als Ehrenmona sorgfältig nach bestem Gewissen nur da» be­ziehe nnb weiterempsehle, wa» er al» da» beste erprüft hat.

* 6nt bedient. Ein Student, der einem Professor seine Aufwartung machen wollte, muß:e ungewöhnlich lange warten und wurde erst vorgelaffen, al» alle Anderen, selbst die, welche nach ihm gekommen, vorgewesen waren. Der Professor

schien gleich beim Sintrht de» jungen Wanne» dessen Schnurr» bart scharf in» Aage zu foffen; nach den üblichen Empfang»- ceremonten fragte er :Aber wie können Sie al» Theologe einen Bart tragen?"Ich einen Bart?" rief verwundert der Student, indem er fich mit der Hand über da» Grficht fuhr:nun, der moß wir erst gewachsen sein, während ich in Ihrem vorz'mmer warten mußte l"___

Wiffcnfcbaft, Literatur und Aunst.

Wa» hat Ludermann imJohannes" gewollt, was erreicht? Vortrag, gebeltm im Dramalsschen Veltclub zu jtöi.i,»» berg i. Pr., von Privaldocent Lic. Rich. Ab. Holtmann.»'gs- berg i. Pr. Verlag von tboma» & Oppermann. Prei» 60 Pfg. Verfasser hält a» zunächst für ein eigenanigeS Wagniß Sudermanns, die ditto»Ische Gestalt Johannis des Läufer» zum Mttieipunkle eines weltlichen Drama» zu wählen, gibt dann eine kurze, klare Analyfe des Stückes, um an_ der Hand dieser zu dem Ergebnis, zu kommen, dah da- Können Sudermanns hier leider mehrfach hinter fdmm Wollen zurückbleibi. Erfreulich ist die Gerechiigkeii, mit btr Vor­züge und Mängel der Da'strllung beleuchtet werden und wohsthuenb die Ueberzeugung, eS im Gegensatz zu der vorherrschend üblichen vernichlenden skritrk hier mit einer hoffnungsfreudigen, fördernden zu thun zu haben. Bdt.

DaS dritte Quartal der in Stuttgart erscheinendenNeuen Musik-ZeitungE (Verlag von 5karl Grüninger) drinal rnustk- pädagogi che Abhandlungen von A. Eccariuv Sieber, Bildung des mustkalischen Gehör», H. OSmin, Auf ähnlichen Tonpfaden, Bio­graphische» au» dem llrben von F. Gleich, E. Krantz, Melba, I. de ReSztS, ausführliche Auszüge au« neuen musikgr'chichllrchm Schriften (WeihheimerS Erlebnisse mit R. Wagner r .), krrirsche Be­richte über neue Opern, Novitäten au» dem Concertsaal, Bildnisse unb Biographien btt Damen AnbiL, Breuer, Brüning, Burckard, Elsa, Gerhler, Götze, Hartwig. Karina. Nolben, Ritsterer, Schön­berger, Vetiorl, btr Herren Battisti, Kronberger, Fibich, Fronrck, Gltitz, Gorkom, Grahl, Grei», H-ibrich, Hieb, Mosel, Nöibechen, Scholz, Schröter, Settekorn, Wüllner, ferner bie Mitglieder btr Bremer und Braunfchweiger Opern in Wort unb Bild, be» weiteren spannende Erzählungen, Humorerken rc. von H. Abt, A. Friedmann, A. Fuller, G. Kleinert, E. Liebscher, P. Rosegger, schliehlich gewählte Klavierstücke, Lieder und Duo» für Gcige und Klavier, Trio» für Geige, Cello und Klavier von W. Amthor, Z. Fibich, E. Heuser, O. Hollenberg, ft. Imhof, E. Kaemmerer, C. Rittler, I. Mailing, A. Reinhard, Fr. Scheiding, I. F. Wagnrr. (Der vierteljährliche AbonnementSprei» beträgt nur 1 Mk. Prodenummern versendet an I rteressenten jede Buch- unb Mustkalien-Handlung, sowie btr Ver­lag von Karl Grüninger in Stuttgart aus Verlangen gratis unb franco.) _____________

