Berlin, 24. März. Heute Bormittag fand in der Hedwig-- ktrche ein Requiem für d<u Herzog von Sagau statt. Demselben wohaten bei der Kaiser, die Botschafter vou Oesterreich-Uogarn, Italien, Rußland, Frankreich und England, die Gesandten von Bayern und Sachsen, sowie zahlreiche Herren und Damen der Gesellschaft.
Berlin, 24. März. Im Herrenhause wurden heute Petitionen erledigt. Nächste Sitzung SamStag. Aus der Tagesordnung steht daS NothstandSgesetz für Hochwasserschäden und kleine Vorlagen.
Berlin, 24 März. Das Abgeordnetenhaus setzte heute die Specialberathnng des Eisenbahnetat» fort. Am Schluffe des OcdinariumS befindet sich ein Vermerk, wonach von dem Ueberschufie von 380 M llionen, soweit er nicht zur Deckung eine- DeficitS im Staatshaushalt erforderlich ist, tn erster Linie ein außeretatmäßiger DispofitionSfond zur Vermehrung der Betriebsmittel, sowie zur Erweiterung der Bahnanlagen in Höhe von 20 Millionen Mark gebildet werden soll. Die Budgricommisfion hat für diesen DtSpofittonsfond 60 Millionen Mark festgestellt und bestimmt, daß dieselben zu Grunderwerbungeu und Vorbereitungen sür Bahnerweiterungen zu verwenden seien. Dieser Beschluß wird unverändert angenommen. Das Extraordinarium wird unverändert genehmigt. Nächste Sitzung SamStag 11 Uhr. Rest de» Etat» und das EtatSgesetz.
Berlin, 24 März. Die Stadtverordnetenversammlung beschloß heute auf Antrag Singers, gegen den Beschluß des Oberpräsidenten der Provinz Brandenburg zum 18. März, wonach derselbe den Beschluß der Stadtverordnetenversammlung, auf den Gräbern der Märzgefallenen einen Kranz niederzulegen, inhibirt, auf dem Gesetzeswege vorzu- gehen. Die Stadtverordneten Singer und Laugerhans begründeten diesen Antrag, al» einen Eingriff de» Oberpräfi- denten in die Selbstverwaltung. Die Stadtverordnetenversammlung habe mit der Kranzniederlegung durchaus nicht die Revolution verherrlichen wollen.
Berlin, 24. März. Der Gesetzentwurf betreffend Verbesserung des Diensteinkommens der Geistlichen beider Confesfioneu ist heute dem Abgeordnetenhause zugegangen.
Berlin, 24. März. Zur Affaire Grünenthal wird der „Poft" berichtet, daß die Wiederverhaftung der Wittwe Eng nun thatsächlich erfolgt ist. Es bestätigt sich, daß er fich bei dem Verfahren gegen Frau Eng um Kuppelei und Münzverbrechen handelt. Dem „Local-Anzeiger" zufolge hat es den Anschein, als ob die Behörde auch mit einer Fälschung von Banknoten durch Grünenthal rechne.
Kiel, 24 März. Die fünfzigjährige Gedenkfeier der schleswigcholsteinschen Erhebung von 1848 wurde Morgens mit Glockenläuten eingeleitet. Darauf erfolgte die Schmückung der Gräoer der gefallenen Achtundvierziger. Iw Ralhhaus war Festessen. Die Betheiligung der Eiuwohnerichast war trotz stürmischen Schneetreiben» allgemein.
Bremen, 24. März. Die Rettungsstation Laboe rele« graphirr: Heute wurde von der auf Auhaken gestrandeten, von Skensund nach Schönberger Strand bestimmten Macht „Dorothea", Capitän Schröder, eine Person durch da» Rettungsboot „Walther Wolfgang Ernst" gerettet.
Zerbst, 24. März. Ja dem Glückhtlfschacht bei Hettstedt wurden fünf Häuer verschüttet- zwei find tovt, drei schwer verletzt. Alle find Familienväter.
Köln, 24. März. Eine Freiburger Meldung der „Köln. BolkSzrg." dementirr die gestrige Nachricht, daß Bischof Dr. Komp die Wahl zum Erzbischof von Freiburg ablehnen werde. Komp habe die Wahl angenommen.
Anstand.
