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Der Vorstand.
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Nr. 6S Zweites Blatt» Mittwoch den 23. März
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frf4ei*t ttgNB mit AuSnahmc bei Montag-.
Die Gießener I«»itie«skätter »erden de« Anzeiger Wöchentlich viermal beigelegt.
Gießener Anzeiger
Aezugspreis vierteljährlich 2 Mark 20 Pfg. monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohn.
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General-Anzeiger
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Fernsprecher Nr. 51.
Bekanntmachung.
Amt-tage de« Großherzoglichen KreiSamts Gießen betreffend. Die unterzeichnete Behörde whb
Samstag den 2. April 1898, von Vormittag« 9 Uhr an, einen Amt-tag h* Rathhause zu Grüuberg abhalte» und wird den Kreis-Eingeseffenen aus den Amtsgerichts-Bezirken Grünberg, Homberg und Laubach anheimgestellt, etwaige An- liegen tu diesem Termine vorzubrtngen.
Gießen, den 21. März 1898.
Großherzogliches KretSamt Gießen, v. Gagern.
Gießen, den 21. März 1898. Betr.: Wie vorher.
Das Grobherzogliche Kreisamt Gießen au die Gr. Bürgermeistereien der in den Amts- gerichtsbezirkeu Grüuberg- Homberg und Laubach gelegenen Gemeinden deS Kreises Gießen.
Vorstehende Bekanntmachung wollen Tie auf ortsübliche Weise zur öffentlichen Kernttniß bringen laffen.
v. Gagern.
Bekanntmachung.
In dm Voranschlag des landwirthschaftlichen Bezirks- verein« des Kreises Gießen sind pro 1897/98 Mittel zum Bezug von Baatkartoffelu aus fremden Gegenden vorgesehen. Es werden die Kartoffelsorten:
Profeffor Märker, Brüce, Angeboten zu 3 Mk. pro Centner, blaue Magnum bonum, angeboten zu 6 Mk. pro Centner. zur Anschaffung empfohlen.
Außerdem sollen noch nachverzeichnete Kartoffelsorten: Schneeflocken, angeboten zu 3 Mk. pro Centner, Magnum bonum, angeboten zu 3 Mk. pro Centner, bei Bestellung von 200 Centner 2 Mk. 75 Pfg. pro Centner, Weltwunder, blaue Riesen, Sächsische Zwiebelkartoffel und Imperator, angeboten zu 3 Mk. pro Centner, bei Bestellung von 200 Centner zu 2 Mk. 50 Pfg. pro Centner, Früh-Rosa, angeboten zu 3 Mk. pro Centner, auf Wunsch bestellt werden.
Bestellungen auf andere Kartoffelsorten sollm jedoch auf Wunsch der Landwirthe auch, aber nur dann ausgeführt werden, wenn ein Waggon (200 Centner) Kartoffeln von den verschiedenen Landwirthen bestellt werden sollten. Es wird dies unter dem Anfügen zur öffentlichen Kenntniß gebracht:
1) daß Anmeldungen bi« Ende dieses Monats bei dem Unterzeichneten einzureichen sind.
2) daß bei Bestellungen von Vereinsmitgliedern, welche den Betrag von 40 Mk. nicht übersteigen, die Kosten des Transportes der Saatkartoffeln bis zur Eisenbahnstation Gießen, Grünberg, Hungen und Lang- Göns auf die Bezirksvereinskaffe übernommen
werden. Bet größeren Bestellungen haben die Lereinsmitglieder die Kosten des Transports der Saatkartoffeln insoweit zu übernehmen, al» die Bestellung den Betrag von 40 Mk. übersteigt. Bei Bestellung eines Waggon» Kartoffeln werdm sich die Kosten des Transports bis Gießen auf ca. 1 Mk. 50 Pfg. pro Malter berechnm. Da sich die Transportkosten bei Bezug einzelner Malter wesentlich höher belaufen, so können Bestellungen, welche erst einlaufen, wenn bereits zwei Waggon« Kartoffeln (400 Centner) bestellt sind, nicht mehr berücksichtigt werden. Ich ersuche daher die Herren Landwirthe um möglichst baldige Einreichung ihrer Bestellungen.
3) daß Bestellungen von Landwirthen, welche nicht Mitglieder de« landwirthschaftlichen Bezirksvereins sind, ebenfalls ausgeführt werden. Dieselben haben aber, wenn sie nicht noch vorher Mitglieder des landwirthschaftlichen Bezirksverein» werden und sich zu diesem Behufs bei dem Unterzeichneten anmelden sollten, den vollen Kostenbettag für Ausführung ihrer Bestellungen zu vergüten.
4) daß die Zahlung bei Empfang der Saatkartoffeln zu erfolgen hat, und daß für den Sack noch 30 Pfg. pro Stück zu vergüten ist.
Die Herren Bürgermeister werdm hierdurch ergebenst ersucht, vorstehende Bekanntmachung veröffentliche» zu laffen, Anmeldungen entgegen zu nehmen und umgehend an den Unterzeichneten einzusenden.
