Ausgabe 
27.4.1898 Zweites Blatt
 
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Gemahlin und Prinz Georg ein. Dieselbe» reisen heute nach Homburg ab.

Load»», 2b. April. Präfideut Mac Kinley hat eine« englischen Torrespoudeuteu eine Botschaft für England mttgegebeu, tu welcher eS heißt, daß nicht nmr die Negierung sondern die ganze amerikanische Natiou zu tiefe« Danke für die Sympathien England- verpflichtet sei.

Madrid, 25. April. Infolge der Unthätigkeit der Flotte beginnt sich die Situation für die Regierung wesent­lich zu verschlechtern. Wenn nicht bald ein bedeutender Erfolg der Flotte zu verzeichnen ist, dürfte es zu kritischen Ereiguiffeu kommen. General Wryler hat der Königin den Rath ertheilt, Maßregeln bei Zetten zu treffen, u« ein MilitSr-Eabinet zu ernenne».

PHUadelphia, 25. April. Ein hiesiges Blatt weist auf die Gefahr hin, die der amerikanischen Armee dadurch ent­steht, daß die Truppen nicht mit gleichmäßigen Gewehren bewaffnet find, sondern mit alten Modellen, deren Tragweite «eist hinter der der spanischen Gewehre zurückbleibt. Man glaubt hier allgemein, daß da- amerikanische Heer nicht vor dem 1. Juni kampfbereit sein kann.

4- Ullendorf a. d Lda., 25. April. Gestern fand hier die Einweihung der neu errichteten Kletnkiuderfchule statt. Die Lehrerin ist eine Schwester aus Baden, welcher 47 Studer auvertraut wurden. Herr Pfarrer Eckstein hielt eine herzliche Ansprache, und der Kircheuchor verherrlichte die einfache Feier durch zwei Lieder.

8 Bo« Laude, 25. April. Mit Freuden begrüßt es der wahre Menschenfreund, daß die Presse in neuester Zett sich angelegeutlichst um das Wohl der aus der Schule entlassenen und theilweise schon jetzt oder zu Pfingsten conftrmirten Jugend bekümmert. Sehr beherzigeuSwerthe Worte und Mahnungen werden laut, und es ist nur den Eltern dringend zu rathen, fie zu befolgen. Wenn u. A. gesagt wird, daß in neuester Zett vielfach auf dem Lande die Sitte sich einbürgert, die Jünglinge nach ihrer Eonfirmation, statt ein Geschäft erlerne» zu lassen, nur zum Geldverdteuen anzuhalten und daß diese Art der Ausbeutung oft ein Krebs» schaden sei, so ist das nur zu sehr wahr. Was Häuschen nicht lernt, lernt Haus nimmermehr. Sind die ersten Jugend» jahre im Einerlei der Fabrikarbeit oder des Tagwerks einer anderen bloßen Arbeit um Lohn zugebracht, dann ist es zu spät zur Erlernung eines Geschäfte-, und der junge Tage» arbeüer ist in vielen Fällen de- Bodens eines späteren ge­segneten Fortkommens beraubt. Allerdings sprechen die Ver­hältnisse der Familien hier mit. In mancher Familie ist mau der jungen Arbeitskraft zur Erlangung eines Verdienstes eben »ehr als beuöthigt. Wenn man aber derarttge Familien Revue paffireu läßt, so find eS meist solche Ausnahmen gewiß zugestauden in denen eben durch Nichterlernung eines Geschäftes und Nichtbeachtung der Forderungen unserer Zett au jeden Handwerker, die Zustände der Art geworden find, daß der au- der Schule entlassene Sohn statt ein Hand­werk z» erlernen, bloß der Arbeit um Lohn nachgehen muß. Handwerk hat heute noch so gut eineu goldenen Boden, al- zur Zett der Großväter, ja heute oft noch einen goldeneren; aber geradeso wie damals gehört zur tüchtigen Geschäfts kenntntß und regem Fleiß da- brave, sittsame Betragen de« jungen Menschen. Höflichkeit und Ehrbarkeit find aber etu Schlüssel, der nicht bloß die Thüren, sondern auch die Herzen aufschließt. Gerade tu unserer Zeit, in welcher die geistige Ausbildung nicht mehr einzelnen befähigten Köpfen zukommt, sondern Allgemeingut geworden ist, wird allseits das größte Gewicht auf das Betragen des jungen Menschen gelegt. Ju ihm liegt der wirksamste Hebel zum Werden eines tüchtigen Mannes. Diesen Hebel aber zur rechten Zett aufzubauen, muß der Eltern vornehmste Sorge sein, fie müssen hierin vor allem Hand in Hand gehen mit der Schule, die nicht bloß unterrichten sondern auch erziehen will.

