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Mittwoch den 26. October
Nr 25 Erstes Blatt.
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[ Gratisbeilage: Gießener Familienblätter. |
Die größeren Schiffsunfälle dieses Jahr Hunderts.
von August Schacht.
(Nachdruck verboten.)
Der neueste Schiffsunfall an der zerrissenen Felsenküste oen Cornwallts, bet dem über 100 Menschen ihren Tod fanden, steht noch frisch tu der Erinnerung aller Leser. Er ist der jüngste, aber nicht der furchtbarste dieser Jahrhunderts, binn tausende von Menschen fielen den Fluthell zum Opfer. Mir den Statistiker ist er keine augeoehme Aufgabe, alle jeae Unfälle zu registrtreu, die sich auf dem Meere eretgueteo, ater alle Fälle sprechen eine beredte Sprache von den mruntgfacheu Gefahren, welchen Mannschaften und Reisende ta den großen Wassrrwüsten au-gesetzt find. Die nachfolgende Zusammenstellung der Schiffsunfälle dieses Jahrhunderts, v2« welchen der des Dampfers „Mohegan" hoffentlich der letzte ist, enthält nur die größeren Ereignisse. Daß bet diesen Unfällen die eogltsche Flotte an der Spitze steht, darf nicht »ander nehmen, lag doch bet uns die Schiffahrt bis Mitte her 50a Jahre noch iu den Kinderschuhen und nahm fie doch erst durch die Begründung des Norddeutschen Lloyd ta iSremev einen gewaltigen Aufschwung.
Schau das Jahr 1800 brachte einen größeren Schiffs- nrisall: am 7. März brannte da- zur Mlttelmeerflotte gestrige Kriegsschiff »Queen Charlotte" bis auf den Wasserspiegel nieder, von den 860 Manu, die fich an Bord 'irsandeo, wurden nur 100 gerettet. Noch schrecklicher war öd Unglück, da- der »Ajax", einem britischen Kreuzer wider« im-r. I« Jahre 1807 brach auf ihm, als er vor einer lolstindtschen Insel vor Anker lag, Feuer aus. 500 Personen s»ndev ihren Tod nicht im Wasser, sondern durch Feuer oder Mud) die gefräßigen Haifische. Im gleichen Jahre ging bet len Sctllh-Jnsela, ungefähr an derselben Stelle, an welche« satter der Hamburger Dampfer »Schiller" seinen Untergang fenb, ein englisches Transportschiff unter. 800 Soldaten Maden ihren Tod in den Flmhen.
Das Jahr 1811 war für die englische Schifffahrt recht tt rurig. Em Transportschiff, die »Medusa" befand fich mit ö-:rbrecheru auf dem Wege nach Australien. Schon der s "lauf der Fahrt «ar unheilverkündend, denn schon bald uch der Abfahrt brach unter deu „Passagieren" Meuteret mi:!, dann neigte fich der Proviant semem Ende zu und endlich besiegelte Feuer das Schick al des Schiffes. 800 Per- Ismen kamen in den Flammen oder im Wasser um, nur 120 »Rrdeu gerettet, aber auch von diesen erreichte nur ein kleiner L'ftil einen Hafen, denn unterwegs ging das Wasser au-, ttihalb wurden die durch das Loos bestimmten Menschen ,schlachtet und ihr Blut getrunken. Im Dicember 1811 snstörte eia Stur« an der Westküste von Irland deu eog- lißcheo Kreuzer »Saldauhe", 500 Personru saudeu ihren Tod. öit 24. Dreemder derselben Jahre- gingen an der Westküste Mlauds, dem »europäischen Friedhof" drei englische Kriegs- l^ffe unter, von den ungefähr 2000 Manu Besatzung »erden nur 18 gerettet.
