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24.7.1898 Erstes Blatt
 
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omitag beit 24. Juli

Erftes Blatt

Nr. 171

Heneral-Anzeiger

Alle Anzrigen-LermiNlungSstkllen de« In- und »ustandet nehmen Anzeigen für den G'eßener Attzetger entgeye.

Vet Postbezug 2 Mark 50 Pf», vleltcljahrltch.

frfcAetnt ILflN-st mit Ausnahme des Montag«.

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Die Glehenrr

>emlfienß fd111 r werden dem Anzeiger Wöcheutr.ch viernial beigelegt.

Unuahme von Anzeigen zu der Nachmittag« für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bi« Darm. 10 Uhr.

Amts- und Anzeigcblntt für beit Tireis Gisste«.

Gratisbcilagk: Kießmer Familienblätter

bare Rolle gespielt zu haben.

Dieser

abstattet.

Redaktion, Expedition und Druckerei:

Schnkstraße Nr. 7.

sollen, daß der Fluchtverbächtige im Laude, nöthigenfallS selbst in ®e®al)tfam blieb. Die P°li,ei scheint wieder eine fonber.

Adresse für Depeschen: Anzeiger Hieße».

Fernsprecher Nr. 51.

Ausland.

Bien, 22. Juli. Anläßlich der Anwesenheit der Mit- lieber de» Verbandes der deutschen Bäcker. GenossenschaftenGermania" zum Besuche^ der JllbilLumSfeierltchketten richteten die österreichischen Bäcker- meister ein Begrüßung»-Telegramm on den Deutschen Kaiser, die deutschen Bäcker eia solche» an den Kaiser $ T ° 22? Juli. ES verlautet, der Untersuchungsrichter

Bertulu» werde in die Provinz versetzt werden, da die Art und Weise, wie er die Untersuchung gegen Esterhazy geführt, angeblich seine Unfähigkeit zu größeren Ausgaben grzeigt hat.

Paris, 20. Juli. Zola ist nicht geflohen! Er ist nidjt geflohen, sondern nut abgeretst. Er nahm ein Rund- retsebtllet mit 60 tägiger Giltigkeit. Daraus ersteht man, daß et in der Sommerfrische nut Kraft zu neuem Kampfe schöpfen will. Er selber erklärt in derAurore": Ihm liege daran, Zeit zu gewinnen und daS Urtheil, daS ihm ein Jahr Gefänguiß anferlegt, nicht sofort zugestellt zu er. halten, wrtl er sonst nur fünf Tage zur Berufung hätte und wahrscheinlich schon im August wieder vor da» -Schwurgericht müfetr Btvor er wieder vor die Geschworenen trete, wünsche Esterha-YS Schuld gerichtlich feststelleu zu laffeu und ferner vom Lasia.tonShofe daS Recht zur Aufrollung der ganzen DrryfuS-Affatre zu erlangen. Kein wohlmeinender Menfch kann ihm da» verdenken. Nicht Furcht hat ihn zur Flucht bewogen - auch nicht zum Vergnügen ist er verreist, sondern aus Opferbereitschaft für die Sache, der er sein Leben ge­weiht hat, geht er in die Sommerfrische. Mögen die Zeit­ungen derEavagne", d. h. der um Cavaignac gesch°°rten Dictaturpartei, die jetzt die Nachfolge der ,,Boulange über- nimmt, noch so höhnisch hinter dem Reisenden h»l°chm w r stimmen ihm bei und bedauern nur, daß wir e» nicht ebenso machen können wie er. Zola läßt un8, indem er scheidet, in einer argen Patsche zurück, denn nun geht die Dreysu»affaire erst recht auß dem Gebiete der juristischen Streitigkeiten in Me Politik über. Der Ministerpräsident und Minister de» Janerv Briffon wird verantwortlich gemacht, weil er den Berurtheilten über die Grenze entkommen und den Proceß mit sammt der ganzen DreyfuSagitation auf» Nene ver­schleppen ljeß, obgleich er mit seiner Polizei hätte auspafsen

