Ausgabe 
27.2.1898 Drittes Blatt
 
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Berlin, 25. Februar. Da»Berl. Tagebl." berichtet, - da» Tsuagtt'Vrmeu die formelle Zusicherung der ab- gabenfreien Einfuhr fremver Waarea tu Original- Verpackung uach alleu Puokteo btl Juuern China« unter der Bedingung ertheilt habe, daß sie uueröffnet bi» an ihren letzten Bestimmungsort transportirt werden. Von einer solchen Eooceifion, die selbstverstLudltch alleu Nationen gleichmäßig zu gute kommen werde, ist hier nicht- bekannt.

Aus bett Verhandlungen der Zweite« Kammer der hessische« Stände.

G. Darmstadt, 25. Februar 1898.

Die Berathungeo werden um 91/« Uhr eröffnet und die Generaldebatte über die ^Landwirthschaft" (Obere landwirthschaftliche Behörde) fortgesetzt.

Abg. Reinhardt ist ebenfalls der Ansicht, daß der Landwirthschaft geholfen werden müffe. Ec theile ganz den Standpunkt de- Herrn Gtaat-wiaister-, daß die Laudwirth- fchaft ein wirthschaftlicher Factor unsere- socialen Lebens sei. Einen allgemeinen Nothstand in der Landwirthschaft könne er jedoch nicht anerkennen und er verweist dabei auf die um sich greifende Brreiusduselei in den ländlichen Kreisen. Bon Mat bi- zum Winter seien auf dem Laude soviel Festlichkeiten, an dem die landwirthschaftliche Bevölkerung thetlnehme, daß von einer Nothlage keine Rede sein könne. Die Nothlage der Landwirthschaft werde aber auch künstlich gezüchtet, denn wenn mau Morgen- die Zeitung in die Hand nehme, lese man fortgesetzt, daß unser Bauernstand unzufrieden mit seine« Loo- sei. Diese Art der Agitation von Setten der Führer halte er für sehr bedenklich und geeignet, die kleinen Landwirthe der Goeialdemokratie zuzusühreu. Wenn Herr Köhler al- Apostel der Landwirthschaft fortfahre, bei den Bauern so zu predigen, so werde er denselben keinen guten Dienst leisten. Ja einem Zeiträume von ca. zehn Jahren seien die Zuschüsse de- Staate- von 84 000 auf 707 000 Mk. für die Landwirthschaft gestiegen. Procentual bringe im ganzen Deutschen Reich kein Staat so große Summen für die Landwirthschaft auf, wie da- Großherzogthum Hessen. Wenn der Nachweis gebracht werde, sei er bereit, noch größere Summen für die Landwirthschaft zu bewilligen, und auch Niemand im Hause werde dagegen sein. Die von dem Abg. Glaser gestern geäußerte Ansicht auf Verstaatlichung de- ganzen landwirthschaftlichm Betriebe- führe dircct in den soetalistischen Staat hinein. Bezüglich der Lösung der großen socialen Fragen wüßten die beiden großen Interessenten, In­dustrie uod Landwirthschaft, Haod in Haud gehen und sich nicht bekämpfen zur Freude gewisser Kreise. (Rufe: Der Socialdemokraten). Abg. Fr en ah spricht sich ebenfalls für Bewilligung der angeforderten Beträge au». Dabei hob derselbe hervor, daß die Selbsthülfe Hand in Hand gehen müsse mit der StaatShülfe. Seine Partei werde alleu berechtigten Forderungen der Landwirthschaft zustimmev, da Pe von der Thatsache Überzeugt sei, daß unsere Landwirth- fchaft in Norh sich befinde. Nicht nur dem kleinen Land- wtrth, sondern auch dem besser fituirten Landwirthe müsse unter die Arme gegriffen werden. Er schließt mit dem Wunsche und der Hoffnung, daß die vom Staat gebrachten Opfer zum Wohl und zum Besten unsere- hessischen Bauern­standes au-schlageu möchten. Abg. Ulrich wendet sich gegen den Borwurf des Abg. Reinhardt bezüglich der Ber- eiu-duselet. Dem Bauern dürfe mau, wenn er sich halbtodt gearbeitet habe, die Freude am Leben nicht verkümmern. Man möge sich doch in den Reihen der Reichen umsehen, dort seien die Festlichkeiten an der Tagesordnung. Interessant seien die Debatten von gestern und heute ge­wesen, und zwar deßhalb, weil man seine Partei angegriffen habe, weil sie für den Bauernstand die Mittel bewilligen werde. Den Herren werde e- Angst, daß dann die Bauern zu Socialdemokrateu würden. Die von dem Abg. Glaser aufgestrllre B-Häuptling, al- erstrebe seine Partei die Ver­nichtung de- Bauernstandes, weist er mit Entschiedenheit zurück. Die Socialdemokratie sei stet- für Hebung der Landwtrth- schaft eiugerreten. Man habe auch versucht, die Ansicht seiner Partei über die Organisation der Landwirthschaft als irrig auzuzwetfeln. Er stelle aber fest, daß die jetzige Organi­sation keinen Erfolg für die Landwirthschaft habe. Dem von dem Abg. Graf Ortola gestern erhobenen Ruf nach

