Schulrath, der mit solcher Wärme und ohne jede ängstliche Verklaufultrung für die Sache der erweiterten Frauenbildung eintritt, verpflichtet zu fühlen.
Am zweiten Abend behandelte Fräulein Dr. Anita AugSpurg (München) da» Thema: „Zur Kritik der Frauenfrage" unter folgenden Gesichtspunkten. Ein historischer Ueberblrck läßt in der Frauenfrage zwei Perioden erkennen: Die materielle Noth, hervorgecufeu durch wirth- schaftltche Schiebungen, die Magenfrage, bedingen die ersten. Der Zeit nach viel früher zeigen sich die idealen Motive, wie fie z. 8, in England durch Mary Wollstonecraft, in Frankreich durch Condorcet, in Deutschland durch Hippel, Rahe! Levin-Malowa, v. Meysenberg u. v. a. vertreten werden. Die Brücke zu praettschrn Bethätigungen schlägt Luise Otto Peters, auf deren Initiative die Gründung de» „Allgemeinen deutschen Frauenveretvs" zurückzuführen ist. Die allgemeine Lage der Frau bleibt durch drefe löb- lichen Bestrebungen noch wesentlich unberührt. Ein Umschwung in der Auffassung der Aufgaben der Frauenbewegung, tritt nach Ansicht der Dr. AugSpurg erst durch die internationalen Congresse ein, welche persönliche, dtrecte Berührung der Frauen aller Länder und Austausch ihrer Errungen- schäften zu Stande bringen. Eine Umkehrung der Taktik erfolgt: erst das Große, dann das Kleine, erst daS Allgemeine, dann das Besondere, erst die gesetzliche Basis, dann die privaten Bedürfniffe. Die neuen Anforderungen liegen auf politisch-rechtlichem Gebiet. Durch unsere Zeir geht die Tendenz überall auf Heranziehung der Frau- ihre Arbeit kann jedoch nur fruchtbar werben, wenn durch RechtSgarantieu ihre Dauer und Passivität gesichert ist.
Daß Dr. AugSpurg auch die Ausübung de» passiven und acttven Wahlrechts für daS weibliche Geschlecht erstrebt, dürfte bekannt sein aus der Stellung, welche diese Borkämpferin in der deutschen FrauenfreZe bis jetzt eingenommen hat. Jedenfalls ist fie eine rhetorisch interessante Persönlichkeit, waS auch von Denen zugestauden werden muß, die, wie wir, nur eine Theilftrecke de» Weges, den fie eingeschlagen hat, mitgehen mögen.
Luxemburg, 24. Mat. Al» gestern Abend der Groß- Herzog sein Schlafzimmer betrat, glitt er aus und verletzte fich da» linke Hüftgelenk.
Paris, 24. Mai. Die „Aurore" meldet heute, Zola werde die Direktion des „Petit Journal" wegen eine» verächtlichen und verleumderischen Artikel» gerichtlich belangen.
Eadtz, 24. Mai. Hier lagern 50 000 Tonnen Kohlen. Wettere 100000 werden in allernächster Zeit erwartet, sodaß der Kohlenvorrath für die spanische Flotte gefichert ist.
Vermlscht-s.
* Allgemeiner Deutscher VerficherungS-Beretu in Statt- ßllrt. Im Monat April 1898 wurden 957 Schad en- fSIle regulirt. Davon entfielen auf die BetriebShaft- pfltcht'verficherung 427 Fälle und zwar 274 wegen Körperverletzung und 153 wegen Sachbeschädigung- auf die HauS- Haftpfltcht-Berficherung 38 Falle und zwar 30 wegen Körper- Verletzung und 3 wegen Sachbeschädigung- auf die Unfall- verficherung 434 Fälle, von denen 4 den sofortigen Tod und 10 eine gänzliche oder theilweise Invalidität der Der- letzten zur Folge hatten. Bon den Mitgliedern der Sterbekasse find 63 tu diesem Monat gestorben. Neu abgeschlossen wurden im Monat April 4502 Versicherungen. Alle vor dem 1. Februar 1898 angemeldeten Schäden der Unfall- Verficherung (incl. der Todes- und JnvaltdttätS-Fälle) sind bis auf die 120 noch nicht genesene Personen betreffenden Fälle erledigt.
