Ausgabe 
23.9.1898 Zweites Blatt
 
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DreyfuS-Angelegenheit, in welcher dargestellt wird, daß Drehfu» den Haß der übrigen GeneralstabS-Offiziere fich zugezogen habe und deshalb al- Opfer au-gewählt wurde, obwohl Dupaty de Clam wußte, daß Esterhazy der Schuldige war.

Kandia, 21. September. Die Engländer find jetzt zu energischem Vorgehen entschlofieu. Die Schuld an der Katastrophe wird zum großen Theil Lhurchild Bey, dem in türkischen Diensten stehenden Polizeimajor, beigelegt, weil der- selbe die Engländer über den Ernst der Lage hinwegtäuschte. Auch dem Gouverneur wird ein Theil der Schuld beigemefien und fall» die Türkei ihn unbestraft läßt, wollen die Eagländer feine Bestrafung selber übernehmen. Nach der Entwaffnung der BaschibozukS werden die türkischen Truppen angewiesen, fich in ihre Kasernen zurückzuziehen, und die Engländer werden den ganze« Wacht« und Sicherheitsdienst übernehmen. Mit der türkischen Herrschaft auf Kreta ist e- also aus. Die Muselmanen wollen sämmtlich au-wandern, sobald der letzte türkische Soldat eingeschifft wird. Infolge der Aufforderung an die Baschibozuk-, ihre Waffen abzuliefern, wurden bi- jetzt im Ganzen 2800 Gewehre abgeliefert. Der größte Theil ist aber zweifellos vergraben oder versteckt.

Kreta. Wahrscheinlich erklärt e- sich au- der schwierigen Lage, in die jetzt die vier Mächte vor Kreta geratheu find, wenn in der Preffe dieser Länder immer wieder daS Gerücht verbreitet wird, Deutschland habe sich nun doch noch entschloffen, an der Regelung dieser Angelegenheit theilzu« nehmen. Wir glauben betonen zu können, daß diese Angabe auf keiner berechtigten Grundlage beruht. In der ersten Phase der kretischen Wirren hat fich Deutschland, obgleich in Kreta unmittelbar in keiner Weise berheiligt, dem Borgehen der Mächte im allgemeinen Jntereffe so lange angeschloffen, weil es hoffen durste, durch seine Theilnahme einen nützlichen Einfluß ausüben zu können. Als es zu der Ueberzeugung gelangte, daß die» nicht der Fall sei, da hat e»bit Flöte niedergelegt", nicht im Aerger oder Groll, sondrra weil sür seine Thätigkeit, so wie e» fie auffaßte, kein Feld mehr vor« Händen schien. Neidlos hat es damit auch die Verantwortung den andern Mächten überlaffen und fich auf die Rolle de» unbetheiligten Zuschauer» beschränkt, der weder den vier Mächten noch auch dem Sultan seinen Rath anzubieten oder gar aufzudrängen, noch auch, wenn er erbeten werden sollte, zu geben hat. Seitdem ist kein Ereigniß eingetreten, da» eine Aenderung dieser Politik uöthig erscheinen ließe. Die Pflicht der völligen Zurückhaltung bedingt es, daß wir in die Action der Mächte, der wir unparteiisch und wohlwollend ein gute» Ergebnih wünschen, ebensowenig eiugreifen, wie wir dem Sultan einen Rath darüber geben können, ob er seine Truppen von Kreta zurückziehen oder dort belaffen soll. Da» haben die vier Mächte unter fich bezw. mit dem Sultan ab« zumachen. Die gleiche Auffassung wie in Deutschland scheint auch in Oesterreich vorzuherrschen, das ebenfalls kein Be« dürfniß fühlt, mit Rath oder That in eine Angelegenheit einzugreifen, von der e» fich au» wohlerwogenen Gründen zurückgezogen hat.____________________________________________

CocaUs rnr- provinzielles.

vießen, 22. September 1898.

