find schriftlich an den Vorstand der Abgangsstation zu richten. Gleichzeitig macht sie jedoch darauf aufmerksam, daß für die Festtheilurhmer ab Gießen und Friedberg eia Soaderzug i« nachstehenden Fahrplan gestellt wird:
Gießen ab 7,50 Borw. Friedberg ab 8,24 Borm. Darmstadt au 9,35 Borm.
Ebenso werden die Festttheiluehmer au» dem Kreise Lauterbach und dem Schützer Land am 24. d. Mir. nach Darmstadt und zurück am 26. d. Mt»., mittel- Touderzüzeu befördert. Im Uebrigen werden die fahrplanmäßigen Züge, soweit erforderlich, verstärkt werden.
•* Der Extra-ug, welcher morgen früh 7 Uhr 50 Min. nach Darmstadt abgelaffeo wird, hält, wie mau un- mitthetlt, auch tu Großeu-Lindeu und zwar um 7 Uhr 57 Min.
DetaillistruVereiu. Den Bericht über die gestern Abend abgehalreue Sitzung des Detaillisten-Bereio- können wir Umstände halber erst morgen bringen.
*♦ Eäagerkravz Coueert. Ucber die Musik zu Racine» „Athalia", welche am Sonntag zur Aufführung gelangen soll, schreibt Kretschmar tu seinem Führer durch den Soucertsaal unter Anderem: „®a» die innere Natur der Athalta-Mufik betrifft, so hat sie von jeher die Herzen durch ihren Reich« thum schöner, weiche Empfindungen gewonnen. Aber auch geniale dramatische Gedanken durchblitzen die Partitur, und sie enthält ergreifende Muster moderner Situation-Malerei, namentlich gegen den Schluß de- Werke- hin: Die Stelle, wo die israelitischen Männer verabschiedet werden, die andere, wo in da- Gebet der Frauen von fern herüber der Lärm der Schlacht tzeretukltngt, vergißt kein empsängltcherHörer. Au- dieser • letzten angeführten Scene hat die Ouvertüre ihr feierliche- Haup moliv genommen. Um dasselbe herum entrollt sie Bilder der Aufregung und andere der herzigen Klage. Die erste Gesang-nummer: „Herr, durch die ganze Welt", besteht au- dret Sätzen, in deren Vortrag sich Chor und Soli theilen. — Die zweite Nummer, dramatisch den Punkt klöaeud, wo da» Erscheinen de- wunderbaren Kinde- die Herzen de- Volke» in einen neuen Kampf zwischen Furcht und Hoffnung wirft, beginnt mit Ehorrecitattven. Die beiden anderen Punkte, welche den gliederreichen Satz beherrschen, sind da- stellenweise eauonisch geführte, vom Chor aufgenommene Duett der beiden Solosvprane: „O, wie selig ist da- Kind", eine in reine Unschuld getauchte Idylle mitten im Sturm, und der gegen den Schluß der ganzen Nummer erfolgende Eintritt de- Chorales: „Verleih' uns Frieden gnädiglich." Auch in der dritten Nummer hat Mendelssohn vom Choral einen wundervollen Gebrauch gemacht. — Die vierte Nummer hat zwei Haupttheile. Der erste hat die Form der dreigliedrigen Arie. Erstes und dritte- Glied identisch, sind von einem zarten, elegischen Andante: „Ist eS Glück, ist e- Leid", ge« bildet. Die Mitte nimmt ein Wechselchor ein, in welchem Sopran und Alt Zweifel und Torge, die Männerstimmen kühne Hoffnung und Zuversicht au-sprechen. Im zweiten Haupttheil der Nummer vereinigen sich die beiden Chöre im milden Preise de- friedevollen, gläubigen GottvertrauenS: Eia Soloterzett von zwei Sopranen und Alt beginnt den schönen Abschnitt, welcher zu denköstlichsten und eigenartigsten Geschenken der Mendelssohn'schen Kunst zählt. — Die in dramatischer Hinsicht bedeutendste Nummer der Compofition, die fünfte, bildet in ihrem Haupttheil da- vocale Sritenstück zur Ouvertüre. Die Ungewißheit über den Au-gang des im Augenblick vor sich gehenden EntscheidungSkawPfrS, rettet sich in den Augenblicken, wo sie die höchste Höhe erreicht hat, in feierliche Gebete, die auf dem Motive ruhen, welche- gleich» fam al» musikalische» Motto für da» ganze Drama am Ein» gang der Ouvertüre steht. Die Nummer hat aber auch eine sehr schöne Einleitung: Die marfchmäßigen Wechselgesänge, unter denen die Krieger, vom Segen und von den Thränen der Frauen begleitet, abziehen. Sceuisch bis ins Kleinste an» fchaulich, ist dieser Abschnitt ein» der eindringlichsten Bilder der Athalia-Musik. — Die Tchlußnummer begnügt sich mit einer kurzen Repetition de» Emleimug-abschnitte» der ersten Cantate."
