Ausgabe 
28.8.1898 Zweites Blatt
 
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derPerle von Meppen" einen Ministerposten habe antragen lassen. Ist die Mittheilung richtig, so hätte sich in der An­schauung des Kaisers über Windhorst damals ein schneller Wechsel vollzogen gehabt. Vielfach wird eine amtliche Dar­stellung über die Angelegenheit für erforderlich geachtet, und es ist nicht unmöglich, daß nach der Rückkehr des Reichs­kanzlers nach Berlin eine offizielle Erklärung beliebt wird. Eine solche steht auch betreffs der Lippe'fchen Angelegenheit noch aus.

Wie spitzten alle Diejenigen, welche Deutschland übel wollen, die Ohren, als gemeldet wurde, der Generalgouver­neur der Philippinen, General Augustin, habe sich auf dem deutschen KreuzerKaiserin Augusta" in Sicherheit gebracht! Endlich konnte man nun Deutschland der offenen Parteinahme für eine der kriegführenden Mächte zeihen! Aber es war wieder einmal nichts, und man mußte bald einsehen, baß ein deutscher Commandant nicht so leichtfertig gegen die Bestim­mungen des internationalen Rechts verstößt, wie man so gern angenommen hätte.

Prinz Heinrich hat bekanntlich von Kiautschou aus eine längere Fahrt unternommen und dabei auch verschiedenen rusfischen Stationen Besuche abgestattet. Auf der Insel Sachalin nahm er Gelegenheit, nach einem ihm zu Ehren veranstalteten Zapfenstreiche auf die intimen Beziehungen hin­zuweisen, welche zwischen Deutschland und Rußland herrschen, und den Zaren als den aufrichtigsten Freund unseres Kaisers zu feiern.

Bei den offiziellen Alliirten Rußlands, den Franzosen, steht es nicht gerade erfreulich aus. Wohl haben sie einen kleinen diplomatischen Erfolg dadurch errungen, daß sie die Friedensvermittelung zwischen Spanien und den Vereinigten Staaten durchführen konnten, aber die innerpolitische Situation in Frankreich ist recht bedenklich. Heute herrscht freilich noch Stille, aber es ist die unheimliche Stille vor dem Sturm und Niemand vermag zu ermessen, was die nächste Zeit bringen wird. Die Stellung des Cabinets Drisson war von vorneherein nicht sehr fest, und es kann kaum erwartet wer­den, daß die jetzige Regierung den vielen Stürmen, die ihrer beim Wiederzusammentritt der Kammer harren, Stand zu halten vermag. Die Drepfus-Affaire dürfte schließlich noch ein Panama aufdecken, in seinen Folgen vielleicht noch schwer­wiegender als dasjenige, dem Charles LessepS und andere Größen" Frankreichs zum Opfer gefallen sind.

Die österreichischen und ungarischen Minister sind gegen­wärtig in Budapest versammelt, um endgültige Beschlüsse zu fassen. Graf Thun befindet sich den Forderungen des Barons Banffp gegenüber in einer schwierigen Lage, da die ungarische Regierung endlich reinen Tisch haben und ein neues Provisorium, welches das Zoll- und Handelsbündniß der beiden Reichshälften vorläufig aufrecht erhält und mit dem auch alle anderen gemeinsamen Angelegenheiten zeitweilig fortgeführt werden sollen, nicht mehr zugestehen will. Man darf der Entwickelung der Dinge in Oesterreich Ungarn mit großer Spannung entgegensetzen.

Jnderspanisch-amerikanischenAngelegenheit ist im Laufe der letzten Woche nichts Besonderes vorgefallen. Noch immer herrscht Unklarheit bezüglich der Abfichten der Union auf die Philippinen, und man thut gut, definitive Nachrichten abzuwarten, ehe man an die umlaufenden Gerüchte Commentare knüpft. Das erscheint schon jetzt sicher, daß den Amerikanern und den Spaniern sowohl auf Cuba wie auch auf den Phllippinen seitens der Insurgenten noch große Schwierigkeiten bevorstehen, und es ist nicht unmöglich, daß schließlich noch Spanier und Amerikaner vereint gegen die Rebellen vorgehen müssen, um so zur Anerkennung des durch den Frieden geschaffenen Zustandes zu zwingen. Die spanischen Cortes find zum 5. September einberufen worden; es dürften dann authentische Mitthellungen über den jeweiligen Stand der Friedensverhandkungen in die Oeffentlichkeit ge­langen. (xx)

Fürst Bismarck

und die deutsche Colonialpolitik.

