He Angst, welche die Bewohner der Gemeinden bewegt hätten, Dil die Kunde von dem Unglücke anlangte- welche bangen Stunden gar Biele verlebt Härten, ehe ihnen über das Schicksal idrer Angehörigen Gewißheit geworden. Furchtbar seien zwei Familien getroffen, in denen je zwei Brüder hiugerafft seien, diese ruhten nun auch im Tode nebeneinander. Der geistliche Redner tröstete die Hinterbliebenen und wandte sich bann zu den jungen Leuten. Diese ermahnte er, zu bedenken, daß fie fich nicht der Genuß- und Vergnügungssucht hingeben sollten, wie es so vielfach geschehe, sähen fie doch in diesen noch offenen Grüften ein Beispiel, daß der Tod auch den jungen Menschen ost unverhofft abrufe. Auf dem Fried- Hofe in Warten hielt Pfarrer Klein die Leichenrede, er schil- beite ebenso das schreckliche, über so Biele heretngebrochene Elend, lobte den Muth und die Ausdauer der RettungS- mannschasten, die unter Anführung der Beamten, trotz der Gefahr für das eigene Leben, muthig vorgedrungen seien und ihren Brüdern Hülfe und Rettung gebracht hatten. AlS leuchtendes Beispiel der Bruderliebe bezeichnete der Redner die herrliche That des jungen Stchelschmidt, der, schon ge- rettet, wieder in die Grube einfuhr, um seinen Bruder zu retten, der Tod habe fie beide vereint, Seite an Sette ruhten die Jünglinge im Grabe.
• AnS der BerfichernngSbranche. Der Anstallsarzt einer größeren Pflegestatton im Kreise Militsch hat von einer in Breslau befindlichen Feuer-Versicherungs-Gesellschaft, bei der er seinen Besitz versichert hatte, Schadenersatz für einen I Gänsebraten verlangt, der durch Ueberheizen des Bratofens verdorben war. Er erhielt von der Gesellschaft folgenden Bescheid: „Der Anspruch für Fletsch, das zum Zwecke des Bratens der Einwirkung des Feuers ausgesetzt war und dabei zu Schaden gekommen ist, Ersatz zu erhalten, erscheint uns recht sonderbar; mit dem eigentlichen Zwecke der Versicherung ist ein derartiger Schaden sicherlich nicht in Verbindung zu bringen. Im vorliegenden Falle nun wollen wir den Anspruch nicht ablehnen, erklären, uns vielmehr bereit, die geforderte Entschädigung auszuzahlen, wenn Sie eine über den geforderten Betrag lautende Schadenliquidation vollziehen. Auch wollen Sie den „Brand", wenn es auch noch nicht geschehen fein sollte, der Ortspolizeibehörde bestimmungsgemäß zur Anzeige bringen." — Noch bester machte es eine andere Gesellschaft, von der Jemand Brandentschädigung für eine Kiste aufgerauchter Cigarren gefordert hatte. Die Gesellschaft bezahlte ihm den „Schaden", zeigte ihn aber dann wegen vorsätzlicher Brandstiftung an.
* Gegen Wettgefäuge. Der Pfälzische Sängerbund faßte in einer außerordentlichen Generalversammlung auch für weitere Kreise intereffante Beschlüsse. Es handelt fich dabei um den Wettgesang bei Sängerfesten. ES gibt in Deutschland nur zwei größere Verbände, die den Wettgesang pflegen, der badische und der schwäbische Sängerbund. Nun sollte auch in der Pfalz dieses Beispiel befolgt werden. Die genannten Verbände in Baden und Württemberg haben jedoch mit diesen Wetigesangfestev keine günstigen oder wenigstens nur bedingte Erfolge erzielt. Mit Recht wurde in der Hauptversammlung des pfälz. Sängerbundes betont, daß im Allgemeinen das ideale Moment bei solchen Wettgesängen in den Hintergrund trete und meist recht prosaische Faktoren dabei eine Rolle spielen. Man beschloß darum auch, priocipiell von derartigen Veranstaltungen Abstand zu nehmen und den Wetteifer der Vereine auf andere Weise aufrecht zu erhalten. Im Weiteren sollen in Zukunft die großen Sängerfrste vereinfacht und die Bestimmungen für Teilnahme der Vereine an den Borträgen von Chören verschärft werden, um dadurch zu künstlerisch edleren Zielen zu gelangen. Das find Beschlüffe, die um so mehr Anerkennung verdienen, als seit vielen Jahren leider die Beobachtung zu machen ist, daß bei öffentlichen Sänger- festen u. s. w. die „Pflege des Schönen" nur einen Vorwand für zuweilen recht nüchterne Festfreuden bildet.