* Die Erforschung der Nordlichter ist nach einer Meldung der Harvard-Sternwarte in Amerika durch photographische Erzielung de» Spectrum» gefördert worden. Im April vorigen Jahre» gelang es Edward King zum ersten Male, ein Spectrum von vier hellen Linien zu erhalten, über ihre Bedeutung innerhalb de» Spectrum» herrschte aber noch voll- komwene Unklarheit. Am 15. März d. I. erhielt man wieder ein Spectrum, diesmal mit zwei hellen Linien, und die Welleuläuge der helleren der beiden Linien wurde durch Der- gleich mit dem Sonneuspectrum auf 3892 bis 3925, die der zweiten Linie auf 4285 bestimmt. Ob diese Bestimmungen dazu führen werden, die Stoffe zu erkennen, von denen die Licht-Erscheinungen ausgehen, ist noch abzuwarten - jedenfalls ist ein erheblicher Fortschritt nach dieser Richtung gethan.
* 3öpse in der Universität. Die Controlle der zu Vorlesungen in der Berliner Universität erscheinenden Frauen ist in dem öffentlichen Colleg des Literarhistorikers Profeffor Erich Schmidt zum ersten Male geübt worden. Sechs Damen konnten ihren Berechtigungsschein nicht vor- weisen- der Profeffor gestattete ihnen jedoch den .Zutritt. Zwei recht jugendliche Mädchen aber mit langen Zöpfen, die eher in eine Schule als in die Universität gehören, wurden von den HauSbeamteu zurückgewiefen.
* Die Hygiene im Sifenbahnzng. Da in jeder Reise- '«uson die Gefahr der Verbreitung der Tuberkulose durch Waggons nahe gelegen ist, so hat zur Verhütung von Krank- hettSübertraguugen da» Reichsgesundheitsamt verschiedene neue Vorschriften ausgearbeitet, die bei Reinigung der Eisen- bahnpersonenwageu und Wartesäle zu beobachten find. So empfiehlt fich, Plüsch und ähnliche rauhe Stoffe al» Wand- bekleiduug durch glatte Stoffe zu ersetzen, Sttzpolster find so herzustellen, daß fie aus dem Wagen entfernt werden und eine DeSinfectiov in strömenden Wafferdawpf vertragen können, auch soll der Raum unter den Sitzen ohne Schwierig, ketten gereinigt und desinficirt werden können. In Warte- sälen, in Fluren und Treppen find hinlänglich viele Spucknapfe aufzustellen und die Fußböden der Wartesäle täglich
naß zu reinigen. Die Verwaltungen der deutschen Eisen- bahnen haben fich nun bereit» diese Vorschriften zu eigen gemacht, sowie auch der österreichische Eisenbahumtuister einen Erlaß an die Südbahngesellschaft, al» derzeit geschäft»- führende Verwaltung der Eisenbahndirectorenconferenz, ergehen ließ, in welchem die Anbringung von Affichen in allen Personenwagen mit dem Texte angeordnet wird: „E» wird ersucht, nicht auf den Fußboden der Wagen zu spucken." Weiter wird empfohlen, in den Personenwagen bei jenen Zügen, welche bittet nach Kurorten für Lungenkranke verkehren oder in welchen dtrecte Wagen für solche Kurorte eingestellt find, tiefe, mit trichterförmigen Deckeln verschlossene und mit Wasser gefüllte Spuckuäpfe fix aufzustelleu. Bet den Persouenzügen dritter Klasse sollen überdies die Fußböden gelegentlich der inneren Reinigung der Wagen mit 5pCt. reiner Earbolsäurelösung abgewaschen werden.
