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Freitag de« 23. December
1808
Nr. 301 Erstes Blatt.
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Der preußische Landtag.
Die beiden Häuser de« Landtag» der preußischen Monarchie stnd -um 16. Januar nach Berlin einberufen worden. Dieser Termin war schon von verschiedenen Seiten al« der «n maßgebender Stelle festgesetzte bezeichnet worden und et hat der Kritik insofern unterlegen, al« er der letzte verfassungsmäßig zulässige Tag für den Zusammentritt de» preußischen Parlament» ist. Wir wollen hier auf die Er- »rterungen darüber nicht weiter eingehen, da die Regierung natürlich gewichtige Gründe gehabt haben muß, den Termin so weit hinauszuschieben. Bedauern müßte man ja auch, wenn e« wiederum nicht gelänge, den Etat rechtzeitig fertig |u stellen, da dann abermals Provisorien geschaffen werden müßten, die nicht zur Gewohnheit werden dürfen.
Soweit sich bis jetzt übersehen läßt, wird der Landtag bei seinem Zusammentritt kein großes Arbeitsmatertal vorfinden ; die hauptsächlichsten Vorlagen werden erst im Laufe der Tagung zu erwarten sein, sodaß die Abgeordneten vorläufig auf die Durchberathung des Etat» ihre Thätigkeit zu beschränken haben. Das mag insofern von Wichtigkeit sein, al» bekanntlich im Reichstage nach Beendigung der Weihnachtsferien die MilÜäroorloge auf der Tagesordnung steht, die heiße Kämpfe und umfangreiche Berathungen erwarten läßt. Die mit Doppelmandaten gesegneten Abgeordnete« werden dann ihre ganze Kraft den Retchstagsfitzungen widmen können. Aber im weiteren Verlaufe der Tagung des Abgeordnetenhauses werden demselben eine Reihe von Vorlagen zugehen, die insbesondere in volkswirthschaftlicher Beziehung von großer Bedeutung sind.
Da treten vor allen Dingen die Kanalvorlagen hervor. Da» Project eines Großschifffahrtswege« zwischen Berlin und Stettin erregt besondere« Jntereffe, da die Ansichten über die Linie, welche für den Bau zu wählen sein wird, weit auseinandergehen. „Hie Westproject", „hie Ostproject" bildet jetzt den Kampfruf der einander gegenüberstehenden Parteien. Immer mehr Wahrscheinlichkeit findet die Ausführung des Ostprojects, für welches sich bekanntlich auch der Kaiser ausgesprochen haben soll. Immerhin werden, wenn dem Landtage bereits im Laufe der beginnenden Session eine bezügliche Vorlage zugehen sollte, die Meinungen hart aufeinander platzen. Bor der Erledigung solcher Einzelvorlagen dürfte jedoch die Frage der Concentration der Wafferbauoerwaltung ihren Ausgang finden.
Ob auch die hohe Politik in ihr Recht treten wird, kommt ganz darauf an, ob dem Landtage wieder eine Vereins- Gesetzvorlage zugeht oder nicht. Die in letzter Zeit hierüber In Umlauf gesetzten Meldungen find zu unzuverlässig, al» daß daran schon jetzt Folgerungen geknüpft werden könnten. Immerhin wird die Angelegenheit bestimmt zur Sprache kommen, wenn auch der Schwerpunkt der Debatte im Reichstage liegen wird bei der Berathung des Gesetzentwurf» zum Schutze Arbeitswilliger.
Da die Zusammensetzung de» preußischen Landtag» vom . Parteistandpunkte au» keine wesentliche Veränderung durch , die Neuwahlen ersahren hat, so dürften auch die Beschlüsse \ besondere Ueberraschungen nicht bringen. (xx)
Derrtfche» Reich.
