werde», wen» man dem Verkehr nicht die Lrben-aderu unterbinden will. bleibt also nicht- übrig, al- die Erweiterung de- BaarvorrathS. Hier aber liegt die Schwierigkeit. Trotz der ungeahnt großen Goldproductiou bleibt Gold hinter der allseitig wachsenden Nachfrage zurück. Wir haben wenig Aussicht, ohne laugandauernde Soldvertheueruug irgend erhebliche Goldsummru heravzuzieheu.
So werden wir uo- denn bequemen müssen, den Gold» besitz der Retch-bank auf andere Weise zu stärken. Wir müssen zu der bewahrten Bankpolitik de- Herrn v. Decheud zurückkehren. Daher har mau die bequemen und beliebten, aber volkSwirthschaftlich zu kostspieligen Zehnmarkstücke ein- behalten und dafür Silber au- der Bank in den Verkehr gebracht. Richtiger ist, daß alle Barren und fremden Gold- münzen, die der Bank zugehen, sofort in Reichrgoldwünzeu umgeprägt werden. Wir haben gar keine Ursache zur Bequemlichkeit für die Arbritrage und zur Erleichterung de- Goldexports Barren und fremde Münzen zu halten. Endlich muß erwogen werden, ob wir nicht dem Beispiele der Bank von Frankreich folgend, statt der vom ganz»« Lande zu tragenden DiScouterhöhungen ein geringe- Goldaufgeld für die Goldexporteure eintreten lassen.
Da- französische System hat sich bewährt, der französische Staat-credit, die französische Valuta haben nicht im Mindesten darunter gelitten, Frankreich aber erfreut sich de- billigsteu und stabilsten Bankziu-fuße- und da- ist ein sehr großer vortheil für da- Land. Diese Dinge müssen ruhig und ohne Boreiugeuowmenheit erörtert werden, mau darf nicht blind am Bestehenden festhalten wollen, wenn eine Reform unabwendbar geworden ist. Die jetzige Bankkrifi- ist insofern ein Glück, als sie noch rechtzeitig die Nothwendig« keit der Reform der Rrich-bauk allseitig zur Anerkennung bringen wird.
Vermischtes.
* Die Erbschaft GrüneuthalS, de- ehemaligen Faetor- der Reichrdruckeret, ist bekanntlich durch den FtSkuS mit Beschlag belegt worden, der sich für den durch die Fälschungen erlittenen Nachtheil auf diese Weise schadlobalten will. E- ist nun zunächst nicht anzunehmen, daß die Wtttwe mit dem FtrkuS sich dieserhalb in einen wenig aussichtsreichen Procrß einlassen werde. Andererseits ist aber Hoffnung vorhanden, daß die bedauernSwerthe Frau nach Ausschüttung der Masse einen kleinen Rest für sich wird retten können. Viel günstiger liegen die Aur fichten für Ella Goltz, deren gesammte- Vermögen ebenfalls mit Arrest belegt ist. Sollte nicht noch eine Einigung zwischen den Parteien erfolgen, so dürfte die Goltz'sche Klage auf Herau-gabe beim Besitz der Klägerin brfindlich gewesenen und von dieser dem Verstorbenen zu Sptculation-zwecken anvrrtrauteu Capital- mit Erfolg durchgeführt werden.
• Die Kölner Kriminalpolizei verhaftete einen Burschen, der aus der Figur der Colonia de- Kaiser Wilhelms- Denkmal S die SirgeSpalme abgeschlagen hat. Der Spitz« bube wollte Gußstücke veräußern, als seine Verhaftung erfolgte.
♦ In der Nacht zum Mittwoch ist in Sa« Francisco das Hotel Baldwin niedergebrannt. Der Schaden wird auf eine Million Dollar- geschätzt. Biele Gäste find aus den Finstern gesprungen und haben fich dabet verlrtzi- mehrere Hotelbedtenstete dürften umgekommeu sein. Auch daS mit dem Hotel in Verbindung stehende Baldwintheater ist abgebrannt.
