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1898
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger
Anrts- nnd Anzeigebltrtt für den ICrek Giefzen.
Gratisbeilage: Gießener Familienblätter
I triguen gegen den Reichskanzler und gegen den Staatssekretär I von Bülow im Gange gewesen sein, weil diese beiden Staat«-
Feuilleton.
Alle Anzeigen-BermittlungSstellen drS In- unb AuSlaudt« nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen.
Ißnahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den l^raben Lag erscheinenden Nummer bis Barm. 10 Uhr.
Sonntag den 26. Juni
Jae. Queckbörner, Grünberg. Georg Dern, Harbach. Münster, Hattenrod. Ph. Rinn, Heuchelheim. Ph. Volkmann, Heuchelheim. G. L. Rudolph, Lang-Gön«. H. Meyer, LangSdorf. Hahn, Leihgestern. Fatum, Ltlldenstruth. L. Hofmann, Lollar. Rappel, Obbornhosen. Römer, Oder-Befsiagen. H. Seipp, Ober Besfiingen.
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Adreffe für Depeschen: Anzeiger Kietze».
Fernsprecher Nr. 51.
politische Wochenschau
Die Stichwahlen zum deutschen Reichstage, welche zum weitaus größten Theil am Freitag vollzogen worden find, bildeten vorwiegend eine Auseinandersetzung zwischen den Ordnuvgsparteien und deu Sozialdemokraten. Daß e« zu einem allgemeinen Zusammengehen der ersteren nicht gekommen ist, wird das Resultat der Stichwahlen, sobald es vorltegt, wahrscheinlich ergeben. Vorläufig läßt fich ein sicherer Ueberblick über die künftige Zusammensetzung de« deutschen Reichstags noch nicht Herstellen, da eine ganze Reihe von Resultaten noch auSsteht.
Einem rheinischen CeutrumSblatte zufolge sollten In-
zzezug-prei« vierteljährlich
2 Mark 20 Pfg. monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohtl.
Bei Postbezug 2 Mark 50 Pfg. vierteljährlich.
30. H. Rocker, Rödgen.
31. Becker, Ruttershausen.
32. Horn, Steinbach.
33. Ph. Schneider, TratS-Horloff.
34. Zimmer, Villtogen.
35. K. Schreiner, Wieseck.
v. Gagero.
!!,. 147 Drittes Blatt
Uicheint täglich pt Ausnahme deS MontagS.
Die Gießener ; ^«iltenvtätter dem Anzeiger Mh»<ntlich viermal beigelegt.
LaunSpach, Reiskirchen.
28. Meter, Rodheim a. d. Horloff.
29. Atzmu«, Rodheim a. d. Horloff.
freilich ohne Erfolg, da Oesterreich die Bünde oeeuptrt hielt, hatte aber persönliche Achtung erworben und wurde nun als Bevollmächtigter in Nidwalden der Wohlthäter der dortigen Gemeinden. Unter den schriftstellerischen Producten jener Zeit erregte seine „Geschichte vom Kampf und Untergang der schweizerischen Berg« und Waldcantone", welche 1801 erschien, besondere Aufmerksamkeit. e , .
Nach dem Sturze der helvetischen EinheitSregieruug tat October 1801 nahm Zschokke, als die Regierung eine föderalistische Richtung verfolgte, seine Entlastung, weil ihm die neue Ordnung der Dinge widerstrebte. Er verlebte den Winter tu Bern mit Heinrich v. Kleist und L. Wieland in literarisch angeregtem Verkehr, kaufte fich dann im Früh- fahre 1802, dem Schlöffe Btberstein bet Aarau gegenüber, ein ländliches Befitzthum und führte, durch Glückszufalle begünstigt, tm Jahre 1817 am Ufer der Aar nach eigenem Bauplane ein Landhaus auf, daS als „Blumenhalde tu beiden Welten berühmt geworden ist. Er lebte nun ganz feinen literarischen Beschästigungen und den Pflichten, zu deren Ausübung der Cavton ihn berief.
Im Jahre 1804 wurde Zschokke Mitglied deS Aargauer Oberforst- und BergamtS und erhielt daS Aargauische Staat«- bürgerrecht. Später übernahm er noch mehrere andere Aemter. Zugleich wirkte er noch durch seinen „Aufrichtigen und wohlerfahrenen Schweizrrboteu" ungemein wohlthätig. Die von ihm 1807 bi« 1813 ununterbrochen herauSgegebeueu „MiScellen der neuesten Weltbünde" zeichneten fich aus durch Reichthum des Inhalts, anziehende Darstellung, Frrimuth und treffendes Urtheil. Denselben gingen von 1811 au die „Erheiterungen", eine Monatsschrift, zur Seite.