Darmstadt, 21. December. Seine Königliche Hoheit der Groß Herzog empfingen heute den Oberst Conze«, den Hauptmann Frhrv. v. Bülow und den Premierlieuteoant Eberhard vom Großh. Feld - Artillerie - Regiment Nr. 25, (Großh. Artillerie«Cotpt), den Oberstlieutenant Frei- Herrn von Rheinhaben, etatSmäßigen Stabsoffizier vom 1. Großh. Infanterie - (Letbgarde-)Rlg'ment Ar. 115, den Sccondlieuteuant Hofmann vom 3. Großh. Infanterie- Regiment (Leib-Regiment) Nr. 117, den Sreoudlieutenavt der Reserve Werneburg vom Großh. Train Bataillon Nr. 25, den Theaterdirector Simon« au» Mainz, den Baurath Renting au« Bentheim, den OberrechnungSrath Dr. Fischer, den Geheimen Justizrath Lavgermann au« Gießen, den Herrn FredrikSson an« Mainz, den Professor Dr. Lang«irvff an« Ben«he m, den Hofrnth Koster, den Oderlande«gericht«rath Keller, den Oberstaatsanwalt Dr. PraetoriuS. Um 10*/< Uhr empfingen Seine Königliche Hoheit der Grobherzog den Königlich Großbritannischen Geschäftsträger Mr. Buchanan in Audienz - zum Vortrag den StaatSmioister Rothe, den Justizmimster Dr. Dittmar, den Geheimrrath Dr. Schäffer, den Mtnisterialrath Milbrand, den OrbevSkaazler Generalmajor z. D. v. Herff, den Mtnisterialrath Deißler, den Oderforstrath Dr. Walther, den CabinettSraih Römheld, den Hoftheaterdirector Werner. — Seine Königliche Hoheit der Großherzog »erden nächsten Samttag, 24. December, weder Audienzen ertheilen, noch Meldungen oder Borträge ent- gegennehmeu.
Darmstadt, 21. December. Ihre Königliche Hoheit die Grobh erzogt« empfingen gestern Nachmittag 2 Uhr de« Pfarrer Steiner von Schwanheim. Ihre Königlichen Hoheiten der Grohherzog und die Grobherzogin empfingen heute I. I. D. D. den Prinzen und die Prinzessin Reinhart za SolmS Ltch, welche daranf die Ehre hatten, am Großherzog- Uchen Luncheon theilzunehmen. Ihre Königliche Hoheit die Großherzogin beabsichtigen, heute Nachmittag den Weihnacht«- bescheeruagen in der Kleinktoderschule und im Aiicehospital, morgen Nachmittag 3 Uhr dem KindergotteSdirnft tu der Kirche zu Bessuvgrn beizuwohnen.
Berti«, 21. Decewber. Der Kais er hörte heute früh tu Potsdam den Vortrag de« Polizeipräsidenten und de« Branddirector« von Berlin, welche einen Offizier und einige Manu der Berliner Feuerwehr in einer neuen Uniform Vorfahrten. Wetter hörie der Kaiser den Vortrag dl« Chef« oeS Civil-Cabinet«, v. LucanuS, und des Fiuauzmiaister« Dr. M q rel. Später hatte der Kaiser eine Besprechung mit Admiral Hollmann.
Berlin, 21. December. Wie die „Berl. Polit. Nacht."
Feuilleton.
Lenöach-Ausstertung.
Berlin, de« 21. December 1898.
Am 20. December wurde hier im Kunstsalon Schulte die Levbach-Ausstellung geschloffen, welche während der letzten drei Wochen täglich unzählige Kunstfreunde und Schaulustige lerbcigelocft hatte.
Lenbach ist wohl längst allgemein al» der geistreichste Porträtmaler Deutschland» anerkannt gerade diese Ausstellung aber bot überreich Gelegenheit, ihn in seiner Eigenart kennen iu lernen.
Gedankenlose Nächster fremder Urtheile wiederholten auch jetzt den oft gehörten Satz, Lenbach sei entschieden bedeutender al» Darsteller männlicher Bildnisse al« in seiner Auffassung der Frau, und doch drängte sich einem gerade «et dieser Sammlung seiner Werke die Ueberzeugung auf, daß Lenbach vor Allen berufen fei, die Frau der oberen Zehntausend unsere« „fin de sidcle» zu schildern.
