Ausgabe 
24.7.1898 Drittes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

2. zum Steuercommissariat Grünberg ) 6t|

4. ;; : Md'da" i August d.J.

ohne daß der Pflichtige deshalb eine besondere Aufforderung abzuwarteu hat, bei der Bürgermeisterei der Wohnort« oder auch direct bei dem betreffenden Steuercommissariat abzu­liefern.

Von der Verpflichtung zur Steuererklärung sind nach Art. 15 des Gesetzes, insofern nicht im einzelnen Fall be­sondere Aufforderung der BeranlagungScommtssion ergeht, diejenigen Steuerpflichtigen entbunden, welche im unmittelbar vorausgegangeuen Steuerjahr bereits zur Capttalreutensteuer zugezogeu waren, auch inzwischen ihren Wohnsitz nicht ge­wechselt und keine den Betrag von 100 Mk. jährlich erreichende EtnkommenSverbesserung aus Capitalzinsen erlangt haben.

Inhaltlich des Art. 16 des genannten Gesetzes haben die Eapttalrenteusteuererklärung abzugeben:

1. für minderjährige, vermißte oder unter Vormund­schaft gestellte Personen deren gesetzliche Vertreter-

2. sür moralische Personen (Gemeinden, Körperschaften, Stiftungen, Anstalten), ferner sür Gesellschaften, Geooffeuschaften, Gantmassen, Erbmassen, soweit eine Steuerpflicht hier überhaupt in Betracht kommt, die bestellten Vorstände oder Verwalter;

3. tu allen anderen Fallen der Steuerpfl chtige selbst und zwar hinsichtlich des gesammten Ztusenbezugs, welcher, sei es aus eigenem Vermögen oder aus dem Vermögen seiner nicht selbstständig zur Lapital- rentensteuer gezogenen Angehörigen, ihm in Steuer­ansatz zu kommen hat.

Unter Bezugnahme auf die obigen Bestimmungen richten wir an die hiernach zur Etureichavg von Capitalrentensteuer- erklärungeu verpflichteten Bewohner unserer Bezirke hiermit die Aufforderung, ihre Erklärungen unfehlbar bis zu den angegebenen Terminen au die betrrffeudeu Bürgermeistereien oder direct an uns gelangen zu lassen. Die bet den Bürger­meistereien einlaufeuden Steuererk äruugen werden, und zwar insoweit verschlossen, vneröffnrt, an die Vorsitzenden der be­treffenden Beraulaguugscommisfionen übersendet werden.

Das Formular zu den Capitalreutensteuererklärungev, welchem etu Auszug aus dem Gesetz und eine bezügliche nähere Anweisung beigefügt ist, hat der Steuerpflichtige von der Bürgermeisterei des Wohnorts zu beziehen.

Gießen, Grüvberg, Hungen, Nidda, den 22. Juli 1898.

Für die Großherzoglichen Steuercommiffariate: Bähr. Müller. Snell. Schmitt.

Deutsches Reich.

Berlin, 22. Juli. Die Kaiserin hat dem Deutschen Verein vom Rothen Kreuz zu Gunsten der amerikanischen und spanischen Gesellschaft vom Rothen Kreuz 1000 Mk. überwiesen, die Kaiserin Friedrich 500 Mk.

Berlin, 22. Juli. Zu der Blättermelduug, daß eine hochwichtige Aenderung tu der Behandlung der technischen Fragen der deutschen Marine vorgenommeu werden solle, meldet dievosfische Zeitung", daß eS sich nur um eine Veränderung der Einrichtung der Personen­boote handle. Im Uebrigeu sei dies vorläufig nur ein Versuch.

Berlin, 22. Juli. Nach einer Meldung des Gouverne­ment» in Kt au-Tschau ist dort wegen der Beulenpest der Quarantänezuftand erklärt worden.

Arr-laud

Cortina (Tyrol), 22. Juli. Der Sohn des Reichs« Archivraths Riedel aus München stürzte vom Mont Nuvolau ab und blieb sofort tobt.

