Ausgabe 
27.7.1898 Zweites Blatt
 
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? Obrr Ohmeu, 25. Juli. Rasch tritt der Tod den Men­schen an! Ein hiesiger Landwirth, in der Mitte der 30er Jahre stehend, befand sich gestern noch froh und wohlgemuth in Gesellschaft und legte sich gesund zu Bette. Heute Morgen fanden ihn seine Angehörigen entseelt im Bett liegen. Während der Nacht war er infolge eines Schlaganfalls, ohne daß man da- Geringste bemerkt, gestorben.

§ Aus dem Ohmthal, 25. Juli. Mit dem Beeren- reichthum unserer Wälder ist el in diesem Jahre mit Au-uahme der Heidelbeeren nichts. Die Erdbeeren, die ge­sündeste und wohlsctmeckendste Frucht des Waldes, find so selten, daß man nur mit größter Mühe einen Topf voll zu­sammen bringt. Jedenfalls hat der naßkalte Sommer die Fruchtbildung beeinflußt. Da Gleiche gilt von Him- und Brombeeren. Diese Sträucher zeigen gleichfalls geringen Fruchtansatz. Auch wird ihr Ertrag dadurch vermindert, daß mau ihr den Unterwald überwucherndes Gestrüpp auSroden läßt, um Licht für Waldpflanzen zu schaffen. Erdbeer- und Htmbeergelee dürfte somit heuer in der Küche bet unS seltener sein, wie in sonstigen Jahren. UeberauS gut ist dagegen die Heidelbeerernte- die Sträucher hängen so voller Beeren, daß man fietaffen* kann. DaS vorzügliche Ergebniß hat den Preis für die Heidelbeeren sehr herabgedrückt. Man kauft in den Orten der Hauptheidelbeerplätze das Liter zu 6 Pfg. Die Verkäufer, welche fie auf den Ortschaften verkaufen, nehmen allerdings für den halben Liter 8 oder 7 Pfg. Da der Heidelbeerwein anerkannt einen der besten Beerenweine bildet, so ist Liebhabern dieses Beerenweins Gelegenheit ge­boten, die Beeren in ihren HeimathSorten sehr Preiswerth zu erwerben, und da auch der Zucker zur Zeit sehr billig im Preise ist, so find die Herstellungskosten für Heidelbeerwein in diesem Jahr äußerst gering. Wie die Heidelbeerernte im Walde, so ist auch der Beerenertrag im Garten ein sehr reicher. Stachel- und JohanniSbeerstauden find sehr voll be­hangen. Liebhaber dieser sehr starken Weine finden tn diesem Sommer ihre Rechnung.

H. AnS dem Horloffthale, 24. Juli. Die RapSernte findet eben bei uns statt- der Kern dieses OelgewächseS läßt einiges zu wünschen übrig, aber die Ernte wird durch die trockene Witterung gefördert. Der Erlös aus Raps ist für den Bauer um deswillen so angenehm, weil er das erste Geld ist, das er nach langer Pause auS seinen Bodenerzeug- niffen ziehen kann. ES werden 2526 Mk. für den Doppel- centner geboten. Die Roggenernte ist bei uns mit einer Verspätung von 8 bis 10 Tagen gegen normale Jahre eingetreten. Die Gebundzahl auf den Aeckern ist erheblich, der Roggenkern zeigt eine dicke Schale und weniger weißes Mehl als früher. Wir haben Proben mit neuen Kar­toffeln vorgenowmen- fie fallen hinsichtlich der Menge gut auS Die sog. Frührosen haben Knollen so dick wie eine Faust, aber einen ziemlich wässerigen Geschmack, der durch sorgfältiges Dämpfen das wir den lieben Hausfrauen dieses Jahr sehr empfehlen verbessert werden kann. Die Spätkartoffeln sehen recht gut au-- wenn die Witterung jetzt normal bleibt, können wir eine recht gute Spätkartoffel­ernte bekommen. Obgleich wir sieben Monate nasse Witterung hatten, ist der Ackerboden doch schon wieder so ausgetrockaet, daß die Leute für ihre Dickwurzeln wieder Regen brauchen könnten.

-f- Gedern, 23. Juli. Seit einigen Tagen erscheint im Druck und Verlag von August Bonalt, hier, ein neues Localblatt:Birsteiuer Anzeiger" (Anzeigeblatt für den Amtsgerichtsbezirk Btrstein).

