Ausgabe 
26.5.1898 Erstes Blatt
 
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2. Die jeweilige Handelsbilanz des Landes. 3. Die Güte der Landeswährung. In letzter Beziehung konnte allerdings die Reichsbank helfend eintreten, und sie hat es, wie wir gesehen haben, mit großem Erfolge gethan. Wäre die Reichs- bank nicht so mannhaft für die Goldwährung eingetreten und hätte sie nicht dafür gesorgt, daß wir heute eine ganz prima Währung haben, so wäre unser Zinsfuß sicherlich noch erheb, lich höher. (Bravo!) Aber die beiden anderen Factoren stehen gänzlich außerhalb des Bereichs der Reichsbank, und nichts wäre thörichter, als die Reichsbank etwa dafür ver­antwortlich machen zu wollen, daß der Zinsfuß in Frankreich und England durchgängig niedriger als in Deutschland ist. Der Vergleich mit diesen beiden Ländern wird zeigen, wie verschieden die Ursachen in jedem der Länder sind.

(Fortsetzung folgt.)

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Gießen, 25. Mat 1898.

* SchulawtSRachrichteu. Seine König!. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 11. Mai den Rector der höheren Bürgerschule zu Grünberg August Fu l d n e r zum Lehrer an der Realschule zu Gernsheim, den Rector der höheren Bürgerschule zu Ober,Ingelheim Hermann Klingel- Höffer zum Lehrer an der Realschule zu Darmstadt, den LehramtSaffrsior Berthold Wei big zum Lehrer an dem Real­gymnasium und der Realschule zu Mainz, dir Lehramt-- affefforen Friedrich Kalbfleisch, Karl Wtßner und Karl Bogt zu Lehrern an. dem Realgymnasium zu Darmstadt, die Lehramtsasirfforeu Dr. Ludwig Schön, Dr. Richard Trapp, Ludwig Dietrich, Ernst Schterholz und Hein­rich Lucius zu Lehrern an dem Realgymnasium und der Realschule zu Gießen, den LehramtSaffrsior Dr. Friedrich Schmidt zum Lehrer an dem Ludwig«Georgs Gymnasium zu Darmstadt, den Lehramlsaffesior Ernst Seeger zum Lehrer an der Realschule zu Al-feld, die Lehramtsasirfforeu Konrad Neßling und August Messer zu Lehrern an dem Gymnasium zu Gießen, den provisorischen Gymnasiallehrer Richard Hölscher und den LehramtSaffeffor Dr. Anton Schlamp zu Lehrern an dem Neuen Gymnasium zu Darm­stadt, den LehramtSasieffor Dr. Heinrich Henkel und den Crplau Heinrich Hattemer zu Lehrern an dem Gymnasium und der Realschule zu Worms, die Lehromtsaffessoren Dr. Lorenz Schneider und Dr. Emil Schwarz zu Lehrern an dem Gymnasium zu Mainz, den LehramtSasieffor Dr. Hein­rich Schrohe zum Lehrer am Gymnasium zu Bensheim, den LehramtSasieffor Dr. Wilhelm Neuß zum Lehrer an der Realschule zu Wimpfen, den LehramtSaffeffor Dr. Fritz Dietz zum Lehrer an der Realschule zu Darmstadt, den LehramtSaffeffor Dr. Ernst. Kornmesser zum Lehrer an der Realschule zu Michelstadt, den LehramtSasieffor Hermann OSwald zum Lehrer an dem Gymnasium Fridericianum zu Laubach, den LehramtSaffrsior Dr. Eduard Lücken zum Lehrer an der Realschule zu GernShetm, den Lehrer an dem Gymnasium zu Büdingen Dr. Juliu« Jäger zum Lehrer an dem Realgymnasium, der Realschule und der höheren Handelsschule zu Mainz und den Lehrer an dem Ludwig- GeorgS-Gymnafium zu Darmstadt Dr. Karl Lindt zum Lehrer au dem Realgymnasium daselbst zu eruevneu.

* Erledigte Lehrerstelleu. Erledigt find: Die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle au der Gemeindeschale zu Airlenbach, Kreis Erbach. Dem Herrn Grafen zu Erbach-Fürstenau steht daS Präsentationsrecht zu derselben zu. Eine mit einem katholischen Lehrer zu be­besetzende Lehrerstelle an,der Gemeiudeschule zu Uffhoffen, KreiS Alzey. Mit der Stelle ist Orgauistendieust verbunden. Beide mit dem gesetzlichen, nach dem Dieustalter sich be­messenden Gehalte.

