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24.8.1898 Erstes Blatt
 
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großartige» Fest zu arrangiren. Mehr als fünfzig Personen waren mit einer Einladung bedacht worden und auch pünkt­lich erschienen. Bevor man sich jedoch zur reichbestellten Tafel niedersetzte, wurde der Hausherr heimlich hinausgerufen und die neugierig an die Fenster eilenden Gäste konnten Zeuge einer höchst rührenden Scene sein. Vor das Portal des ? Hauses war soeben ein elegante», nagelneue», mit einem i prachtvollen jungen Schimmel bespannte» Gig gefahren, das man dem erstaunten Mr. Walter al» Geschenk seiner Gattin präsentirte. Mit vor Freude glühenden Wangen trat die hübsche blonde Hau»frau jetzt in die Thüre, wo ste von ihrem rusjubelnden Eheherrn wie ein Kind in die Höhe gehoben und in da» neue Fuhrwerk gesetzt wurde. Ihr nachspringend kutschirte der glückliche Gatte einmal um den freien Platz vor dem Hause und trug dann seine bessere Hälfte in Triumph zu den im Speisesaal versammelten Gästen, die das Paar mit enthusiastischen Hochrufen begrüßten. Nun setzte man sich zur Tafel; doch kaum hatte das Geburtstagskind ebenfalls Platz genommen, als eine neue Ueberrafchung seiner wartete. Unter der Serviette des Hausherrn lag nämlich eine schöne goldene Uhr nebst Kette und ein Ring mit prächtigem Solitär. Beides waren weitere Geschenke der liebenden Gatttn, die mit strah­lenden Augen die Freude und da« Erstaunen ihres Mannes ^beobachtete. Da» Staunen des guten Farmers war um so gerechtfertigter, als er sich garnicht erklären konnte, wo seine verschwenderische Frau das Geld zu derartig werthvollen Geschenken hergenommen haben mochte, da sie kein eigenes Vermögen und auch keine reichen Verwandten besaß, die es ihr hätten geben können. Als Antwort auf feine verwundert fragenden Blicke, blinzelte sie nur listig mit ihren treuen blauen Augen. Die Ueberraschungen waren aber noch immer nicht zu Ende. Kaum hatte man sich von dem vorzüglich gerathenen Diner erhoben, als Mrs. Walter den Arm ihre» nachdenklich gewordenen Gatten ergriff und ihn, gefolgt von »der fröhlichen Schaar der Gäste, in den Hof führte, wo eben eine Herde von zehn stattlichen Holsteiner Kühen angetrieben wurde, die sämmtlich an der Stern ein weißes Täfelchen mit b<n WortenIch gratulier" trugen. Als Mr. Walter hörte, , daß auch diese acceptable Gabe von seiner Frau herrühre, beschlich ihn ein fast unheimliche» Gefühl. Ehr er aber noch ein Wort hervorbringen konnte, näherten sich ihm mit zag- ^»hasten Schritten seine zwei jüngsten, ganz in duftige» Rosa

gekleideten Töchterchen und überreichten ihm ein silberne» Tablett, auf dem in Reihen geordnet 3000 Dollars in Gold

aufgeschichtet lagen. Sprachlos vor Rührung und Staunen L blickte sich der Mann nach seiner Gemahlin um, die nun mit

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| fast verschämten Erröthen eingestand, daß diese» Geld und U sämmtliche Geschenke da» Resultat ihrer während der letzten ' fünfzehn Jahre gemachten Ersparnisse seien. Und so war iS in der That. Mr. Walter hatte dieses Kleinod von einer Frau al» ganz arme» Mädchen geheirathet und damit nicht geringe Unzufriedenheit bei seinen Angehörigen und Der» wandten verursacht, die die junge Frau nicht selten eine hergelaufene Betteldirne nannten. Schon um diesen lieblosen Menschen zu beweisen, daß eine sparsame und wirthschaftliche Gattin einem Manne oft eher zu Wohlstand verhelfen kann ale eine Reiche, die große Ansprüche macht, hatte Mrs. Walter stet» heimlich gearbeitet und sich mit dem ihr reichlich ge­gebenen Wirtschaftsgeld so gut einzurichten gewußt, daß sie monatlich 20 bi» 30 Dollars erübrigen konnte, ohne ihren Gatten etwas davon merken zu lassen.

