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Nr. 251 Zweites Blatt Mittwoch den 26. Oktober
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2lintlicher Theil.
Nr. 48 bei Reichs-Gesetzblatt», ausgegebm den 20. d.M., enthält:
(Nr. 2619) Verordnung, betreffend das Bergwesen in Deutich-Ostafrika. vom 9. Oktober 1898.
(Nr. 2520.) Bekanntmachung, betreffend die Beschäftigung von Arbeiterinnen und jugendlichen Arbeitern in Ziegeleien. Vom 18. Oktober 1898.
Gießen, den 25. Oktober 1898.
Großherzogliche« KreiSamr Gießen.
v. Bechtold.
Die Beulenpest.
Line Berliner ärztliche Autorität ersten Ranges schreibt der „lägt. Rundschau-:
Das bedauerliche Vorkommen der vereinzelten Fälle von Dtulenpest, die i« Wiener Krankenhause vorgekommeu find, hat weit über jedes Maß hinaus die Gcmülhrr beunruhigt, und es erscheint deshalb gewiß am Platze, ein ausktäreodes Dort über die Bedeutung«- und Verbrettungs-Fähigkeit solcher isolirter Krankheitsherde zu allgemeiner Kevntuiß zu dringen. Epidemien von acuten InfrcttoaS.Krankheiten, wie er-mentlich die von Cholera und Pest, welche die Bevölkerung in Schrecken zu versetzen pflegen, verbreiten sich meist dadurch, bi§ sie lange Zeit i« Geheimen um sich greifen und erst bian zur Keontniß der maßgebenden Faktoren gelangen, »enn es zu irgend welchem Eingreifen zu spät ist. Wo aber, eit augenblicklich in Wien, einige wenige Personen in nach, weislicher Art bei einer ganz bestimmten Gelegenheit von der Krankheit ergriffen und diese alsbald erkannt worden ist, tinn von einer Gefahr für weitere Kreise wohl kaum die Rede s ein. Wir wiffen genau, daß die Krankheit an das vor» hivdensein der Pestdacilleo gebunden ist und daß diese sich lediglich in den Wund- und Drüsen-Ansscheidungen des kranken Körpers vorfinden. Wer mit solcherlei Auswurfsstoffen nicht hu Berührung gelangt, kann nicht angestrckt werden, vor dieser Gefahr aber ist die Bevölkerung vollständig sicher gesellt durch die im Wiener Krankeohause bereits eingerichtete Isolirnng. Das große Prinz'p der Neuzeit gegenüber den ^nfectionskrankheiten dest ht ja gerade darin, nicht die Ge- lunbtn mit lästigen Quarantäne-Maßregeln zu behelligen, lindern die Kranken und Krankheitsherde zu vereinzeln, alle o>»n diesen ausgehenden Dejectionen nach denkbarer Möglichkeit ji vernichten und sie dadurch dem Verkehr zu entziehen. Die yest ist im eigentlichen Sinne eine Eontact-Kronkheit und »ird nur von wirklichen Kranken auf gesunde Personen der Umgebung übertrageu. Da sich nun den wenigen Kranken, die sich in Wien befinden, Außenstehende nicht nähern, so ist weder für die Stadt Wien, noch für Reisende, Briefschaften, Postsachen oder Eisenbahn Sendungen auch nur die geringste Möglichkeit vorhanden, daß von diesem kleinen Krankheits- Herde au- Epidemien in Oesterreich oder im übrigen Europa entstehen könnten. — Die Vorwürfe, welche man gegen die
