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22.12.1898 Erstes Blatt
 
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kanten Gerichtsstand der Prrffe ausgesprochen. ES handelte sich um eine Beleidigungsklage deS Bundes her Landwirthe gegen dieBreSl. Morgenztg wegen einer Besprechung der TtzomaSmehlauZelegrnhett, welche Klage statt in BreSlou, in Berlin anhängig gemacht war. Dar Amtsgericht I In Berlin erklärte sich sür unzuständig, da aus den ReichStagSoerhand« lungeu über die Strafprozeßordnung und ans der Haltung tu Regierung dabei klar hervorgeht, daß ein unbekannter Gerichtsstand der Prrffe nicht geschaffen werden solle. Dte Judicatur de- Reich-gertchteS setzt sich in dieser Frage in nicht zu billigender Weise über den klaren, deutlich ausge­sprochenen Willen des Gesetzgeber- offenbar hinweg. In einem längeren Aufsatz derDeutschen Juristenzeitung" kommt auch Dr. Stenglein zu dem Ergebniß, daß der fliegende Ge« rlcht-stand der Preffe unhaltbar ist. Er weist nach, daß bei Durchführung seiner Folgerungen auch der Buchhandel enpfiadlich getroffen werden könne.

München, 20. Deeember. Zum Besuch de» Groß« Herzogs von Baden schreibt dieKöln. Ztg.": Wer immer hier Dun Hof- ober Regierung-kreisen mit dem Groß- Herzog von Biden zusammengetroffen ist, rühmt die herz­gewinnende L ebenSwürdigkeit de- hohen Herrn, den mau ja wohl ohne Uröertreibung al- da» Ideal eine- pflichttreuen Fürsten bezeichnen kann. Justtzminister von Leonrod fand hu selbst in kleinsten Einzelheiten de» neuen Bürgerlichen Gesetzbuches auffallend bewandert und, wa» vor Allem ia B.tracht kommt, vom Prinz Regenten heißt e», daß er von seinem hohen Gaste entzückt gewesen sei. Jedeufall» find die hüben, im Alter nur wenig verschiedenen Herrscher, die sich vordem blo» in Versailles und Berlin kennen gelernt h ltrn, sehr gut miteinander anSgekommen. Obwohl, so hörte ich verschiedentlich äußern, jeder Bayer beim Betreten des Htidelberger Schlöffe» gemäß der geschichtlichen Uebex- lieserurg auf eigenem Boden zu stehen glaube, so wäre eS doch r.oenfü thöricht, hieraus Verstimmungen ableiten zu Wullen, wie wenn ein preußischer König sich beim Besuche von Ansbach oder Bayreuth, nach dem Besitzstände früherer 8eiten zurück ehnen wollte. Diplomaten, Minister und sonstige StaatSwürdrnträger find dem Großherzog in großer Anzahl nach der The ckeraufführung vom vorigen Dienstag vorgestellt norden. Bloß den Ministerpräsidenten Freiherrn v. Crail»- hüm hat er in längerer besonderer Audienz empfangen und außerdem zwei D plomateu, die jener Theatervorstellung nicht be wohnen wollten oder konnten, nämlich den Nuntius und den ö )crrrichtscheu Gesandten. Daß während de» zweitägigen Aufenthalts de» Großherzog» die obschwebenden politischen F agen besprochen worden find, ist an sich schon wahrscheinlich, toizü aber außerdem noch von eingewethter Seite ausdrücklich bütäügt.

Pari», 20. December. Durch die von der Kammer mit sehr großer Mehrheit gebilligten ministeriellen Erklärungen, daß wirklich allergeheimste Schriftstücke vorhanden seien und dem mit der Revifion-frage beschäftigten CaffationShofe nur gefjcn die allerfichersten Bürgschaften ausgeliefert werden sollten, ist ein neuer Abschnitt de» DrehfuS-Haudel» e ngelettet worden. Die nationalistischen Blätter schreiben über die gestrige Kammerfitzung, der EaflationShof könne jetzt nach den Erklärungen Frehcinet», Dupuy» und Caoaignac» d s Urthül de» Kriegsgericht» zwar annullireu und Drehfu» sre sprechen, werde aber nicht im Staude sein, ihn zu rehabili- then. Die Gegner der Revision würden nicht abrüsteu. J.urös erklärt dagegen in derPetite Rrpubl que", der G-und angeblicher politischer Bedenken Freycluet» und Dupuy» sei der, daß da» geheime Dossier von Fälschungen wimmelte und die Fälscher geschützt werden sollen. Den Blättern zu« fv'ge verlautet, der Eaffatioußhof habe Freycmet um die U-dermittelnug de» geheimen Dosfier» ersucht und ihm alle entsprechenden Bürgschaften für strengste Geheimhal ung des­selben gegeben. Mehrere Senatoren beabfichtigev, die Regie­rung gleichfalls über da» geheime Dosfier zu befragen. Petit Journal" erklärt in einem angeblich von Cavaignac h°rrühre»deu Artikel, man habe Lebrun-Renault verboten, über die Geständnisse de» Dr-Hsus zu sprechen, weil man schwerste Berwickeluageu mit Deutschland (?) fürchtete. Die Antisemitenliga von Frankreich läßt in Pari» einen Auf­ruf Anschlägen, in welchem daraus hivgewiesen wird, daß die Regierung in der Kammer erklärte, gäbe im Krieg»- u, niftertum ein geheime» DreyfuSdosfier, welches nicht mit» gkkheilt werden könne, ohne daß die Sicherheit des Lande» gesäh-det werde. Der Aufruf schließt hieran», daß Dreyfu» eia Beriäther und zu Recht veruriheilt sei und fordert die Regierung auf, die Revision de» ProcrffeS gegen einen über­führten Berräther einstellen zu kaffen und gegen die Beleidiger der Armee einzuschreiten. Wenn die Regierung diese» nicht tm, so werde das Volk zur direkten Ausübung seiner uu- ve jährbaren Rechte greifen, indem es da» Vaterland in Ge­fahr erk ärt und gegen seine Feinde vorgeht. Bei einer r-e-art drohenden Spreche darf man die Möglichkeit ernster Zwischenfälle nicht von der Hand weisen.T. R."