* Zur Wattumg vor der Auswanderung «ach Algier erhält die „Röln. Ztg." folgenden Norhschret von einem Rheinländer, der fich durch gewissenlose Anpreisungen eines Bekannten zur Auswanderung nach Algier verleiten ließ. Er schreibt: „Im vorigen Jahre arbeitete ich mit einem Bekannten zusammen, der früher in Algier gewesen war und mir wiederholt erzählte, daß dort viel höhere Löhne gezahlt würden und der Lebensunterhalt viel billiger sei, als hier. Ich glaubte ihm und ließ mich dadurch bewegen, alle meine entbehrlichen Sachen zu verkaufen und mit meiner Familie hierher nach Algier au-zuwaudern. Zu spät sehe ich jetzt ein, daß ich getäuscht worden bin. Alle meine Bemühungen, hier Arbeit irgend welcher Art zu finden, find umsonst gewesen. Mein Geld ist btS zum letzten Pfennig aufgebraucht,
geben. Stellte man dieselben in gerader Linie in einer Reihe auf, so würde sie, aneinander gedrängt, die Entfernung von Madrid nach Petersburg einnehmen. Auf jeden Raum von 1,680 Quatratmetern würden sich in Europa 9 Soldaten und 79 Civilisten befinden; das heißt, Alles in Allem kommt auf 10 Personen oder auf 5 Männer in Europa ein Soldat.
Das gilt für Europa, und die Zahlen sprechen in den anderen Theilen der Welt nicht weniger beredt. Asien hat in Friedenszeiten 50 000 Mann, ohne die Truppen der kleinen Staaten zu rechnen. Die chinesische Armee kann nicht berücksichtigt werden - einige schätzen sie auf 12OOOOOMann, auf dem Papier; außerdem ist sie schlecht ausgerüstet, schlecht gekleidet, schlecht besoldet. Viele haben nur einen alten Bogen und Pfeile. Dagegen ist Japan in militärischer Hinsicht ganz wunderbar organistrt. In Afrika giebt es nicht mehr als 250000 eingeborene Soldaten.
In der neuen Welt sind die Streitkräfte Verhältnis maßlg beschränkt. Mexiko kann nur 120 300 Mann unter JQmmeln' Brasilien nur 28000, zu denen noch 2OOOO Gendarmen kommen. In den Vereinigten Staaten ist in Friedenszeiten nur ein stehendes Heer von 25 000 Mann vorhanden, doch in Kriegszeiten kann jeder Mann von 18 bi» 45 Jahren einberufen werden und so können die Ver einigten Staaten von Amerika eine Gesammtzahl von zehn Millionen Mann aufbrtngen. Die Republik Argentinien hat 120000 Soldaten, Kanada 2000 Mann englische Truvven 1000 Kanadier und eine Miliz von 35000 Mann.
Auf dem ganzen Erdball giebt es 5 250000 stehende Soldaten, und im Kriegsfälle könnten 44250000 Mann
tmb ich bin ohne Arbeit und Hülfe dem Elend prei-gegebeu. Wie mir, ist es schon Vielen vor mir gegangen, und ich kann Sie nur bitten, alle weine Landsleute davor zu warnen, ohne sichere, vertragsmäßige Anstellung und ohne Kenntuiß der arabischen und französischen Sprache hierherzukommeu, da sie sonst demselben Elend evtgegengeheu würden." Wir geben dieser Bitte gern Raum und hoffen, daß alle Au-wande- rung-lustigen diese Warnung beherzigen werden.