Gießen, den 7. März 1898.
Der Director de» landwirthschaftlichen B^irkSverein«. C. Jost, Regierungsrath i. P.
Verstsches Leiich»
Berlin, 21. März. I» ReichSmartneamt ist bi« heute ein ofstcteller Bericht zu der Bläitermelduug über Zusammenstöße zwischen deutschen Soldaten und Ttugeboreuen in Kiaotschau nicht eingegangen. Man ist dort überzmgr, daß e« sich höchsten« um eine gewöhnliche Spitzbüberei und Schlägerei gehandelt hat.
Berlin, 21. März. . Dem „Local-Anzeiger" wird au« Dar-eS-Salam gemeldet, daß die Nachricht, die W ah ehe seien im Aufstande und hätten eine deutsche Expeditton uiedergewacht, sich bestätigt. Nach den au der Küste ein- gelaufenen Meldungen wurde im vergangenen Monat die Expedition eine« deutschen Forftbramten von den Wahehe plötzlich überfallen und uiedergewacht, wobei außer dem Führer ein deutscher Lazarethgehilfe, ein Unteroffizier sowie mehrere A-kartS und Träger ums Leben kamen. Dem Auswärtigen Amte find die Namen der Gefallenen noch nicht bekannt. Stu Gerücht, Haup-mavn Pctoce nebst Gatttn seien uwS Leben gekommen, hat fich nicht bestätigt. Nach einer vorgestern in Berlia eingettoffeueu Meldung aus Dar-eS-Salam überbrachten Araber Ende Februar die Hiobspost von dem
allgemeinen Aufstand der Wahehe. General Lieber befand fich gerade auf einer Reife nach dem Dßzhagga-Lande, doch wurden ihm Boten uachgeschickt, sodaß man annahw, er «erde umkehren und sich selbst nach Uhehe begeben. Vom Commau- dauteu der Schutztruppe wurde sofort die ExpedttiouS-Com- paguie der Schutztruppe ausgerüstet.
951», 21. März. Laut der „Köln. VolkSztg." spricht man in hohen Bcamtevkreisen von einer für die höchsten Stellen bestimmten Darlegung, die dahin geht, die Katholiken von allen höheren Aemtern mit selbstständiger Verantwortlichkeit fernzuhalten, weil man ihnen nicht trauen könne. Da« Blatt fordert Angeficht« der Haltung des Centrnms bet allen wichtigen Vorlagen, daß man demselben in Preußen mit zu viel Mißtrauen entgegentrete. Da« Centrum werde diese« zweierlei Maß fich nicht lange gefallen laffen.
Freiburg i. v., 21. März. Bei der heutigen Wahl wurde Bischof Dr. Komp auS Fulda einstimmig zum Erzbischof von Freiburg gewählt.
Wie», 21. März. Die Eröffnung des Abgeordnetenhauses erfolgte heute ohne besonderen Zwischenfall. Graf Thun stellte da« neue Ministerium mit wenigen, da« Programm der Regierung enthaltenden Worten vor. Bet der dann folgenden Präfidentenwahl enthielten fich die deutsche Volkspartei, die Christlich-Socialen und die Schönertaner der Stimmenabgabe. Der verfaffuugStreue Großgruvlbesitz gab weiße Stimmzettel ab, die Rechte wählte Dr. v. Fach« zum Präfidenten. Nach der Bekanntgabe de« Wahlresultats und nachdem Fuchs den Präfideutenstuhl eingenommen und eine Begrüßungsrede gehalten, schrie Schönerer, secundirt von Wolff und den übrigen Schönertanern: „Da« ist eine unerhörte Comödte, Hochverräther gehören ins Zuchthaus, der neue Präfident ist ein Gauner. Wir verwahren un« dagegen, daß ein Zuchthäusler ein Hoch auf den Kaiser auSbringt." Darauf rief Wolff dem Grafen Thun zu: „Thun, Sie neuer Präsident, kommen Sie nur mit Ihren intensiven Mitteln." Sodann brachte Abg. v. Vergelt Namens der deutschen Fortschrittspartei einen Anklageantrag gegen das frühere Ministerium Badent, sowie einen Antrag auf Aufhebung der Spracheu- verordnuug und Regelung der Sprachenfrage auf dem Ge- srtzgebungswege ein. Diesem Antrag schloß fich Dr. Lueger Namen« der Christltchsocialeu an, was von der Linken mit Bravorufen begleitet wurde.
Paris, 21. März. Präfident Faure wird nächste Woche das Grubengebtet von Leu« und Umgegend besuchen.
Paris, 21. März. Admiral Brenard gab heute Morgen 8Uhr den Befehl, das Nordgeschwader mit der Marineinfanterie mobil zu machen. Mit der Ausführung de« Befehls wurde General Fournier betraut.