Briefe aus der Htesideuz.
Originalbericht für den „Gießener Anzeiger".
(Nachdruck verboten.) IV.
Au» dem Theater» und Coneertleben. — An» der Gesellschaft. Um Bortage der DeukmalSenthnllnug.
Da» Hauptereignttz in der Oper war vaS Gastspiel der FraneeSchina Prevofti, einer Künstlerin, die sich ja freilich in einem kleinen, festgeschloffenen Rolleakret» bewegt, der auch keinen Zawach» zu erfahren scheint, deren ,Traviata", „(Karmen", „Margarethe" man aber so wenig zu hören überdrüssig wird, al» einen je der Anblick der süßen, färben- prächtigen Bilder der venettaoischen Schule ermüden könnte, mag man sie auch schon so und so oft gesehen haben! Ton, Wort und Geberdensprache stehen jederzeit in völligem Einklang miteinander, und jener unbeschreibliche Hauch seelischer Schönheit ist e», welchen die Prevofti ihren Gestalten ein- haucht, der sie vor dem Aufgehen in leere Routine bewahrt und ihren Kunstgebildeu noch auf lange den Reiz der Jugend- frische garautirt. Aber auch stimmlich 'st sie in ihren Leistungen um keinen Grad zurückgegangen. Wohllaut, Wärme und Kraft eignet dem herrlichen, echt künstlerisch gebildeten Organ nach wie vor.
Ja die R^ihe der periodisch wiederkehrenden Concerte haben sich nunmehr auch populäre Abonnement»- Concerte im Saalbau gefügt, wie sie in anderen großen Städten schon seit länger mit Erfolg bestehen, da sie die Aufgabe haben, sinfonische und vocale Toufchöpfungen dem weiteren Kreise solcher Gebildeten, die nicht immer in der Lage ft ab, 3 bi» 4 Mk. für ein Elitecoucert zu zahlen, zugänglich zu machen.
° P. ktadttheater. Auf die Besuch»fluth vom Dieu-tag folgte gestern Abend Ebbe im Zuschauerranm. Wer aber den dreiactigen Schwank „Die Logenbrüder" nicht gesehen hat, hat nicht viel v'.rsäumt. Er bietet ein wilde- Durcheinander unwahrscheinlicher Scenen. Die beiden Autoren haben eS bei ihrer fabrikmäßigen Arbeit nur darauf abgesehen, daß um jeden Preis gelacht wird- sie gebrauchen zu diesem Zwecke starke, aber gröhtentheilS nicht einmal neue Mittel, bie aller Feinheit und Poesie natürlich völlig bar find. Entschuldigt werden die Verfasser freilich dadurch, daß fie mit ihren Tollheiten dem Geschmack von unzähligen modernen Theaterbesuchern, namentlich in den Großstädten, entgegenkommen. Die Schauspieler lösen bei einem solchen Stücke ibre Rollen am Besten, wenn fie möglichst drastisch nach dem Effect Haschen. In diesem Sinne spielten namentlich die Damen Kruse und Schuhmann, die Herren Liebscher, Köhler, Wildelmi und Walter. Herr Merker gab den Brückner, der die Einzelhaudlungev de» Stücke- notdürftig zusammenhäit, mit großer Gewandtheit. In der Rolle der Lulu Habelmanu betrat Frl. Agne» Isenburg zum ersten Male die hiesige Bühne und machte einen entschieden günstigen Eindruck.