Stärkung und Vermehrung unserer Flotte könne er nicht zu- stimmen. Er erinnert dabei au die Manöver, wo ein hoher Herr dem Herrn Grafen diesen Wunsch geäußert habe. Dem Herrn Grafen falle die Befriedigung dieses Wunsche- nicht schwer, da er tu der Wahl feine« letzten Berufe- vorsichtiger gewesen sei al- der größte Theil de- deutschen Volke-. Er und seine Partei werden die eiogestellten Forderungen be­willigen. Abg. Christ und Schmitt werden für die Mittel stimmen. Abg. Werner dankt der Regierung und der Kammer al-Mitglied de-LandwirthschaftSrath- für da- Wohlwollen, da- man der Landwirthschaft eutgegevgebracht habe. Er ersucht da- Hau» die Debatten im Interesse der Fertigstellung des Budget- zu kürzen. ES sei jetzt genug des grausamen Spieles. Wenn man so fortsahre, so müsse man daS Budget nochmals um ein halbe- Jahr verläugeru, und das sei be« bäuerlich. Die Abgeordneten Pitthau und Bretmer find ebenfalls für die Regterungsforderuugen. Ab». hier ist für Gleichbehandlung der Landwirthschalt mir Handel uod Jodostrte. Die von ihm uud seiner Partei gestellten Anträge bewiesen daS. Der von verschiedenen Ab« geordneteo betonte Specialackerbau helfe dem Bauer auch nicht. Der Getreidebau sei mit auderen Bauarten zu com« penfireu. Die Staude-Herren seien die Eapitalisten und daher in der Lage, den kleinen Bauern umzulegeu. Die Bereiu-duselei sei nicht in dem Maße io der Landwirthschaft vorhanden, wie der Abgeordnete Reinhardt vorgeführt habe. Wenn man dem Bauern seine Feste nehmen wolle, so wöge man doch erst b:i den Kriegeroeretoen anfangeu. Dort sei eS nöthig, Einhalt zu thou. Abg. Hirsch fragt die Re­gierung Über die Art der Herbeiführung der Feldberetuiguug in Rheinhessen, worüber LaodeSculturinspector KlaaS Auf­klärung gibt. Abg. Weste ruscher kann einen allge­meinen Nothstand in der Landwirthschaft nicht anerkennen. Die Regierung habe mit der Einstellung größerer Mittel ihre volle Schuldigkeit gethau.

Hiermit wird die Sitzung um 1 Uhr abgebrochen. Morgen früh 9 Uhr Fortsetzung.

<naU» protHnsielles

)( Lollar, 25. Februar, (verspätet.) Am 15. Februar Abevd- versammelten sich der Ort-vorstand, sowie der Kirchen- und Schulvorstand der Gemeinde Lollar im Gasthaus zum Löwen, um da- 25jährige Dienftjubiläum de- Ge­meinderechners Seipp in einfacher Weise bei einem Glase Bier zu feiern. Dem allseitig beliebten Jubilar wurde am 13. Februar 1873 die Stelle eine- GemeinderechuerS für Lollar übertragen, seine erste Gelderhebung für die Ge« meiudekasse erfolgte am 15. Februar genannten Jahres. Bet den öfteren Revisionen durch seine vorgesetzte Behörde wurde Herrn Rechner Seipp bezüglich seiner Amtsführung die Note: sehr zufrieden, präcts und gewissenhaft geführt" ertheilt. Als kleine Anerkennung seiner treuen und gewissenhaften Dtenstführuvg wurde dem Jubilar durch Herrn Bürgermeister Geißler unter entsprechender Ansprache NamenS der Gemeinde Lollar ein Regulateur überreicht. Möge eS Herrn Seipp vergönnt fein, dem Amte eines Gemeinderechner» noch recht viele Jahre in körperlicher Gesundheit und geistiger Frische vorzustehen, dies ist der aufrichtigste Wunsch seiner Mitbürger und Freunde.