* Der Hahn als Thurmkrönnng. Auf dem alten Holz- ktrchthurm des Dorfes Pari in bei Stargard i. P. hatte fich bis vor Kurzem ein Wetterhahn von so schöner Sttli- firung und straffer Zeichnung erhalten, daß er für würdig gehalten wurde, im Centralblatt der Bauverwaltung durch Abbildung der Nachwelt überliefert zu werden. DaS von Grund aus in Eichenholz aufgeführte Gerüst des ThurmeS zeigt die Jahreszahlen- 1612 und 1774. Die Entstehung unsere- Hahnes verweist man in das erstgenannte Jahr, wenn er nicht schon von einem früheren Kirchthurm stammt. Jetzt hat der Hahn bei einer Erneuerung der Spitze einem glatten, vergoldeten Kreuz weichen müssen, obgleich die bäuerlichen Mitglieder der Gemeinde tnsttuctiv von der Schönheit des alten Wahrzeichens ihres Thurmes durchdrungen waren. Neber die Bedeutung des Hahues als Thurmkrönung bringt unsere Quelle bei dieser Gelegenheit folgende interessante Mtttheiluvgev. Der Hahn auf den Spitzen der Kirchthürme soll nicht nur zum Schmuck und als Wetterfahne dienen, sondern er hat nach Biollet le Duc, der hierfür den im Be- ginne des 14. Jahrhunderts lebenden Scholastiker Guilielmus DuranduS als Zeugen ansührt, auch eine finnbildliche Bedeutung- er ist als Sinnbild des Prediger» anzusehen, der in dunkler Nacht wacht, der mit seiner Stimme die Schlafenden aus der Nacht der Finsterniß erweckt, der das kommende Licht, den Tag des Gerichts, und künftiger Herrlichkeit der- kündet, der fich dem Winde, wie dem Ansturm der Gottlosen entgegenwendet. Auch der Engländer Walstan dient Biollet als Zeuge für daS Jahrhunderte zählende Alter des Hahne»- denn Walstan sagt mit Bezug auf den Hahn der Cache- drale von Winchester: Hoch über der Erde sehe er die glänzenden Gestirne vor fich, beherrsche königlich die Stadt, begrüße al» erster und al» letzter daS Licht, widerstehe den Stürmen und winke dem fernen Wanderer entgegen. Nach Grimms Mythologie kann diesen Erkürungen des WrtterhahneS hiuzugefügt werden, daß nach GuibertuS (in seiner vita sua) >er Brauch der Anwendung auf Kirchthürmen in Frankreich chon im Beginne des 12. Jahrhunderts herrschte. Aber chon zwei Jahrhunderte früher erzählt Eckehard vom Ein- ,ruch der Ungarn in St. Gallen, daß zwei der feindlichen krteger auf den Glockeuthurm stiegen, um den Wetterhahn, den sie für golden und für da» Bild des örtlichen Schutzgottes hielten, herabzuholen. In letzterer Meinung mochte le da» Zusammentreffen des heiligen Gallus mit dem des Vogels bestärken. Nachdem der eine der beiden Krieger, ndem er mit der Lanze nach dem Hahn stieß, dabet den Halt verloren und fich zu Tode gefallen hatte, verließen die Ungarn da- Kloster, „quod Gallus, deus ejus, ignipotens sit“. ®« ist nicht ausgeschlossen, daß in diesem Ausdruck „ignipotens“ (feuergewaltig) die eigentliche heidnische Bedeutung des später christlich auSgelegten Sinnbildes sich verbirgt. Mit uraltem Zauberbrauch hängt es zusammen, daß ein Uebel
Feuilleton.
Frankfurter Brief.
(Origkmlbericht für den „Gießener Anzeiger".)
(Nachdruck verboten.)
Generalversammlung de» Vereins „Frauenbildung".
Dr. M. Die Stadt am Main, woselbst die norddeutschen und süddeutschen Interessen seit den siebziger Jahren stets einen gewissen Ausgleich erfahren haben, eignet fich vorzugsweise zu größeren Versammlungen. Vor nicht langer Zeit hat hier der Allgemeine deutsche Frauenverein getagt und dadurch sowie durch die regelmäßige Arbeit de» Frankfurter FrauenbildungSveretnS und de» Lehrertnueuverein» fanden die Damen, welche fich am 20. und 21. Mat zu geschäftlichen Sitzungen und öffentlichen Vorträgen vereinigten, daS Terrain bereits geebnet. Der Schwerpunkt der diesmaligen Zusammenkunft rühre auf den geschäftlichen Berathungen, die mancher iutereffante Resultat zu Tage förderten und jedenfalls für die Geschichte des deutschen Fraueuvereinswcsen» nicht belanglos bleiben werden.
