Ausgabe 
26.4.1898 Zweites Blatt
 
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Berlin, 23. April. Die Lommtsfiou des Abgeordnete«- Hauses zur Dorberathuug des Gesetzentwurfs, betreffend das Dtenstetuko«« en der evangelischen Pfarrer, nah« heute das ganze Gesetz au.

Berlin, 24. April. Wie dem »Verl. Tgbl." au» Parts gemeldet wird, sollte der bekannte frühere Berliner Rechts- anwalt Fritz Friedmann am 8. d. Mts. von der Pariser Polizei verhaftet werden. Er hatte aber offenbar vorher da­von Keuutuiß erhalten und ist nun seit dem 7. April aus Paris verschwunden.

Dresden, 23. April. Heute Bormittag find auch der deutsche und österreichische Kaiser zur Thetloahwe an den JnbtlSumS'Feterltchketteu hier eiugetroffen. Um 9/i Uhr erschien König Albert in einem vierspännigen Gala­wagen auf dem Bahnhofe, wo die Prinzen Johann Georg und Albert sich bereits etugefuodeu hatten. Der König trug die Uniform seines ostpreußtscheu Dragouer-Regiments. Im Gefolge befanden sich die Minister sowie die übrigen Spitzen der Staats- und städtischen Behörden. Kurz vor 10 Uhr lief der Hofzug Kaiser Wilhelm» in die Bahnhofshalle ein. Der Kaiser, welche sächsische Grenadier Uniform angelegt hatte, begrüßte König Albert tu herzlichster Weise, indem er ihm drei Mal auf Mund und Wangen küßte. Nach Ab­schreiten der aufgestellten Ehren-Compagnie begab sich Kaiser Wilhelm mit dem Prinzen Georg in einem vierspännigen Galawagen nach dem Schlöffe, während König Albert auf dem Bahnhöfe zurückblieb, um für den Empfang de» Kaiser» vou Oesterreich die Uniform zu wechseln. Um 101/, Uhr laugte Kaiser Franz Joseph an. Die Monarchen begrüßten sich ebenfalls auf das herzlichste. Kaiser Franz Joseph schritt ebenfalls die Front der Ghren-Lompaguie ab, worauf die Fahrt nach dem Schlöffe erfolgte.

Att-Urvd.

Wien. 23. April. Hiesige diplomatische Kreise erklären das Vorgehen Amerikas, welche» vor Ablauf der Ulti- matum»frtft die Feindseligkettea eröffnet und durch Weg­nahme eine» harmlosen spautscheu Handelsschiffe» etoeu Act der Kaperei begangen habe, al» gegen die Satzungen de» Völkerrecht» verstoßend.

Fiume, 23. April. Die hiesige Torpedo-Fabrik refüfirte eine Offerte der spanischen Regierung auf eine größere Partie ferttger Torpedo, weil die Fabrik sich ver- pflichtet, dieselben prompt an Japan zu liefern.

No«, 23. April. Infolge de» Einsprüche» vou Frank­reich umerblteb vorläufig die bereits beschloffene Ernennung eine» päpstlichen Vertreter» tu Koustautinopel und eines türkischen Vertreter» am Vatikan.

No«, 24. April. Hier glaubt man, daß die Verhand­lungen der Mächte betreff» ihre» Verhaltens während de» Kttege» und wegen der in dieser Beziehung zu erlaffeudeu Erklärung morgen zum Abschluß kommen werden. Die Frage, ob Kohlen al» Klieg»contrebande anzusehen seien, ist für Italien gegenstand»lo», da die vereinigten Staaten Kohlen- schiffe unter talteaischer Flagge in dem Vertrag von 1871 -u respectiren sich verpflichtet haben. Ja einem Privat- gespräch mit mehreren Abgeordneten erklärte der Minister des Aeußeren, Visconti Benosta, Spanten werde in feinem Falle auf die Kaperet verzichten, da die» fast da» einzige Mittel fet, Amerika empfindlich zu schädigen.

Pari»,23. April. Der Militär-Attachv der hiesigen spanischen Botschaft hat bei seiner Regierung um die Er- laubuiß nachgesucht, nach Euba abreisen zu dürfen.

Loudo», 23. April. Die spanischen Kriegsschiffe haben daS amerikanische Schiff Schenandoah, welches von San Francisco nach Liverpool mit Wetzen unterwegs war, erobert. Nach wetteren Meldungen haben die amerikanischen Schiffe bei Havanna den spanischen Paffagier-Dampfer New-York genommen. Ebenso eroberte ein amerikanischer Kreuzer da» spanische Schiff Garzia bei Luba.