§§ Schotten, 21. Februar. Für den ReichStagSwahlkret» AlSfeld-Lauterbach-Schotten find bereits drei Candidaten aus­gestellt, nämlich vom Bund der Landwirthe Fritz Schade von Altenburg, von den Nationalliberaleu KretSrath Braun von Lauterbach und von den Antisemiten der seitherige Ver­treter unseres Wahlkreise», Bindewald.

A Rieder Gemünden, 25. Februar, lieber die derzeitigen Preise für daS Rindvieh gab die gestern und vorgestern auf dem benachbarten Hofgute Otterbach stattgehabte Ver­steigerung des dortigen großen Viehbestandes klaren Auf­schluß. Da der seitherige Pächter deS Gutes sich in Ruhe zu setzen gedenkt, so kam da« lebende und tobte Inventar deS Hofe- freiwillig zur Versteigerung. Der Rindviehbestaud, der sich aus 1 Bullen, 12 Kühen, 8 Rindern, 4 Zuchtstieren, 6 fetten Ochsen und 9 fetten Kühen zusammensetzte, zeigte besonders bei den Kalbinnen prächtige Exemplare einer rationellen Viehzucht. Dieselben waren auch stark begehrt von der großen Schaar Kauflustiger, die sich trotz schlechten Wetters eingefunden. Für Küye erster Sorte wurden di­

es versteht, die zahlreichen Einzelheiten zu einem richtigen Ganzen zu vereinigen. Berichte über Truppendislocationen, Neubauten von Forts und Festungstheilen, Personalien, die jährlichen Debatten über den Heeresetat bilden sämmtlich Material in der Hand für den zur Beurtheilung der mili­tärischen Verhältnisse eines Staates Kundigen.

Alles, was wissenswerth erscheint, erfährt eine Central- stelle auf diese Weise jedoch nicht, vielmehr bleibt noch mancherlei auf geheimem Wege zu erforschen. Für diesen Zweck aber bedarf man der Spione; und dergleichen Subjecte findet man in allen Schichten der Gesellschaft, und nicht etwa lediglich unter den Männern, nein, auch die Frauen stellen ihr Kontingent und liefern gar oft das brauchbarste Material. Das Motiv der meisten dieser Kundschafter ist natürlich Gewinnsucht, weit seltener Haß und Rache, zum Beispiel bei politischen Verbannten. Manchmal veranlaßt auch der Patriotismus Personen zur Uebermittelung wichtiger Nach­richten, vor Allem solche, die im Auslande wohnen, oder sich in Geschäften dort aushalten. Auch diese letzteren dürfen wir mit den gewöhnlichen Spionen nicht in einen Korb werfen.

Im Allgemeinen vollzieht sich die Spionagethätigkeit so im Geheimen, man möchte sagen unter der Oberfläche, daß das grobe Publikum nur selten einmal, meist aus Anlaß irgend eines Landesverraths- oder Spionageprozesses ihre Existenz gewahr wird. Die Sonderart diese» lichtscheuenden Geschäfte« bringt e« aber so mit sich. Die Spione reifen selbstverständlich unter falscher Flagge, als harmlose Kaufleute,

Hausirer, Viehhändler, Maler u. s. w. Auch führen sie fast niemals schriftliche Aufzeichnungen bei sich oder bringen un- vermeidliche Notizen an Stellen an, wo sie Niemand sucht und findet, zum Beispiel auf Manschetten, Taschentüchern, Rockfutter u. f. w. Zur Uebermittelung schriftlicher ober telegraphischer Mittheilungen bedienen sie sich entweder der Chiffreschrift oder besser noch einer im Voraus genau ver­abredeten Veränderung der Bezeichnung. In mehreren aus­führlichen Aufsätzen über unser Thema, welche vor einer Reihe von Jahren in Schorers Familienblatt erschienen, er­wähnt der Verfasser u. A. das Originalschreiben eine» Kund­schafters aus dem Jahre 1813, worin derselbe über Triest berichtet:Er erzählt, daß er gleich die gewünschte Maare in Augenschein genommen und gekauft habe: 1 Centner Zimmt von mittlerer Qualität, 2 Kisten Limonen von mitt­lerer Größe, dito 60 Kisten Limonen etwas kleinerer Gatt­ung ... 4 Kisten Pomeranzen sind nicht weit vom Gestade des Meeres aufgestapelt . . . 450 Fäßchen Mandeln, ein Fäßchen Feigen, 300 Pfund Kastanien und ein Fäßchen echtes Del werden in einigen Tagen erwartet. Auf dieses habe ich bis jetzt 1700 Lire ausgezahlt. Den ganzen Geldbetrag werde ich Ihnen den nächsten Tag zu notificiren nicht er­mangeln ..." Wie harmlos erscheint dem Arglosen diese Mittheilung, aber welch anderen Charakter gewinnt sie, wenn man weiß, was jeder der aufgeführten Handels-Artikel be­deutet. Nämlich: Zimmet: Festung, Simonen: Kanonen, Pomeranzen: Schanzen, Mandeln: Berittene Jäger, das Fäßchen Feigen: den Brigadegeneral, Kastanien: Voltigeurs,

