Ausgabe 
26.7.1898 Erstes Blatt
 
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ständig und besonders glänzend erscheinen. Beit Jahrhunderten ist keine der christlichen Kirchen dort tu Anwesenheit thre- obersten Beschützers den Orientalen so zur unmittelbaren Er­scheinung gekommen, wie jetzt die deutsch-evangelische Kirche unter Betheiligung deS Kaisers. Dabet kann man stch des Gedankens nicht erwehren, daß in den Bundesstaaten, wo der Kirchenverwaltung die nöthigen Mittel fehlen, von anderer Seite avS Unterstützung gewährt werden sollte. Hatte die Einweihung der Schloßkirche in Wittenberg am 31. October 1892 einen durchaus nationalen Lharacter, so ist die Ein­weihung der deutschen Erlöserktrche tu Jerusalem als etn internationaler Act anzusehen, der namentlich auf den Orient einen weittragenden Einfluß ausüben wird. Als ein inter­nationaler Act ist die Ktrcheneivweihuug deshalb anzuseheu, weil nicht nur sämmtliche evangelische Fürsten Deutschlands eine Einladung vom Kaiser erhalten sollen, sondern weil auch die evangelischen Souveräne der außerdeutschen Staaten zur Thetlnahme aufgefordert werden. Wie eS heißt, sollen die Einladungen an die kaiserlichen Gäste demnächst ergehen.

Kaiserbefuch. CS steht nunmehr fest, daß Kaiser Wilhelm während seiner Palästinaretse von Konstantinopel aus dem König Karl von Rumänien in Bukarest einen Be­such abstatten wird. In Bukarest werden für den Empfang großartige Vorbereitungen getroffen werden. Unter Anderem wird auch eine große Truppencevue in Cotroceni stattfindeu, an der zwei Armee-CorpS in Kriegsstärke Theil nehmen werden. Der Kaiser wird auch einen Tag tu Sinaia ver­bleiben.

Postreformen. Man schreibt uni: In Ihrem Leitartikel in Ne. 168, 2. Blatt,Poftreformen" heißt e» am Schlosse, daß für einen großen Theil der Postassistenten die etwaige Zulaffung zur Secretärprüfung infolgegeringer Vorbildung" illusorisch sein würde und daß der frühere Staats- secertär v- Stephan aus diesen Gründen sich einer diesbezüg­lichen Maßnahme widersetzte. Da! Personalsystem ist indessen nach Grundsätzen geregelt, bet welchen der Bildungsgrad un­möglich maßgebend gewesen sein kann. Die von der Post- verwaltunfl übernommenen Militäranwärter werden nämlich ohne Rücksicht auf thre Vorbildung zur Secretärprüfung zu- gelassen, während die Zulaffung den Civilanwärtern seit 1871 entzogen worden ist, obwohl dieselben in der Regel eine höhere Lrhranstalt besucht haben. Von den betheiligten Beamten wird daher eine Aenderung dieses Zustandes bet der dem- nächstigrn Personalreform dringend gewünscht- sie behaupten, daß zur Subalternlaufbahn bet der Post ebenso die Secretär- ftellung gehöit, wie bei allen anderen Behörden.

Ergebnisse deS Reichshaushalts. DerReichsanzeiger" veröffentlicht die Ergebniffe deS ReichShauShaltS sür dal EtatSjahr 1897/98, wie sie sich nach dem Endabschluß der ReichS-Hauplkaffe gestalten: Im Ganzen find au ordent­lichen Einnahmen, soweit fie dem Reiche verbleiben, im Ver­gleich mit dem Etat 63132147.43 Mk. mehr aufgekommen, wovon 274716.87 Mk. zur Deckung deS MehrbedarsS bet den Ausgaben und 37 500000 Mk. tu Gemäßheit deS Ge­setzes vom 31. März 1898 (R. G.-Bl. S. 138) zur Ver­minderung der Retchsschuld verwendet find, so daß als Ucber- schuß deS Etatsjahres 1897/98 etn Betrag von 25357 430.56 Mk. bleibt.

