Umstand, daß sich düs G biet, sohin die Brauerei ihr Ge- bräu nach auswärts absetzt, sich stetig erweitert. Auch die Jury der Ausstellung hat die Vorzüglichkeit der Biere an« erkannt und dieselbe mit der Preismedaille für vorzügliche Leistungen ausgezeichnet. In unserer Nachbarstadt Gießen, die tu Bezug auf Btererzeugung gewiß selbst einen guten Ruf genießt, hat da- Melchior-Bier bereits seit längerer Zeit seinen Einzug gehalten und wird dort in verschiedenen Restaurants verzapft, sowie in Ladengeschäften in Flaschen verkanft. (T. Jaserat in heutiger Nummer.)
Butzbach, 20. October. Bei der durch das Gericht vor- genommenen Besichtigung der gestern auf dem Schienen« geleiS der Strecke Butzbach—Langgöns aufgefundenen Leiche wurden noch zwei Portemonnaies mit kleinem Inhalt, ein Demant, ein Meisel und andere kleinere Werkzeuge gefunden. Den Vorgefundenen Sachen nach zu urtheileu, dürfte der Verunglückte ein Glaser gewesen sein. Er trug einen weichen, schwarzen Filzhut, einen dunklen, mit Pelz besetzten Mantel, zwei dunkle Westen, eine dunkle Hose und Zugsttefel und war von kleiner Statur. Die Leiche wurde heute auf dem hiestgen Friedhöfe bestattet.
Groß-Umstadt, 20. Oktober. Gelegentlich der diesjährigen Aushebung der Milttärdienstpflichtigen fand sich, daß der 20jährige Karl Brücher in den Geburtsregistern des hiesigen Standesamtes nicht eingetragen war, und mußte ein entsprechender Nachtrag vollzogen werden. Der frühere Standesbeamte ist bereits verstorben. — Bei der diesjährigen Heuernte wurde im Richer Wiesengruude die 18jährige Tochter der Wittwe Sturmfels von Klein- Umstadt vom Blitze erschlagen. Bon der Wittwe wurde hierauf ein Anspruch auf Unfallrente bei der land- und forst- wirthschastlicheu Berufsgenoffenschaft des GroßherzogthumS Hessen erhoben und sie darauf beschieden, daß ihre Tochter gelegentlich landwirthschaftlicher Arbeiten allerdings verunglückt sei, daß aber ein Blitzschlag als elementare Gewalt nicht unter die Unfälle im Sinne des Gesetzes zu rechnen sei. Da die Abgewiesrne sich mit diesem Bescheide nicht begnügte und einen Rechtsanwalt angenommen hat, wird gerichtliche Entscheidung stattfindeu. Darmst. Ztg.
Seligenstadt, 20. October. Unlängst jagte ein Bürger in Klein-Welzheim die Hühnerbrut seiner Hausmitbewohner mittelst einer Peitsche von seinem Düngerhaufen. Nach drei Tagen verendete ein getroffenes Küchlein. Wegen Sachbeschädigung erkannte heute das Gericht auf eine Geldstrafe von 25 Mk. und die Tragung der Kosten. Nur die bisherige Unbescholtenheit des Beschuldigten schützte diesen vor einer Freiheitsstrafe.
△ Mainz, 21. October. In den ersten Morgenstunden durchritte heute die Nachricht die hiesige Stadt, daß unmittelbar vor der Einfahrt in den Tentralbahnhof auf der Linie Bingen—Mainz ein großes Eisenbahnunglück pasfirt sei, bei welchem mehrere Menschen daS Leben eingebüßt. Glücklicher Weise hat sich das letztere nicht bestätigt, und beschränkt sich der Unfall auf folgende Thatsache: Der um 5 Uhr 22 Miu. Morgens hier fällige beschleunigte- Kölner Perfonenzug fuhr auf einen auf einer Steigung vor der Einfahrt in den Bahnhof liegen gebliebenen Güterzug, wobei ein mit Kohlen beladener Wagen des letzteren Zuges zertrümmert und die Maschine des Personenzuges etwas beschädigt wurde. Die Paffagiere kamen mit dem Schrecken davon. Dieselben mußten aussteigen und wurden später mit einem anderen Zug hierher befördert. Bon dem Personal der beiden zusammeugestoßenen Züge ist nur der Bremser Bläser von Bischofsheim verletzt, doch soll die Verletzung keine lebensgefährliche sein. Da an der Un« fallstrlle alle Paffagiere der später pasfirenden Züge umsteigev mußten, so erlitten sämmtliche Züge der Linien Mainz—Bingen und Mainz—Alzey Verspätungen - doch war der Verkehr nur kurze Zeit gesperrt. Der Unfall ist nach einer Mittheilung der Verwaltung darauf zurückzuführen, daß dem Perfonenzug das Signal zur freien Durchfahrt durch die Station gegeben wurde, während die Strecke noch nicht frei war. Bon anderer Seite wird behauptet, daß starker Nebel da- Erkennen des Signals unmöglich gemacht habe.
