Ausgabe 
27.3.1898 Erstes Blatt
 
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was wir bitten und verstehen, wolle helfen, daß die Zahl derer, welche sich fein Wort zur Richtschnur nehmen, in Jesu Ehristo ihr Heil suchen, am ersten trachten nach dem Reiche Gottes und seiner Gerechtigkeit, wieder größer werde und alle den Frieden finden, der höher ist als aller Menschen Vernunft! Amen!

* Dal diesjährige hessische Kircheugesaagfest wird am 8. Mai in Londorf ftattfUten.

**d" Schulfeier im Realgymnasium. Die in den letzten Jahren hier eingeführte schöne Sitte, Schulfeiern durch größere mufikalische Aufführungen feiten« der Schüler zu ver­herrlichen, hat uns gestern in der Turnhalle deö Real­gymnasiums eine weihevolle Stunde geschenkt. Die Feier, welche durch Rede seitens des Herrn Professor Holzmanu eingeleitet und geschloffen wurde, bestand in seinem musika­lischen Theile in der Aufführung derGlocke" von Schiller, in Musik gesetzt von Andr. Bamberg. Der Componist, der bereits 1821 als Hofcaprllmeister in Gotha verstarb, hat eine große Reihe von Chorwerken verfaßt, die aber, außer derGlocke", der Bergeffenhett anheim gefallen find. Die Compofitiou bietet in den Chören, wie in den Soli- nicht übermäßige Schwierigkeiten, es fei denn, daß die theilweise sehr hohe Lage im Chor-Sopran gute Repräsentanten dieser Stimme voraussetzt. Der Gesangslehrer der Anstalt, Herr Polster, hatte das Werk mit großem Fleiß und mustka- ltschem Berständniß einstudirt, wacker und practse brachten die Knaben und Jünglinge die Einsätze, sangen mit voller Stimme und dadurch mit schönstem Gelingen die Chöre, sowie die Solochöre, die ihnen ebenfalls anvertrant waren. Die Solo- parthten, Sopran, Tenor und Bartton, wurden von ge­schätzten Dilettanten vorzüglich wiedergegeben; ein Oberlehrer der Anstalt führte den sehr wichtigen Part am Clavter in feinfühliger und diScreter Wette au«. Herr Polster leitete mit Umsicht und Schärfe das Werk und führte es zum besten Wohlgelingen.

Etadttheater. Auf die morgen statlfindende letzte Kindervorstellung, wttche unseren Kleinen das Märchen- sptel »Sneewittchen und die sieben Zwerge" bringen wird, sei hiermit nochmals aufmerkiam gemacht. Der Auf­führung des neuen Huhn'schen Schwankes in drei ActenEin Besuch im Panoptikum", welche für Sonntag Abend als letzte Sonntags-Vorstellung angesetzt ist, sieht man be­greiflicherweise mit Spannung entgegen. Montag Abend (nicht Dienstag) findet die letzte Benefiz Vorstellung, und zwar für Frl. Margarethe Berner, dem beliebten Mit­glied unserer Bühne, statt. Eine glückliche Wahl ließ sie ein gute- Volksstück treffen:Die Lieder des Musikanten" von Rudolf Kneisel. Das Stück gehört der alten guten Schule an und bietet neben seiner moralischen Tendenz eine Fülle lebenswahrer sympathischer Scene», die da- Interesse und die Aufmerksamkelt von Anfang biS zu Ende fesseln. Bemerkt sei, daß eine hübsche, stimmungsvolle Mufik (wieder- gegeben durch unsere RegimentS-Capelle) und einige Gesangs- einlagen das Ganze verschönern. Frl. Berner wird in ihrem Fache vlS sentimentale Liebhaberin an diesem Abend eine ihr gut liegende Rolle verkörpern und ihr schönes Talent aufs Neue offenbaren. Besonderes Interesse gewinnt diese Vorstellung noch dadurch, daß unser Mitbürger und geschätztes früheres Mitglied unserer Bühne unter der Aera RetnerS, Herr Max JaSkowSky, zu Ehren der Benefiziantin noch­mals die Bretter betritt und in der prächtigen Charocter- rolle des fahrenden Mustkanten Lrberecht Winter uns erfreuen und Genuß bieten wird. AuS Gründen des Angeführten sei der Besuch dieser Vorstellung bestens empfohlen.