In Santiago wird es für die Amerikaner noch ungemüthlicher, als sie eS vor der Stadt gefunden haben. Die ausgehungerte, vollgepropfte Stadt steckt voller Unrath und scheint geradezu den Ausbruch einer gelben Fteberseuche herauszufordern. Bi- jetzt sollen nur sechs Fälle innerhalb der S adt vorgekommen sein; über den Umfang der Erkrank- uogrn außerhalb werden alle Miltheilungen zurückgehalten. Leider find fost sämmtliche Damen vom Rothen Kreuz an Dysenterie, Malaria oder gelbem Feuer erkrankt, so daß die Oberin aus Juraguactto (Stbonry) um Ersatz telegraphirt hat. Nicht weniger bedenklich als diese bösen Aussichten für die Gesundheitsverhältnisse der BesatzungSlruppen ist das ge­spannte Berhältniß der Amerikaner zu den Aufständischen. Garcia, dessen Tod sich bisher nicht bestätigt hat, ist empört über die Kaltblütigkeit, mit der man ihn und seine Leute von der StezeSbeute und der Theilaahme an der Verwaltung der eroberten Provinz ausschließt. ES sei an ein Wort von Maximo Gomez erinnert, die Aufständischen wollten ein freies Euba, nicht eine Herrschaft mit der anderen vertauschen. Da auch Blauco in Havanna fest entschlossen sein soll, selbst nach dem Friedensschlüsse gegen den Befehl seiner Regierung sich nicht zu ergeben, so dürften auf Cuba noch allerhand Ueber- raschungen bevorstehen. In Washington wird daher Mac Kinley» ursprünglicher Plan, im Herbst den Hauptschlag gegen Cuba zu führen, nicht aus den Augen gelassen.

Die innere Lage Chinas scheint fich immer ernster zu gestalten. ES ist wiederholt darauf hingewtesen worden, daß die Feindschaft gegen die Mandschu-Dynastie in der gegenwärtigen Aufstandsbeweguug in Südchina eine be­deutende Rolle spielt. Träger dieser Feindschaft sind nament­lich die zahlreichen geheimen Gesellschaften, deren Mitglieder durch furchtbare Eide mit einander verbunden find und fich durch geheime BegrüßuugSzeichen erkennen. Die mächtigste dieserLogen" ist die besonders in Südchiua verbreitete Tientihwui, die Gesellschaft des Himmels und der Erde, die auch als Bund des blauen Lotos, als Wafferltlieuloge und unter den Ausländern al» Dreiheitsgesellschaft bekannt ist. Die Dreiheitsgesellschaft betreibt schon seit der Zeit, da vor mehr als zwei Jahrhunderten die Mandschu als Eroberer tu

Peking einrückten, den Kampf gegen die Fremdherrschaft, gegen dieLandstreicher der trockenen Wüste", und die Wieder- etnsetzung der nationalen Ming-Dynastte als ihren vornehmsten Zweck. Die Rebellion in Kwaugfi greift ungehindert um sich und soll fich der Unterstützung der Dreiheits-Gesellschaft er­freuen, die bereit» in dem Taiping-Aufftand eine große Rolle gespielt bat. Wir hören außerdem, daß Mitglieder derNeu- China"-Partei von allen Seiten zu ihrer Unterstützung her- beiströmen, einer Partei, die den Sturz der Mandschudynastte und die Verjüngung Chinas durch europäische Ideen auf ihre Fahne geschrieben hat. Während diese gefährliche Bewegung Südchina beunruhigt, ist im äußersten Nordwesteu unter den muhamedanischen Dungans, die die Provinz Kansu bewohnen, eine neue Rebellion ausgebrocheu und zuguterletzt werden ernste Unruhen aus der französischen Niederlassung in Shanghai gemeldet, die zum Landen französischer und italienischer Marinesoldaten geführt haben. An diesen Unruhen soll laut englischen Berichten der rücksichtslose Beschluß der Franzosen, eine Straße durch den Kirchhof der Ntnggo-Gtlde zu führen, Schuld km. Die Chinesen haben eine solche Verehrung sür ihre Todten, daß eS nur Wunder nimmt, daß die Sache keine größeren Dimensionen anuahm. Diese Tempel oder Joß- Häuser findet man überall in China. Meistens sind fie aus Holz. Darin stehen die Särge von Chinesen, welche im Aus­lande gestorben find. Sie bleiben dort so lange, bis fie nach der Heimath der Vorfahren befördert werden. Im Allge­meinen find die Särge au» so dunklem Holz und so sorg- sältig verfiegelt, daß nicht viel passtreu kaun. Die eng­lischen Blätter mahnen die Regierung, den Franzosen scharf auf die Finger zu sehen und ihnen klar zu machen, daß Shanghai und die Shusau-Juseln zur englischen Einflußsphäre gehören. Auch dafür wird plaidirt, daß England China so­fort die Hilfe britischer Offiziere zur Organisation seiner Truppen und Unterdrückung der Aufstände aubieten soll.