Neben diesem Unglücksjahr trat besonders das Jahr 1854 hervor. Im Januar wurde der Dampfer »Quebec" Mf einer Fahrt von Liverpool nach Quebec vernichtet, von Kl 900 Passagieren und Mannschaften kamen 860 um. Wenfalls im Januar sank der Dampfer »Tahleur" derselben ihiie und auf ihr fanden 380 Personen ihren Tod. Die ,Lith of Glasgow" hatte am 1. März 1854 ihren Heimath« it-ta verlassen. An Bord befanden fich insgesamwt 500 Kersovev, von welchen «an nie wieder etwas gehört noch «eschen hat. Im April wurde die von Bremen nach New- l'3rt bestimmte „Havaorite" im Canal angerauut und ging m: fast 300 Personen zu Grunde. Das Truppentransport« tttff »Lady Nugent", da- am 10. Mat 1854 von Madras üßuhr, ging tu etoem Eyclon unter. Bon der Mannschaft, le aus 350 Soldaten und 50 Mann Besatzung bestand, rarde Niemand gerettet. Auf dem schwarzen Meer gerictheu ü deu Tagen vom 13.—16. November 11 Transportschiffe «tr ungeheueren vorrathen für die Krim tu Verlust, KM)—400 Persooen verloren ihr Leben. Der etftrne Schrau- kndampfer „Nile" stieß am 30. November 1854 auf deu «itefty Felsen an der Westküste Englands und sank äugen- biöltch mit Manu oud MauS. Bon dem Dampfer »Pacific", h am 23. Januar 1856 von Liverpool nach New York fuhr der 200 Persoueu an Bord hatte, hat man ntc wieder «vis gehört.
Der erste größere Verlust traf die deutsche Handelsflotte tu Jahre 1858. Auf dem eleganten Dampfer „Austria" ikl Norddeutscheu Lloyd brach Feuer aus und ungefähr 400 Antonen fanden in den Fluchen ihren Tod. Der englische
Dampfer „Royal Charter" ging am 25. October 1859 «it fast 450 Personell unb einer Ladung im werthe von 16 Mill. Mark verloren. Im Jahre 1870 verschwand spurlos der Dampfer „C ty of Boston". Wann und wo er untergegangen ist, blieb ein Räthsel. Die großen Unfälle, welche in den 70er und 80er Jahren die deutsche Handels« und Kriegs- fiotte betrafen, stehen wohl noch in Aller Gedächtuiß: der Dampfer „Schiller" strandete bet Eap Ltzard, der Panzer „Der große Kurfürst" wurde im Caual vom „König Friedrich Wilhelm" angerauut, die „Pommeraata" giog iu der Nordsee, an ungefähr derselben Stelle, wo am 30. Januar 1895 die „Elbe" mit 334 Persoueu tu die Tiefe sank, zu Grunde. Bon der „Eurhdice", die im März 1878 mit 328 Personen unterging, wurde nur eine einzige Person gerettet. 6 Monate später erlitt auf der Themse der Vergnügungsdampser „Prtnceß Mice" Schiffbruch, von den 900 Personen ertranken 700. Ein sonderbarer Unfall traf deu Dampfer „C'ch of Parts" am 25. März 1890. «r erlitt mit 1070 Personen Schiffbruch, aber trotzdem die Passagiere und Mannschaften 3 Tage unb Nächte auf btm Wrack zubriugen mußten, ging kein Menschenleben verloren. Die „Utopia" würbe am 17. März 1891 bet Gibraltar angeravnt unb sank mit fast 600 Personen. Zwei Jahre später gtug der englische Pauzer „Victoria" im Mittelmeer unter, mit ihm verloren der Ab- miral Toyen, 22 Offiziere nnb 360 Mann ihr Leben. In diesem Sommer endlich ereignete fich das große Unglück der „Bourgogne". Bon den 508 Passagieren ertranken 447, von der Mannschaft, die aus 223 Köpfen bestand, wurden 104 gerettet, ein ganz eigenartiges Berhältniß zu deu sonstigen Unsällen, bei welchen von der Mannschaft procentnell ein größerer Th eil zu Grunde ging.
Alle diese Unfälle drängen immer wieder Eingeweihten und Laten dte Frage auf, ob es nicht möglich ist, durch besondere Maßregeln eine größere Sicherheit herbeizuführen. Hoffentlich find die fortdauernden Versuche von endlichem Erfolg gekrönt, sodaß In Zukunft größere Unfälle, wenn fie fich auch nicht ganz vermeiden lasten, doch zu den Seltenheiten gehören.