** Von der Universität. Au die Zweite Kammer der Stände de» GroßherzogthumS haben die Ministerien de» Innern und der Finanzen folgende Zuschrift gerichtet: Da» für die Zwecke des physikalischen und de» pH hsikalisch- chemischen Institut» der LandeSuniverfität bestimmte neue Gebäude ist nunmehr im Rohbau vollendet. Gegen« wärtig findet sein innerer Ausbau statt und werden die be­treffenden Arbeiten im Herbst d. I. zum Abschluffe gelangen. E- ist daher mit Sicherheit anzunehmen, daß der Neubau im Frühjahr 1899 seiner Bestimmung übergeben werden kann. Um e» den genannten akademischen Instituten zu ermöglichen, ihre Thätigkeit im neuen Heim tatsächlich bereit» mit dem gedachten Zeitpunkte zu beginnen, erscheint e» aber geboten, für die Ausstattung de» neuen Gebäude- mit dem ent­sprechenden Mobiliar und dem nöthigen Bestand an Apparaten und Lehrmitteln, sowie für GaS« und Waffer-Jnstallation, soweit dieselbe im Bau«Voranschlag nicht enthalten war, in der Ferne schwer und keuchend, wie da- Räderknarren eine» schwerbeladenen Wagens. Immer deutlicher wird ein dumpfe», polternde» Rollen vernehmbar. E» kommt immer näher. Schon kann man die aufwirbelnden Staubwolken erkennen. Endlich wird auch da» Gefährt fichtbar.

Die beiden Mädchen beschleunigen ihren Schritt.

ES ist der GutSwagen, der von der Bahnstation zurück« kehrt, wohin er noch verschiedene Gut-erzeuguiffe zur Weiter« besörderung tran-portirt hat. Der Kutscher ist heute schlecht ausgelegt. Er schimpft auf die Pferde, die nicht recht hätten ziehen wollen, so daß der zur Besörderung bestimmte Zug versäumt werden mußte. Endlich aber entsinnt er fich doch, einen so und so beschriebenen, anscheinend soeben vom Militär entlassenen Menschen gesehen zu haben.

Die Mädchen danken ihm und stürmen vorwärt».

Endlich unten au der Wegbiegung, wo der Wegweiser steht, finden sie ihn auf einem Meilenstein fitzend, wo er fich ein klein wenig von den Strapazen de» müheseligrn und anstrengenden Wege» au-ruhen will.

Augenscheinlich erkennt er die Schwestern gar nicht, denn er bleibt ruhig fitzen, obwohl er sie immer näherkommen fieht. Endlich erhebt er fich ein klein wenig, wie Jemand, der zweiselhast in der Person eine» Menschen ist, dann steht er mit einem Ruck auf und drückt den Schwestern die Hand . . .

Jede von den Mädchen hängt an einem seiner Arme. So geht e- nach Hause. Hinter dem ephcubewachsenen Fenster de- niederen Wohnzimmer- fitzt ein frühzeitig gealterte- Weib, mit dem Bilde ihre» verstorbenen Mannes in der zitternden Hand, still vor fich hinweinend und von Zeit zu Zeit au» dem Fenster fpähead.

eleetrifche Beleuchtung mit eigenem Betrieb für Licht- und Versuchszwecke unter Anderem rechtzeitig Fürsorge zu treffen. ES empfiehlt fich umsomehr, die betreffenden Arbeiten thunlichst frühzeitig zu vergeben, als e» im Jntereffe einer gediegenen Ausführung derselben gelegen erscheint, den einzelnen Bauhandwerkern hierzu möglichst lange Fristen zu gewahren. Die Großherzogliche Regierung erachtet e» deshalb für an der Zeit, den Landständen die Bewilligung der Kosten der inneren Ausstattung de» zur Ausnahme des phyfikalischen und phyfikalisch'chemischeuInstitut» der LandeSuniverfität bestimmten Neuban» anzufinnen. Nach den Voranschlägen vertheileu sich diese Kosten auf die beiden genannten Institute wie folgt:

Gegenstände

1. Mobiliar......

2. Gas- u. Wafferinstallaiion (soweit imBauvoranschlag nicht enthalten)....

3. ElectrischeBeleuchtungmit eigenem Betrieb und zwar:

a) für Lichtzwecke

b) für Versuchszwecke

4. Apparate und Lehrmittel

5. Umzug, Probebetrieb zc., etnschl. Gehälter u. Löhne

6. Unvorhergesehene Kosten

7. Bauleitungskosten (Her­stellung der Zeichnungen, Vergebung der Arbeiten, Abrechnung rc.) . . .

Physika­lisches

Institut

Physika- lisch- chemi- sches Institut

Gemein­schaftlich

Zu­sammen

25904.15

17.433.

