Ausgabe 
29.3.1898 Zweites Blatt
 
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Loudon, 26. März. AuS Peking wird demThanghayrr Mercury" die Nachricht derTimes" bestätigt, daß China bie Forderungen Rußlands bezüglich der Verpachtung Port Arthur- und TaltrnwavS auf 25 Jahre zugestavden hat. Japan habe feine Forderung an Rußland wegen Räumung Port Arthurs aufgegeben, da Rußlaod Japan da- Brr- iprecheu gegeben hat, fich nicht mehr in die coreautsche An» grlegenheit hinetnzuwischeu.

Madrid, 26. März. General Woodford hat fich mehrereu Journalisten gegenüber geweigert, über die Lage zwischen Spanten und den Vereinigten Staaten Au« kauft -u geben.

** vellerkheim Obbornhofen oder Obboruhofeu-Vellersheim find die Bezeichnungen, um welche ein kleiner Krieg der an der Bahaliute Friedberg-Hungen belegenen Orte wegen Benennung der gemetnschaftlicheu Eisenbahnstation zu ent­brennen droht. Der bereit- in diesem Blatte mitgetheilteu Petition der Einwohner Bellersheim- ist eine zweite gefolgt - dieselbe lautet: An hohe zweite Kammer der Laudstände. Im Sinverställdntß mit den 126 Einwohnern der Gemeinde Bellers­heim, welche ob'geS Gesuch unterzeichnet haben, erlauben fich die Uuterfertigten einer hohen zwetiea Kammer noch ehrfurcht­voll Folgende- zu unterbreitev: Am 27. September v. I. war am hiesigen Stationsgebäude, wie nunmehr nachträglich mit Sicherheit constatirt worden ist, die BezeichnungBeller-- Heim-Obbornhofen" zu lesen. Am 28. und 29. September, also 2 bis 3 Tage vor Eröffnung der neuen Bahnlinie, wurde die Bezeichnung der Station tuObbornhofen-BellerS- beim" umgeändert. Als Zeugen für die Richtigkeit dieser Angabe führen wir vor Allen den Großherzoglichen Bürger­meister Bopp dahier an. Sollte man etwa eiuwendeu, daß die erste AufschriftBellersheim Obbornhofen" auf einen Jrrthum zurückzusühreu sei, so steht doch andrerseits noch die Thatsache fest, daß in allen auf hiesige Station bezüglichen Berichten und Karten aufäaglich die BenennungBellerSheim- Obbornhofen" zu finden war. Diese Bezeichnung wurde als­dann späterhin aus unerklärlichen Gründen auf räthselhafte Weise inObbornhofen-Bellersheim" umgeäudert. Auch hierfür führen wir Großherzogltchen Bürgermeister Bopp als Zeugen an. Daß eine solche Maßnahme bei der sonst loyalen Be­völkerungBellerShetmS" mit der Zeit eine gewiffe Miß­stimmung Hervorrufen mußte, wird mau wohl begreiflich finden, wenn noch außer den in obigem Gesuch erwähnten Gründen angeführt wird, daß die Gemeinde Bellersheim nach­weislich einen bedeutend höheren Betrag zum Bau der Bahn stellt, als die Gemeinde Obbornhofen. Zum Schluffe möchten wir nicht unterlaffeu, hohe zweite Kammer auf einen Präce- denzfall dieser ArtErfelden-Goddelau" späterGoddelau- Erfelden" ehrfurchtsvoll hinzuweisen. Bellersheim, den 16. März 1898. (Unterschriften). Eine vorher an die zweite Kammer gerichtete Petition der Gemeinde Obbornhofen hat folgenden Wortlaut: Hohe zweite Sammer der Landstäude. Hoher zweiten Kammer erlauben wir uns, der Ortsvorstand zu Obbornhofen, Nachstehende« zu unterbreiten: Wie wir ans sicherer Quelle erfahren, so hat die Gemeinde Bellersheim au hohe zweite Kammer ein Gesuch eingereicht, wonach hoch- dtefelbe bei Grobherzoglicher Regierung darauf htnwirken solle, daß die Station Odbornhofen-Beller-heim in BellerS- hrim-Obbornhofen umgeändert würde. Wir wollen nun auf solch' eine Eingabe hin, über welche wir ganz genau orientirt find, hohe zweite Kammer vorläufig nicht belästigen, denn Großherzogliche StaatSregierung hat doch ganz sicher bei Be­nennung der Station ihren Grund dabet gehabt, die Station Obbornhofen-Bellersheim zu heißen, denn unsererseits ist in dieser Sache auch nicht das geringste bei Großherzogltcher Regierung gewünscht, noch gethan worden. Würde e« von Anfang Bellersheim-Obbornhofen geheißen haben, so wäre der Gemeinde Obbornhofen gar nichts darüber eingefallen. So e« nun aber einmal Obbornhofen-Bellersheim heißt, so wäre eine nunmehrige Abänderung eine Zurücksetzung für Obbornhofen, und die ganze Gemeinde würde es als eine Schmach empfinden. Sollte jedoch hohe zweite Kammer die Sache für so wichtig halten, daß sie zur näheren Erwägung gezogen werden müßte, so ersuchen wir, hochdieselbe möge un» hiervon in Keuntniß setzen, um unö Gelegenheit zu bieten, daß auch wir gegen ein solches Gesuch, welches Un­wahrheit und Uebertreibung enthält, ein wahrheitsgemäßes Gesuch einreichen können. Obbornhofen, 3. März 1898 (Unterschriften.)