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Boulanger au» dem Lande hlnauSgrgranlt hatte. Kein zose läßt sich etnreden, daß fie nicht auch um Zola» Reise gewußt und dazu selbst geholfen habe. Für fie ist e« 1- etne B quemltcbkeit, wenn ein Störenfried weniger in Frank- reich weillt. Jetzt spricht man davon, die Kammer extra einzuberufen und den Ministerpräsidentin zur Rede zu stellen. So schlimm wird e» hoffentlich nicht kommen. Aber ziemlich allgemet i nimmt man au, daß Briffon, der sich in seiner Ehrlichkeit nicht wehr zu helfen weiß und über dessen Kopf hinweg andere Minister regieren, vom Amte zurücktreten werde. Die Radikalen selber scheinen, wie nach den unglück­lichen Wahlen, die er im Jahre 1885 geschehen ließ, von ihm abzufalle« und an seiner Stille einen anderen Mann zu wünschen. Sie geutren sich zwar, sofort zur Mtnisterprasi- deutschaft de» KriegSmtutster» zu rathen, weil daß einem spanischen Pronunctamtento doch zu ähnlich sähe- sie möchten den retu bürgerlichen Anschein noch wahren und hoffen daher, daß Bourgeois in sanfter, unverdächtiger Weise au»führe, was Cavaignac vorhat. So bereitet fich mitten im Sommer eine Krisis vor, die um diese Jahreszeit beispiellos und ge­radezu unnatürlich ist. So lang die Republik besteht, hatten die Parteien wenigsten» die HundStage, wtnu auch sonst nicht viel andere», respcctirt. Jetzt qerathen wir in die Doppe' gluth der Sonne und der politischen EntschetduugSkämpse, während Zola, der Glückliche, die Sommerfrische genießt.

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London, 22. Juli. DenFinancial New»" zufolge erfolgte der Abschluß eine» Hande iso ertrage» zwischen Eytna und dem Congostaat. Letzterer beabsichtigt, etne starke Einwanderung von Kuli» au den Eongo zu organifirrn. ,, . .

Oporto, 22. Juli. Durch die Explosion von drei Dampskeffelu brannte in Lissabon ote Oelfabrik von eamb.ti total nitbtt. lieber 20 arbeitet wurden schwer verletzt. __________

Locales und ProvinzreUes.

Steßen, 23. Juli 1898.

Amtlichem Theil.

©efanbene Gegenstände: 1 stlberner

1 Broche, 1 Zwicker, 1 Armband. 1 nnachter Ring, 1 Porte- monnaie mit Inhalt, 1 Regenschirm, 1 Spazierstock, lvtr°h- Hut, 1 Kinderschirm, 1 Tascheomeffer, 1 Gürtel, 1 Stück braune Kordel, 1 Weckbeutel, 1 Peitsche und 1 Leiter.

Zugeftogeu: 1 Zeisig und 1 Ente.

Gießen, den 23. Juli 1898.

Großherzogliche» Polizeiamt Gießen, v. Bechtold.

* Eäugervereinigung. Einigkeit macht stark! alte, wahre Spruch hat sich am Zutrrff-ndsten bet un» Deutschen bewiesen, und, abgesehen von den polit'schen Erfolgen, haben die deutschen Sänger damit die besten Erfahrungen gemacht. Wie tu anderen Orten bestehen auch in Gießen eine übergroße 3°hi äRänner.®ef an« t>er einen, leider größteutheil» mit so schwachen Beständen, daß fie allein gar nicht in der Lage find, fich erfolgreich an größere Auf­gaben zu wagen. Da aber da» Streben nach solchen unleug­bar vorliegt, so sucht man schon seit Jahren nach einem festen Bindemittel, da» die kleinen Vereine, wenn auch nur sporadisch, zu einem Ganzen fügt. Da» Mittel, welche» un» Deutsche politisch e'nizte,.fte doch einen zu harten Kitt für die Sanger bilden, und da hat man denn zu allerhand Surrogaten greisen müssen, die zwar nicht Alles geleistet, aber vorübergehend ge- halten haben. Zu denen, die festen Stand zu halten scheinen, gehört die Gießener Sanger-Bereinigung, bestehend aus den VereinenBürgergesellschaft",Harmonie",Liederkranz undSängerkraoz" unter Direktion Don granji®auer. Vereinigung ist zwar erst einige Jahre in Thatigkeit, hat aber trotzdem schon namhafte Erfolge aufzuweisen, und zwar vor allen D ngeu nach der musikalischen Seite hin, wa» dem ernsten Streben Franz Bauer- in erster Linie zu danken ist. Beim Lurufest 1895, bet dem Jahrestag der Aufrichtung des Deutschen Reiches 1896, im gleichen Jahre bei der FtiedenSseter und dem Gleiberg-Concert, im 3°hre 1897 bei Kailer Wilhelm» 100jährtger Geburtstagsfeier und noch im verfloffeuen November bet der Jubelfeier de»

