Ausgabe 
29.5.1898 Zweites Blatt
 
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gab doch Tage, an denen die Erde sestgefroren, mit Schnee und Glatteis bedeckt, und die Bäume so mit Duft über­zogen waren, daß die armen, hungernden Vögel durchaus keine hinreichende Nahrung finden konnten. Unsere 19 an verschiedenen, geeigneten Stellen angebrachten Futterbretter wurden daher an den schlimmen Tagen durch unseren Vereinsdiener, Herrn Schn eid er, reichlich mit Futter ver­sorgt; eine recht große Anzahl von Vögeln, namentlich Staare, stellten sich stets daselbst ein, um ihren Hunger zu stillen, und es war wieder eine große Lust, das emsige Thun und Treiben der hungernden Sänger auf den Brettern zu beobachten. Die Kosten dafür belaufen sich nur auf 24 Mk. Auch haben wir nicht versäumt, die Bewohner unserer Stadt, besonders die Schulkinder für die Fütterung der Vögel auch in diesem gelinden Winter zu gewinnen, und derGießener Anzeiger" hat uns dabei durch kosten­lose Aufnahme von verschiedenen kleinen Artikeln in höchst dankbar anzuerkenncnder Weise unterstützt. Dieses geschätzte Blatt ist überhaupt stets bereit, zum Schutze der leidenden Thierwelt seine Spalten zu öffnen, und die gequälten Thiere warm zu vertheidigen. Mit großer Freude kann ich nun hier öffentlich aussprechen, daß es in unserer Stadt sehr viele Bewohner gibt, die gerne bereit sind, auch für die bei uns überwinternden, hungrigen Vögel ihre milde Hand aufzuthun, und es wurde von denselben auch im letzten Winter an den Tagen, an denen es nöthig erschien, reichlich Futter auf die in ihren Höfen oder Gärten errichteten Futterplätze ausgestreut. Sie hielten dazu, was ich ganz besonders hervorheben möchte, hauptsächlich ihre Kinder an, damit diese an den hungernden Vögelschaaren sich in der Barmherzigkeit übten, um diese schöne christliche Tugend später an den Menschen zu üben, und die Eltern, die ihre Kinder frühe zum Mitleid erziehen, werden im Alter Trost und Stütze an ihnen haben. Für die Fütterung der Vögel geschieht demnach in unserer Stadt sehr viel, und ich glaube getrost behaupten zu dürfen, daß Gießen, was Vogelfütterung anbelangt, selbst hinter den größten Städten Deutschlands nicht zurücksteht, und bei einem Ver­gleich mit denselben wohl keine Ursache hätte, Beschämung zu sühlen.

Da die Forst- und Landwirthe jeden alten, hohlen Baum Niederschlagen lassen und dadurch den Höhlenbrütern die natürlichen Niststätten nehmen, so bemühte sich unser

Verein, zum Schutze dieser Vögel künstliche Nistkästchen in unseren Anlagen, auf dem Friedhöfe und andern geeigneten Plätzen anbringen zu lassen. Auch haben wir wieder durch mehrere kleinere Artikel, die imGießener Anzeiger" er­schienen, die Bewohner unserer Stadt und auch die Land­bewohner zur Anbringung von Nistkästchen für Staare, Meisen und Rothschwänzchen zu veranlassen gesucht. Diese Anregungen hatten einen recht schönen Erfolg, denn allein von dem Herrn Schreinermeister Kutz er wurden von hiesigen Einwohnern 200 verschiedene Kästchen, die alle genau nach j unserer Angabe gefertigt sind, bezogen. Zwanzig Stück ! davon sind auf Kosten des Thierschutzvereins angefertigt, und auf Veranlassung unseres Vereins sind bis jetzt in Gießen im Ganzen 1400 bis 1500 Stück Kästchen aufge­hängt worden, gewiß eine recht stattliche Anzahl.