Wahlstattstik. Nach der amtlichen Wahlstatistik sür Bayern find bet den letzten Wahlen über 80000 Wähler weniger olS im Jahre 1893 an der Urne erschienen. ES haben an Stimmen verloren: Centrum 31000, National- liberale 21000, Freisinnige 8000, Conservattve (von inS- gesammr 16113) 1500, Antisemiten (von insgesammt 1470) 1000 Glimmen- dagegen haben gewonnen: Bauernbund 67 000 und Socialdemokratie 31000 Stimmen.

Au»lauv

Wien, 24. Juli. In den dem Cabinet nahestehenden Kreisen erklärt man, daß, sobald der Mtnisterpräfident über die weiteren Schritte im Klaren sein werde, el stch nicht

ungehalten, stch von der Rechtmäßigkeit der Ehe seiner Mtether zu überzeugen, wofern er nicht selbst in Ungtlegenheitrn kommen will. Ja der Praxis und um den Belästigungen der Pol'zrt zu entgehen, genügt rS einem Pärchen, gemein- schaftltch zwei nebeneinanderstoßende Zimmer mit BerbinduagS- rhüre zu mietheu. Im Königreich Sachsen ist dieser Ausweg besonders beliebt.

Die deutsche Frau empfängt einen ziemlich vollständigen Unterricht und der Grad der Kruntniffe ist thatsächltch dem überlegen, welchen wir tu Frankreich constattren können.

In den Sphären deS Mittelstandes nehmen viele junge Mädchen fetutn Anstand, bevor der Zeitpunkt ihrer Der- heira'hung herangekommeu, nach bestandenem Examen ins Ausland zu gehen und stch alsStützen" undKtuderfräuletn" cugagtren zu lasten. Sie belasten während dieser Zett nicht dal Familienbudget und statten ihren Geist mir der Kenntntß einer lebenden Sprache auS.

Was die Halbwelt anlaogt, so existirt fie, von den großen Städten abgesehen, sozusagen sehr vereinzelt. Diese Gesell- schaftlklaste wird gebildet aus leichtfertigen Frauen der nied­rigsten Sorte, die man niemals tu der Orffrntlichkett sieht und welche den härtesten polizeilichen Maßregeln unter­worfen find.

Die deutsche Frau ist wie ihr Gatte durch und durch mufikalisch. Sie spielt Clavter, Violine oder Zither (?), ein in Frankreich unbekanntes, aber in Deutschland sehr beliebte! Instrument, und verschönert thre Gesellschaften durch den Vortrag der beliebtesten Stücke de! Mozart- und Choptn-Rrper- toireS. Die Arbeiten der Nadel find ihr gleichfalls vertraut und häufig fertigt fie ihr und ihrer Kinder Kleidungsstücke selbst au. Wenn fie dabei auch nur selten Gefühl für Eleganz und guten Geschmack entwickelt (hört! hört!), so beweist fie doch wenigstens ihren guten Willen und erspart ihrem Mauue die Aulgaben für eine Schneiderin.

wehr um eine Ministerkrifis, sondern um eine ParlameutS- krists handele. Die Regierung wüste einen Modus finden, tu welcher Weife die Staatsgeschäfte ohne Mitwirkung deS Parlaments wettergeführt werden könnten.

Wien, 24. Jult. Graf Thun ist gestern Abend nach Ischl abgeretst. Alle Gerüchte von geplanten Gewaltmaßregelu der Regierung werden demeotirt, und die Krisengerüchte so­wohl hier als in Budapest kategorisch in Abrede gestellt.

Wien, 24. Juli. Der MtlitärballonHuugart" ist bei Btienz verunglückt. Er wurde 7 Klometer durch den Wald geschleift, bis fich die Gondel lolrtß. Die Jasasteu wurden gerettet, der Ballon bet Uugartsch-Ostrau auf- gefangen.

Rom, 24 Jult. Die Blättermelduvg, dte Regierung könne in der Frage der von der franzöfischen Polizei in Tunis erlaffeuen Fremden-Berordnuug eine etuheit- liche Action der europäischen Staaten gegen Frankreich au- regen, erweist fich als falsch. Dte Regierung hat bereit! mit Frankreich Unterhandlungen eingelritet, welche soweit günstig verlaufen find.

Paris, 24. Jult. Der Ministerpräsident Brisson wird auf Aurathen der Aerzre einen mehrwöchigen Ruhe- aufevthalt in der Umgegend von Paris nehmen und nur zeitweise uach Parts kommen, um den Mtntsterrärhen zu präfidiren.

