Ausgabe 
24.2.1898 Erstes Blatt
 
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der auf sich diametral gegenüber stehenden Gebieten gleich- zeitig Bedeutende- leister. Emen kurzen wissenschaftlichen und künstlerischen Lebenslauf dieses genialen ManneS zu bringen, halten wir für sehr angebrache. Ludwig Wüllner, ein Sohn des in Köln so segensreich für Musik wirkenden Frafl Wüllner, war ursprünglich Germanist und als solcher bereit» Docenr an einer deutschen Universität. Dann wandte er sich der Bühne zu, und wirkte mehrere Jahre lang al» erster Charakterdarsteller am Hoftheater zu Meiningen. Auß dem verband dieser Bühne ehrenvoll geschieden, veranlaßte den Künstler der Drang zur Bethätigung seiner außerordentlichen musikalischen Fähigkeiten Wüllner ist nicht nur Sänger, sondern auch Geiger von Bedeutung, sowie die Anregung, welche ihm Dr. Johannes Brahms gegeben, sich zunächst dem Gesänge und der Mediation zu widmen. Welche außerordent­lichen Fähigkeiten er hierfür mitgebracht, und welche überaus großen künstlerischen Erfolge er mit ihnen erzielt, geht auS den begeisterten Besprechungen der fachmännischen Presse her­vor. Zur Charakterifiruog der künstlerischen Eigenart Dr. Wüllner» möge ein AuSfpruch E. E. Taubert», des be« kannten Musikkritiker» der BerlinerPost" gleich vorweg­genommen werden:Eine merkwürdige Erscheinung ist dieser Sänger, der von dem Moment an, wo er die Lippen öffnet, den Hörer stark fesselt und nicht wieder loSläßt. Die geistige Kraft, die von seinen Borträgen auf daS Publikum auSströmt, hat fast einen Anflag von der geheimen Macht der Hypnose."

** vefitzwechfel. Die früher Herzberger'sche Hofraithe, zuletzt dem Oeconomeu Rebe gehörig, sowie dessen drca 84 Morgen große» Ackergeläude ging mit dem gesammten tobten und lebenden Inventar der Wirthschaft für den Preis von 98000 Mk. durch Kauf in den Besitz des LandwirthS Götte von Odenhausen über.

* Gauturulag. Am Sonntag findet in Gießen der 64. Turntag für den Gau Hessen statt.

* * Der gestrige Fastriachttdieu»tag zeigte im großen Ganzen dasselbe Bild wie seine Vorgänger. Characteristische Masken und Gruppen fehlten vollständig. Der Straßen­verkehr |roar besonder» auf der MäaSburg, am Marktplatz und am Selteröweg lebhaft und staute sich zuwellen, besonders wenn Papierrollen geworfen wurden. Besondere Aufmerksam­keit zogen nur die Üblichen Berauftaltungen der Studenten auf sich.

Neuer Schnellzug? Wie demGründ. Anz." mit- getheilt wurde, liegt in der Absicht der Eisenbahnverwal­tung, auf der Strecke Gießen-Fulda einen Courierzug einzulegen, der auf keiner Station anhalten wird.

Rene» Bahnproject Bon Ufingen traf am 17. Februar folgende Depesche in Bad-Nauheim ein:Hier versammelte» Comitä, darunter bedeutender Ftvanzwann, zeichnete einen Garantiefood für projectirte Bahn Bad-Nauheim Ziegenberg mit Anschluß Usingen in Höhe von 85 000 Mark.

Darmstadt, 22. Februar. Wie jetzt bekannt wird, ist der Mensch, der unlängst bei Station Laudenbach der Main-Neckarbahn größere» Holzwerk auf die Schienen legte, um den Frühschnellzug zum Entgleisen zu bringen, ein mehr­fach bestraftes Individuum, das zu diesem verbrecherischen Vorgehen augenscheinlich aus Rache darüber, daß er vordem zu einer Strafe wegen Beleidigung eines Bahnbeamten bet» urtheilt wurde, getrieben worden ist.