Loudon, 23. April. In hiesigen Marine Kreisen herrscht allgemein die Ansicht, daß der amerikanische KreuzerParis" New Kork nicht erreichen werde.

Madrid,23. April. Der allgemeine Dertheidigungs- plan wurde in Havanna den drei Haupt-Fort» übermittelt. Iw Arsenal und allen Marine-Stationen Havanna» herrscht fieberhafte Thäctgkeit. Dabei platzte im Arsenal der Reffet einee Dyramo Maschine, wobei zwei Arbeiter getödtet wurden, zehn wurden verletzt.

Newyork, 23. April. Die cubanische Junta hat ver­sprochen, 40000 Gewehre und sechs Millionen Pa­tronen nach Cuba zu senden. Die Haltung der Insurgenten wird vou wesentlicher Bedeutung sein sür den AuSgang dc» Kriege».

Washington, 23. April. Wie verlautet, beabsichtigt der StaatSsecretär de» «eußern, Sherman, seine Demission eiuzureichen. Er soll diesen Schritt mit Gesundheit»rückfichten begründen.

Havanna, 23. April. General Blanco hat alle Be- schlüsse gegen die Issurgeuten zurückgezogen.

Ctcoto uM ptwtnsieae*

x. «rüuberg, 23. April. Ein junger belgischer Hengst, der schwerste bei Landelgestüt» zu Darmstadt, mußte heute hier wegen»ar:igkeit durch den Pferdemetzger Keßler au» Gießen geschlachtet werden.

Hnngen, 20. April. Heute beging Herr Medicinalrath Ur. Rouge seinen <0. Geburtstag, und wurden dem all-

JOd,6ercl,ll<n unb beliebten Herrn, der seit dem Jahre 1883 hier practicirt, von allen Seiten die herzlichsten Glück- wünsche dargebracht. Möge e» ihm vergönnt sein, diesen Tag noch recht oft bei bester Gesundheit im Kreise seiner Familie zu verleben. Bei dieser Gelegenheit sei erwähnt, daß der Großvater de» Herrn Medicinalrath», der ursprüng- lich in Straßburg Arzt war, in Folge der sranzöfischen Re- volution vou dort auSwanderte und in Lich AmtSchirurgu» wurde. Dessen Sohn, der Vater de» Herrn MedicinalrathS, |

wurde im Jahre 1819 dahier KreiSwundarzt, so daß also die Familie seit mehr al» hundert Jahren in hiesiger Gegend den ärztlichen Berus auSübt.

Bad-Nauheim, 21. April. Aagekommeu sind bis zum 21. April 1898 194 Kurfremde; Bäder wurden bi» zu diesem Tage gleich 1029 abgegeben. Zu derselben Zett des Vor­jahres waren 157 Kur fremde anwesend und wurden 889 Bäder gefertigt. N. Hess. volkSbl.

A Mainz, 24. April. Die Lohnbewegung im hiesigen Zimmergewerbe ist jetzt auf dem Punkt angelangt, der aller Wahrscheinlichkeit zu einem Steife führen wird. Die Meister haben e» nämlich abgelehvt, sich auf wettere Ver­handlungen mit den Gesellen eivzulasseu und mithin ist der in der letzten Veriamwlung der Gesellen gemachte Vorschlag, daS Gewerbegericht als EtuigungSamr anzurufen, hinfällig geworden. Nach dieser Haltung der Meister wird voraus­sichtlich morgen allgemeine Arbeitsniederlegung erfolgen. Der von der Mainzer Bäckertnnung als Folge der amerikanisch- spanischen KrtegSwirren angefündigte Brodaufschlag hat von heute ab begonnen, vorerst beträgt der Aufschlag für das vierpfündige Brod nur 3 Pfg., doch ist ein weiterer Auf­schlag bereit» in Aussicht gestellt. Daß ein AuSsterben vou Mainz vorerst nicht zu befürchten ist, läßt sich au» der Thatsache ersehen, daß bei der in der verflossenen Woche er­folgten Eröffnung de» neuen Schuljahre» in den hiesigen BolfSschulen allein 1200 Schüler und Schülerinnen zugegangen find. Der starfe Zugang kam so unerwartet, daß e» jetzt allenthalben an Schullocalitäten fehlt und eiligst neue Schul- flössen geschaffen werden müssen.