M. N. N.

totales Wird jpro*itt$ielUs.

Lollar, 23. Juli. Etu von unserer Bevölkerung mit Interesse aufgenommener Akt wurde am 15. Juni vollzogen, nämlich die Gründung eines GewerbevereiuS. Es traten 70 Personen als Mitglieder dem ueuaegründeten Verein bet, dem ein ersprießliches, segensreiche» Wirken zu wünschen ist.

h. Garbeuteich, 21. Juli. AuS der Verloosung ge­legentlich der BerbaudSauSsttllung für Vogelsberger Rindvieh zu Gießen kommen nicht weniger al» 13 zum Thetl recht schöne Gewinne nach Garbeuteich.

Bergheim, 16. Juli. Bet der heurigen Bürgermeister­wahl wurde der seitherige Betgeordnete Seitz mit 52 gegen 21 Stimmen, die der Gegner, Herr Karl König II., erhielt, gewählt.

)( Forsthau» Finkeubach bei Wallernhausen, 21. Juli. Eine Berliner Firma hat tu unmittelbarer Nähe des hiesigen Forsthause» Grabungen nach Mineralwasser vorgeoommen. Sie ist dieser Tage in einer Tiefe von 40 Mtr. auf Silber­erze gestoßen. Der Silbergeyalt in den Erzen soll bedeutend sein. Es wird jetzt Tag und Nacht gearbeitet. ES wäre für die hiesige Gegend zu wünschen, wenn recht viel von dem vielbegehrten Metall gefunden und der Betrieb deS Berg­werkes vergrößert würde.

Hirzenhain, 21. Juli. Der Prokurist der Eisenwerke Hirzenham und Lollar, Herr Georg Korndörfer zu Hirzenhain, beging gestern lein 25jähriges Dtenstjubtläum, zu welchem demselben zahlreiche Glückwünsche, meist auf tele­graphischem Wege, zugegaugen sind. Ganz besonders aber verdienen die seitens deS Chefs der Firma, Herrn Geheim­rath Buderus, an den Jubilar gerichteten Worte dankbarer Anerkennung der treuen Mitarbeit, die von zwei schönen Geschenken begleitet waren, hier rühmende Erwähnung. Wie sehr der Jubilar in den Kreisen seiner Freunde und Bekannten sowohl als auch seitens der Beamten, Meister und Arbeiter der Werke geehrt und geachtet wird, bewiesen die ihm unter schönen Ansprachen während der Feier, welche fich des Abends tm Juugmann'icheu Saale vollzog, ferner über­reichten Geschenke, und geben wir auch an dieser Stelle der frohen Hoffnung Ausdruck, daß es demselben noch recht lange vergönnt sein möge, in körperlicher Rüstigkeit und geistiger Stärke seines Postens walten zu können zum Segen der Firma und Wohl seiner Untergebenen.

Darmstadt. 22. Juli. Vor einigen Monaten war Baurarh August Wiessell au- der Klinik in Gießen ge­heilt entlassen worden und hatte wieder seinen Dienst über­nommen, leider nur auf beschränkte Zeit, denn gestern ist er seinem Leiden erlegen. Der Verstorbene ist auch tu Ober- Hessen, wo er als KreiSbaumeifter in Alsfeld u. a. O. thätig war, in weiteren Kreisen wohlbekannt und war ein sehr pflicht- getreuer und in hohem Maße besähigter Baubeamter, der auch der Sache deS gewerblichen Unterrichts durch etsrige Mitwirkung tu der Handwerkerschul-Commisfion usw. viel ge­nützt hat.