Paris, 24. Jult. Dem Untersuchungsrichter BertuluS sei, wieLibre Parole" meldet, ein Substitut beigegeben worden, um ihn bei drr Untersuchung in der Esterhazy Affaire zu unterstützen.

London, 23. Jult. Ju Santiago herrscht immer noch großer Mangel an Leben-Mitteln. Dte Preise sind höher wie jemals Dte Armen sind ausschließlich auf die Mildthättgkeit der Gesellschaft vom rothen Kreuz angewiesen. Dte erste Abthetluug spanischer Truppen geht morgen von Santiago nach Spanten ab.

Petersburg, 23. Juli. Hier werden große Vorbereitungen für dw bevorstehende Ankunft des rumänischen König! und des Thronerben Ferdinand getroffen.

Madrid, 24. Jult. Au! Washington wird gemeldet, daß dte Amerikaner tu Paranaque, 8 Meilen südlich von Santiago, landeten.

Madrid, 24. Juli. General Polavieja hatte gestern eine längere Besprechung mir der Königin Regentin. Später fuhr er; beim Krteglmiutster und beim Geueralcapitän vor. Da! ministerielle OrganCorreo" empfiehlt dringend, fich einer der bestehenden Parteien anzuschlteßen, um keine Störungen in der inneren Politik zu verursachen.

Havanna, 23. Juli. Gestern wurde ein P er s o n e n z u g von Insurgenten in dte Luft gesprengt. 30 Personen wurden getödtet, zahlreiche verwundet.

totales und provinzielles.

Gießen, 25. Juli 1898.

Empfang. Seine König!. Hoheit der Großherzog empfingen am 23. Juli u. A. den Rcalk>ymnafiallehrer Dr. Trapp von Gießen, den Oderschulrath Dr. Dett- Weiler, den Provinzialdtrector v. Bechtold.

* AuS dem Verwaltungsdienst. Seine König!. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, den Rath bet der Provtnzialdtrection Starkenburg, RegterungSralh Dr. Karl Kayser zu Darmstadt, zum Kceilrath deS Kreise! WormS, den KreiSamtmann bet dem KreiSamt Gießen, RegterungSralh Or. Eduard Wallau zu Gießen, zum Kreis- rath de! Kreises Lauterbach, den KreiSamimauu bei dem KreiSamt Darmstadt, RegterungSralh Wilhelm B est zu Darm­stadt, zum Rath bei der Provtnzialdtrectiou Starkenburg und zum zweiten Beamten des KreiSamt- Darmstadt, mit dem AmrStitelRegterungSrath", den FeldbereinigungScommiffär für die Provinz Obrrheffrn, Reaierunglrath Dr. Emil Göttelmann zu Friedberg, zvm Rath bei der Provinzial- direcUon Rheinheffeu und zum zweiten Beamten des KretS- amis Mainz mtt dem AmtStitelRegterungSrath", sämmtlich mit Wirkung vom 1. August l. I., zu ernennen.

Höhere Schulen. Seine König!. Hoheit der Groß­herzog haben Allergnädigst geruht, am 23. Jult den Dtreclor des Gymnasiums und der Realschule zu Worms, Dr. Bernhard Mangold, zum Direktor de! Ludwig-GeorgS- Gymnasiums zu Darmstadt, und drn Lehrer an dem Gymnasium zu Gießen, Professor Dr. Heinrich Blase, zum Director deS Gymnasium» und der Realschule zu WormS, beide mit Wirkung vom 1. August l. I. an zu ernennen.

* Erneuuuugru. Seine König!. Hoheit der Groß- Herzog haben Allergnädigst geruht, am 23. Juli den Stcuer- cemmiffär deS SteurrcommiffariatS Wörrstadt Heinrich Ntckla» zum Steuercommtffär de! SteuercommtffariatS Mainz II., den Obergüterinspector i. P. RegieruvgSaffeffor Heinrich Krtegk zu Frankfurt a. M. zum Gteuercommiffär deS Steuercommiffartats Schotten zu ernennen.

Kromer-Concert. Das gestern Abend im Gießener Festsaal gegebene Loncert deS Kromer-Sextett war nur spärlich besucht, waS um so mehr zu bedauern ist, als die Vorträge durchweg gute Stimmmittel und tüchtige Schulung verriethen und Seitens der Hörer rauschenden Beifall ernteten.