*♦ btadttheater. Ucber den demnächst zur Aufführung gelangenden Schwank „Im Fegefeuer" schreiben die „Hannov. Tages-Nachrichten": „Vorgestern Abend, 8 Tage nach Beginn der neuen Spielzeit, brachte unser freundliche» Theater an der Marktstraße die erste Neuheit- eS war der dreiactige Schwank „Im Fegefeuer" („Der Brautstand") von dem jetzigen Direcior de» Wiener Raimund-Theaters Ernst Gettke und dem durch den Schwank „Dak hebe Gold" bekannt gewordenen Wiener Alexander Engel. „Im Fegefeuer" erlebte am Wiener Raimund-Theater om 3. März d. I. seine eifie Aufführung und hatte einen vollen Lacherfolg, besonder- durch Hansi Niese, die Darstellerin der weiblichen Hauptrolle, die denn auch in Berlin bei Gelegenheit de- Wiener Gastspiel- Ensemble- unter Graselli am dortigen Thalia-Theater im Juni d. I. dieses Stück zu langanhaltender Wirkung gebracht hat. L tzthin ist der Schwank „Im Fegefeuer" auch im Hamburger Thalia-Theater erfolgreich aufgeführt. DaS „Fegefeuer" bezeichnet hier die Zeit zwischen dem nüchternen Jung- gesellenlebev und dem Paradies der Ehe. Bei uns spielt die Handlung in Berlin (sonst in Wien). In Folge sehr komischer Situationen, vieler lustiger Einfälle und zahlreicher überraschender Witzworte amüfirte er da» Publikum gar sehr. Der Schwank wird sich wohl eine Zeit lang auf dem Repertoire behaupten."
* * Auf Louy» Bierkeller (C. Kruse) finden vom vächsten Sonntag, den 27. d. M., an mehrere Künstler- Sp ecia- litäten-Borstellungen statt. Zunächst ist Bäumer» VariLlö-Truppe au» Frankfurt a. M. engagirt. (Nähere» im Anzeigentheil d. Bl.)
* * Rascher Tod. Bei einer Felddieustübung zwischen Abtheilungen de» hiefigen und 168. Regiment» in der Nähe von Pohlgön» starb gestern plötzlich ein Soldat der 10. Compagnie de» hiesigen Regiment». Nach dem Ueber- springeu eine» Graben» stürzte derselbe lobt zusammen.
• • Zafammenstoß. Dtr Fuhrknecht eines hiefigen Oeconomen fuhr am Dieu-tag Abend, ohae den Wagen mit Laterne versehen zu haben, übermäßig schnell durch die W-st- anlage und rannte in den an der Haltestelle stehenden Omnibus hinein. Die Wagendeichsel stieß durch die Wandung de» Omnibus und streifte eine darin fitzende Dame, glücklicherweise ohne fie zu verletzen. Der entstandene Schaden wird auf 60 bi» 70 Mark geschätzt.
* * Glaserarbeit. In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch wurde der Student Friedrich Arens au» Mainz von einem Schntzmaune beim Zertrümmern einer GaSlaterne tu der Löberstraße abgefaßt. Eine exemplarischr Bestrafung wegen Sachbeschädigung wird folgen.
*• Angebrochen wurde in der Nacht vom 22. auf 23. d. Mt». in einer Wirthschaft in der Bahnhofstraße. Der Dieb erbrach den Automaten und die Waisenbüchse im Wirths- zimmer und entwendete den Inhalt.
Da» erste Concert der Serie, welche» am Montag stattgefunden, bedeutete gleich einen verheißungsvollen Anfang, da e» un» den schon lange nicht gehabten Genuß bereitete, Eugen d'Albert, unter dessen Händen da» Clavier ein lebende» Wesen wird, in seiner wunderbaren Beethoven- Interpretation zu hören. Seit dem Tode Bülow» und Rubinstein» ist unter den Pianisten wohl kaum Einer, der so den inneren Gehalt der Beethoven'schen Sonaten heran»- zuarbeiten weiß.