* Frankfurt. 24. April. Das heutige Rennen war auf allen Plätzen außerordentlich zahlreich besucht und nahm bei dem herrlichen Wetter einen durchaus gelungenen Verlauf.

I. Preis des Landwirthschaftlichen Vereins Frankfurt a. M. Flachrennen. 1500 Mark. 1400 Meter. Erster Lt. v. FritzschesLeuchtkugel" (Reiter: Besitzer); Zweiter Lt. ». LilienthalsLa Gitana II." (8t. v Kayser L); Dritter WeinbergsRothkäppchen" (Bes.). Sechs liefen. Leicht um Halslänge gewonnen. II. Altkönig-Hürdenreunen. Clubpreis 1500 Mk. 2400 Meter. Erster H. Suermonds Quästor" (Lt. Suermondt); Zweiter Lt.v. Bradsky.Labouns Huby Born" (Bef.); Dritter Lt. Völcker»Master of the Mint" (Bes.). Neun liefen. Siegte leicht mit zwei Längen. III. Mirabelle Steeplechase. Ehrenpreis und «ubpreis 2000 Mk. 3000 Meter. Erster Lt. Jäneckes Hauptkerl" (Rittmeister Eschborn); Zweiter Lt. o. Lilien­thalsEanada" (Lt. v. Kayser I.); Dritter Lt. v. Grävenitz Burnt Mill" (Bes.). Sechs liefen. Nach Kampf mit zwei Längen gewonnen. IV. Main-Flachrennen. Club­preis 1500 Mk. 1800 Meter. Erster H. Suermondts Jngvelde" (Lt. Suermondt); Zweiter Lt. AbelsRobur" (Lt. o. Tautphön-)- Dritter Lt. SchrönsReflex" (Bef.). Siegte nach Kampf mit einer Länge. V. Taunus- Hürdenrennen. Ehrenpreis und 'Clubpreis 1500 Mark. 2400 Meter. Erster Lt. WillmersPakington" (Lieutenant v. Kayser I.); Zweiter Lt. WolffsFreude II." (Bes.); Dritter Gestüt ZieverichsLuby Lad" (Lt. Suermondt). Neun liefen. Nach schärfstem Kampf um Halslänge heraus- geritten. VI. Johannisberg. Steeplechase. Ehren» preis und Clubpreis 3000 Mk. 4000 Meter. Erster Runges Leibgardist II." (Rittmeister Eschborn); Zweiter Lt. von GrävenitzThyme" (Bes.); Dritter LüttichsHermrtine" (Lt. v. Oertzen); Vierter Lt. v. Bradsky-LabounsVarus"

(Bef.). Sechs liefen. Nach Kampf mit einer Länge ge­wonnen. Dar dritte Pferd 30 Langen zurück.

Frankfurt, a. M, 25. April. Große Rosenaus- stellung 189 8 an der Forsthausstraße Juni bis Sep­tember. Der Kaiser von Rußland hat dem Sontite der großen Rosenausstellung auf Anttag seine- Minister- für Ackerbau und Staat-domänen die große goldene Staat-» »edaille nebst Diplom zur Verfügung gestellt mit der Maß­gabe, daß dieselbefür die hervorragendste Leistung auf dem Gebiete bee Rosencultur" verliehen werden soll. Da- Kaiserlich russische Geueralconsulat in Frankfurt a. M. hat die Medaille und da- Diplom nebst den Berleihung--Be» ftimmungen de- Zaren de« (Somite übermittelt. Diele hohe Au-zeichnung liefert einen Beweis für da- Interesse, mit de» man auch im Au-lande die Bestrebungen des Ausstell» uugscomitvs unterstützt.

Kolo, 25. April. Bei einem Nachmittags ausge- brochenen Stubenbrand ist ein zweijähriges Kind buchstäblich verbrannt. Die Eltern waren abwesend. Da» Feuer ist durch Spielen der Kinder mit Feuerzeug entstanden.