L. OberLaiß, 24. Juli. Unsere Gemeinde hat von der Staatskasse die schöne Unterstützung von 2000 Mk. zur Erbauung einer neuen Schulhauses erhalten.

richtung an, sodaß der Pfeil mit dem Winde fliegt. Die Stärke des Windes wird durch die Befiederung des Pfeiles angegeben, sodaß eine Feder einen schwachen Wind und sechs Federn einen Orkan bedeuten. Die Bewölkung wird durch Ausfüllung des Ringer angedeutet, sodaß ein unauSgefüllter Ring einen wolkenlosen, ein ganz gefüllter einen völlig be­deckten Himmel anzeigt.

Die Beobachtungen auf den Stationen werden meist von 8 Uhr Abends bis 8 Uhr Morgens angestellt und da- Er- gebntß kann daun in der Regel fchon Morgens 11.Uhr zum Druck gegeben werden.

Windstille wird durch einen runden Kreis um die Station, Regen durch einen Punkt, Schnee durch einen Stern neben der Station angezeigt.

Man unterscheidet wissenschaftlich vier Hauptformen tn der Wolkenbildung. Die feinsten und am höchsten schwebenden Wolken find die Federwolken, die wahrscheinlich nicht aus fiüsfigen Waffertheilchen, sondern au- EtS-Krystalleu gebildet find. Sie zeigen meist den Eintritt des AeqaatorialstromS in den oberen Luftschichten an, weshalb man bei gleichzeitigem Sinken de- Barometerstandes auf Regenwetter schließen muß. Die zweite Form, die abgerundeten Hausenwolken, treten bet uns in der Regel im Sommer bei andauernd schönem Wetter auf. Eine Zwtschenform bildet die gehäufte Federwolke, die bekanntenSchäfchen". Die dritte Form find die Schicht­wolken, lange, horizontale Wolkenstretsen, welche fich häufig tu weiter Ausdehnung am Horizont lagern. Die vierte Form bildet die Regenwolke, meist au- der Haufenwolke und der Federwolke entstehend, welche dann entweder den ganzen Himmel oder einen großen Thetl desselben mit einem gleich­förmig grauen, undurchfichtigen Schleier überzieht.

Da die barometrischen Minima tn unseren Gegenden fich in der Regel von Westen nach Osten oder von Südwest nach Nordost fortbewegen, so muß man in Deutschland vor Allem nach Westen auf der Wetterkarte schauen, um das bevorstehende Wetter vorherbestimmen zu können. In der Regel tritt die Witterung, welche fich heute in England zeigt, einen Tag später in Hamburg und nach dem zweiten Tag in Memel ein.

X Ilbe-Haufen, 24. Juli. Hier wird demnächst eine Molkerei errichtet werden. Herr Otto Schulz auS Fulda wird dieselbe einrichten. Die Gebäude dazu sind be­reits käuflich erworben worden. AuS den umliegenden Ge­meinden haben fich bereit- viele Landwirthe zur Milch­lieferung gemeldet.

Vermischte».

Ein deutscher Premier-Lientenant Exeellenz. Der Kaiser v o n Eh in a verlieh dem Premier-Lieutenant Robert vom 2. Seebataillon, der gelegentlich des Empfang- des Prinzen Heinrich von Preußen bet dem Kaiser die Ehrenwache cowmandirte, den doppelten Dracheuorden 3. Stufe 1. Ord­nung. Dieser Orden ist ein filbener Stern, innen blaue Emaille, umgeben von zwei masfiv goldenen Drachen. In der Mitte befindet fich ein blauer Stern. Der Orden wird an einem blauseidenen Bande um den Hals getragen und ist mit der WürdeExcellenz" verbunden. Die 26 bei der ge­nannten Feierlichkeit in Pecking commandirt gewesenen See- foldaten erhielten vom Kaiser von China jeder eine silberne Medaille.

EineDikbeSfalle" hat ein Fleischermeister am Cottbuserdamm in Berlin erfunden. Ihm verschwanden seit einiger Zeit große Enden Würste vom Ladentisch, ohne daß e- gelang, de- Diebes habhaft zu werden. Da verband der Meister die Zipfel der Würste mit einander und befestigte an ihnen außerdem eine electrische Klingel. Hierdurch ge- lang es, die Diebin in einer guten Kundin abzufassen. Diese hatte die Angewohnheit, stets die Waare auf ihre Härte oder Weichheit hin zu befühlen. Al- fie nun wieder Einkäufe machte, und der Meister gerade Schinken abfchnitt, .ertönte plötzlich die Klingel und gleichzeitig fielen sieben Würste nieder. Die Kundin war starr vor Schrecken. Auf Bitten ihre- Manne- hat der Meister keine Anzeige erstattet.

