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MW Schwer litten Leiden sanft
den Hinterbliebenen: luller.
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d. M., Nachmittag» sstraße, aus statt.
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für die Concert-Saison -
Mir 10.-
Nr. 249 Zweites Blatt
Sonntag den 23. October
1898
frftichrt Ugn<6 mit Ausnahme des Montag«.
Li» Gießener Jamiktenötttler »erden dem Anzeiger «schenNich viermal beigelegt.
Gießener Anzeiger
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Kberhesstscher Höstöauverein.
AereiusvezirK Hießen.
Um Montag den 81. October, Abends 8 Uhr, Habet in (Stehen tn der Restauration „<5af6 6bcl* eine Versammlung
mit folgender Tagesordnung statt:
1. Wahl eines Obmanns für die Stadt Dietzen.
2. Vortrag über die wichtigsten Schädlinge des Obst« baumes.
8. Vortrag über Obstverwerthuog im Haushalt.
Referent für 2 und 8 der SeeretLr des Ober« hrsstschen Obstbauvereius, Herr R. R eichelt, Lehrer an der Drotzh. Obstbau- und landw. Winter« schule Friedberg.
4. verloosuug von Zwergbäumchen, Boschroseu, Erdbeerpflanzen re.
Die Mitglieder des Oberhesstscheu Obstbauvereius, sowie sonstige Jatereffeuteu werden hierzu freundlichst eingeladru.
Dietzen, den 20. Oktober 1898.
Der Vorsitzende des Vereinsbezirks Dietzen des Oberhesfischen Obstbauvereius:
Frhr. Schenck.
Bolksthümlicher Hochschuluuterricht.
Zu diesem Kapitel schreibt die „Köln. Ztg.":
Im Anschlusie an die Mittheilung, daß auf der jüngsten Rectorenconserenz unter Vorsitz des Ministers Dr. Boffe euch die Frage de« sogenannten „volksthümlichen Hochschul« unterricht«" auf der Tagesordnung gestanden habe, beschäftigt 'ich wieder ein Theil der deutschen Presse mit dieser Frage end spricht seine Befürchtung au», daß bie Conferenz sich für die Durchführung diese« im Ausland, in«besondere tn Eng« land, erwachsenen und dort künstlich großgezogenen Gedanken« eu«gesprochen haben könnte. Wir theUen au« den mehrfach von un« entwickelten Gründen diese Befürchtung nicht; wir ind auch der Ansicht, daß dabei die Bedeutung dieser Reo torenconserenz verkannt und überschätzt wird. Die Rectoren unserer Hochschulen find in keiner Weise berufen und that- sächlich auch außer Stande, irgend ein ihre Hochschule binden« des Gutachten in solchen Fragen abzugeben; zur Abgabe 'sicher Gutachten find nur der Senat und die Facultäten der rinzelnen Hochschulen berufen. Die Rectoren wechseln von Jahr zu Jahr; sie können auf amtliche Anfragen nur ihre persönliche Ansicht bezeugen, und es ift eine bekannte Eischei- rung, daß der Rector dc» einen Jahre« recht oft die genau mtgegengesetzte Ansicht gegenüber dem Rector des vorher- zehenbeu Jahre« hegt und Beitritt. Aeußerungen und Gut«
Feuilleton.
Wadrider Mauderei.
Bon Dr. Johanne« Tschiedel»Madrid.
(Nachdruck verbot«.)
Madrid, im October 1898.