Deutsche» Reich.
Berlin, 24. October. Im Reich-tag-gebäude sand heute dte Eröffnung der ersten Tagung der fünften Session des Colontalarntes statt. Der Borfitzeude Dr. v. Buchka hielt dte Begrüßungsrede, ta welcher u. A. auch an das Htnschetden des Fürsten Bismarck unb an besten Verdienste um bas deutsche Vaterland erinnert wurde. Nachdem der Borfitzeude noch eine genaue Ueberficht derjenigen Ereignisse gegeben, dte auf dte Entw ckluug der deutschen Schutzgebiete großen Einfluß ausgeübt haben, wurde in die Berathung des allgemeinen Etats und iu deu Etat des Schutzgebietes von Deutsch-Oftafrika eiugetreteu. Der Sitzung wohnte auch ber Herzog-Regent von Mecklenburg-Schwerin bet.
ArrsUnrd
Wien, 24. October. Das Beftnben der erkrankten Wärterin Pecha ist seit heute Mittag derart günstig, bah Hoffnung vorhaubeu ist, fie am Leden zu erhalten. Dte übrigen isoltrten Personen befinden fich wohl. Nur eint Nonne, welche den Dr. Müller gepflegt hat, ist leicht erkrankt. Infolge der Meldung, daß zwei tuficirte Ratten aus ihrem Käfig entkommen seien, wurden alle Canäle des 5. Bezirk- gründlich desinfieirt.
Wien, 24. October. Die »Neue Freie Presse" meldet auS Konstantinopel: viel besprochen wird hier eine angebliche Srußernng Kaiser Wilhelms über dte Dreyfus-Affaire. Baurath v. Kapp erzählte dem Kaiser, als dieser die deutsche Schule besuchte, rS habe ihm eiu hoher fraozöfischer Offizier tu der vorigen Woche In Pari- gesagt, Dreyfns fei unschuldig, neun Zehntel aller französischen Offiziere sei hiervon Überzeugt. Nur die Generalstäbler versuchten nach Art der Jesuiten jede Lüge durch eioe ntur Lüge zu übertrumpfen. Der Kaiser habe zustimmend genickt unb gemeint, das Sonderbarste au der Astaire sei, daß diese glaubten, er hätte wirklich Briefe an Dreyfns geschrieben unb Hauotaur habe dte Briefe für 27000 Francs gekauft.
Wien, 24. October. Der au der Pest verstorbene Dr. Müller wurde heute früh in frühester Morgenstunde auf dem Central-Friedhofe ins Grab gebettet, vorläufig darf Niemand wisset,, wo fich das Grab Müllers befindet, weil sonst am Allerseelentage der Andrang zu demselben coloffal sein würde nnb dadurch leicht eine Gefahr heranf- beschworen werden könnte. Nur einer von den vielen Hunderten
von Kränzen, die für den verstorbenen im Spital abgegeben wurden, ist ihm mit ins Grab gegeben worden. Nach der Einsegnung der Leiche durch den Geistlichen verlas Dr. Frankl von Hochwart einen von Professor Nothnagel verfaßten Nachruf, io welchem der verstorbene als ein Märtyrer der Wtfsenfchaft, der wie ein Held gestorben ist, bezeichnet wird. Das Grab wurde sofort zugeschaufelt. 18 Personen nahmen an der ergreifenden Feier Thetl. Dieselben mußten 15 Schritte vom Grabe entfernt stehen bleiben.
Part», 24. October. »Libre Parole" beschuldigt das Eabtoet Brisson, Frankreich an England ber- ratheu zu haben. Das Blatt fordert in einem Manifest alle Antisemiten auf, morgen vor der Kammer Rufe auszu« stoßen: Nieder mit den verräthern und den Juden, es lebe Frankreich und dte Armee. Dte radikalen Soctalistenblättu fordern ihre Parteigenoffen auf, fich an der morgigen Kundgebung vor dem Kammergebäude nicht zu betheiltgen und die Antisemiten allein manifestireo zu lassen.