Die älteste Zeitung der Welt ist derTfing Pao" (Pekinger Nachrichten"). Das Blatt wurde 710 v. Ehr. gegründet. Bis vor Kurzem glaubte man, daß es der gleich- falls in Peking fett 1000 Jahren veröffentlichteKin Pao" wäre. Ein Buch de« französischen ConsulS in Lanton aber belehrt, daß demTsing Pao" diese Ehre gebührt.

* Wie daß Geld von manchen Leuten verschwendet wird. Die Londoner ZeitungTit-Bits" schreibt: Leute, die schnell reich werden und auf unerwartete Weise in den Besitz großer Summen gelangen, verschwenden das Geld oft in der unsinnigsten Weise, um den Mammon rasch wieder los zu werden. Sie legen kostbare Sammlungen an, häufig von Dingen, die nur für sie Interesse haben, fie bauen Häuser, die mit dem Luxus eingerichtet find, der im arabischen Märchen seinen Ursprung hat und der schon hart an Ge­schmacklosigkeit streift, oder reiten kostspielige Steckenpferde. Gegen das Ende des siebzehnten Jahrhunderts, als besonders in Frankreich der Adel und die hohe Geistlichkeit Luxus trieben, durste sich Keiner zu derWelt" zählen, der seine Pferde nicht mit Silber beschlagen liefe; Viele ließen sogar die Radreifen von Silber fertigen. Der damalige englische Gesandte in Paris fuhr in sechsspännigem Wagen; die Hufe der Pferde waren mit Silber beschlagen, die Radreifen von demselben Metall. In diese Zeit fällt auch die Mode der kostbaren Rock- und Westenknöpfe. Ludwig der Vierzehnte hatte an einer Weste Diamantknöpfe im Werthe von 800 000 Mk. Aehnliche schaffte sich der König von Polen und Kurfürst von Sachsen, August der Starke, an. Diese Knöpfe aus Diamanten von reinstem Wasser, beträchtlicher Größe und wunderbar schönem Schliff befinden sich im grünen Gewölbe zu Dresden, wo auch noch viele andere von August dem Starken herrührende Schmuckgegenftände zu sehen sind. In dieser Zeit war es in den Schössern der Großen keine Selten­heit, die Thürschlösser und Klopfer von Gold fertigen zu lassen. Erst kürzlich wurde in einem Farmhause in Kent die Entdeckung gemacht, daß der Thürklopfer nicht, wie man dachte, ans Messing, sondern aus Gold bestand. Das Land­haus hatte einst dem Cardinal Wolsey gehört und war von ihm bewohnt worden. Doch all das erreicht nicht den Luxus, den die Börsenfürsten, Oelprinzen und Eisenbahnkönige unserer Zeit, besonders in Amerika entfalten. So kaufte Jay Gould für seine Tochter, die Gräfin Castellane, eine Krone von Diamanten, die der Kaiserin Eugenie gehört hatte; es war ein fürstliches Vermögen, das er dafür zahlte. Seine Söhne, George und Howard Gould haben mit des Vaters Millionen dessen Hang zum Luxus geerbt und ihn in noch höherem Maße ausgebildet. Howard Gould hat sich eine Dacht gebaut, einen schwimmenden Palast, ähnlich der des Kaisers von Rußland, nur etwas kleiner, aber mit fürstlicher Pracht ein­gerichtet. Für zwölf Gäste ist bequeme Unterkunft geschaffen, so daß Jeder einen kleinen Salon, ein Schlaf- und Ankleide­zimmer und eine Badestube zu seiner Verfügung hat. Daß Speise- und Gesellschaftssäle, Billard-, Rauch- und Spiel­zimmer nicht fehlen, ist selbstverständlich; auch ein schöner Musiksaal und ein Bibliothekzimmer sind vorhanden. Die Dacht kostete ein Capital, dessen Zinsen das Einkommen zweier Minister bilden würden. Unter seinen kleinen Tollheiten sei die Bestellung eines Fächers erwähnt. Er ist mit acht Medaillonbildern verziert, die von ersten amerikanischen Malern gemalt sind und kostete 800000 Mk. Er war zu einem Vielliebchen für eine befreundete Dame bestimmt, ©em Bruder George liefe das Treppengeländer und die Stäbe, die den Teppich hielten, aus massivem Silber mit Goldornamenten verfertigen Damit aber nicht zufrieden, liefe er das Balkon­geländer, das in schönen, anmutfeigen Formen aus Messing gearbeitet war. dick vergolden, damit es allen Einflüssen des Wetters trotz bieten könne. Die geschicktesten Arbeiter haben seit Monaten daran gearbeitet und die Ausführung kostet Tausende von Pfunden William Waldorf Astor ist gewiß oft in Verlegenheit, wohin er mit den Zinsen von seinen vierzig Millionen Pfund soll. Er hat sich kürzlich auf seinem Landsitze Cliveden einen Springbrunnen anbringen lassen, dessen Schale, aus schneeweißem italienischem Marmor