Brüssel, 24. März. Die internationale Zuck er - conferenz wird am 17. Mai zusammentreten.
London, 24. März. Man meldet die bevorstehende Veröffentlichung vou Aktenstücken au» der Hand Esterhazys, welche dieser an den deutschen Militärattache v. Schwartz- koppen geschickt habe.
London, 24. März. „Daily Mail" meldet aus Honkong, daß der Kreuzer „Deutschland" am 1. April nach Kiaotschau absegeln werde. Der britische Colonie veranstaltet zu Ehren de« Prinzen Heinrich einen Ball.
Cocales n«d protHnjteCte*
Gießen, 25. März 1898.
•* Militärdienstnachrichten. Stein, See.-Lt. vom Inf. Regt Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess) Nr. 116, eom wandirt zur Dienstleistung bei dem Militär KnabenerziehungS Institut in Annaburg, zum Pr.-Lt. befördert- Polh, Sec-Lt. vom 6. Großh. Hess. Inf Regt. Nr. 168, unter Versetzung in da» Jns.-Regt. Kaiser Wilhelm (2. Großh Hrff.) Nr. 116, von dem Commando als Erzieher bei dem Cadertenhause in BenSberg entbunden- Lindpaintner, Hauptmann und Eompagniechef vom Juf.-Regt von der Marwitz Nr. 61, in Genehmigung seines Abschiedsgesuches mit Pension und der Uniform deS Jnf.-RegiS. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hrff.) Rr. 116 zur DiSp. gestellt.
•• Stadttheater. Boa Wilhelm Huhn, dem ver- faffer de» neuen dreiactigen Schwankes „Ein Besuch im Panoptikum", welcher bekanntlich hier seine erste Auf« führnug erlebt, find bereits mehrere Werke an verschiedenen Bühnen mit Erfolg aufgesührt worden, so u. a. in Offenbach, wo der Verfasser augenblicklich als Beamter lebt, durch die Mitglieder des Hanauer Stadttheaters, in Aschaffenburg v. s. w. — Im Reftdenztheater zu Wiesbaden wird voraussichtlich in nächster Zeit ein neues Drama deffelben ver- faffer», „Die StandeSehre", zur Aufführung gelangen. Er ist ein spezieller Wunsch deS Herrn Huhn, daß sein neuester Schwank, „Ein Besuch im Panoptikum", hier in seiner Vaterstadt Gießen die erste Aufführung erlebe. Um die Aufführung in jeder Weise würdig vorzudereiten, hat die Direetion den Freitagsspieltag ausfallen laffen.
• •<? Theater-Verein. Der Vorstand des Vereins versendet soeben an seine Mitglieder ein Circular, welches sehr gut alS Rechenschaftsbericht aufgefaßt werden kann. Für die Me sten wird das Jutereffauteste die Siebente Vorstellung sein, welche den Mitgliedern ohne jede Zuzahlung geboten wird, sodaß denselben der Sperrsitz nur Mk. 2,00 pro Vorstellung gekostet hat. Wichtiger, als diese siebente Vorstellung, scheint uns die aus dem Bericht fich ergebende Thatsache zu sein, daß die Direetion Kruse-Helm in dem Theater-Verein eine wirkliche Stütze, eine unentbehrliche Garantie hat. In verfioffener Saison hat die Theater- Direction vom Theater-Verein für sechs Vorstellungen 3000 Mk. erhalten und außerdem noch 1200 Mk. für die aurwärtigen Gäste. Das war von vornherein verabredet und auf Grund dieser Sicherheit war die Direktion in der Lage, ein so gutes Personal zu engagtren, wie wir es diesmal gehabt haben. Wollen wir die Theaterzustände weiter beffern und pflegen, so haben wir Alle daran ein Jntereffe, den Theaterverein sich kräftig entfalten zu sehen, und daß in allererster Linie die Theaterdirection hiervon Überzeugt, daS zeigt uns die besondere Vergünstigung, die diese den Mitgliedern des Theater-Vereins zu Theil werden laffen will. Im Anschluß hieran wollen wir noch hinzufügen, daß der siebente Theaterabend, wie durch Inserate bereits bekannt, am Mittwoch den 30. März stattfinden wird. Die gesamwte Einnahme fließt ohne Abzug der Direktion Helm und Kruse zu. DaS gewählte Stück „Niobe" ist ein famoser, harmloser Schwank, in welchem Direktor Helm eine Glanzrolle hat.
