Ausgabe 
28.6.1898 Zweites Blatt
 
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Berlin, 26. Juni. Wie dieBolkSztg." hört, wird in Stadtverordnetenkreisen für den erledigten Posten des zweiten Bürgermeister- die Candidatur des Oberbürgermeister- Witting in Posen ventilirt.

Berlin, 25.Juni. Novelle zur Gewerbeordnung. Mit ziemlicher Sicherheit darf darauf gerechnet werden, daß dem Rrich-tage in seiner nächsten Tagung wieder eine Novelle zur Gewerbeordnung zugehen wird. Um wie viele Abände­rungen der gegenwärtigen Bestimmungen e- sich dabei handeln w.rd, ist nach denBerl. Pol. Nachr " noch nicht abzusehen. Wahrscheinlich aber wird sich eine Beftimmnng, wonach da» Gewerbe der Gefindeverwiether und Stellenvermittler con« cesstonspfitchtig gemacht wird, in der Novelle vorfinden. Vielleicht wird man auch die allgemeine gesetzliche Regelung der Stellung der Patentanwälte auf diesem Wege herbei­zuführen versuchen.

Berlin, 25. Juni. Sehnlich wie bei früheren Reich»- tagSwahlen wird auch jetzt wieder der Wunsch nach einer besseren und au-giebtgeren Wahlstatistik laut. Wer einmal so bemerkt dazu dieN. L. C." den Versuch gemacht Hot, au- den bisher amtlich über die Reich-tagS- wählen veröffentlichten Angaben ein Bild der Stellung und Bewegung der Parteien im Reiche zu gewi nnen, wird fich Über die Unzulänglichkeit der Statistik auf diesem Gebiete klar geworden sein. Die Genauigkeit, welche unsere Stati­stiker in vielen Dingen erkennen lassen, versagt hier- und weniger al- sonst findet man hier den Zweck in- Auge ge­faßt, welchem die gegebenen Zahlen dienen sollen. Dem Be­nutzer der Statistik fehlt zudem jede Handhabe einer strengeren Eontrole. Um die Zahlen zu beleben, könnten den Gesammt- ziffern der einzelnen Wahlkreise zunächst einige Einzelheiten in Mittheilung der Ergebnisse au- den einzelnen Unterbrzirkeu beigegeben und eine Trennung von Stadt und Land borge- nommeu werden. Sodann müßte in den künftigen Wahl- statisttken auf die genaue Kennzeichnung der Parteistellung der Eandidaten mehr Werth gelegt werden, al- bi-her, da diese erst die Deutung der Zahlen gtebt. Daß e- in den bisherigen amtlichen Reich-tag-wahl-Statistiken hieran sehr fehlt, wird schwerlich von irgend einer Seite geleugnet werden. EmpiehlenSwerth wäre auch, nicht bloß die Namen, sondern auch Stand und Wohnort der Eandidaten anzugeben. Gerade die bei den jetzigen Wahlen hervorgetretene weitgehende Zer­splitterung in der Wählerschaft läßt dies als berechtigt er» scheinen.

Unsere Vertragsftaaten. In den Abände­rungen und Ergänzungen deS amtlichen Waarenverzeichnifse- zum Zolltarif, die neuerdings vom Bundesrathe erlassen find, ist auch die infolge der Kündigung und de- Abschlusses von Handelsverträgen nothwevdige Umgestaltung in dem Ber- zeichniß der Staaten vorgenommen, auf deren Waaren bei der Einfuhr in das deutsche Zollgebiet die Zollbefreiungen oder Zollermäßigungen der Handelsverträge Anwendung finden. Gegenwärtig nehmen folgende Staaten an den Be­günstigungen Theil: Aegypten, Argentinien, Belgien, Chile, Eolumbien, Dänemark, Ecuador, Frankreich, Griechenland, Großbritannien einschließlich der Colonien (mit Ausnahme von Canada vom 1. August ab), Guatemala, die Hawaiischen Inseln, Honduras, Italien, Liberia, Madagaskar, Marokko, Mexiko, Nicaragua, die Niederlande, Oesterreich Ungarn, Oranje-Freistaat, Paraguay, Perfien, Rumänien, Rußland, Salvador, Schweden und Norwegen, Schweiz, Serbien, Süd- afrikanische Republik (Transvaal), Türkei, Tunis, Bereinigte Staaten von Amerika, Sanfibar, die deutschen Zollausschlüffe, die deutschen Colonien und die deutschen Schutzgebiete.

