erzeugnisse am geeignetsten" (2 Std.). Prof. Dr. Ramm- PoppelSdorf-Bonn. — S a mst a g den 5. Februar, 9 bis 2 Uhr: „Rtudviehzucht oder Milchwirthschaft" (1 Std.). Landwtrrh- schaftslehrer Letthiger-Alsfeld. „Fortschritte auf dem Gebiete der Fütterungslehre": a) Allgemeine FütterungS- grundsätze" (1 Std.), b) „Kritik der Futtermittel, mit be- foaderer Berücksichtigung der Milcherzeugung" (1 vtd.). Prof. Dr. Ramm» PoppelSdorf-Bonn. — Nachmittags von 3 bis 5 Uhr finden jeweils DiscusfiooSstunden statt. Eine starke Betheiligung an dem durchaus zeitgemäßen Unter- nehmen wäre sehr erwünscht, zumal die Theiloehmergebühr mit 5 Mk. eine so mäßige ist. Bis jetzt find ca. 50 Anmeldungen erfolgt.
* Der laudwirthschaftliche Bezirk» Bereiu Gieße» hielt am Freitag auf „LonyS Bierkeller" eine sehr gut besuchte Versammlung unter Vorsitz deS Herrn Rechtsanwalt RegierungSrath a. D. Jost ab. Die nach Begrüßung der Erschienenen, u. A. der Herren Provtnzialdtrector Geheimrath Frhr. v. Gagero, RegierungSrath Dr. Wallau, Landwirth- schaftSlehrer Leithiger-Alsfeld und Dr. v. Peter-Friedberg folgenden geschäftlichen Mittheilungen betrafen den gemeinschaftlichen und durch den Verein vermittelten Bezug künstlicher Düngemittel, die von mehreren Firmen angeboren worden, ferner Zuwendungen auS den Mitteln des Vereins zu verschiedenen Zwecken. So wurden u. A. an vier Per- sonen, die sich zu Obstbaumwärtern ausbtldeu wollen, je 100 Mk. bewilligt, als Unterstützung zu den Kosten eines zehnwöchentlicheu Besuchs der Obstbauschule zu Friedberg- die Namen der auf Befürwortung ihrer Bürgermeistereien für diese Zuwendung für würdig Erachteten sind: Hetnr. Weil und Hermann Kammer tu Obbornhofen, Ludwig Damm in Rödgen und Herm. Nuhn tu TreiS a. d. Lda. — Die Zuweisung einer Subvention an die Ziegenzuchtvereine Wieseck und Gießen (ein Gesuch de» letzteren lag auch noch nicht vor) wurde mit Rücksicht darauf, daß dieselben bereits aus der Kaffe des ProvinzialveretnS Zuschuß erhalten, abgelehut, dagegen dem Ziegeubockhalter in Lumda wegen des ihm durch Eingehen zweier Thiere entstandenen Verlustes eine Zuwendung von 15 Mk. bewilligt. — Dem Geflügelzuchtverein Gießen, der Mitte März in Gießen eine Geflügelausstellung veranstaltet, wurde nach Befürwortung durch Herrn Geheimrath v. Gagern zur Prämtt- rung eine Zuweisung von 50 Mk. bewilligt in der von Herrn LandwirthschaftSlehrer Leithiger betonten Voraussetzung, daß der Verein besonders die Förderung der Nutzgeflügelzucht sich angelegen sein läßt. — Hinsichtlich deS Bezugs von Saatkartoffeln auf gemeinschaftliche Rechnung gab der Vorsitzende Kenntniß von den etngegangenen Offerten und Herr Leithiger theilte mit, daß die Sorte „Professor Märker", nach den damit angestellten Versuchen, bisher befriedigende Ergebnisse io Bezug auf Menge und Güte gezeitigt. Die Versammlung erklärte fich damit einverstanden, daß e» dem Vorstände überlassen werden solle, geeignete Sortenwahl zu treffen. — In dem nun folgenden Vortrage des Landwirth- schaftSlehrers Leithiger wurden den Anwesenden werthvolle Aufschlüsse über die Wirkung, die Anwendung und Zusammensetzung der künstlichen Düngemittel gegeben. Der Vortragende betonte, daß, um dem Boden die höchstmöglichen Erträge an Früchten abzuringen, auf die Anwendung künstlicher Düngemittel Hauptwerth gelegt werden müßte, ohne deshalb den Stalldünger den ihm innewohnenden Werth abzusprechen- er warnte vor allzu starker Anwendung der verschiedenen Mineraldünger, als Durchschnitt könne man 10 bis 12 Ceutner per Morgen Kalk annehmen uod die Düngung nach einer Reihe von Jahren