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16SS4 ^Bahnwärter, Krahnwärter, Nachtwächter (700 bis 900 Mark).
Einem so gewaltigen Betrieb und einem Beamtenheer von weit über hunderttausend Köpfen stehen natürlich auch entsprechende Betriebseinnahmen gegenüber. Die gesammten ordentlichen Einnahmen sind für 1898/99 auf 1 204 463 056 Mk. geschätzt.
Die vorstehenden Zahlen sind dem Etat für 1898/99 entnommen. In der Denkschrift über den Stand der Betriebssicherheit rc. auf den Staatsbahnen vom 10. Januar 1898 find auch die Arbeiter mitgerechnet. Die Denkschrift des Ministers schreibt über die „Anzahl der Bediensteten" wörtlich: „Nach den vorläufigen Ermittelungen werden im Jahresdurchschnitt 1897/98 im Staatsbahnbereiche voraussichtlich 324800 Beamte und Arbeiter beschäftigt sein. In dieser Zahl werden enthalten sein rund 1300 höhere Beamte sowie 12100 mittlere und untere Beamte und 1100 Arbeiter, zusammen rund 14500 Arbeitskräfte des inneren Verwaltungsdienstes, sowie ferner rund 42 900 Werkstättenarbeiter und 63 400 Streckenarbeiter. Als Betriebspersonal im weitesten Sinne wird sich mithin ein Personal von 204 000 Beamten und Arbeitern ergeben."
vermischte».
* Berlin, 26. Januar. Der Generalstrike der Schuhmacher ist gestern Abend in einer von mehr als 1000 Personen besuchten Versammlung proclamirt worden.
* Köln, 26. Januar. Die Wittwe de» früheren hannöverischen StaalSministers Dr. Wtvdthorst ist laut der „Dolkß-Ztg." heute in Hannover gestorben.
* Dortmund, 22. Januar. DaS Z e ugnißzwang S - verfahren wurde heute von der Strafkammer gegen eine polnische Arbeiterfrau angewendet. Sie war als Zeugin geladen und hatte vor der Verhandlung auf dem Flur noch mit anderen Zeugen deutsch gesprochen. In der Verhandlung gab sie nur die Antwort als: „Nix daitsch!" Da sie bei ihrer ersten Vernehmung in dem Verfahren dem Untersuchungsrichter gegenüber deutsch auSgesagt hatte, worüber ein drei Seiten umfassendes Protokall vorliegt, beschloß daS Gericht, die Frau zu 20 Mk. Geldstrafe zu verurtheilen und fie zur Erzwingung des Zeugnisses sofort in Haft zu nehmen. Der in der Sache Angeklagte, ebenfalls eine Pole, wollte auch ktin Deutsch verstehen, obschon er drei Jahre lang beim Militär gedient hat und jetzt schon ein Jahr in Dortmund wohnt.
• Saarbrücken, 26. Januar. DaS Schwurgericht verurtheilte den Agenten Hunderweit aus Aachen, der die Rolle eines Arztes Namens Wolf spielte und Frauen in discreten Fällen Hilfe ankündigte, wegen Verbrechens gegen Paragraph 219 zu 2!/2 Jahren Zuchthaus und 5 Jahren Ehrverlust.
• Halle a. S., 21. Januar. Die Frage der Ge schiech tö- brstimmung behandelte im naturwissenschaftlichen Verein sür Sachsen und Thüringen Prof. Dr. v. Herff, der erste Assistenzarzt an der hiesigen Frauenklinik. Er hob hervor, bay die Frage, die durch die Zeitungsnachrichten über die angebliche Entdeckung von Maßnahmen zur Vorbestimmung bes Geschlechtes durch Prof. Schenck in Wien in jüngster Zeit in den Vordergrund des allgemeinen Interesses getreten sei, uralt sei. Schon seit den ältesten Zetten seien nicht bloS in Familien, sondern bet ganzen Völkern besondere Wünsche hinsichtlich deS Geschlechts der Mehrzahl der Nachkommenschaft zu Tage getreten. Die krittsche Beleuchtung der mannigfachen Ansichten über die Ursachen der Bildung der verschiedenen Geschlechter ließ den Redner zu dem Schluß kommen, 2aß nach allen einschlägigen Thatsachen mit Sicherheit anzu- nehmen sei, daß keine Möglichkeit vorliege, baß bestehende Zahlenverhältniß zwischen den Geburten von Knaben und Mädchen (etwa 106 :100) zu beeinflussen, für welche That- fache man im Interesse der gesammten Menschheit nur dankbar lein könne.