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Nuffifche Kriegsschiff Destellnugeu in Teutschland. Wie an» Kiel gemeldet wird, beabsichtigt die russische Regierung, neben den in Toulon gemachten Bestellungen auf Kriegsschiffe andi Panzerkreuzer und Torpedojäger auf deutschen Wersten rn Bau zu geben. Die Unterhandlungen mit der Krupp'schen Germania. Werft, deren Director gegenwärtig in Petersburg ceilt, dürften namhafte Aufträge zur Folge haben.

einnlter Schwede" al» Wettertzeiltger. Au« Stock 5 a Im, 15. August schreibt man: Eines anerkannt bewährten Wetterheiligeo darf sich da» reiche Bokjökloster in Südschweden rtbmen, da» außer einer großen Anzahl kirchlicher und peofaner Trophäen in seiner Kiypta auch ein Biidniß de» eilen Ritter» Holger Laxmand besitzt. E« mag dahingestellt Düttben, wie weit besagter Kirchenheiliger zu seinen Lebzeiten len Genüssen der weltlichen Tafel und tn»besondere de« stet« zitbeschickten KlosterkellerS ergeben «ar; nach gewissen Eigen- jititen seine» der Nachwelt erhaltenen Porträt« zu schließen, scheint er allerdings kein Feind de»Feuchten- in trinkbarer Form gewesen zu sein. Eine zuoerlässtg beglaubigte Er« s-chrung hat nämlich erwiesen, daß vor Eintritt jede« Witter- llug»«echsel» insbesondere in den Gesichtßparthien de» biederen Mrchenhetltgen sich eine schimmernde Feuchtigkeit absetzt, die n.id) einiger Zeit wieder verschwindet. Natürlich hat sich die Lnwohnknde Bevölkerung nach und nach daran gewöhnt, Herrn Holger Laxmand al» eine Art Wetterorakel zu betrachten. Sobald die Lippen de« feuchtfröhlichen Ritter» in träufelndem Stange schimmern, steht den braven Südschweden ein tüchtiger ^Nassauer" bevor, sobald jedoch entsagungsvolle» Herb den vlund St. Holger» verschließt, mag der Landwirth getrost mit feiner Erme beginnen: da» Wetter bleibt dann auf Lochen hinaus gut. AIS Curiosum kann hinzngesügt werden, b:ß Herr Holger sich im heurigen Sommer zwei ganze Klonale hindurchfiult* erhalten hat. Gottlose Menschen »ollen die Zeichen so deuten, al» habe sich Ehren.Holger tnflmal» zu Lebzeiten einen acht Wochen dauernden fürchte,- Ißhen Generaldusel geleistet, den er jetzt, fünfhundert Jahre iprter, zur Strafe wieder auSschwitzen müsse. Andere lassen t« bei dem bisherigen Ansehen de« alten Schweden bewenden nnb meinen, er habe seine barometrischen Pflichten in diesem regenreichen Sommer mit demselben Geschick erfüllt, wie Herr Professor Falb, der bekannttich ebenfalls an dem grün- argestrichenen Sommer de» Jahre» 1898 kein gutes Haar gelassen hat.

Social-SthifcheS inB der Sommerfrische. Unter diesem Titel schreibt die WochenschriftEthische Kultur": In diesem Augenblick befinden sich viele Anhänger unserer Bestrebungen la der Sommerfrische und es mag vielleicht einem Mitglied

stände» ganz unmöglich fein?