tluslattöo

Wien, 25. Juni. Die mündlichen Verhandlungen der Quoten-Deputation haben heute begonnen. Ein be­friedigendes Resultat ist nicht zu erwarten, da die Ungarn

| den ösierreich.scheu Quoten-Borschlag von 61 Vg und 381/« entschieden ablehnen.

London, 25. Juni.Daily Mail" meldet aus Washington: Obgleich man in Regterungskretsen voll­ständig der Meinung ist, daß Admiral Dewey das Recht be- fitze, die Landung fremder Truppen auf den Philippinen zu verhindern, hat das Staatsdepartement dennoch den Groß­mächten erlaubt, Truppen in Manila zu landen, um ihre Eonsulate vor den Aufständischen zu schützen.

Washington, 25. Juni. General Shafter tele- graphtrte, daß es ihm gelungen sei, den Feind auf der ganzen Linie zurückzudräugen. Die Span er concentrirten fich jetzt zwischen Stbonry und Santiago, wo es nach Aaficht des General- Shafter in der nächsten Woche zu einem ent­scheidenden Kampf kommen wird.

Dermifd?tes»

* Sin ergötzliche- Schildbürgerstnckchen hat fich demKottb. Anz." zufolge gelegentlich einer im Spreewalddorfe Burg an einem der letzten Sonntage vom Referenten de-Bunde- der Landwirthe" einberufenen Versammlung ereignet. Wäh­rend dieser Versammlung wurde nämlich einem der An­wesenden von einem Unbekannten Schriften fretfinniger Rich­tung zur Bertheilung übergeben, welche die Aufschrift trugen: Der Bund der Landwirthe". Der betreffende Herr las dies und legte die Schriften in wohlmeinender Abstcht auf den Tisch de- Referenten. Zum Schluß nahm dieser die Bücher, ohne nähere Einficht von ihnen zu nehmen und ver- theilte sie unter die Anwesenden. Als fich der Saal fast gänzlich geleert hatte, erblickte jedoch sein Auge plötzlich den blauen Aufdruck auf der Vorderseite:Unser Candtdat ist Profeffor Oertmann, Colonie Grünewald." Da- Geschehene konnte aber nun nicht mehr ungeschehen gemacht werden und so hat der Betreffende Schriften seiner politischen Gegner, die gerade gegen seine Ausführungen gerichtet find, zur Ver- theilung gebracht, was wohl als ein Unikum in der dies­jährigen Wahlbewegung zu bezeichnen sein dürfte.

* Sin Verein zur Wahrnng gemeinsamer Interessen für die Einfuhr amerikanischer Wurst- und Fleischwaareu soll, wie aus Köln a. Rh. geschrieben wird, daselbst gegründet worden sein. Zu derselben Zetzt, wo man in Hannover berathen wird, wie der Mafien Einfuhr jener amerikanischen Producte entgegen zutreten ist, werde in Köln berathschlagt, wie und auf welchem Wege es möglich ist, jenen amerikanischen Pro- ducten den Weg nach Deutschland zu ebnen. Die Gegner der Einfuhr der amerikanischen Fleischwaarrn werden in dem Aufruf zur Begründung des Vereins böswillig und kurzsichtig genannt! Die Anregung zur Bildung dieser Ver- eiutgung, geht von der Firma Morris Bees Company, G. m. b. H.- deutsche Geschäftsstelle von The Fatrbank Canning Company in Chicago- Nelson Morri- u. Co. in Chicago, Geschäftsstelle Berlin W., Werderscher Markt 8, aus. In der diesbezüglichen Verhandlung wurde auch Besprechung ge­pflogen über die Packung in Borax (Borsäure?) und die Nachuntersuchung auf Trichinen.