Marburg, 20. April. Wegen Majestätsbelei- digung hatte sich gestern vor der hiesigen Strasfammer der 30jährige Arbeiter Wilhelm Becker zu verantworten. Becker hatte im October v. I. in Nassenerfurth in der Kramer'schen Gastwirthschaft zu dem befreundeten Arbetter Rommel von seiner Militärzeit gesprochen und soll im Laufe des Gespräch» einen den Kaiser beleidigenden Ausdruck gebraucht haben. Als im März d. I. Becker und Rommel in einem Steinbruch arbeiteten und dabei der Schnapsflasche zusprachen, wurden sie von Rommels Ehefrau überrascht, die ihrem Mann wegen seine» Triofen» eine Scene machte unb bie Schnapsflasche zerschlug. Becker gerieth in Folge dessen in Zorn uob stellte bie Frau mit heftigen Worten zur Rede. Daraufhin benuncirte bie Frau, bie durch ihren Mann von der obigen Aeußerung Becker» erfahren hatte, diesen wegen Majrstät»beleidigung. In der gestrigen ver- Handlung wurde der Angeflagte, der an dem gedachten Abend sinnlos betrunfen gewesen sein will, zu zwei Monaten Ge- fangniß verurtheilt.

* BreSlav, 23. April. Bei Kleinaub in Südwest- afrika wurde der Gefreite Bünsch au» Bögeudorf (Kreis Schweidnitz) auf einem Patrouillenritt von Hottentotten er­schossen, wie der RetchSfanzler der Mutter des Gefallenen mittheilte.

* Nürnberg, 23. April. Jrn Städtchen Lauf erschoß heute, verrnuthilch tu einem Anfall von Geistesstörung infolge langjähriger Gelbsorgen, ber Chemtfer Anton Lehfauf seine achtzehnjährige Tochter, dann seine Frau unb zuletzt sich selbst.

e Noebseebader auf Sylt. Die Seebabebirection hat so- eben eineBeschreibung ber Nordfeebäber Westerlanb unb Wenningstedt auf Sylt" heraulgegeben, welche den Be­suchern dieser Bäder einen ebenso werthvollen Führer wie Ralhgebcr bietet. DaS mit mehreren hübschen Illustrationen, unter anderen da» tu friesischem Styl neuerbaute, in diesem Jahr zur Eröffnung gelangende LurhauS, anSgestattete Hand- liche Werfchen, in welchem sich auch Angaben über die kürzesten unb bequemsten Reiseverbiodungen von größeren Städten Deutschland» unb O.fterreich-UngarnS befinden, dient al» zuverlässiger Wegweiser in allen die Reise und den Aus- enthalt auf der herrlichen Insel Sylt betreffenden Angelegen- heiten unb ist in allen größeren Rctsebureau», Ausgabestellen für zusammeuftellöare Fahrscheinhefte, sowie von der See- badedirectton in Westerlaub gratis erhältlich.

e Preisausschreiben. 1000 Marf hat berDeutsche Sport- in Berlin für sein vierte» PreiSauSschretben auSgc- setzt, da» in der Angabe ber ersten drei Pferde im Henckel- Rennen zu Berlin am 9. Mai in der Reihenfolge, wie sie der Richter placirt, besteht. Al» Unterpreise gelangen 500 Marf und 100 Mark zur vertheilung, erstere für An­gabe der drei ersten ohne Reihenfolge, letztere für Angabe be« Sieger« allein. In noch höherem Maaße al» die bi», herigen dürste diese Preisbewerbung da» Interesse der sport­lichen Kreise in ganz Deutschland erwecken. Zur Theilnahme berechtigt ist jeder Abonnent be« Blattes,- Schlußtermin für die Einsendungen ist der nächste Montag, der 2. Mai.

* 6i® betagter Walfisch. Der amerikanische Walfisch- sahrerBaluga" au« New York erlegte bei der Heimkehr au« dem Beringimeer einen riesigen Walfisch, in dessen Fleisch man eine Harpune entdeckte. Bei näherer Besichtigung er­gab sich, daß die Harpune den NamenMontezuma" trug. DerMontezuma" war ein Schiff, da« während De« Secession«, kriege» von der amerikanischen Regierung gekauft worden war, um mit anderen alten Schiffen bei einer Blockade verwandt zu werden. Seit jener Zett war e» nicht mehr auf den Walfischfang au-gesahren. Der schleppte also die Harpune schon seit etwa fünfzig Jahren mit sich herum, als ihn sein Geschick ereilte; ein bemetkenSwerthesZeugniß von der Ledens- zähigkeit dieser gewaltigen Thiere.