Forscher und ihre Hilfskräfte zu machen beliebt, daß es sich um leichtsinnige und allgemein gefahrbriugendeUaternehmungen ge- gehandelt habe, muß von vornherein zurückgewirsen werden. Zunächst hatten die bisherigen Forschungen, namentlich auch die der deutschen Reichs-Pestcommtsfion, dargethan, daß die Pestbacillen nur eine sehr kurze Lebensdauer besäßen. Besonders die künstlichen Eulturen sollten nach diesen Ergeb- viffen sehr bald ihre Keim- und Ansteckung«-Fähigkeit verlieren. Daß dem nicht so sei, hat unrrwarteterweise der wie ein Experiment auftretende Unglücksfall gelehrt. Jeder Arzt und Forscher, der fich mit infrcttösen Krankheit-stoffen persönlich oder im Laboratorium zu befaffen hat, weiß sehr wohl, daß er Gesundheit und Existenz im Kampfe gegen diese gefährlichsten Feinde de- Meoschengeschlechte- einsetzt. Allmählich wird der Einzelne gleichgiltiger gegen die ihm drohende Gefahr, aber wenn ihn ein traurige- Schicksal erreicht, fo darf er fich bewußt sein, wie ein Held auf dem Schlachtfelde der Ehre seiner Wiffenschaft al- Opfer zu dienen, von Frivolität und Leichtfertigkeit kann nicht die Rede sein, wo e- fich um die Entdeckung der für die ge- sammte Menschheit schwerwiegendsten prophylaktischen Probleme handelt. Nicht- wäre jedenfalls mehr zu beklagen, als einseitige generalifirte behördliche Maßnahmen, welche nun plötzlich hemmend in die freie Thätigkeit der Laboratorien und anderen Untersuchungsstätten eingreifen sollten. Der große Segen, den uns die bacteriologischen Untersuchungen Über Typhus, Tuberculose, Cholera und Pest gebracht haben, würde der Cultur verloren gegangen sein, wenn derartige Einschränkungen existirt hätten. Der Vorgang in Wien ist ein vereinzeltes und leider unglückliches und warnende» Sxempel, aber keinerlei Gesuudheit-bedrohung allgemeinerer Art ist davon zu befürchten.
Deutsches Reich.
Berlin, 24. Oktober. Der „Nordd. Allgem. Ztg." zufolge ist die vom „Loeal-Anzelger" gebrachte Aeußerung, welche der Direktor de- kaiserlichen Gesundheit-amte-, Dr. Köhler, über die Pestgefahr abgegeben haben soll, ungenau und zum Theil geradezu unrichtig wiedergegrbeo. Direktor Köhler hat fich auf die Mitthe'lung beschränkt, daß bezüglich der wiffenschaftlichen Arbeiten de- Sesundheit-amte- keinerlei Grund zu Besorgnissen vorliegt, da derartige versuche mit Pest Erregern nicht angestellt würden. Hinfichtlich der übrigen wiffenschaftlichen Institute Berlin- wurde auf die zuständigen Lande-behördeo verwiesen. Wenn dort etwa solche versuche angestellt würden, wo- er nicht wiffe, so könnte man überzeugt sein, daß er mit allen zur vrrhütung einer Anstrckuug erforderlichen Borficht-maßregeln geschehe. Bon einer Meinnng-verschiedeohrit zwischen den Behörden de« Reiche» und Preußen auf diesem Gebiete könne umsoweniger die Rede sein, al- eine solche nicht bestehe.
Berlin, 24. October. Der „Loeal-Anzelge," meldet au« Pari-: Die Pariser Straßen durchziehen schon heute die von den Nationalisten angrworbenen Banden, welche heraus
fordernde Lieder nach der Melodie de- Boulanger Liede« fingen, mit dem Refrain: Wir fragen woher da« Geld für die Dreyfu« Agitation kommt. Mit Rücksicht auf die für morgen geplanten Demonstrationen wird da« Militär innerhalb der Bannmeile von Pari« covfignirt.
AusUrnd.
Wien,24. October. Graf Murawiew empfing heute Mittag die Präfldevtin der Friedeo«Uga, Frau Baronin v. Suttner.