* Sitzung Großh. Handelskammer vom 17. Mai 1898. Anwesend die Herren: Koch, Balser, Heichelheim, Katz, Kraatz und Wortmanu. Der Kaufmännische Verein Al-feld hat von Interessenten die Mittheiluug erhalten, daß man an maßgebender Stelle die Absicht hege, für die Großh. Forstwarte eine Kleiderkasse zu gründen und aus derselben die Uniformen für die Forstwarte de- Großherzog- thum« durch einen Unternehmer in Darmstadt beschaffen zu lassen. Die Kammer stimmte mit dem genannten Verein darin überein, daß diese angeblich beabsichtigte Neuerung eine schwere Schädigung der Manufacturwaaren- und ConfectionS- geschäfre sowie deS Klelngewerbes im Gefolge hätte, um dessen Hebung man andrerseits eifrig besorgt ist und welches keine wettere Schädigung vertragen kann. Die Kammer be­schließt deshalb, in einer Eingabe Großh. Oberforstbehörde zu ersuchen, von der projectirten Gesammtvergebung an- den angeführten Gründen Abstand nehmen zu wollen. Der Centralvereiu der Deutschen Lederindustrie hat an den König!. Preußischen Herrn Minister der öffentlichen Arbeiten eine Eingabe gerichtet, betreffend die Versetzung von rohen Häuten und Fellen, gesalzen und getrocknet, aus der allgemeinen WagenladungSklaffe in den Specialtarif I. Die Kammer beschließt, diesen Antrag, der vom Ausschuß der Ver- kehrSintereffenten und der Ständigen Eisenbahntarifscommis« sion bereit- einstimmig befürwortet worden ist, zu unter­stützen, da sie in demselben ein Mittel zur Hebung der deut­schen Lederindustrie erblickt, welche durch die bestehende Tart- firnng zu Gunsten der au-ländtfchen Concurreuz in hohem Grade benachtheiligt wird. Der Contract der Canodi­schen Regierung mit einer Unternehmerfirma wegen so« fertigen Baues einer Can adischeu Aukon-Eisenbahn ist vom kanadischen Parlament verworfen worden. Im Haag findet vom 4. Juli bis 2. August l. I. eine inter­nationale Ausstellung für Müllerei, Bäckerei, Choco« lade-Industrie, Kochkunst und verwandte Gewerbe statt. Bor der Anknüpfung von Geschäftsverbindungen mit der Firma Alfonso A. RutiS in Sao Paulo (Brasilien) wird gewarnt. Mit Rücksicht auf die gegenwärtigen außer­ordentlich hohen Getreidepreise beschließt die Kammer, an Großherzogliche Regierung eine Eingabe mit dem

dringenden Ersuchen zu richten, den Hessischen Herrn Ge­sandten und Bevollmächtigten am BundeSrath veranlaffen zu wollen, bet Hohem BundrSrath für eine vorübergehende Suspendirung der Getretdezölle einzutreten. Die Eingabe ist mit sehr eingehender Begründung, die sich u. a. auf statisti­sches Material stützt, an Großh. Ministerium abgegangrn.