Seine Befähigung auch für da« Foistfach bewie« Zschokke durch seinen „GebirgSsörster", der 1803 in zwei Bänden, und Alpeuwälder", die 1804 zu Tübingen ”1$ Wirkte er so in der Schweiz al« theilnehmeuder Ordner ihrer bürgerlichen Angelegenheiten in den Jahren überwach- tiger Bedrohung von außen und unseligen Zwiespalt« tat Innern, war er der beredte und glückliche Fürsprecher vieler bedrängten und an den Bettelstab gebrachten Gemeinden, der Schöpfer ihre« neuen Wohlstandes durch Rath und Mit» Wirkung bei Eröffnung ungeahnter Erwerbsquellen, der
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Am 22. März 1771 zu Magdeburg geboren al« der Sohn eine« nicht unvermögenden Tuchmacher«, verlor er in früher Jugend schon beide Eltern und wurde einem Vor- wunde übergeben, der um seine Ausbildung treulich bemüht war. Aber der Knabe erregte wenig Erwartungen, entwickelte fich langsam, und nur die Phavtafie, von den Er- zählungen eines alten Matrosen angeregt, nahm schon früh einen raschen Flug.
Ai« er 1787 daS Gymnasium absolvirt hatte und zur Universität übergehen wollte, wurde er, als noch zu jung, zurückgehalten. Rasch entschlossen, verließ er mitten tm Winter die Vaterstadt, ging nach Mecklenburg und nahm bei dem Buchdrucker Bärenspruug in Schwerin eine Hauslehrerstille an, die er nach Jahresfrist aufgab, um als Theaterdichter bei einer wandernden Schauspielertruppe zwei Jahre sich herumzutreiben. De« Vagabundevlebevs müde, ging er nach Frankfurt a. d. O., wo er neben Theologie auch noch Philosophie. Geschichte und schöne Wiffenschaften auch Same- ralia studirte.
Seine Talente begannen fich nun rasch zu entwickeln. Bei einem Bruche in Magdeburg predigte er und sollte für eine Pfarrstelle gewählt werden. Er zog aber die akademische Laufbahn vor, promovirte 1792 in der philosophischen Facultat und hielt als Privatdocent in Frankfurt Vorlesungen über Theologie und Philosophie. Schon damals ließ er einige dramatische versuche erscheinen, darunter „Abähiuo, der große Bandit", und „Julius v. ©offen". Im September 1796 betrat er den Schweizerboden, der ihm eine zweite Hetmath gewähren sollte und mit dessen Geschichte er fortan verflochten blieb. Er übernahm die ErziehunMnstalt in Reichenau bei Graubüudten, die er wie mit Zruberschlag zu neuer Blüthe erhob. In dieser Zeit versaßte er seine ^Geschichte der drei Bünde in Rhätien", welche 1817 ihre zweite ^^VXr^traten die politischen Wirren deS Jahres 1798 ein, schnell sank der Flor der Anstalt, als Graubündten vom Kriege ergriffen wurde und Zschokke, der die Bünde zum engeren Anschluß an die Etdgenoffrnschaft gedrängt hatte, motzte beim Anmarsche der Oesterretcher flüchten. ®o* «aßa» nach Aarau gesandt, sührte er die Dache der bündi'chen I Flüchtlinge bet den helvetischen und franzöfischen Behörden,
von ouioro tm >s>ange gcwqcu jciu, ww —-i- ------ ———- männer die Schuld tragen sollen, daß der Kur» nicht noch weiter nach recht» geht. Um zum Ziele zu gelangen, HS'te« die Jntriguanten daS deutsch russische Berhältniß ausgespteu und darauf gegründet, einen Wechsel im Kanzleramt und tat StaatSfecretariat de« Aeußeren als wünichevSwerth hingest llt. Wie weit alle diese Mittheiluogen den Thatsacken entsprechen, läßt fich natürlich nicht controliren- jedenfalls haben sie in letzter Woche der Preffe Gelegenheit zu lebhaften Contra- Versen gegeben. Im Uebrigen werden alle Kanzlerkrisen- gerüchte von berufener Seite entschieden in Abrede gestellt.
Biel commentirt wird die Ansprache, welche Kaiser Wilhelm in Potsdam gehalten hat. „Urberall wurde an mir gezweifelt, überall stieß ich auf eine falsche Beurtheilung , so sagte der Kaiser und gab damit dem Gedanken Ausdruck, welchen in der ersten Zeit der Regierung deS Kaiser« so mancher wahre Patriot hegen mußte, der da sah, wie alle Handlungen und Worte deS jungen Mo archeu bekrittelt und mißdeutet wurden. Kann man eS dem Letzteren verdenken, daß er noch mehr als bisher, damals der Armee sein ganzes Herz entgegeabrachte, daß er in ihr seine ganze Stütze sah?