* Concert Auf das laut Anzeige in heutiger Nummer für Dienstag Abend imKaisergarten" (Restaurant Busch) angesetzte Loncert de» Original-Wtener Damen- Orchester» machen wir hiermit empfehlend aufmerksam. Bet ungünstiger Witterung findet da» Concert inRöhrleS Bierhalle" statt. Im Laufe der nächsten Woche wird in dem­selben Locale eine Ungarn-Capelle im Original-Costüm einige Abende concerttren.

* v> Vom 9. Deutschen Turnfest in Hamburg. Mit 37 Extrazügen trafen im Laufe de» Samstag» dte Turner au» allen Gegenden Deutschland» und Oesterreich-Ungarn! etn. Von Mitgliedern de» Empfang»au»fchuffe» wurden sie an den Bahahöfeu empfangen und durch dte auf den Bahn- hossplätzen aufgestellten Ehrenpforten und geschmückten Straßen

zur Halle der Turnerschaft von 1816 an der großen Allee in St. Georg geführt, wo fie mit einigen herzlichen Worten begrüßt wurden und ihre Fahnen vorläufig in treue Hut de! ältesten Deutschen Vereins gaben, um fie heute wieder abzu­holen und nach Benutzung beim Festzuge auf der großen Fahnevtribür e de» Festplatze» aufzustellen. Auch au!~ dem Auslande, von England, Holland, Belgien, Rußland, Rumänien, Dänemark, Schweden, Italien und der Schweiz, ja sogar aus Nord- und Südamerika und Australien trafen Turner ein. Auf dem Turnplatz bei der Halle der Turverschaft von 1816 standen dte Knabenabthetlungen bereit, um die Turner in ihre Quartiere zu führen. Dte Volk» und Real­schulen waren in Mafien quartiere verwandelt, in mehr al» 900 Mafien und in Turnhallen, aber auch in zahlreichen anderen großen Localen fanden dte jugendlichen Turner Unterkunft, nach Möglichkeit nach ihren Turnkretsen vereinigt. In den Bürgerquartieren wurden die angemeldeten Gäste freudig empfangen- jeder fand Unterkunft, denn bereitwillig wurde auch der mitgrbrachte Freund, der fich erst im letzten Augenblick zur Reise eutschloficn hatte, ausgenommen. Zum Empfangsabend versammelten fich mit dem Edrenvorfitzenbev, Bürgermeister Dr. Mönckeberg und den Ehrengästen dte Mitglieder des Geschästsführeuden Ausschüße» und de» Aus­schusses der Deutschen Turnerschast in einem Rebevraum drr Festhalle, während die Turner, die eine Eintrittskarte zur Frsthalle besaßen, fich dort von 6 Uhr ab etnfanden, um fich einen möglichst guten Platz zu sichern. Unter den Ehrengästen befanden stch viele Senatoren, der Vorstand und die Mit­glieder der Bürgerschaft, hohe Offiziere Se. Excellenz der Generaloberst und Generalinspecteur Graf Walders« hatte leider infolge unaufschiebbarer Dienstgeschäste absaxen müfien ferner Vertreter der Stadt Breslau, dte seit dem letzten Turnfest da- BundeSbanner in treuer Hut gehalten hat, u. a. m. Vom Ausschuß der Deutschen Turnerschaft find zu nennen neben dem ewig jungen Vorsitzenden, dem alten Dr. Goez au» Leipzig, die Herren Professor Keßler, P.of fior Rühl und Dr. Bier, vom Geschäft-führenden Aus­schuß dte Vorsitzenden Präsident Hinrichseu, C. F. Laeitz und Dr. Hahn. Al» um 7*/z Uhr dte Herren vorn Vorstand fich mit den Ehrengästen tu dte Halle begaben, war der ungeheure Raum schon ganz gefüllt und lauteGut-Heil"- Rufe erschallten, während dte Mufik Fanfaren bild. Nach­dem dte Herren auf den reserv rteu Sitzen Platz genommen hatten, tntontrten dte Veretnigteu MännergesangS - Vereine unter Leitung de» Herrn Professor Arnold Krug den Stegesgesaug der Deutschen nach der Her­mannsschlacht" von Abt, worauf der erste Vorfitzende de» GeschäftSführendeu Ausschusses, Herr