Hai bte Sminigung bollgilti,- Setneife hre» «8="en6 Be­liefert. Jetzt geht man einen Schritt weiter und will, nicht zn oft, aber doch regelmäßig, in längeren Zeitspannen sich folgende Bersawrnlungiabende feftfegen: Der erste Me er Abende findet am Montag, um 8 Uhr beginnend, ImWo sophenwald" statt. ES sollen vorlavstg keine hochuothpeiu lichen UebnugSabende sein, sondern ^^kr GelernteS wird re- peiirt werden. Im Anschluß hieran dürste e-nicht un- inteteffavt sein, zu erfahren, daß der tüchtige Biedenkopfer Männergesangveretu" seinen ^^^ner Gesangfreunden im ^Ltederkranz" am Sonntag tu SteiuS ©orten einen Besuch

- i Der 19. Berbaudriag deS Bundes deutscher Buchbinder- ... - i;...... -

Frühling 1889 vergnügt die Hände al» fie 8 8£r.anBb(ungen be6 Berbaud-tageS im Insel-

A.,1 h,m 9nnhe binaueaeatQUlt batte. Kein F I »Jsarlust". ^Dte Tagesordnung umfaßt Haupt,

sächlich interne BundeSangelegenheiteu. Der Betuch gerade dieses verbanbstages empfiehlt sich den Buchbindermeisteru beiouderS im Hinblick darauf, daß auf der zur Zeit in München stattfindendeu 2. Kraft- und ArbeUSwaschlnrn-Aus­stellung bte Vuchbtnderei-Maschtneu Industrie in der hervor- gendsten Weise vertreten ist. Dieselbe ist ober auch rot ent- lich erleichtere durch da» Entgegenkommen der boy "scheu und württembergischen Eisenbahn Verwaltung, da» darin be­steht, daß die auf allen Stationen Bayerns und Württemberg» SamStagS und Sonntag» gelösten einfachen Fahrkarten zur freien Rückfahrt innerhalb zehn Tagen berkchngen. Anmeld, ungen von Festlegitimationen find an M. Nagler, München,

Bekanntmachung.

Die Sperre de» SelterSweg» für Fuhrwerke wird von morgen ab wieder aufgehoben.

Gießen, den 23 Juli 1898

Großherzogliche» Polizeiamt Gießen, v. Bechtold.

Deutsches Reich.

Berlin, 22. Juli. DieNordd. Allg. Ztg " tritt der Ansicht entgegen, daß die an der ruffischen Grenze zu Gunsten der Einfuhr russischer Gänse getroffenen Maßnahmen bezüglich de» Treibeverbote» lediglich durch den bekannten Erlaß de» russischen F.nanzminister» wegen höherer Der- .olluog gewiffer deutscher Maaren veranlaßt worden seien. EL sei lediglich ein Zufall, daß bte russische Finanzverwaltung zu derselben Zeit Regresstvmaßregeln ankündtge, wo fetten« einiger preußischer Rrgierung-präfibrnten dir besagten AnS- nahme-versügnngen getroffen wurden. DieNordd. Allgem. Zrg." fügt hinzu, daß fie in ihrer Erwartung, bah bte wegen ber Differenzen auf wirthschaftlich.politischem Gebiete ge­pflogenen Unterbonblnngen zwischen Rußland und Deutschland zu einem zufriedenstellenden Ergebntß führen würden, nicht cet6nf*t worden seien.