Ich glaube gern denjenigen, welche einige der Dar- gestellten genau kannte« und mir versicherten, e« fände sich Lecht wenig Sehnlichkeit. Trotzdem hoben wir e» hier mit Kunstwerken ersten Ranger zu thun. Lenbach Hot eben seine besondere Auffassung, er faßt einen Punkt in dem Choracter fehte« Modell« besonder« in« Auge und arbeitet e», von diesem Punkte ausgehend, zu einer bedeutungsvollen Persönlichkeit au».
Dabei ist Lenbach nicht etwa einseitig, im Gegentheil kann man sich kaum eine verschiedenartigere Gesellschaft vorstellen al» wie sie hier im Bildniß bei Schulte vertreten war: Neben einigen ernsten Männerporträt« Frauenbildniffe, die wie hingehaucht erschienen und in welchen der Künstler doch mit scharfem Blick und großem Ernste da» innerste Wesen der Frau enthüllt hatte. Da sah man neben der Herrscherin mit dem klaren, klugen Antlitz und der herrschgewohnten Geberde Kinder mit nervösen, üderzarten Zügen und großen, fragenden Augen; man sah da» hingebende, anmuthige Weib neben der eleganten, kalten Salondame, die Naive neben der Koketten, die mädchenhaft Schelmische neben der Frau, auf deren edlem Antlitz ein große» Leid seine unauslöschliche« Spure« gelassen hat, die biedere Hausfrau neben dem vornehmen Weibe mit den müden, spöttischen Augen und dem zu wehem Hohn verzogenen Munde. In dem letzteren Gemälde hat der Künstler geradezu einen Typu» für die Frau der dScadence geschaffen.
Ein» steht fest: So wenig man in Florenz die Fre»ken Benozzo Gozzoli» in dem stolzen Palaste der Medici übergehen darf, wenn man eine richtige Vorstellung von den Zeitgenossen Cosimo de Medici » haben will, ebenso wenig wird die Zukunft die Bildnisse Lenbach » unbeachtet lassen dürfe«, wenn sie erforsche« will, wie unsere Zett mü ihren reichen Offenbarungen und ihren schneidenden Gegensätzen in der Seele der Frauen au» ben oberen Schichten der Gesellschaft sich spiegelte. -L-
hören, hat der Kaiser den Oberpräftdeute« der Provinz Hessen-Nassau, Magdeburg, zum Präsidentin der Oder- Rechnungskammer, und den SraatSminister a. D. Graf v. Zedlitz-Trützschl er zum Oderpiäfideaten vou Hessen- Nassau ernannt. Gras Zedlitz wird morgen bereit« in seiner neuen Eigenschaft vom Kaiser empfangen «erden.
Berlin, 21. Decewber. Die .Post" bestätigt, daß der österreichisch ungarische Botschafter v. Szvgh en h Marich In seiner gestrigen Audienz beim Kaiser einen Brief Kaiser Franz Josef« überreichte.
Berlin, 21. December. Au« Anlaß de« heutigen Jahrestage« de« Ableben« der Fürstin Hohenlohe wurde heute früh in der Marien-Laprlle eine Seelenmesse gelesen, welcher der Reichskanzler, dessen Familie sowie Angehörige und Freunde de« fürstlichen Hause» beiwohnten. Auch in Schillingsfürst fand in der katholischen Pfarrkirche ein feierlicher Gottesdienst statt.
Berlin, 21. December. Die drei kaiserliche« Prinzen find heute Mittag 1*/, Uhr von Plön nach Potsdam abgereist, um da« weihnacht«sest bet den kaiserlichen Elter« zu verleben.