* * OrtSgewerbevereiu. Einen recht zeitgemäßen Vor­trag wird am nächsten DienStag Abend Herr Reallehrer Hans Kahl aus Wimpfen hier im Saale desCafe Edel" halten, der gewiß das Interesse aller Handwerker Gießens finden wird. Bet den durch Einführung der neuen Hand­werkergesetze hervorgetretenen Meinungsverschiedenheiten zwischen den Anhängern der Innungen und denjenigen der freien Vereinigungen liegt die Gefahr sehr nahe, daß dieses Gesetz anstatt zum Segen, zum Unsegen der Handwerker ge­reichen könnte, und so werden eS die wahren Freunde der gedeihlichen Entwicklung des Handwerks mit Freuden be­grüßen, daß es dem Vorstände des OrtSgewerbevereios ge­lungen ist, Hrrrn Reallehrer Kahl zu einem Vortrag über das neue Handwerkergesetz und die hieraus für die Hand- werker erwachsenden Pflichten und Rechte zu gewinnen. Im Interesse der Sache haben zu diesem Vortrage nicht allein die Mitglieder der OctSgewerbeveretnS Zutritt, sondern find auch insbesondere diejenigen Handwerker eingeladen, welche dem Gewerbeverein nicht angehören und dürfte deshalb eine recht zahlreiche Betheiligung an diesem Vortrag seitens der Handwerker gewiß zu erwarten sein.

Für Radfahrer. Im vierten Blatte der heutigen Nummer befindet fich die am 1. Mai d. I. in Kraft tretende Radfahr-Ordnung für daS Großherzogthum Hessen.

Kuratorium der Rennbahn Gießen 1897. Auf dem Sportplätze au der Hardt soll mit dem 1. April bet ge­nügender Betheiligung eine Traiuirschule für Radfahrer eröffnet werden. Die Leitung derselben ist dem bewährten Rennfahrer Franz Verhetzen, welcher sich darum zuerst beworben hat, zugesagt worden. Derselbe leitete im vorigen Jahre mit bestem Erfolge ein gleiches Unternehmen in Duis­burg und ist augenblicklich noch in San Remo zu dem näm­lichen Zwecke engaairt, von wo er jedoch schon in den ersten Tagen hier eiutreffen dürfte. Der Unterricht wird einen Zeitraum von sechs Wochen in Anspruch nehmen. Die Theil- nehmer haben bei freier Benutzung der Rennbahn und An- kleideräume nur 30 Mk. zu entrichten, in welchem Preise auch die erforderliche regelmäßige Maffage, sowie ärztliche Ueberwachung, deren Ober-Aufficht in liebenswürdiger Weise das Mitglied des CuratoriumS, pract. Arzt Dr, Köppe, übernommen hat, inbegriffen find. Bei BersuchSrennen werden kleine Ehrenpreise gestiftet. Dieser TratntrcursuS hat mit irgendwelcher Vereins- oder VerbandSzugehörigkeit nichts zu thun; eS kann fich eben jeder Radfahrer zwanglos

ketheiligen, sei er zur Ausbildung als Rennfahrer, sei eS : aus irgendwelchen gesundheitlichen Rücküchten. Die unüber- troffene Güte der Rennbahn, die schön- Lage des Sport- ' Platzes und die insbesondere für Auswärtige in Betracht \ kommenden sonstigen Vorzüge, welche unsere Stadt vor anderen Sportplätzen voraus hat, dürften Biele veranlaffen, fich zu betheiligen, zumal da die strenge ärztliche Controlle jede Ueberanstrengung und jede Gefahr für die Gesundheit ausschließt.

* * Bieberihalbah«. Außer bereits eingetroffeuen 20 Güter­wagen, ist dieser Tage auch der erste Personenwagen auf demAbendstern" für die Bteberthalbahn angelaugt. Der­selbe ist nach dem neuesten Modell der Effenbahn-DurchgangS- wagen gebaut, hat Vorder- und Hinterperron, ein Abtheil 2. Klaffe mit 8 Sitzplätzen, während der übrige Theil des Wagens als 3. K affe mit bequemen Sitzplätzen versehen ist.

* * Radfahrer und Retter. DenBremer Nachrichten" wird aus Osterholz-Jenes er geschrieben, daß an der dortigen Chauffee zwischen Bäumen und Graben ein schöner Weg angelegt sei, welcher demnächst für die Radfahrer frei- gegeben werde, um den Fußweg zu entlasten. Der betreffende Correspondent betont, daß das Fahrrad in dem Maße ein Verkehrsmittel geworden fei, daß Wege für Radfahrer einem größeren Bedürfuiß entsprechen als Wege für Reiter.