A Mainz, 21. October. Die wegen leichten Unwohlseins auf kurze Zeit verschobene Hierherkunft des Eisenbahn- Ministers, Herrn Thielen, hat, wie man uus von unterrichteter Seite mittheilt, nicht nur den Zweck, die in dem hiesigen Eisenbahndirectionsbezirk geschaffenen und projeettrten Neuanlagen einer Besichtigung zu unterziehen, sondern Herr Thielen verbindet hiermit auch einen Besuch der Gastrll'schen Waggonfabrik in Mombach, wo das Kommen des Etsenbahnmiuisters bereits für Mittwoch angemeldet war. Wie wir erfahren, hängt die Besichtigung des Gastrll'schen Werkes durch den Minister mit der Absicht der Regierung zusammen, um dem fortwährenden Waggonmangel zu begegnen, im Osten Deutschlands ein staatliches Waggouwerk zu errichten. Herr Thielen wird zu dem gleichen Zweck auch die Waggonfabriken tu Deutz und Breslau besichtigen. — Der Bau eines neuen städtischen Gaswerkes hier ist von dem Bau- und Finanz« auSschuß jetzt definitiv beschloffen worden. Mit Rückficht auf die großen Unternehmungen, welche die Stadt eben auszuführen iw Begriff steht, war im Schooß der städtischen Verwaltung die Frage aufgeworfen worden, ob sich daS neue Gaswerk, bas einen Kostenaufwand von 2350000 Mk. erfordert, nicht noch einige Zeit hinausschieben ließe, waS iv- deß von den Sachverständigen entschieden bestritten wurde, weßhalb mau sich entschloß, das neue Werk sofort zu bauen. Die Leistung des Werkes wird vorläufig auf 4 500 000 Cubik- meter Jahresproduction gebracht.
Au» der Seit fttr Me Kett.
Vor 92 Jahren, am 23. October 1806, wurde zu Oberplan in Böhmen der Dichter Adalbert Stifter geboren. Als feinfinniger Schriftsteller machte er sich berühmt durch seine „Studien" die wie sein „Nachsommer" und feine „Bunten Steine" zarte und lebensvolle Schilderungen des Natur- und Menschenleben« enthalten. Der Dichter starb am
21. Januar 1868 zu Linz, wo er seit 1848 das Amt eines Schu raths bekleidete.
Vor 250 Jahren, am 24. Oktober 1648, wurde nach vierjährigen Verhandlungen der westfälische Friede zu Münster abgeschloffen, der dem furchtbaren 30 jährigen Kriege ein Ende machte und ein neues politisches System in Europa begründete. Allein die Verheerungen der Soldaten hatten ganze Gegenden in Wüsteneien umgewandelt und die heimkehrenden Krieger fanden statt volkreicher Städte und blühender Dorfschaften Aschenhausen und Trümmer und statt Felder Wiesen. ______ _____________
vermischtes,
* Aus Würzburg vom 19. ds. wird geschrieben: Zu der gestern in der kgi. Residenz zur Erinnerung an die Leipziger Völkerschlacht abgehaltenen Armenspeisung waren 320 Arme erschienen. Außerdem wurden etwa 40 Kranke in ihrer Wohnung mit Mahlzeiten bedacht. Die Speisen wurden in der großen Hauptküche zubereitet. Ts interesfirt vielleicht, bei dieser Gelegenheit zu erfahren, daß die hiesige Residenz 24 Küchen enthält. In den weiten Räumen des HoskellerS liegen 92 Fäffer mit weniger als 100 Timer, 116 mit 100—200 Eimer, 19 von 200—300 Eimer und 1 Faß mit 660 Eimer. Diese 228 Fäffer halten inSgefammt 2106 Fader 3 Eimer oder 25 272 Hectoliter Wein.