D. Sich, 28. März. Am vorigen SamStag hielt Herr Reallehrer Kahl au« Wiwpfrn im hiesigen Gewerbevereiu einen Dortrag über da- Gesetz vom 26. Juli 1897, die Organisation deS Handwerkes und die Errichtung von Hand- werke,kammeru betr. Redner sprach zuerst von der Aus- blldung der Innungen, daun von der Bildung von Hand- werkerkawmern und zuletzt von den Vorschriften über die zu- künftige Ausbildung der Lehrlinge- er wurde seiner Aufgabe vollständig gerecht und kam zu dem Schluffe, daß Handwerker­innungen und Gewerbevereine ganz gut neben einander be­stehen könnten, um etwas Ersprießliche- für da- Handwerk zu leisten. Au den Vortrag schloß fich eine lebhafte Di«- cusfion an, in welcher Herr Bchuhmachermeistrr Mühlfeld auS Darmstadt, der auf dem Boden der ZwangSiunung steht, fich betheiligte, während Herr Reallehrer Kahl mehr die Bildung von freien Innungen und Gewerbeveretnen Vorschlag und sehr schön auSsührte, auf welchen Wegen die Lage de« Handwerkes verbeffert werden könnte.

T. Sich. 28. März. Durch einen von Herrn Baech au» Frankfurt a. M. hier im Gewerbeverein gehaltener B or- trag behuf« Errichtung von Geuoffenfchaften hat fich der Gewerbevereiu veranlaßt gesehen, der Sache näher zu treten. Auf einm an die hiesige Spar- und Creditactieugesellschaft gestellten Antrag, den Mitgliedern des Gewerbevereiu« ein Eoato Sorrent zu errichten, ist dieselbe bereitwilligst ein- gegangen. Um den Kleingewerbebetrieb zu unterstützen, hat

f genannte Kaffe in entgegenkommendster Weise den seither ' üblichen Zinsfuß für die nachsucheadeu Gewerbevereins. Mitglieder ermäßigt, was die Kaffe umsomehr kauu, da sie vorzüglich sundirt ist.

-f- Büdingen, 26. März. In der Hofraithe des Oeco- nomeu Gutmann dahier brach heute Mittag Feuer au«, da« deffen Scheune bis auf die Umfassungsmauern ein- äscherte. Die Entstehung deS Braude« ist noch unaufgeklärt.

h. AlSfrld, 26. März. Am gestrigen Tage schloß die hiesige l an dw. Win ter sch ule ihr Wintersemester durch eine öffentliche Prüfung. Das Jntereffe für die Anstalt zeigte sich in der regen Betheiligung von Seiten des Publi­kums sowohl an der Prüfung, wie an der Nachmittags im Deutschen Haus" stattgcfundenen Schlußfeier. Die Schule war nach dem Schulbericht im letzten Semester von 30 Schülern besucht. Der genannte Bericht hebt von den Einrichtungen, die im Laufe des letzten Jahres für Schulzwecke bewirkt wurden, besonders die Einrichtung eines ca. 3 Morgen großen Schulgartens hervor, der zu Unterrichts- und Versuchszwecken dienen soll. Die Leistungen der Schule wurden von dem anwesenden Regierungsvertreter, Herrn Oeconomierath Müller aus Darmstadt als recht vorzügliche bezeichnet.

Vermischtes.