Aas ter Zeit für die Seit

Vor 95 Jahren, am 24. Juli 1803, erblickte zu VillerS- Cotterets in der Picardie Alexander Dumas (der Aeltere) das Licht der Welt. Er begründete 1829 seinen litterarischen Ruf durch das historische DramaHenri III. et sa cour* (Heinrich III. und sein Hof). Mit ungewöhnlicher Productivität ausgerüstet, versah er die angesehensten Tagesblätter und Zeitschriften mit Romanen, von denen hier nurDer Graf von Monte Christo" erwähnt sei. Sein Hauptinteresse blieb jedoch der Bühne zugewandt. Er starb am 5. December 1870 in Puys bei Dieppe.

Vor 243 Jahren, am 25. Juli 1655, starb zu Liegnitz der berühmte Satyriker und Epigrammdichter Friedrich Logau, der durch Wahrheit der Empfindung, Ernst der Gesinnung, Schärfe und Kürze des Ausdrucks weder von seinen Zeitgenossen, noch von späteren Dichtern dieser Gattung

übertroffen wird. Solche Epigramme oder Sinngedichte, wie er sie nannte, verfaßte er etwa 4000. Logau wurde 1604 in Brockut (Schlesien) geboren.

Vermischtes.

* tzauau, 21. Juli. Herr Capellmeister Schmidt, der Dirigent der Capelle des hiesigen Infanterie-Regiments Nr. 166 stürzte am 19. d. Mts. Abends nach Beendigung des Concerts imBürgerbräu" auf dem Heimwege mit seinem Rade und brach ein Bein. (Die Capelle des 166. Regiments spielte bekanntlich am letzten Sonntag auf dem Gießener Ausstellungsplatze. Red.)

* Die deutsche Nordpolar-Cxpedttion auf der Suche uach Audräe. DieMünch. 9?. Nachr." schreiben: Ein Special- Berichterstatter de»Bert. Loc. Avz.", der an Bord der Helgoland" die von dem Polarfahrer Theodor Lerner ins Werk gesetzte deutsche Nordpolar-Expedirton mtt- macht, sandte seinem Blatte die telegraphische Mittheiluug, daß Andräe fich nicht auf Spitzbergen befindet. Da» be­treffende Telegramm lautet: Tromsö, 15. Juli: Am 8. Juvt verließen wir Tromsö, um nach Andröe zu suchen. Unser erstes Ziel war die zwischen Spitzbergen uad dem Festlande gelegene Bäreniusel, die gewöhnlich von dichten Nedelbäuken umlagert ist. Die Landung gelang, jedoch von Audrä: war keine Spur zu entdeck.n. Wir wandten uns alsdann nord­wärts in den West- und Oft-Tp tzbergen trennenden Stor- Fjord, untersuchten die Deevy Bai und drangen, begüastigt durch außerordeutlich glückliche EtSverhältniffe, weit nord­wärts, wo wir ergrbnißretche wissenschaftliche Untersuchung«« anstellteu. Nachdem der CurS wieder südlich genommen war, suchten wir zunächst die Ostseite Spitzbergen» zu erreichen, mußten aber vor dem Eis wieder umkehreu. In großem Bogen steuerten wir alsdann zum Ei» Fjord, durchsuchten die Advent-Bai, die Däueu Jnsel mit dem Virgo-Hafen, von wo auS Audrse am 11. Juli vorigen Jahres seinen Ausstieg be­werkstelligte, die Mossel'Bai und die Sieben Inseln. Die nördlichste, die Roßinsel, 80 Grad 55 Minuten Nord, auf der Theodor Lerner im Juni v. I. die nördlichste Pioviant- statton für Andröe errichtete, wurde einer genauen Durch­suchung unterworfen, jedoch ebenfalls erfolglos. Allen Fang­schiffen, die wir unterwegs anriefen, wurde die Frage nach irgend welchen Anzeichen für Andrer vorgelegt. Nicht» ist bisher entdeckt worden. So blieben die großen Anstreng­ungen unserseits uach dieser Richtung hin bislang resultatlo». Heute trafen wir den SalondampferAuguste Victoria", der uns neue Kohlen überbrachte. Wir gehen von der Advent- Bai nunmehr zur Oftseite Spitzbergens.