SelterSweg.

der Gesellschaft für ethische Kultur gestattet fein, die Freunde zu bitten, auch In der Ferienzeit an unsere Aufgaben zu denken und so manchen Schäden nachzngehen, die gerade der Reise­zeit eigenthümlich find. Unter Anderem wäre e» wünschens- werth, wenn einmal Daten über die Dauer der Rahe und SchlasenSzeit der Hotel-Angestellten gesammelt und der Oeffentlichkeit zugänglich gemacht werden würden. Man erkundige sich bei den Hausdienern, bet den Kellnern, bei den Stubenmädchen, wann sie zu Bett gehen können und wann sie wieder ausftehen müssen. Mau wird gar häufig erfahren, wie unbarmherzig in diesem Punkt mit der Gesundheit der Angestellten umgegangen wird. Ganz junge Mädchen, die den Schlaf unbedingt nöthtg hätten, müssen häufig bi» 12 Uhr Nacht» Gäste bedienen und um 6 Uhr, ja um 5 Uhr srüh- morgen» wieder anfstehen. Da» Kurpubltkum ahm in der Regel nickt, wie schwer die Gesundheit solcher bedauernS- werther Angestellten geschädigt wird, damit e» seine eigene Gesundheit stärken kann! ES wäre außerordentlich wichtig, gerade über diesen Punkt recht viele Daten in die Oeffent­lichkeit zu bringen, weil unsere» Wissen- keinerlei Ge­setze exlstiren, welche Hotel-Angestellte vor den Schädigungen schützen, die au» der fortgesetzten Schlafentziehung entstehen. Nur durch Mitarbeit weitester Kreise de» Publikums könnten auch hier bessere Verhältnisse angebahnt werden! Ferner empfehlen wir unseren Freunden, fich zu erkundigen, Wie die Angestellten in Bezug auf Essen, Wohnung, Bezahlung be­handelt werden. Sie werden da Mancherei zu hören be­kommen, wa» elgenthümliche Aufschlüsse über da« innere Leben der Hotel» gibt. Der moderne Mensch soll fich nicht damit begnügen, wenn äußerlich Alle»klappt". Manche» Hotel, da» im Baedeker seinenStern" hat, ist eine Hölle für die Angestellten. Nur da» Publikum selbst kann hier Abhilfe schaffen. Wenn die Wirthe zu befürchten haben, daß auch der Schleier von solchen verborgenen Schäden gelegentlich einmal weggezogen wirb, werden sie mehr Rückficht aus da» Wohl ihrer Angestellten nehmen. Daß es heute schon sehr viele Wirthe gibt, welche ihrem Personal ein menschenwürdiges Dasein zu bereiten wissen, ist natürlich selbstverständlich. Möchten alle unsere Freunde dazu beitragen, ihre Zahl zu vermehren!

Universität- - Nachrichten.

Würzburg, 19. August. Nun da« neue UniverfiiätSgebäude feit zwei Jahren vollendet ist, kommt jetzt endlich die in der Etz- gießerei zu München hergestellte PrometheuS-Gruppe auf dem Giebel der Hauplfront zur Aufstellung. Die Gruppe hat Prinz­regent Luitpold zur Krönung des UnioerfitLtSgetäudes selbst auS- gcwLhlt, sie war aber vom Lultusreferenten Daller in der Kammer alsunsittlich" beanstandet worden. Später jedoch gab man den Widerstand gegen die Aufstellung auf.

Ci

Sieben, 22. August 1898.

Wa» für ein Unterschied -st zwischen einem mit Eisen be­ladenen, rasselnden Wagen und einer im Wilthshaus lärmenben Gesellschaft? mi

Der Wagen rasselt nur am Tag vorüber, bet WirthsheuSlärm stört aber die Nachbarschaft bis 12 unb sogar 1 Uhr in ihrer

