Ausgabe 
27.7.1898 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

1855,

Poliriy.

b#n'Ch, Üiftfr. 201

Hu

!

' ^halb sämwtliche | i« M nur annehm- j 7261 i

LChf,

I

Petri.

hiwih!

en sich

tsrämc

I«

Keör. Siheel tetol

iS

HD. R.-O.Z Ar. 28».

nt die Kopfcchuppen.

jie Haare echön seidenweicti r mit PfeÜ. 55! ,00 A. w. KUbipger^

,scbe

Verzinkerei

eußen)

iiontu iln M

Ausführung-

5h. 50827) «

$er.Äö*u- 200,70! Laura

w«*1

I><»

sous.sg ÄqS 88.60 107.10

SS.70! Jj« rs^iN

M-

afii

Donau

Kern. W-860 D^'&O Oldenb-^

JtofiPjoG

Iflrl. M-

88

Nr. 173 Erstes Blatt. Mittwoch dm 27. Juli

1898

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gieszen

| Gratisbeilage: Gießener Fmnilienbliitter

1

Lllk Anzeigen-Berminlung-stellkn bei In- und Äuilonbe» nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger tntgtgte.

Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für den Heißenden Tag «scheinende« Nummer bi- Dorm. 10 Uhr.

Redaktion, Expedition und Druckerei:

SchnlSrazr Ar. 7.

Adresse für Depeschen: Anzeiger

Fernsprecher Nr. 5L

hat im Auftrage feiner Regierung angezeigt, daß diese ben am 4. April 1896 zwischen dem Deutschen Reiche und Japan abgeschlossenen Handels- und SchiffsahrtS-Vertrag vom 17. Juli 1899 ab in Kraft zu setzen wünscht.

Ein internationaler Ar beiterschutz-Congreß, der während der Weltausstellung in Paris statifinden sollte, war von der Regierung des EantonS Zürich beim schweizerischen BundeSrath angeregt worden. Der BundeSrath wöge bei der französischen Regierung die nöthigeu Schritte thun, zumal eine solche Tagung dazu beitragen würde, das Werk des Arbeiterschutzes wieder etwas aus dem Stillstand herau-zu- bringen. Der schweizerische BundeSrath hat die Anregung abgelehut. Wenn die Zeit gekommen sei, werde eS der Schweiz bester anstehen, Schritte zur Abhaltung eines in der Schweiz tagenden CongresteS zu thun und selbst als einladender Staat aufzutreten. Der schweizerische BundeSrath hat eS auch ab* gelehnt, dqF umfangreiche Gebiet bei schweizerischen Arbeiter- schutzeS in Paris auSzustelleo. Für eine solche Ausstellung fehle in Paris ber Raum. Sobann habe ble Sache auch eine große finanzielle Tragweite, bo bte gewerbe-hygienischen Sammlungen beS Fabriken-JnspectoratS, bte am Polytechnikum zugleich Lehrzwecken bienten, ausgestellt werben müßten. Bloße Drucksachen unb graphische Darstellungen beS Arbeiter- schutzes sänben nur geringe Beachtung. DaS AuSlanb sei übrigens über ben schweizerischen Arbeiterschutz genügenb unterrichtet. Deutschlaub bürste, wie schon bet bett Welt­ausstellungen in Chicago unb Brüssel, wieber einenLeit- faben zur Arbeiterverficherung beS Deutschen Reiches" aus­stellen.

Für bte Parabe-Aufstellung eine! ArmeecorpS ist ein neues Schema ausgegeben worben, baS bet btm btefl» jährigen Kaisermanöver zum ersten Male zur Anwendung ge­langen wirb. Danach besteht baS erste Treffen aus ben fünf Infanterie-Brigaden, bann am linken Flügel betfelbtn Jäger- batatllon, Unterosfijierschule, Fußartillerie unb Pioniere, während baS zweite Treffen wie bisher bte bclben Cavallerie- Brigaben unb die Feldartillerie umsaßt. Eine weitere Aende- rung ist eingetreten, indem die auf dem rechten Flügel stehende Brigade die Ehrenbezeugung nur einmal im Ganzen erweist und nur olle übrige« Brigaden erst tw Ganzen unb barauf brtgadewetse noch einmal. Auch gehen die Mufikcorps ber Flügelbrigabe bet Annäherung bei Kaisers in bte National- Hymne über, während die übrigen Beigaben beim zweiten Präsentiren finngemäß folgen. Auch ist eine Anzahl 93er« anberungen ber Felbbienstorbnung eingetreten, ble fich nament- Uch auf btn Marsch auf Behelfsbrücken unb Brücken auS bem Material beS KriegßbrückentratnS, sowie auf bte größeren Schußweiten ber Felbartillerie unb bte Hanbitzbatterien ber schweren Artillerie beS Feldheeres (Fuhartillerie w't Be- spannung) beziehen.