Die eigentliche Hochsaison de» Gesellschastsleben», verknüpft mit Hoffesten und Bällen, hat noch nicht begonnen. Nur der vom Alice Fran env er ein, Abheilung Waisenpflege, veranstaltete Saalbau-Bazar, der übrigen» die ganz hübsche Summe von 4000 Mk geliefert, gab unseren jungen Damen Gelegenheit, in der zur Rosenlaube umge- wandelten Bühne al» Sect-Blumenverkäuferioneu re. re. ihre» dankbaren Amte» zu walten. Die eben von Pari» zurück- gekehrten Herrschaften beehrten da» Fest durch ihre Anwesenheit. Von Pari» hat die Frau Großherzogin viele nrigiuelle Stickereien mitgebracht, welche die Schülerinnen der Alice-Schule fertigftellrn werden.
Auf Allerhöchsten Befehl mußte da» zur Einweihung de» Neubaue» der Victoria-Schule von Pfarrer (jetzt Professor) Carl Keil geachtete und von Concertmeister Wenzel Petr in Musik gesetzte Festspiel am Dienstag zum dritten Male wiederholt werden. Der Avdrang war auch diesmal ein so großer, daß nicht allen Wünschen nach EintrittSkartell genügt werden konnte.
An Blumen au »stellungen können wir e» in Darmstadt bald mit Frankfurt aufnehmen. Die von der Firma Roth in der Wilhelminenstkaße veranstaltete Chrh- santhemum-AuSstellung, für welche man in dem geräumigen Hof ein eigene» Zelt errichtet hatte, das in den späten Nachmittagtstunden sogar im elektrischen Licht erstrahlte,
Xu» bet Seif für Mt Seit
Vor 103 Jahren, &m 25. November 1795, wurde die dritte Theiluug der Republik Polen vollzogen, wodurch Polen au» der Reihe der Staaten vollständig verschwand. Preußen erhielt durch den Wiener Congreß 80000 Quadratkilometer mit 1000000 Einwohner, der Rest fiel Rußland zu, mit Ausnahme der 1300 Quadratkilometer proß-n Rrp rblik Krokau, die an Oefterreich kam.___________
Lttrchliche Anzeigen der Stabt Gietzen.
Evangelische Gemeinde.
In der Stadtkirche.
Vormittags 9'/, Uhr: Militärgottesdienft zur Feier des Geburtstages Ihrer Königlichen Hoheiten des Großherzogs und der Großherzogin. Pfarrer Dr. Grein.
Im Confirmandensaal, Neustadt 61:
Donnerstag den 24. November, Abends 8 Uhr: Bibelstuuve. 1. Cor. 13. Pfarrer Schlosser.
Gottesdienst in der Synagoge.
Samstag den 26. November 1898.
Vorabend 4») Uhr, Morgens 9 Uhr: Feier de» Geburtstages Ihrer Königlichen Hoheiten des GrotzherzogS und der Großherzogin, Nachmittags 3 Uhr, Sabbathausgang br-Uhr.
Gottesdienst der israelitischen Keligiousgesellschast.
Sabbathfeier ain 26. November 1898.
Freitag Abend 4*1 Uhr, Samstag Vormittag 8“ Uhr Ge burtstagSfeier Ihrer Königlichen Hoheiten des GrotzherzogS und der Grotzherzogin, Nachmittag 3 Uhr, Sabbathausgang 6« Uhr.
Nachmittag 2» Uhr Schrifterklärung in der Synagoge.
Wochengottesdienst Morgens 7 Uhr, Abends 4 Uhr.__________
Neueste Nachrichten.
Depesche» de» Bureau »Herold*.
Wien, 24 November. Nach einer BlättermeUnag steht eine Spaltung in der katholischen Bolkspartei bevor. Bei Annahme der gegenwärtigen Ausgleich» Vorlage werde ein Theil der Partei-Mitglieder aus der Partei au-treten.