wiederholen. — Den hierauf folgenden Punkt der Tagesordnung: Errichtung einer Molkerei in Gießen, leitete Herr LandwirthschaftSlehrer Dr. v. Peter- Friedberg mit einem lehrreichen Vortrage über die Beschaffenheit der Milch und ihre Behandlung unter Vorführung eines Apparates zur Festsetzung des Fettgehaltes der Milch ein. Wenn eineStheilS das wirthschaftltche In- reresie des LandwtrtheS es gebiete, aus dem Müchviehstande den größtmöglichsten Nutzen zu ziehen, so stehe auf der anderen Seite das Jntereffe der Consumenten, der Stadtbewohner, die ein Recht darauf hätten, daß ein so wichtiges Nahrungsmittel wie die Milch, ihnen in guter Beschaffenheit geliefert werde- er gab der Ueberzeugung Ausdruck, daß die Jntereffen von Stadt uod Land fich gut vereinigen ließen - unberechtigt und entbehrlich sei besonders der Zwischenhandel- Produzent und Consument wüßten in directen Verkehr zu einander treten. Die Qualität der Milch solle nur auf Grund vorgenommener Mischung und nicht nach den ein« zelueuThteren beurtheilt werden- die Milch solle ein spezifisches Gewicht von 1,29 bis 1,33 und nicht unter 3 pCt. Fettgehalt haben. Vorbedingung zur Gewinnung einer guten Milch sei die Haltung guten Viehes, wer diese erfülle, fahre besser, als wenn er die Milch zu verbessern suche- Qualitätsunterschiede -wischen Morgen- und Abendmilch erfordern ebenfalls deren Mischung- stickstoffretcheS Futter gtebt fettere Milch. Als besonder» nothwendig bezeichnete Redner die Ausübung einer richtigen Controle beim Verkauf der Milch - man solle diese nicht ausschließlich der Polizei überlassen, sondern die Landwirthe sollten sie selbst üben und dazu biete die genossenschaftliche Verwerthung der Milch den richtigen Anhalt. Redner ging hierauf auf die Verderbung der Milch ein; solche werde herbeigeführt durch Aufbewahrung in uugeeig- ueten Räumen (z. B. Wohn- und Schlafzimmern), durch mangelhafte Fütterung uod Reinhaltung des Viehes- jede Verunreinigung beeinträchtige, wie angestellte Versuche er- gaben, die Süßerhaltung der Milch. Neben der Reinhaltung trage zur Haltbarkeit der Milch in hohem Maße deren Kühlung bet, richtig gekühlte Milch erhält fich länger und ermöglicht deren Verbringung auf weite Entfernungen, sodaß sich billig produztrende Gegenden de» MilchmarkteS stark bevölkerter Gegenden bemächtigen könnten- so werde betsptelS. weise qu» Ostpreußen Milch nach Berlin verbracht. Voraus- setzung deS lohnenden MilchabsatzeS auf weite Entfernung sei natürlich der genossenschaftliche Zusammenschluß der Land-
wirthe, wozu er dringend rathe- er wie» schließlich auf die aozuweodeodeu Mittel zur Unschädlichmachung etwa in der Milch vorhandener Krankheitserreger hin uod bezeichnete al» da» geeignetste das Pafteurifireu und das Soxhlet sche Der- fahren- da indeß dem einzelnen Landwirth diese Hülf»miteel nicht zur Verfügong stehen, daS Vertrauen der Coosumeoten in Bezug auf Erhaltung einer reinen und unschädlichen.Milch befestigt werden müßte, sollen die Landwirthe darnach trachten, den Milchhandel wieder in ihre Hände zu bekommen- um dies zu erreichen, empfehle er den Laodwirthen die Errichtung einer GeuoffenschaftSmolkerei bezw. M.lch-Absatzgenosseu' schäft io Gießen. — In Erledigung eines Auftrage» einer früheren Versammlung, sich mit dem Besitzer der Gießener Dampf-Molkerei, Herrn Lahr, wegen Ankauf» derselben in Verbindung zu setzen, theilte Herr Dr. v. Peter folgende Berechnung mit: Ankauf der Lahr'schen Molkerei 40 000 Mk., Ergänzung der Gebäude 10 000 Mk., Maschinen, VerkaufSloeal und Fuhrwerke 12 000 Mk., Gehalte uod Löhne 7000 Mk., Heizung