Münster. 26. März. Beim Scheibenschießen de« 13. Infanterie Regiment- wurde heute ein Soldat durch einen frhlgegangenrn Schuß getödtet.

* Teotfcher Lehrer-Verein für Naturkunde. Während der letzten Jahrzehnte find Vereine verschiedener Art in« Leben getreten zu dem Zweck, naturwiffeuschaftliche Kenntnisse zu verbreiten und die Erforschung der natürlichen Verhältuiffe der Heimath zu fördern. Unter diesen Vereinen nimmt der Deutsch; Lehrrr-Brreln für Naturkunde" mit annähernd 9000 Mitgliedern eine der ersten Stellen ein. Bor zehn Jahren von Dr. K. G. Lutz-Stuttgart gegründet, hat sich dieser Verein rasch über ganz Deutschland, Deutsch Oesterreich, die Schweiz rc. auSgebreitet. Ec besteht gegenwärtig aus mehreren Landes-Vereinen und Hunderten von Bezirks-Beretnen. Die letzteren veranstalten regelmäßige Versammlungen, Ex- curfionen, Tauschverkehr unter den Mitgliedern ist eingeleitet. Außerordentlich gering ist die Leistung der Mitglieder: 1,50 Mk. bezw. 1,60 Mk. pro Jahr, wenn mindesten« zehn Exemplare de« VereinSorgavS (Aus der Heimath", jährlich 6 Hefte, und eine gebundene populär-naturwiffenschaftl. Schrift: 1898 Pilzbüchlein mit 25 färb. Tafeln) an eine Adreffe versendet werden können; 1,90 Mk. bei Einzelversandt. Lehrer, welche tiefer in die Naturwiffenschaften eivdriugen und in ihrem Wirkungskreise gerne uaturwiffenschaftliche Keoutniffe verbreiten möchten- Naturfreunde aller Stände, denen wettere Aureguogeu betr. den Verkehr mit der Natur wüuschenswerth erscheinen- Landwirthe, welche fich über Bau und Leben der von ihnen caltivirteu Gewächse und über die diesen nützlich«» und schädlichen Thirre und Pflanzen orienttren möchten - Familienväter, die von dem Segen eine« vertrauten Umgang« mit der Natur überzeugt find und ihre Kinder gerne zum eigenen Beobachten anleiten und mit der heimischen Natur bekannt machen möchten und die erkennen, daß e« keine süßere Methode, Versäumtes nachzuboleu, gibt, als dasselbe mit seinen eigenen Kindern zu treiben: sie alle find als Mit­glieder imDeutschen Lehrer-Verein für Naturkunde" herz­lich willkommen. Anmeldungen bezw. Anfragen find zu richten an den Vorsitzenden, Dr. K. G. Lutz, Stuttgart, oder an den Easfier, Lehrer G. Stauß, Stuttgart, Silberburg, straße 87.

* Seit dem Tage, an dem der Medictnischen Gesellschaft in Berlin da«Lanolin" vorgesührt wurde, find kaum zehn Jahre verfloffen und schon hat da«Lanolin" seinen Siegeslauf durch die ganze Welt begonnen und fich al« Schönheitsmittel und für die Hautpflege al- unentbehrlich erwiesen. Diese schnelle allgemeine Einführung verdankt das Lanolin" genannte Fett dem Umstande, daß e« dem natür­lichen Hautfett analog ist und somit in allen denjenigen Fallen, in denen wie bei Hautuureinheiten, der Haut da« natürliche Fett verloren gegangen ist, einen Ersatz der Natur selbst darstellt. Kein Fett hat fich als Schönheitsmittel für Erwachsene und Kinder in ähnlicher Weise bewährt, und so wird denn dasLanolin" auch heute zur Anwendung in der Kinderstube von allen Acrzten auf da« angelegentlichste em­pfohlen. Man verwendet dasLanolin" in Form von Lanolin-Toilette Cream Lanolin", welche« in allen Apotheken und Drogerien zu billigen Preisen käuflich ist. Beim Ein­kauf achte man darauf, daß sämmtliche Packungen zur Garantie der Echtheit die Schutzmarke:Pfetlring" tragen.