* Was einem Radler Aller paffiren kann! Eine Anzahl Arbeiter ans Urberack, die in Frankfurt in Arbeit stehen und Abends auf ihren Rädern nach Hause fahren, sahen fich gestern Abend auf der Heimfahrt und zwar in der Nähe des Grafenbruchs plötzlich einem feisten Rehbock gegenüber. DaS Thier erschrak beim Anblick der in langer Kette fahrenden Radler so sehr, daß eS fich zunächst nicht zu rühren vermochte und wie angewurzelt stehen blieb; dann aber mochte eS ihm doch angebracht erscheinen, um jeden Preis wieder den gegenüberliegenden Wald zu gewinnen und so nahm es denn daS lebendige Hinderniß, indem eS mit einem kühnen Sprung über die verdutzten Radler hinwegsetzte. Einer von den Letzteren aber wurde von den Hinterläufen des Bockes so kl ästig gestreift, daß er daS Gleichgewicht verlor und mit seiner Maschine in den Straßengraben flog. Schaden hat der Radler bei der unerwarteten „Begegnung" glücklicher Weise nicht genommen.
* Hebet FeuerSgefahr durch Fernsprechleitungen wird der Wes. Ztg." geschrieben: „Wie noch erinnerlich sein dürfte, ist vor einiger Zeit das Telephonamt in Zürich durch elektrische Zündung in Brand gesetzt und vollständig vernichtet worden. Dieser Brand hat wiederum die Frage wachgerufen, ob und inwieweit eine Fernsprechleitung durch elektrische Zündung die Ursache eines Brandes werden kann. Zunächst ist eS zu bedenken, daß die Möglichkeit einer FeuerSgefahr durch die Fernsprechleitung schon seit langer Zeit bekannt war und daß der Brand des Züricher Amtes nicht vereinzelt dasteht. ES find vielmehr die Aemter in
Remscheid, Dortmund, Effen und Barmen, sowie die in Neapel und Stockholm schon früher durch elektrische Zündung in Flammen aufgegangen. Die Ursachen der Brände sind fast immer die Leitungen der elektrischen Straßenbahnen, indem ein Telephondraht reißt und auf diese Leitungen fällt. Dadurch gelangt ein außerordentlich starker elektrischer Strom in die Fernsprechapparate, resp. die Schaltungen, die fich erwärmen und schließlich entzünden. Die Gefahr, daß ein Brand auf diese Weise entsteht, ist verhältnißmäßig sehr groß, wie auch die Gefahr der Ausbreitung einer solchen Feuersbrunst durch die Fernsprechleitungen ganz bedeutend ist. Das Aus-
brennen eines Fernsprechamtes ist, ganz abgesehen von i dem großen Materialschaden, auch für die Theilnehmer an der Fernsprecheinrichtung eine schwere Schädigung, weil der gesammte Betrird oft monatelang ruhen matz. Die Beseitigung der ZündungSgefahr durch solche zufällig in die Fernsprechleitungen eindringende starke Ströme ist sehr einfach und erfolgt dadurch, daß man sog. Abschmelzficherungen in die einzelnen Fernsprechleitungen einleitet. Diese Abschmrlz- ficherungen bestehen au- ganz dünnen Bleifäden, die nur einen Strom von ganz bestimmter Starke leiten können - steigt die Stromstärke, so erwärmt fich der Bleldraht und schmilzt, wodurch natürlich die Leitung sofort unterbrochen wird und damit auch jede FeuerSgefahr beseitigt ist. Ein origineller Zufall ist e-, daß bei dem jetzt zerstörten Züricher Amt die Einführung derartiger Abschmelzficherungen geplant und zum Theil auch bei dem neuen, noch nicht ganz vollendeten Amt schon fertiggeftellt, aber noch nicht in die Leitungen eingeschaltet war! Die Sicherheit des Fernsprechverkehrs ist Im Interesse der Theilnehmer unbedingt erforderlich, weil eine längere Unterbrechung zu schweren geschäftlichen Schädig, uugen führen kann, und es ist daher dringend zu wünschen, daß die Einführung von geeigneten DorfichtSmaßregeln allgemein angeordnet wird."
