Ausgabe 
24.7.1898 Erstes Blatt
 
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Schuld tragt. Die zur Vermeidung von Zusammenstößen erlafleueu internationalen Gesetze find, meiner Ansicht nach, nicht ausreichend. Es heißt in ihnen:Die Schiffe sollen unter den genannten Witterung-Verhältnissen ihre Fahrt er­mäßigen." DaS will aber gar nichts bedeuten. Wenn ein Sapitan, dessen Schiff mit voller Fahrt 20 Knoten macht, es nur 19 laufen läßt, daun hat er die Fahrt ermäßigt und den Buchstaben des Gesetzes erfüllt, aber die Gefahr der Zusammenstöße wird dadurch um nichts vermindert. Bei solcher Geschwindigkeit, namentlich wenn der Gegensegler ebenso schnell fährt, haben die Schiffe bei Nebel und dickem Wetter durchaus keine Zett, sich auszubiegen, denn sie nähern sich daun in einer Secuude um 20 Meter. Sollten sie sich auch auf 200 Meter sehen, so ist diese Entfernung in zehn Secunden abgelaufen und sie sitzen in einander, weil in diesem Zeitraum weder gestoppt noch au-gebogen werden kann. E» müßte daher gesetzlich festgestellt werden, daß bei den genannten WitterungSverhältviffeu die Schiffe nur mit einer bestimmten geringen Fahrt laufen dürfen wie z. B. unsere Kriegsschiffe, denen in solchen Fällen 5 bi- 6 Knoten vorgeschrteben sind, und es müßten die schwersten Strafen darauf stehen, wenn dagegen gehandelt wird. Leider müssen solche Gesetze, um zu wirken, international sein, und daß er­schwert ihr Zustandekommen sehr erheblich, wenn auch die Humanität gebieterisch verlangt, daß solchen Massenmorden ein Ziel gesetzt wird, die nur Folge de- ConcurrenzuetdeS find, um nur ja gegen Concurreuten nicht ein paar Stunden von der Reisedauer einzubüßen. Die unglücklichen Lapitäue tragen ja die geringste Schuld, sie müssen den Befehlen ihrer Rheder gehorchen, wenn sie nicht brodlo- werden wollen, obwohl sie zunächst ihre Haut zu Markte tragen, deshalb müßten die Rheder für all da» Unglück haftpflichtig gemacht werden, wenn sie nicht Nachweisen können, daß sie ihren Capttänen die strenge Innehaltung solcher Bestimmungen befohlen haben. Handelt dann aber ein Capitäu gegen diese Befehle, dann ist er der allein Schuldige und muß auf da» Schärffte bestraft werden. Meiner Ansicht nach ist e» Sache der öffentlichen Meinung, mit aller Kraft darauf zu dringen, daß da» bestehende Gesetz, welche» erlaffen wurde, al» die schnellste Fahrt der Dampfer noch 12 Knoten betrug und damals noch einigermaßen ausreichte, jetzt aber bei der doppelten Fahrt durchaus nicht mehr genügt, geändert und durch ein beffere» ersetzt wird." In der That liegt der Mangel der bestehenden Vorschriften in dem unglücklichen Au-druck:Die Schiffe sollen ihre Fahrt ermäßigen". DaS verpflichtet zu gar nichts und kann eine Sicherheit der Reise nicht verbürgen. ES muß in dem auzuftrebenden Gesetz klargelegt werden, welche höchste Geschwindigkeit bei Nebel und unsichtigem Wetter zugelaffeu werden darf.

* Billig und schlecht war z. Zt. ein geflügeltes Wort, unter welchem die gesammte deutsche Industrie zu leiden hatte. Seit jener Zeit hat ein bedeutender Umschwung in der Industrie stattgefunden; man kann heute sagen, jede Industrie im deutschen Vaterlande hat das Bestreben, jenen Ausspruch nicht zur Wahrheit werden zu laffen. Jntereffant ist nach dieser Richtung ein Circular des Deutschen Treib» riemen-Fabrikanten -Verbandes. Derselbe klagt, daß Leder theuerer geworden und daß nun ein Theil der Fabrikanten die Treibriemen schlechter machen muß, um für denselben Preis liefern zu können. Um dies zu verhindern, hat der Verband einen Minimal-Preis festgesetzt, den jeder Fabrikant nehmen muß, wenn derselbe seinen Treibriemen den Verbands­stempel aufdrücken will. Wo der Verbandsstempel aber an­gewendet wird, ist der Fabrikant verpflichtet, bestimmte Vor­schriften in Bezug auf die Qualität des Leders und der Arbeit zu beobachten. Wer dieselben aber nicht befolgt, für den treten schwere Strafen ein. Jeder Treibriemen-Consument, welcher garantirt gute Waare haben will, darf jetzt nur den Verbandsstempel vorschreiben und, falls er dennoch nicht la. Waare empfängt, sich bei dem Verband beschweren. Dies Verfahren scheint uns geeignet, den deutschen Treibriemen über den Rahmen Deutschlands hinaus einen guten Namen zu geben.