8897.-

52 234.15

12 228.-

12 228.

32798.-

14 109.20

32 000.-

24555.-

390-

32 000.

24 555.-

47 297.20

2 000.-

5 634.85

2 000 5 634.85

_

6050.80

6050.80

58 702.15

31542.20

91 755.65

182 000.-

Die Voranschläge enthalten nur die für einen ersprieß­lichen Betrieb beider Institute durchaus nothwendigen Gegen­stände, und konnten die Bestände der alten Institute fast ausnahmslos im neuen Gebäude zweckentsprechende Verwendung finden. Von manchem weiter Wünschen»werthen mußte aus finanziellen Rückfichten Abstand genommen werden. Mit Allerhöchster Ermächtigung Seiner Königlichen Hoheit de» GroßherzogS beehren fich die unterzeichneten Ministerien hiernach an die Stände des Großherzogthum», und zwar zunächst an die Zweite Kammer, da» Anfinnen zu richten:

zur Bestreitung der Kosten der inneren Ausstattung de» Neubaus für das physikalische und der physikalisch- chemischen Instituts der LandeSuniverfität die al» er­forderlich nachgewirsene Gesammtsumme von 182 000 Mk. und zwar als Pauschalsumme zu Lasten der Ueberschüffe der vorderen Fiuauzperiode zur Versügung zu stellen."

Darmstadt, den 24. August 1898.

GroßherzoglicheS Ministerium Großherzogliche- Ministerium de- Innern. der Finanzen.

Rothe. Küchler.

Dr. Weber.

m. Aus de« unteren Lamdathal, 21. September. Durch den Bahnbau der Strecke LollarAllendorfLondorf, mit welchem am 1. März nächsten Jahre- begonnen wird, regt sich nun auch in unserer, an industriellen Betrieben armen Gegend der Unternehmungsgeist. Zweck» Gründung e uer Cementfabrik und zur Ausbeutung von Basalt, Dolerit, Phosphorit und Kalkstein wurde gestern durch Herrn Kauf« mann Georg Moll zu Allendorf a. d. Lda. von der Gemeinde Climbach ein ca. 50 Morgen umfaßende- Grundstück unter sehr günstigen Bedingungen angekauft. Es ist die- der unter Geologen weltbekannte au-gebrannte KraterAspengipfel" in der Gemarkung Climbach, welcher alljährlich von Gelehrten vieler Univerfitäten und deren Schülern besucht wird. Die hier reichlich lagernde Lava wird nach Fertigstellung der Lumdathalbahn bald al- Cement in die Weite wandern.

Bad-Nauheim, 21. September. In der Reinhard-kirche Hierselbst fand gestern Vormittag lOVa Uhr ein feierlicher Trauergottesdienst für die verewigte Kaiserin Elisabeth von Oesterreich statt. Der Altar war schwarz ausgeschlagen,

Wie lange nur die Mädchen bleiben!

Ob fie ihn wohl mitbringen?

Wieder ist eine halbe Stunde vergangen nnb nun noch eine und noch eine.

Endlich! Dort hinten!

Die jüngere der beiden Schwestern ist zuerst in da» Stübchen hineingestürmt, um der seit dem Ableben be» Baterö ein wenig gelähmten Mutter beim Anfstehen behilflich zu sein.

Nun sind auch die Andern bereit» durch den Hausflur getreten. An der Stubenthür wirst fich ein strammer, braun­gebrannter Bursche, der ganz da» Ebenbild seine» dahin« geschiedenen Vater» auS deffen jungen Jahren ist, der vor Freude laut aufschreienden Mutter in die Arme.

Mein Junge! . . . Mein Junge!"