• Kempten, 12. October. Vergangene Woche wurde in die der AlpeuvereinSsection Allgäu Kempten gehörige Kemptner Hütte am Obermädele, kurz nachdem die Pächtersleute abgezogen waren, heuer zum zweiten Male eingebrochen. Der Thäter war durch ein Fenster mittels eines eisernen Stabes eingedrungen, erbrach damit auch die Kellerthüre und machte einen Versuch, die angeschmiedete, in die Wand eingelassene Hüttenkaffe zu sprengen, die übrigens seinen Anstrengungen widerstand. Die Jnventargegenstände waren alle wirr durcheinandergeworfen- außer dem Hüttenwettermantel, einem Pakete Kerzen, Chocolade und anderen Kleinigkeiten, die verschwunden sind, konnte er sich nur noch über die von dem Pächter einstweilen zurückgelaffenen Büchsenconserven — 20 Siück an der Zahl — herwachen. Letztere wurden von ihm sämmtlich geöffnet, zum Theil verzehrt, die meisten dagegen, Fleischconserven, in eine größere Blechdose entleert. Man vermuthet, daß der Einbrecher überrascht zu werden glaubte, weil er die gefüllte Blechbüchse im Stiche ließ. Um von Außen gegen einen Ueberfall gesichert zu sein, hatte der Strolch das Schlüffelloch mit einem Holzbolzen fest verstopft. Nach dem Thäter wird gefahndet. Die Srction nahm Der« anlaffung, von ihren Hütten — Kemptener-, Rappensee, und Thanohrimerhütte — allen Proviant zu Thal zu schaffen.
* Bo« Ulmer Münster. Aus Ulm wird der „Franks. Zeitung" berichtet: Das württembergische statistische Landes- amt errichtet auf dem Hauptthurm unseres Münsters eine meteorologische Beobachtungsstation, die besonders hinsichtlich der Beobachtung der Luftreinheit (Alpenausficht) und der Bewölkungsveihältniffe werthvolles Material liefern soll. Die zukünftige Beobachtungsstelle wird dann die höchste Thurmstation Deutschlands fein.
• Belgrad, 17. Ocrober. Hiesige Blätter theileu mit, daß am 15. d. M. im Orte Forsch» der 118 Jahre alte Kaufmann Andrea» Glogjaja gestorben ist. Derselbe war zur Zeit der serbischen Befreiungskämpfe gegen die Türken in den Jahren 1806 bis 1812 mit dem damaligen Führer der Serben und Herrscher Serbiens, Karageorg, eng befreundet uad hatte später bedeutende Handelsbeziehungen mit Pest, Wien und Paris. Er war bi- zu seinem nunmehr plötzlich eingetretenen Tode immer gesund und rüstig und hatte zuletzt im Orte Folscha ein kleines Geschäft, das er allein versah. Man sah ihn noch knapp vor seinem Tode in den Straßen seine gewohnten Gänge besorgen.
* Sturmverheernagen. Sowohl an den Nordsee- wie an den Mittelmeer-Küsten wütheten vorgestern starke Stürme und Regengüsse, die viel Unheil angerichtet haben. In Cherbourg sind die tiefer liegenden Theile der Stadt ganz überschwemmt, so daß man in der Eile Holzstege Herstellen mußte, um den Verkehr in den Straßen aufrecht zu erhalten. Auf Corfika ist die Kaftanienernte fast ganz vernichtet und ferner ein Theil der Bahnlinie zwischen Bastia und Ajaccio zerstört worden, so daß der gesammte Verkehr für mehrere Tage eingestellt werden muß. Bei Redcar an der englischen Küste strandete im Sturm das norwegische, holzbeladene Segelschiff „Berger Mense", das unterwegs nach Hartlepool war. Zwei Rettungsboote versuchten von Redcar aus unter größter Gefahr nach dem Schiff hin zu gelangen, doch mußten sie des Sturmes wegen schließlich jeden Versuch aufgeben, und das Schiff ging unter. Von 14 Mann der Besatzung find nur zwei mühsam durch Rettungsleinen gerettet worden. Elf Schiffe scheiterten im Firth of Forth, wobei 6 Matrosen ertranken. Viele weitere Schiffsunfälle werden aus anderen englischen Küstenorten gemeldet. Ein furchtbarer Orkan mit starken Schneefällen ist vorgestern wieder über New-York niedergegangen. Die Kälte war eine abnorme, der Sturm dauerte vier Stunden und hat mehrere Opfer gefordert. Alle transatlantischen Dampfer, welche in New-Jork eintrafen, berichteten über heftige Stürme, mit denen sie während der Ueberfahrt zu kämpfen hatten.
