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4) Antrag auf Statut- !s.
Der Vorstaud.
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Nr. 250 Erstes Blatt.
Dienstag den 25. October
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Amtlicher Theil.
Hberhesssscher Hössöauverein.
AereiusvezirL Kießen.
Am Montag dem 31. October, Abends 8 Uhr,
findet tu Gießen tn der Restauration „Lass Ebel" eiue
Versammlung
mit folgender Tagesordnung statt:
1. Wahl eine» Obmann» für die Stadt Gießen.
2. Vortrag über die wichtigsten Schädlinge de» Obstbaume».
3. Vortrag über Obstvrrwerthuvg im Han»halt.
Referent für 2 und 8 der Secretär de» Ober- hesstscheo Obstbauverein», Herr R. Reichelt, Lehrer an der Großh. Obstbau- und laudw. Winter- schule Friedberg.
4. verloofuug vou Zwergbäumchen, Boschroseo, Erdbeerpflaozeu re.
Die Mitglieder de» Oberhesstscheu Obstbauverein», sowie sonstige Interessenten werden hierzu freundlichst eingeladen.
Gießen, den 20. Oktober 1898.
Der Vorsitzende de» Beretn»bezirk» Gießen de» Obrrhesfischen Obstbauveretu»:
Frhr. Schenck.
Das geplante Attentat auf das deutsche Kaiserpaar.
Bl» Zusammenfassung und Ergänzung der über den anarchistischen Mordanschlag gegen da» deutsche Raiserpaar mitgetheilten Angaben bringt die „Nordd. Allg. Zrg." folgenden, ihr amtlich zur Verfügung gestellten Auszug au» de« öericht de» kaiserlichen Eoosul» tn Alexandria: Nachdem die italienische Eousularbrhörde tu Alexandrien die dortige Polizei auf da» verdächtige Treiben einer größeren Anzahl dorthin grkommener Anarchisten aufmerksam gemacht hatte, ermittelte mau, daß diese Anarchisten eine Zusammenkunft tu Rairo gehabt unb beschlossen hatten, auf dem Mohammed Alt-Platz oder vor de« Lbdtu-PalatS bet der Ankunft bei Ratserpaare» ein Bombeoatteutat onSzuführen. Nach dem Bekauutwerden der Aenderung de» katierlichen Retseplane» hielten dieselben Anarchisten am 13. October Morgen» bet einem gewiffen Uga Partne in Alexandrien eine zweite Versammlung ab. Her wurde beschlofleu, die inzwischen angefertigteu Bomben statt nach Rairo nach Palästina zu schaffen, damit fie dort gegen die Majestäten verwendet werden könnten. Die Bomben sollten vou einem au» Triest gebürtigen Italiener, der fich kürzlich auf einem nach Palästina bestimmten Dampfer der Hhedivlau Steawshiv and Gravtug Co. al» Rellner hatte in Dienst nehmen laffen, am 13. Octoder Abend» an Bord 2tese» Dampfschiffe» gebracht werden, und zwar vou einem iletoeu Wetoschank au», deu Pariue seit zwei Jahren tu de« Stadtviertel Moharrembey tu Slexaudrtru hielt. Am 13. Oktober Abend» 7 Uhr begab fich der Leiter de» italieuischeu Konsulat», viceconsul Bardese, mit zwei Lawaffev, de« Volizeicommandameu Harrington Bey, dem Polizeiivspector Treve» und einigen Polizisten nach der Weinschänke. Parive war anwesend. Eiue Riste mit Bomben wurde bald gefunden. Marine gab an, er kenne den Inhalt der Riste nicht- ein »nbekanoter Araber habe fie gestern bei ihm abgestellt. Auf wettere» Drängen behauptete Partne, e» sei wohl Cognac in ter Riste und griff nach dem Hammer. An der unzweifel- tasten Abficht, fich und alle Anwesenden zu vernichten, wurde tr aber verhindert. Nach seiner Festnahme erklärte er unter wilden Drohungen, er sei Anarchist. Partne wurde tn Gewahrsam gebracht, die Riste tn Beschlag genommen.