Jetzt — kann man sagen — erwacht Madrid aus -ine« Sommerschlaf. Unendlich lang war der Sommer, vrei lange Monate hindurch brannte einen Tag wie den ruderen die Sonne vom wolkenlosen Himmel herab. Tag ür Tag zeigte mit niederschmetternder Regelmäßigkeit das Lhermometer 41 oder 42 Grad im Scharren. Die Straßen ind Plätze waren Dluthöfev, denen Jedermann so schnell es ziug entrann. Die Pflastersteine brannten durch die Sohlen siudurch. Und obgleich die «asierjungen tagtäglich und elbst io der Nacht mit dem Schlauch in der Hand dastavden end stundenlang sprengten, so half selbst das 3® nächsten Augenblick hatte die Dluthhitze das bischeu Waffer vieder aufgetrockurt. Richt ein Atom Waffer durchfeuchtete
Sommer die vollkommen trockene Atmosphäre. Man weiß ja, Madrid, das inmitten einer bau»« und ftrauch« lofen, vollkommen kahlen und wüsten Hochebene liegt, hat Son allen Städten Europas die geringste Regenmenge, sie Ift die Stadt ohne Waffer par exeellence. Was btf aber Heißen will — eine Stadt ohne Waffer — das erfaßt man arst, wenn «an einen Sommer in Madrid durchlebt hat. Der Sommer gilt darum hier auch mit Recht als geradezu
achten der Rectorenconferenz in akademischen Dingen haben i deßhalb genau denselben und keinen höheren Werth, al« die | Meinungsäußerung etwa eine« Dutzend« beliebig ausgewählter ordentlicher Profefforen. Die Thatsache, daß die Rectoren« conferenz erst zu Ende de« Rcctoratsjahre« einberufen worden ist, beweist zudem zur Genüge, daß der Minister die Herren zusammenberufen hat, nicht um sie de futuro zu hören, sondern um ihre persönlichen Erfahrungen während de« eigenen Rectoratsjahre« kennen zu lernen. Auf dem Gebiete de« „volksthümlichen Hochschulunterricht«" hatte aber bi«her keiner der Rectoren Gelegenheit, persönliche Erfahrungen zu sammeln. Im Uebrigen haben wir den Eindruck gewonnen, daß in« zwischen die etwa« hitzigen Verfechter diese« unglückseligen Plane« viel Waffer in ihren schäumenden Wein gethan, und daß sie einzusehen begonnen haben, daß der Uebertragung der englischen, für die englischen Schulverhällmffe leicht et« klärltchen Hochschulbewegung aus unsere ganz ander« gearteten Universität«kreise die schwersten unb berechtigsten Bedenken entgegenstehen. Die Durchführung de« Gedanken« würde eine der wesentlichsten und stet« mit allem Nachdruck aufrecht erhaltenen Grundlagen unserer Unioerfität«verfaffung, die Gleichheit der Vorbildung der Zuhörer, verletzen und damit direct gegen die Untverfitätsstatuten verstoßen. Man weiß zur Genüge, welche schweren Kämpfe durchzufechten waren, um überhaupt den Realschul-Abiturienten da« Recht de« Zutritt« zu den Hochschulen zu verschaffen. Sind die Vor« kämpfet de« volksthümlichen Hochschulunterricht« der Ansicht, daß die Grenze der gleichen geistigen Vorbildung für alle Zuhörer der Hochschulen zu hoch gegriffen, daß sie etwa bi« zur Stufe de« Zeugniffe« für den einjährigen Dienst herab« zudrücken sei, so ließe sich darüber ftretten, wenn wir auch davon durchdrungen sind, daß die überwiegende Mehrheit der Hochschullehrer fich mit aller Entschiedenheit gegen eine solche Herabsetzung au«sprechen wird. Ganz ander« aber stellt fich die Frage, wenn die Pforten de« akademischen Tempel« für Jedermann au« dem Volk, für den völlig Ungebildeten ebenso wie für den UebergebUbeten, für ben armen Arbeiter ebensowohl wie für ben vornehmen Nicht«thuer geöffnet werben sollten. Hier haben bte Hochschulen selbst ein bringenbe« Jntetiffe, ihre Lebensgrunblage zu schützen unb ein unbe« bingte« Velo auszusprechen. Denn sie können barau« nur Schaben zu Gunsten ber Verflachung be« wissenschaftlichen Unterrichts unb bes wissenschaftlichen Forschen« nehmen. Volksthümlichen Unterricht zu ertheilen ist eine befonbere Kunst; sie ist leibet bei einer großen Anzahl unserer Hochschullehrer nicht zu Hause, sie ruht am besten in ben Hänben bet seminaristisch ausgebildeten Lehrer, sie wirb noch lange nicht daburch zu einem volksthümlichen Hochschulunterricht, baß gelegentlich auch einmal ein Hochschullehrer bte Gabe in sich entbeckt, volkSthümlich bie Schätze seines Wissens zu ver- werthen. Der Ausbruck bes volkLthümlichen Hochschulunter« richt« steht überhaupt seinem Wesen nach auf gleicher Stufe
unmöglich. Unb die Hundstagsauswanderung, anderwärts vielleicht mehr ein Gebot der Mode al« der Roth, ist hier eine Maßregel der Selbstei Haltung.