Darmstadt, 22. Februar. Bekanntlich ist in der Menage- Versorgung der Truppen verschiedener Garnisonen eine Aende- rung eingetreten. Da» Fleisch für den gesammten Garnison- bedarf, da» seither mehrere Metzger lieferten, ist nunmehr je einem Metzger übertragen worden. Bei der jüngsten Ber- gebung der Fleischlieferuogen erhielt ein Darmstädter Metzger den Zuschlag für Ochsenfleisch für 1.24 Mk. pro Kilo, ein Wormser Metzger für 1.05 Mk. pro Kilo und ein Mainzer Metzger für 1 Mk. pro Kilo.

Neu Ifenbnrg, 20. Februar. Ein junger, etwa 20jähriger Manu aus dem benachbarten Dreieichenhain, der seither als KreiSamtögehilfe in Offenbach thätig war, hatte gestern Abend an dem von einem hiesigen Gesangverein arraagtrten Maskenball in äußerst geschmackvoller Maske theilgeuommen. Kurz nach der um 11 Uhr erfolgten De- maSkirnng wurde der KreiSamtSgehilfe durch den Polizei- cowmissär auS Offendach verhaftet und per Chaise dort­hin ins Untersuchungslocal verbracht. Wie verlautet, soll der verhaftete mit Stempelmarken strafbare Handlungen be­gangen haben.

Langen, 20. Februar. ES ist nun festgestellt, daß die derzeitige g:schäftliche Lage der hiesigen Credilkass e durch daS Verhalten der beiden abgesetzren Vorstandsmitglieder Keller und Herling hervorgerufen ist. Beide haben den Statuten zuwider Geschäfte mit N i ch t g e n o s se n abgeschlossen und hierdurch die Genossenschaft geschädigt. Der Borstand der Kasse hat Maßnahmen getroffen, durch die man der Schwierigkeiten Herr zu werden und Schlimmere» zu ver­hüten hofft.

Mainz 21. Februar. Ein 50jähriger Rangirer au» Köntgftädten wurde gestern Abend gegen 6 Uhr im Central- bahnhofe von einer Locomotioe üb er fahr en. Dem Aermsten wurde der Kops buchstäblich vom Rumpfe getrennt. Der Führer der Maschine bemerkte zwar den Mann, welcher auf feem Geleise stand und seine Uhr aufzog, eS gelang ihm jedoch nicht, trotz sofort gegebenen ContredampfeS, da» Unglück zu verhindern. Der Getödtete ist Familienvater.

x Au» Rheinhessen, 20. Februar. Zur Einführung der vierten Wagenklasse auf der ehemaligen Hess. Ludwig»- bahn wird derN. B. L. Ztg.- au» Mainz geschrieben: vorausgesetzt, daß die Waggonfabriken in der Lage sind, die benöthigte Anzahl Waggons rechtzeitig liefern zu können, wird, wie man un» von wohlunterrichteter Seite rnittheilt, den 1. October l. I. die 4. Wagenklasse auf den Strecken der ehemaligen LudwtgSbahn bestimmt zur Einsührung kommen. Zur Emsührung dieser Neuerung waren schon zweimal Ter- mtne festgesetzt, aber immer mußten dieselben hinanSgeschoben

. werden, da die Waggonfabriken wegen ArbeitSüberhäufuug nicht tu der Lage waren, die bestellten Waggon» zu liefern.

Dcrmifc^its*

Wiesbaden, 21. Februar. Der Comrni» August Ziegler au» Oppenheim hat sich gestern hier erschossen, nach­dem er io einer Nacht 500 Mk. verjubelt hatte, die er hinter dem Rücken seiner Mutter von einer Sparkasse in Oppen­heim erhoben hatte. Bon seinem Prinzipal war Ziegler vor einigen Tagen wegen seine» leichtsinnigen Lebenswandel» ent­lassen worden.