• ein Rückgang bei Wanderer-Verkehr- auf der Landstraße wird durch die neueste Statistik der „Herbergen zur Heimath" (von 1897) festgestellt. Selbstzahlende Durchreisende wurden nur 1,612,937 gezählt, d. h. rund 40,000 weniger als im Jahre 1896. Die Zahl der Stationsgäste betrug 563,440, also sogar rund 56,000 weniger! Diese Abnahme hat ja allerdings ihre Ursache zum Theil in der Aufhebung oder zeitweiligen Schließung von Herbergsfiatioueu. Die stärkste Verminderung der StationSgäste zeigt die Provinz Brandenburg. Der Abnahme des Wandererverkehrs entspricht die erfreuliche Zunahme der ArbettSvermittelungen. Im Ganzen wurden 112,920 Gäste in Arbeit gebracht, fast 15,000 mehr als im Jahre 1896.
ArtsrHsg aus den StandesamtOregifterir
der Stadt Gieße«.
Aufgebote. X.
October: 10. Johann Georg Jöckel, Taglöhner zu Gießen, mit Elisabeth Christine Hermine Assauer Hierselbst. 17. Hugo Baun, Landwirth zu Nieder-Mockstadt, mit Elise Jäger daselbst. 18. Friedrich Jung, Schreiner zu Frankfurt a. M., mit Katharine Müller zu Gießen. 19. Karl Friedrich Wilhelm Köllner, Knecht dahier, mit Katharine Schwing Hierselbst. 20. Konrad Dürr, Lackirer dahier, mit Margarethe Katharine Heim Hierselbst.
Eheschließungen.
October: 15. Otto Ludwig Bruno Eugen Natorp, Premier- Lieutenant zu Thorn, mit Hedwig Marie Justine Katharine Arnold dahier. 15. Karl Ferdinand Philipp Ebel, Bureaubeamter zu Mainz, mit Emilie Rörig dahier. 20. Peter ReineruS Hubert Heinz, Kaufmann dahier, mit Marie Christine Wilhelmine Hofmann hterselbst. 20. Jakob Abt, Kaufmann zu Angenrod, mit Rosa Strauß dahier.
Geborene.
October: 9. Dem Metzger und Wirth Georg Kraft ein Sohn, Friedrich. 10. Dem Postschaffner Johann Leonhard Schäfer ein Sohn, Wilhelm. 11. Dem Bäckermeister Karl Spamer eine Tochter. 13. Dem Mühlenbesttzer Wilhelm Möser ein Sohn. 13. Dem Apotheker Hermann Dornberger ein Sohn. 15. Dem Thurmwächter Heinrich Wendland eine Tochter, Johannette. 15. Dem Zahnarzt Wilhelm Koch ein Sohn. 16. Dem Kellner Emil Freund ein Sohn, Emil Philipp Sebastian. 16. Dem Zugführer Johannes Port ein Sohn. 20. Dem Carousselbesttzer Rudolf Winter eine Tochter, Wilhelmine Emilie Anna.
Gestorbene.
October: 15. Konrad Becker, 71 Jahre alt, Kunstreiter dahier. 15. Robert Ludwig Bernhard Kullmann, 75 Jahre alt, Spengler- meister dahier. 16. Anton Lenz. 49 Jahre alt, Maurer zu Horressen 17. Luise Elise Margarethe Friederike Anna Völzel, 1 Jahr alt, Tochter des Kutschers Wilhelm Völzel dahier. 18. Georg Roth, 71 Jahre alt, Privatmann dahier. 18. Auguste Rink, 1 Jahr alt, Tochter des verstorbenen Knechts August Rink dahier. 20. Minna Schmidt, geb. Haverbeck, 47 Jahre alt, Ehefrau des Tapezier» Wilhelm Schmidt zu Rödelheim bet Frankfurt a. M. 20. Elisabeth Krug, 1 Jahr alt, Tochter von Maurer Andreas Krug dahier.
Arsszrrg aus -en Kirchenbüchern
der Stadt Gießen.
Evangelische ©tmeinbe.
Getraute.
Matthäutzgemeinde.
Den 8. October. Friedrich Wilhelm Gustav Weiffenbach, Amtsrichter zu Herbstein, und Marie Peters, Tochter des verstorbenen SteuercommtssärS Ernst Peters zu Gießen.
Lukasgemetnd e.
Den 15 October. Karl Ferdinand Philipp Ebel, Bureaubeamter zu Mainz, und Emilie Rörig, Tochter des verstorbene» Zugführers Johann Peter Rörig zu Gießen.