D ie Her ab setzung ber Altersgrenze für den Eintritt in den Genuß ber Altersrente, bie von einzelnen Regierungen gewünscht wirb, bürsten, wie bie osficlösen Verl. Pol. Nachr." auSsühren, für bte nächste Revision beS JnvaliditätS- unb AlterlversicherungSgesetzeS große Aussicht auf Erfolg kaum haben. Bekanntlich waren diese Wünsche schon vordanben, als bal Gesetz ausgearbeitet würbe, unb man hat sie bamalS hauptsächlich auS dem Grunbe nicht be­rücksichtigt, weil man erst bie finanzielle Tragweite ber ganzen neuen Einrichtung kennen lernen wollte. Ob baS in ber Zeit seit 1891 schon geschehen konnte, ist doch sehr zweifelhaft. Ganz gewiß ist eS aber, baß mit einer Herabsetzung ber Altersgrenze gewaltige Beitragstetgerungen etntreten müßten. Amtlich ist berechnet, baß bet Herabsetzung ber Altersgrenze von 70 auf 65 Jahre jede Marke 5y4 Pfg. unb bei einer Herabsetzung auf 60 Jahre 13 Psg. mehr kosten würbe. Die Zahl ber jährlich zugehenben Altersrenten würbe bet Herabsetzung auf 65 Jahre von 30 234 auf 66140 steigen bei Herabsetzung auf 60 Jahre von 30 234 auf 80 760. Die Belastung würbe fich danach um 30 ober 60 pCt. erhöhen. Mau ersteht baraue, tote beträchtlich fich bte Leistungen von Arbeitgebern, Arbeitern und Reich steigern müßten. Ob eine Steigerung aber angängig ist, das ist doch sehr fraglich. Graf von PosadowSky hat denn auch in der ReichStagSfitzung vom 24. Januar b. I. erklärt, baß auf btesem Gebtete bte größte Borsicht angebracht fei, unb baß man zur Zeit an eine Herabsetzung ber Altersgrenze wohl nicht benkeu könne.

Kiel, 25. Juli. Ein im Hafen von einer Seesoldaten- Patrouille festgenommener Ulan floh und wurde von ber 1 Patrouille, welche feuerte, schwer verletzt.

3lneg»freU virrkkliährllch

2 Mark 20 Pfg. monatlich 75 Pfg. mit vringerloh«.

Bei Postbezug 2 Mark 50 Pfg. vierteljährlich.

Deutscher Reich.

Berlin, 25 Juli. Norblanbreise bef Kaiser!. Dal Wetter ist aobauernd gut, aber kühl. SamStag Nacht traf bteHohenzollern" im HmlandSsjord ein unb ging boxt nor Anker. Der Kaiser unternahm nach dem Gottelbienst am Sonntag ben Ausflug zum Swarteifenglerscher.

Berlin, 25. Juli. D. Dryauber, ber bisherige Pfarrer an ber Dreifaltigkeitlkirche unb Generalsuperintenbent der Kurmark, ist lautBerl. Corresp." zum ersten Hof- unb Domprebiger, unter Verleihung beS Characterl all Ober# hoiprediger, mit bem Range eine! RatheS erster Klaffe unb ber Befuguiß, ben feibenen Talar zu tragen, im Nebenamte ernannt worden. Ihm ist zugleich bal durch den Tod del bisherigen SchloßpfarrerS, OberhofpredigerS D. Sögel, erledigte Amt bei Schloßpfarrerl für baS Schloß In Berlin

erscheint tägllch mit Ausnahme deS

MontagS.

Dir Girßener Hlamitlenktätter -werden dem Anzeiger -w-chcntl'.ch viermal beigelegt.

Gewährsmann bereit! genannt.

er ihn aber erst bann übergeben, wenn Zola bie« verlangt, dr, Bjönfon, glaube feinem GewShrSmanue, ber übrigen» rein Geheimniß au» ber Sache mache unb ben Retchlkanzler

enbgtltig übertragen worben.

Berlin, 25. Juli. Björnf on telegraphirt bervosfifchen Zeitung" au» München, er habe dem Reichskanzler feinen Der Oeffentlichkeit werbe

gut kenne.