• *cf Saalbav-Coneert am Sonntag den 27. März. Nachdem wir alle Nummern de» Programm» tn früheren Notizen mit unserem Visum versehen haben, wäre e» ungerecht, die letzte Nummer de» Quintett von Dvoiäk zu übergehen. Dvoiük ist, trotzdem er ein Urböbme ist, von Trautmann nicht unabsichtlich neben Brahms gestellt, eine gewiffe An- hänglichkeit und Abhänglichkrit Dvoiük zu Brahms ist unbestreitbar vorhanden und beide Meister haben nie ein Geheimniß au» ihrer gegenseitigen Werthschätzung gemacht. Brahms ist der Germane, Dvorük der Slave, da» sagt Alles und kennzeichnet die Klust, die Beide trennt- wo Brahms ties empfindet, packt der andere kräftig zu, auch wenn der Griff mal etwas zu hart wird. So ist denn namentlich Dvorük» Quintett op. 81 echt böhmisch national, von ausgesprochen slavischem Charakter. Gleich der erste Satz beginnt mit einem Thema im Siyle böhmischer Volksmelodien, eine Duwka (Elegie) bildet den zweiten Satz, ein Furiant (Tanz) den dritten- da» Finale schildert uns in leuchtenden Farben den Trubel eines böhmischen Volksfeste». Jutereffant fürwahr im höchsten Grade ist daS Quintett und da wir Deutsche niemals patriotische Beklemmungen haben, wenn uns daS Ausland Schönes und Prächtiges bringt, so soll unS auch der Böhme am nächsten Sonntag hochwillkommen sein.
♦ * hessische Seniuarien. In diesem Frühjahre sind an den drei hessischen Schullehrer-Seminarien zusammen 86 Schüler mit dem Zeugniß für den Eintritt in da» Volksschullehramt entlasten worden, und zwar in Alzey 25, tn Bensheim 24 und in Friedberg 37. Die Direktionen der bett. Anstalten find angewiesen worden, in den nächsten Jahren die DarchschnittSfrequenz der drei Semivarklaflen zu erhöhen, die mit dem Jahre 1900 des einjährig, freiwilligen Dienste« der BolkSschullehrer in Wirksamkeit tritt, und infolge dessen ein bedeutender Ausfall an Lehrkläften der Volksschule zu erwarten steht. Bekanntlich brauchten die Lehrer an Volksschulen seither nur acht Wochen zu dienen, eine Vergünstigung, welche die derzeitigen Zöglinge der dritten Srm'naikivfse bereit» nicht mehr genießen werden. Die Aufnahmeplüsungen an den drei Seminarien finden am Anfang der Charwoche, Montag den 4. April, statt. Junge Leute, die im 16. Lebensjahre stehen, können Aufnahme finden.
• • Bom verein hessischer Lehrerinnen znr Gründung eine» Heims ykb den „N. Hess. Volksbl." mugetheilt, daß da» von Sr. Königl. Hoheit dem Großherzog üderlaffeue Sommerheim in Auerbach a. d. B. den Mitgliedern de» Verein» von Beginn der Osterferien an bi» auf Weitere» offen steht. Anmeldungen wolle man an die Borfitzende de» Vereins, Karlsstraße 84 in Darmstadt, ergehen lasten.
♦ ♦ G. Bieberthal-Vahn. Im nichtöffentlichen Theil der gestrigen Sitzung der Stadtverordneten Versammlung wurde u. A. noch beschlossen, daS Jntereffe der Stadt Gteßen an der Fortsetzung der Kleinbahn Gießen—Bieber über Strup bad), Königsberg Hohensolms, Erda und Ntederweidbach bi» Bi chofftn anzurrkec.nen und danach dem geplanten Kleinbahn- Unternehmen auch die finanzielle Unterstützung der Stadt zu- zufichern, vorbehaltlich der Brweffung der Höhe der letzteren bei Vorlage der Bau- und FivanztrungSprojrcte für die Fortsetzung der Klembaho.