zu 460 Mk. und darüber bezahlt, für solche zweiter Qualität 280 bi- 350 Mk., einjährige Rinder, trächtig, galten 280 bi» 300 Mk. Die höchsten Preise erzielten die Stücke Simmen- thaler Raffe. E'.n Kalb dieser Rasse, da- allerdings Vi alt war, gleichwohl aber noch da» Enter bekam, erzielte so­gar einen Prei» von 185 Mk, ein andere- 130 Mk. nvb ein dritte» 100 Mk. Auch für Ochsen anb fette Kühe waren die Preise recht resprctabel. Für 9 Pferde, die gleich-fall» znr Versteigerung tarnen, zeigte sich weniger Kauflust.

* Lebendig verbrannt. Bor zehn Jahren erregte da» geheimnißoolle Verschwinden de» LnmpensammlerS König in Kalvill bei Fürstenwalde Aufsehen. Die damals ein- geleiteten Recherchen über den Verbleib dr- alten Manne» ergaben keinerlei Anhalt. Jetzt ist bie Anzeige erstattet worben, daß König am 22. Januar 1888 in einen geheizten Backofen gesteckt unb ihm ein brenntnbe» Bund Stroh nach­geschoben worden sei, um seine Verbrennung schneller herbei­zuführen. Die angekohlten Ueberreste der Leiche seien un­weit des OfenS verscharrt worben. Durch eine baran be- theiligte Frauensperson, die sich mit ihren Genossen verun­einigt hat, gelangte die That zur Anzeige.

Citrratnr uwb Xnnft.

«nstcht-postkarterr. Eine hochinteressante Neuheit bringt die Firma Vereinigte Papierwaaren,Fabrik S. Krotoschin in Görlitz unter dem NamenDaS Groß« Jahrhundert* i» den Verkehr. Die uns vorliegenden vorzüglich ausgeführten Karlen zeigen die PortraitS einer auf 200 Nummern festgesetzten Collectio» geschichtlich und wissenschaftlich berühmter Persönlichkeiten unsere» Jahrhunderts. Was aber den Karten ihren Werth gibt, da» ist ihre pädagogische Eigenschaft, da neben den PortraitS eine gedrängte Biographie der betreffenden Persönlichkeiten auS der Feder eine» berufenen Gelehrten beigedruckt ist. Die zu diesem Zwecke ange­fertigten unb in Kürze erscheinenden AlbumS mit dem Titel ,Da» Große Jahrhundert- werden der vollständigen Sammlung de» Werth eineslebenden" Lexicons geben, welches an der Wende unseres Jahrhunderts einen interessanten Rückblick auf das abge­laufene Säculum gewährt.

Verkehr, La«d- mtO

Gieße«, 25. Februar. Auf dem am 22. und 23. d. Mts. da­hier abgehaltenen Rindviehmarkt waren aufoetrieoen 750 Stück Rindvieh, darunter nur wenige Kälber, unb 153 Stück Schweine. Daß diesmal der Markt nicht so stark befahren war, mag feinen Grund in der ungünstigen Witterung sowohl, al- auch darin haben, daß am selben Tage Viehmarkt in Friedberg abgehalten wurde. Bei Zucht- und Arbeitsvieh machte sich eine Aenderung in de» Preisen nicht bemerkbar, bei Kälbern waren die Preise höher al» am letzten Markte, dagegen machte sich bet Schweinen in dem Hantel und in den Preisen ein bedeutender Rückgang bemerkbar. Nächster Markt Dienstag den 8. und Mittwoch den 9. März d. I., an letzterem Tage auch Krämermarkt.