Der Verein „Frauenbildung" zählt etwa 1500 Mit- 6l"der, die über ganz Deutschland verbreitet sind. Er hat seinen Hauptfitz zu Wiesbaden. Ortsgruppen bestehen in den Städten: Berlin, Frankfurt a. M., Königsberg i. Pr., Fret- B, Karlsruhe, Mannheim, Heidelberg, Hannover. " "^rebt Erschließung wissenschaftlicher Berufe und staatl cher Bildungüaustaltev für die Frauen und ist in seiner l m*‘ b“” «-"'«ruh» Madchengh-mafium ver- knüpft, das in Bälde von der Stadt übernommen werden ^rste. Sobald die Stadt den Verein von dem bis jetzt ge- l^eten Zuschuß^ zu der jungen Lehranstalt entlastet, sollen diese 2000 Mark für die Schaffung eine» Internats auf* von welchem mau sich einen großen moralischen Nutzen für die Schule verspricht. Denn wenn die nicht in Karlsruhe wohnenden Eltern die Beruhigung haben, daß ihre Kinder einer Obhut und Fürsorge übergeben werden können, für die der Verein gleichsam eine Garantie über
nimmt, werden manche Bedenken, welche gegenwärtig noch dem Besuch eines Mädcheughmnafium» im Wege stehen, wegfallen.
Auf der Frankfurter Generalversammlung hat fich der Verein „Frauenbildung" verschmolzen mit dem Verein „Frauenstudium", der sachlich und technisch die gleichen Prtuctpien vertritt und al» Morgeugabe 325 Mitglieder und 4000 Mark Verwögen brachte.
Herr Stadtschulrath Dr. Lüng en hielt den ersten öffentlichen Vortrag, der fich der Hauptsache nach in folgendem Gedankengaug bewegte.
Eine Parallele zwischen Knaben-Erziehung und Mädchen- Erziehung zeigt überall die Vernachlässigung der letzteren. Das tritt bezüglich der Volksschule allerdings nur insofern hervor, als die Bildung der Bolksschullehrerinuen der der BolkSschullehrer nicht gleichwerthig ist. Schlimmer schon stehtS um die schulentlassene weibliche Jugend bei dem Mangel an Fortbildungsschulen für Handel und Gewerbe. Ganz betrübend fällt der Vergleich aus, wenn wir unseren Blick den höheren Gesellschaftsklassen zuwenden. Die Gering- fügigkeit der Mittel, die vom Staat zur Verfügung gestellt und der Einrichtungen, die getroffen werden, haben in Verbindung mit dem mangelhaften Lehrplan die Zwitterstellung der höheren Mädchenschule hervorgerufen. Der vollständige Mangel an staatlichen Einrichtungen zur Weiterbildung nach der Schulzeit ist sehr zu beklagen. Einen Lichtblick gewähren allerdings die zahlreichen Schulprüfungen der Städte. Aber auch in den Bürgerschaften wird die Bildung der Mädchen bei Weitem noch nicht ernst genug genommen. Man hält sie nicht für möglich und nicht für n ö t h t g. Tiefere Geistesbildung ist nöthig für die zukünftige Gattin, die Mutter, da» alleinstehende Mädchen. Bo? Allem aber sind die Frauen Menschen, und bedürfen wir Männer als Menschen der Bildung, dann bedürfen ihrer auch die Frauen. Also müffen ihnen die Wege dazu eröffnet werden. Ein Weg führt durch das Mädchen-Gymnasium- daher schaffe und unterstütze man solche Anstalten mit dem Verein."