* Der 15. Deutsche Feuerwehrtag wird tu den Tagen des 9., 10., 11. und 12. Juli d. I. in CHarlottenburg abgehalten werden. Mit demselben soll eine Ausstellung ver­bunden sein, welche ein möglichst vollständiges Bild der Fort­schritte auf dem Gebiete des Feuerwehr- und RettungSwefeuS bietet. Da- Präsidium richtet die herzliche Bitte au alle jene Männer, welche in edler Selbstlosigkeit bemüht find, Leben und Gur ihrer Mitglieder vor Zerstörung zu bewahren, an dieser Bereinigung der deutschen Feuerwehren thetlnehmen zu wollen. Das Präsidium wird bemüht sein, allen Jenen, welche der Einladung folgen, den Aufenthalt in Charlotten- burg so angenehm wie möglich zu gestalten. Anmeldelisten find von dem HauptauSschuß, Charlotteuburg, Feuerwehr« dtenstgebäude, zu verlangen. Die Anmeldungen find bi« spätestens den 1. Juni 1898 unter Beifügung von Mk. 3.50 für jeden Theilnehmer an die Charlottenburger Stadt-Haupt- kaffe einzusenden, worauf das Uebermitteln der Theilnehmer- karte erfolgt. Die Theiluehwerkarte, veresrhen mit dem Namen deS Theilnehmers, berechtigt zum freien Besuche der Ausstellung und der geselligen Veranstaltungen, zum Eintritt bei den Versammlungen und Borträgen, sowie zum Genuß der seitens der Theater und sonstigen öffentlichen Institute gewährten Ermäßigungen. Jeder Theilnehmer erhält außer­dem gegen Vorzeigung der Theilnehmerkarte einen Führer, der daS WiffenSwerthe über die Sehenwürdigkeiten Char- lotienburgS und Berlins enthält. Für diejenigen Theilnehmer, welche bis zum 1. Juni 1898 ihre Wünsche in Bezug auf Unterkunft, sei eS tu Hotels, fei es in Privat- oder Maffen- quartiereu mittheilen, wird der Hauptausschuß, so weit irgend thunlich, Wohnung beschaffen, je nach Anspruch und Wunsch. Alle Zuschriften find portofrei an den HauptauSschuß deS 15. Deutschen FeuerwehrtageS in Charlotteuburg, Feuerwehr- dieustgebäude, zu richten.

* * Die Abonnements-Concerte unserer Regimeutsmufik nehmen tu der Woche nach Pfingsten rhren Anfang. Die anerkannt hervorragenden Leistungen dieser tüchtigen Musiker« schaar unter Mester Krauße'S bewährter künstlerischer Leitung verbürgen für diese Concerte wiederum neuen Genuß. ES ist zu wünschen, daß daS hiesige wufikltebende Publikum sich recht zahlreich am Abonnement beiheiligt, zumal die Concerte in dem schönen und beliebten StetnS Garten stattfinden.

* Befitzvechfel. Herr L. Reiß theilt uns mit, daß die Mitthetlung, er habe daS Birkenstock u. Schnetder'sche Haus tu der Nordaulage gekauft, nicht richtig ist.

* * Unfall durch Petroleum. In einem Hause der Frank- furterstraße gerierh heute Morgen daS Petroleum eines Petroleumherdes in Braud, die Flamme theilte sich dem Faßboden der Küche mit, und die Frau, welche das Feuer mit Waffer zu löschen versuchte, eS hierdurch aber naturgemäß nur umsomehr anfachte, erlitt an Händen und Füßen Brandwunden.

Eiubruchsdiebstahle. In verflossener Nacht wurden au verschiedenen Baustellen am SelterSweg die Arbeiter­häuschen erbrochen und daraus Eßwaareu und Kleidungs­stücke gestohlen.

* Streit. Eine auf dem OSwaldSgarten sich auf­haltende Haufirerfamilie gerieth gestern Abend in Streit, in Folge dessen ein Menschenauflauf entstand, dabei die Polizei einschreiten und einen jungen Mann und dessen Mutter in Haft nehmen mußte.

** Souderzüge. Die Etseubahndireetion Frankfurt läßt zu Pfingsten Sonderzüge auf den folgenden Strecken ver­kehren: Frankfurt-Wiesbaden-Niederlohnstein, Frankfurt- GteßcN'Kaffel, Frankfurt-Hanau-Aschaffenburg, Frankfurt- Bebra, Köln-Gießen, Gießen-Fulda und Gießen-Gelnhausen. Näheres besagen die Anschläge auf den Bahnhöfen. Die Reisenden werden ersucht, sich möglichst der Vor-Züge zu bedienen, die im FeiertagSverkehr den Anschluß fichrrer er­reichen al« die Hauptzüge. Arbeiterzüge, die sonst Montags verkehren, werden erst am PfingstdienStag gefahren.