Londo», 21. März. Em Expreßzug ist tu der Nahe von London mit einem von Cambridge kommenden Zuge zusammeugestoßen. 3 Personen wurden getödtet, 30 verwundet, darunter 10 schwer.
Feuilleton.
Erimunmgen aus dem Kaisermsnöuer.
Don W. L.
Wer etwa« aufschreibt für die Geschichte, der thue e« gleich, wenn er e» erlebt har, wenn ihm noch alles ftisch and klar vor Augen strht und Licht und Schatten wie auf einer photographischen Plate sefihuften. Wer aber seinen Mitmenschen etwa- erzählen will, ihr Herz zu erfreuen, der «arte, bl« daS Erlebte, rofig überhaucht von der Abendsonne der Erinnerung, fich zu einem lieblichen, farbenreichen Bilde gestaltet.
Wenn ich jetzt zurückdenke au daS Kaisermavöver de« vorigen Herbstes, daS ich in einem hesfischen Infanterieregiment mitmachte, daun ist mir das Ganze eine schöne 'Erinnerung, und Allen, die dabei waren, geht e« so. Aber sich hätte nie geglaubt, daß auch der giftigste Türke so läster- lich fluchen könnte, wie wir es alle weidlich und mit Genuß sihaten in jener erste« eigentlichen MaLöoeruacht. ES regnete ;ja nicht eigentlich sehr, ich kann mich sogar erinnern, gelesen iw haben, daß eS in den Tropen manchmal viel ärger regnet, । aber man brauchte nur einmal den Arm gen Himmel zu trecken und mau war in der Lage, acht Tage lang seinen ;vnrst au« dem Rockärmel stillen zu können. Da wir aber I Heine Wüsteureise vorhatten, so kam uns da« Vortheilhafte |
dieser Einrichtung nicht zum Bewußtsein. So goffen wir denn die GotteSgabe immer wieder au«. Den Durst hatten wir am Abend vorher auch schon reichlich gestillt. Wir hatten Abschied genommen vou dem trauten N-bach, wo «an un« mit Speise und Trank tresflich geatzt hatte und wo wir herbergten idyllischer nab einfacher, als e« der überzeugteste Laadschwärmer hätte verlangen können.
Fünfzehn Mann stark lagen wir unter der Obhut eines Gefreiten in eine« Bauernhof. E« war hier wie überall i« Leben. Da« Glück muß auf steiler Bahn erklommen werden, da« Gewöhnliche liegt auf ebener Straße. Es waren un« nämlich zwei Gemächer angewiesen worden- daS eine lag zu ebener Erde unb war in seiner Jugenb ein Schwetnestall gewesen. Jetzt stiegen, wenn es dunkel wurde, fünf wackere Krieger hinetu und schwelgten im leicht erworbenen Glück der Ruhe. Einer aber von ihnen, der von feinen Sinnen war, meinte, eS röche nicht gut darin. Diese Behauptung fand keinen Widerspruch. Und mit de« Gefühl, eine unbestreitbare Wahrheit zuerst ausgesprochen zu haben, streckte fich der Culturmeusch an der Thür nieder, nm hier die freie Luft au« erster Haud zu genießen. Diese Ueppigkcit sollte ihm zum Fallstrick werden. Denn in der ersten Nacht, al« Alle« in tiefem Schlummer lag, kugelte er von dem saust fich abdachenden Strohlager herab, stieß einer Lawine gleich die Thüre ein, und der Culturmeusch rollte bi« zu einer Stelle im Hof, wo alle Cultur aufhört. Er
pflegte nachher zu sagen, wenn er fich unterwegs irgendwo hätte halten können, wäre e« soweit nicht gekommen - davon waren wir denn auch Alle überzeugt.
So war e« unten. Die aber von un«, die noch Sinn für etwas Höhere« hatten, die stiegen an einer Leiter hinauf, rannten zunächst mit dem Kopfe gegen einen Haken, der lediglich diesen Zweck zu haben schien, da fich fein anderer entdecken ließ, klemmten im Schweiße ihres AngefichtS eine Schiebcthür auf und bargen fich in einem luftigen Heuboden. Hier wark schön. Es stand auch ein Tisch in dem Gemach. Seine practische Bedeutung war nicht in die Augen fallend, denn er reichte mit der Platte bis an« Ziegeldach, so daß man nichts darauflegen konnte. Aber es war doch schön, fich in einem möblirttn Zimmer zu wiffen, und außerdem konnte man fich Nachts nach ihm orientiren. ES war gar nicht möglich, seine Lagerstätte zu verfehlen, wenn man wußte, ob fie südlich, nördlich oder westlich vom Tische lag. DaS muhte mau aber natürlich genau fich" eiuprägen. E« waren etliche rohe, unzufriedene Gemüther da, die die Räum- lichkeiten für etwas eng erklärten. Wir aber verwiesen ihnen da-. Und Mancher hat im wetteren Verlaufe de« Manöver« lüstern an daS warme Ställchen in N-bach gedacht als tie Kinder Israel an die Fleischtöpfe Egyptens.