Berlin, 21. December. Der Entwurf de« Fleischbeschau-Gesetze« ist, wie die .Nordd. Allgew. Ztg." meldet, soweit fertig gestellt, daß er demnächst de« BundeS- rathe zugehen kann. Der Zweck diese« Gesetze« ist, wie bekannt, die Einführung einer allgemeinen obligatorische« Fleischbeschau für da« Deutsche Reich. ES handelt sich also um eine rein deutsche Angelegenheit, weiche eine Aufgabe stellt, an der«« Erfüllung Deutschland allein dethetligt ist.
Berlin, 21. December. Die „Nordd. Allgem. Zig." kommt heute auf ihre neuliche Notiz bezüglich ausführlicher Veröffentlichungen und Mitth eilung en aus geheime« Aktenstücken de« Bunde«rath« zurück und wiederholt nochmal», daß die Verhandlungen de« BundeSraths und damit die ihm vorliegenden Actenfiückc naturgemäß ebenfalls geheime find. Die Veröffentlichung solcher Aktenstücks kann rechtmäßiger weise nur durch den Reichskanzler oder den BundeSrattz veranlaßt werden. Veröffentlichungen von dritter Sette find nicht statthaft. WaS Etats-Entwürfe anbetrifft, so find dieselben sicherlich in erster Linie mit zu de« geheimen Aktenstücken de« BundeSrath« zu rechnen.
Berlin, 21. December. Re chskavzler Fürst Hohenlohe ist heute Nachmittag nach Eolmar abgereist, um dort da» Weihnachtsfest bet seinem Sohne, dem Prinzen Alexander zu Hohenlohe, zu verleben.
Berlin, 21. December. Die 83 bei« Reichstage ein- gegangenen Wahlproteste vertheilen sich auf die einzelne« Fraktionen wie folgt: 21 betreffen die konservativen, 8 die ReichSpartei, 1 die Reformpartet, 8 da« Lentrnm, 22 die Nationalliberalen, 5 freisinnige Bereinigung, 5 freisinnige BotkSpartei, 1 die süddeutsche BolkSpartei, 2 Socialdemo- kraien und 10 Wilde.
Köln, 21. December. Die .Köln. Ztg.* schreibt z« dem Schluß de« österrei ch i s ch en ReichSrathe« und zu der Meldung von de« beabsichtigten Rücktritt de« Ministerpräsidenten Grafen Thnn, e« scheine de« Grafen der Appetit Mit dem Essen gekommen zu sein. Bon RücktrittSgedanke« verlaute jetzt nicht« mehr. Im Gegentheil, trotz aller parlamentarischer Schlappen, deren Folgen sich selbst tn den Beziehungen Oesterreich« zu dem befreundeten Deutschland zeigten, fitze Graf Thun scheinbar fester i« Sattel denn je. Die Anwesenheit de« Grafen Thun an der Spitze der österreichischen Regierung bilde aber je länger je «ehr eine Gefahr für die auswärtigen Beziehungen de« Lande«. Daß e» Oesterreich gedeihlicher sein könnte, eine Aenderung in dieser Beziehung etntreten zu lassen, da« dürfte eine Frage sein, die nicht nur die Dentsch-Oesterreicher sondern auch der besonnenere Theil de« slawischen Oesterreich«, vor Alle« aber die Ungarn nicht tn verneinendem Sinne beantworten werden.
Wien. 21. December. Die gestern hn Abgeordneten- Hause mir großer Bestimmtheit anftretenden Gerüchte, daß Ministerpräsident Graf Thun zu demtsfioniren beabsichtige, werde« von competenter Seite al« gänzlich erfunden bezeichnet. Ebenso wird bestritten, daß Graf Thun den Tschechen zngesagt habe, der böhmische Landtag werde mit eine« königlichen Manifest eröffnet werden.
Gablonz,21. Decewber. Der hiesige deutsche Volks- Verein wurde behördlich ansgelöst.
Bebauet, 21. December. I« Abgeordnetenhaus» wurde heute die OZstruetion«debatte fortgesetzt, von