Nachttuhe! , ,

Sollte den Behörden eine Aenderung diese« unerträglichen Zu-

Schützt die Zttgthiere'.: In diesen beschwerlichen Tagen de» Hochsommers leiben unsere Zuglhtere, also besonders die Pferde, nicht nur durch die glühende Hitze, sondern ganz besonders auch unter der endlosen Plaae der Jn'ecten. Die atmen Thiete kommen in ben Pausen, wo sie dis zum Wiederanfang ihrer Arbeit im Ge­schirr dastehen, buchstäblich keine Secunde zut Ruhe, indem Vorder­beine, Hinterbeine, Schwanz, HalS, Kopf, Augenlider, Haut, mit einem Wort der ganze Körper in steter Unruhe und Bewegung ist, um die Plagegeister von Jusecten abzuwehren. Da ihnen habet durch Geschirr und Deichsel die freie Bewegung der Körperteile un­möglich gemacht wird, so ist der Erfolg dieser ermüdenden, vom frühen Morgen bi» zum späten Abend nie ruhenden Nothwehr leider

Wissenschaft, Literatur und Nunst.

Leopold Wulff, Hauptmann im Hohlspiegels Die Weber ober die eigentlichen Morituri. Eine Literatur-Comödie. Preis 1 Mk. Const. Wild« Verlag, Leipzig unb Baden-Baden. Da« vorliegende Buch hat bereits Aufsehen erregt unb wird voraussicht­lich weiter Aufsehen erregen. Es handelt sich hier nicht um eine von ben alltäglichen Parodieen, die in lustiger Laune einmal ge­lesen und bann weggeworfen sein wollen; WusssS Webetparodie ist eine mit Kalauern durchsetzte wirkliche Literatur-Eommödte. Immer­hin bleibt eine Parodie immer eine Parodie unb barf als solche nicht allzuernst genommen werden. Man kann dem Autor Glück dazu wünschen, daß seine Arbeit-schön bei zahlreichen Freunden harmloser Scherze unb beißender Satire freundlichste Aufnahme gefunden.

Deutscher Doldateuhort^, Jllustrirte Zeitschrift für da« deutsche Heer unb Volk. Herausgeber: General-Lieutenant z. D. H. v. Below. Preis pro Quartal Mk. 1.80. Berlaa von Karl SiegiSmund, Berlin SW., Dessauerstraße 13. 9. Jahrgang, Nr. 33, erschien soeben unb enthält: Im Quartier. Ein Manöver - Erlebniß von H. Waldemar. Die Ausschmückung der Berliner SiegeSallee. (Mit Abbildung.) -- Dienst im Kriege. Von General der Infanterie z. D. v. Kretschman. Die Gymnastik im Kadetten- corpS. (Mit Abbildungen.) In der WeinstubeZ >m blauen Schuster". Humoreske von Zdenko Änderte, K u. K Ob. Lieutenant d. R. Der erste gefangene Turko. lBildertext.) AuS dem Dienstleben deS Eavalleristen. Don Oberstlieutenant der Eav. a. D. v. Sanden. Aus den bay-rischen Bergen. Don I. Huber. Ein preußisches Postgcnie und ein PosthauS vergangener Tage. Ein FriedhosSbesuch. Bon I. N. Vogel. Vaterländische Gedenk­tage. Vermischtes. Splitter und Funken. Räthsel. Brief­kasten. Inserate.

Poftkarteu-Grütze. 120 Originaltexte in Reimen zur Abfassung von Ansichtspostkarten, elegant geheftet 40 Pfg., gegen Einsendung von 45 Pfg. in Marken Franco Zusendung vom Volks­und Jugendschriften-Verlag von Otto Manz In Straubing. Das hübsch auSgestatl-te Büchelchen enthält, wie schon der Titel sagt, 120 gereimte, sehr originelle unb zum Theil recht witzige Trxte für Ansichtspostkarten unb zerfällt in folgende Abschnitte: 1. Allge­meines, 2. Zärtliches, 3. Kunst und Wissenschaft, 4. Gasthäuser und 6af6B, 5. Statur und Landleben, 6. Städte, 7. Vereine und Sport. Den vielen Anhängern und Freunden deS PostkartensammelsporteS fei die Broschüre hiermit bestens empfohlen.