* Zur dauernden Erinnerung an da« 60jährige Militär- jnbllanm des Fürsten BiSwarck (25. März d. I.) und damit al« Würdigung der unsterblichen Verdienste, welche er fich um die preußische und deutsche Armee erworben, ist im Verlag von Carl Wissenbach in Friedrich-ruh das Friedrichs- ruher Bismarck-Andenken (Preis 3 Mk. franco - Subscription von 10 Stück an 2 Mk.) erschienen. Dasselbe besteht au- hundertjährigem Holze des Sachsenwalde« und einer Plakette au« Kruppeisen. Die Plakette zeigt (nach einer Zeichnung Meister WallotS) deneisernen BiSwarck" al« Drachentödter Ritter Georg, wie er, da- Schwert in der Rechten, da« fieggeschmückre Reichsbanner auf der linken Schulter, über den erschlagenen Drachen, zu neuem Kampfe bereit, einherrettet. Darüber prangt ein Spruchband mit der Alles erklärenden Inschrift:Unter fünf Königen. Unter drei Kaisern". Im Hintergründe ist da« deutsche National- denkmal, da» Sinnbild der siegreichen Einheit aller deutschen Stämme, angedeutet. Da« Ganze ist in Form eine« Brief­beschwerer« gehalten, sodaß jeder Deutsche ein wirkliches kleines Bismarck Denkmal auf seinem Schreibtische haben und bei all seinem schriftlichen Thun an Bismarck, al« an da« Vorbild der Kraft und der besonnenen That, denken kann. Daß das Andenken, welches die Züge de« deutschen Helden durchaus ähnlich wiedergibt, besondere Würdigung fand und

die Theilnahme aller Bismarckfreunde verdient, geht auch daraus hervor, daß jedes einzelne Stück anf der Holzrückseite den Stempel tragt:Diese« Holz ist im Sachseowald ge­wachsen". Fürstlich v B'Smarck'sche Forstoerwaltung.

* Eine bemerkenswerthe Erfindung auf dem Gebiete des Radfahrwesen« wurde, nach denN. H. Bolksbl.", von Herrn Ehr. Haun Darmstadt gemacht. ES ist demselben nach langen Versuchen gelangen, ein Präparat herzustellen, welche« bewirkt, daß die Pneumatik Reifen bet vorkommenden Verletzungen durch Nägel, Dornen rc. die Luft nicht ent- weichen lassen, sondern fich sofort wieder dicht abschließen, so daß der Fahrer nicht geröthigt ist, den Lnfrschlauch z-, flicken, oder fein Rad zu schieben. Ein kleine« Quantum de« Prä­parats, welches der ErfinderGolidin" nennt, wird in jedem Schlauch eingefüllt. Kommt alsdann irgend eine Verletzung vor, so wird die Masse durch den inneren Luftdruck in die entstandene Oeffoung gedrängt und erstarrt, sobald die äußere Luft hinzutritt, so daß fich die Oessnuug fest verschließt. Bon Fachleuten wurden eingehende Versuche angestellt, die sehr günstig autfieleo. Manche Reifen wurden an acht bi« zehn Stellen mit Nadeln durchbohrt, ohne daß die Luft ent­wich. Bet den zahlreichen Verletzungen, welche täglich Vor­kommen, wird ein solches Schutzmittel gewiß jeden Radfahrer interelfiren, besonders da sein Preis auch ein mäßiger ist.

* Original - Rttthetlnngen über Marinevesen. Welche außerordentliche Sicherheit-Maßregeln bet den großen Passagier- Kampfern für den Nothfall getroffen werden, dafür bteten die nachstehenden Angaben über die Pumpenanlage des für den Norddeutschen Lloyd gegenwärtig im Bau befind­lichen neuen Schnelldampfer«Kaiser Friedrich" eine» interessanten Maßstab. Außer den für die Unsinkbarkeit des Schiffe« getroffenen baulichen Sicherheits-Einrichtungen durch Doppelboden und die Einrheilung des Schiffe« in nicht weniger als 18 wasserdichte Abteilungen erhält der Dampfer für Maschinen und Hilfszwecke 13 zum Theil gewaltige Pumpen und zwar 2 große Centrifugalpumpen von zusammen 2800 T. stündlicher Stiftung, 3 Dampspumpen von je 100 To., 2 von je 80, eine zu 60, eine zu 40, eine Ballastpuwpe von 240 Tonnen, 2 Maschlnenlenzpumpen toi je 100 und drei Ejcktoren von je 60 Tonnen. Zusammengeuommen be­sitzen die Pumpen eine Leistungsfähigkeit von über 4000 To. in der Stunde. Außerordentlich umfangreich find auch die für Feuerlöschzwecke getroffenen Vorkehrungen, die fich nach allen Theileu des Schiffe« verzweigen und welche selbfi- verständlich mit allen technischen Verbesserungen' versehen find, um im Falle der Gefahr ein sofortige« fichere« Ein­greifen zu ermöglichen.