• Rix deutsch! Peter Rosegger bringt im Machest seiner Monatsschrift „Heimgarten" folgendes ergötzliche Ge- schichtcken: Recht gemüthlich hatten wir uns unterhalten, auf der Strecke Wien—Prag, der Conductrur und ich. Er sprach deutsch und die paar böhmischen Lichter, die er hier und da seinem Jargcn aufsetzte, brachten mich nicht auS der Faffung. Der Mann besorgte mir schließlich ein gutes ScklascoupS, daS ick erst verließ, als der Zug still stand und die Station „Praha“ auSgerufeu wurde. ES graute der Morgen, ich öffnete das Fenster und fragte meinen Con- ducteur, wie lange der Aufenthalt dauern würde. „Dvacot minutl* antwortete er kurz. In der Halle stand der Früh- stückStisch. Da ick die Antwort nicht verstanden hatte und also über deu Aufenthalt im Unklaren war, so rief ich dem Kellner zu, mir eine Portion Kaffee inS Coups hereinzu- geben!" — „Nix deutsch!" — Ich wiederholte meinen Wunsch. — „Trojete si seidani?“ fragte der Kellner. — „Ich bitte, mir eine Taffe Kaffee in daS Coupö hereinzugeben!" — „Zde ss nemluvi nemucky!8 antwortete der Kellner und that weiter nichts desgleichen. — „Aber wir haben nicht lange Zeit, nicht wahr, Herr Conducteur?" — „Zde ae nemluvi nemecky!“ wiederholte auch dieser scharf. Dann bedeutete er ezechisch, mir den Kaffee in den Wagen zu reichen, was der Kellner nach langem Zögeru that. Ich be- ganu ruhig zu frühstücken. Der Kellner stand vor dem Fenster und sagte: „Prosim poapeste si!“ — Na, dachte ich mir, mein lieber Böhme, Du wirst noch recht gut mit mir deutsch sprechen, bevor wir auseinandergehen! Und genoß gelassen meinen Kaffee. Der Kellner wurde jetzt un- geduldig und lief: „Prosim pospeste si, vlak przi odjede!“ Jh that nichts dergleichen. Mit lebhaften Geberden rief er mir czechische Worte zu, denn der Zug wurde bereits ab gerufen. Endlich reichte ich ihm daS Geschirr hinaus und nickte: Adieu! Da schrie er grell: „Kaffee kostet vierund- dreißig Kreuzer!" — „Wiie?" fragte ich hinaus. — „Bier- uuddreißig Kreuzer!" wiederholte er in höchster Erregung. — Ich deutete ihm mit den Händen: „Nix deutsch!" — Der Zug setzte fich in Bewegung. Der Kellner stand händeringend bet seinem Kaffeetisch in der Halle. Allzulang wollte ich aber doch nicht der Schuldner deS Prager Kellners bleiben, und bei Aussig, als mein Couducteur deS Deutschen wieder mächtig war, bestellte ich ihm, auf seiner Rückfahrt meine Kaffeerechuung zu begleichen.
• Die sechs reichsten Frauen der Welt find Seunora Jfidora Couftno, MrS. Harriet Howland Green, die Baronin Burdeit Coutte, die Marquise de Roda, Miß Math Garret und Frau Woleska. Sennora Coufino, eine südamerikanische Minevbefitzerin, wird auf 40 Millionen, Mrs. Green auf 11, die Baronin Burdett-Coutt» und die Marquise de Roda auf je 8, Miß Garett und die rusfische GutSbefitzerin Frau WoleSka auf je 4 Millionen Pfd. Sterling geschätzt. Das tägliche Einkommen der Damen stellt fich wie folgt: Madame Coufino 4931 Pfund oder 98,620 Mk., MrS. Green 27,120 Mk., Baronesse Burdett Coutt» und die Marquise be Roda 9860 Mk., Miß Garett und Madame Wolcska 4920 Mk. Jede Pendelschwingung bedeutet für Sennora Coufino ein Einkommen von fast 140 Pfg., für Frau Hetty Green 38, die Baroneffe und die Marquise 14 Pfg. u. f. w. Eine bescheidene Behauptung stellt fest, daß bet einer Anlage zu 41/» da» vereinigte Kapital der sechs Millionärinnen 567/io Millionen Mark erbringen würde, so daß, behielte jede der Damen 400,000 Mk. Rente für fich, noch etwa 150,000 Mk. täglich zur Vertheilung an minderbegünstigte Sterbliche übrig blieben.