* Kiel, 25. April. Die Prinzessin Heinrich, die Prinzen Waldemar und Sigismund find nach Darmstadt abgereist.

Wien, 25. April. Die hiesigeAbendpost" meldet: Der in Hörnstein bei Baden schwer erkrankte Erzherzog Leopold ist gestern Nachmittag mit den Sterbesacramenten versehen worden. Die au-gegebenen Bulletin- verzeichnen anhaltende Schwäche bei eintretendem Verfall.

Sydney, 21. März. AIS vor einem Jahre die Tochter einer sehr begüterten Melbourner Familie, Douglas, Hochzeit machen wollte, mußte die Feier wegen de- plötzlichen Todes ihrer Schwester verschoben werden. Die Feier sollte nun an vorigen Dienstag stattfinden. In der Kirche warteten bereits die Gäste, der Wagen, der die Braut zur feierlichen Handlung führen sollte, stand schon vor der Thür, als plötzlich der einzige Sohn der Familie, ein junger Mann von achtzehn Jahren, vermißt wurde. Man stellte Nachforschungen an und fand den Unglücklichen in seinem Schlafzimmer auf dem Bette liegen, bewußtlos und mit einer Kugel in der Stirn. Er hatte in der Frühe in den Garten gehen und dort ein paar Vögel schießen wollen und man nimmt an, daß sich sein Gewehr dabei entladen, er selbst aber noch Kraft und Be- finnung genug gehabt habe, um fich in sein Zimmer zu schleppen. Die Hochzeit-feier hat natürlich sofort abgesagt werden müssen, und gestern ist der junge Mann, der bei seiner Mündigkeit ein Vermögen von 2 Millionen Mark zu erwarten gehabt hätte, seiner Verletzung erlegen.

* Fleiß der Studenten. Da- 150. Heft de- amtlichen QuellenwerkesPreußische Statistik" bringt u. A. auch eine Ueberficht über den Kollegien besuch bei den medi cinischen Facultäten aller preußischen Hochschulen für das Studienjahr S. S. 96/7. Aus den trockenen Zahlen­angaben kann man den Fleiß der AeSkulap»Jünger Peinlich genau verfolgen. 943 medicinische Privatvorlesungen der preußischen Univerfitäten wurden von 33010 Zuhörern während des angegebenen Zeitraumes besucht, im Durchschnitt also ein Colleg von 35 Hörern. Zum bummeligsten Besuch fühlten fich die jungen Medtciner in Göttingen (26), Halle (26) und Königsberg (28) veranlaßt. Ueberschrttten haben die Durchschnittszahl der Collegftequeuz nur Kiel (37), Bonn (47) und Greifswald (58). Der Besuch der medicinsichen Privat Vorlesungen in Greifswald von durchschnittlich 58 Köpfen ist die überhaupt höchste Leistung. Und dabei erfreut sich Greife Wald gar nicht so großartiger medicinischer Uuiverfität-institute und Kliniken wie Berlin, Halle, Königsberg. Auch ihr Besuch ist nicht bedeutend, er bleibt hinter den meisten preußischen Hochschulen sogar erheblich zurück. Es ist also nichts Audrre- möglich, als daß dieses kleine vorpommersche Greifswald, wo doch daS Bier und der Tabak gar nicht besonders schlecht verzapft werden, wo Fuchsenthuw und Burscheufreihrit gar nicht weniger üppig floriren al- anderwärt-, die «r- fleißigsten Mediciner hat. Heiliger Aeskulap! Deine Wunder find ja geradezu bandgreifswaldlichl