* Vergiftungen durch Vanillefpeisen werden in über­raschender Zahl gemeldet. Wie schon erwähnt, find in Ant­werpen 36 Personen, die Vanille-Ci» gegessen hatten, da» ein italienischer Straßenhändler verkaufte, schwer erkrankt. Geheiwrarh v. Leyden in Berlin nahm in diesen Tagen in seinem klinischen Vortrag Gelegenheit, über die Vantlle- EiL-Erkrankungen zu sprechen, im Anschluß an die Vorstellung einer Patientin, die wegen einer durch Genuß einer Vanillespeise hervorgerusenen Vergiftung Tags vorher in die Berliner Charitä gebracht worden war. Die Frau hatte drei Löffel Vanille-Eis gegeffen, ohne zunächst etwas Unangenehme» zu bemerken, war dann nach einiger Zeit auf die Straße gegangen, hier aber plötzlich von Krämpfen und anderen acuten VergiftungSsymptomen befallen worden. Im

hatte er den Muth und die Gelegenheit gefunden, das aus­zusprechen, was ihn schon lange bewegte.

Als er nach dem Abschiede von Käthe im Hause an­gelangt war, setzte er fich hin und dachte noch einmal über alle Erlebnisse nach. Mehrere Stunden saß er in Träumerei versunken, der Abend war hereingebrochen, er achtete nicht darauf. Sein Abendessen berührte er kaum, sondern er zündete die Lampe an und begann seine Papiere zu ordnen. Die Briefe von Käthe betrachtete er lange und nachdenklich, dann warf er fie mit einem Seufzer ins Feuer. Von der Photographie konnte er fich nicht trennen, er legte fie in ein Schubfach zurück.

Endlich legte er fich zum Schlummer nieder, aber er fand den Schlaf nicht, der Gedanke an Käthe beschäftigte ihn noch immer. Hatte er ihr doch vielleicht Unrecht gethan? Aber die Natur verlangte ihr Recht, er schlief zuletzt ein.

Plötzlich erwachte er, ihm war, als habe Jemand an seine Nachtglocke gerissen. Er lauschte, Alle» blieb ruhig. Aber nein, er hatte fich nicht getäuscht, denn im nächsten Augenblicke schlug seine Glocke laut und vernehmlich an. Er eilte ans Fenster . . . unten stand Jemand, der seinen Namen rief. Vielleicht ein dringender Fall, dachte er, kleidete fich an und stieg hinunter.Was gibiS?* fragte er den Wartenden. Dieser zeigte nach Westen und jagte:Das Hau- Ihrer Braut steht in Flammen!"

Doctor Harmsen fuhr zusammen. DaS Landhaus, welche- Käthe mit ihrem Vater bewohnte, war von alter Bauart und hauptsächlich au- Holz errichtet. So half hier kein Befinnen. Schnell zog er sein Pferd au- dem Stall, im nächsten Augenblick hatte er den wohlbekannten Weg ein­geschlagen.

Schon war er dem Landhause ziemlich nahe. Er sah, daß hier alle Rettung verloren sei.

In der Nähe de- Hause- kam ihm der Oberstlieutenant mit au-geftreckten Armen entgegen.

Um- Himmels willen, Hermann, retten Sie meine Kinder, Ihre Braut. Sie befindet fich noch in dem brennendem Hause. Sie schläft mit den Kleinen im Thurmzimmer, die Flammen haben ihr den Weg abgeschnitten."

Doctor Harmsen stand starr. Aber hier durfte nicht gezaudert werden, jede Minute vergrößerte die Gefahr.

Schnell eine Leiter!" befahl er. Aber eine Leiter war nicht zur Hand, auch kein Seil. In diesem Augenblick erschien Käthe mit ihren beiden Geschwistern auf dem Balkon. Sie hielt die Kleinen wett von fich ab, damit fie nicht unter dem Rauch leiden sollten.

Der Doctor sah erstaunt auf da- junge Mädchen, da» oben stand. So war Käthe ihm noch nie erschienen. Nun trat der Ernst de- Lebens an fie heran, schneller, al- er eS erwartet hatte- fie bestand die Probe glänzend.