1200000 Mk. kostet; die Schale faßt 60 Tonnen Wasser. Die verstorbene Lady Brassey besaß einen Mantel aus Federn ausländischer Vögel gefertigt, der auf zwei Millionen Mark geschätzt wurde; ein Halsband aus schwarzen Perlen, im Besitz der Lady Chichester, hat den Werth von beinahe 600000 Mk.; aber es ist noch nicht so werthvoll wie die Perlenschnur der jungen Herzogin von Marlborough, welche aus den berühmten Kronjuwelen von Frankreich stammt und gewiß den Hals mancher berühmten und hohen Dame ge­schmückt hat. Cornelius Vanderbilt hat ein Piano, für dar er 70000 Mk. zahlte; beinahe den gleichen Preis hat das des Marquis von Breadalbane. Diese Summe jedoch scheint sehr unbedeutend, wenn man dagegen die 200000 Mk. hält, die Marquard von New-Dork für ein Piano zahlte, das mit herrlichen Malereien geschmückt und mit kostbaren Steinen eingelegt wurde; auch wurden überall künstlerisch ausgeführte Holzschnitzereien angebracht. Daß Lord Uxbridge während seiner Bräutigamszeit beinahe zwei Millionen zu Geschenken für seine Braut verwendete, läßt hoffen, daß er deren Leben angenehm gestalten wird, wenigstens so weit dies durch Frei­gebigkeit erreicht werden kann. Der Verschwendung steht kein beschränktes Gesetz entgegen, nicht einmal das des guten Geschmackes und des guten Tones. Sogar nach dem Tode noch zeigt sich die bis zur Geschmacklosigkeit getriebene Prunk­sucht. Ein amerikanischer Arzt bestimmte 40000 Mk. für die Särge von sich und feiner Frau- Li-Hung-Tichang führt auf allen Reisen seinen Sarg mit sich, für den er 260000 Mk. gezahlt hat, und die Kosten des Mausoleums, das sich Mackay, der amerikanische Eisenbahnkönig, errichten ließ, werden auf 600000 Mk. veranschlagt. Es wäre auch ein Gesetz, daß man nur einen bestimmten Theil des Einkommens für Lieb­habereien ausgeben dürfte, für solche Leute am Platze, die sich damit zu Grunde richten. So erbte vor einigen Jahren ein junger Schotte von feinem Großvater das jährliche Ein­kommen von 20 000Mk. Er war ein großer Blumenfreunds besonders interessirte >er sich für Orchideen und beschloß, seine Zeit und fein Geld dieser Liebhaberei zu opfern und eine einzig dastehende Sammlung dieser interessanten Gewächse zusammenzubringen. Er baute großartige Treibhäuser, legte complicirte Heizvorrichtungen an, die sich aber, da sie vielfach nach feintnIdeen" ausgeführt waren, nicht bewährten und große Summen verschlangen. Nach Verlauf von zwei Jahren war er fertig und seine Orchideensammlung wurde für 20000 Mk. verkauft. Für lange Jahre hinaus wurde ihm seine Einnahme zum größten Theil vorenthalten, um seine Schulden damit zu bezahlen. In London ist ein Droschken­kutscher, aus guter Familie stammend; er hat durch Leichtsinn und Spiel erst sein sehr großes Vermögen durchgebracht und, als er schon in größter Dürftigkeit war, sich eine Erb­schaft von 1600000 Mk. durch seine Spielwuth verscherzt. Es war an diese die Bedingung geknüpft worden, daß er nie spielen dürfe, sonst ginge das Geld an einen Verwandte« über. Natürlich liefe dieser ihn durch einen Spitzel über­wachen und dieser sah ihn in einen Club gehen und dort eine ziemlich beträchtliche Summe verspielen, die er auf die zu erwartende Erbschaft erhoben hatte.