* Die Bukowina ist ein Oesterreich im Kleinen: Ruthe- nen, Rumänen, Juden (meistentheil- deutscher Muttersprache), katholische und evangelische Deutsche bilden die Hauptmasse der Bevölkerung, dazu kommen noch Polen, Magyaren. Ar­menier und andere. Während ringsumher, in Galizien, Ungarn, Rumänien und Rußland fremde Sprachen herrschen, hat in der Bukowina bisher das Deutsche die Oberherrschaft gehabt. Aber wie im großen Oesterreich, so ist auch in der Bukowina das Deutschthum durch die anderen Nationen immer heftiger bedroht. Da haben sich denn endlich, nachdem schon längst die Ruthenen. Rumänen, Juden und Polen die Wohl- thaten nationaler Vereine genossen hatten, auch die Deutschen zur Gründung eines deutschen Vereines aufgerafft. Im April 1897 ist derVerein der christlichen Deutschen in der Bukowina" ins Leben getreten, und noch bevor ein Jahr abgelaufen ist, zählt er mehr als 1700 Mitglieder ein Beweis, wie groß das Bedürfniß nach einer solchen Vereinigung war und wie viel Anerkennung schon die im Anfänge naturgemäß noch bescheidene Verein«- thätigkeit bei den Landsleuten gefunden hat. Der Verein nimmt sich besonders der Landwirthe an, inoem er ihnen Belehrung ertheilt und für Beschaffung guter Sämereien sorgt, er richtet auch auf das Schulwesen und die Forl- bildung, auf das Kleingewerbe, auf Stellenvermittlung und vieles Andere sein Augenmerk und bietet seinen Mitgliedern unentgeltlich eine Monatsschrift, denBukowiner Boten", der alle Stände zu belehren und anzuregen sucht. Eine» der größten Bedürfnisse des Vereines ist das nach einem eigenen Heim, einem deutschen Ver- einshaus in Czernowitz, das den erforderlichen Raum darbietet für die Vereinskanzlei, für ' Sitzungen und Versammlungen, für deutsche Schüler vom Lande, für ein Lehrlingsheim usw. Die meisten Deutschen hier sind aber unbemittelt, so daß ihre Opferwilligkeit nicht hinreicht, um die Erfüllung dieses

Planes in absehbarer Zeit erwarten zu lassen. Der Vor" stand de» Vereins wendet sich daher an alle Stammesgenossen mit der Bitte um Beiträge zum Hausbaufond. Auch die geringste Gabe wird mit bestem Dank angenommen und imBukowiner Boten" nach» gewiesen. Geldsendungen übernimmt der Säckelwart bei Hausbau. Ausschüsse»: Herr Marian Rudolf Streit (Czernowitz, Landesregierung).___________

' * 1 ~~

Citaratw Mtrt

Justus PertheS' Deutscher Mariue-AttaS. Be«rdeitet von Paul Langhan«. Mtt Begleitworten von Capttän- lieutenent a. D. Bruno Weyer Gotha, Justu» PertheS. Prei» 1 Mk. Der Streit um die Floltenvorlage rote die neuen Unter­nehmungen deS Reiches in Ostasien haben die Aufmnksamkril der weitesten VolkSkrcise auf dl« Einrichtungen und die Thätigkeit unterer Kriegsmarine gelenkt. Zur Beuttheilung der einschlägigen Fragen fehtte eS bisher vollständig an einer kartographischen Grundlage, welche die Vielseitigkeit und die räumliche Ausdehnung der unterer Kriegsmarine obliegenden Arbeit unmittelbar veranschaulichte. Diese Lücke tüHt der soeben neu erschieneneDeutsche Marine, Atlas" in glücklichster Weise durch Vereinigung von Karte und Text au». Don besonder- interessanten Einzelheiten deS Texte- heben wir noch eine Zusammenstellung der gejammten politischen Thätigkeit unserer Marine seit ihrem Bestehen, die SchiffSliste unterer Flotte am 1. April 1898 (nach Tonnengehalt, Schnelligkeit, Beroassnung, Panzerung, Pserde- kräften, Schraudenzahl, Besatzung, Stapellauf usw. jede» einzelnen Schiffe-!) und die Wiedergabe der endgilligen Fasiung de» neue» Flottengesttze» hervor.___________________________________________________

Universität» Nachrichten.

Der bekannte Philologe Geh.'Ratb Ribbeck in Leipzig hat sich zwar von seiner schweren Erkrankung erholt, maß aber die Vorlesungen auch für dieses ganze Sommer-Semester noch auSsetzen.

Professor Grimm in Berlin hat einen Anschlag aat Schwarzen Brett erlassen, aus dem steht: .Zuhörerinnen haben keine» Zutritt".

An der Universität Würzburg soll ein Lehrstuhl für Hydrotherapie errichtet werden.

Unter den vier Gruppen, welche die Potsdamer Brücke i» Berlin schmücken sollen, ist auch eine, die Professor Röntgen und feine große Entdeckung veranschaulichen soll. Die Ausführung ist de» BUdhauer Felderhoff anoertraut. Der Künstler hat sich kürzlich nach Würzburg begeben und dort al» Studie für sein Werk eine Büste des berühmten Physiker» nach der 9tatur geschaffen.