Berlin, 25. Juli. Der erste Borsitzenbe bei Bunbe» der Lavdwirthe, ber Reich!» und Landlagl-Abgeorbnete v. Plötz ist an Brustfell-Entzünbung gestern Adenb ge­storben. DieDeutsche Tageszeitung" widmet bem Ber- stordenen einen äußerst herzlich gehaltenen Nachruf. Berthold v. Plötz war geboren am 9. August 1844, besuchte da! Kadettenhaus, war 1862 dis 1864 achter Offizier, bann Lanbwirth, Kreilbeputirter unb LanbtagSadgeorbneter für ben Wahlkreis Ltebenwerda Torgau. Im Reichstage vertrat er in der vorigen Tagung Frankfurt-Soran- bei ber letzten Wahl würbe er in Pyritz-Satzig gewählt.

Berlin. 25. Juli. Die nächste ReichStagStagnng. In ben Kreisen, die unterrichtet sein müffen, nimmt man an, daß ber Reichstag in ber zweiten ober dritten^ Woche be« November eröffnet werben wird. Selbstverstänblich liegt heute barüber noch kein binbenber Beschluß vor. Eine wesentliche Aenberung beS in Aussicht genommenen Zeit­punktes ist indessen sehr unwahrscheinlich. Den BundeSrath erwartet diese! Mal nach seinem Wiederzufammentritt im Herbst ein sehr umsangreiches Arbeitspensum, da» eine frühere Einberufung bei Reichstag! ausschließt. Zunächst wird ihn -ine ganze Reihe größerer Vorlagen beschäftigen, die in den Reichsämtern bereit» fertiggestellt sind ober ber Fertigstellung entgegen gehen. Bor Anfang October kann ber BundeSrath ben Etat auch diesmal nicht erwarten. Noch find bie Auf­stellungen ber einzelnen RcffortS nicht im Reichsschatzamt eingegangen,- vor Anfang Stptember wird dieses daher schwerlich seine viel Zeit und viele Verhandlungen de- anipruchende ausgleichende Arbeit beginnen können. Unter diesen Umständen darf e» al» sicher gelten, daß zwischen Wahltag unb RetchstagSeröffnung fünf Monate verstreichen, eine erheblich längere Frist, als je seit bem Bestehen be« Deutschen Reiche». Daß bte Reichstage, bie nach ber in den c^hren 1873, 1878, 1887 unb 1893 erfolgten Auflösung lörer Vorgänger, innerhalb 90 Tage von btm Datum der Steren einberufen werben mußten, war in ber Verfassung vorgesehen. Aber über ben Zusammentritt eine» Reichstag», ber nach bem ordnungsmäßigen Erlöschen be» Manbat« seines DoLngerö gewählt ist, enthält biese keine Bestimmungen. Sie sieht nur vor, baß ber Reichstag sich nicht versammeln unb seine Thätigkeit beginnen bars, ohne vom Kaiser berufen und eröffnet zu f<m, unb sie legt btefem nur mittelbar bie Btrpfl.chmttg auf, Ihn In Jahresfrist »u berufen, well er SieldbStag in jebem 3-bte mlubeften# einmal ju berufen st. »Uber "ft aber mit einer einzigen flubnatme ble neunjlgtägige Sri« auch für ble nach otbnungSmä§iaem Manbat,ablans Wählten Reichitage eingehalten. Der auf Geunb ber Ber- fasinng gewählte erste beutlche Reichstag trat am 21. Marz 1871, alfo nach 82 Tagen, zulammen; ber Reichstag von 1877 nach 43, ber von 1884 nach 24 unb ber von 1890 na* 75 Haarn. Rur im Jahre 1881 würbe eine Ausnahme gemacht. Obwohl da. Manbat bt. 4. Reichstag, am BOlull abgetaufen War, würbe damals die Neuwahl erst nm 31. August für ben 27. October ausgeschriebne unb ber Reichstag dann auf den 17. November einberufen, also nach einer Zwifchenz.it von 110 Tagen. Aber «tMtM Wirb durch die jetzt zu erwartende von rund fünf Monaten rrheblich übertroffen werden.

Berlin, 25. Juli. Handelsvertrag zwischen Deutschland unb Japan. Der japanische Gesandte in Berlin

Ausland.

Wien, 25. Juli. Die Meldung de»TempS", Gras Goluchow»ky sei deshalb in Ungnade gefallen, weil er fich in Gegenwart deS Erzherzogs Friedrich abfällig über die Königin-Regentin von Spanien geäußert und jede Intervention im fpanifch-amerikanifchen Kriege abgelehnt haben foll, wird von competenter Seite als Erfindung bezeichnet.

Wien, 25. Juli. Dem Vernehmen nach werden zu den für den Geburtstag des Kaisers geplanten Festlich- feiten außer dem deutschen Kaiser der König von Serbien und al- Vertreter der Königin von England der Prinz von Wales nebst Gemahlin unb als Vertreter beS Königs von Italien ber Herzog ber Abbruzzen hier eintreffen.