* Kopenhagen, 26. Januar. Ein Reisender aus Wien traf am vergangenen SamStag hier ein und wechselte lei einer hiesigen Bank 35000 Gulden gegen Dollars ein. Als er die Quittung unterschreiben sollte, stockte er bei der Unterschrift und sagte, eß sei besser, mit dem Namen zu unterschreiben, . unter dem er sich in daß Fremdenbuch des Hotels eingetragen habe. Als man später in Erfahrung brachte, daß er auch bei einem hiesigen Bankier 9000 Mk. gewechselt hatte, wurde bei der Wiener Polizei angefragt, worauf diese telegraphisch anwortete, daß alles Geld gestohlen lei« Hierauf erfolgte die Verhaftung des Reisenden,- 8er größte Theil des gestohlenen Geldes wurde noch bei ihm gefunden.
* Die Mittheilnngen aus dem Leben unseres Kaiserpaare», Lie jüngst durch die Presse gingen, find auch einem Dienstmädchen in Konstanz zu Gesicht gekommen und haben ihm schweren Kummer bereitet. Es macht seinem gepreßten Herzen Sa einer Zuschrift folgendermaßen Luft: „Geehrte Zeitung! In Ihrer Zeitung lese ich, daß der Kaiser und seine Frau -rlle Morga um 5 Uhr aufstand und um 6 auch schon alle Sind hauße sind. Nun saget Sie a mol, geehrte Zeitung, vaS machet noch au schau die Leut um 5 uf; jedenfalls nichts anders, daß schau 'S Oel verbrennen und dia Kinder au mit, wenn Sie aufstand, noch tsch doch noch überall kalt und dia ßrtrat gwiß a wie mir. Wenn müaßet no die arme Mägde aufsteha und heitza. Met Frau Hot gsait, do sollt seha, ntama andere Häuser < rfstehe müß. Ich möcht Ihnen doch jitzt bitta, daß Sie künftig vom Kaiser u von der Kaiserin vom Aufsteh nicht- in Zeitung drukat. Jt, daß met Frau mit diam ka groß macha. Wenn t au den Kaiser und die Kaiserin und die 7 Kinder ganz gern ma, mir arme verlaßene Mägd, mir hautß schlecht genuag. Wenn ihr vom Kaiser Md der Kaiserin net druckst, wenn Sie aufftand, wen sollst mach mir arme Magd aufstauh. Auf jedenfalls haut Ihr do । ■lr u dra denkt. Sind auch so gut und schreibet nichts mehr I tom früh aufstehen. Nichts für ungut. K. M "
* Eine Fuchsjagd im Grünewald Bei Berlin ist zwei jungen Leuten sehr übel bekommen. Der 28 Jahre alte DrechSlergehülse Wilhelm Rettzholz aus Hagen in Westfalen uob der gleichalterige Mechaniker E. Hollert aus Potsdam machten einen Spaziergang im Grünewald und bemerkten, wie aus einer Erdhöhle ein Fuchs schlüpfte. Schnell liehen fie fich von in der Nähe arbeitenden Holzfällern zwei Spaten und einen Sack. Nach eifrigem Graben stießen sie endlich an den Höhlengang, schnell wurde der Sack über die Orffnung gespannt, und ein brennender Kiefernzweig in die Höhlung gesteckt, um durch den Rauch den Fuchs zum Verlassen seines Baues zu zwingen. Im nächsten Augenblick waren vier Füchse in dem aufgespauneen Sack gefangen. Schon glaubten die jungen Leute, ihre Beute sicher zu haben und schnürten den leichten Sack zu, aber die wüthenden Thiere bissen fich durch und zerfleischten ihre Verfolger aufß Schrecklichste. Auf das Stöhnen der jungen Leute eilten einige Holzsawmler herbei, welchen es gelang, zwei der Füchse mit Knütteln zu erlegen. Die schwer verletzten Handwerker wurden nach Berlin inS Krankenhaus gebracht. An ihrem Aufkommen wird gezweifelt.