In einem unter obiger Aufschrift erschienenen Artikel in der neuesten Nummer derDeutsch. Col.-Ztg." berichtet Herr v. Kusserow, der gerade auf diesem Gebiet al» Autorität gelten kann, über Bi-marckS Verdienste um die coloniale Entwicklung Deutschlands. Wir entnehmen dem Aufsatz folgende Darstellung der besondere» Interesse bean­spruchenden Vorgänge von 1884/85.

Um diese Zett legten die Regierungen von Großbritannien und Portugal ihren Parlamenten den am 26. Februar tu Loudon unterzeichneten Cougo-Bertrag vor, durch welchen nicht nur die territorialen Verhältnisse am unteren Congo, sondern, abweichend von früheren Aeußerungen englischer Staats­männer, auch die Haodelsverhältnisse daselbst allein durch diese beiden Mächte geregelt werden sollten. Lord Granville hatte in früher veröffentlichten Noten an den portugiesischen Unterhändler in London die Unzulässigkeit solcher Abmach, ungeu ohne Zustimmung der anderen Mächte selbst treffend mit den Worten gekennzeichnet:futility of a mere dual arrangement between the two Countries, unrecognized by other Powers. Fürst Bismarck stellte durch Umfrage bet dem deutschen Handelsstande fest, daß durch da» Inkraft­treten dtese» Vertrages die Interessen des deutschen Handels mit Afrika für jetzt und die Zukunft tu empfindlicher Weise geschädigt werden würden.

Der Vertrag würde tu der That, unter dem Schein der Einräumung gleicher Rechte au die Angehörigen anderer Nationen, Portugal gewissermaßen zum Thürhüter de» Ein- gang» zu dem großen Cougobrckeu gemacht haben, während England in demselben die Stellung des Alleinherrschers ein­genommen haben würde. Hierzu kam, daß der Vertrag die von König Leopold der Belgier beato. btiAssociation Inter­nationale Africaine mit großen Opfern gemachten Erwerb­ungen im Eougogebtet tguortrte und diese» um die Erschließung von Centralafrtka hochverdiente Unternehmen zu ersticken

drohte. Fürst Bismarck ließ deshalb in Lissabon und Loudon erklären, daß da» Reich nicht in der Lage sein würde, der Anwendung der den fremden Handel betreffenden Bestimm­ungen jene» vertrage» auf die Angehörigen de» Reich» zu­zustimmen, wenn derselbe wirklich von den beiden Contrahenten in Kraft gesetzt werden sollte.

Unter diesen Eindrücken wurde dem Fürsteu Bismarck Vortrag über den etngelaufeneu Bericht de» Commandanten S. M. S.Nautilu»" über seinen Besuch von Angra-Pequena erstattet. Derselbe bestätigte in allen Beziehungen die Au- gaben de» Herrn Lüderitz. Gleichzeitig lief ein Bericht des kaiserlichen Consul» in Capstadt ein, welcher vorauSsehen ließ, daß bet längerem Zuwarten die englische Souveränetät über den Küstenstrich nördlich vom Oranjefluß proclamirt werden würde. Eine Antwort auf die obenerwähnte Note de» kaiser­lichen Botschafter» vom 31. Deeember 1883 hatte die groß­britannische Regierung auch innerhalb diese» Zeiträume» von nahezu vier Monaten nicht ertheilt. Als nun der Vortragende an den Reichskanzler die Frage richtete, ob wir unter diesen Umständen nochmals an die englische Regierung schreiben oder nicht endlich handeln wollten, antwortete Fürst Bismarck kurz:jetzt wollen wir handeln", und damit war der Beginn unserer aetiven Colonialpolitik beschlossen. Den Vorschlägen de» Fürsten Bismarck erthetlte Se. Majestät der Kaiser die Allerhöchste Genehmigung, und unter dem 24. April 1884 erging da» denkwürdige Telegramm au den kaiserlichen Consul in Capstadt und zugleich ein solche» an den kaiserlichen Bot­schafter tu London mit dem Auftrage, zu erklären, daß die Lüderitz'schen Erwerbungen unter dem Schutze de» Reiche» ständen. Nunmehr genehmigte Fürst BiSmarck auch die Ge­währung diese» Schutze» für die schon in Vorbereitung be­griffenen sonstigen colonialen Unternehmungen. Ja aller Stille geschahen diejenigen Schritte, welche ermöglichten, daß wir in schnellen Zügen unsere drei westafrikauifcheu und die beiden Schutzgebiete in der Südsee erwarben, denen bald auch dasjenige an der Ostküste von Afrika folgte ... Ein Zurück- weichen vor unberechtigten Ansprüchen England» ist in keinem einzigen Falle zu verzeichnen.

