Ausgabe 
28.8.1898 Zweites Blatt
 
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1898

onntag den 28. August

Amts- und 2lnzeig«blntt für den Kreis

Emtisbeilaae: Gießener FamilienblUirr

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laatfat von Anzeigen za brr Nachmittags für dm snlgmdm Latz «rfchnnendm Nummer bti Sonn. 10 Uhr.

fkbacteon, Expedition und Druckerei:

Schnlßrohe Ar. 7.

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Tichy

tersweg 43,

Werthe von ca. 60 9XL;

b. für die beste Stute mit Fohlen: ein Preis Fasielmarkt Comitös von 40 Mk.-

c. ein weiterer Preis ist vorgesehen mit 50 Mk. mit 80 Mk.

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tigung des Schlöffe» Abstand nehmen, da die gräflichen Herr- Haften gerade anwesend sind und der Zutritt in die Schloß» räume nicht gestattet wird. Wir suchen deßhalb da» kleine, im Grün versteckte WirthShauS vor dem See auf uud ge- uirßeu von den Garteuanlagrn aus den herrlichen Anblick de» Schlöffe». Mein Freund Zacharias bestellt, seinem Grnndsatz getreu, mit leerem Magen nicht zu wandern, ein kräftige» Frühstück, welche» für einen normal veranlagten Menschen anf einige Tage ausreichend gewesen wäre, und wir verzehren e», während in der Schlohcapelle nebenan eine Meffe celebrirt wird. Selbst in dem weltfernen MeSpelbrunn ist die moderne Ansichtspostkarte zu haben, und wir erwerben einige derselben, um Grüße in die Heimath zu eutsendea.

Um 9 Uhr brechen wir auf nach dem Forsthanse Echter»- Pfahl, da» anf der Höhe der Staatsstraße Aschaffenburg Rohrbruun gelegen ist. Nach eiustündiger Wanderung durch prächtigen Wald ist e» erreicht, nach kurzer Rast folgen wir daun der Landstraße und erreichen um die Mittagszeit Rohrbruun, da»Wirthshau» i« Sprffart*, da» durch Wil­helm Hauff» gleichoamige Erzählung überall bekannt geworden ist. Die drückende Hitze gestattet un» nicht, unseren »eg nach dem Jagdschlößchen Luitpoldhöhe und dem Wildpark fortznsetzeu, weßhalb wir imGasthan» zum Hochsprffart eic kehren, um dort unser Mittagsmahl einzunrhmen. Trotz der tiefen Waldeinsamkeit findet man hier gesellige» Leben, denn Rohrbruun ist feit Jahren da» Ziel aller Speffart- freunde und vieler Erholungsbedürftiger, welch letztere flch hier längere Zett aufzuhalteu pflegen, utn in der $emi4tn Berg- und Baldlust Stärkung und Kräftigung de» Körper» und de» Geiste» zu fachen.

Wir coufiatirteu au» de» Fremdenbuch, daß innerhalb Jahre»frist über 1600 Perfonen im WirthShauS zum Hoch- speffart übernachtet haben, gewiß ein Zeichen, daß Rohrbruun eine große Auziehung»kraft auf die Speffartbesucher autübt. Die fürchterliche Hitze, die writeu Wrge und der ungeheure

4. Vorlage deS Boranschlags bc6 landw. BezirksvereinS pro 1898/99.

5. Subvention der Gemeinden, welche Bullen reiner Raffe (Vogelsberger oder Simmenthaler Raffe) anschaffen.

6. Bortrag deS Herrn Dr. v. Peter von Friedberg über Schweinezucht.

Gießen, den 26. August 1898.

Der Director deS landwirthfchaftlichen Bezirksvereins.

E. Jost, Rechtsanwalt.

Kbreflc für Deptschev: Anzeiger Eietzs».

Fernsprecher Nr. 5L

Tage».Ordnung:

Wahl eine» Secretär» de» laudwirthschastlichrn Bezirksverriu» an Stelle de» von hier versetzten Herrn Regierungsrath» Dr. Wallau.

Wahl de» Ausschuffes de» landw. Bezirksverein» (18 Mitglieder).

Vorlage der Rechnung de» landw. Bezirk»vereiu» pro 1897/98.

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Nr. 201 Zweites Blatt

2. Preise de» Lande»-Pferdezucht-Verein»:

a. Für Stuten, nachgewiesen gedeckt oder mit Fohlen: ein erster Preis: 40 Mk.,

Aczn-spreiH vitrltljährtich

2 Mark 20 Pf» monattich 75 Pf» mit Vrmgertohm

vri Poftdrzug 2 Mark 50 Pf» vieneltshrlich.

Besitzer von Stuten im Alter von 4 bis 12 Jahren «ud von Hengst-, Stut- uud Wallach- hohlen von 3, 2 uud 1 Jahr werden freundlichst ersucht, die Pferde und Fohlen Nachmittag» 3 Uhr auf dem neuen Turnplatz, Eingang von der Kirchgaffe, vorzuführen.