* Bremen, 21. Februar. Ein Raubmord, der heute am Hellen Mittage auf offener Straße auSgesÜhrt worden ist, hält unsere Stadt in Aufregung. Der SchiffScapitän Otto Plaffe auß Oldenburg wurde zwischen 12 und 1 Uhr in der Stau-Allee ermordet und beraubt aufgefunden. Die Stau Allee ist ein sehr breiter, gerader, offener Weg, der den bei der Stadt liegenden Bürgerpark an der Oftseite begrenzt. Die Straße ist noch wenig bebaut, hat aber in der Regel einen starken Verkehr von Equipagen, Radfahrern und Fuß­gängern. Heute wird der Verkehr wegen de» schlechten Wet- ter» wohl ein geringerer gewesen fein. Plaffe, der nicht mehr zur See fuhr, sondern sich hier zur Ruhe gesetzt hatte, war gewohnt, bei jedem Weiter seinen Spaziergang nach dem Bürgerparke zu machen. Heute Mittag nach 12 Uhr wurden nun von zwei in der Nähr deS Waldschlößchens im Bürger- park beschäftigten Arbeitern zwei Schüffe gehört. Als die Arbeiter der Richtung nachgingeu, auß der sie die Schüsse gehört hatten, fanden sie Plaffe bereit» tobt auf einem Fuß­wege der Stau Allee liegen. Die Hosentaschen waren her- auSgezogen und die in ihnen enthalten gewesenen Gegenstände lagen verstreut auf dem Wege. Wie sich später herausstellte, hat der Mörder dem Gemordeten nur das Portemonnaie ge­nommen, da» keinen größeren Betrag enthalten haben wird. Die anderen Werthsachen: goldene Uhr, Ringe u. s. w., hat er der Leiche gelassen. Der Tod Plaffe», eines Mannes von 58 Jahren, ist durch einen Schuß in den Nacken herbei« geführt. Nähere Anhaltspunkte über die Person deS Mörders fehlen gänzlich. Verdächtig erscheint ein mittelgroßer, mit dunklem Anzug, langem, schwarzem Shlips mit weißer Wäsche bekleideter Mann, der in einer Entfernung von mehreren hundert Schritt von der Leiche gesehen wurde, wie er in eiligem Schritte der Stadt zuging Der Mann hielt einen schwarzen Schirm vor das Gesicht. Man er­wartet, daß eine größere Belohnung auf die Ergreifung de» Mörder» außgesetzt werden wird.

* Stuttgart, 22. Februar. In Feuerbach wurde Schuhmacher Fans er erdrosselt cufgefunöen. Dessen Sohn wurde al» deö Morde» verdächtig verhaftet.

* LandShnt, 22 Februar. Am Hellen Tage schnitt heute aus der Straße nächst Landshut ein Bauernsohn einer Dienst­magd den Hal» ab.

Uuterbimbach, 16. Februar. Als heute Nachmittag der Müller Anton Brähler von der MengelSmühle und sein Knecht mit einem beladenen Wagen die utfterhalb be» Dorfe» Uuterbimbach belegene Lüderbrücke überfuhr, welche von dem hochangeschwollenen Flusse vollständig unter Wasser stand, stürzte da» Fuhrwerk mit fammt seinen zwei Begleitern die Brücke hinab in den Fluß. Dem Knechte gelang eS, sich am Ufer des Flusse» an einem Strauche festzuhalten, von wo er durch des Wege» kommende Holzhauer auß dem nassen Elemente befreit wurde- dagegen wurde sein Dienst- Herr von den Fluthen fortgeriffen, konnte aber schließlich wch, al» er schon dem Tode nahe war, von den Holzhauern aufgefangen und herausgezogen werden. Die Pferde und der Wagen find bis heute Abend noch nicht aufgefunden worden. Der Zustand des Müller» soll fihr bedenklich fehl; mußten ihm die hl. Sterbesacramente gereicht werden.