und Beleuchtung 1500 Mk., Futterkasten 900 Mk., sonstige Ausgaben 1000 Mk., welche Summen einer jährlichen Gesammt- anSgabe, einschließlich Verzinsung des Aolagecapitals, von 14 000 Mk. gletchkommen. Bet einem Umsatz von nur 1000 Liter Milch (Herr Leithiger berechnete den Consum Gießens täglich auf ca. 8000 Liter) ergebe fich, das Liter zu 16 Pfg. berechnet, ein jährlicher Gewinn von 15000 Mk., der Ladenverkauf würde 3600 Mk. einbringen, an Haus- miethe seien 1400 Mk. vorgesehen, so daß einer Ausgabe von 14 000 Mk. eine Einnahme von 20 000 Mk. gegenüber- stehe und au» dem Uebrrschuß den betheiligten Land- wirthen noch 1,7 Pfg. pro Liter Milch nachgezahlt werden könne. Herr Dr. v. Peter erhofft aber einen Umsatz von 3—4000 Litern täglich. — Herr Leithiger bezeichnete die AuSfichten des Unternehmens als günstig. Die Land- wtrthe sollten nur mehr Sorgfalt auf Auswahl der Milch- thiere legen. — Herr Oberamtmaun Hoffmann-Hofgüll bringt al» Betheiligter an der Frankfurter Molkerei ziffer? mäßigen Nachweis über die günstigen Erfolge dieses Unternehmen» und empfiehlt die Errichtung einer Molkerei in Gießen. Gleichzeitig nahm er Veranlaffung, HerrnDr.von Peter, der die Frankfurter Genoffenschaft inS Leben gerufen, den Dank für seine erfolgreiche Thätigkeit auszusprechen. — Herr Btchler-Gießen spricht sich ebenfalls für daS Pro- ject aus, er gab einige werthvolle Winke in Bezug auf Viehhaltung und Verarbeitung der Milch und zeigte mehrere Stücke durch Gefrieren dauerhaft gewordene und für Versendung auf weite Entfernung präparirte Milch uod Butter vor. — Auch Herr v. Owen-Hungen befürwortet das Molkerei-Project, betonend, daß die Privatverwerthuog der Milch nicht mehr revtire. — Herr Erb-Winnerod legt dagegen die Schwierigkeiten dar, die feiner Ansicht nach dem Verkaufe in Gießen entgegenstehen- die Hausfrauen feien zu sehr an den Verkehr mit ihrem Milchmann und ihrer Milchfrau, mit denen fie auch noch andere Geschäfte (Eterankauf, Beschaffung von Dienstmädchen usw.) verbinden, gewöhnt. — Herr Gehetmerath v. Gagern empfiehlt, die in Betracht kommenden Fragen durch einen kleinen Kreis der an der Milchlieferung nach Gießen Jnteresfirteu zu erörtern und befürwortet im Uebrigen das Unternehmen. — Herr Verwalter Schuch ardt - Neuhof bezeichnete die Art und Weise wie durch die Genossenschaften der Milchabsatz dem Bauer erleichtert werde, für ausschlaggebend und vortheilhaft und empfiehlt Errichtung einer Molkerei. — Nachdem rock Herr Dr. v. Peter versucht, die Bedenken deS Herrn Erb zü widerlegen und zu entschiedener Inangriffnahme der Vorarbeiten und Einzetchnung in die Theilnehmerltste aufgefordert, wurde die Versammlung unter dem Etnverständntß der Versammelten, daß die Jotereffenten sich demnächst weiter mit der Angelegenheit beschäftigen, geschloffen.
• * Der nächste Vortrag deS Großh. Landgerichttrath» Müller über das Bürgerliche Gesetzbuch allgeweiner Theil findet nicht kommenden Mittwoch den 26. Januar, sondern am darauffolgenden Mittwoch den 2. Februar, Abends 6 Uhr, im Zimmer Nr. 30 deS JusttzgebäudeS statt.
* * Vorträge von Professor Dr. Sauer. Der zweite Vortrag, der die großen Hriligthüwer von Alt-HellaS (ZeuS- heiligihümer vom kretischen Ida, von Dodona und Olympia, Appollonheiltgthümer von DeloS, vom Proion und Delphi, Mysterienheiligthum von Eleufik- behandeln wird, findet Mittwoch den 2 6. Januar statt- Näheres findet man im Jnseratentheil. Wir empfehlen den Besuchern, die auS- gestellten Abbildungen schon vor Beginn deS Vortrags zu besichtigen und während desselben da» Opernglas zu Hilfe zu nehmen.