In der Sitzung vom 18. Januar d. Js. machte der Vorsitzende auf einige Geflügeltransport-Käfige auf dem hiesigen Wochenmarkte aufmerksam. Der Bau derselben ist nämlich höchst unzweckmäßig, denn Gänse, Enten und Hühner i sind in Käfigen, die nur eine Höhe von 20 Zentimetern haben, so dicht zusammengepfercht, daß die armen Geschöpfe ! sich kaum darin bewegen können; darin aufrecht zu stehen, ist denselben jedoch ganz unmöglich. Daß diese Thiere in solchen engen Behältern recht schlimmen Qualen ausgesetzt ! sind, ist doch wohl leicht zu begreifen. Nachdem unser ! Ausschußmitglied, Herr Wolf, die benannten Käfige auch ! in Augenschein genommen hatte und unsere obigen Wahr­nehmungen vollständig bestätigte, so wurde der hiesigen Polizei Anzeige von der Sache gemacht. Der Herr Polizei­wachtmeister Kasper controlirtc daraufhin diese Geflügel- : transport-Käfige an mehreren Wochenmarktagen strengstens, j und da er dadurch über dieselben zu gleicher Meinung mit uns gelangte, so trug er den betreffenden Besitzern auf, die Transport-Käfige für Gänse, Enten und Hühner inner« ! halb 14 Tagen bis zu einer Höhe von mindestens 60 Centi- metern umarbeiten zu lassen. Da nun die Betreffenden ! diese Anordnung befolgten, so ist infolgedessen das schlimme - Loos der genannten Thiere wesentlich erleichtert worden.

In der Sitzung vom 26. April legte Herr Oberlehrer Fuhr die Rechnung Oon1 1897 vor, und die Herren Lehrer Eifert und Spitz führten dabei die Controlle. Mit ; einer weiteren Prüfung der Rechnung wurden statutenge- I mäß die Herren Rentner Groß und Kaufmann Wolf

betraut, und da auch diese beiden Herren die Rechnung in jeder Beziehung für richtig befunden haben, so wurde dem Herrn Oberlehrer Fuhr in der Generalversammlung vom 24. Mai Entlastung ertheilt, womit ich mich jedoch nicht begnügen kann, denn ich fühle mich gedrungen, dem Herrn Oberlehrer Fuhr im Namen des Ausschusses für die mühsame und pünktliche, elfjährige Führung der Rechnung hier den innigsten Dank auszusprechen.

Unerwähnt darf ich nicht lassen, daß am Schlüsse, in der Sitzung vom 26. April, Herr Realgymnasialkehrer K o o b, Ausschußmitglied unseres Vereins, einen ungemein lehrreichen Vortrag über die Sonne unter Vorführung von Lichtbildern ge­halten hat. Dem höchst interessanten Vortrage, der 1 y2 Stunden in Anspruch nahm, folgten alle Anwesenden mit gespannter Aufmerksamkeit und zollten zuletzt demselben den größten Beifall. Der Vorsitzende fühlte sich veranlaßt, dem Herrn Koob für den in jeder Beziehung trefflichen Vortrag im Namen der Zuhörer mit einigen Worten den wärmsten Dank auszusprechen.

Von den vier Vorträgen über Elternliebe der Vögel zu ihren Jungen, den Wendehals, den Pirol oder die Gold­amsel und den Ziegenmelker oder die Nachtschwalbe, die ich in diesem Vereinsjahre in den Sitzungen gehalten habe, etwas zu bemerken, verbietet mir die Bescheidenheit. Alle haben Abdruck imGießener Anzeiger", auch in der Thierschutz- ! Zeitschrift gefunden, und es sind mir, was ich wohl ohne ! Ueberhebung sagen darf, von vielen Seiten Anerkennungen zu Theil geworden.

Zum Schluffe meines Berichtes erlauben Sie mirr daß ich mich noch der angenehmen Pflicht entledige, allen Denen meinen herzlichsten Dank darzubringen, die unser Werk durch Wort und That, sowie auch durch financielle Beihilfe unterstützten und förderten. Insbesondere gilt , mein Dank der hiesigen verehrlichen Sparkasse, die uns ' auch in diesem Jahre wieder eine überaus reichliche Unter« I stützung (100 Mark) zu Theil werden ließ. Auch danke ich den Brudervereinen, die uns ihre Zeitschriften zuschickten.

Möge nun unser Verein auch im kommenden Vereinsjahre nicht müde werden für eine humane und barmherzige Be­handlung der Thierwelt, wo sich irgend welche Gelegenheit dazu bietet, nach bestem Vermögen einzutreten!-

Gießen, im Mai 1898.

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