** DaS Belegen der Tische und Stuhle in öffentlichen Localen bildet sich zuweilen zu einem großen Unfug aus. Es ist daher sehr angebracht, die rechtliche Seite dieser Unsitte, welche täglich beobachtet werden kann, einmal näher zu betrachten. ES ergiebt sich zunächst, daß daS Belegen ober Umlegen von Stühlen in Concerten, öffentlichen Bier- localen usw. keine rechtlichen Verbindungen für Dritte hat. Jeder Gast hat daS Recht, einen ihm zusagenden Platz zu benützen, gleichviel ob der betr. Stuhl umliegt oder ihm als besetzt bezeichnet wird. Nur in zwei Fällen ist ein Reservat­recht von Plätzen vom Gast anzuerkennen, wenn erstens nummerirte Plätze vorhanden und diese höher bezahlt find als andere, und zweitens, wenn der Wirth selbst Plätze oder ganze Tische durch aufgestellte Schilder als reservirt bezeichnet hat. (56 ist gut, die- bet dem überhaudnehmenden Belegen von Plätzen zu wiffen. Abgesehen davon, daß eS auch eine gesellschaftliche Unart ist, scheint eS geradezu beleidigend, wenn einzelne Persbueu alS Wache für einen Tisch mit zehn Plätzen auftreteo, der dann wie eine Oase in dem überfüllten Garren oder Saal dasteht, um endlich von zwei oder drei Personea wirklich oder unter Umständen auch gar nicht besetzt zu werden. Möge fich daS Publikum also niemals durch die umgekippten Stühle abschrecken lassen, sondern ruhig Platz nehmen.

Butzbach, 24. Mai. Heute fand in der neu hergerichteten und vor zwei Jahren in Anwesenheit deS HerreumeisterS deS JohauniterordeuS, Prinzregenten Albrecht von Braunschweig, festlich eiugeweihten schönen Comthurkirche zu Rieder- Weisel ein Johannitertag der hesfischen Abtheilung dieses Ordens statt. Nach dem OrdeuScapttel vereinigten fich die Ritter (ea. 26 Herren) zum festlichen Mahle im

tHessischen Hof" zu Butzbach. Nach Beendigung deS Fest- essens, an welchem auch der dirigirende Arzt deS Johanniter- | Hospitals zu Nieder Weisel, Herr Dr. Ohoacker in Butzbach, I sowie der OrdrnSgeistliche, Herr Pfarrer Bernhard in Nleder- Weisel, tbeilvahmeu, kehrten die Herren in ihre Heimath zurück. Mit dem gestrigen Tage besitzt auch Butzbach eine Stadt-Fernsprecheinrichtuug, wodurch die Mög­lichkeit geben ist, mit einer ganzen Anzahl Städte sich von hier an- in mündlichen Verkehr zu fetzen. Dar bis zu

drei Minuten dauernde Gespräch kostet bei 50 Kilometer Luftlinie Entfernung 25 Pfg.. bei weiterer Entfernung 1 Mk., für dringende Gespräche kommt die dreifache Gebühr zur Erhebung. Außer der Stadt selbst wurden noch vier hiesige Geschäftsinhaber, von welchen jeder Theilnehmer (außer der Sprechgebühr) jährlich 150 Mk. zu zahlen hat, an daS Telrphonnetz angrschloffeu. Innerhalb der Stadt find Ge» spräche zwischen den an daS Netz Aageschlossevev kostenlos.

Laubach, 23. Mai. Mit Wirkung vom 1. Juni wurde Herrn Statiovsvorsteher Jost die Borsteherstelle der Station Hungen übertragen.

Wippeubach, 23. Mai. Die in hiesiger Gemarkung liegende Mineralquelle wurde vor Kurzem von einer Gesellschaft zu Gießen und Wiesbaden um die Summe von 5000 Mk. angekauft. Umliegendes Gelände wurde ebenfalls^ das Quadrat-Klafter zu 4 Mk. 80 Pfg., von den Käufern erworben. Zur Zeit sollen erneute Bohrungen vorgenommen werden und steht zu erhoffen, daß bei der anerkannt heil­kräftigen Beschaffenheit de« Wassers ein Bad errichtet wird.

Darmstadt. 23. Mai. Finauzminister Weber Exc. gab in der Zweiten Kammer die Erklärung ab, daß die Ein­nahmen aus den Eisenbahnen im vorigen Jahre 650000 Mk° mehr betrugen als im Budget vorgesehen war.