Al» Nachfolger de» jüngst verstorbenen Professor» Schneider ist Privatdocent Dr. O-kar ©amter zu Königsberg zum leitende» Chirurgen deS städtischen Krankenhauses zu Königsberg i. Pr. ge­wählt worden.

Dem bisherigen Prioaldoccnten an der Universität Münche», Dr. Güttler, wurde eine neu errichtete außerordentliche Prosessar für Philosophie, insbesondere Geschichte bet Philosophie, an der dortigen Universität übertrage».

itandwirthscbaftliche».

Kolik der Pferde.")

Heber diese Krankheit und ihre Heilung könnte man ein ga»ze- Buch schreiben. ES soll hier nur kurz eine Art der Behandlung an­gegeben werden, welche jeder Landwirth bis zur Ankunft de» Thiev- arzteS selbst ausführen kann. Dieselbe besteht in:

1) Bewegung im Freien oder bei schlechtem Wetter bi eine» luftigen, geräumigen Stalle oder Tenne ufro.

2) Einreiben der Nierenparthie, der Flanken und de» vanche» mit einer Mischung au6 3 Iheilen Terpentinöl, 3 Th Spiritu» und 1 Th. Salmiakgeist (vor dem Gebranch gnt durchgeschütteU).

3) Reiben der genannten Körpertheile mit Strohwische»

4) Eingabe von 360 g Glaubersalz und 40 g Alo-» (mit Wetzenmeol und Wasser zur Latwerge zu machen, '/»stünd­lich rote ein Hühnerei dick zu geben).

Bei Windkolik setzt man dieser Latwerge 120 $ ge­stoßenen Kümmel zu.

Bei Harnverhaltung dagegen gibt man dieselbe I» Wechsel mit Petersilien Abkochung (stündlich eine Wein­flasche voll, gut durchgeseiht, lauwarm).

5) Klystiere von lauwarmem Seifenwasser mit etwa» Koch­salz nach vorhergehendem AuSräumen de» Mastdarms mit Der Hand und leichtem Druck auf die gefüllte Blate. Die Klysttere sind stündlich zu wiederholen, bi» genügend« Kothablatz erfolgt ist.

Meist wird schon durch diese Behandlung die Kolik beseitigt. In hartnäckigen Fällen ersetzt man die Seifenwasser-Klystiere durch Tabakrauch'Klystiere und verwendet als Eingabe 360 g Glaubersalz und 8 g Brechweinstein (mit Weizenmehl und Wasser zur Latwerge zu madjen; stündlich wie ein Hühnerei dick zu geben). Dabei ist ad« sorgfältig auf die Bewegung und da» Geräusch im Magen und Dar»» kanal zu achten. Sobald beide» wieder genügend ein getreten ist, hat man mit Etngeben von Brechroeinstein und mit den Tabakrauch- Klystieren auszubören, um nicht zu stark zu reizen und Znreißunge» zu vermeiden Wasser darf erst zwei Stunden nach ber letzten Ein­gabe gereicht werden.

Da» sogen. Werfen der Pferde ist bei reichlich« Einstreu un­bedenklich zu gestatten, sobald keine Beschädigung d« Ibiete a» Krippen, Bäumen und anderen Gegenständen erfolgen kann. Bet Beweguna besondnS im Freien lindern fich die Leibschmerzen ee» selbst, und wird deßhalb wenig« da» Bedürfniß de» Werfens vor­handen sein.

Ob daS Pferd zu bedecken ist oder nicht, richtet sich ganz nach der Temp«atur des Stalle» und der äuß«en KörpertheUe. Neuer- dingS wendet man bei niedrig« Temperatur der Haut, um da» Thier »um Schwitzen zu bringen, Prießnitz'sche Umschläge an, die bei gut« Bedeckung mit wollenen Decken und Stroh stündlich zu erneuern sind.

Bei aQen schweren und hartnäckigen Kolik Fällen ziehe man so­bald als möglich den Thi«arzt hinzu, um je nach Bedürfniß krampf- still. nde Mittel anzuwendm, Einspritzungen, den Darmstich usw. z» machen.

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2133 Dr. Borcherdt.