* Wer es mit einem Paar neuer Stiefel höchst eilig hat, dem kann mau einen Wiener Schuster empfehlen, welcher folgendes Gewaltftück vollbrachte. Gemäß einer Wette sollte er ein paar Stiefel in den vierundzwanzig Stunden an­fertigen, die nach dem Tode des Kalbes vergingen, da» den Stoff dazu lieferte. Am bestimmten Tage wurde beim Morgengrauen das Kalb, da» nicht ahnte, welche Ehre ihm widerfahren sollte, in Gegenwart zahlreicher Zeugen ge- schlachtet und seine Haut unverzüglich in die nächste Gerberei geschickt. Ihre Zurichtung war kurz nach Mittag beendet. Nun bemächtigte sich der Schuster des Leders, schnitt es zu­recht, fertigte Schaft und Körper, Absatz und Sohle und gegen sieben Uhr Abends zeigte er die Stiefel fix und fertig vor. So hatte er seine Wette mehrere Stunden vor Ablauf des Termins gewonnen.

* Eine euergifche Verordnung gegendie Dameuhüle im Theater" hat der Alkalde einer kleinen spanischen Stadt er­lassen. Der erste Paragraph des bürgerlichen Erlasse» lautet: Damen, die einer Theater-Vorftellung beiwohnen wollen, müssen niedrige Frisuren tragen. Hüte find überhaupt ver- boten." So mußte e» kommen!

* Die Vorfeier zum deutschen Turnfest in Hamburg ist bislang würdig verlaufen. Auf dem Festvlatz waren in letzten Tagen bereits viele Tausende aus Hamburg selbst und der nächsten Umgebung versammelt, um an den mannigfaltigen turnerischen Vorführungen sich zu erfreuen. Am Sonntag wurden von den Hamburger und Altonaer Turnern die Freiübungen vorgeführt, die während der eigentlichen Festtage von mehr als 10000 Mann dargestellt werden sollen. Im Allgemeinenklappten" schon diese Uebungen recht gut. Besonders bewährten sich die über das große weite und für die turnerischen Darbietungen vorzüglich geeignete Heiligen, geistfeld verstreuten electrischen Glocken, die neben den sicht- baren Zeichen des Festturnwarts den Tact für die einzelnen Uebungen gaben. Am Montag zeigten ungefähr 3500 Knaben

der betreffenden Abtheilungen von 21 Hamburg - Altonaer Turnvereinen ihre für das Fest vorbereiteten Aufführungen. Es war ein munteres, lebhaftes Bild, das noch kaleidoskop­artiger wurde, als die Jungen ihre Uebungen an den vielerlei Geräthen ausführten. Hatten schon diese Veranstaltungen viele Zuschauer herbeigelockt, so sah der Dienstag viele Tausende zum Festplatze strömen, um dem Damen- und Mädchenturnen zuzuschauen. Die von den mehr al» 1000 Personen zählenden Damen-Abtheilungen ausgeführten Uebungen zeichneten sich durch außerordentliche Genauigkeit aus. Sowohl die gemeinsamen Freiübungen als auch das Geräthturnen und die sich daran anschließenden Reigen rc. ernteten verdienten Beifall. Auch die Generalproben für das sinnreiche Festspiel erfreuten sich des lebhaftesten Zuspruchs, so daß die den Besuchern der vorjährigen Gartenbau-Aus­stellung bekannte großartige Festhalle nicht alle Schaulustige aufnehmen konnte. Da der Festausschuß die umfassendsten Vorbereitungen getroffen hat, um den weitgehendsten An­sprüchen gerecht zu werden (hat doch gestern sogar ein Probe- Festmahl stattgefunden!), so kann man schon annehmen, daß Alle vollauf befriedigt sein werden, wenn das Wetter, dieser unsichere und so überaus einflußreiche Factor, sich von der annehmbaren Seite zeigt, die es bei der Vorfeier bot. Auf dem Festplatz beginnen schon morgen ein Auskunftsbureau für Eisenbahn-Angelegenheiten und ein Post- und Telegraphen- amt mit mehreren öffentlichen Fernsprechstellen ihren Dienst. Außerdem ist eine Schreib- und Lesehalle eingerichtet, in der fast 300 Zeitungen aus allen Theilen Deutschlands ausgelegt werden.