Wenn z. B. jüngst in dem englischen Weltblatte, den Time»", geschrieben wurde:Er (Fürst Bismarck) wandte dann seine Aufmerksamkeit den Fidjt-Jnseln und Neu-Guinea zu, aber schließlich auf den Protest unserer Colonien in der Südsee hin setzte sich die englische Regierung auf die Hinter­beine, wa» auf den fich überhebendeu Kanzler sofort seine Wirkung auSübte," so widerspricht die» den Thatsacheu. Denn nachdem die großbritannische Regierung, im Widerspruch mit dem Inhalt einer Note ihre» Geschäftsträger» vom 9. October 1884, wonach fie erklärte, ihr Protektorat auf der Südküste von Neu Guinea zu beschränken, Befehl gegeben hatte, auch die Nordküste vom Ostcap bi» zum Huongolf in Besitz zu nehmen, protestirte Fürst Bi»marck hiergegen mit dem Be- merken, daß eia solche» Vorgehen nur darauf würde zurück­geführt werden können, daß unsere Mittheilungen in diesen Angelegenheiten Seitens der großbritannischen Regierung nicht den Grad von Beachtung gefunden hätten, welche wir bei den freundschaftlichen Beziehungen beider Länder erwartet hätten.

Dieser Einspruch hatte die Folge, daß die fragliche Besitzergreifung Seiten» ^England» wieder aufgegeben und die deutsche Schutzherrschaft auf den betreffenden Küsten- strich erstreckt wurde. Nicht minder erfolgreich blieb die Staatskunst de» Fürsten BiSmarck gegenüber den mehr auf ZukunftSabfichten, wie auf wirkliche Rechte begründeten Au- sprächen England» auf Sansibar und da» gegenüberliegende Gebiet de» ostafrikanischen Festlandes.

Al» Fürst BiSmarck zum ersten Male fich gegenüber der Volksvertretung über feine Colonialpolitik äußerte, e» war in der Budgetcommisfion de» Reichstags vom 28. Juni 1884 (der Gegenstand der Berathung war eigentlich die erste Dampfer«SubventtonSvorlage), äußerte er fich über die Macht- mittel de» Reichs zum Schutz überseeischer Besitzungen. Er erklärte, daß dasselbe diesen Schutz auszuüben wohl tu der Lage sein werde. Die Macht de» Deutschen Reiches sei nicht zu unterschätzen,Nasenstüber", wie ein Vorredner fich au»- gedrückt, seien nicht zu besorgen. Frankreich z. B. liege vor den Thoren von Metz, und wenn durch dasselbe deutschen Reichsangehörigen in fernen Ländern Unbill zugefügt werden sollte, dann würde eben in der Gegend von Metz die Rück­wirkung nicht auSbleibeu. Die Bundesgenoffenschaft be» Deutschen Reiches sei unter allen Umständen so werthvoll, daß auch die zur See mächtigen Staaten auf Deutschland» Jnteresseu Rückficht nehmen würden. Al» im Anfang 1885 bei einer anderen Gelegenheit im Reichstag die Bemerkung fiel, daß das ring» von Feinden umgebene Deutschland eine ernste Colonialpolitik kaum treiben könne, konnte der Kanzler nicht nur auf unsere freundschaftlichen, ja intimen Beziehungen zu Oesterreich, Rußland, Italien und Spanten Hinweisen, er konnte sogar, gestützt auf die gemeinschaftliche Berufung der Cougoconferenz durch Deutschland und Frankreich, aussprechen, daß wir mit diesem Lande seit 1866 nicht in einem so guten Berhältniß gestanden hätten, wie in dieser Zeit. WaS Eng- land anbelange, so sei die Herbeiführung eine» Krieges zwischen Deutschland und England ein derartiger Frevel, daß daran nicht zu denken fei; e» falle einstweilen England nur schwer, eine den beiderseitigen wohlverstandenen Interessen entsprechende Stellung zu dem Entschluß Deutschland» zu finden, an der Herrschaft über daS Meer und die uneivtli- firteu Länder theilzunehmen.

