gelangt ist. Die Folgen dieser Maßnahme auf Leben und 3 Gesundheit bei Fahrpersonall find außerordentlich günstig gewesen. In den Jahren 1895, 1896, 1897 und 1898 (bis 1. Oktober) find Tönungen aus solchem Anlaß über- Haupt nicht wehr vorgrkowmen, in der Zeit vom 1. Januar bis 1. Oktober 1898 auch keine Verletzungen. Noch größer ist der Gewinn zu veranschlagen, den die beffere Erhaltung der Gesundheit bei hier in Frage kommenden Fah»Personals darstellt. Die WitterungSeinflüfse, denen die aus den Tritt- brettern fich bewegenden Beamten namentlich in der rauheren Jahreszeit ausgesetzt waren, erwiesen fich sür ihren Gesundheitszustand geradezu verderblich.
— Zum 25jährigen Ministerjubiläum des württembergischen Ministerpräfidenten Freiherrn von Mittnacht erließ der Kaiser an Bord der „Hohenzollern" ein gnädiges Handschreiben, das dem Jubilar vom preußischen Gesandten überreicht wurde. In dem Schreiben dankt der Kaiser dem Minister, der nicht nur für das Gedeihen seines engeren Vaterlandes, sondern auch für die Pflege bündel« freundlicher Beziehungen zum Reich und zu Preußen un* erwüdltch gewirkt habe. DaS Schreiben schließt mit dem Wunsche, daß der Minister noch lange Jahre im Dienste seines Landesherr», des treuen Freunde! und BundeSgenoffen deS Kaisers, in voller RüAokett wie bisber tbätig sein wöge.
Rom, 25. November. Die internationale Eon- ferenz zur Brrathung von Maßregeln für Bekämpfung des Anarchismus wurde gestern Nachmittag halb 3 Uhr im Palazzo Corfini durch den Minister des A-ußern, Eanevaro, eröffnet. Mit Ausnahme einiger Bertret-r waren die Ab- orduungen aller europäischen Mächte zugegen, w-lche die Einladung zur Lonfere^z angenommen haben. Eanevaro hieß die Erschienenen willkommen und dankte ihnen im Namen deS Königs, welcher fich glücklich schätze, in der Hauptstadt seines Königreichs die Vertreter oller europäischen Staaten zu sehen, und der Conferenz das beste Gelingen wünsche. Es sei nicht Aufgabe der Regierung, in irgend welcher Art den Entscheidungen der Conferenz vorzngre'fen. Niemand könne fich die vielfachen und großen Schw erigkeiteu der Aufgabe verhehlen, welche eine peinliche Pfl cht den Regierungen auferlege- es sei aber als ein gutes Do zetchen zu begrüßen, daß man fich sofort über be Nothwendigkeit einer gemeinsamen verstäubt- gung einig gewesen sei, im Hinblick auf bte Gefahr, welche die ganze Gesellschaft bedrohe. Für den guten Ausgang der Berathungen bürge die hohe Weisheit und der Geist der Eintracht, welcher alle Anwesenden erfülle. — Als Doyen der fremden Vertreter dankte der österreichische Botschafter Freiherr von Pasetti für die Begrüßung. Er bat Eanevaro, den italienischen Maj ftäten den Ausdruck der Verehrung der Delegirten zu übermitteln, und schlug vor, Eanevaro zum Präfidenten zu wählen. D eser Vorschlag wurde einstimmig angenommen. Eanevaro dankte und schlug eine Geschäfts- ordnung vor, welche angenommen wurde. Dann ernannte er zu Bice-Präfidenten Pasrtti und den belgischen Gesandten van Loo. Schriftführer find Botschaftsrätbe G af von Pückler, Blondel und Bonharn. — Der ®iÖffnung der Conferenz wohnten Ministerpräfident Pelloi x, der JastiMinister Finoe- chiaro-Aprile und mehrere Uaterstaatssecretäre bei. — Um halb 5 Uhr wurde die erste S tz-mq geschloffen.
Ctcalee mir- provin$Ua<s,
Stetzeu, 26 November 1898.
• • AnS dem Großh. Ministerium. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 25. November den P äfidentr» des Ministeriums der Finanzen, Wilhelm Küchler. tum Minister der Finanzen zu ernennen.