Kiuderlogik. Eine hübsche Plauderei über die Logik des Kinde», die zugleich manche tiefe psychologischen Be­obachtungen enthält, veröffentlicht Dr. Bernhard Münz in dem jüngsten Heft von ProchaSka»Jllustr. MouatSbänden". Wir entnehmen derselben folgende interrssanteu Stellen: Weißt Du auch, was unanständig ist?" fragte die gestrenge Mama ihr kleine» Söhnchen, worauf diese» schämig erwiderte: Wenn Jemand dabet ist Mit Recht bezeichnet der Verfaffer als sehr ergötzlich die selbstherrliche Sprachbehand­lung der Kleinen, mit welcher sie für ein Wort, da» ihnen fehlt, ein anderer, bekanntes tu den Dienst jene» Au»druck» zwiogen. So ertheilt der kleine Robert Hamerling seiner kranken Mutter, welche behauptet, daß er irgend Etwa» nicht gesagt habe, die Antwort:Ich habe e» gesagt- aber Du hast e» nicht gehört- weil Du krank bist, bist Du auf dem Ohr blind!" Wie drollig wird erst diese Dreistigkeit, wenn sie die Begriffssphären des Kinde» verwirrt, wovon der kleine Robert ein drastische» Beispiel gab, indem er seinem jüngeren Bruder Hermann beim Kaffee vorwarf, daß er sicheinen zu großen Lümmel" ein zu große» Stück Semmel eingebrockt habe. Drollig genug ist häufig auch da» eigen­sinnige Festhalten der Kinder au einer Wortvariaute, wie denn der kleine Hermann den Maikäfer geraume Zeit nur alsMistviehkäfer" zu bezeichnen vermochte. Wie hübsch find manchmal die naturwissenschaftlichen An­schauungen der Kleinen, welche zwar mit dem System in Widerspruch stehen, aber für den naiven Standpunkt doch eine gewisse Wahrheit haben, wie denn der kleine Robert dir Fliege bei seiner ersten Entdeckung dieses ThterchenS der Flügel wegen einkleines Vogerln" nannte. Ein bemerken»- werther Grundzug des kindlichen Denken» besteht in der Miß- brgierde. Da da» Kmd in der Zett, wo e» zu sprechen an­fängt und somit in engere Beziehungen zu seiner Umgebung tritt, einen sehr geringen Schatz von Erfahrungen besitzt, so trifft eS überall auf neue Erscheinungen, welche e» in sich aufnehmen und mit dem vorhandenen Schatz an Kenntnissen zu verknüpfen strebt. In diesem Stadium genügt ihm keine Auskunft mehr, es quält alle Welt mit Fragen nach dem Warum der Warum-, und trachtet, den Horizont seiner Denkens in jeder Weise zu er- wettern. Dieser sich immer mächtiger entfaltende Eau- salttätStrieb des Kinde» ist, was alle Eltern und Erzieher wohl beachten sollten, nur dadurch zu befriedigen, daß es auf die unaufhörlichen Fragen seinem VorstellungSkretse gemäß, die richtigen Antworten enthält. Die Folge davon ist, daß die in späteren Jahren gestellten Fragen immer vernünftiger ausfallen. Werden dagegen die ersteren wie eS leider nur allzuoft geschieht, absichtlich überhört oder absichtlich mit Scherzen und Märchen beantwortet, so ist eS nicht zu ver- wundern, daß eia Kind selbst bet vorzüglicher Anlage alberne und thörtchte Fragen aufwtrft, unlogisch denkt und zur Pflege de- Aberglauben- erzogen wird. Da» einzige Märchen, an da- Preyer seinen Knaben fest glauben laßt, ist daS von dem Klapperstorch, welcher die Kinder bringt. Kann eS jedoch Wunder nehmen, daß diese» Märchen über kurz oder lang bet den kleinen Gedankenhelden Anstoß erregt? Ich wenigsien» finde daS Erstaunen sehr begreiflich, mit welchem ein 3!/2 jähriges Mädchen, auf einen Rtesenelefanten deutend, seine Mutter fragt:Sag mal, hat den auch der Klapper­storch gebracht?"

Zeitgemäß. Dame (bei der Modistin):Ich schrieb Ihnen bereit» vorige Woche, mir einen Hut herzurichten, jedoch gesandt haben Sie mir keinen!" Modistin:Ent- schuldigen Sie, gnädige Frau, aber Ihre Postkarte ist noch bei der Handschriften-Beurtheiluug!"

Auszug aus den Standesamtsregistern

der Stadt Gießen.