Jo der Nacht vom 13. zum 14. Oktober worden acht Lheilnehmer der tn Rairo und Alexandrien abgehalteven Anarchistenzusawmenkünfte verhaftet. SS wurde festgestellt, daß der zur UeberfÜhrnng der Bomben vou Alexandrien nach Jaffa bestimmte Italiener nach der Ankunft in Jaffa den Dienst au Bord verlaffeu sollte, um deu ihm bereit» besorgten Dienst al» Rellner im Hotel Bristol anzutreten. Die Riste sollte unauffällig an» Land gebracht und i« Hotel Bristol fiir die zum Attentat eiutreffevdeo Geooffen bereit gehattev werden.
Am 14. Oktober Morgen» wurde in Alexandrien im Beisein de» deutschen Cousul» die bei Pariue beschlagnahmte Riste untersucht. Sie enthielt, sorgfältig tn Sägespäne ver- oockt und durch Holzstäbe vor dem Zusammen prallen geschützt, zwei gleiche Bomben. S» find die» zwei etwa 25 Ctm. hohe
unb tu der Mitte au»gebauchte Cyltnder von 7 Ctm. Durch- meffer. Der Boden hatte tu der Mitte einen Dnrchrneffer von 10 Ctm. Die Bomben find an» galvanifirtem Eisen und zunächst mit Zinkdraht umsponnen und mit Papier und Bindfaden umwickelt. Der eine Boden hatte In der Mitte eine Otffnung, au» der eine starke Zündschnur herau»staud. Jede Bombe wiegt 2180 Gr. Der Inhalt ist eine gelbe Maffe, die al» Rnallqueckfiiber festgestellt wurde. Da» Gewicht der Maffe beträgt 1050 Gr., außerdem waren darin 26 Stück fertige Revolve'Patronen starken Raltber» enthalten. Die Bomben konnten durch Entzündung oder Schlag zur Exploston gebracht werden. Man nimmt an, daß jede Bombe die Tödtung oder Verwundung von Personen im Umkreis von 50 Mtr. herbeigeführt hätte.
Graf Murawjew auf Reisen.
Die Reise deS russischen Minister» de» Aeußeren war zu Beginn in ein geheimnißvolle» Dunkel gehüllt. Der leitende Staatsmann deS Nachbarreicher tauchte urplötzlich in Part» auf, wo er mit den maßgebenden Persönlichkeiten cooserirte und auch vom Präsidenten Faure empfangen wurde. Man zerbrach fich vielfach die Röpse über den Zweck der Anwesen- bett Murawjew» tu der fravzöfischen Hauptstadt. Man brachte dieselbe zusammen mit den vergeblichen versuchen de» russischen FtnanzmtoisterS Witte, eine neue Anleihe auf dem Pariser Markt nuterzubringen, und meinte, Graf Murawjew hätte deu Auftrag, die Frauzoseu betreff» der BuudeStreue Rußland» zu beruhigen. Man war in dieser Beziehung bekanntlich etwa» mißtrauisch und kleingläubig getonten tu den maßgebenden Rreisen Frankreich», und hauptsächlich au» diesem Grunde hatte Herr Witte keine offenen Taschen bei deu Alltirteu gefunden. Wa» zwischen Murawjew unb den französischen Diplomaten verhandelt worden ist, entzieht fich selbstverständlich so lange der Renutniß der Oeffenilichkett, bi» der osfictöse Mund Aufschluß darüber gibt- Grund genug für eine gründliche Au»sprache der leitenden Staat»mSnuer war reichlich vorhanden. Schon die Faschoda Angelegenheit ließ eine Verständigung erwünscht erscheinen. England raffelt bedenklich mit bem Säbel und verhält fich überhaupt ziemlich provocirend. Wenn auch Frankreich bisher weise Mäßigung geübt hat, so gibt e» für diese doch eine Grenze. Und da ist e» denn nur zu natürlich, wenn zwischen den beiden Verbündeten Rußland und Frankreich — insbesondere Angesicht» der Friedensbotschaft de» Czareu — über olle EventnalttLten eine Einigung erzielt wird. Ohne zwingende Nothweodigkelt dürfte Frankreich kaum zum Schwert greifen In einem Augenblick, wo die Mächte fich vereinigen wollen zur großen Friedenskonferenz.