* Die Redakteure der „Züricher Post" find sehr ärgerlich. Man hält fie nämlich in Zürich häufig für einfache — Briefträger. Au der Vorderseite des Gebäudes, in dem die Redakteure der „Züricher Post" Weltgeschichte machen, befindet fich nämlich ein Schild von bescheidenem Umfang mtt der Aufschrift: „Züricher Post". Man kann also den Leuten uicht grollen, die in ihrer HerzenSeinfalt die RedactionSräume für eine Zweigstelle der Bundespost halten- aber die Herren Redakteure haben doch schließlich Anderes zu thun, als junge Mädchen abzufertigen, die eine Marke für einen Liebesbrief kaufen wollen, oder einen großen Sack mit Wurst, Butter, Käse u. s. w. zurückzuweisen, die ein bravrS Mütterchen an ihren bet den Soldaten befindlichdn Sohn abfenben will — ganz abgesehen davon, daß ber Redactionsbrieskastrn täglich mit frankirten Briefen und Postkarten angesüllt ist, die die Redakteure bann eigenhändig zur Poft bringen müffrn, zur wirklichen Post. DaS Alles ist sehr unangenehm. Aber man wechselt nicht gern den Namen eine» Blattes und deßhalb werden die Redakteure der „Züricher Post" ihr Mißgeschick auch in Zukunft mit Geduld tragen müssen.
No ^-deutscher Lloyd, in Gießen vertreten durch die Agenten ®rrl LooS und I. M. Schulhof.
Bremen, 24. Mat. fPer transatlantischen Telegraph.! Der Schnelldampfer Trave, Capt. C. Tbalenhorst, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, tft gestern 10 Uhr Vormittags wohlbehalten tu Newyork angekommen.
Bremen, 25 Mai. sPer transatlantischen Telegraph.j Der Doppclschrauben-Postdampfcr Königin Luise, Capitän W. o. SLuck- numn, vom Nordd. Lloyd in Bremen, ist gestern 9 Uhr Vormittags wohlbehalten in New York angekommen.
Bremen, 25. Mat. >,Per transatlantischen Telegraph] Der Doppllschrauben-Poftdampfer H. H- Meier, Eapt. E. Sttenken, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist heute 10 Udr Vormittags wohlbehalten b Baltimore angekommen.
Mxchliche Anzeigen 6er Stadt Gietzen.
Evangelische «emeiube,
1. Pfingstfeiertag, den 29. Mai.
Collecte für die Hessische Lutherstiftung.
G o 11 e s d i e n st.
In der Stadtktrche.
Vormittags 97« Uhr: Pfarrer Dr. Grein
Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Marcusgememde. Pfarrer Dr. Grein.
Nachmittags 27e Uhr: Pfarrer Schlosser.
In der Johanneskirche.
Vormittags 1BI* Uhr: Pfarrer Dr. Naumann.
Vormittags 91/, Uhr: Pfarrassistent Dr. Heußel.
Beichte und heil. Abendmahl für die Lucas- und Johannes- gemeinde. Anmeldung bei den Pfarrern erbeten.
Collecte für die Lutherstiftung.
2. Pfingstfeiertag, den 30. Mai.
Collecte für die Armen.
In der Stadtktrche.
Vormittags 7»/« Uhr: Pfarrer Dr. Grein.
Vormittags 97- Uhr: Pfarrer Schlosser.
Beichte und hell. Abendmahl für die Matthaus- und Marcusgemeinde. Anmeldung zuvor bei den Pfarrern der Gemeinde erbeten.
Vormittags 117« Uhr: Kinderkirche für die Matthäusgememde. Pfarrer Schlosser.