* * Turnerisches. Für die beim 9. deutschen Turn­fest in Hamburg zum ersten Male einzurichtenden Sonder­wettkämpfe in volksthümlichen Uebuugen, die neben den großen Einzelwetttnrnen stattfinden, find mit Zustimmung des Gesamwtausschusser vom technischen Unterausschuß be­stimmt worden: 1) Schleuderballwettwerfen, 2) Hinderniß- laufen, 3) deutscher Dreisprung. DaS Gewicht deS Balles ist auf 2 Kg., der Durchmesser auf 25 Centimeter feftge- stellt und kann mit Henkel oder Schleife in einer Länge von 20 Centimeter versehen sein,- der Wurf erfolgt aus dem Anlauf. Beim Htndernißlaufen beträgt die Bahnlänge 100 Meter mit vier Hindernissen je 1 Meter. Beim Drei- sprung kommt nur ein Sprungbrett von 90 Centimeter Länge und 10 Centimeter Höhe, vor der ersten Absprung­stelle liegend, tu Anwendung. Für die Bestletstungen werden Ehrenurkunden erthetlt. Auch für dte AlterSriegen von Turnern zwischen 40 bis 50 Jahren find UebungSgruppen am schulterhohen Barren für Unter-, Mittel- und Oberstufe, ebenso für Gemetnübuvgeu am brusthohrn Reck aufgestellt worden. Hierbei ist jedoch dte AltherreuriegeAlldeutsch- land" nicht inbegriffen, für diese stehen die Bestimmungen noch aus.

* * Reue Uniformen. Durch CabtnetSordre des Kaisers werden für Jntendanmrasfissoren und Referendare, DivisionS-, Gouvernements- und GarntsonSauditeure, Intendantur- und Bauräthe sowie Garnisonbauinspectoreu neueAchselstücke, für Stabshoboisten, Stabshornisteu und StabStromprter neue Uniformen eingeführt. Letztere unterscheiden fich von den bisherigen durch neue Schulterstücke, durch eine Leibbinde und dadurch, daß die Waffe am Unrerschuallkoppel getragen wird. Auch wird den bezeichneten Chargen gestattet, Extraanzüge im Dienst zu tragen.

tzintertreppeu-Ltteratur. Man schreibt uns aus der Wett er au, 25. März: Seit einiger Zeit wird unsere Gegend mit zwei Hintertreppen-Romanen:Dte Bettel-Gräfin" undAuf ewig getrennt? oder: Capiiän DretzsuS und seiner Gattin ergreifende Erlebnisse, Schicksale und Verbannung", überschwemmt. Es erscheinen Colportrure und bringen je die erste Lieferung von anderthalb Bogen dieser Romac-c. Die Ausstattung ift gar zu armselig auf schlechtes Z-itungSpapter gedruckt. Mit Blauftempel finden sich auf der ersten Sette die Worte: Wird wieder abgeholt und aufs Weiternehmen angesragt. Jede Lieferung kostet 10 Psg.; auch Bilder find angebracht. Dte Rückseite der Bettelgräfin" ist mit einer illuftrirten Unterhaltung zwischen der schönen Therese und dem Colporreur geschmückt, der die Fortsetzung bringt. In beiden Romanen sind die ersten Capttel sehr spannend gehalten, dte Leute wagen 10 Pfg. daran und müssen dann daS ganze Werk nehmen, da« 80, 90 und mehr Lieferungen stark wird. Vor einigen Jahren hatten wir einen ähnlichen Schund« und Schauerroman. Nachdem dte Leute bereit- 8 bis 9 Mk. gezahlt hatten, erschien über­haupt nicht- wehr. WaS in den beiden oben bezeichneten Heften geboten wird, ist durchaus nicht vertrauenerweckend. Wir halten eS daher für unsere Pflicht, ernstlich vor diesen Sachen zu warnen.