Charaeter-Srtheilung. Dem in voriger Nummer mit- getheilteu Vrrzeichviß ist nachzutragen, daß dem Kreisarzt des Kreises Gießen Dr. Julius Haberkorn der Eharacter als Medic'nalrath verliehen wurde.
• • Ordens Berleihuugeu «. s. w. Außer den bereits in voriger Nummer verzeichneten, in Gießen wohnhaften Personen wurden anläßlich des Geburtstages Seiner Königl. Hoheit
zumuthet. In früheren Zetten hatten Mozart, Meyer- beer und Rossini dal erste Anrecht, bet einer Galaoper in Betracht zu kommen, j tzt ebenso unbestritten Richarb Wagner, deffen „Ring bei Nibelungen" hier in Darmstadt mit einem ganz besonders glückl chen Gefühl für Stileinheit zur Jusceuirung gelangt. Es gibt in der That nur wenige Bühnen, die in der Lage find, das „Rh ring old" so durchaus nach Bayreuther Vorbild zu behandeln. Schon die erste Scene: die Wafferfrauen, auf dem Gründe des grünen Stromes das Rhetngold hütend, von Alberich belauert, ist, von rein malerischen, dekorativen Gefichtspunklen aus, von entzückender Stimmung.
Die Götterwelt dieses Vorspiels ist hier vertreten durch die Künstler Bass ermann (Loge), Basil (Wotan), Bucar (Froh), Schulze (Donner), Frau Kaschovska (Friska), Fraulein Slavik (Freia), die Nidelungevherrscher Alberich und Mime durch die Herren Weber und O. Werner, die Rieieu Frfner und Faiolt durch die Herren Riechmann und Offenbach, die drei Rheintöchter durch die Damen Pfeiffer-Riß- maun, Frank und Neumeher, von welchen letztere auch die bedeuiungsvolle Rolle der „Erda" zu fingen hat.
Der mufikalischeu Leitung hatte sich Herr Ho'capellmeister Willem de Haan mt gewohntem feinem verständniß angenommen.
Der Festprolog, gedichtet von Fre'herru Earl Schenk zu SchweinSberg-Wädershausen und gesprochen von der Hofschausp'elertn Fräulein EichelSheirn, wird Ihrem geschätzten Blatte wohl im Wortlaute zugehen. -soll.
des G r o ß h e r z o g S an in der Provinz Oberheffen wohnenden Personen verliehen: Das Großkreuz des Verdienstordens Philipps deS GroßrnÜthigen dem Prinzen Reinhard von SolmS-Hohensolms-Ltch Durchlaucht, dem Erbprinz Karl von Solms-HohensolmS-Lich Durchlaucht- — der goldene Löwenorden dem Fürsten Bruno zu Aieuburg und Büdingen Durchlaucht, in Büdingen - — das Groß- kreuz des Ludwigsordens dem Grafen Emil von Schlitz, gen. v. Görtz Durchlaucht in Schlitz- — das Ritterkreuz 1. Kl. des Verdienstordens Philipps des GroßrnÜthigen dem Baurath Konrad Schnitzel zu Friedberg, dem evangelischen Pfarrer Wilhelm Weber zu Londorf- — daS filberne Kreuz desselben Ordens dem Kreisamts-Vureauvorsteher Karl Wurst ins in Alsfeld, dem Hochbauaufseher Daniel LH uker in Friedberg, dem Lehrer Heinrich Usinger in Fauerbach v. d. H., dem Fußgendarmeu Leonhard Riebel im Distrikt Oberheffen, dem BezirkSvorsteher der Kriegerkameradschaft Hassta Gerber Philipp Bechtold in Nidda- — das Allge- meine Ehrenzeichen mit der Inschrift: „Für langjährige treue Dienste" dem Postschaffner Heinrich Barthel in Butzbach, dem Geweinbeeiunehmer Sebastian Fritz zu Crainfelb, bem Gemeiubeeiunehmer,Heinrich Robemer zu Angersbach, bem Gemeinbeeiunehmer Friedrich Hoffmann zu Allmemod- — daS Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift: „Für treue Arbeit" dem Holzhauer Wilhelm Wagner HI. zu Rodheim v. d. H., dem Waldarbeiter Jotz. Hahn I. in Steinbach bei Gießen, dem Waldarbetter Georg Will HI. zu TreiS a. b. Lda., dem Holzhauer Johannes Schar- mann II. zu Großfelba, bem Rottmeister Johannes Vollpert zu Ehringshausen, bem Rottmeister Johannes Fischer V. zu Elpeurob, bem