Da Graf Murawjew aber von Pari» nach Wien geht, so muß seine Reise einen mehr internationalen Zweck haben. AuS bem großen Apparat, welcher In Wien anfgeboteu wird — Raiser Franz Josef unterbricht bekanntlich seinen Aufenthalt in Ischl- der Minister deS Aeußeren, Graf SoluchowSky, und der russische Botschafter, Graf Rapnist, kommen nach Wteu — ist zu ersehen, daß Murawjew die österreichische Hauptstadt nicht nur all DurchgangSftation betrachtet, sondern auch dort einen hochpolitischen Zweck verfolgt. Daß über diesen letzteren auch die deutsche Regierung unterrichtet ist, dürfen wir gettost vorauSsetzen, und wir glauben, Graf Murawjew würde die deutsche Hauptstadt nicht links liegen gelaffen haben, wenn zur Zett der Raiser und der Leiter de» Auswärtigen Amt» anwesend gewesen wären, vorläufig können wir nur annehmen, daß die Reise Murawjow» mit der demnachstigen Frieden»conferenz znsammenhängt und einen informatorischen Charakter hat. Hoffentlich tragen seine Unterhandlungen mit den hauptsächlich in Frage kommenden Machten dazu bei, daß die Frieden»botschaft de» Czareu auch einen thatsächlichen Erfolg hat. (xx)
Deutsches Reich.
Berlin, 24. October. Prodvctton»-Statistik. Der Sraat»sekretär Graf v. PosadowSky hat, nachdem die Fragebogen zur ProductionSftatistik fast vollzählig etnge« gangen find, ihre Sichtung und die Verarbeitung de» darin enthattenen Material» angeordnet. In der Textilindustrie hat man für die Baumwollspinnerei, Wollkämmerei und Rammgarn. Spinnerei die vorläufigen Schlußergebntffe bereit» gewonnen und bearbeittt zur Zett die verschiedenen Zweige der Weberei, für die trotz der bebentenben Anzahl ihrer Rlelu- betriebe die Beantwortung, dank der opferwilligen unb um- sichtigen Bemühungen der Bertraven»mänoer au» allen Theilen de» Reich» ebenfalls nahezu den letzten Behieb umfaßt.
Gleichzeitig werden die Arbeiten für eine Reihe anderer In- , dustrtegruppen, so der chemischen, der SlaS-, Papier- und 1 Lederindustrie, der Reramlk u. a., gefördert- auch hier liegen die Schlußzahlen theilweise schon vor. Die übrigen Groppen werden nach und nach folgen. Während der Inhalt der einzelnen Fragebogen ausschließlich zur Renutniß der wenigen mit ihrer Bearbeitung betrauten Beamten kommt und i« Uebrigen strengsten» geheim gehalten wird, muß selbstverständlich da» Gesammtergebniß der Erhebungen in jedem Industriezweig bet der Veröffentlichung den detheiligten Commissionen de» Wirthschastlichen AuSschuffe» unb ben zu diesen zugezogenen Sachverständigen zur endgtltigen Beurtheilung vorgelegt werden.