«in sehr geringer, und e« ist wirklich traurig, zu sehen, wie bk armen Thiere In ihrer Hilstostgkeii fich im Geschirr drehen, winden, stampfen und vsll Ungeduld davonrasen möchten, aber doch in an» erzogener Geduld an Ort unb Stelle bleiben. Dian kann habet be­obachten, wie gütig unb thierfreunblich gesinnte Kutscher unb Fuhr­leute unter solchen Umständen Geduld mit ihren Thieren haben unb sie besonber» rücksichtsvoll behandeln: aber leider gibt e» auch solche, die auf die Noth der ihnen anoertrauten, vielgeplagten Thiere gar keine Rücksicht nehmen, sondern übet deren Unruhe zornig werden und sie durch Fußtritte, rohe» Zerren am Zaum unb Peitschenstiel- hkbe dafür züchtigen, daß sie nicht still stehen und durch ihre Un­ruhe die Kelten in Unordnung bringen ober baS G-fährt verschieben. Wir richten an die Leute, die so handeln, die eindringliche Frage, wie ihnen selbst zu Muthe sein würde, wenn sie in der Haut de» von ihnen so behandelten ThiereS steckten? An alle unsere Mit­bürger aber richten wir die Bitte, auf ihren AuSgängen und von ihrem Fenster auS jetzt und auch sonst ein schützende» Äuge auf die Thiere zu haben, sowie nötigenfalls einzuschreiten. (Um Nachdruck wirb gebeten.) Ein Thiersreund.

verkehr, Land- un6 volkswirthschaft.

Gießen, 23. August. Marktbericht. Aus dem heutige« Wockenmarkt kosteten: Butter per Pfd. JL 1.001.20, Hühnereier per St. 67 H, 2 St. 1113 H, Enteneier 2 St. 1415 H, Gänse­eier per St. 1200 Käse 1 St. 57 H, Käsematte per St. 3 Erbsen per Liter 18 H, Linsen per Liter 30 Tauben per Paar

JL 0.800.00, Hühner per St. Jt 0 851.20, Hahnen per Stück Jt 0.651.00, Enten per St. v4L 1.501.80, Ganse per Pfund

0 000.00, Ochsensteifch per Pfd. 6674 H, Kuh- und Rindstersch per Pfd. 6266 4, Schweinefleisch per Pfd. 6876 H, Schweine­fleisch, gesalzen, per Pfd. 76 Kalbfleisch per Pfd. 6064 Hammelfleisch per Pfd. 8000 H, Kartoffeln per 100 Kilo 6.00 btS 8.00 v*L, Weißkraut per St. 000, Zwiebeln per Ctr. X 5.006.00, Milch per Liter 16 H.

Dauer der Marktzeit von 7 Uhr Morgen- bi- 1 Uhr Nach­mittags. Während der ersten 3 Stunden der Marktzeit darf im Umherziehen nicht feilgeboten werden.

rfitlfrttt, 20. Äug. Fruchtpreise. Weizen 15,2400,00, Korn X 13,00-00,00, Gerste X 16,60 -00,00, Hafers 16,50-19,00, Erbsen X 00,00-00,00, Linsen X 00,00, Wicken X 00,00, Letn X 00,00, Kartoffeln X 6,00-7,00, Samen X 22,0000,00.

SS Ober-Seemen, 22. August. Auf dem ersten diesjährigen Viehmarkt waren ca. 600 Stück Rindvieh aufgetrieben. Einjährige Stiere wurden einzeln und im Paar viel gesucht und kostete ba» Stück 120 bis 160 Mk., baS Paar (wovon nur wenige vorhanden) 230 bis 280 Mk. Zweijährige Stiere wurden bezahlt mit 350 bl» 400 Mk., dreijährige mit 500 bis 600 Mk. da» Paar. ES wurden hierin nur wenige verkauft. FetteS Vieh war wenig da, und kostete der Centner 54 bis 56 Mk. Frischmelkende Kühe wurden bezahlt mit 300 biS 350 Mk., gewöhnliche Kühe mit 150 bi« 250 Mk. In Rindvieh war der Handel gut, weniger gut dagegen in Schweinen. ES waren etwa 350 Stück aufgetrieben, meistens gute Einlegeschweine, welche auch viel verkauft wurden, daS Paar gewöhnliche 80 bi» 90 Mk., bessere 90 bis 110 Mk. Sommerferkel, 6 bis 8 Wochen alt, kosteten 30 bis 40 Mk. Einige fette Schweine fanden raschen Absatz, da» Pfund Schlachtvieh 68 bis 62 Pfg. Auch einige Mutter- schweine wurden verkauft daS Stück zu 70 bi» 80 Mk. Der nächste Markt hier findet in drei Wochen statt.