Im Grohherzogthum Heffeu gezogene Stuten und Fohlen haben bei gleicher Qualität stet» den Vorzug vor importirtem Material. Nur fehlerfreie Thiere können prämiirt werden.

Au Preisen ftud vorgesehen:

Ehrenpreise der Stadt Butzbach:

a. Für eine Collection, bestehend au» einer Stute miudesteu» drei Nachkommen: ein Ehreuprei»

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'Wit Eiche«,

Durst veranlaffen uns, hier einige Stunden zu rasten, um am Nachmittag die Wanderung fortsetzen zu können. Za seinem Schlecken erfährt mein Freund Zacharias, daß mau, um von Rohrbruun nach einer Eisenbahnstation zu gelangen, nach allen Richtungen hin einen Weg von 4»/,6 Stunden zurücklegen muß- mit schweren Senfzern bestellte er dann die letzte Flasche Wein und wir rüsteten zu« Abmärsche.

Beim Abschied murmelt «ein Freund, daß er Rohrbruun wohl nie Wiedersehen werde, wenigsten» nicht bei solcher Hitze und er wirft noch mehrmals scheue Blicke uach dem WirthShauS im Speffart zurück.

Unser Wrg führt nun durch schattigen Laubwald nach Weibersbrunn, bergauf bergab. Bi» hierher geh- die Wanderung gut von Statten, al» wir aber auf vollständig schattenlosem Wege die Höhe hinansteigen, um uach Waldaschaff zu gelangen, da entringt fich heftige» Stöhnen au» weine» Freunde» Brust. Die Hitze ist aber auch geradezu uner­träglich, kein Lüftchen regt fich- ich befürchte, daß ein Hitzschlag de« Leben meine» wohlbeleibten Freunde» ein Ende «acht. Erleichtert athmen wir beide auf, al» wir den Wald erreicht haben und un» ein kühler Waldweg eine Stunde laug thalabwärt» führt. In Waldaschaff angekommeu, halten wir kurze Rast uud wandern dann weiter nach Hösbach, einer an der Eisenbahn Aschaffenburg-Würzburg gelegenen Station, um von dort dem Speffart den Rücken zu kehren, vorüber an dem schön gelegenen Dorfe Leilbach und dem Schloß Unterbeffeubach kommen wir an eine Stätte, wo im Jahre 1866 der Kampf zwischen Preußen und Heffen tobte. Ein Holzkreuz und eine hölzerne Grabeiufaffuug dicht an der Landstraße bezeichnet die Stelle, wo ein Opfer dr» Bruder- keiege« zur ewigen Ruhe gebettet wurde. Eine liebreiche Hand hat da» Kreuzlein «ft Blumen geschmückt_

HöSbach ist erreicht und damit meine» Freunde» Mar­tyrium beendigt. Beim Scheiden verfichert er mir,। daß er den Speffart nur noch bei einer Temperatur von 10 Grad Kälte besuchen werde.

Bekanntmachung.

Nach Ausführung der Bezirksthierschau für Simmeu- thaler Vieh, Schweine und Ziegen, wird

Montag den 19, September 1898, Nachmittags 3 Uhr, za Hungen, t« Gasthofe zur Traube, eine Heneral-Fersammrung

»es landwirthschaftlichcu Bezirksvereins Gießen

abgehalten werden.

Zu dieser Versammlung werden alle Mitglieder deS Verein» und der landwlrthschaftlichen Localvereine und Zucht- Vereine, sowie alle Freunde der auf Hebung der Laudwirth- schäft gerichteten Bestrebungen hierdurch freundlichst ein- geladen.

Die Herren Bürgermeister werden ergebenst ersncht, den in ihren Gemeinden wohnenden Mitgliedern de» Verein» von dieser Einladung Kenvtniß zu geben und auf recht zahlreichen Besuch der Versammlung hinzuwirken.

Anmerkung: Anmeldungen zum Effen (üPerson 1.50Mk. ohne Wein) werden bl» zum 27. August zum Hess. Hof in Butzbach erbeten.

Bekanntmachung.

Der LandeS-Pferdezucht-veretn im Grohherzogthum Heffeu veranstaltet au» Anlaß der Oberhesfischen Industrie- und Gewerbeausstellung am Sonntag dem 28. August d. I. iu Butzbach eine Versammlung und Pferde- und Fohlen-Schau, verbunden mit Prämiirung.

Tagesprogramm:

vormittag» 10 bi» 11 Vs Uhr: Besichtigung der Aus­stellung. vormittag 11»/, Uhr: Vortrag deS Herrn Kreis- Veterinärarztes May aus Friedberg ÜberPferdezucht im Allgemeinen"- Besprechung von Fachfragen (Hessischer Hof). Mittag» 1 Uhr: Gemeinschaftliche» Mittagessen daselbst (siehe Anmerkung). Nachmittag» 8 Uhr: Vorführung der Pferde und Fohlen. (Militärconcert, «»»geführt von einer Ulanen- Capelle.) _____________

frf4d»t »glich mir lulnabmt M

Montags.