Trotzdem blieb es diesmal bis ziemlich tief in ben Sommer hinein recht lebhaft in Madrib. Kein Mensch schien merkwürdiger Weise das vedürsniß zu haben, der uuerträg« lichen Hitze in entfliehen. Die am Ende der CaDe AlcalÄ jenseits der Plaja de Madrid unb des Libelebrunnens ge« legenen Jardines del Retiro, ein zn verguügungszweckm vom Parque de Madrid abgezweigter kleiner Park, etwa ein »Zoologischer* en miniature, freilich ohne Bestien — wenn man von den Sängern der dort gastirenden Somrneroprr abfieht — also die Jardines wimmelten Abend für Abend von einer eleganten Gesellschaft, zu der man in Frack und smoking ging unb die tn dem einzigen großen, ringsum laufenden, eleettisch beleuchteten Rundgange eine ungemein moderne Lästerallee bildete. Will man Madrid mit zwei Worten charaeterifiren, so kann man sagen, er ist ftr physischer, geistiger und moralischer Beziehung ein Desäognitz. H er in der Eoneenttiruog ans die kleine Lästerallee trat das In Überraschend verstärktem Maße hervor, «ber die paarmal, wo ich mich herbeiließ, die Jardines am Abend, das heißt in der Rächt — in der Nacht nämlich lebt der Madrider und nicht blos im Sommer — zu besuchen, Über kam mich allmählich so stark das Gefühl des SefangenseinS, des Richt« hinausköuneus aus dem engen Kreis, daß ich io fluchtähalicher Schnelle mich davonmachtr, obwohl ich sonst keineswegs gesellschaftSseiudlich bin. Aber nach i» Retiro selbst war früh Morgens die feine Sesellschast zu tteffeu und Abends
mit etwa ber Bezeichnung „brauner Schimmel"; er vereinigt innerliche Gegensätze, bie fich vollftänbig ausschlietzen. Wir begrüßen jeben Gelehrten freubig, ber au« ber Heimlichkeit unb Vertraulichkeit seine« stillen Kämmerlein« unb seiner akabemischen Vorlesungen herau«tritt, um fich an weitere Volksschichten zu roenben, um ihnen in anberer unb volk«. thümlicherer Form, al« er es seinen ihm beruflich anoertrauten unb für seine wissenschaftlichen Vorlesungen langjährig vorbereiteten Schülern zu thun pflegt, bie Ergebnisse seiner Forschungen zugänglich zu machen. Da« ist bann aber kein Hochschulunterricht mehr, sonbern ein volksthümlicher Unter« richt, unb e« geschieht nicht selten, baß bie für derartigen Volksunterricht eigen« vorgebildeten Lehrer und Redner rocit sicherer unb weit anziehenber unb anregenber bas Verstänbniß ber größeren Massen zu treffen vermögen, al« jene Hochschul« lehrer. Aber für einen derartigen volksthümlichen Unterricht fehlt es wahrlich bei uns in Preußen nicht an au«reichenber Gelegenheit. Zahllose Vereine unb Verbänbe machen es fich zur besonberen Aufgabe, bieser volksthümlichen Verbreitung ber Wissenschaft birnlich zu sein. Vor Allem aber ist e« die deutsche Presse, die fich dieser Ausgabe mit ganz besonderer Sorgfalt widmet; fie verfügt über zahlreiche hervorragende Mitarbeiter gerade au« den Kreisen unserer Hoch« schullehrer, und deren Mitarbeiterschaft ist ber Presse um so erwünschter, je mehr ber einzelne ber guten unb altbewährten Ueberlieferung ber Presse entsprechend mit seiner Person unb seinem Namen zurücktritt unb feine Ausführungen rein sachlich wirken läßt. Diese Art bes volksthümlichen Unterrichts mit aller Entschiebenheit zu förbern unb zu pflegen, halten wir für eine vornehme unb bankbare Aufgabe unserer gelehrten Welt, soweit sie bazu geeignet ist. Sie in die Hallen unserer Hochschulen künstlich zu verpflanzen, fie in ein Unding eine« „volksthümlichen Hochschulunterrichts" zu verwandeln, hallen wir für eine schwere Verirrung, der wir nicht ernst genug entgegen treten können. Wir vertrauen, daß unsere preußische Unterrichtsverwaltung fich nicht dazu hergeben wird, eine solche Verirrung zu unterstützen und damit die wichtigste Grundlage unseres akademischen Unterricht« zu untergraben.