Pari», 24. November. Bon verschiedenen Seiten wird berichtet, General Znrlinden habe Befehl gegeben, Picquart vor ein Kriegsgericht zu stellen, und zwar trotz de» Einsprüche» deS Krieg-ministerS Frthcinet, der die Entscheidung bis nach Beendigung der Verhandlungen de» Cassationshofe» auf- geschoben sehen wollte. Da» Kriegsgericht wird am 12. De- cember zusammentreten. Die Anklage lautet auf Fälschung, Benutzung von Fälschungen u. Mittheilung geheimer Documcne, welche die Sicherheit deS Staate» gefährden.
Pari», 24. November. Die verschiedenen Berlenm- dnng»-Processe, in welchen Picquart Klager ist und die heute zur Verhandlung kommen sollten, find auf Antrag de» Anwälte» Picquart» auf den 21. December vertagt worden.
London, 24. November. „Daily Mail" meldet au» Rom, daß zwtschm England und dem Dreibunde augenblicklich Verhandlungen schweben, nm eine Allianz zwischen England und den Dreibundmächten zu Stande za bringen.
London, 24. November. Au» Nord- und Nordwest- Englans werden heute Schneestürme gemeldet. Der Eisenbahn- und T?legraphen-Berk-hr war zeitweise gesperrt.
— Rauhe, kalte Luft hat immer einen schädlichen Einfluß auf die Haut! In dec jetztaen Jahreszeit ist es daher angereigt, sowohl gegen Frostbeulen, erfrorene Glieder, «8 auch gegen rauhe, spröde, rtssige und rothe Haut Vorkehrungen zu treffen. Die neue Cröaie JriS des Herrn Apotheker Walter Weiß, Berlin (früher Gießen) hat sich ganz vorzüglich gegen all diese Uebelftände bewährt und ist ärztlicherfeits anerkannt ein vorzügliches Mittel für T-int und Hautpfl-ge. Neue Cröme Iris ist ein wahrer HauS- schatz für die Familie, unb der billige Preis von Mk. 1 per Topf, und 20 unb 60 Pfg. per Tube ermöglicht, baß btefelbc in jedem Haushalt stets vorräihta gehalten werden kann. Neue Ctöme JriS ist beffer, billiger, sparsamer und bei Weitem angenehmer im Gebrauch als Gold-Cream, Glycerin, Vaselin, Lanolin rc. rc.
war wirklich in ihrem künstlerischen Arrangement unb gärtner- ischcm Werth so anziehend, daß ihr das rege Jatereffe, welche die hohen Herrschaften und da» Publikum ihr zu- wandten, aufrichtig zu gönnen ist.
vorläufig kehren sich alle Gedanken der Refidenzler de» großen Tag der DenkmalSenthüllung zu, an welche« Darmstadt wieder ein Mal Mittelpunkt dynastischer und nationaler Interessen sein wird. Die umfaffendsten Vorbereitungen find getroffkn, ein Festzug, hundertuvdelf Gruppen umfaffenb, wie man ihn hier nicht einmal bei bet 25jährigen Gebächtnißfeier von Seban gesehen hat. Bon einer Formirung be» Zuge» an einem Platze kann deshalb auch garnicht die Rede sein. Von verschiedenen Punkten der Stabt au» werben sich die einzelnen Abtheilungen bem Festplatze zu bewegen unb bort ihre in ber Festvrbnung vorgesehene Aufstellung finden.
Von hohem kulturhistorischen Jntertffr ist die Gruppe vier: Frauen unbMäbchen in oderhessischerTracht. Wer weiß, ob man in fünfundzwanzig Jahren noch eine ähnliche Gruppe an» bem realen Leben zustande bringen kann! Schon jetzt hat ba» Schwierigkeiten gekostet. Ob erb essen ist denn auch im ganzen Großherzogthum die einzige Provinz, welche einen Beitrag stellen konnte. In den anderen Provinzen hat der nivellirenbe Einfluß der städtischen Mode schon zu große» Terrain gewonnen. Jetzt besinnt man sich darauf, — e» ist der nämliche Trieb, ber burch ba» Anlegen von Jbiotiken die Dialekte zu erhalten strebt — bem An»- sterben der Laudestrachten vorzubeugen. So hat ja auch unsere Großherzogin eine Prämie au»gesrtzt, für olle die, welche sich noch „volksthümlich" kleiden, lieber da» Resultat werden wir ein ander Mal berichten. —ach.