Prästdent Hinrichseu, eine Begrüßungsansprache an die Versammlung richtete. Un­mittelbar schloß fich dte Festrede auf Katfer und Reich von Herrn Bürgermeister Dr. Mönckeberg an, dte vielfach von lebhaftem Beifall unterbrochen war und in einem dreifachen brausenden Hoch auf Kaiser Wilhelm II. endigte. Stehend wurde von der ganzen Versammlung die Nationalhymne ge­sungen. Dann folgte eine Rede deS Obertugenteur» F. Andr. Meyer auf den Kaiser von Oesterreich, der fich dte öfter- retchtsche Nationalhymne anschloß. Nun übergab Herr Prä­sident mtt einer warmen Ansprache dte Festlettung an den Vorsitzenden der deutschen Turnerschaft, Herrn Dr. Goez, der fie mtt einer Rede auf Hamburg und seine Behörden über­nahm. Da» LiedStadt Hamburg an der Elbe Auen" schloß stch dem jubelnden dreimaligenGut Heil" an. Von einer BreslauerElite Riege" wurde alsdann dal prächtige BuudeS- bauner und ein wundervoller Ständer mit den Fahneubändern herdetgebracht und mit einer warmrn Ansprache deS Rechts­anwalts Kaernbach den Hamburgischen Turnern übergeben. Herr Stadtschulrath Dr. Pfundner sprach dazu noch dte Grüße Breslau» an dte neue Frststadt Hamburg au». Im Namen der Hamburger Turner übernahm der Turnwart der Turner- schäft von 1816, Herr F. L. Ntrrnheim, da» Banner. Während seiner Ansprache trat eine Deputation der Frauen und Jung­frauen Hamburg», weiß gekleidet, mit einem Kranz vou roihen Rosen im Haar, vor und überreichte mit einet poetischen An­sprache durch Fräulein Emma Schnuck einen goldenen Ctchen- kranz al» Schmuck deS BunddbannerS. Herr Prof. Rühl- Stettin dankte im Namen der deutschen Turnerschast für die schöne Gabe, die dann sofort an der Bannerstange be­festigt wurde. Mit dem Ntederländtschen Dankgebet von Kremser schloß die sympathische Feier. Dann begann da» FestspielHeil Dir, Germania", gedichtet von H. F. Wulff. Germania wählt unter ihren Städten Ham- monta, da» nordische Kind, deffen Augen schimmern wie da» Meer, al» Ort für da» 9. Deutsche Turnfest. Drei lebende Bilder, von denen ein! den Bischof AnSgar, da» zweite dte Bestegung drS Seeräuber» Störtebeker, da- dritte dte Heimkehr der Hanseaten aus dem Befreiungskrieg, dar­stellt, und etn Schlußbtld, in dem Hamburg und feine Turner der Germania huldigen, machten einen unbeschreiblich groß­artigen Eindruck. Die etng'flochtetrn turnerischen Gaben, Stabübungen, Mädchenretgen und Leiter-Pyramiden erregten ungeheuren Jubel. Vollbefriedtgt verließ die etwa 9000 Per­sonen starke Versammlung die mächtige Halle.

Postalisches. Da» Katserl. Retchspostamt in Berlin theille der Handelskammer zu Halberstadt auf ihre Vorstellungen Über einige Berbefierungen im Postverkehr mit, daß bezüglich der Fernsprechgebühren und der Postanweisung»- gebühr für kleine Beträgeeine anderwette Festsetzung in Aulficht genommen" fei. Die Zulaffung von Rollbriefen wird in Erwägung gezogen werden.

* Wetterbericht. Dte Hauptdepresfion wandert nordost­wärts gegen dte norwegische Küste. Von derselben verlaufen mehrere sacksörmtge Ausbuchtungen bi» nach Frankreich und den RetchSlanden herab. In der Pfalz und in Frauken waren in den frühen Morgenstunden Gewitter eingetreteu. In Süddeutschlaod war am Morgen noch leichte Föhufituation mit sehr hohen Temperaturen - gegen Mittag stellten fich auch hier Gewitter ein. Relativ hoher Druck bedeckt den Süden Europa». Voraussichtliche Witterung: vorüber-

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