Pari!, 25. Juli. Die vom@ldcle* gegen Pathy bu Elam veröffentlichten Befchulbigungen verfolgen ben Zweck, Pathy bu Elam trotz beS Einspruchs beS Krieg!- Ministeriums verhaften zu taffen. Pathy bu Elam will gegen benT öcle" eine BerleumbungSktage anstrengen.

Pari«, 25. Juli. Der Ministerpräsident Brisson wirb wegen ber DreysnS-Angelegenheit unb wegen ber gegen ble Armee fortgesetzt gerichteten Agitation in ber Kammer interpellirt werben.

Pari!, 23. Juli. Die Untersuchung gegen Esterhazy, bie übrigen» so gut Wie abgeschloffen ist, veranlaßt bie Pariser Presse, immer unverhüllter mit Anschulbigungen gegen noch anbere Osfiziere hervorzutreten. DerSiöcle" be­schuldigt Major Pathy du Elam, er sei durch Erhellung von Rath Mitschuldiger Estkrhozy! gewesen bei der Absendung ber salschen Telegramme an ben Oberst Picquart und habe Esterhazy daS Document mit dem ActenauSzug mitgetheilt, da» bem Ministerium durch die Dame mit dem Schleier zu- gestellt worben sei. DerSiöcle" behauptet ferner, Pathy bu Elam habe ba» Geheimniß ber verschiedenen Untersuchungen verrathen, um Esterhazy zu retten; Patby bu Elam selbst habe einen falschen Speranza-Brief geschrieben; er sei selbst die verschleierte Dome gewesen, welche Esterhazy ba» reüenbe Canaille be D . . ." übergeben. DerSiScle" erklärt weiter, Alles ba» sei ben meisten Mitgliedern deS Cabinet! Briffon tote auch denen de» srühexen Cabinet» M6line be­kannt. Im Schvoß de» Ministerium! Briffon soll Helle Zwie­tracht ausgebrochen sein. Während Briffon dem Untersuchungs­richter BertuluS freie Hand taffen will, bietet angeblich Cavaignac Alles auf, um BertuluS' Absetzung herbeizuführen.

Der Aufenthaltsort ZolaS scheint ermittelt zu sein. Wie daSPetit Journal" ra'ttheilt, weilt Zola nicht im Aus­land, sondern in Verueul bei Medan an ber Seine. Dort soll sich Zola bei einer Mabame Rozereau, seiner Jugend- freanbin, aufhalten, mit ber er zwei von ihm adoptirte Klnber hat. Frau Zola, bte, tote daSPetit Journal" gleichfalls zu melben weiß, bie Pathln eine« ber genannten Kinder ist, foll ebenfalls in Berneul eirgetroffen fein.

Lonbon, 25. Juli. Das Befinden des Prinzen von Wales hat fich derart gebeffert, daß bte Aerzte e! für unnötbtg erachten, weitere Bulletin« anSzugeben.

London, 25. Juli. Eine Depesche aus St. Thoma! meldet, ber deutsche DampferCrotta" berichtet, daß er gestern Abend acht Meilen von San Juan dreimal von eine« amerikanischen Schiffe beschossen worden sei, welches, wie der Capitän de« deutschen Sch ffe« glaubt, zu dem amerika­nischen Invasion«'Geschwader gehörte. ES sei ober wahr­scheinlicher, daß e» ein Blokadeschiff gewesen sei.

Madrid, 25. Juli. Der größte Theil der carlistl- scheu Blätter hat wegen der poltzetlichen Maßregelungen da« Erscheinen eingestellt. Die Carlistenclub» haben fich fxeU willig aufgelöst, weil bte Polizei ein Mitglieber-Berzeichniß forbert. Die Regierung arbeitet mit allen Mitteln auf ben Fried en.___-________________________________

Locales und Provinzielles.

Sieben, 26. Juli 1898.

* Kirchliche Dienstnachrichten. Seine Köntgl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 13. Juli ben von Seiner Erlaucht dem Grafen zu SolmS Laubach auf die evangelische Piarrstelle zu Wetterfeld, Decanat Grün­berg, präfentirten Pfarrer Eduard Scriba zu Nieder- MooS, an demselben Tage den von Seiner Durchlaucht bem Fürsten zu Jlendurg Btrstein auf die evangelische Pfarr- stelle zu Wrniuxs, Decanat Büdingen, präsentirten Pfarr­verwalter Georg Kumpf daselbst für diese Stellen zu bestätigen. , . m r

* Personalien. Seine Königliche Hoheit der: ®toB Herzog haben Allergnädigst geruht, am 20. Juli dem