* Bezahlte Brautjungfern. In den vereinigten Staaten ist jetzt Mode, die Ehrendamen, bie, wie üblich, eia junge» Brautpaar zum Altar begleiten, mit klingender Münze zu entschädigen. Dievrautjungfernschaft" ist also einfach ein Geschäft geworden. Bei einer Hochzeit, die in New-Uork stattfand, gab c» 15 Ehrendamen, bie sämmtlich bezahlt ! wurden. Außer prachtvollen Toiletten, die der Brautvater .

«fertigen ließ, erhielten sie eine Entschädigung von je 30 Dollar» (120 Mark) dasür, daß sie im Hochzettszuge erschieuen. Eine Dame, die wegen ihrer blendenden Schön- heit sehr gesucht ist, hat bereit« bet mehr als 200 Trauungen al« Brautjungfer ftgnrirt und sich in kurzer Zett ein Brr- mögen erworben, ganz abgesehen von den zahlreichen und kostbaren Geschenken, die sie erhiett.

Der technische Ausschuß für die Vorbereitung des 4. deutschen Feuerwehrtages in Charlottenburg hat da« Programm der gelegentlich ber Ausstellung zu ver­anstaltenden Prüfungen von Feuerlöschgeräthschasten festgestellt. - Außer diesen Prüfungen find fachtechnische Vorträge in Aus- t sicht genommen, welche sich vornehmlich mit den in neuerer , Zett gesammelten Erfahrungen auf dem Gebiete des Feuer-

; löschwesen» und der Feuerficherhett befassen. Josbesoudere - wird behandelt werden die Frage der feuersicheren Baucon- ffrnctionen. Zur Erläuterung dieser Untersuchungen werden « feuersichere Constructionen auf dem AuSstellnngSplatze errichtet t werden.

* Wenn «o« i, Afrika Zahnschmerzen hat. Ist e« schon > in Europa nicht angenehm, von Zahnschmerzen geplagt zu i werden, so ist dies in Südafrika ein noch weit fraglichere» Vergnügen. Der großen Entfernung wegen muß man neue» ' lich sich bei dem Zahnarzt immer drei Monate vorher i anmelden. (?) Hat ein Schwarzer also im DecemberZahn- i schmerzen, so kann er im günstigsten Fall hoffen, im März i davon befreit zu werden, d. h. fall» er sich nicht vorher be- - reit» vor Schmerz den Kopf au einer Wand etngeronnt bat, ober, wa» auch Vorkommen soll, fall» die Zahnschmerzen bi» dahin nicht von selbst aufgehört Haden. Der Dentist ist übrigen» in Afrika äußerst angesehen und kann sehr viel Geld verdienen, denn sonderbarer Weise finden die Schwarzen e» höchst angenehm und vergnüglich, sich einen Zahn ziehen zu lassen. Andere Länder, andere Sitten.

* tiae gefährliche Engelmacherin hatte sich kürzlich in der Person ber früheren Mtrth»srau UrbanSka vor dem Schwurgerichte Gnesen wegen Mordes zu verantworten. Die Angeklagte nahm in ihrer beschränkten Wohnung viele Säuglinge in Pflege, denen sie bie schlechteste Behandlung angedeihen ließ. Die armen Kleinen lagen in einen Kasten ohne Deckel, welcher voll Würmer war. Wenn die Kinder nicht infolge der schlechten Pflege starben, wurden dieselben fürchterlich mißhandelt. Der jetzt zur Adurtheilung gelangende Fall hatte sich folgendermaßen abgespielt: Die Angeklagte stülpte über ein 1^/, jährige» Kind mehrere Betten und brückte dieselben so fest auf den Mund be» kleinen Kinde», bi» da»- selbe erstickte. Die Geschworenen bejahten nur die Schuld­frage wegen fahrlässiger löbtung unb ba« Gericht verurtheilte die Angeklagte zu ber höchst zulässigen Strafe von 5 Jahren Gefängniß.