• Idyllisches von der sibirische« Bahn. Ein merkwürdige- Sittenbild entwirft ein Berichterstatter der „Pet. Wedo- mosti" von deu Znständeu auf den westfibirtschen Eisenbahnen: „Auf einer Station mußten wir einige Stunden warten, weil die Strecke durch einen Arbetterzug eingenommen war. In dem nahebei gelegenen Wäldchen wurde nun sogleich eine Volksbelustigung in Scene gesetzt. Bon irgend woher erschienen auf einmal fahrende Musikanten, Schnaps tauchte ans, und rin Tanz begann. Gleichzeitig wurden allerlei verdächtige Individuen bemerkbar, und die Zugbeamteu ermahnten da- Publikum eifrig, vorsichtig zu sein und da- Gepäck nicht ohne Aufsicht zu laffeu. Plötzlich tauchte irgend ein Architekt auf, der fich rein bi- zum Delirium angetrunken hatte- die Reisenden sahen, wie er am Hellen, lichten Tage auSgeplüudert wurde. Ein Revolver wurde ihm abgenommen, eine Brieftasche, eine Uhr und noch irgend welche Sachen, und al- die Passagiere die Rückerstattung dieser Sachen zu fordern an« fingkn, wollte man fie überreden, sich doch nicht zu beunruhigen, da die Gelder von einem „zuverlässigen Mann" in Verwahrung genommen seien. Der „zuverlässige Mann", in einer alten Uniform, wit einem Gewehr auf der Schulter und einem der ganzen Länge nach zerrissenen Aermel, konnte aber schwerlich irgend Jemand Vertrauen eivflößen, und so verlangten die Fahrgaste, daß alle Sachen unverzüglich aus- geltefert würden. Nun ergoß fich ein wahrer Regen von Schimpfwörtern an ihre Adresse. Mit dem Beginn der Dämmerung wurde die Lage noch bedenklicher. Die Beamten gingen voll bewaffaet umher und beleuchteten die Bahnstrecke unter den Waggon- wit Laternen. Au- einem Wagen wurde ein verlumpter Kerl hervorgezogen, der keine Fahrkarte hatte, dafür aber viel Gepäck, das natürlich nicht ihm gehörte. Darauf wurde unter dem Gepäckwagen ein Anderer gefunden, der eifrig den Boden de- Wagen- studirte und probeweise ein Stück Holz herau-geschuitten hatte. Nach Empfang einer ordentlichen Tracht Prügel wurde der Kerl in einen leeren Gefangenenwagen eingesperrt, wo er fich gründlich abschiwpfte. Andere verdächtige Individuen bekamen von den Schaffnern eine gehörige Anzahl von Hieben und wurden dann weggejagt. Alle- diese- gab dem Zag da- Aussehen eine- Krieg-lager-, da- beständig den Angriff von Feinden erwartete. Die Schaffner erzählten von häufigen Fällen von Räubereien, die auf den Stationen ihnen oder ihren College» pasfirt waren. Ein Offizier au- KraßnojarS fügte hinzu, daß ein Bataillon, da- vor Kurzem von Jrknt-k nach Kraß« nojars marschirt war, auf einer Strecke von 500 Werst in der Nähe der Bahn in den Gcsträuchern 47 Leichname angetroffen habe. Am Morgen erwie- e- fich, daß unser Vagabund, der im Gefangenenwagen saß, ein Fenster zertrümmert hatte und entlaufen war und daß einem Schaffner die Uhr gestohlen war. Selbstverständlich diente Alle- da- nicht dazu, die Reisenden in ri e rofige Laune zu versetzen".
* Nachwuchs. „Schau doch, Mama, die reizender kleinen Hündchen! O bitte, kaufe fie mir." — „Kleine Mädchen branchen keine Hunde, wenn Du groß sein wirst, kannst Du fie Dir selber kaufen." — „Aber Mama, dann find doch die Hunde auch groß geworden."
• Seltene» Artikel. „Ich möchte gern eine Taffe mit der Aufschrift: Meiner lieben Schwtegerwama!" — „Dahaben wir nicht — da- ist noch nie verlangt worben!"
* E« Mißverfiäudniß. (Sarahlebeu in der Bildergalerie.) „Wa- ist da- for e' Bild, Jfidor?" — „Stillleben!" — „Wie hakßt? Mer werd doch noch fragen derfen!"
* MUdernugSgrund. Richter: „Angeklagter, haben Vie etwa- al- Mtlderung-gruud vorzubringen?" — Angeklagter: „O ja, Herr Richter! Ich bin schon zwanzig- mal bestraft worden und nie hat'- wa- genützt!"
wiflenfchaft, Literatur und Aunft.
— Einen hockinteressanten Beitrag bringt die soeben er^ sckienene Nummer 47 der ^Gartenlaube". Sie bietet ihren Lesern aus Bismarcks „Gedanken und Erinnerungen" einen vollständigen Abschnitt, und zwar den ersten des ersten Capitals, noch vor dem Erscheinen des mit so großer Spannung erwarteten Werkes. Der Abschnitt enthält ein Stück Jugendgeschichte, das bis zu dem Tage währt, an dem Otto von Bismarck, nach kurzer Lausbahn im juristischen und Verwaltungsfache, entschlossen war, sich für immer aufs Land, zur Bewirthschaftung der väterlichen Güter, zurückzuziehen, mit dem, wie er sagt, einzigen auf dem Lande ihm verbleibenden Ehrgeiz, dem des Landwehr-Lieutenants! An diese Miltheilungen schließen sich zwei Facsimiles aus dem Manuscript der „Gedanken und Erinnerungen". In dem ersten wird eine vom Fürsten selbst geschriebene Seite, in dem zweiten eine nach Dictat geschriebene Seite mit eigenhändigen Aenderungen und Zusätzen des Fürsten wiedergegeben. Aus beiden ersieht man, mit welcher peinlichen Sorgfalt Fürst Bismarck das Manuscript redigirte, das er als em ernstes Vermächtniß dem deutschen Volke hinterließ. Schließlich schmückt noch ein treffliches Bildniß des ersten Reichskanzlers nach einem Gemälde von F. v. Lenbach die betreffende Nummer der „Gartenlaube". Sicher wird sie im deutschen Hause dankbare Aufnahme finden als ein würdiges Gedenkblatt an den gewaltigen Schöpfer der deutschen Einheit.