Aufgebote.

Juli: 15. Konrad Eller, Streckenarbeiter dahier, mit Margarethe Hartmetz hierselbst. 18. Arthur Hermann Otto Günther, Sergeant zu Gießen, mit Anna Maria Schenk zu Marburg. 19. Dr. Franz Bruno Walther Kinkel, Privatgelehrter dahier, mit Ottilie Margarethe Böttcher zu Großtabarz. 19. Heinrich Paulus Ruhl, Lacktrer dahier, mit Marie Sophie Henkel hierselbst.

Eheschließungen.

Juli: 16. Sebastian Rödel, K. Reallehrer zu Speyer, mit Bertha Caroline Eugenie Johanna Spengel zu Gießen. 16. Georg Heinrich Eduard Michel, Schlosser dahier, mit Anna Luise Christiane Georgine Günther hierselbst. 16. Wilhelm Martin Brück, Fabrik­arbeiter dahier, mit Elisabeth Johann, Lemp hierselbst. 18. Friedrich

Carl Wilhelm Ludwig Poly, Secondlieutenant dahier, mit Friederike Caroline Alexandrine Leopoldine Sofia von Meibom hierselbst. 19. Louis Schultheis, Restaurateur dahier, mit Auguste Karoline Renner hierselbst. 20. Heinrich Rau, Magazinarbetter dahier, mit Anna Elisabeth Mattern hierselbst. 21. Otto Hugo Meyer, Kauf­mann dahier, mit Johannette Henriette Phtlipptne MalkomestuS hierselbst.

Geborene.

Juli: 12. Dem Taglöhner Christoph Steih eine Tochter, Lina. 15. Dem Secondlieutenant Gustav Stephan ein Sohn. 15. Dem Bäcker Hermann Strobel ein Sohn, Hermann Eduard. 17. Dem Telegraphen-Asptrant Wilhelm Rapp Zwillingslöchter, Auguste Eva Karoline Ida und Katharina Franziska Maria Gloria. 18. Dem Schmied Johannes Ltehr eine Tochter, Lilli Elisabeth Henny Luise. 20. Dem Schlosser Johann Georg Lehr ein Sohn. 20. Dem Uni­versitäts-Professor Dr. Karl Elbs ein Sohn, Werner Gustav Hermann Hans. 21. Dem Bankier Conrad Dietz eine Tochter. 21. Dem Kaufmann Gustav Ruppel eine Tochter.

Gestorbene.

Juli: 18. Kirchenrath Karl Christian Cellarius, 85 Jahre alt, Pfarrer t. P. dahier. 18. Susanne Georgine Magdalene Schierholz, geb. Naumann, 63 Jahre alt, Wtttwe von Mustklebrer Georg Schierholz dahier. 19. Johannette Rücker, geb Hardt, 27 Jahre alt, Ehefrau von Landwirth Philipp Heinrich Rücker zu Bermbach, Amt Weilburg. 19. Pauline Pingel, 20 Jahre alt, Arbeiterin von Ahausen, Amt Weilburg. 21. Albert Köchltn, 38 Jahre alt, Buch­drucker dahier. 21. Bertha Sattler, geb. Köhler, 64 Jahre alt, Ehe­frau von Rentner Robert Sattler dahier.

Auszug aus den Kirchenbücher«

der Stadt (Lietzen.

Evangelische Gemeinde.

Getraute.

MarkuSgemeinde.

Den 16. Juli. Sebastian Rödel, Königl. Reallehrer zu Speyer, und Bertha Karoline Eugenie Johanna Spengel, Tochter des Privat­manns Otto Spengel zu Gießen.

Den 19 Juli. Louis Schultheis, Restaurateur zu Gießen, und Elisabeth Renner, Tochter des Tapezters Gustav Renner zu Gießen.

Den 21. Juli. Otto Hugo Meyer, Kaufmann zu Gießen, und Johannette Henriette Phtlipptne MalkomestuS, Tochter des verstorbenen Metzgermeifters Georg Malkomesius zu Gießen.

JohanneSgemeinde.

Den 16. Juli. Wilhelm Brück, Fabrikarbeiter, und Elisabeth Johanna Lemp, Tochter des Taglöhners Georg Lemp zu Gteßm.

Den 17. Juli. Georg Michel, Schlosser, und Anna Günther, Tochter des pensionirten Bremsers Konrad Günther zu Gießen.

Getaufte.

Matthäusgemeinde.

Den 17. Juli. Dem Spengler Karl August Pasbach ein Sohn- Paul Karl, geboren den 2. Juni.