Rene Postkarten. Eine Serie von zehn Postkarten in netter Ausführung wird durch den Kunstverlag H. Noll heute in den Handel gebracht. Dieselben stellen die einzelnen Personen des hiesigen Theaterensembles dar und werden jedem Verehrer der Kunst und jedem Karieasammler recht willkommen sein. Die Karten find in sämmtlichen Papier- geschästen erhältlich, wo nicht, direkt bet obiger Firma. Außerdem find in obigem Verlage die so beliebten Mond- scheinkarten jetzt auch in zehn verschiedenen Sujet» vervollständigt und werden so eine schöne Zierde der Postkarten- Album» bilden.
♦ * GebraochSmuster-Siuttagnugeu rc. Acetylen-Werkstatt. Lampe mit drei nebeneinander liegenden Entw ckrlungSkam- mecn- Rudolf Welkoborsky, Gießen 22.1.98, W. 6445. — Mit auf der Innen- und Außenfläche der Gummihaut, auf diametralen Seiten angeordneten, Medicin aufnehmenden Taschen versehene» Doppelpeffar - Dr. Adolf Schwan, Gießen, 21. 1. 98. Sch. 7114.— Verlängerung der Schutzfrist. Eingelegte Stahl- oder Eisenschieuen rc.- L. Heyligenstädt, Gießen, 8.5.95, H. 4153. 16.2.98.
•• Die Zahl der Eiakommeustenerpflichiigen im Groß- herzogthum Hessen betrug 1896/97 in der 1. Abtheilung:
18 338, 2. Abth.: 215 377, zusammen 233 715- 1897/98: 18 941 resp. 221 637, zus. 240 578. Der Betrag der Ein- kommensteuer-Cop talien belief fich 1896/97: 1. Abtheilung: 19354695 Mk., 2. Abth.: 13 968 165 Mk., zusammen 33322860 Mk.- 1897/98: 19 334 875 resp. 14 394340 Mk., zus. 33 729 215 Mk.
• • Natioualfestfpiele. Der gestern in Berlin versammelt gewesene Vorstand de» Reich»ouSschuffe» sür die deutschen Nationalfefte beschloß von den zur Wahl stehenden Fest- orten, den Niederwald-RüdeSheim al» ständige Feststätte zu wählen. Die Wahl RüdeSheim» ist an die Bedingung geknüpft, daß die in Aussicht gestellte Gewährsumme geschafft, daß das Gelände vollständig und zu annehmbaren Preisen erworben werde und daß die zu treffenden Vereinbarungen die Zustimmung de» ReichSau»schuffeS und der Communal- ausfichtSbehörde erhalten. Der Vorstand hat den OrtSauS- schüffen der übrigen in den Bewerb um die Feststätte eingetretenen Orten sür ihre bisherige thatkrästige und opferwillige Mitarbeit an dem vaterländischen Werke den wärmsten Dank ausgesprochen. Die verdienstvollen Urheber dieser Pläne und eine Anzahl anderer Männer, die an der Sache hierbei hervorragend mttgcwirkt haben, wurden in den Reichsausschuß gewählt. Zugleich richtet der Vorstand an alle Deutschen deS In- und Auslandes die innige Bitte um einmüthige und vor Allem auch thatkrästige Förderung deS vaterländischen Unternehmens, da» nunmehr der Reichsausschuß für die deutschen Nationalfeste mit allem Nachdruck zu verwirklichen bestrebt fein wird.
• * Rückfahrkarten übet Ostern. Auf den Preußischen und Hessischen Staatsbahnen wird den am 29. März d. I und den folgenden Tagen gelösten Rückfahrkarten von sonst kürzerer Geltungsdauer verlängerte Gültigkeit biS einschließlich den 22. April d. I. beigelegt. Die Rückfahrt muß spätestens an letzterem Tage um 12 Uhr Mitternacht an- getreten und darf nach Ablauf diese» Tage» nicht mehr unterbrochen werden. Die gleiche Vergünstigung tritt auch ein im Verkehr mit der Croubergec-, Kerkerbach», Brölthaler- und Main Neckar-Bahn, der Sächsischen und Oldenburgtschen Staatsbahn, der Lübeck-Büchener, der Eutin-Lübecker, Mecklenburgischen Frredrich-Franz Eisenbahn, sowie im Verkehr mit den Holländischen und Niederländischen Bahnen. — Die direkten Rückfahrkarten nach und von Bidtschen, Bayerischen, Wülttembergischen, Psälz'schen und Stationen der ReichL-Eisenbahnen erhalten diele verlängerte Gültigkeitsdauer (bis zum 22. April d. I.) nur auf den Preußischen und Hessischen Strtck-n, während fich die Geltungsdauer auf den Strecken der vorgenannten Bahnen selbst nicht über Mitternacht des 10. Tages, vom LösungStage ab gerechnet, hinaus erstreckt.