Köln, 22. Juli. DerKöln. Ztg." wird au« Peter»- bürg gemeldet, baß die russischen Zollmaßnahmen vicht vor dem 29. d. M. in Kraft treten.

z Der Znunngiverband deutscher Bauwerk-meister hat, einer Anregung au- betheiligten Kreisen folgenb,^bte Festsetzung und Einsührung von Normalprofi9m für Bau- Hölzer beantragt. Die hierüber gepflogenen Verhandlungen Haden zur Feststellung von Normalprofilen für Kanthölzer und Schntttmaterial (Bretter, Bohlen, Psosten, hatten) ge- führt, deren Einführung bei staatlichen Bauten vom Minister der öffentlichen Arbeiten verfügt worden.

* Unter dem TitelEinige wichtige Thatsacheu über Genf hat die Genfer Hotel-Beretniguag ein mit vielen ^ustravonen geziertes Werkchen herausgegedeu, welche» alle» für ®dud)er der Stadt Genf Wiffrnöwexthe enthält. Da» Re sebureau Schottenfels L Lo., Frankfurt a. M., verabfolgt diese Brochüre an Jniereffenten kostenfrei.________________________

vovmischtes.

Halle a. S, 21. Jul». Einem bedauerlichen Un- glück»!all auf demFechtboden fiel ber stud. Fritz Sichnock au» Dubweiler in ber Rheinprovinz hier zum Während be» Fechtens flog ihm bte abgeiprnngene spitze eiaeS Rappier» in den Mund, waS eine erhebliche Verletzung zur Folge hatte. In der Klinik trat bann noch die sog. Springrose hinzu, so daß der hoffnungsvolle junge Mann heute dem Ungiückrfalle erlegrn ist. Der verstorbene war Mitglied der Burschenschaft Salingia. #

* Au» Koblenz berichtet ein Leser berKöln. Ztg. den folgenden neuen Schulwitz: Beim Anschauung-untericht I in der höheren Mädchenschule wurde von einem kleinen Mädchen al» eine Eigenschaft deS Hahn» sein Stolz her o - I gehoben. Auf die Scherzfrage der Lehrerin, worauf der Hahn denn wohl stolz sei, erfolgte die Antwort:Weil er keine Eier zu legen braucht.

Biceadmiral Werner über den Untergang der®ont goane." 50a» Unglück, da» Bor »enigrn lagen dm ran* M.chm Dampfer8 ourgogne" b-iroffm otlcgtmubr bte Rrage nahe, ob -« riebt möglich fei, berart.ge «oiaftrophm m verm-idm. Der«°turnet Anzeige,' Hat fich nun in tiefer Sraae on den Bleeadrnlral RUnhold W m-r gement,t, ter fich eingehend darüber geäußert hat. Der erfahrene Seemann weift zunächst bte mehrfach aufgeiauchie Meinung al« höchst ue-wahrfchetnlich zurück, al« fei b« der Colliston noch ein brüte« Schiff beiheiligi genttfen und fd£t bann fori-Die Eifenhaui ber Paffageerdampfer 'st mä6k sehr dünn, da fie selbst bei schweren UanSer(4iffen nur 2 bi» 2Vi 6tnlimtter beträgt. Wenn nun, »ie im oorllegenben Falle, ein tfefoelabene« Schiff mit fe -'-" dord-r. fteven mit Fahrt dagegen anrennt, so kann die dünne Ham fehr leicht durchstoßen werben, namenti» wenn der Stoß zwischen zwei Spanien (Rippen) statifiobet. - Durch die

icht-.elle Fahrt derBoutgogne* e« "'^t, fik h-be

18 See- ober 4'/. deutsche Mellen in der Stunde gemocht

- hnn dann aber sehr leicht die Dom Oegeniegler gemachte

Oeffaung bedeutend weiter aufgetiffen und dadurch da« fchnelle Sinken vtrut sacht fein. Eme ganz ana!logt ung baden wir ja auch bei dem Sinken derE be Don bet Houbarg.Amerika.Lmle gehabt. DieE.be" »ar unge ähr so graß wie dieBoutgogne und ber fie anrenaente engl Damps-r auch nur ein Viertel so groß Wie fie. 3 ® i 8 auf ^bre weitere Frage, ob bte tranSatlauttschen Dampfer m^mWr ^en Zusammenstöße -effcheri werden dunen widere ich, daß der bei Weitem größte Theil utzteten bei Nebel und Nacht» bei sehr unstchtigem W-tter st-ustn e nnb an ihnen hauptsächlich die rasende Fahrt der Schiffe bte