Amerikanische Gewissenhaftigkeit. Neuere Untersuch­ungen haben ergeben, daß von sämwrltchen in Folge des Ge- nuffes trichinösen Fleische» vorgekommeoen Erkrankungen die Hälfte auf amerikanisches Schweinefleisch zurückzuführe« ist. Da nun die in Betracht kommenden Fleischmengen zu 740 aus Amerika und zu 39/<o aus Europa stammen, so er­hellt, daß die Gefahr bet ersterem 39 Mal größer ist, al­bet europäischem Fletsch. ES kommt aber noch schlimmer. Hamburger Blätter melden, daß folgende Proceutsätze trichinöse» Fleisches tu europäischer und in amertkautscher Waare ge­funden wurden, wobei wir die für l-.tzterrs geltenden Ziffern in Klammern setzen: 1890: 0,0119 (0 9), 1891: 0013 (0 935), 1892: 0,0045 (0,9) 1893: 0 003 (0,48), 1894: 0 008 (0,44), 1895: 0 01 (0,25), 1896: 0,0031 (0,13). Seit die Zufuhr der russischen und dänischen Schweine auf­hört und nur deutsche und amerikanische Waare in Frage steht, ist da» Berhältniß sür Amerika noch bedeutend un- günst ger. Bei zu einem Thetle sogar nicht untersuchten Fletsche wurden tn deutschen Fleischwaareu in 255538 Fällen nur einmal Trichinen gefuodeu. Bet der Untersuchung ameri­kanischer mit Fletschschauattest versehener Waareu wurden bei 128929 Untersuchungen 73 Trtchtnenfunde constatirt. Im amerikanischenuntersuchten" Fleisch sind danach 146 Mal mehr Trichinen als im deutschen (theilweise sogar vorher nicht untersuchten). Obschon nur diejenigen Fälle dem Ge­sundheitsamt mttgetheilt werden, tn denen da» amertkautsche Fletschschauattest dabet geliefert werden kann, um den stet» streitenden amerikanischen Behörden den unumstößlichen Bl- wets bringen zu können, so sind doch schon in den ersten sechs Monaten diese» Jahres dem ReichSgesundheitSamt von der Hamburger Behörde 173 Fälle angegeben, tu denen solch fälschliches Attest von den amerikanischen Behörden er- theilt worden ist. Also in 173 Fällen find Trichinen ge­funden, während das amerikanische Attest Trichinensreihett bescheinigt.

Httiverfitäts - Nachrichten.

Zum Rector der Universität Würzburg für das Jahr 1898/99 wurde der Professor des Civilrechts, Dr. Schollmeyer, gewählt.

Wie aus Straßburg geschrieben wird, hat der dortige außerordentliche Professor für romanische Philologie, Dr. Schnee­gans, der einen Ruf für das neu errichtete Extra Ordinariat diese» Faches in Erlangen erhalten hat, diesen Ruf angenommen.

In der theologischen Facultät der Akademie tn Münster habtlittrte sich als Privatdocent Dr. theol. et phil. Wilhelm Engelkamp.

Die Erlanger Juristen-Facultät bat zur Herabminde­rung der Zahl ihrer Doctor-Candtdaten die Bestimmung, wonach daS mündltche Doctor-Examen der Annahme der Dissertation vor­ausgehen kann, aufgehoben.

Die sogenannten Hochschulcurse, die seit einigen Jahren in Wien, München, Jena, Leipzig und anderen Universitätsstädten abgehalten worden sind, werden nunmehr auch im nächsten Winter in Berlin statlfinden. Ein ComtlL von Berliner Hochschullehrern, dem u. A. die Herren Professoren Diels, Oertmann, Schmoller, Waldeyer, Witt und Geb. Oberregierungtrath Dr. Post angehö en, hat beschlossen, in den Monaten November und December volkS- thümliche Curse zu veranstalten. Die Vorarbeiten werden tn kurzer Zeit beendigt sein. v m ,, ,

Anfangs October findet in Berlin eine Conserenz der UniversttätS-Rectoren statt.

Der als hervorragender Jurist bekannte Justtzrath Kirch­hof tn Greifswald beging am 18. Juli seinen 70. Geburtstag und wurde aus diesem Anlaß von der juristischen Facultät der Uni­versität Greifswald zum Ehrendoctor ernannt.