* Eine besonders starke Einstellung von Schiffsjungen bet der Marine wird in diesem Jahre beabsichtigt. DaS Commando der Sch'ffSjungenabtheilung zu FrtedrichSort bei Kiel hat vor Kurzem an die BezirkScommandoS des Binnenlandes die Aufforderung ergehen lassen, bekannt zu geben, daß jetzt dem Commando der Eintritt einer größeren Anzahl von Schiffsjungen erwünscht sei und die Anmeldungen noch btS zum 1. April erfolgen möchten, wie letztere bei den zuständigen BezirkScommandoS angebracht werden müssen. Die Jungen sollen in der Regel 16 Jahre alt sein, doch werden auch körperlich große unb stark entwickelte Jungen bereits vom vollendeten 15. Lebensjahr ab angenommen. DaS 18. Jahr darf jedoch Keiner überschritten haben.
* Die russische Sprache gelehrt wird den Unteroffizieren und Gefreiten des brandenburgischen Trainbataillons Nr. 3 in Spandau- den Unterricht ertheilt ein sprachkundiger Offizier dieser Truppe. In den Kasernementß sind Orientie- rungßtafeln mit russischer Aufschrift angebracht.
* Das Schicksal eines verlaffeoen Eisenbahnlunnels. In den Jugend tagen der Eisenbahnen war man noch nicht so umfichtig wie heute, und mancher Tunnel wurde angelegt, dessen Bau man heute für sehr unpractisch halten würde. Ein solcher Tunnel wurde vor etwa 50 Jahren von der Nord-Britischen Eisenbahngesellschaft gebaut, der in einer Länge von etwa 2700 Meter und in einer Tiefe von 18 Meter unter den Straßen der schottischen Hauptstadt Edinburg hinlief, später wurde er durch den Bau einer anderen Eisenbahnlinie außerhalb der Stadt überflüssig gemacht und blieb eine Zeit lang gänzlich unbenutzt. Vor zehn Jahren kam nun eine Glasgower Firma auf den Gedanken, den alten Tunnel zur Zucht von Pilzen zu ver- werthen. Der Tunnel bot dafür geradezu ideale Verhältnisse, indem die Temperatur in dieser Tiefe fast ganz gleichmäßig ist und Licht völlig fehlt. Die Ergebnisse bewiesen die Richtigkeit der Berechnung mit einem solchen Erfolge, daß die Schottische Pilzgesellschaft, die aus diesem Unternehmen hervorgegangeu ist, gegenwärtig den Pilzmarkt völlig beherrscht. Die Gesellschaft unterhält in dem Tunnel 800 Pilzbeete von 12 mal 1 Meter Fläche- zur Cultur werden jährlich etwa 40,000 Liter Pilzblut verbraucht. Der höchste Ertrag erreichte bisher 2200 Klgr. monatlich. Daß ständige Angebot hat den Wettbewerb ausländischer Pilze völlig unterdrückt- vor zehn Jahren wurden von diesen noch viel mehr alß von heimischen Pilzen in England verzehrt, jetzt erreicht der verbrauch an ausländischen Pilzen nur noch Vieo deß gesammten Brdarfß.
Sine Rede Napoleons I. veröffentlicht der Berliner „Bär". Vor der Leipziger Schlacht, vom 10. bis 14. Oct., verweilte Napoleon I. bekanntlich in dem alten Burggrafensitz Düben. Dort richtete er am 12. October 1813 eine Rede an die sächsischen Truppen. Die Rede war französisch nieder- geschrieben, und sein Dolmetscher, der Großftallmeister Cou- laincourt, mußte sie vom Pferde herab verlesen und in's Deutsche übertragen. Die deutsche Uebersetzung lautete: „Brave Säckse!" — Ihr ’abt gewesen viel Unglück in den letzten AffairS, trotz deployement Eurer Courage- — jetzt find gekommen die majest6 die Kaiser, fick zu setzen auf Eure Kops (ä votre töte) und Euck anzusühren zur Repara- teur der Ehre (reparation d’honneur). Diejenigen von Euck, waS voll Verdruß wollen überlaufen zum Feind oder fick übergeben, werden bringen viel Malheur für Euer Sackser- Land und ganzen Pöbel (peuple). Wer nix davon seiend überzogen da sagen eß freilich (franchement) heraus, da gilt beffer (vaut mieux), daß er gehen nack fick (chez so!). Wer aber tapfer fich will 'auen für Eure König, der laufen (cours) mit dem Kaiser die Straße für den Sieg." — Die braven Sachfen verbiffen fich mit Macht daß Lachen über diese merk- würdige Ansprache und blieben stumm. Sie „’outen" sich aber tapfer für die Ehre bei Taucha, und als fie den Kaiser statt „zum Siege", die Straße nach Leipzig laufen sahen und fich „Überzogen", daß daß „Ansühren" zu Ende sei, da standen fie bei Paunsdorf „zu fich" und zu den Preußen.