Denselben. Otto Ludwig Bruno Eugen Natorp, Premierlieutenant zu Thorn, und Hedwig Marie Justine Katharine Arnold, Tochter des verstorbenen Steuer-Controleurs Wilhelm Arnold zu Gießen.
JohanneSgemeinde.
Den 20. October. Peter ReineruS Hubert Heinz, Kaufmann zu Gießen, und Marie Christine Wilhelmine Hofmann, Tochter deS verstorbenen Schreiners Christoph Hofmann zu Gießen.
Getaufte.
MatthäuSgemeinde.
Den 16. October. Dem Eisenbahn-Lureau-Assistent Jakob Heckelmann eine Tochter, Anna Margarethe Auguste, geboren btn 15. September.
MarkuSgemeinde.
Den 16. October. Dem Schreiner Heinrich Kehl ein Sohn, August, geboren den 17. August.
Denselben. Dem Schneider Georg Wilhelm Lotz ein Sohn, Friedrich Wilhelm, geboren den 23. Juli.
LukaSgemetnde.
Den 16. October. Dem Locomotivheizer Gustav Junker ein Sohn, Georg Gustav Hans Ludwig, geboren den 12. September.
Denselben. Dem Weichensteller Karl Freitag ein Sohn, Ernst, geboren den 8. September.
Jobannesgemeinde.
Dm 16. October. Dem Posthilfsboten Georg Heinrich Lenz ein Sohn, Reinhold, geboren den 17. September.
Denselben. Dem Schneider Clemens Narz eine Tochter, Fried« Therese, geboren den 7. September.
Beerdigte.
MarkuSgemeinde.
Den 17. October. Robert Ludwig Bernhard Kullmann, Spenglermeister, verheirathet, 75 Jahre alt, starb den 15. October.
verkehr, Land- und volkewtrthschaft.
Gießen, ‘22. October. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Butter per Pfd. JC 0.70—0.90, Hühnereier per St. o—O 2 St. 13—17 Enteneier 2 St. 00—00 H, Gänfe- eier per St. 11—13 H, Käse 1 St. 5—8 Kasematte per St. 3 4, Erbsen per Liter 20 H, Linsen per Liter 30 Tauben per Paar JL 0.60—0.80, Hühner per St. 1.00—1.30, Hahnen per Stück Jt. 0.70—1.20, Enten per St. Jt. 1.50—2.00, Gänse per Pfund JL 0.50—0.58, Ochsenfleisch per Pfd. 68—74 Kuh- und Rindfleisch per Pfd. 62—66 H, Schweinefleisch per Pfd. 68—76 Schweine« fleisch, gesalzen, per Pfd. 80 Kalbfleisch per Pfd. 64—66 H, Hammelfleisch per Pfd. 50—70 Kartoffeln per 100 Kilo 5.00 btf 6.50 JL, Weißkraut per St. 10—20, Zwiebeln per Ctr. JL 5.00—5.50, Milch per Liter 16 Zwetschen per Ctr. JL 2.00—3.20.
Dauer der Marktzeit von 8 Uhr Morgens biö 2 Uhr Nachmittags. Während der ersten 3 Stunden der Marktzeit darf im Umherziehen nicht feilgeboten werden.
Neueste Nachrichten.
Depesche« de§ Bureau »Herold*.
Berlin, 22. October. Die Verhandlung gegen dü Geliebte Grünenthals Elli Goltz und die Hebamme Eichler endigte gestern in später Abendstunde mit der Freisprechuu- der beiden Angeklagten, da die Geschworenen die Schuldfrage« verneinten. Elli Goltz wurde sofort aus der Haft entlassen. Die Oeffentlichkeit war bis zur Urtheils-Verkündung aus geschlossen. Dem Vernehmen nach machten die Beamten der Reichsbank und der Reichsdruckerei in ihren Gutachten bii beruhigende Mittheilung, daß nach einer ganz bestimmt« Methode jede Fälschung einer Banknote in der Centralstellr unschwer festgestellt werden könne.
Wien, 22. October. Um 3 Uhr Morgens lautete der Bericht über datBrfinden der beiden an der Pest erkrankte» Dr. Müller und Wärterin Peiha sehr schlecht. Au dem Auf« kommen der beiden wird gezweifelt.
Rom, 22..Ociober. Wie die hiesigen Zeitungen bericht», wird in verschiedenen italienischen Städten nach Anarchisten