Denselben. Dem Taglöhner Friedrich Weber ein Sohn, Karl Konrad LouiS, geboren den 30. Mat.

MarkuSgemeinde.

Den 16. Juli. Dem Lehrer August Habicht eine Tochter- Wilhelmine Frida Auguste, geboren den 21. Juni.

Den 17. Juli. Dem Taglöhner Peter Schneider ein Sohn, Wilhelm, geboren den 12. Juni.

JohanneSgemeinde.

Den 17. Juli. Dem Schneider Heinrich Klee ein Sohn, Adolf, geboren den 11. Mai.

Beerdigte.

JohanneSgemeinde.

Den 20. Juli. Carl Christian Cellarius, Kirchenrath, Pfarrer in Pension, 85 Jahre alt, starb den 18. Juli.

Den 21. Juli. Susanne Georgine Magdalene Schierholz, geb. Naumann, Wtttwe des Musiklehrers Georg Schierholz, 63 Jahre alt, starb den 18. Juli.

Brodpreise

vom 24. Juli bis 7. August 1898.

Der hiesige« Bäcker.

1 Kg. (2 Pfd.) Tafelbrod......

2 Kg. (4 Pfd.) Tafelbrod......

1 Kg. (2 Pfd.) Weißbrod......

1 (2 ) bei Heinrich Plank .

2 Kg. (4 Pfd.) Weißbrod......

2 (4 ) bei Heinrich Plank .

1 Kg. (2 Pfd.) Schwarzbrot»......

1 ff (2 ) bet Heinrich Plank

2 Kg. (4 Pfd.) Schwarzbrot,.....

2 (4 ) bei Heinrich Plank

Der auswärtige« Bäcker.

1 Kg. (2 Pfd.) Weißbrod bet L. Stetnmüller, Gr.-Linden L. Schmidt, Gr.-Linden

2 Kg. (4 Pfd.) Weißbrod bei Joh. Kd. Velte v. Ktrchgöns L. Stetnmüller, Gr.-Linden L. Schmidt (Großen-Linden) Wtlh. Fabel von Wieseck

2 Kg. (4 Pfd.) Schwarzbrot» beiJoh. Kd. Velte v. Kirch-Göns L. Steinmüller, Gr.-Linden W. Stetnmüller, Lang-Göns L. Schmidt, Großen-Linden G. Jacoby v. Alten-Buseck

3 Kg. (6 Pfd.) Schwarzbrod bei Wilh. Fabel von Wieseck G. Jacoby v. Alten-Buseck

Der Brodverkäufer.

Bei den hiesigen Brodverkäufern bestehen dieselben Preise den hiesigen Bäckern.

Gießen, den 23. Juli 1898.

Grobherzogliches Polizeiamt Gießen.

W

wie bet

24

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46

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70

72

29 58

27 26

54 52 25 24

60 48

v. Bechtold.

Verkehr, £cmb* VolksrvirLhschcrst-

23. Juli. Marktbericht. Auf de« heutig« Wochenmarkt kosteten: Butter pr. Pfd. X 0,901,10, Hühnerei« pr.6L674, 2 St. 1113 Enteneier 2 St. 1415 A, Gänse- eier pr. St. 1200 H, Käse 1 St. ö8 Käsematte pr. St. 3 X Erbsen pr. Liter 20 4}, Linsen pr. Liter 32 4, Tauben pr. Paac X 0,70 bi» 0,90, Hühner pr. Stück 0,90 bis 1,20, Hahn« pr.

X 0,701,20, Ent« pr. Stück X 1,602,00, Gänse pr. Pfund X 0,00-0,00, Ochsenfleisch pr. Pfd. 66-74 H, Kuh- und Rindfleisch pr. Pfd. 6266 H, Schweinefleisch pr. Pfd. 64 bi« 72 X Schweinr-- fleisch, gesalzen, pr. Pfd. 76 4, Kalbfleisch pr. Pfd. 60-00 4b Hammelfleisch pr. Pfd. 6070 H, Kartoffeln pr. 100 Kilo 10,00 bis 12,00 X, Weißkraut pr. Stück 000 Zwiebeln pr. Cmtner 9,0010,00 X, Milch vr. Liter 16 X Kirschen pr. Pfd. 1820 X

Dauer der Marktzeit von 7 Uhr Morgens bis 1 Uhr Nach­mittags. Während der ersten 3 Stunden der Marktzeit darf im Umherziehen nicht feilgeboten werden.

Temperatur der Lahn und Lust nach Reaumur gemessen am 23. Juli, zwischen 11 und 12 Uhr Mittags Wasser 16°, Luft 18°.

Rübsamen'sche Badeanstalt.