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Bemerkungen: Die Ernte deS Getreides ist in dm warmen Sagen beenbct; in den klimatisch ungünstiger gelegenen Bezirken ist noch Wetzen und Hafer zu ernten. ES wird sehr viel über tofl«* frucht geklagt, ebmso vereinzelt auch über SUrteffdfftulc. In den Weinbergen wird starkes Auftreten von Oldium und Peronospora beodachler.
Die Lieferung von 100 Stück Piasfavabesen soll vergeben werden und sind Angebote unter B ischluß von Mustern bis
Dienstag den 30. d.Ms.,
Vormittags 9 Uhr,
im Amtszimmer des Unterzeichneten einzurcichen.
Gießen am 23. August 1898.
Der Großh. Kreisbauinfpector.
merkwürdige fremde vö.ker au« eigener Anschauung kennen zu lernen. Freuen wir uns doch, daß die Kaiserkrone ein Mann trügt, dem nicht« Menschliche« fremd ist und den e« n'cht freut, an die Scholle gefefielt keinen «lick hinauSzuthun über bte Mauern seiner königlichen Paläste. Ueber die politische Bedeutung der Reise de« Kaiser« wird noch zu redrn sein. Wenn endlich hier und da eine gewiflr verstäuduiß- lostgkeit für die religiöse Richtung de« Monarchen hervortrid, so begreift e« sich, daß diese Seite seine« Eharacter« hier mehr, dort weniger Sympathie erregt, aber verkehrt wüide e« sein, sie bezweifeln und ihren Einfluß auf da« Borhaben de« Kaiser« bestreiten zu wollen. Der Kaiser, eine tief religiöse Natur, hat darum diese Reise nach Jerusalem zu einer Herzen«sache gemacht, und e« ist absolut nicht eiozusrheo, warum er diesen Herzeu«wunsch unerfüllt lasten sollte. Auch der eifrigste Katholik wird nirgend« einen Grund finden können, warum er dem protestantischen Kaiser einr Wallfahrt nach der Stätte mißgönnen sollte, wo alle Toufesfionen der christlichen Religion ihren gemeinsamen Urfitz haben, von welchem Geficht«poukte «au auch die bevorstehende Reise de« Kaiser« betrachten mag, wir wüßten nicht, weshalb fie un« Deutschen Bedenken etuflößeo könnte.
Saetenstand.
Note 1 = sehr guter, 2 — guter, 3 = mittlerer, 4 — geringer, 5 = sehr geringer Stand
Tour machen müsten. Sobald der Wagen an der Ablösungsstelle angelangt ist, bleiben sie stehen und find durch nicht« mehr von der Stelle zu bringen.
• Sine lebende Kröte in einem kchlangenmagen. Einen merkwürdigen Bericht erhält die Wochenschrift „titetxrct* au« einem Orte io Nordwale«. Ein Mann, besten Glaubwürdigkeit nicht auzozwetfeln ist, tötete eine« Tage« eine Natter von etwa einem Meter Länge. Da er sah, daß fie gerade vorher gefreffeo haben muhte, schnitt er ihr den Leib auf, um zu sehen, wa« er dort finden würde. Er fand in der Speiseröhre eine große Kröte, die sich etwa auf halbe« Wege zum Magen befand. Die Kröte, deren Kopf viel breiter al« der der Schlange und deren Körper ebenfall« größer al« der ganze Kopf ihrer Feindin, fchien tobt zu sein und wurde auf den Rasen gelegt. E« mußte erstaunlich erscheinen, wie die Schlange, die Kröte hatte verschlucken können. Die außer- ordentliche Dehnbarkeit der Kinnbacken de« Schlangrnkopfe« ist zwar genugsam bekannt, aber dieser Bisten schien denn doch ein wenig gar zu groß für den kleinen Schlund de« Reptil«. Während unser Gewähr«mann die Kröte noch immer mit nachdenklichem Blick betrachtete, gewahrte er plötzlich zu seinem höchsten Erstaunen, daß fie fich bewegte. Er wachte infolge besten Belebungsversuche, indem er die Kröte mit einem Sturzbade von klarem Master übergoß und ihr gan- regelrecht eine Mischung von Whiskey und Master eiuflößte Die Bemühungen waren wirklich von Erfolg gekrönt, denn schließlich erhob fich die Kröte auf alle Biere, aufgeblasen wie ein Luftballon, und machte in der komischsten Weise einen matten Settenspruvg. ES dauerte gar nicht lange, bi» fich daS Thier, da« noch eben iu Gefahr geschwebt hatte, im Schlangenmagen verdaut zu werden, höchst selbständig seit- wärt« iu die Büsche geschlagen hatte und verschwunden war. Wie lauge die Kröte fich schon im Schlangenleibe befunden haben mochte, ließ sich nicht sagen. Daß fie bei dem Hiu- durchpresten durch den Schlangenschlund am Leben geblieben war, stellt ihrer LebenSzahigkeit ein gute« Zeugniß aus. Dagegen kann man fich nicht so sehr darüber wundern, daß die Schlange fie überhaupt verschlucken konnte, wenn man einmal gesehen hat, wie eiue Klapperschlange eiu ganze« Kaninchen heruuterwürgt.