* Die Hauptsache. Commerzienräthin: „Finden Sie nicht, daß in diesem Zimmer etwas fehlt, Herr Lieutenant?" — Lieutenant (mit einem Blick auf die Tochter des Hauses): „Selbstverständlich, gnädige Frau . . . Schwiegersohn!"
* Email. Köchin: „Aber gnädige Frau, stellen Sie doch nicht den Topf ohne Wasser aus's Feuer, sonst springt ja die Amalie aus dem Topf!"
Briefkasten.
E. Oe. 100. Der Schneidermeister ist nicht gezwungen, aus Bezahlung zu warten. Sobald der Anzug fertig und nicht beanstandet, d. h. angenommen worden ist, ist die Zahlung fällig, wenn eine Zahlungsfrist nicht ausbedungen ist. Der Schneider kann noch eine beliebige Zahlungsfrist gestatten, nach Ablauf derselben aber weiter über die Sache verfügen. i
GotttMmst in der Synagoge.
SamStag den 29. Januar 1898.
Vorabend 6 Uhr, Morgens 9 Uhr, Nachmittags 8 Uhr, Schrifterklärung, Sabbathausgang 6 Ubr.__
Verkehr, Land- «rrd Volksrnirthsehaft.
Ätwteme, 26. Januar. Frachtmarkt. Rother Wetze» X 16,96, weißer Welzen X 00.00, Korn X 11.02, Gerste X 10 84, Hafer X 6.95
— Mecklenburg Strelitzflve Hypothekenbank zu Reu- ftrelitz und Berlin. In der am 25. Januar er. abgehaltenen Sitzung des AufstchtSraths wurde der Abschluß pro 1897 vorgelegt und genehmigt. Die Weiter-Entwickelung der ^ank ist als eine sehr erfreuliche zu bezeichnen. ES haben Ultimo December 1897 betragen: die Anlage im Hypothekengeschäst Mk. 25 985 948 (1896 Mk. 9 099 764), der Pfandbries-Umlauf Mk. 22 270 300 (1896 Mk. 5 387 800), die Summe der Depositen Mk. 2 208 577 (1896 Mk. 544 394). Aus dem Netto Gewinn von Mk. 540 467 gelangen 7 pCt. Dividende (1896 ebenfalls 7 pEt., pro rata temporis) zur Vertheilung. DaS Grundeapital beträgt z. Zt. 6 Mill. Mt. Der Reservefonds hat seine statutenmäßige M-ximalhöhe von 600000 Mk. bereit« erreicht.________________________________________________________________
Neueste Nachrichten.
Depeschen deS Bureau „Herold".
Berlin, 27. Januar. Wie dem „Localanz." von Kiao- Tschau telegraphirt wird, ist auf dem äußersten deutschen Posten in Tfimo in der Nacht zum Montag ein Wachtposten und zwar der Matrose Schulz vom Kreuzer „Kaiser" von chinesischem Gefindel ermordet worden. Dorthin und nach der Stadt Kiao-Tschau werden Compagnien detachier. — Zur Ankunft des Dampfers „Darmstadt" in der „Kiao- Tschau-Bucht wird noch berichtet, daß da- Schiff gestern Morgen 8 Uhr bei herrlichem Wetter einlief und eine Seemeile vom Ufer entfernt vor Anker ging. Die Ausschiffung des AuslandSbataillonS fand Mittags auf mehreren Booien statt. Die Truppen wurden in den chinesischen Lagerforts untergebracht, welche von Geschwadermannschaften eingerichtet find.