— Deutschlands Ruhmestage zur See betitelt fich ein neues Prachcwerk, das der bekannte Marinemaler, Prof. H. Petersen, dessen genialer Kunst wir die verschiedenen prächtigen Marinepanoramen verdanken, soeben bet I. F. Lehmann in München erscheinen läßt. In 20 großen Kupfrrdrucken werden die größten Thaten der deutschen Flot'e zur Darstellung gebracht. Die Eroberung Kopenhagens, die Bfiequng der englischen Flotte durch die Hansa, die Seekriege des großen Kurfürsten, die Gefechte von Helgoland, JaS- mund und Havanna kommen in p Schtigen Bildern zur Wiedergabe. In ihrer Geiammtheit bilden die Blätter in geschmackooll.r Mappe ein vornehmes nationales Gcschenkwerk, einzeln eignen sie sich vorzüglich als Wandschmuck. Im Jahre 1898 kommt Lieferung 1 rmd 2 zu> Ausgabe, das ganze Werk, das Mk. 40 kostet, wird dis Herbst 1899 fertig vorliegen.
— Alldeutsche Kunstblätter. Wer Gelegenheit gehabt hat. den Einfluß zu beobachten, welck' national erzreheriscke Wirkung geschicktlicke Bilder auf den Beschauer ausüben, wird es mit Freuden begrüßen, daß der Alldeutsche Verband den Versuch macht, dem deutschen Volke zu einem bisher unerhört billigen Preise die Werke seiner ersten Künstler in vorzüglichen Kupferdrucken zu bieten. In diesem Jahre kommen vier Blätter im Verlage von I. F. Lehmann in München zur Ausgabe. Bismarck von Lenbach, Hermannsdenkmal von H Braun, Bennekes Sieg über die englische Flotte von Prof. H. Petersen und Kaiser Wilhelms Ritt über das Schlachtfeld von Sedan von A. Hoffmann. Alle vier Blätter zusammen kosten 10 Mk., ein einzelnes Blatt 3 Mk., in schönem Rahmen 7 Mk.
— Der Rückblick. Unterhaltungszeitschrift für Geschicktsund Literaturfreunde. Herausgegeben und verlegt von Hans Lüstenöder, Weimar, Schillerstraße 8. Vierteljährlich 6 Hefte für 1,50 Mk. Die große Anzahl derer, welche sich für geschicktstche und literarische Aussätze in unterhaltender, anregendbelehrender (nickt fachwissensckaftlicker) Form interessirt, wird diesem neuen Unternehmen zweifelsohne willkommene Aufnahme gewähren. Sckon die erste Nummer bietet in genannter Beziehung eine reiche Auswahl. Wir führen hier an: Wie man im vorigen Jahrhundert von Berlin nack London fuhr (1741) — Ein Geburtsfest König Jeromes von Westfalen, von einem Augenzeugen geschildert (1784) — Zwei Blutgestalten des Bauernkrieges — Aus Deutschlands trüber Zeit (Brief an E. M. Arndt); alles äußerst fesselnde Schilderungen, meist von Zeitgenossen selbst, bewegter Zeiten unserer vaterländischen Geschichte. Eine Reihe kleinerer Beiträge, sowie ein sehr wirkungsvolles, zum Vortrage geeignetes Gedicht von Hesekiel macht den Schluß. Jede Buchhandlung liefert unentgeltlich Prospectbefte.
Wenn der Erfolg der
Annoncen ausbleibt
so wird der Inserent die Gründe prüfen müssen, welche den Mißerfolg herbeigeführt haben.