* Fachmännische «eufeetungen zum Untergang dervour- gogne" finden fich noch in verschiedenen Blättern. To schreibt Jemand derNat.-Ztg.":Ich hatte selbst leider einmal Ge­legenheit, einen großen Schifftunfall mitzuwachen und zwar den de« Großen Kurfürsten. Da« Schiff war in sech- Minuten weggesunken- 274 Mann ertranken trotz der ruhigen Tee. Wer die Gewalt kennt, mit der beladene eiserne Schiffe im rechten Winkel zusommenstoßen und dabei eine- an dem anderen läng-schlieren, der weiß recht gut, daß ein solcher Schiff bei voller Fahrt trotz der wasserdichten Abteilungen verloren ist. Meine Anficht ist aber die: e« müßte vor allen Dingen von den Rrttungsgürteln ein viel au-giebigerer Ge­brauch gemacht werden. Jeder Fahrgast hat eine Korkweste unter seinem Kopsk.ffen in der Kabine. Biele wissen e- nicht einmal oder erfahren es vielleicht erst durch Zufall, wenn die Reise bald vorüber ist. Biele wissen zudem gar nicht eine Korkweste anzulegcn. Sobald die Reisenden eingeschlfft find- müßte ferner unter allen Umstanden, sowie da- Gepäck ver­staut ist, eine Dertheilung der Mannschaft mit ihren Fahr­gästen für jede- Rettungsboot stattfinden und gleichzeitig eine Unterweisung in der Anlegung eine« RettungSgürtelS. Im Urbrigen sollten außerdem am Oberdeck an verschiedenen Grellen Rettungsgürtel in genügender Anzahl den Reisenden zur Verfügung stehen. Auch tn den einzelnen Booten müßte« einige Rettung-gürtel vorhanden fein. Ich habe 66 Mal den Oeean durchkreuzt und bin auf den meisten größeren Schnell­dampfern gefahren, aber nie habe ich davon etwa- gesehen oder gehört. Die Leute sollten wiederholt solcheBoot-rolle*, wie e- bei der Marine heißt, durchnehmen. Die Reisenden wissen ohnehin meist nicht, war sie vor Langeweile bei trockenem aber nebligem Wetter machen sollen. Jeder Reisende wird fich im kritischen Augenblick viel ficherer fühlen, wenn er weiß, wohin er gehört. Auch für Kinder müßten Rettung-- gürtel vorhanden sein." Tine Reihe ähnlicher Vorschläge macht ein Fachmann in derBoss. Ztg." Er meint:Ein fichere- Mittel, un- über die Nähe eine- Sch ffrs im Nebel­wetter zu unterrichten, besitzen wir nicht. Gerade durch da- Mist"wetter wird häufig der Schall der Dampfpfeife oder der Glocke gedämpft, andererseits wieder durch Luftströmungen aus weiter Ferne stärker an unser Ohr getragen. Vielleicht giebt uns die Telegraphie ohne Draht bald ein Mittel in die Hand, um uns über die Nähe irgend eine- anderen Schtffe- zu orientiren. Daß wir aber die Folgen eine- solchen Un» glück- mindern, dazu können wir sehr viel beitragen. Welche Mittel besitzen wir nun, um nach Eintritt eine# Zusammen­stöße- die allgemeine Verwirrung zu vermindern und die Reisenden schnell in die Boote zu retten? 1. Einem jeden Reisenden soll, sobald er an Bord ist, da- Rettung-boot ge­zeigt werden, zu dem er gehört, ferner der.Offizier, der da« Boot commandirt, und ihm eingeschärft werden, daß er sich sofort an die« Boot zu begeben hat- 2. bei Nebelwetter sollen die Boote aus ihren Stützen herau-geschwuugeu werden

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Lehrling! 2 Glaser, 1 R 2 Schreiner, 2 §