* Kaffeeschviudel. Zu dem unter vorstehender Spitz« marke in voriger Nummer erschienenen Artikel theilt man uns Folgendes mit:Die Notiz ist geeignet, denguten Bürgern" ganz falsche Vorstellungen über die Verdienste der Kaufleute an denbraunen Bohnen" beizubringeu. Die aufgestellte Rechnung von dem Preis von 25 Pfg. pro Pfund im Großhandel unb 100 bl» 120 Pfg. im Kleinhandel be­darf recht sehr der Ergänzung und Richtigstellung! Die Hamburger Notirungen für Santos good average lauten zur Zeit auf 30'/. Psg. und fügen toir die erklärende Be« merkung bet, daß die» e'n geringerer Typ mit schwarzen Einwurf und Steinen ist, der für den Rohverkauf an Private nicht in Frage kommt und nur für ganz billige RöstkaffeeS Verwendung findet. Für belesene bessere Santo»-Kaffteß bezahlt der Großhandel selbst 36 biß 42 Pfg. also schon erheblich mehr al» 25 Pfg. Wer nun aber glaubt, die Rechnung wäre damit richtig und am Ende, der vergißt den Fiscu», welcher für sich von jedem Pfund Rohkaffee 20 Psg. Zoll beansprucht. Dann kommt die Fracht und sonstige Spesen und da stellt fich dem Großhändler der Roh« kaffee schon auf 58 bis 64 Pfg. in Frankfurt. Der Bürger liebt aber, seinen Kaffee in geröstetem Zustande zu kaufen und hierfür stellt fich die Calculation folgendermaßen: Ge- wichtßoerlust beim Rösten bei Vermeidung von Zusätzen also naturreinen Kaffee» 20 pCt., zusammen mit dem Preis für den Rohkaffee 71 b.S 77 Pfg. Nun verdient der Großhändler vielleicht 4 bi» 5 Pfg., der Detaillist, der auch die Düte liefern und möglicher Weise auch noch Credit geben muß 10 bi» 15 Pfg. am Pfund. Wenn man nun nach den heutigen Verkaufspreisen Umschau hält, so gewahrt man, daß gute SantoS-KaffeeS in allen guten Geschäften mit 90 biß 100 Pfg. verkauft werden, geringere Sorten auch von 70 Pfg. an. Wir wissen bestimmt, daß erste Firmen für den Preis von 100 biß 120 Pfg. schon Mischungen von guten SautoS-Kaffee» mit den besseren Java.Kaffee» verkaufen.

Bei« Ankleiden zu« Maskenbälle ist tu Berlin ein jangeß, 17jährige» Mädchen verunglückt. Sie kam mit

ihren leichten Kleidern einer Lampe zu nahe, diese finge« Feuer und da» Mädchen erlitt schwere Brandwunden. Sie wurde in einem Krankenwagen nach dem Lazarußkrankenhause gebracht und ist dort ihren Verletzungen erlegen.

Univerfitats - Noch pichten.

Halle. Der außerordentliche Professor Diehl folgt einem Rus als ordentlicher Professor der Naltonalöconomie an die Uni­versität Rostock.

Schissrnacheichten.

Norddeutscher Lloyd, in Gießen vertreten durch die Agentm Carl LooS und I. M. Schulhof.

Bremen, 22.Februar. sPer transatlantischen Telegraph.) Der Postdampser Roland, Kapitän I Jantzen, vom Norddeutschen ^lovd in Bremen, ist gestern 4 Uhr Nachmittags wohlbehalten in Baltimore angekommen.

Wöchentliche Ueberstcht der Todesfälle In Sieten.

8. Woche. Vom 13. Februar bis 19. Februar 1898.

Einwohnerzahl: angenommen zu 24 100 (tncl. 1600 Mann Militär).

Sterblichkettsziffer: 17,26, nach Abzug der Ortsfremden 8,63'/».

_e _ t Kinder

starken an: Zufanrven: Erwachsene: du vorn

Kropfgeschwulst 1 (1)

Krebs 2 (2)

Eitervergiftung 1 (!)

Lungenschwindsucht 2

Schlagfluß 1

DiphtherUts _______1

Summa: 8 (4)

1 Lebensjahr: 2 - 1k Jahr:

1 (1)

2 (2)

1 (1) - -

2

1

1

7 (4) - 1

® n m. Die in Klammern gefetzten Ziffern geben an, wie viel« ^r Todesfälle in der betreffenden Krankhed auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen

AirchttcheAnzeigen -er» evang.Gemeinde.

Donnerstag den 24. Februar im Schwesternhaus: Ber­einigung der confirmirteu Mädchen der MatthäuSg'meinbe nicht um 8 Uhr, sonder« titn 6 Uh».

verkehr, £aui>. unö Delftrotrtbjcfcaft.