Walbarbeiter Ernst Schmibt L zu Elpenrod, dem Rotteumeister Konrad Opper zu Weickartshain, dem Waldarbeiter Ph. Roth zu Kohden, dem Waldarbeiter Peter Sch mehl zu Romrod, dem Rotteumeister JohS. Graulich zu Zell (Alsfeld), dem Waldarbeiter Heiur. Schäfer V. zu Hanseu (Gießen), dem Waldarbeiter Joh. Appel zu Betzenrod, dem Waldarbeiter Wilh. Stein zu Rudingshain, dem Waldarbeiter Heiur. Linker II. zu Rudingshain, dem Aufseher Friedr. Heiland zu Beienheim, dem Arbeiter Wilh. Roseubecker zu Beienheim, dem BahnunterhaltungSarbetter JohS. Isterling zu Gambach, dem Bahnunterhaltungsarbeiter Adami zu Niederweisel, dem Bahnunterhaltunglarbeiter Ludwig Frank zu Lollar, dem Bahnarbeiter Anton Müller zu Langgöns, dem Güterboden-Aroeiter JohS. Wagner V. zu Gießen - — das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift: „Für treue Dienste" dem Bahnwärter JohS. Kaul zu Nauheim, dem Portier Karl van Eiff zu Nauheim, dem Haltestellenaufseher Peter Krauß zu Ehringshausen, dem Weichensteller Heiur. Wiegel zu Renzendorf, dem Weichen- steller Gg. Schmitt zu Großenlüder- — den Eharacter als Orconomierath dem LaudwirthschaftSlehrer Leithiger zu Alsfeld- — den Eharacter als Steuerrath dem Steuer- commtfiar Ad. Schmitt zu Nidda, dem Steuercommiffär Dr. Franz Rn eil in Friedberg - — den Eharacter als Forstmeister dem Oberförster der Obrrförfterei Nteder-Eschbach August Schwarz zu Homburg, dem Oberförster der Oberförsterei Grünberg Hermann S ch o b e r zu Grünberg - — den Eharacter als Förster dem Forstwart Heinrich HöreS zu Helpershain.
• • Ordens-Verleihungen. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, dem außerordentlichen Gefaid en und bevollmächtigten Minister am Königlich Preußischen Hof, Bevollmächtigten zum Bundesrathe Wirkt. Geheimerath Dr. v. Neidhardt, Exe-llenz, in Berlin die Krone -um Großkreuz des Verdienstordens Philipps des Großmürhigru, dem Ober-RechnungSrath Dr. Dito Fischer in Darmstadt, dem Kaiserlichen Postdirector Wilhelm Andreß in Darmstadt, sowie dem Mtnistertalrath im Ministerium des Jauern Ernst Braun zu Darmstadt, dem Vortragende» Rath bei dem Ministerium bei Innern, Abteilung für öffent- liche Gesundheitspflege, Obermedieinalrath Georg Krauß er zu Darmstadt, da« Ritterkreuz 1. K affe des Verdienstordens Philipps des Großmüthigen, — dem Kaiserl. Oberpvstiecretär Johann Baptist Franz Meule in Mainz, sowie dem Oder- Rechnungsreotsor Rcchuungsraih Georg Becke uh anb in Darmstadt das Ritterkreuz 2. Klaffe des Verdienstordens Philipps des Gcoßmüthtgeu zu verleihen.
** Der »en ernannte Tnruinspector für daS Großherzog- thum H ffen soll, inte das „W. Tgbl." ersähet, eine vollständige Reform des Turnunterrichts in den Volksschulen planen. Während nämlich seither die Gerätheübungeu beim Schulturnen, besonders auf dem Lande, in letzter Linie Be- rückstchtigung finden, sollen fie von jetzt ab, besonders in den Oberklaffen, in den Vordergrund treten. Auf diese Weise sollen aul den Schülern tüchtige Vereins- und Milttärturner herangebildet werden. Die Grundzüge der Resorm, welche im Jntereffe deS Turnens zu begrüßen ist, werden bet den nächsten amtlichen Lrhrerconferenzeu von den Theilnehmern bei letzten in Darmstadt abgehaltenen Turncarsul (von jedem der 18 Kreise war ein Lehrer abgeordnet) dargelegt und einer Besprechung unterzogen. Der Turnunterricht in den Volksschulen wurde bisher besonders auf dem Lande noch als Gtiefk ud betrachtet. Möge er fich recht bald seiner vollen Rechte als UnterrtchtsdiSc plin erfreuen.