Mutter! . . . Liebe Mutter!"---

---Ein stiller, farbenprächtiger Septemberabend. Die beiden Mädchen find zur nahen Stadt gegangen, um nothwendige Einkäufe zu besorgen.

Der Himmel ist mit tausend Farben und Strahlen begoffen, vom brennenden Gold bi» zum triefenden, blutigen Roth. ...

Au» den Dorfstraßen und dem Strauchwerke kraucht die Nacht in langen, schwarzen Schatten empor und vom Kirchthurme herab tönt ftiedlich und stimmungsvoll die Abendglocke.

Innen aber im Stübchen, wo der Abend das Fenster« kreuz schwarz und schräg auf den Fußboden gelegt hat, fitzen Mutter und Sohn. Sie gedenken de» tobten Baier».---

---Da» war die Heimkehr de» Reservisten.

die Gallerten waren schwarzgelb drapirt. An der Feier nahmen Vertreter sämmtlicher staatlichen Behörden und der Stadtbehörde Theil, sowie viele noch hier zur Kar befind­liche und hier wohnenden Oesterreicher und Ungarn und Ein­wohner Nauheim». Pfarrer Thöbe» von Friedberg celebrirte und gab in ergreifenden Worten dem Schmerz um die er­mordete Kaiserin und dem Abscheu vor dem frevelhasten ver­brechen Ausdruck. Die hiefige katholische Gemeinde war noch am Tage vor der Abreise der Kaiserin von ihr mit einem anfehnl'chen Geldgeschenk bedacht worden.____________________

Versttischtes.

Ein Wort an die Eltern. Der Wind wird zvweilen schon recht ungemüthlich. Ach, heute darf unser Kleine» nicht hinaus! heißt e» da gleich, sobald sich da» Geäst der Bäume etwa» stärker bewegt. Hinau»! Laßt die Kinder nicht in den dumpfen Stuben den Winter länger machen, al» er ist! Packt fie nicht in Pelze und wollene Decken, wo die Wärme nicht von außen in den Körper hineinzieht, sondern im Innern bereitet wird. Gut effen und Bewegung heißt da» Heiz« material, und wenn erstere» auch etwa» Geld kostet, letztere» ist umsonst und wird von jedem gesunden Kinde gern an­gewendet. Da» Schlimmste im Menschenleben ist Verzärtelung und Angst. Wer fie in der Jugend nicht lernt, kennt fie im Alter nicht. Deshalb laßt die Kinder hinan» ins Freie, wann e» auch sei, und macht fie nicht bange vor einigen Regentropfen oder einem bi-chen Durchwehen. Laßt fie fich draußen zu schaffen machen oder Bewegungsspiele Üben, wenn e» zum Sitzen zu kühl ist. Laffen wir also den Kindern ihren freien Willen und jammern wir nicht über jede» bi»chen Schnupfen und Hüsteln.

* Eine Schwimmleisiung. Der Birminghamer Distanz- Schwimmer Franz Holmes hat versucht, von Dover au» überdeu englischenCanal nach Calais zu schwimmen. Es war der heißeste Tag diese» Jahres, die See war spiegel­glatt, und die Canal abwärts laufende Ebbe war dem Schwimmer günstig, als er kurz vor zehn Uhr Morgens feine Fahrt begann. Ein Ruderboot mit einem Lootsen, zwei Matrosen, einigen Freunden und seinem Bruder dann be­gleiteten ihn. Um seinen Kopf und Hals vor den Sonnen­strahlen zu schützen, hatte Holmes eine Mütze aufgesetzt, die er aber bald gegen eine andere Kopfbedeckung vertausche« mußte, da sie ihm zu schwer wurde, auch mußte er mit ge­schloffenen Augen schwimmen, weil die Sonne auf der Waffer- fläche ihn blendete, nur von Zeit zu Zeit öffnete er die Augen, um seinen CurS nach dem Boote zu richten. Holmes schwamm mit 30 bis 33 regelrechten Tempos in der Minute und schien keine Ermüdung zu spüren. Um Mittag war er schon acht englische Meilen von der Küste entfernt, waS znm Theil durch die Strömung der Ebbe zu erklären ist. Um diese Zeit gab man ihm Erfrischungen: heiße Milch und gehackte» Fleisch. Mehrere große Dampfer kamen in die unmittelbare Nähe de» Schwimmers, einer kam so nahe, daß man ihn durch Zeichen veranlassen mußte, zur Seite zu steuern, und am Nachmittage kam der englische KreuzerPerfeuS" mit Voll­dampf am Schwimmer vorbei. Um 6 Uhr Nachmittag» wurde die Luft merklich kühler, und die franzöfische Seite de» Canal» hüllte fich in Nebel. Um fieben Uhr wurde eine Berathnng gehalten, ob das Schwimmen noch fortgesetzt werden solle. Holme» war entschieden für Fortsetzung und meinte, er könne noch mehrere Stunden schwimmen. Al» aber von der französischen Küste her eine Brise zu wehen begann und die Wellen dem Schwimmer entgegenschlugen, gab er auf den dringenden Rath des Lootsen da- Weiterschwimmen auf. Er hatte in neun Stunden ungefähr 24 englische Meilen zurück­gelegt.