* e W Der gestrige Kuhmarkt hatte einen Auf-

trieb von 600 bis 700 Stück, darunter etwa 200 Kälber. Trotzdem der Markt wenig bekannt geworben, hatten sich doch fremde Käufer eingefunden, die aber nur auf schwere Milchkühe reflectirten, welche am Markt nicht vorhanden waren. Der Handel entwickelte fich, da nur mittlere Waare auigetrieben war, sehr langsam und bewegten sich die hierfür gezahlten Preise zwischen 300 bis 400 Mark. Mast, rübe, die stark begehrt, waren nicht am Markte. Kälber in schwerer Waare warm sehr gesucht und gingen sehr flott ab. Die bafür an« gelegten Preise betrugen 63 bis 60 Mk. pro Gentner Schlachtgewicht. Leichte Waare war mit 52 bis 54 Mk. pro Cmtner zu kaufen. Der Markt blieb mit wmigm Stück üderstänbig unb war spät dem bet.

Neueste Nachrichten.

Depeschen des BureauHerold".

Berlin, 23. Februar. Der Culrusminister Dr. Bosse hat an den Rector der technischen Hochschule in Charlotten- bürg einen, den Besuch der ausländischen Studenten ein­schränkenden Erlaß gerichtet. Diese Einschränkung erfolgte wegen der Steigerung der Frequenz, wodurch die Raume nicht auSreichen.

Berlin, 23. Februar. AuS Petersburg wird dem Kleinen Journal" berichtet, der Botschafter Sinowjew hätte hinter einander drei Audienzen betm Sultan wegen der Candtdatur beß Prinzen Georg von Griechenland gehabt, stuhlanb soll derartige Angebote gemacht haben, daß die Nachgiebigkeit beß Sultan» wahrscheinlich sei.

Triest, 23. Februar. Gestern Abend bei dem üblichen JaschingSumzug brachte eine Gruppe von etwa taufend Arbeitern Hochrufe auf Zola und die Social- demokratie auß.

BnbapefL 23. Februar. Der Kaiser bestellte fünf Millionen Bronce-Medaillen, welche er anläßlich seine» 50jährigen Regierung»-Jub:läum» an sämmtiiche active Offiziere, Unteroffiziere unb Soldaten vertheilen lassen wird. An dem Jublläumstage wird der Kaiser ein OsfizierSdiner geben und gleichzeitig bekannt machen, daß sämmtiiche Offiziere, welche 50 Jahre unb Unteroffiziere, die 25 Jahre gedient laden, vom JudiläumStage ab bi» zu ihrem Ableben auß bet kaiserlichen Prioatschatalle ein Gnaden Gehalt erhalten.

Budapest, 23. Februar. In sämmtlichen hiesige« la fernen wurden vorgestern ueb gestern umfangreiche Nachforschungen noch socialistischen Schriften vor« geuomm-n. Die Polizeimannschaften erhielten Instructionen ür einen eventuellen künftigen Erntestrike.

Pari», 23. Februar. Im Prozeß Zola hat Labori auch gestern fein Plaidvyrr fortgesetzt. Heute wird er noch drei Stunden der Affaire Esterhazy widmen. Für ölemerceaa st eine Stunde reservirt. Labori erzielte gestern den stärksten persönlichen Erfolg bei der Schilderung der Degradation Drehfu»'. Sein Vortrag zeigte eine solche Lebendigkeit uib Wärme, daß er im Zuschauerraum selbst bet feinen Gegnern Kinriß. Man brachte Labori Ovationen bar. Minutenlange* Beifall durchorauste den Saal. Nach seiner Rede beglück­wünschten ihn die Advvcaten und schüttelten thm die Hand. Nur einige Offiziere versuchten, gegen diese Ovation zu p:otestiren, indem sie Hochrufe auf die Armee außbrachteo.

WB. Berlin, 28. Februar. Geheimerath Schwabach, der Seniorch'.f oe» Bankbau,eß Bleichtöder, ist heute vor­mittag 9 Uhr infolge eine» Schlaganfalles gestorben.

Man pflege die Haut Störung ^t e» Wohlbefin­dens wird oeimieber, btnn die Thältgkeii der Haut unb ihre Sin« lüffe auf die Gesundheit ist viel größer, al» die Meisten glaubte. Nach den Ucthellen der Aerzte hat bte Patent-Myrrholin Seise alle Eigenschaften zu einer Toilette GefunbheitSseife für den täglichee Gebrauch unb empfehlen ihre Anwendung aufS Wärmste, liebere! auch in den Apotheken, erhältlich. Zgg