Köln, 27. Januar. Der Proceß gegen den Schutzmann Kiefer, der etn achtbares Mädchen auf offener Straße verhaftet und zum Polizeipräsidium gezerrt hat, wurde gestern Abend, nachdem der Staatsanwalt auf Freisprechung plaidirt hatte, auf Freitag vertagt.
Wien, 27. Januar. Im auswärtigen Amte herrscht die Anficht vor, daß eß den Vertretern Oesterreich-Ungarns in Paris von ihrer Regierung nicht gestattet werden wird, auf die Geltendmachung ihrer Exterritorialität zn verzichten unb im Prozeß gegen Zola alß Zeugen vor Gericht zu erscheinen. — Die hiefige fortschrittliche Studentenschaft beider Hochschulen bereitet eine Zustimmun g S- abreffe an Zola vor.
Prag, 27. Januar. Der Sectionschef Haertel ist gestern Abend aus Wien zurückgekehrt. Derselbe wird in einem eigenß dazu stattfindenden Ministerrath Bericht Über die Vorgänge an der deutschen Hochschule in Prag, sowie Über die derzeitige politische Situation in Prag erstatten.
Prag, 27. Januar. Die Promotionen an ber deutschen Un iversität wurden vorläufig sistirt. An der deutschen technischen Hochschule sollen die Vorlesungen am Montag wieder beginnen.
Paris, 27. Januar. Zola bearbeitet eine Erklärung über die Affaire DreyfuS, welche fast den Umfang einer Denkschrift haben dürfte und die er bei Beginn des ProcesseS verlesen will.
Paris, 27. Januar. Die Kammer wählen find auf den 8. Mai anberaumt.
Paris, 27. Januar. In der Vorstadt La Billette entstand eine Feuersbrunst, welche die Rue Flandre z:r. störte. Bier Fabrikgebäude, darunter die große Krantz'fche Cartonfabrik, find niedergebrannt.
Paris, 27. Januar. Der Präfident des Assisen- hofeS hat die Verhandlung gegen Zola auf den 7. unb 9. Februar angesetzt. Auf diese Angelegenheit folgen nur kleinere Sachen, welche leicht hinaus geschoben werden können, wenn die Zola-Affaire mehr Zeit in Anspruch nehmen sollte.
London, 27. Januar. „Daily Mail" berichtet aus Singapore, daß ein französis ches Geschwader fich in der Bay von Tonkin befindet, fich also die Besetzung der Insel Hainan nicht bestätigt. Dagegen berichten andere Blätter aus Jndochina, daß die Besetzung von der Bevölkerung der Insel dringend gewünscht wird.
Petersburg, 27. Januar. Die Blätter besprechen dcn seit der Besetzung von Karen-Kaden durch die Engländer wachsenden Einfluß in Persien und fordern die russische Regierung auf, gegen baß Vorgehen Englands geeignete Schritte zu unternehmen.
Bukarest, 27. Januar. Die „Gazetta Macedonie" ver- öffentlich: unter Angabe aller Einzelheiten zahlreiche Fälle, wo unter ben Augen der bulgarischen Regierung organifirte Jnsurgentenbanben bei Ueberfällen türkischen Gebietes mehrere rumänische christliche Ortschaften auSgeplündert haben.
Konstantinopel, 27. Januar. Infolge Einsetzung von drei neuen bulgarischen Metropoliten in Makedonien haben sich viele Vertreter der andern Nationen freiwillig der bulgarischen Kirche angeschlossen. Dies hat in drn Kreisen deS griechischen Patriarchats sowie unter der rumänischen Bevölkerung des Districts große Bestürzung hervor- gerusen. Die rnacedonische Politik, welche seit vielen Jahren in dieser Gegend um Erfolge ringt, hat hierdurch eine große Niederlage erlitten.
BuenoS-AyreS, 27. Januar. Die Pulverfabrik in Flores ist in die Luft gesprengt. Hierbei wurden 110 Personen getödtet.
Ä Seidenstoffe
verlang« Muster mit Angabe b. (Srwüuschlcn.
- von Elten &. Keussen, FÄun£ Crefeld.