Temperatur der Lahn und Luft

nach Reaumur gemessen am 23. August, zwischen 11 u. 12 Uhr Mittag-: Wasser 20°, Luft 25».

Rübsamen'scke Badeanstalt.

Neueste Nachvichten.

Depeschen de» BureauHerold*.

Hamborg, 23. August. Die Brauereien von Ham­burg unb Altoua wollen mit ben Brauerei-Arbeitern gemein­schaftlich bieLohuverhältuisfe reg eln unb einen Arbeit»- nachlnet» einrichten. Die Vorbereitungen würben einer Commisfion von sech« Mitgliedern übertragen.

Hamborg. 23. August. Der hier eingetroffene Dampfer Hamburg" hat 45 Seemeilen von ber Mündung der Themse entfernt bei dichtem Nebel den Dretmast-Bchoooer Catharina au« Harburg, der mit Briquett» beladen und nach Porto Cabello bestimmt war, überrannt. ES gelang nur zwei Manu fich zu retten, die übrigen sieben ertranken. Die Catharina blieb kaum eine Minute über Wasser. Die Ham­burg erlitt nur geringe Beschädigungen.

Glauchau, 23. August. DaS verschwinden deS Bezirk«- arzteS Mebictnalrath Dr. Menzler auS Bautzen in der Sebnitzer Gegend, wo vor einiger Zeit erst ein Mord verübt worden ist, erregt hier große« Aufsehen.

Wien, 23. August. Erzbischof Dr. Angerer von Wien ist gestern Abend gestorben.

Rom, 23. August. Pelloux unterbreitete heute in Turin dem Könige eine Verordnung behuf» Aufhebung de» Belagerungszustände» Über Mailand.

Pari-, 23. August. Picquart und Lebloi» kommen vor da» Polizeigericht, ersterer wegen Mittheilung militärischer Geheimnisse, letzterer wegen Mithilfe.

Loudon, 23. August. Alle Blätter greifen die Stadt- dehörde wegen der gestern in Kraft getretenen Verfügung an, wanach die Einwohner der Stadt nur während dreier Morgen- und Abendstunden die Trinkwasserleitung benutzen dürfen. Die Presse fordert die Stadtverordneten auf, die nöthlgeo Geldmittel zu beantragen, um ausreichend trinkbare» Wasser liefern zu können.

London, 23. August. Gestern wurden hier 50,8 Grad Celsius coustatirt. In Häusern und Straßen namentlich der Vorstädte find zahlreiche Personen vom Sonnenstich be­fallen worden.

Pari», 23. August. Au» glaublicher Quelle wird be­richtet, der Marineminisier Lockroh gehe mtt dem Vorhaben um, alle älteren SchlffSthpen der fravzöfischev Flotte au» dem Geschwader heranSzuuehmeu und in den Colonien zu verwenden. Die Schiffe sollen durch vollständig moderne S iegSschiff: ersitzt werden.

Santiago, 23. August. Gestern Abend haben die spanischen Behörden in Santiago die cudänische Flagge auf dem Rathhaufe aufhisseu lassen. Der amerikantsche General ließ dieselbe iudeß sofort wieder eiozieheo. Auf zahlreichen andern öffentlichen Gebäuden und Privathäusern, sowie dem Verein»- Hanse Don Carlo» weht die eubanische Flagge.