Budapest, 24. Oetober. Die Obstruktion hat fich weiter verschärft. Die Opposition setzte in der heutigen Sitzung de« Abgeordnetenhauses nicht nur zwei namentliche Abstimmungen durch, sondern sie bemächtigte sich auch der Feststellung deS ProtocollS der letzten Sitzung zu Oppofitionß- zwecken.
Rom, 24. October. Zanardeilt hat eingewilligt, die Präsidentschaft der Kammer zu übernehmen. E« wird deshalb ein ruhiger Verlauf der Session erwartet.
• Vemüthlich. Stargard, 17. October. Eine Z»g- Verspätung aus nicht alltäglichen Ursachen wird der „Starg. Ztg." von „ttintm, der « mitgemacht hat", berichtet. Der Gewährsmann schreibt: „Äm Samstag, 15. d. M., früh wollte ich, wie häufig, mit dem um 7 Uhr von hier abgehenden Zug nach Phritz fahren. Pünktlich war ich zur Stelle und wartete im Coup4, da mich dringende Geschäfte riefen, mit Ungeduld darauf, daß fich der Zug in Bewegung sktzte. Aber e« wurde 10 Minuten nach 7, dann 71/<, schließlich sogar 71/, Uhr, ohne daß wir auf fühlbare An in da« „Zeichen de« Verkehr«" gerückt wurden. Schließlich, fünf Minuten nach 7*/, Uhr rollte der Train von dannen, nicht zu rasch und nicht zu langsam, wie e« fich für einte thrbartn Zug, dtr durch lltberhastung kein Menschenleben gefährden will, geziemt. Nun war ich aber doch neugierig, den Grund der Verspätung zu erfahren, und der bald erscheinende Schaffner klärte mich in seiner harmlo« naiven Weise darüber auf. Man hatte vergtffen, die Locomotive zu Heizen, und dieser Mangel an Wärme machte e« bann im Lause der weiteren Fahrt auch nöthig, einige Wagen ab» zuhängen. Mit vermindeter Schsenzahl erreichten wir glücklich Phritz."
• Kaufmännische Stellenvermittelung. Die danken«- wertheste Aufgabe der kausmäumschen Vereine ist ohne Zweifel die Stellenvermittelung. Welchen Umfang diese Thätigkeit bei einzelnen Vereinen angenommen hat, erhellt z. B. au« einem un« zugegangenen Berichte über die vom Kaufmännischen Verein in Frankfurt a. M. im 3. Quartal d. I. erzielten Resultate. Der genannte Verein, durch deffen ver- mittlung seit deren Bestehen im August d. I. die 40,000 ste Stelle besetzt wurde, placirte im abgelaufenen Jahre«viertel in Deutschland und im AuSlande von 2002 Bewerbern aller Branchen: 345 al« Verkäufer, Decorateure rc.- 131 al«
^cuiUeion.
Zur ßinweiyungsfeier nach Jerusalem.
VI.
Kaisertage in Konstantinopel.