In der böhmischen Hauptstadt war in den letzten Tagen eine nette Gesellschaft zusammen, die fich anläßlich der Palacckyseier in dem slavischen Journalistencongreß vereinigt hatte. Man kann eS den Slaveu nicht verargen, wenn sie fest zusammenhalten und ihre nationalen Interessen kräftig vertreten, wenn fie aber solche Gelegenheit benutzen, um ihre« ungezügelten Haffe gegen die Deutschen Luft zu machen, so ist eS nur natürlich, daß dieses Verhalten Abwehr erfährt. Die ganze Affiire hat umso mehr Aufsehen erregt, a S eS ein rusfiicher General war, der bereit« btkanute Deutschen« freffer Komarow, welcher als Sprecher der Slaven auftrat und die Gastfreundschaft, welche ihm Oesterreich gewährt hatte, in der verwerflichsten Weise mißbrauchte. Im Uebrigen legt daS Verhalten der österreichischen Regierung gelegentlich der Prager Feste ein schlechtes Zeugniß für ihren Berechtig, keitsfinn ab. Die ganze Palaczkyfeier lief nur auf eine Verherrlichung des CzechenthumS hinan« und hatte, wie die Ereignisse gelehrt haben, einen hochpolitischen Anstrich. Wenn
Gießen, den 24. Juni 1898.
;»t r.: DaS Landgestüt, insbesondere die Bedeckung der Stuten durch die LandgestütSbeichäler.
Großherzogliche Kreisamt Gießen
m die Grotzh. Bürgermeistereien deS Kreises.
Wtr sehen der Einsendung der verzeichntffe der von ,!>tn ausgestellten vedeckscheine binnen 8 Tagen entgegen.
v. Gagern.
Gießen, den 24. Juni 1898. ttn.: Resolution der veretnSbaumwärter.
tag Großherzogliche Kreisamt Gießen
m die Grotzh. Bürgermeistereien des KreiseS.
Einer Anregung des Herrn Pläfidenten deS Ober- «Aschen OdstbauvereinS stattgebend, empfehlen wir Ihnen, a Zukunft al« Gemeindebaumwärter nur solche Personen an« t fetten, welche an der Oostbauschnle zu Friedberg au«* «Met unb die Prüfung für Obstbaumwärter dortselbst bellen haben. Nachstehend veröffentlichen wir ein Verzeich- Hri der im Kreise Gießen vorhandenen geprüften Baum- harter und sehen Seitens der Grohh. Bürgermeistereien der iotnorte dieser Baumwärter baldigem Bericht darüber ent- j!g»a, wem in den betr. Gemeinden die Functionen eines t:«eiudebaumwartS übertragen find.
1. Jacob Lenz, Allendorf a. d. Lahn.
2. W. Kopf, Bellersheim.
3. Döring, BerSrod.
4. Müller, Bettenhausen.
5. W. Schmeel, Bettenhausen.
6. Jacobi, Birklar.
7. L. Albach, Burkhardsfelden.
8. H. Walther, Daubringen.
9 Gerlach, Eberstadt.
10. H. Pfeiffer, Ettingshausen.
Ein Diesseitiger.
Zum 50. Gedenktage Heinrich Zschokke».
7 am 27. Juni 1848. Don Dr. R. Schwartz.
(Nachdruck verboten.)
Nach Schiller soll Derjenige, der gerne etwa« Große« aicaren hätte, in einem Punk-e die stärkste Kraft sammeln, ßrithe, der Praktischere von Beiden, aber sagt: „We,: viele« töfeflt, wird Manchem Etwa« bringen. Zschokke hat litit« Große« gebären können, denn er war nur ein Talen , Ufa Genie, und er hat e« auch nicht gewollt. Seine Idee fl$r, Manchem Etwa- zu bringen, und darum brachte er gi ile«. Biele« aber von dem Vielen, wa« er brachte, hat V.um doch seimn bleibenden Werth und dem Namen Motte’« gebührt immerhin ein Ehrenplatz in der deutschen tmatur und im Herzen eine- deutschen Litteraturfreunde«.
Seine leicht geschriebenen, im innersten Kern reinen unb heiteren Dichtungen machten ihn länger al« ein Menschen- Mr zu einem der beliebtesten Erzähler und noch heute denke fehlen in keiner Schul- und umfangreichen HauSbiblio'h-k M unb Romane unb sonstigen (Wen. HU.«, L » We na.ü.lW. un « -
h- ithtafte Gestalt zu gewinnen, und dabei wurde für ote Mantaste ebensowohl, wie für Herz und verstand gesorgt, Li« man schließlich von den allerwenigsten Erscheinungen modernen Belletristik wird behaupten können. Ueberall
Ünl eine, mi. ,4 einige unb hei.e« WW.k L^fetacn Schristen, die mehr geben konnte, al« fie augenblicklich darbot, Alles mit gleicher Sorgfalt und Thetlnahme Mfaffend, durchdenkend und mit wahrhaft wohtthuender Äen-wärme gestaltend, nie fich erschöpfend und häufig sein Ziel, die Volksbildung, vor Augen haltend, neue Wege ’^Än7°.A.U»-u^W-tte unb W *x tobeutung breiteten ,einen Ruhm unb eine OUfiomteit weithin au«, unb darum ziemt e« fich wohl, fich srrner am heutigen Tage dankbar zu erinnern.