Habt Ihr keine Leiter?" rief Käthe, die schon ganz von Flammen umringt war.

Nein!" rief eine Stimme.

Käthe dachte einen Augenblick nach. Sie hatte vielfach gelesen, daß Gefangene entfliehen, indem fie ihre Kleider entzwei reißen und die Stücke zu einem Strick zusammen« binden. Doch diesen Gedanken verwarf sie wieder, denn eS würde zu lange gewährt haben, ehe sie die Stücke gerissen und aneinander gebunden hätte.

Schon schlugen ihr die Flammen ins Gesicht, kaum konnte sie die Kleinen noch behüten, da schoß ihr ein Gedanke durch den Kopf.

Schnell ein Tuch!" tief fie mit fast verlöschender Stimme.

Ein großes Tuch wurde gebracht. Man errieth ihre Absicht. Bier starke Männer breiteten das Tuch aus und hielten die Zipfel.

Achtung!" tönte die Stimme von oben. Im nächsten Augenblick flog ein weißer Gegenstand hinunter, im darauf­folgenden ein -weiter. Nun stand Käthe noch allein auf dem

Anschluß an diese Erkiaukung, deren Folgen fich noch gar nicht absehen lassen, bemerkte der berühmte Kliniker, daß schwerlich in den bekannt gewordenen Fällen der Vanille selbst die Schuld zuzuschreiben sei, obwohl ein Bestandthetl dieses Genuß« tkels, Cardol genannt, giftig sei und auch in ter Literatur über eine dadurch hervorgeruiene Vergiftung be­richtet wird. Vielmehr geht die Anficht Leyden» dahin, daß die Ursache wahrscheinlich in dem Bacterien enthaltenden Eise liege, da» zur Bereitung von Vanillesprisen ja sehr oft verwendet wird. Es dürste fich daher empfehlen, bet tem Genuß von Eisfpeisen, deren Herkunft nicht über jeden Zweifel erhaben ist, die größte Vorsicht walten zu lassen.

* Studio Bummels Brandbriefe. Student (an seinen Onkel):Lieber Onkel, drei Worte nur schreib ich Dir in­haltsschwer: Onkel, schick' Geld, Geld und nochmal» Geld und kein Jota mehr!" Student (an seine Eltern):Liebe Eltern hier schicke ich Euch einen Rockhenkel, seid doch so gut und näht mir schnell einen neuen Anzug dran!" Student (an seinen Bruder):Lieber Bruder, hier schicke ich Dir ein Dutzend Rechnungen, sei doch so gut und schicke mir dieselben mit der nächsten Post quittirt zurück!" Student (an seine verheirathete Schwester):Lebe Schwester, da ich weiß, daß Dein lieber Mann auch studirt hat, Io bitte ich Dich, ihn darauf vorzubereiteu, daß in nächster Z-it ein Wechsel von mir ausgestellt, bei ihm präsentirt wird - um nun unröthige Portoauslagen zu ersparen, bitte ich darum mir den kleinen Gefallen zu erweisen und den Wechsel em- zulösen!" Student (für sich, nachdem er die ganzen Briefe geschrieben):Donnerwetter, so geochst habe ich doch in meinem ganzen Leben rot nicht tote heute!"

Citeratur rrnd Arrrrst.

Frauenarbeit, die für die Familie erhält und erwirbt, steht in unserer ruhelosen, anspruchsvollen Zeit doppelt hoch. Von unschätzbarem Werthe ist in dieser HinsichtDie IRobcntoeH* ige- prünbet 1865), deren sachgemäße Rathschläge die Leserinnen tn dm Stand setzen, ihre Kleidung selbst anzuseriig«. Zu jeder Abbildung liefertDie Modenwelt", nicht zu verwechseln mitKleine Modm- welt" (gegründet 1889; undGroße Modenwelt" (gegründet 1892), Extra Schnitte nach p-rsönlchem Maße; ein großer, doppelseitiger Schntttmusterbogen mit klaren, verständlichen Erläuterungm und vielen, die Handarbeiten naturproß ergänzenden Muster-Vorzeich- nungen liegt außerdem jeder Nummer bet. Alle diese Vortheile kommen besonders auch unseren Müttern zu Gute, die tn der Ab- theilungKinder-Moden und «Wäsche" ihre Lieblinge Knaben wie Mädchen in retzendm Gruppen dargestellt finden. Mäntel, Hüte und Wäschgegenstände sind für jedeS Alter vertreten und von mustergiltigm Schnitten umgeben.