Dir Sichrnrr Mamitienstätter erben bfm Anzr'ger Wöchentlich viermal btigdtgL

)llst 1898'

Silb-nen>e iolb^ni« iel'en

Amtlicher Theil., Bekanntmachung.

Am Mittwoch be« 31. August, Nachmittag» 2 Uhr, soll zu Kloster Arn»burg eineFanttlieuconfereuz für die Decauate Hungen uud Gießen stattfinden, wozu die werthen Pfarrfamtlien au» beiden Dekanaten hiermit ergebenst eingeladen werden.

Tage»orduung: Vortrag über Johanne» Brahm», er­läutert durch «ufikalifche Vorführungen.

Gäste au» den Nachbardecanaten find willkommen.

Gießen, den 17. Augnst 1898.

Großh. $)ecanat Kunge«. Großh. 3>ecanat Hieße«.

Hainer. I. v.: Schlosser.

Wanderöikder aus dem Speffart.

von Carl Geißler.

n.

Der Morgen dämmerte, al» da» fröhlicheHalloh* de» Forstgehilfen von volkerSbruun im Walde ertönte, der zum Warthäuscheu heraufgekommen war, um uns den Kaffee zu bereiten.

Wir erhoben uns rasch, den köstlichen Morgen zu genießen. e

Rein Windhauch regte fich im weiten Waldesdo«, kein Flüstern der Zweige, kein Rauschen der Wipfel nur weihevolle Stille, welche zur Audacht stimmt. Wir waudelten unter den herrlichen Buchen und athmeteu die reine Berg­lust, bi» der Forstgehilfe un» den duftenden Motta auf der Teraffe servirte. r . A

Mittlerweile war die Sonne angegangen und vergoldete mit ihren Strahlen da» Grün der Buchen uud Eichen.

Lauge noch betrachteten wir da» liebliche Bild, welche» sich unseren Blicken bot, daun nahmen wir herzlichen Abschied von dem Forstgehilfen, sahen noch einmal zu de« fteuud- Ucheu Warthäuschen hinüber, da» un» ausgenommen halte, und traten den Weg uach Schloß MeSpelbruuu, der Perle de» Speffart», ao. Millionen Thautropfen glitzerten an Gra» und Zweigen; durch schattigen Wald uud saftige Wiesevgrüode glag e» hinüber iu da» Tlsavathal zum Dörfchen Neudorf. Am Berge liegt malerisch die zum Schloß Me»pelbrnon gehörige Gruftcapelle, die Begräbuiß. stätte der Grafen von Ingelheim. Wir betreten einen Setteu- w:g uud vor uns sehen wir da» idyllische Mespelbruun im Thalgrund, eiugeschloffeu von dunklen Wäldern- ein reizende» Plätzchen, wie e» schöner nicht leicht zu finden ist! von einem See umgeben, ragt da» alterthümliche Schloß mit seinen beiden Lhürmen empor- leider müssen wir von einer Befich-

dritter 25

b. für dreijährige Hengst-, Stnt- und Wallachfohlen: ein erster Prei»: 40 Mk.,

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d. für Jährlinge: ein Preis von 10 Mk. incl. Trense und 2 bis 3 weitere Preise mit je einer Trense.

irl Stork.

x Acüeu-Braverei fit

heil mit der Siebertk!»

D. C.

Gießener Anzeiger

Heneral-Anzeiger

,, dritter w 20 , c. für zweijährige Hengst-, Stnt- und Wallachfohlen ein erster Preis. 80 Mk.,

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29. August:

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Die Mitglieder und Freunde des LaudeS-Pfede-ucht- Verein» werden -um Besuche unserer Veranstaltung freund­lichst eingeladen.

Für den Vorstand:

v. W e sterweller.______________

Bekanntmachung,

bell.: Feldbereinigung in der Gemarkung Steinbach b. Gießen.

In der Zeit vom 29. August d. I. bt» einschließlich 4. September d. I. liegt auf dem Amtszimmer der Großh. Bürgermeisterei Steinbach ein Beschluß der Bollzugs­commission Über den Ausschlag der ungedeckten BereinigungS- kosten zur Einsicht der «etheiligten offen.

Friedberg, den 23. August 1898.

Der Großh. BereinigungscommiffSr: Süffert, Kreisamtmann.

Politische Wochenschau.

Die seit nunmehr einem halben Säkulum alljährlich ab­gehaltene Deutsche Katholiken.Versammlung hat im Laufe dieser Woche in Krefeld stattgefunden und bildete auch diesmal wieder eine große Kundgebung zu Gunsten der römisch-katholischen Kirche. Besonder» bemerken-werth war diesmal die starke Betheiligung der Arbeiter an der Ver- sammlung. Trug der Katholikentag etwa die Schuld daran, daß der Geist Windhorft's wiederumging- ? Die Presse aller Parteien hat fich in diesen Tagen mit der kleinen Ex» cellenz beschäftigt, nachdem eine Meldung aufgetaucht war, daß der Kaiser kurz nach dem Rücktritt de» Fürsten Bismarck