• Berlin, 21. October. Darf ein Barbier an Sonntagen Jemanden, den er schon vor 2 Uhr ein geseift und theilweise rafirt hat, noch nach 2 Uhr fertig rafiren? Diese ungeheuer wichtige Frage ist jetzt vom Kammergericht in bejahendem Sinne entschieden worden. In ber „R. A. Z." liest man darüber Folgende«: Der hiesige Bardier M. hatte Sonntag, den 6. Februar, al« von 12 Uhr ab viele Kunden kamen, seine beiden Gehilfen wiederholt ermahnt, fich so einzurichten, daß fie um 2 Uhr fertig seien. Ferner befahl er Schlag 2 Uhr, sie sollten die Arbeit einstellen. Aber bie Gehülfen hatten jeber gerabe noch einen Herrn unter bem Messer, ben sie nicht halb rafirt fortgehen lassen konnten.
raffelten durch den Paseo de Recoletos und die Castellana, da« Boulevardviertel Madrids, die eleganten Equipagen, welche die feine Welt zu den Gartenempsängen bei ihresgleichen führten. Sie schien offenbar gar nicht wie sonst da« Bedürsniß zu sühlen, fich tn den Bädern an der Küpe Spanteng zu erholen, und in der That hatte fie jenes Be« dürfniß durchaus nicht, so lange — Watsons Geschwader mit dem Besuch der spanischen Küste drohte. Die hiefige feine Welt war taktvoll genug, diesem Besuche ausznweichen, uw mit den Amerikanern keine Höflichkeiten anstaulchen zu müssen. Erst als das Friedensprotocoll unterzeichnet war, machte fich plötzlich das unwiderstehliche Bedürsniß geltend, dem unerträglichen Sommer in Madrid zu enlflikhen. In zwei Tagen war letzteres ansgestorben und tn rapide« Sturz versank es tn den torpor aestivus, einen Zustand absolutesten Stumpfsinns, tn welchem die geistige Anregung, die gewöhn« heitsmäßtg in Madrid fich auf Rormalnull befindet, bedeutend dämmer sank.
Jetzt wacht Madrid allmählich aus. Die ersten Regenschauer find nach langer, allzu langer Dürre über die Hoch- steppe dahtngegcwgen und haben den lechzenden Bewohnern der Hauptstadt, die alle geographischen Eigenschaften hat, Mt eine Hauptstadt nicht haben sollte, Erfrischung gebracht.
Schüchtern machen sich die ersten Spuren des Winter« lebens geltend und tastend strecken ein paar Theater ihre Fühlhörner aus, um zu sehen, wie es mit den Kaffen- ausfichten steht. Allen voran das Apollotheater, das aller- dingS von der von Schiller geträumten Bestimmung der Schaubühne al- moralische Erziehungsanstalt so weit wie