* Die Physiologie des Augen auffchlage». Da» Ange ist der Spiegel der Seele utb da- Augenlid der Schleier darüber. Daher find auch das Augenlid und seine Bewegungen für den Ausdruck de» MenschenantlitzrS von großer Bedeutung. Be­sonder» der Augenaufschlag, durch den also der Schleier von dem Spiegel der Seele gehoben wird, ist bekanntlich ein Gegenstand de- Studium- sür Leute, die durch ihren Geficht»- au-druck willkürliche Effecte hervorzubringen wünschen, also besonder- für Schauspieler und wohl noch mehr für Schau- spieleriunen. Dem Physiologen dagegen sind die Bewegungen de- Augenlide- ein natürlicher Vorgang, an dem er nicht» zu studiren findet al» etwa die Mußkelthätigkeit, durch die sie gelenkt werden, und die dabei aufgewandte Muskelkraft. In Pflüger»Archiv sür die gesammte Physiologie" veröffentlicht S. Garten einen Aufsatz, in dem er seine Untersuchungen über die für die Bewegungen de» Augenlides aufgewandte Zeit bespricht. E» ist ein erklärlicher Unterschied zwischen der Schnelligkeit der Bewegungen, wenn da» Augenlid willkürlich oder unwillkürlich geschloffen wird. Bei dem willkürlichen Lidschlage wird da» obere Augenlid sehr rasch gesenkt, die Geschwindigkeit ist aber nicht gleichmäßig, fie ist am größten bereit» oberhalb der Pupille und wird dann etwa» geringer. Im Ganzen nimmt die Senkung des Augenlides eine Zett von etwa r/ioo bi» Vto Secuude in Anspruch. Die Hebung de- Augenlides geschieht viel langsamer und ist namentlich gegen das Ende beträchtlich verzögert,- der Augenausschlag, das heißt wohlverstanden der ungekünstelte, dauert/ie bi» 8/io Secunden oder noch etwa» mehr. Die Dauer eine» Schließen» und OeffnenS de» Auges beträgt also bei einem willkürlichen Lidschlage im Ganzen 0,30 bi» 0,45 Secunden. Die Bewegungen de» Augenlide» wiederholen sich unter Um­ständen mit großer Gleichmäßigkeit, können jedoch, besonder» bei häufiger Wiederholung kurzer Lidschläge, sehr veränderlich werden, indem fich namentlich da» Senken de» Lide» auffallend verzögert. Sehr viel unregelmäßiger werden die Bewegungen de» Augenlides, wenn fie durch äußere Reize hervorgerufen werden, etwa durch Anblasen de» Auge», bei Reizung durch electrische Funken oder durch den rlecttischen Strom selbst. Gewöhnlich find die Bewegungen de» Augenlide» in solche« Fällen etwa» schneller al» sonst.

Aus unser» Ssmw erfrischen. In Nummer 18 der Hhgieinischen Rundschau" bespricht vr. O. Lass ar in einer