5 Bom Lande, 24. März. Der setther übliche ModuS bet Holzverftetgerungen in den Domanialwaldunzen hat schon lange die Unzufriedenheit der Steigerer erregt. DaS Holz, vornehmlich Brennholz, wird nämlich nicht im Walde selbst, sondern bei Zusammenkünften in bekannt ge- gebeuen Gastwirthschaften versteigert In den meisten Fällen kennt der Steigerer so ntqt durch Augenschein, wa- er für Holz kauft. Wohl wird eS stets bekannt gegeben, wa- für einer Art und welcher Klasse eS ift; allein die persönliche Begutachtung des zu kaufenden Holzes sowie auch setne- StandeS und der damit verbundenen leichteren oder schwierigeren Abfahrt mangelt. Man kann doch gewiß nicht anuehmen, daß ein jeder Steigerer vor Abhaltung einer Brennholz« Versteigerung in den Wald geht, der oft stundenweit entfernt ist, und dort alle die Hunderte von Holzhaufen einer Musterung unterzieht. Würden dagegen alle Holzvrrsteigerungen im Wald bei dem zu versteigernden Holze abgehalten, wie daS ja bet Gemeinden- und anderen Holzversteigrruugen der Fall, dann wüßte jeder Steigerer, was er kief, und von Unzu­friedenheit könnte füglich keine Rede sein. BrmerkenSwerth bleibt dabet noch, daß sehr oft dte Räumlichkeiten, darinnen dte Holzverstetserungea abgehalten werden, kaum ausreichend find, die Kaufltebhaber zu fassen. Die quetschende Sage, in dte mancher Steigerer hier gekeilt, das Drängen nach dem Versteigerung-tifch, dte nachtheiltge Stellung der Hinteren Steigerer und endlich die oft peinliche Situation für die Ab­halter der Versteigerung selbst lassen neben den oben ange­

führten Hauptpunkten gewiß den Wunsch gerechtfertigt scheinen, daß das Holz stet- da versteigert werde, wo es fich befindet, im Walde.

Friedberg, 26. März. In der Großh. Obstbau- und landw. Wtnterschule hier fand am verflossenen SamStag die Schlußprüfung der aus über 40 Zöglingen bestehenden Adtheiluug des Wintersemesters statt. Die ganz außerordent­liche Betheiltgnng des von vielen Vertretern hiesiger Behörden und eine- von Nah und Fern Herbetgekommenen Publikum-, worunter diesmal erfreulicher Weife auch die Frauenwelt ver­treten war, bewies daS von Jahr zu Jahr fich hebende In­teresse, welche- der landw. Sache im Allgemeinen und der auf- Vortrefflichste wirkenden Lehranstalt in-befondere, in Stadt und Land dargeorocht wird. Dte mit eben so viel fad)« licher Klarheit al- berufsfreudiger Aufmunterung seitens der Herren Lehrer mit den Schülern durchgegangenen Prüfung»- gegenstände wurden mit Derständniß und warmer H ngkbung an die Sache zergliedert. ES ist neben den erlangten theoretisch technischen Kenntnissen und Fertigkeiten der Schüler, nicht als Geringstes deren fich angenehm bemerkbar machendes persönliches, in der erlangten ®pcad) und Bewegungsfertig­keit bestehendes Auftreten, rühmend hervorzuheben. Der sichtlichen Befriedigung der Anwesenden über den zu« rückgelegten Lehrgang gab denn auch der Herr Rex.- Vertreter Oeconomierath Müller in längerer Kritik Aus­druck durch vollste Anerkennung der vorgeführten Leistungen, sowohl bezüglich des segensreichen Wirkens des Lehrkörpers, als des Fleißes und der Hingabe der Schüler unter Dank­sagung an die Eltern, welche in rechter E^kenntniß geistigen Vermögens ihren Söhnen einen Bildungsgrad zu geben sich b-mühten, den der Landwirth technisch wie gesellschaftlich a.f feinem heutigen Lebensweg dringend benölhigt. Der Schul­feier schloß sich in vorgerückter Mittagsstunde eine flüchtige Besichtigung drs BersuchSgartenS mit seinen sehenSwerthcn Spalier- und Pyramiden- sowie sonstigen Züchtungen an. Spät erst richteten sich die Schritte nach dem Gasthaus zu den drei Schwertern, woselbst von annähernd 100 Personell das zwar einfache aber aufs Vorzüglichste zuberettete gemein­schaftliche Essen eingenomm n wurde. Dte Reihe der Fest­reden brachte in theils fachgemäßer, theilS recht launiger Ä t diverse Hochs auf die Regierung und deren Vertreter, auf dte Anstalt, ihren Leiter und deren Lehrer, dte Eltern uvd Gäste. Die vorgerückte Tageszeit mahnte die auSwärtigrn Freunde und Theilnehmer an den Abgang der Etsenbahnzügr, welche gegen 7 Uhr Abends die letzten Gäste in freudigster Stimmung deS herrlich verlebten Tages davoutrugen.