Lebe«»-Berficherungs- Gesellschaft zu Leipzig, auf Gegenseitigkeit gegründet 1830 (alte Leipziger). Die Geschäfts» ergebnisse der Gesellschaft während des JahreS 1897 find wiederum als sehr erfreuliche zu bezeichnen. Die beantragten sowohl als die abgeschlossenen Versicherungssummen waren größer als tm Jahre 1896 und mithin auch größer, als in jedem anderen Jahre vorher. Der freiwillige Abgang durch Aufgabe und Rückkauf von Versiche­rungen hat sich, wie immer, in mäßigen Grenzen gehalten. Der Verlauf der Sterblichkeit ist ein befriedigender gewesen, gestorben find 1897 839 Mitglieder, die mit 6088050 Mk. versichert gewese» warm (28 Mitglieder und 118 900 Mk. weniger als 1896); Ver­sicherungsanträge wurden im Jahre 1897 gestellt 6551 ürer 51 700 000 Mk. Versicherungssumme. Davon wurden angenommen 42 838600 Mk. Versicherungssumme gegen 39 653 350 Mk. Ver­sicherungssumme im Jahre 1896. Der Gelammt-Verficherunak- bestand der Gesellschaft betrug am 31. December 1897 69 209 Per­sonen, die mit 511922350 Mk. versichert warm. Im Vergleich zum 31. December 1896 ist der VerstcherungSbestand hiernach ge­stiegen um 2455 Personen mit 28 482 600 Mk. Versicherungssumme. Der Rechnungsabschluß für 1897, mit dessen Fertigstellung die Ge­sellschaft augenblicklich beschäftigt ist, wird voraussichtlich wieder ein sehr günstiges Ergebniß liefern und einen hohm JahreSüberschutz auSweism. Bei der altm Leipziger Gesellschaft, die eine reine Gegen« seitigkeitsanstalt ist, fließen alle Ueberschüsse den Versichertm in Ge­stalt von Dividenden wieder zu. Für das laufende Jahr beträgt die Dividende an die Mitglieder auf die länger al8 fünf Jahre be­stehenden Versicherungen für Dividendenplan A, wie bereit» seit einem Jahrzehnt, 42 pCt. der ordentlichen Jahresbeiträge und auf abgekürzte Versicherungen außerdem l/i vCt. der Summe ber ge­zahlten Zusatzbeiträge, während für Dioidendenplan B je nach der Länge der DerstchrungSdauer verschiedene Dividmdensätze festgesetzt worden sind.

Die Pommersche Hypotsteke«-«etien-Banr i« verii« übersendet unS ihren Geschäftsbericht pro 1897 und stellt vo» demselben laut Inserat in unserer heutigen Nummer jedem Pfand« briefbesitzer ein Exemplar kostenlos zur Verfügung.

das Del: den Divisionsgeneral. Die 1700 Lire ebensoviel Mann Infanterie.

Gegen die Grundsätze des Völkerrechts verstößt nach den Anschauungen der Kriegsgelehrten die Spionage nicht und in der That: was Alle thun, kann Keiner dem Anderen Übelnehmen. Die Strafen, die auf ihre Mttübung gesetzt sind, können daher, wie bereits bemerkt, mehr als Ab­schreckungsmittel, denn al» Strafen gelten. Im Kriege war von Alters her der Tod das beliebte Mittel, die Verräther unschädlich zu machen. Die Art und Weise der Uttheil»« Vollstreckung richtete sich dabei nach dem Svlturgrade ter betreffenden Völker. Wilde Völker foltern und martern auf­gefangene Spione grausam zu Tode, die Römer schnitten den Spionen der Karthager die Hände ab. Moderne Völker hangen dieselben oder erschießen sie von rückwärts. Von Deutschland wird Spionage auf dem Kriegsschauplätze nach dem Mlitärsirafgesetzbuch bestraft und zwar steht auf Krieg»- verrath die Todesstrafe. In Fciedenszeiten gelten die Be­stimmungen des Strafgesetzbuches über Landesverrath ($ 87 bis incl. 93), nach denen stets schwere Zuchthausstrafen, an deren Stelle nur in besonders mitten Fällen Festungshaft treten kann, festgesetzt sind. Frankreich hat sich in seiner Spionenfurcht ein besonders scharfes Spionengesetz geschaffen (Gesetz vom 18. April 1886), wonach beispielsweise schon die Vornahme topographischer Aufnahmen in einem Umkreist von 10 Kilometer Radius um militärische Anlagen unter den Begriff der Spionage fällt.