Jedenfalls werde e» einer der englischen Flotte eben- bürtigen deutschen Flotte zur Durchführung unserer Colonial- Politik nicht bedürfen, da das Reich bet allen internationalen Fragen für England al» Freund oder al» Gegner in» Ge- wicht fallen würde. Da e» aber England wenigsten» bis zum Frühjahr 1884 nicht gelungen war, die den beiderseitigen wohlverstandenen Interessen entsprechende Stellung zu finden, so ist e» als ein Meisterstück de» Fürsten BiSmarck zu be- zeichnen, daß es ihm gelang, bei Einleitung unserer Colonial- Politik, welche bei gleichzeitigem Uebelwollen der beiden

großen Seemächte gegen unsere ersten colonialen versuche bedenklich gewesen wäre, die Haltung England» durch Her» stelluug eine» freundlichen Einvernehmen» mit Frankreich zu balauctreu. Gegenüber dem vortheil, der fich hieraus für un» ergab, konnte da» geringe Maß von Beschränkung nicht in» Gewicht fallen, welche» un» die Rücksicht auf französische Colonial.Jnteressen auferlegte. Unter diesem Gefichtspunkt ertheilte Fürst Bismarck bekanntlich dem kaiserlichen Commtssar Dr. Nachtigal, nachdem der kaiserliche Botschafter in Paris hiervon schon zuvor benachrichtigt worden war, die Weisung, bei seinen Actionen an der Westküste von Afrika auch jeder Möglichkeit eine» CouflictS mit französischen Jnteresseu aus dem Wege zu gehen und jedenfalls tu Zweifelsfällen die Entscheidung einer Verständigung zwischen den beiden Regier­ungen vorzubehalten. Diese» Entgegenkommen von unserer Seite verfehlte nicht die gewünschte Wirkung. E» war bald darauf eine der größten Ueberraschungen für die europäische Diplomatie, al» dieses Einvernehmen zwischen Deutschland und Frankreich im Herbst de» Jahres 1884 dazu führte, daß die beiden Regterungen gemeinsam auf Gruud eines zwischen ihnen vereinbarten Programms die Einladung zur Cougoconferenz nach Berlin an die anderen Mächte richteten. In diesem Confereuzprogramm drückte fich die Consequeuz der BiSmarck'schen überseeischen Politik aus. Denn dasselbe enthielt für da» Congobecken sowohl den von ihm in der ostafiatischen Politik zur Anerkennung gebrachten Grundsatz der Solidarität und Gleichberechtigung aller Mächte de» Abendlandes im Verkehr mit den orientalischen Reichen wie auch den seinerzeit gemeinsam mit England gegenüber Spanien betonten Grundsatz, daß Besitzergreifungen nur daun auf die Auerkeuuuug dritter Mächte Anspruch haben, wenn sie al» effektive zu betrachten find, d. h. wenn sie thatsächlich durch staatliche Einrichtungen bethätigt werden.

Wa» nun die Gesichtspunkte für das von Fürst Bis­marck eingeleitete Colonialshstem anbelangt, so erklärte er in jener Budgetcommisfion vom 23. Februar 1884, daß nach seiner Auficht da» Reich nicht selbst Colonien gründen und mit einem bureaukratischen Apparat versehen, sondern die au» fich selbst herauswachsenden Unterhandlungen schützen solle. So sei seine Stellung zur Angra-Pequeua-Augelegenheit auf- zusassen, wie auch zu anderen Unternehmungen in Vorbereitung begriffen. In diesem Sinne sollte im Prinzip die Erklärung der kaiserlichen Tchutzherrschaft erst der privaten Erwerbuog folgen. Da Fürst Bismarck aber kein Prinzipienreiter war, so ließ er es doch nicht zu, daß englische Colonialbehörden und Kriegsschiffe nach dem englischen Grundsatzno mans land) british land" unserer staatlichen Besitzergreifung zuvor- kamen.