In Amerika verstorbene tzesten. New Orleans, La., Ludwig Schauert, 72 I. alt, aus Auerbach. — St. Joseph, Mo., Jakob Petrie, 76 I. alt, aul Gießen. — Mui- cattne, Ja., Johann Balzer, aus Burkhardsfelden, 78 I. alt.
X. Darmstadt, 25. November. Auch im Schönthan- Kadelburg'ichen Lustspiel „Die berühmte grau", das gestern Abend in Gegenwart des Hofes und der fürstlichen Gäste neueinstudirt an der Hofbühve in Scene ging, errang Herr Max Bira vom Goethe Theater in Berlin all „Graf ■j Palmah", wenngleich diese Partie seiner Individualität bester I entsprach, nur beschränkten Erfolg, und seine Darstellung be-
wie!, daß er kein vollgültiger Theilnehmer unseres bewährte» Schauspielensemblks sein würde.
Am» -OI leit für die Jett.
Vor 28 Jahren, am 27. November 1870, siegten die Deutschen unter General von Manteuffel in der Schlacht von Amiens über die franzöfische Nordarmee, welche die Aufgabe hatte, gegen die deutsche Belagerungsarmee von Paris vorzugehen. Von Amiens aus zogen dann die Deutschen in die Normandie, das Hauptla»ld des alten Frankreich.
Vor 378 Jahren, am 28. November 1520, glückte es dem in spanische Dienste getretenen Portugiesen Magellan (Magelhaens) durch die nach ihm benannte Sttaße in das „stille Weltmeer" zu gelangen und nach den furchtbarsten Hungerleiden die ostindischen Inseln zu erreichen, und somit die erste Reise um die Welt anzubahnen.
vermischtes.
* Eine furchtbare Naphtha-Explosion fand am Mittwoch in Alexanbrowskaja (Gouvernement Petersburg) statt. Ein Arbeiter war bei der Entleerung zweier Naphtha Cisternen- waggonl, die auf Schienen vor der Fabrik standen, mit ber Cigarre im Munbe zu nahe berangetreteu unb hatte baburch bte fürchterliche Explosion herbeigeführt. Er unb elf anbere Arbeiter würben sofort getöbtet- acht Arbeiter würben schwer, fünf leicht verwundet. Der durch die Sxploston entstaabene Fabrikbranb würbe in zwei Stunden gelöscht.
♦ Bon der eigenen Fran bestohlen. Der Rentier Hülse in Gröst bei Merseburg machte dieser Tage die unangenehme Entdeckung, daß ihm aus seinem Geldschrank etwa 57 000 Mk. in Werthpapieren gestohlen worden waren. Der Verdacht lenkte fich sofort auf die eigene Ehefrau des Bestohlenen, welche von ihrem Gatten getrennt lebt und fich bei ihrer Mutter, einer im benachbarten Almsdorf wohnenden Wittwe, aufhält. Man nahm die Verdächtige in ein längeres Kreuz- verhör, in deffen Verlaufe fie fchließlich die Thäterfchaft einräumte. Sie gab an, daß fie 30000 Mk. im äußersten Gebälk der Scheune ihres Verwandten, des Gutsbesitzers Fuß in Schlacht-Roßbach, untergebracht und etwa 21000 Mark unter der Brücke zwischen Leiha und Almsdorf versteckt habe, wo das Geld auch bald richtig gefunden wurde. Die fehlende. Summe will die liebenswürdige Gattin inzwischen verausgabt haben.