* *cf Eoucert Bereiu. Am Dienstag den 1. Februar, Nachmittags 5 Uhr, wird der Concert-Verein in Verbindung mit dem Akademischen Gesangverein ein größeres Vocalwerk mit Orchester zur Aufführung bringen. Robert Schumanns poesie- volles Werk „DaS Paradies und die Perie"ist iu Aussicht genommen und unterliegt eS keinem Zweifel, daß wir einem hohen musikalischen Genuß entgegen sehen. Der Akademische Gesangverein ist unter TrautmannS energischer und künstlerischer Leistung nach jeder Richtung hin gewachsen, eine große Anzahl trefflicher Solisten verpflichtet und als Orchester das rühmlichst bekannte Homburger Kur-Orchester gewonnen. E» lag diesmal nicht in der Aosicht de» Coocert- Verein», die Homburger heravzuziehen, unsere hiesige Capelle hatte aber leider Verpflichtungen nach Au-wärtS übernommen. An eine Verlegung bet fünf festengagirten Künstlern war unmöglich zu druken, so hieß es denn, fast in letzter Minute, Ersatz zu schaffen. Nicht genug Dank kann der Concerr- Verein den Herren aus Homburg sagen, daß sie in die Lücke etnsprangen, denn diese vortreffliche Körperschaft wird jetzt von allen Seiten umworben.
• * Plötzlicher Tod. Der Taglöhner Heinrich U sing er I von hier stürzte heute Morgen in der Schloßgaffe zur Erde und starb alsbald. Die Leiche wurde in das Letchenhau» am Friedhof gebracht.
* • Weibliche Postagenteu. Die Ober - Postdirectionen find nach Mtktheiluug Berliner Blätter ermächtigt worden, die Verwaltung von Postagenturen oder Posthtlfstellen, fall» hierzu geeignete männliche Personen nicht ermittelt werden können, weiblichen Personen zu übertragen, vorausgesetzt, daß diese den zu stellenden Anforderungen entsprechen.
Butzbach, 20. Januar. Nachdem von Tag zu Tag die electrische Centrale in unserer Stadt fich mehren, auch bereit» einige Abnehmer für electrischen Kraftbetrieb vorhanden find, wird sogar seit heute die Electric tät zu Heizzwecken verwandt. In der Färberei und chemischen Wäscherei der Herren Braubach u. Fischer bedient man sich eine» Bügeleisen», daS, mit entsprechenden Zuleitungsdrähten versehen, durch Electricität erwärmt wird.
Grünberg, 18. Januar. In einer hier stattgehabten Versammlung von Landwtrthen wurde die Gründung einer Abs atz genossenschast für Grünberg und Umgegend beschloffeu und der Bau eine» Getreidelagerhauses in Aussicht genommen. Hierdurch soll den Landwirthen Gelegenheit geboten werden, ihre Probucte nutzbringender, als dies bisher möglich war, zu verwerthen. Daß mau dem Project allenthalben großes Jntereffe entgegenbringt, beweist die Thatsache, daß die meisten in der Versammlung anwesenden Landwirthe ihren Beitritt zur Gcnoffenschast erklärten und die Abhaltung einer weiteren Versammlung verabredet wurde.
A Bad Nauheim, 24. Januar. Unter günstigen Au- spicien eröffnete dahier die Direction des GießenerStadt- theaters (Herren Kruse und Helm) einen Cyclu» von Vorstellungen im Saale des Hotel Langsdorf. Al» Erste» ging vorigen Sonntag „Der Herr Senator" in Scene, gestern wurde das reizende Lustspiel „Renaiffance" aufgeführt. An beiden Abenden war der schöne, geräumige Saal bis auf den letzten Platz gefüllt, ein Beweis, daß in der jetzigen „tobten Saison" eine solche Abwechselung nur als angenehm und genußreich empfunden und mit Dank acceptirt wird. Die Leistungen des Ensemble» befriedigten fast durchweg in hohem Maße. Der al» Zeichen der Anerkennung gespendete Beifall war stet» ein lebhafter. Dem Unternehmen, das sich die Sympathien unserer Einwohnerschaft erwerben wird, ist ein glücklicher Fortgang zu wünschen.