Dieser hat in der That allen Grund, sich dem Herrn
durch sein magisch geweihte» Bild unschädlich gemacht wird.' Mose» bekämpfte die Schlaugenplage durch ein eherne» Schlaugeubild. Vom Zauberer Birgtliu» wird erzählt, daß er in Neapel die Fltegenplage durch da» eherne Bild einer Fliege zum Erlöschen brachte. Wenn man fich vergegenwärtigt, daß das Feuer von altersher unter der Vorstellung de» rothen Hahues gedacht wird, so hätte man mit dem metallenen Hahnbild daS Hau» unter den eigenen Schutz de» Feuerdämon» gestellt, zur Abwehr jeglichen Brande» namentlich auch desjenigen, der als Blitz an- der Wolke bricht und gerade die höchsten Spitzen bedroht. Diese Erklärung würde auch auf den Erntehahn paffen, der in Nordwestdeutschland den letzten Erntewagen schmückt.
* Selbstmord eine» Studenten. Ein 24jahriger Student der Rechte hat fich auf dem Semmering an einem Staketenzauu der Villa Stlberer erhängt und gleichzeitig, während fich die Schlinge zuzog, einen Revolverschuß gegen seine rechte Schläfe abgegeben. Um Mitternacht wurde er von dem Bergfahrer Conrad aufgefunden. Der Selbstmörder ist der Sohn eine» angesehenen Wiener Kaufmannes. Der junge Mann war hochgradig nervö», hatte da» Elternhaus verlaffeu und war bei einer franzöfischen Familie in der Pelikangaffe al» Afterpartei etngezogen. Den ganzen Tag studirte er, kam nie spät nach Hause und hatte wenig gesell- schaftlichen Verkehr. Er war sehr ehrgeizig und wollte seine Prüfungen mit vorzüglichem Erfolge ablegen, weßhalb er oft von Morgens bis Abends, ohne zu effeu, seinen Studien ob- lag. Seinen WohnungSgebern klagte er oft über Kopfschmerz und Schlaflofigkett. Früh Morgens entfernte fich der Student aus seiner Wohnung. Als sein Zimmer aufgeräumt wurde, fand man auf seinem Nachtt.schchen einen Brief, in welchem er schreibt, daß er fich tödten werde und die Familie um Entschuldigung bittet, ihr Unannehmlichkeiten bereitet zu haben. Auf dem Couvert stand in franzöfischer Sprache vermerkt, daß die letzten Briefe an seine Angehörigen und Freunde im Schreibtisch zu finden seien. Außer an seinen Vater und seine Mutter hat er drei Briefe an Freunde und ein Testament zurückgelaffen. Auch darin erwähnt er, daß er nicht mehr leben könne
* Großherzige Stiftung zu Ehren eines Erfinder». Auf einem städtischen Festeffen in Bradford erklärte Lord Mashaw, daß er zur Gründung einer Anstalt, die zu Ehren de» Er- finder» des Maschinenwebstuhls und der Wollkäwmmaschtue, des Dr. Cartwright errichtet werden soll, einen Beitrag von 800000 Mark zu geben gewillt sei. Es wurde ein Comito gebildet, da» fich mit Ausarbeitung eine» Plane» für die beste Verwendung diese» Beitrage» und ferner zu erhebender Summen zu befaffen hat, um die Anstalt im Sinne de» genialen Erfinder» wirken zu lassen.
* Ei» sehr nachahmenswerthes Beispiel giebt soeben die Stadt Frankfurt. In richtiger Erkenntniß des Umstandes, daß unser edelste» und fleißigste» HanSthier, da» arbeitende Pferd unter dem an» dem Mittelalter stammenden „Marter- instruwent Peitsche" unsäglich leidet, und daß auch da» Publikum durch die alberne, altmodische und barbarische Peitschenknallerei auf da» empfindlichste belästigt wird, hat daS Polizeipräsidium daselbst in § 37 der Straßenpolizei- Verordnung da» Peitschenknallen einfach untersagt sowie den Gebrauch von Peitschen mit Knallschnur sogen. Schmicke verboten. Die Durchführung des Paragraphen wird auf da» strengste gehandhabt, sodaß man die Schutzleute daselbst eifrig bemüht sieht, die mit Schmicke versehenen Marterin- strumente zu beschneiden und die Zuwiderhandelnden zu votiren. E» wäre an der Zett, daß man allerwärt» dahingehende Schritte etnleitete, denn der Unfug, der mit der Peitsche getrieben wird, ist durchaus geeignet, die Aufmerksamkeit der Polizei, sowie der Thierschutzveretne auf fich zu lenken.