CHeratur

Die Lehre von der Slectriciät und deren practifche I Verwendung von Ingenieur Th. Schwartze. Mu 153 Abbil­dungen. PretS 10 Mk. Berlag von I. I Weber in Veipiig. Dietz Buch ist in ber Absicht geschrieben worben, ben neuesten wissen­schaftlichen Ergebnissen ber Electriciiätslehre mit Rücksicht aut bie Electrotechnik R chnung zu traaen unb zum Theil eigenen Anschau­ungen be« Verfasser« Ausdruck zu geben. Der Versoff er ging von der Ansicht au«, daß an Büchern, welche bie Electriciiättzlehre tu der herkömmlich, n Weise behandeln, kein Mangel ist unb daß an der - leit« in ben Anschauungen über ba« Wesen ber Eleciiicttät von Seiten bebeutenber Eleciriker eine Umwälzung anaebabnt wttb, in­dem ernste Bedenken gegen gewisse übliche $egiiff«bilbungen unb Formeln ber Lehrbücher vielseitig erhoben werben. Der Verfasser stellte sich inöbefonbere auch die Aufgabe, bie Electricitättlehre tut Sinne Faradays in möglichste Ueb-reinftimmung mit ben allge­meinen physikalischen Grundsätzen zu bringen, intern unzweifelhaft in der Natur alle Vorgänge einem einheitlichen, einfachen Gesetz- thum unterliegen. Bet alledem haben die gegenwärtig noch Üblichen Anschauungen im practischen Thetle be« Buche« Berücksichtigung ae- funben, indem durch bie neueren Anschauungen nur bie Begriff«- bllbungen, aber keineswegs bi gebräuchlichen Regeln und Rechnung«- formeln der Electrotechntk beeinfluß werden.

Die rührige (Stuttgarter Berlagsfirma Strecker L Moser, welche schon einige Werke üc»er China au« ber Feder M. v. Brandt« auf ben Markt brachte, künbigl soeben ba« Erscheinen von zwei neuen Büchern an, bie sich eoenfall« mit dem fernen Osten be­schäftigen. Da« eine davon führt ben ole.oer heißenden Titel .Cfb« asiatische Wanderungen"'. Der Verfasser, E Oppert, hat nahe­zu zwanzig Jahre in Ostasien gelebt unb giebt in seinem, dem Oberbürgermeister Dr. I. G. Mönckeberg in Hamburg gewidmeten Buche eine Reihe von Skizzen unb Erzählungen, bie ein allgemeine» Interesse beanfprtidien hülfen. Ta« zweite Werk:8et>en»erinna- rungen eine» Japaners" in von dem io Tokro lebend«», ge­borenen Japaner I. Heco geschrieben unb von Oppert ins Deutsche übersetzt. E« schildert bie Entwickelung Japan« vor und nach ber Eröffnung Di« auf bie Neuzeit und ft- al« erste« derartige« auf b<m europäischen Büchermarkt cischeinende« We--k Interesse und Aufmerksamkeit erregen vielleicht taben wir später noch (Belegen* bett, auf diese beiden wichtigen Erscheinungen ausführlicher zurück­zukommen.

vr. Heinrich Rocholl, MilitSroberpsarrer unc vonsistorial- ratb in Hannover: Friede auf Erden, ein Predigt uch für ha« deutsche Hau« über freie Zejte. 498 S. Leipzig, (S. Strübing. 6 Mk. 1898. Dr. Rocholl, früher DwisionSpforrer in Köln a. Rh. unb in rheinisch n Kreisen sehr bekannt bmch seine vielseitige Thätigkeit auch in Volks unb Hrbeiterfntfen, ausgerüstet mit herz- anbrirgenber populärer Berebt'amkeit, ist feit mehreren Fahrer in Hannover al« Militä oberpfarrer ihäliq unb bietet dem deutschen H?ere unb Allen, die sie ar.n-.bir.en unb würdigen wollen, bie oben Smannte treffliche unb gediegene Gabe in 68 Predigten; fie sind lebermann verständlich, gut diSpsnirt, leicht faßbar. Militär- gerstliche haben sich der Kürze zu befleißigen, bau hat auch Dr. Rocholl getban; seine Predigten umfassen 'm Druck r icht mehr al« 78 Seiten. Sollte Jemand verhindert fern, an einem Sonn- oder Festtage den öffentlichen Gottesdienst zu besuchen: ber greife zu bleiern Rocholl- j scheu Predigtbuche: »Friede auf Erben*, und er wird etwa« von dem . Weh-n de« göttlichen FriedenSgeiste« an Gemüth unb (Serie ver- < spüren; die Gabe bietet gute dtblisch« unb christliche Gedanken. An« ber letzten Kirchenzeit seien einige schlichte Dttzpositionen hier bergciügt, z. B. am Palmionntag: Wa« hältst Du vom heil. Abend­mahl: E« soll Dir fetn: 1. ein Gebächtniß, 2. ein Gnaden, 3. ein ' Liebe«mahl. Am Ehartteitag: der gekreuzigte Erlöser in bet Mitte non zwei gekreuzigten Sündern: I. zur Linken der Spötter, 2. zur Rechten der Beker. An Ostern: die Ofterbotschaft auch für die > Kinder de« 19. Jahrhundert«: der Herr ist auferflanben: 1. die Schrift 1 bezeugt c«, 2. die Jünger haben« gesehen, 3. Du mußt e« erfahren in Deinem Innern. L.

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