• • Zum Festhalten. Nachdem vor einiger Zeit von der Eisendahndirection Berlin ein Personen wagen 4. Klasse probeweise mit Havdketten zum Festhalten für die in der Mitte leS Wagen» stehenden Reisenden ausgerüstet worden ist, hat der Etsenbahomintfler angeordnet, daß von mehrere« Eisenbahndirectionen je 60 Wagen 4. Klaffe in gleicher Weise auSzurÜsten sind, da fich die Einrichtung al« praktisch erwiesen hat.
• * Vakante Stellen. Bei dem bautechnischen Bürecm deS Großh. Heff. Mtnisterium» der Finanzen, Abtheilung für Bauwesen, findet ein akademisch gebildeter Ingenieur, welcher namentlich auch im Entwerfen von Eisenconstructionrn erfahren ist, Beschäftigung- ebenso ein in der Ausarbeitung von Entwürfen geübter Architekt Der Eintritt kann sofort erfolgen. Schriftliche Meldungen find unter Beifügung eines Lebenslaufe», der vollständigen Zeugniffe und unter Angabe der GehultSansprüche alsbald dem Großh. Htfftscher- Ministerinm der Finanzen, Abtheilung sür Bauwesen, vorzulegen. UeberzugSkosten können gewährt werden.
Darmst. Tgl. Anz.
• *R.S. ReichSgerichtSentscheiduug. (Nachdruck verboten.) Der StationSasststent von Alsfeld Ludwig Klingelhöfer wurde am 18. Dec^mber v. I. von der Strafkammer de» Landgerichts Gießen wegen fahrläffiger Gefährdung eine- EiseobahutransporteS auf Bahnhof Lollar zu Strafe bet» urtheilt. Der Angck.agte focht da» Urtheil mit dem Rechtsmittel der Revision an und rügte zur Rechtfertigung derfelbev Verletzung formeller und proceffualer Rechtsnormen. Der erste Strafsenat eitannte jedoch nach den Ausführungen und im Einklänge mit dem Anträge de» Reichsanwalts aus Verwerfung der Revision des Angeklagten und legte de» Beschwerdeführer die Kosten de» Rechtsmittel» zur Last.
? Staufenberg, 24. März. Bei der heute hier statt- gefundenen Bürgermeisterwahl wurde der seitherige Bürgermeister Stephan mit 84 Stimmen wiedergewählt. Die beiden Gegenkandidaten Heinrich Benzler und Ludwig Braun erhielten 12 Stimmen.
A Aus dem Vogelsberg, 24. März. Die Preiie für die fetten Schweine, die während de» ganzen Winter» so ungewöhnlich hoch standen, find nun wieder bemerkenSwerth zurückgegangen. Zur Zeit der höchsten Preisstufe zahlten Händler und Metzger 48 und 60 Pfennig für da» Pfund Lebendgewicht, jetzt wieder 42 und 41 Pfg. Daß oer hohe Preis für die Kartoffeln, da» Hauptfutter für Schweine, mttbestimmend ist für den Preisrückgang, laßt fich wohl an« nehmen. Man zahlt zur Zeit schon 7 Mk. für den Doppel- centner Kartoffeln. Wie indeffen der Kartoffelpreis fich stellen wird, wenn der Hauptverkauf stattfindet, d. i. zur Setzzeit, läß' fich jetzt noch nicht üb rfehen, jedenfalls aber nccht b'll'p.
Rkvchliche Anzeigen der Stadt Gietzen.
Evaagellsche Gemeinde Gottesdienst.
Sonntag, den 27. Män, Judica.
An Ver Stadtkirche
Bormittags 9*/, Uhr: Pfarrer Schlosser.
Bormittags 11 Uhr: Kinderkirche sür die MaithäuSgemeinde. Pfarrer Schlosser.