Die soeben erschienene Nr. 11 von Möbel und Decoration, reich illustrirtes Fachblatt für alle Gebiete der Schreinerei und deren verwandte Gewerbe (Nürnberg, Preis oterleljährltch 2 Mk.), enthält: Stnnspruch, Moderne Wandteppiche, Moderne Herrenzimmermobel, DaS strtkende München, Aus dem Leserkreise, Schlafzimmer, Gothflches Mobiliar, Aus unserer Zett, Thür-Patente, Holzmarkt, Bücherschau usw.________

Hniverfitäts-Nachrichten.

Breslau, 25 Juni. Der Geh. Regierungsrath Prof. Ferd. Cohn, hervorrage der Bokantker und Ehrenbürger BreSlauS, ist tu Folge Herzschläge« hier gestorben.

Privatdocent Dr. Simon, erster Assistent am physikalischen Institut zu Erlangen, wurde als erster Afltstent an daS physikalische Institut nach Göttingen berufen.

Der bisherige erste CustoS der Universitäts-Bibliothek zu Leipzig, vr. Wilhelm Steglin, ist zum außerordentlichen Professor in der philosophischen Facuttät ernannt worden.

Anton Kerner, Ritter von Marilaun, ber am 22. Juni in Wien verstorbene ausgezeichnete Botaniker, war 1831 zu Mautern (Ntederösterretch) geboren, studirte Medictn und war ursprünglich als practtscher Artt thättg, wandte sich aber bald garn der Botanik zu und wurde 1858 als Prosissor dieses Faches nach Ofen, 1860 alS Director des Botanischen Garlens nach Innsbruck, 1878 als Professor und Dtrector des Botanischen Gartentz nach Wien berufen. Da» bekannteste seiner Weite, das volle wissenschaftliche Zuverlässigkeit mit anziehender, allgemein verständttcher Form der Darstellung ver­bindet, ist daSPflanzenleben", gleichsam als Gegenstück zu Br'hms Thierleben" gedacht und im gleichen Verlage erschienen (Leipzig, zwei Bände 1886 und 1891).

Balkon. Die Flammen umzingelten sie schon ganz, noch immer machte fie keine Anstalt, auch den Sprung zu wagen.

Springt, um des Himmels Willen!" rief einer der Zuschauer.

Käthe schloß die Augen, dann ließ fie sich herabfallen. Es war die höchste Zeit gewesen, denn im Augenblick darauf brach der Balkon zusammen.

Vor dem Krankenzimmer ging am andern Morgen Doctor Harmsen auf und nieder. Schon einige Stunden wartete er hier, denn da drinnen kämpften Tod und Leben einen schweren Kampf- jeden Augenb! ck konnte das Ende eintreten.

Erst am nächsten Tage durste Harmsen das verdunkelte Zimmer betreten.

Ich konnte ihr ihren Wunsch nicht länger abschlagen, sagte der Doctor.

Hat fie denn nach mir gefragt?"

Sie hat nur Ihren Namen genannt. Aber Sie müssen sehr leise sein, Sie dürsen kein aufregende» Gespräch führen."

Lautlo» sank er am Bette nieder. Seine Augen waren naß- wie sehr hatte er ihr Unrecht gethan.

Liebling, kannst Du mir vergeben?" e

Ich vergeben? So hast Du Deine Ansicht geändert?

Du hältst mich Deiner nicht wehr unwerth?"

Kein Wort mehr, ich war ein Narr, ein großer Narr. Du sollst meine kleine liebe Frau werden, wenn Du wich haben willst."

Ich will! Aber der Arzt sagt, ich werde -eitleben» entstellt bleiben. Wird Dich da» nicht abbalten?"

Ich nehme Dich wie Du bist, denn Du hast die Feuer­probe bestanden."