Arheilgeu, 23. Mai. Eine unserer drei Hebammen, Frau Lücker, wurde gestern in der Ausübung ihres BernfrL plötzlich vom Tode ereilt. Auf dem Rückwege aus der Kirche mit einem Täufling auf den Armen, bat fie plötzlich eine Begleiterin, dieselbe wöge ihr das Kind abnehmen^ Kaum war dies geschehen, so sank Frau L. zusammen und war nach wenigen Augenblicken tobt DaS Hinscheiden der braven und in ihrem Berufe tüchtigen Frau wird ollgemein. bedauert.

Vermischtes.

* Bonn, 23. Mai. Zwei Touristen in Radfahrer­kleidung mietheten jüngst in KöuigSwinter zwei Pferde, um zum Drachenfels zu reiten. Sie schwangen fich auf die Gäule, vergaßen aber da- Wiederkowmen. Abends find die Reisigen hier bemerkt worden. Da der Telegraph sofort nach allen Richtungen hin gespielt hat, wird den Dieben die Berfilb-rung der Beute wohl erschwert werden._____________

OötteMeust in der Syssstoy

Freitag den 27. und Samstag den 28. Mai 1898: Wochenfest

1. Tag. Borabend 7« Uhr. Morgens 8®o Uhr Eon- firmatiorrsfeier, Abends 7«° Uhr.

2. Tag. Morgens 8»° Uhr, Nachmittags 4 Uhr, Festes- ausgang 9» Uhr.____________________________________________

Neueste Nachrichten.

Depeschen deS BureauHerold".

Berlin, 25. Mai. Der Sultan hat den beiden ältestem Söhnen unsere- Kaiser- anläßlich ihrer Confirmation den Jftar-Orden verliehen, und denselben durch den be­sonderen Abgesandleu Abdullah-Pascha überreichen lassen.

Rom, 25. Mai Der Leiter der ZeitungOffervatore Katholica" ist auf Befehl des Generals Pava verhaftet worden.

London, 25. Mai.Daily Mail- berichtet aus Was­hington, Mac Kinley habe erklärt, unter den jetzigen Ber- hältuiffen würde keine Expedition nach Cuba ge­sandt werden. Der Präsident ist sehr mißgestimmt über die Haltung der Truppen in den verschiedenen Forts.

London. 25. Mai. Das Unterhaus hat fich bis Ende Juni vertagt.

Madrid, 25. Mai. Bei Erdarbeiten fand in Sara­gossa ein Erdrutsch start, wobei vier Arbeiter begraben und als Leichen heröorgezogen wurden.

Madrid, 25. Mai. Die Regierung erhielt ein Tele­gramm von den Philippinen, wonach alle Insurgenten den Spaniern ihre Dienste angeboten haben, nm die Amerikaner zu vertreiben. (?)

Madrid, 25. Mai. Zum Minister des Auswärtigen wurde der Herzog von Almodorar del Rio ernannt, welcher bereits den Eid geleistet hat. Castello begiebt fich bereit- am SamStag wieder auf seinen Pariser Posten. Wie verlautet, haben die Amerikaner die Cabel zwischen Santiago und Guantanamo durchschnitten. Bom cubanischen Kriegs­schauplatz kommt über Jamaika die mit Vorficht aufzunehmende Meldung, daß das amerikanische Geschwader Havanna bom- bardirt. Der Erfolg der Beschießung sei noch nicht bekannt. El« in Madrid verbreitete- Gerücht will wiffen, daß ein zu weit vorgegangenes amerikanisches Kriegsschiff von den Strandbatterien kampfunfähig gemacht worden sei.

Madrid, 25. Mai. Ein officielleS Telegramm aus Havanna meldet, daß nur noch vier amerikanische Kanonen­boote bei Havanna fich befinden. Die übrigen amerikanischen Schiffe seien nach einem unbekannten Bestimmungsort ab­gegangen. In officiellen Kreisen zweifelt man nicht an der Richtigkeit deS Gerüchtes, daß in der Nähe von Haiti eine Schlacht stattgefunden habe.

San Francisco, 25. Mai. Auf den beiden Dampfern Australia" undCity of Sidney" sind Truppen- Verstärkungen für Admiral Dewey nach Manila ab- gegangen. ___________

WB. Havanna, 24. Mai. Der deutsche KreuzerGeier" geht auf Requisition des deutschen Consuls heute nach Veracruz, mit 20 bis 25 Deutschen und Schweizern au Bord, ab.