E» ist bekannt, wie die deutsche Flaggenhiffung in Kamerun durch eine englische unmöglich gemacht worden wäre, wenn Dr. Nachtigal mit KanonenbootMöve in Kamerun nicht einige Tage vor dem englischen KanonenbootFlirt" mir dem großbritannischen Consul Hewett an Bord eingelausen wäre, der überall, wo er nicht schon die Zeichen der deutschen Schutzherrschaft antraf, das englische Protectorat proclamirt haben würde. Al» nach der Unterstellung der Lüderitz'schen Erwerbung von Angra-Prquena und dem umliegenden Dtftrict die Capregierung sich auschkckte, die Küstenstriche zwischen de» Oranjefluß und der deutschen Erwerbung und nördlich von der letzteren bi» zur portugiesischen Grenze bei Cap Frio al» englischen Besitz zu erklären, wurde dieser Versuch durch beschleunigte Hissung der kaiserlichen Flagge durch die sür alle Fälle rechtzeitig uach Capstadt dirigirteu kaiserlichen KriegsschiffeLeipzig" undWolf" vereitelt. Ein Gleiches geschah au der Nordküste von Neu«Gninea, wo die private deutsche Besitzergreifung in Ermangelung eingeborener Häupt­linge, mit welchen man bindende Verträge hätte abschließen können, nicht schnell genug zu vollziehen gewesen wäre, um einer englischen Flaggenhiffung zuvorzukommen."

Der Artikel schließt mit folgenden Worten:

Mögen wir anderen Colontalpolitiker uns noch so sehr für coloniale Erwerbungen begeistert haben, ohne die Persönlichkeit des Fürsten BiSmarck, ohne seine großen Erfolge in der europäischen Politik, ohne fein kaum je von einem Staatsmann erreichtes Ansehen bei allen Mächten, welche sür uns viele Armeecorp» und eine Schlachtflotte aufwog, würden wir schwerlich mit so geringen nationalen Opfer in den Besitz so großer und zukunftsreicher Colonialgebiete gelangt sein, wie diejenigen, deren Erwerbung für das Reich wir seiner Leitung unserer nationalen Politik verdanken. Er ist der Vater der deutschen Colonien. Blicken wir mit nie erlöschen­der Dankbarkeit und Verehrung zu ihm auf, und suchen wir das, wa» er für uv« gewonnen hat, zum Wohle des deutsche» Volke» auszugestalten und zur Blüthe zu bringen!

Locales rrnd j-eovlnzlelles.

Büdingen, 26. August. Da» Eiseobahn-Comitö für die Seementhalbahn sucht unfern Reichstagsabgeordneten Herrn Grafen Oriola mit seinem Bahnproject vertraut zu machen. Um an Ort und Stelle zu zeigen, wie nöthig die gewünschte Bahnverbindung ist, und der, nächst interessirten Bevölkerung Gelegenheit zu geben, fich über die Eisenbahu- frage zu äußern, wird Sonntag den 4. September in Kefenrod eine allgemeine Betsammlung stattfinden. Gutem vernehmen zufolge wird auch Herr Landtagsabgeordneter Westernacher der Versammlung beiwohnen.

«u, Salzhausen wird un» geschrieben:Zn dem Artikel Gießener Anzeiger Nr. 196 -1-Salzhausen" möchte ich bemerken, daß die dortigen Kurgäste doch nicht so ganz ärzt­licher Hülfe entbehren wüffen, sondern jederzeit sach­gemäßen Rath über Anwendung der Bäder, Quellen rc. er­halten können von Seiten der Niddaer Aerzte Dr. Koch und Dr. Wilhelmy, die während der Saison jeden Vormittag in Salzhausen zu sprechen find. E» besteht außerdem Telephon- Verbindung mit Nidda, sodaß uöthigenfall» binnen 20 Miu- einer der genannten Aerzte zur Stelle sein kann.

Dr. R. Koch, Nidda.