— Deutschland und der Vatikan. Der nett den daticanischev Rreisen in Fühlung stehende Mitarbetter der „Poltt. Corr." schreibt au» Rom, 19. Oktober: Entgegen den Behauptungen gewtffer Journale ist man io den vatikanischen Rreisen Überzeugt, daß der Zwischenfall, der durch die päpstliche Ansprache an die französischen Pilger verursacht worden ist, die Beziehungen zwischen dem heiligen Stuhle unb der preußischen Regierung nicht trüben werde. Cardinal Rampolla hat diesbezüglich dem deutschen Geschäftsträger Herrn v. Bülow Erklärungen abgegeben, die geeignet sein dürsten, jede» Mißverständviß und die Empfindltchkett, die tu der deutschen Preffe infolge der erwähnten päpstlichen An- spräche zum Ausdrucke gelangte, zu beseitigen. Obgleich der Zeitpunkt der Ankunft de» Nachfolger» de» Herrn v. Bülow tn Rom noch nicht bestimmt ist, hofft man doch im Vatikan, daß der neue preußische Gesandte im Laufe de» Monate» December auf seinem Posten eintreffen werde. Wa» die Frage de» Protectorate» Über die Christen im Oriente betrifft, so legt man der jüngsten Ansprache de» Papste» eine Tragweite und einen Inhalt bet, die sie durchaus nicht besaß. Da» Protektorat Frankreich» bezieht sich auf alle jene kirchlichen Niederlassungen, welche einen universellen katholischen Charakter besitzen, wie die Wohnstätten von Missionären verschiedener Nationalitäten. Daß Nlederlaffungen von an»- schließlich deutschem Charakter unter deutschem Schutz stehen, ist selbstverständlich. Ja selbst wenn ein Deutscher, der in einer unter französischem Schutze stehenden Niederlassung fich befindet, wie immer angegriffen würde, kann zu seinen Gunsten stet» da» deutsche Protectorat gemeinsam mit dem fravzösi- schen in Wirksamkeit treten. Diele Auffassung de» fraozöst- scheu Protectorate» entspricht den Erklärungen, welche der heilige Stuhl in dieser Frage stet» zum Ausdrucke gebracht hat.
— Man schreibt auS Leipzig: Bo« 16. bis 18. October tagte hier die 14. Jahresversammlung des Deutschen Rirchen-Gesangveretn». Die Vertreter der 21 Landl»- und Provluzialveretne vereinigten fich unter dem Borfitz de» verdienten Oberhaupte», Geh. StaatSrath» Exc. Hallwach»- Darmstadt. Au» ben Verhandlungen heben wir hervor: ben Beschluß neuer Erhebungen tn Sachen der finanziellen und socialen Stellung der (Sanieren und Organisten, sowie einer Rundfrage nach den stiftnugSmäßig oder sonstwie fest- gelegten kirchenmufikaltschen Verpflichtungen der höheren Schulen. An Stelle de» Provinzialverbandes von Hannover hat fich in den letzten Tagen ein „niedersächfischer Chorver- band" coostttnirt, der außer Hannover auch Braunschweig, Oldenburg, die lipplschen Fürstenthümer und Bremen umfaßt. Nunmehr find nur noch zwei Lande vom Deutschen Rirchen- gesaogverein auSgeschloffen, — beide Mecklenburg. Uebrigen» gehörte bisher auch keiner der Leipziger Rirchenchöre zu« deutschen verband, wa» fich hoffentlich bald ändern wird. Da» Hauptreferat der Tagung behandelte deu „kirchlichen Charakter unserer Gesangvereine". Der Vortrag wird al» .Denkschrift" den Vereinen zugänglich gemacht. Außer den Sitzungen füllten da» Programm gotte»dieustliche Feiern, Concerte, Befichtigungen, und Leipzig hinterließ den Gästen viel große und förderliche Eindrücke. Theil» infolge besonder» schwieriger OrtSverhältnisse — Leipzig ist Pflegerin der absoluten, weniger der .angewandten" Musik, — theil» wohl auch wegen nicht ganz ausreichender Zurüstungen blieben die sog. »guten Rieife* der Stadt den Verhandlungen unb Versammlungen fern, fich auf die Theilnahme an ben kirchlichen Feiern beschränkend Sonderbar nahm fich vollenb» bie Abwesenhett der Stadtgeistlichkeit au», deren zahlreiche Genossenschaft (über 50 Häupter) nur einen Vertreter entsandte. Die große Bedeutung bet Rirchengesang»-Angelegenheit für Stadt und Land wird anscheinend noch nicht überall erkannt. Die nächstjährige Versammlung wird um Mitte Juli in Straßburg stottfinden.