• Die „Sistfestig'eit" bei Igels. Der Leiter des Phar- makologiichen Justttms der UmDeifhät Halle Professor Erich Harnack bespricht in einem von der Deutschen Mebicinischen Wochenschrift veröffentlichten Aufsatz die sogenannte Gift- festigkeit bei JgelS. D>e Arbeit, bte mit gleichartigen Publt- Nationen Lewins unb W. Prehers polem sirt, enthält folgende thatsächliche Mit,Heilungen: Eingehende Untersuchungen über bte Wirkung gewisser Giftstoffe auf ben Igel, welche in meinem Institut von einem meiner Schüler in jüngster Zeit auSgeführt wurden, habm zu bem Ergebniß geführt, baß verschtebene bem Thierretch entstammende Gifte auf den Igel unverhältnißmäßig viel schwächer wirken als auf andere Warmblüter, ohne baß es fich habet um Unterschiede in ber Schnelligkeit ber Reso Ption handeln kann. Gew>ffe bem Pflanzenreiche entstammende Gifte dagegen wirken auf den Igel nicht minder heftig als auf andere Warmblüter. Daß man die Eyanverbindungen auch oll onimaltiche Gifte bezeichnen kann, halte ich für wahrscheinlich. Derjenige, welcher die betreffenden Bersuchlrethen bei mir auSsührte, war der damalige Assistent des Instituts, Dr. F. K. Kleine, zur Zett köatgl. Aifistenzarzt in Magdeburg. Die versuche find bis- her nicht publiztrt worden, man kann nicht Allel veröffentlichen, mal in einem umfangreichen Institut gearbeitet wtrd- indeß darf ich hier wenigsten! die Resultate mttlhellen. Wir stellten erst die auffallende Rcfistenz bei Igel! gegen gewisse thterische Gifte (Cantharidenglft, Schlangengift, Krötengift rc.) fest unb wiederholren bte versuche mit Cyankalium, wobei wir natürlich auch manche! Thier verloren. Wir suchten ferner zu beweisen, daß das Cavtharidin iw Sö-per bei Igels nicht zersetzt wirb, womit wir freilich nur eine bekannte analoge Thatsache zu bestätigen glaubten: Hühner können mit San» tharibtn gefüttert werben, aber das Fleisch dieser Hühner kann bei Katzen eine tödtliche Caniharidinvergiftung erzeugen. Wir verglichen dann beim Igel bte Wirkung bei scharfen Stoffes au! dem Thierretch (Cantharibin) mit einem an! dem Pflinzenretch (Crvtvnöl) und fanden, daß letzteres beim Igel sehr heftig einwirkt. E! ist somit von einer allgemeinen Resistenz der Gewebe de! Igels gegen scharfe, entzündung- erregende Stoffe nicht bte Rebe. Sobann stellten wir versuche mit Strychnin an unb überzeugten uni, baß biesem Gifte gegenüber der Igel keine besondere Refistenz besitzt. Endlich entnahmen wir da! Serum von Igeln, die wir wiederholt von Kreuzottern hatten beißen laffen, um zu erproben, ob es zur Jmmuvifirung anderer Thiere gegen Schlangengift fich all wirksam erweisen würde. Bei diesen letzteren versuchen konnten wir ein positives Ergebniß nicht erzielen. Dal Factt ist also: der Igel ist resistent gegen gewiss- thterische Gifte, die fich in Jasrctev, Amphibien, Rep- ttlten finden, und zu diesen Giften dürfen in gewtff'm Sinne auch bte Cyanverbinbungen gerechnet werden. Die Thatsache steht ohne Zweifel mit ber Nahrung des Thiere! in engstem Zusammenhang, wobei wir nur daran erinnern wollen, daß Kaninchen mit Belladormablätterv, Biegen mit Schierltngs- fraut ohne wesentlichen Nachtheil gefüttert werden können. Auf einer Zerstörung ber thierischeu Gifte im Organismus bei Igels iw-lut seine R'fistenz jebenfalls nicht zu beruhen.
♦ Der Weltfeiede. Richter (zum Angeklagten): „Was gab benn Anlaß zu tiefer wüsten Schlägerei?" — Angeklagter: „Hoher Gerichtshof, es waren Einige ba, bte nicht an ben Weltfrieden glauben wollten, unb da find Wir andern Anhänger des Friedens deutlich geworden."
• Wal ist der Gipfel der Uaverfrorenheit? — In einem I Schirmladen warten, bi! el aufgehört hat zu regnen.