Guy be Maupassanio Gesammelte Werke, frei über­tragen von Georg Freiherrn von Ompteba. 40 Lieferungen A 50 Pfg. ober 10 Bände 2 Mk. Verlag von F. Fontane L Eo., Berlin W. Die erste Lieferung bieft» Uniernthmen» ist soeben er- schitnen. Guy de Maupassant gilt nicht nur in Frankreich, son­dern in der ganzen gebildeitn Welt, feit seinem allzusiühen Tod, al» Klassiker auf dem Gebiete der modernen Erzählung, für die er durch die Mannigfaltigkeit feiner Stoffe, die Grazie feiner Dar­stellung, bie Feinheit ber psychologischen Behanblung, ben Reich- thum stimmungsvoller LandschaftSdilber, sowie burch die Eigenart seiner ganzen Pkrsönlichkeit neue Wege geschaffen hat. In Georg Freiherr» von Ompteda, der zu den gefeiertsten deutschen Schrift­stellern ber Gegenwart gehört und dessen Romane unb Novellen bei Publikum unb Kritik gleich warme A».snahme gefunben Haden, ist bem großen Franzosen ein Uebersetzer etftanben, besten conoqrlale Begabung es ihm ermöglicht, alle Feinheiten unb cyaracteriftischen Vorzüge be» großen Franzosen tn vollenbeter Weise wieberzugeden. Schon die erste Lieferung, welche vier Novellen de» im Original Mabemoifelle Flfi" betitelten Banbe« enthält, zeigt deutlich die großen inneren und äußeren Vorzüge dieser Ausgabe: eine muster­hafte Diction und stimmungsvolle Wiedergabe ber characteristrfchea stilistischen Merkmale Maupastants, sowie eine geschmackvolle Au»« stat'ung mit deutlichem Druck auf gutem Vapier. Wir glauben, daß der französtsche Meister in diesem Gewände bei unfl volle» Hemathörecht erwerben wird.

Sehr interessant versp.icht da» im Dctober beginnend« Quartal der bekannten unb beliebtenRomanwelt" (Vita, Deutsche» Verlagshaus, Berlin W. 50) zu werden, die stch eine Fülle von fesselndem Material zu sichern wußte. Wir greifen zuerst die Auto­biographie de»'sardinischen Banditen Giovanni Tolu heraus. Vor wenigen Tagen erzählten wir selbst unseren Lesern von dem Tode res ehrwürdigen sardinischen Briganten Sali» Giovanni Corbobbu. Tolu nun hat vor zwei Jahren, kurz vor seinem frieblietcn Tode, eine selbst erzählte, einen starken Band füllenbe Lebensgeschichte Hinter­lasten, bie ein außerordentlich eindruckoolle» Bild von dem Räuber- Ubcn seiner He'maib unb ben Umstänben gibt, au» denen da» Banbitenthum tn Permanenz" begreiflich wirb. Diese durchau» lebenswahr wirkmbe Biographie beginnt soeben in berRoman- weit" unb ift augenblicklich von um so größerem culturhistorischen Jntereste, al» man Rückschlüsse auf bie Zustänbe beS italienischen Festlandes machen kann, welche den italienischen Anarchismus er­zeugen, dessen internationale Gefahren eben erst wieder durch ein schreckliche» Ereigniß Allen furchtbar zum Bewußtsein gebracht worden ist. Von deutschen Erzählungen wird ber RomanSigrib Bang" von Ernst Reml« begonnen, bem au» der Engelhorn'schen Samm­lung vortheilhaft bekannten Autor. Er wirb durch seine frischen, meerlustgetränkten ©eenen und den Str ff die späte Vergeltung für ein Verbrechen, bas nicht vor bie irdische Gerechtigkeit gezogen werden kann aihemlo» packen und spannen. Neben dieser Arbeit bietet das reichhaltige Programm derRomanwelt" noch A. Haulchner» -Lehrgeld", einen Roman, der hinter die Couliflen de» modernen EheiebenS führt und Fragen erörtert, die sich Jedermann aufdrängen, über bie man aber boch nicht zu bWcuttren wagt. Gemuthstiefe Eigenart ver'äth die Novelle von Lvu Anbreae SclomöAn» All zurück", die Tragödie einer Frauenseele, die in scheusensilivem Zurück« beben vor irdischem Lieb.Sglück einsam zu Grunde gehen mutz. Da bieRomanwelt" außerbem im Feuilleton eine Fülle feflelnDer Bei­träge erster Schriftsteller des In- und Auslandes tntünbiflt, wie Bourget, Hermann Bang, Rudyard K'pling, Legerlöi, Kurd L ßwitz, sowie wissenschaftliche unb kulturhistorische Plaudereien bringt, wird sie de» Beifalls ihrer alten und neu-n Leser sicher sein.______________

Wöchentliche Ueberficht der Todesfälle in Gießen.

39. Woche. Vorn 18. September bis 24. September 1898 (Einwohnerzahl: angenommen zu 24 100 (tnd. 1600 Mann Militär). Sterblichkeitsziffer: 30,20, nach Abzug der Drtefrcmbai 23,73/«

KiNder

Inm. Die in klammern gesetzte» Ziffer» gebe» an, wie viele der Todesfälle tn der betreffenden Krankheit aus von auswärts nach Gieß« gebrachte kranke komme».

E» starben an: Zusammen: Erwachsene: im

vom -Ib.Iahr:

Altersschwäche

1

1

1. Lebensjahr: 2.-

Lungmschwindsucht

1 (1)

1 (1)

Gehirnerkrankungen

3 (1)

3(1)

Lungenentzündung

1

1

Darmcatarrh

4

.

3

1

Darmeinklemmung

1 (1)

1 (1)

Nierenentzündung

1

1

Unterleibstyphus

1

1

Verunglückung

1

1

Summa: 14 (3)

8 (3)

4

2