* Ein Drama im Walde. Der In Mehli« (Thüringer Wald) stationirte Forstschutzsoldat traf Montag früh den Büchsenmacher Hermann aus Mehlt« im Walde. Da jetzt von der Oberförsterei ein Waldverbot ergangen ist, fragte der Soldat den Hermann nach seinem Namen. ex mann verweigerte die Auskunft, kam auch der Aufforderung des Soldaten, mit nach der Oberförsteret zu gehen, nicht nach. E« entspann fich ein Wortwechsel, wobei der Soldat seine Flinte schnßferttg machte. Nach der einen Nachricht soll die Flinte des Soldaten au« versehen loSgegangen sein, nach der anderen soll der Soldat den Hermann dreimal aufge­fordert haben, seinen Namen zu nennen und dann auf Her­mann geschaffen haben. Kurz, der Schuß traf Hermann, und mit dem Aufschrei:Ach meine arme Frau" stürzte er nieder. Hermann, der 28 Jahre alt ist und eine Frau und zwei Kinder hinterläßt, ist Mittag« gestorben.

* Folgende Warnung findet fich in der in Johannes--' bürg erscheinendenSüdafrikanischen Zeitung": Seit einiger Zett veröffentlicht eine zweifelhafte Persöaltchkett, die fich den Namen Kalt-Reuleaux und zuweilen auch den Doctortitel bei­legt, in deutschen Zeuungen Berichte über Transvaal, die in den meisten Fällen mit den Thattachen in Widerspruch stehen. Die Berichte werden dadurch höchst verdächtig, daß oft Namen von Firmen angegeben find, die In Wirklichkeit nicht bestehen und höchsten« vielleicht ein Postfach haben was im Trans­vaal als Adreffe genügt, allgemein gebräuchlich ist und ge­schäftsmäßig außfieht, um einlaufende Briefe abzuholen, auf deren Grund bann Geschäftsverbindungen angeknüpft und unvorfichttge Geschäftsleute gründlich hineingelegt werden können. ES handelt sich offenbar um eine Schlittenschieberei, und die vielen in Johannesburg au« Probesendungen ftommenden und in kleineren Geschäften unter« Preis ausgebotenen Maaren, wie Seifen, Parfümerien, Cigarrentaschen, Holz- und Meer­schaumpfeifen u. dgl., legen die Verwuttung nahe, daß der Ftschzug in manchen Fällen schon geglückt ist. Borfichtike Kaufleute haben ihre Briefe an da« hiesige kaiserl. deutsche Consnlat zur Abholung und Weiterb Förderung eingesandt, und Herrn Reuleaux und Dr. Reuleavx erwartet dort schon ein ganzer Stoß von Briefen deutscher Fabr,kanten und Ex- porteure. E« Herr de« Namen- Kalt-Reuleaux ist außer­dem dem kaiserl. Consnlat unbekannt. Deutsche Fabrikanten und Exporteure werden daher eindringlichst gewarnt, den B - richten dieses Träger- eine- erborg'.en Namen- von gutem Klang Glauben zu schenken und fich mit ihm ober ben von genannten Firmen in verbinbung zu setzen, mit ben letzteren wenigstens erst nock> Feststellung, baß sie existiren.____________

titeratur «trt

Da neuerdings von unberufener Seite literarische und bild­liche Erzeugnisse Fritz Reuters in einer Weife veröffentlicht sind, die, nicht im Sinne be5 Dichters, auch keineswegs den Intentionen der Erben enlspricht, so werden im Interesse einer würdigen, pidät» vollen Bearbeitung alle Diejenigen, welche bisher ungedruckte Briefe, Gedichte oder sonst Handschriftliches von Fritz Reuter und seinem Freundeskreis besitzen, desgleichen 99Uber und Zeichnungen von tbm oder persönliche Erinnerungen an ihn bewahren, hierdurch von den Reuter'schen Erben gebeten, solche Reliquien nur an ihren litera­rarischen Vertrauensmann, Herrn Profesior Dr. Karl Theodor Gaedertz, Kgl. Bibliothekar in Berlin W., am Karlsbad 5, Part, für den dritten Band seines biographischen Sammelwerkes21 u 9 Fritz Reuters jungen und allen Tagen" leihweise anvertrauen zu wollen.

Eisenach. Gurt Walther,

Generalbevollmächtigter der Erben Fritz Reuters.