• Tizians Geburtshaus. Aus Venedig wird berichtet: Das unscheinbare Häuschen in Pieve di Cadore, wo im Jahre 1477 Tizian geboren worden, steht in Folge eines Concurfes zum Verkaufe. Es märe zu wünschen, daß es in Hände überginge, die für seine Erhaltung zu sorgen bereit find. Nach hiesigen Blättern ist der geforderte Preis ein äußerst geringer. Man sagt auch, daß der Mailänder Depu- tirte Pavin im Begriffe stehe, das Haus, zu dem auch etwas Land und ein WirthschastSgebäude gehören, zu erwerben.
vermischtes.
• Berlin, 24. August. Ueber da« Verhalten der Th irre konnte man in den letzten heißen Tagen interestante Beobachtungen machen. Bald nach Sonnenuntergang zum Beispiel geben manche Droschkenpferde ihren Lenkern in un* zweideutiger Weife zu verstehen, daß fie Woffer begehren; aber nicht da» au» dem ersten besten Brunnen wird verlangt, sondern Master, da» ihnen mundet. Der Kutscher versteht den Wink seine» treuen Erwerbsgenosten sehr wohl und säumt nicht loszufahren; ein Lenken ist nicht nothwendig, das kluge Thier findet seinen Weg zu der gewünschten Tränkstätte ganz von selbst. So find die Brunnen in der Wrangelftraße, am Kottbuser-Ufer, in gewissen Theilen der Chausteestraße rc. das Ziel der dürstenden Droschkenpserde. Die gleiche Beobachtung kann man auch bei den Pferden der Rollwagen und der städtischen Sprengwagen machen, die gleichfalls nach einer bevorzugten Tränke ziehen. An gewisten Punkten der Stadt, meist an den Endstationen der Pferdebahnlinien sind gegenwärtig sogenannte „Pferdekühler" postirt. Mit einem groben Schwamm bewaffnet, üben sie Samariterdienst an den Thieren, die erschöpft anlangen. Diese halten geduldig den Kopf hin, damit der Mann ihn befeuchte, und lecken ihm au» Dankbarkeit die Hände. Den anstrengendsten Dienst haben die Pferde der Ringbahn; sie machen eine 1V, stündige Tour ohne jede Pause. Die Thiere wisten ganz genau, daß sie an den heißen Tagen nur einmal (sonst zweimal) eine solche
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Niederlage in Giessen bei Ernst Bloedner, Seltersweg.
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Nachrichten über den 2aatenstand im (tzrotzherzogthuur Hessen um die Mitte de» Monat« August 1898. ZusammengeftelU bei der Großherzoglichen Oberen landwilthschast- lichen Bebörde.
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Montags, Mittwochs und
Freitags von Morgen» 9 Uhr ab.
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Meiner verehelichen Kundschaft sowie Nachbarschaft zur Nachricht, daß ich von jetzt ab den Schoppen gutes Frankfurter Henninger-WSn zu 12 Pfg.
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Achtungsvoll
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