Darmstadt, 24. März. Dte Stadtverordneten bewilllgten heute einen Credit von 24 500 Mk. zur Be­schaffung einer Accumulatoren-Batterie für die Zwecke der eleetrischen Bahn zur Ausgleichung in der Belastung der Maschinen des ElectricitätSwerkeS und ertheilten einer Vor­lage die Zustimmung, wonach fich dte Stadt Darmstadt cn der Errichtung einer ProvinziabPflegeanstalt für körperlich Sieche und geistig Steche, die in den Irrenanstalten d r dortigen sprcielleu Pflege nicht bedürfen, unter der Voraus­setzung betheiligt, daß sich alle Städte und Gemeinden der B ovi> | Starkenburg daran detheiligen. Die Anstalt ift auf 700000 Mk. veranschlagt. Ferner wurde eine Vorlage auf dringenden nochmaligen Antrag de» Polizeiamts genehmigt, wonach elf Schutzleute mehr angestellt und der Schutzmannschast zwei weitere Wachtmeister entnommen werden im Hinblick auf die in den letzten Jahren ecfolgie Vergrößerung der Stadt urd die Steigerung des Verkehrs. Das laufende Jahr ist wieder für unsere Stadt ziemlich congreßreich. Es tagtn nämlich hier der Verein deutscher Chern ker, die Drursdie Dendroloaische Gesellschaft und der Deutsche Geom-terverei".

D. Frankfurt a. M., 26. März. Im Seewaffe'aqm- rium des Zoologischen Gartens ift vor einigen Tagen das erste Thier au- der Umgebung von K aotschau eivpasfirt. ES ist eineWeichschildkröte" (Trionyx sinensis), eine große Seltenheit, und mit einem Gespielen aus (Santon wohl die einzige ihrer Art, die fich gegenwärtig auf dem Continente lebend befindet. Dos Thier wurde durch Vermittlung deS Herrn Profesior Dr. Boettger hier, von einem auS China zurückkehrenden Sch'fftarzte erworben. Bon Frau Gräfin Tattenbach wurde dem Garten ein Exemplar des imm-r sel­tener werdenden Gibraltar-Affen geschenkt. Zwei Biverren- bunbt (Nyctereudes procyonides), die jetzt auch alsdeut cke Colonialthiere" gelten können, da fir bei K'.aotschau tot« komm n, trafen gleichfalls ein, doch find die beiden ar ge­tauften, japanische Exemplare. Unter den neuangekaufieii Reptilien befinden fich besonders zahlreiche Sch'.aogen und Schildkröten, die noch nie vorher in Frankfurt gezeigt w'rrdeo. Ferner traf au- verschiedenen Gegenden Südamerikas Za wachs ein; so auS Brasilien zwei Coypu, auS Bolivien ein Guauaco und eine eigene Art Silbersüchse von der Mag- gellanS-Straße. Au- Afrika langten Kronenkraniche und em Galago (mit zusammenwickelbaren O-ren) ein. Australien lieferte schöne Papageien, (Sanaba feine e genthümUche Art Wildgänse. Den retchsten Zawach- an neuen Thieren e.hielt indessen daS Aquarium an Fischen, Seeblumen und Krusteo« Thieren.

SmszH-- aus H» Wt etaM

März: 19. Johann Christian Martin Vaubel, Schneider dahier, mit Katharine Secker hierfelbst. 21. August Müller, Sandgießer |u Gedern, mit Katharine Elisabethe Leyerer dahier. 22. Wilhelm Heinrich Jacob Hartmann, Former zu Lollar, mit Luise Elisabeih- Ruhs daselbst. 22. Ferdinand Friedrich Wilhelm Müller, Maurer zu Vilbel, mit Katharine Zinnkann zu Ober-Ofleiden. 22. Ludwig Pfeiffer, Streckenarbeiter zu Gießen, mit Elifabetha Ortmüller hier­felbst. 24. Heinrich Hahn, Schneider zu Gießen, mit Kathariae MalkemuS hierselbß. 25. Heinrich «Steiß, Schneider zu Odenhausen. Kreii Wetzlar, mit Elisabeth Dörr zu Gießen. 25. Ludwig Georg Emil Christian Carl Henkel, Schneider dahier, mit Margarethe Pfeiffer hterselbst. 25. Peter Joseph Staffel, Küchen-Ches zu Frank­furt a. M., mit Eugente Alexandrine Marie Baitz hierfelbst.