Parts, 24. October. Der »Jntraofigeant" bespricht ebenfalls das Faschoda-Gelbbuch und fragt, ob das energische Vorgehen Delcaffös auf das versprechen Rußlands, Frankreich überall zu unterstützen, zurückzuführeu sei und ob Frankreich In der Faschoda-Frage bis zum Aeußersten zu gehen gewillt fei.
Loadvii, 24. Oktober. »Daily News" sagt in ihre« Besprechung über da- französische Gelbbuch betreffs Faschoda, daß der Minister Delcaffö fich bisher bemüht habe, die Besetzung Faschodas durch Marchand, welche van England als ein unerfreulicher Thatbestaud angesehen werde, -u entschuldigen. Es könne aber in feine Verhandlungen vor der Berichterstattung Marchands eingetreten werden.
Rußland. Ganz Europa und Amerika und der größere Dheil des östlichen Asiens, einschließlich Chinas und Japans, haben jetzt eingewilligt, ihre Vertreter auf die Friedens- Conferenz zu senden. Jetzt erübrigt nur noch, daß ein bestimmtes Programm aufgesetzt wird. Heber diesen Punkt aber wird kaum etwas Bestimmtes zu erfahren sein, bis der kaiserliche Hof anfangs December von der Krim zurückgekehrt ist- Als wahrscheinlich gilt, daß de» diplomatischen Ber- Inteen der Machte außer militärischen Delegirten auch nach Autoritäten auf dem Gebiete des Völkerrechtes beigesellt werden dürften, so daß die Staaten auf der Conferenz In dreifacher Weise vertreten sein werden. Immerhin dürfte das Ergebvtß nur ein Begräbmß erster Klaffe für den Friedens- und Abrüstung-Vorschlag des Zaren werden. Noch soeben hat der Führer der liberalen Partei Englands tu einer Rede erklärt, der europäische Friede hänge gegenwärtig in der Hauptsache von der Furcht ab, welche die gewaltigen Rüstungen eioflößeu.
Afrika. Abwiegelung ist das.'Kennzeichen der heutigen Nachrtchteu zur Faschodaf rag e, sowohl von Paris, wie von London an-, nachdem noch der Sonnabend höchst kriegerisch lautende Meldungen über Rüstungen auf beiden Seiten ge bracht hatte. An maßgebender englischer Stelle erfährt das Reutersche Bureau, die Meldungen Über die Beziehungen zwilchen Großbritannien und Frankreich seien durch die äugen« blicklicheu Umstände nicht gerechtfertigt, und es bestehe kein Grund zur Beunruhigung für den gegenwärtigen Zeitpunkt. Auch die Meldungen Über von der Admiralität der Flotte ertheilte Befehle müssen mit äußerstem Vorbehalt aufge- uommen werden. Fravzöfischerseits erklärt eine Note der »Ageuce Havas", die beunruhigenden Gerüchte über dte Be« ziehnugeu zwischen beiden Mächten für völlig unbegründet, ebenso fei e- durchaus unrichtig, daß in irgend einem französischen Sriegshafeu außerordentliche Maßregeln getroffen worden seien. Und der französische Mariaerntutster fügt hinzu, dte Truppenbewegungen io Cherbourg und Brest seien nur durch die Beförderung vou Verstärkungen nach Kreta unb dte Ablösung von Colonialtroppev veranlaßt worden- die Zahl der zum Martoedieust Einberufenen sei dieselbe wie in den Borjahren.
Cacales und LrovinzieUes.
Gieß«, 25. Octoder 1898.
•• Empfang. Seine Königliche Hoheit der Groß- Herzog empfingen am 22. Oktober den Generallientenant Baron von Collas, Gouverneur von Mainz, in Audienz.
•• Anszeichnnig. Seine Königliche Hoheit der Groß« Herzog haben mittelst Allerhöchster Entschließung vom 19. Oktober L I. dem Arbeiter Conrad S chneider aus Wieseck, welcher 40 Jahre lang ununterbrochen im botanische» Garten zu Gieße» thärig gewesen ist rmd fich während dieser