Landenhauseu, 19. Januar. In dem Steinbruch de» Jost Kühl HI. zu Landenhausen ereignete fich gestern Nachmittag ein bedauerlicher Unglücksfall, indem ein Arbeiter, ein erst vorigen Herbst vom Militär evtlaffener junger Mann, Johannes Lang, Sohn de» gleichnamigen Schreiners I. Laug durch einen fallenden Stein (von über li/3 Cubikmeter) ereilt und sofort zu Tode gequetscht wurde. Bon seinen beiden Collegen wurde dem einen die Hand verstaucht, der andere trug nur leichte Verletzungen davon. Da» Mitgefühl mit den betroffenen Eltern ist ein allgemeine», weil der Verunglückte bet Allen, die ihn kannten, beliebt war.
§§ Herchevhaiu, 19. Januar. Gestern pflückte der hiesige Bürgermeister Weidner S ch lüs s el b lumen und sogenannte Pfingstblumen, Beweise der überaus milden Witterung in unseren Bergen. — Man gehl hier mit dem Gedanken um, electrischrs Licht sür unseren Ort einzurichten.
§§ Grebenhain, 20. Januar. Angelvckt durch die sehr günstige Witterung, hielten einige Personen von hier und Umgegend ein Scheibenschießen in dem nahen Walt- diftrict Rothenbach, zwischen Oder-Moo» und Bermuthshain ab, welches in der besten Stimmung verlief. Verschiedene Preise wurden vertheilt.
An» Rheinhessen, 22. Januar. Der Laudwirthschaftliche Verein für die Provinz Rheinhessen wird bei Gelegenheit der tu diesem Jahre ftattfindenden Ausstellung der deutschen LandwirthschaftSgesellschaft in Dresden, wie in früheren Jahren bei ähnlichen Ausstellungen, wieder eine Wein kost- Halle errichten. Im Ganzen sollen diesmal 15 Sorten Wein aus Rheinhessen zugelaffen werden, und soll deshalb von einer zu wählenden Commisfion eine sorgfältige Auswahl typischer Weine getroffen werden, wobei hauptsächlich gangbare VrrdrauchSweinr zu kleinen und mittleren Preisen berücksichtigt werden sollen.
Vermischtes.
* Zwickau, 22. Januar. Der Kupferschwiedegeselle Jahn auS Crimmitschau, der dort Mutter und Schwester ermordet hatte, ist heute hingerichtet worbeo.
* Ueber die jüngsten Record», die der Llohddampfer „Kaiser Wilhelm der Große" zu verzeichnen hat, entnehmen wir einer Notiz de» Internationalen PatentbureauS Car! Fr. Reichelt, Berlin KW. 6), folgende Daten. Die höchste Tagesleistung belief sich auf 564 ftnoie», waS einer durchschnittlichen Fahrgeschwindigkeit von 22,35 Knoten tut» sprechen würde- d. h. 0,34 Knoten mehr, als die Campania auf ihren besten Fahrten lief. Auf der letzten Rückreise von New-Kork pasfirte er da» Leuchtfeuer von Sandy Hook um 4,30 Nachmittag». Sech» Tage später, um 3,10 Nachmittag pasfirre er die „Needler". Die Gesammlrntsernung betrug 3068 Knoten, die in 5 Tagen, 17 Stunden 8 Mir», zurückgelegt wurden. Da» würde der Geschwindigkeit eine» Eisenbahnzuges entsprechen, der 25V, englische Meilen (40,8 Kilometer) in der Stunde zurückiegt. Wenn wir bedenken, daß diese Geschwindigkeit während der ganzen Fahrt beibehalten wurde, so liegt es auf der Hand, daß ote Fahrgeschwindigkeit unserer schnellsten Ueberlandzüge vor wenig Jahren noch diese Geschwindigkeit um wenig übertraf.
• Einfluß der Mufik auf Athmnng. Herzschlag und capillare« Blutumlauf. Wie der „Prometheus" mlttheilt, beschreiben die Herren A. Binet und I. Courtier in der Revue scientifique die an einem bekannten Compontsten angestellten Versuche über den physischen Einfluß der Musik. Einfache harmonische, sowie disharmonische Klänge wurden in ihrer Wirkung zunächst studirt. Sowohl Dur-Accorde al» Dissonanzen erregten lebhafte Athmuug. Ebenso wirkten Moll-Accorde erregend.