War die Ausstattung der Annoncen unpractisch und unauffällig? War Inhalt und Fassung des Textes nicht geeignet die Leser zu interesfiren? War die Wahl der Zeitungen die richtige, in denen die Annoncen erschienen sind? Waren die Zeiträume zwischen den Erscheinungstagen der Anzeigen richtig vertheüt?
Diese und viele andere Beispiele zeigen die Fehler, welche so oft infolge mangelnder Fachkenntniß bei Aufgabe von Annoncen gemacht werden.
Die Annoncen - Expedition Rudolf Mosse, Frankfurt a. M. Kaiserftratze 1 übernimmt auf Grund reicher Erfahrung die vollständige und gewissenhafte Ausarbeitung von Plänen und Kostenanschlägen für eine wirksame Reclame und ertheiit dereit- willigst jede gewünschte Auskunst.
In Gietzen vertreten durch Heinrich Wallach, Kaufmann.
unter Waffen treten. Wenn diese bewaffneten Männer den Auftrag erhielten, die übrige Bevölkerung der Erde zu vernichten, so braucht jeder von ihnen nur 32 Personen umzubringen. Wenn sie fich dann gegenseitig tödteten, so würden sie zur vollständigen Zerstörung des Menschengeschlechtes gelangen.
In eine Reibe aufgestellt würden die Soldaten des Erd- balls einen enggefchloffenen Cordon um den Aequator bilden, wenn jeder Soldat sein Gewehr auf die Schulter des vor ihm stehenden legen würde. Um an dieser Armee vorbeizufahren, brauchte man einen 70 Tage unaufhörlich fahrenden Zug, vorausgesetzt, daß dieser eine Schnelligkeit entwickelt, mit der er in der Minute 2000 Mann pasfirt. Ein Engländer hat außerdem ausgerechnet, daß man, um die Namen aller dieser Soldaten anzugeben, 3*/s Jahre lang sämmtliche Spalten der Times, die Annoncenseiten inbegriffen, brauchen würde.
Da» Budget dieser ungeheueren Armeen steht im Verhältniß zu den Zahlen. Rußland verbraucht jährlich für Militärzwecke 618000000 Mk., Deutschland 540000000 Mk., Frankreich 520000000 Mk., Oesterreich 338800000 Mk., Italien 214000 000 Mk.
Der russische Soldat kostet das wenigste, sein Erhalten kostet jährlich nur 618 Mk., der deutsche Soldat kostet jähr- lich 930 Mk., der österreichische Soldat 940 Mk., der italienische 1428 Mk., der französische 906 Mk., der englische 1636 Mk.
Jedes Individuum bezahlt in Rußland für die Armee 5 Mk» in Deutschland ungefähr 10,50 Mk., in Oesterreich
8 Mk., in Italien 7 Mk., in Frankreich 14,50 Mk., in England 9,50 Mk. Die anderen Staaten Europas legen sich ebenfalls für die Armee große Opfer auf. Die Türkei verbraucht jährlich 138000000 Mk.; da» Militärbudget Dänemarks allerdings nur 4 600 000 Mk.; doch das ist für ein kleines Land eine ganz ungeheuere Ausgabe. Die europäischen Staaten von geringerer Bedeutung verausgaben für ihre Armeen zusammen 491600000 Mk.; und diese Zahl ergiebt im Verein mit dem Budget der Großstaaten eine Militärausgabe von 110 Mk. pro Secunde in Europa.
Danach kann man bmrtheilen, was ein Weltkrieg kosten würde. Der Krieg Chinas mit Japan hat nicht weniger als eine Milliarde Mark gekostet. Wenn dieser Weltkrieg aus- brechen sollte, so wäre da» ein Verlust von etwa 5 Milliarden Mark, wozu noch die unberechenbaren Verluste an Menschen und beweglichem Gut kommen würden. Deutschland hat für diesen Fall im Juliusthurm zu Spandau 360 Millionen Mark liegen, doch wie lange würde diese Summe hinreichen, wenn man bedenkt, daß das deutsche Heer im Kriegsfall wöchentlich 120000000 Mk. kosten würde.
Die amerikanischen Republiken verbrauchen für ihr Militär jährlich 420000000 Mk., und man geht nicht allzu fehl, wenn man behauptet, daß auf dem Erdball jährlich etwa 6 Milliarden Mark für mllitärische Zwecke ausgegeden werden.
Aus den gegebenen Zahlen dürfte zur Genüge h rvor» gehen, daß das Manifest des Zaren von weittragendster Bedeutung ist.