18. October 1898.
Endlich ist der Tag angebrochen, an dem wir unser h,he« Kaiserpaar in Konstominoprl werden begrüßen können. Stufig golden stieg um */^6 Uhr die Sonne hinter dem rlatischen Hügelzng bei Skutari am Horizont empor, al« ich mich, noch mit dem Rafirmeffer bewaffnet, für die Feier It« Lage« rüstete und fertig mochte. Schon nm x/t1 Uhr r irließen wir unser Hauptquartier im Hotel Bristol, nm orch Galata zu pilgern und dort da« unser harrende Post- schiff „Regile Carol" zur Fahrt nach dem Marmarameer zu bosteigen. Ein starker heißer Südwind bitt» schon am früh» Morgen und wie gebadet langten wir am Quai an. Trotz der großen Frühe, wir mußten schon um 7 Uhr an Bord sein, sah man von allen Seiten Menschenmoffen in hellen Raufen nach dem langgestreckt en Galataufer und den Rampen bei alten Serail in Stambul ziehen. Unter diesen Tausenden m befezieu, d. h. mit Fez bedeckten Menschen fielen be- sonder« die vielen europäisch gekleideten Personen auf, die nit schwarz welß-rothen Schleifen geschmückt waren. Da» -cren die Reichs-Deutschen, die zu den vom Club „Teu
tonia" gemietheten Dampfern eilten, um ihrem Kaiser ent- gegenzufahren. Schon auf dem Wege entspannen sich daher zwischen un» Wandervögeln und btm ansässigen Theil der nach dem Ouat eilenden Reichs-Deutschen Gespräche. Und Bekanntschaften wurden angeknüpft, Bet solchen Gelegen- Helten geht dies ja schnell. Al« lehr nach Galata ein- mündeten, kamen un« schon die Truppen entgegen, die, an« ihren Kasernen in Stambul kommend, Über die große Pera- brücke noch Dolma-Bagdsche und Mdiz zogen, um dort für den Einzug de« Kaiserpaare» Spalier zu bilden. Unter theilweise auch un« bekannten Märschen zogen die Truppen bataillon«weise an un» vorüber, die Offiziere mit Orden geschmückt und auch fast alle Gemeinen trugen die Denkmünzt für den theffalischen Feldzug auf der Brust. Abweichend von unseren Einrichtungen, bemerkten wir bei jeder Compagnie eine Fahne, auf welcher die Nummer derselben verzeichnet war, während die Reglment«fahnen selbst nicht enthüllt waren. Am Schluffe kamen die Cavallerle und zwar da« Ltib-Sarde Regiment de» Snltai» Ertogrul, genannt nach dem Gründer der Dynastie de« Sultan«. Diese« Regiment war fast durchgehend aus Schimmeln beritten. Die Uniform gleicht derjenigen unsere« 1. Garde-Reglment« z. F., aber mit dem russischen Kalpak. Sn den Lanzen die türkische Fahne, einen weißen Halbmond auf rothem Grund. E« war ein unvergleichliche« Bild, al» diese Reiterschaar unter den Klängen eines flotten Marsche« über die Perabrücke
I rückte- im Hintergrund den herrlich blauen Himmel, in den I die Spitzen der Moscheen Haggia Sofia, Achmed und Jeul- Dschami hlveinragen, zur Linken die goldene Strahlen von Skutari her sendende Sonne, mit dem Eingänge znm vo« poru«, zur Rechten da» in Üppiger Farbenpracht schimmernde Goldene Horn nnd zu den Füßen der Reiterschaar eine bunt- farbige vielsprachige, festlich gekleidete, stoßende und schreiende volk»meoge. Diese« farbenprächtige Bild, selbst durch den Pinsel eine» hervorragenden Maler« wiedergegeben, würde wohl dennoch der Wirklichkeit spotten. Endlich reißen wir un« Io« und drängen un« glücklich durch die den Quai belagernden Mafien durch zu unserem Dampfet „König Karl" von der königlich rumänischen Staat-gesellschast. Am Zugang zum Schiff stauen fich die Fahrgäste. Wie e« bei solchen Gelegenheiten meisten« zngeht, findet man immer Menschen, die irgend etwa« zur Fahrt Nothwendige« ver- gefiev haben. Einige ließen ihren Krimstecher, Andere ihren Plaid und wieder Einige sogar ihre Fahrkarten zu Hause. Endlich find anscheinend olle Fahrtberechtigten an Bord gebracht und gegen Uhr verließen wir den Galatcquai, um in« Marmarameer hinau«zufahren. Un» folgen die „Bohemia", die „Westa" und da« türkische Boot „Chitket". Alle find mit Deutschen besetzt. Da» Dampfboot „Chlrktt" hatte die 350 Schüler und Schülerinnen der hlefigen deutschen Schule mit ihren Lehrern an Bord. Ans jedem Dimpftr war eine Capelle. Diese« Wort „Capelle" muß man ober