Vereinigung der confirmirten männlichen Jugend der Matthäus- gemeinde. Zusammenkunft Dienstag den 30. Mai, Morgens 77, Uhr, am Bahnhof.
In der JohanneSktrche.
Vormittags 978 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann.
Die Pfarrgeschäfte in der Lucasgemeinde besorgt vom 15. Mai ab bis auf Werteres Pfarrassistent Dr Heußel. Sprechstunden Dienstags, Donnerstags und Samstags von 12 bis Uhr m du Sacristei der Johanneskirche, sonst in seiner Wohnung Weserstraße 3.
Katholische Gemeinde.
Samstag den 28. Mai.
Nachmittags um 4 Uhr und Abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beichte.
Sonntag den 29. Mai. Pfingstsonntag.
Vormittags von 67, Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beichte.
w um 7 Uhr: Die erste heil. Messe; vor und in derselben Austheilung der heil. Communion. .
, um 8 Uhr: Die zweite heil. Meffe; Milttärgottesdienst.
„ um 97, Uhr: Hochamt mit Predigt.
Nachmittags um 2 Uhr: Festandacht.
„ um 4 Uhr und Abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beichte.
Montag den 30. Mai. Pfingstmontag.
Vormittags von 67, Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beichte.
„ um 7 Uhr: Die erste heil. Messe; vor und in derselben Austheilung der heil. Communion. .
„ um 8 Uhr: Die zweite heil. Messe- Militärgottesdienst mit Predigt.
„ um 91/2 Uhr: Hochamt mit Predigt.
Nachmittags um 2 Uhr: Festandacbt. .
Neueste Z7ad?rid?t<n.
Depeschen des Bureau „Herold".
Berlin, 27. Mai. Die Abfahrt der deutschen Norpol-Expedition ist gestern von dem Fischereihafen bei Geestemünde erfolgt.
Leipzig, 27. Mai. Der CentrumS-Abgeorbnete Spahn ist jetzt officiell zum ReichSgerichtSrath ernannt worden.
Erfurt, 27. Mai. Gestern Abend wiederholten fich die Tumulte. Berittene Polizei und GenSdarrnen hielten stundenlang taufende von Demonstrauten in Schach. Auch gestern wurde die Polizei mit Steinwütfen empfangen. Zahlreiche Personen wurden verhaftet.
Odefsa, 27. Mai. Bor sechs Monaten reisten 150 junge Leute von hier nach Alaska, um nach Gold zu suchen. Dieser Tage ist folgende Nachricht über ihr Verbleiben ei«' getroffen: Nach endlosen Qualen und Entbehrungen waren fie dort angelangt. Während des Grabens nach Gold löste fich eine riesige Schneelawine los und begrub sämrntliche Goldsucher- nur vier blieben am Leben.
Madrid, 27. Mai. Der spanische Botschafter in Paris hat mit dem Minister de» Aeußern eine längere Conferenz gehabt, der man die allergrößte Wichtigkeit beilegt.
Madrid, 27. Mai. Der KriegSminister und der Marine- Minister Haden dem Marschall Bianco ihre letzten Befehle nach Havanna mitgetheilt. Man glaubt, daß Marschall Blauco dieselben noch erhalten haben wird, obwohl voraus- sichtlich in kürzester Zeit daS Kabel durchschnitten werden wird.
London, 27. Mai. Den ganzen gestrigen Tag über war ber Zudraug zur Westminster-Abtei ungeheuer. Anden Provinzen waren viele Tausende gekommen, so baß die Hotel» überfüllt find. Bis zvm Abenb würbe die W-.stminster- halle von mehr als 120,000 Personen besucht, die am Sarge Gladstones defilirten.
New-dotk, 27. Mai. Ein Telegramm aus Key West meldet, das Amerika 30,000 Patronen auf Cuba für die Insurgenten gelandet habe.
Gießen, 28. Mai. Gegen Flöhe, Schnaken, Schwaben, Russen, Wanzen und Fliegen kauft nur Lahr's Dalma. Es tobtet in 10 Minuten alle Fliegen im Zimmer. Nicht giftig. Hunderte von Dankschreiben. Nur ächt zu haben in versiegelten Flaschen zu 15, 30 und 50 Pfg., Staubbeutel 15 Pfg. in G,eßen in der Hirschapotheke. 5454