Pari», 20. December. Der Hauptbeschuldigte in der Spionage-Asfaire, der Sergeant Decrien, hat be» Verlangen gestellt, vom CaffationShofe vernommen zu werden, da er wichtige Aussagen bezüglich der DreyfuS-Affaire machen könne.

Loudon, 20. December. OfficiöS wird kategorisch ? ementirt, daß sich England dauernd auf Kreta fest- j»u"tzen beabsichtige.

MP.C. Niederlande. In Amsterdam ist der Kiel zu tlneia Kreuzer von 4960 Tonnen vom modtficirten Typ d s Kortuaer gelegt worden. Länge 96,60 Meter, Breite 15,70 Meter. Die Panzerung besteht au» Nickelstahl und hat eine Höhe von 2,74 Meter bei 15,2 Cim. Stärke, an d«n Thürmen jedoch 23,6 Etm. stark. Die Artillerie soll aus Mdei 24 Qim. Thurmgeschützen bestehen- ferner vier 14,8 Ctm.-Geschützen, vier von 6,7 Etm. Kaliber und acht

8,5 Etm.-Geschützeu. Schließlich noch 2 Torpedolaneirrohrk. Fahrgeschwindigkeit 16 Knoten. In Amsterdam, Rotterdam und Fletßhiug befinden sich die drei gedeckten Kreuzer Utrecht, Gederland und Noord Brabant im Bau.

M.P.C. England. In englischen Kreisen fängt man j-tzt schon an, fich darüber zu beunruhigen, ob Amerika die völlige Controlle de» Niearagua«Canal» in die Hand zu nehmen beabfichtigt. England stützt fich nämlich auf den vertrag Cloyton Bulwer» und würde, fall» Amerika den Canal nicht später völlig frei gibt, wie den Suez-Canal, keinen Schritt von seinen Ansprüchen zurücktreten, da seine Jntereffen hierbei ungefähr ebenso große find, wie die Amerika». Welche Wichtigkeit von uordamertkanischer Seite dem Canal beigelegt wird, geht au» den Worten be» Präsidenten hervor: Der Bau de» Canal» ist jetzt unerläßlicher denn je, und unser dringendste» Interesse erfordert, daß die Regierung der Bereinigten Staaten den Bau in die Hand nimmt." Diese Worte klingen allerding» nicht danach, al» ob nach Fertig­stellung de» Eanal» au eine unbedingte Freigabe desselben zu denken sei.

Loudon, 20. Dkcember. Au» Shaugai wird gemeldet, daß chinefifche Rebellen Jchiabenug überfielen und hundert Bekehrte und einen französischen Priester ermordeten. Ein russische» und ein japanische» Kriegsschiff gingen nach den Aufruhr«Bezirken ab. Ein engliche» Kriegsschiff ist bereits dort.

Warschau, 20. December. Nachdem der Geueral-Gou« berncur oa» Programm zur Feier der Enthüllung des Micklewicz-Deokmal» abgewiesen hat und nur eine einfache kirchliche Feier gestattet ist, ist von polnischer Seite die Parole an-gegeben worden, der Feier gänzlich fern zu bleiben.__

Locale« «nd provinzielle».

Gießen, den 21. December 1898.

** Auszeichnung. Seine Königliche Hoheit der Groß­herzog haben Allergnädigst geruht, am 20. December Herrn H. Lurschmanu, Lehrer t. P., zur Feier seiner 50jährigen Lhristbescheerung und zum 80. Geburtstage die herzlichsten Glückwünsche zu übermitteln und als Zeichen der Anerkennung da» Allerhöchste Bilduiß Seiner Königlichen Hoheit mit eigenhändiger Namensunterschrift zu verleihen.

* Ordens-Verleihung. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädtgst geruht, am 19. December dem Hofrath Friedrich Kofler zu Darmstadt das Ritter­kreuz 1. Klaffe be» Berdienstorben» Philipps beS Großmüthigeu zu verleiben.

Postalisches, d» wirb darauf aufmerksam gemacht, daß die Verzollung der steuerpflichtigen Post­stücke am 25. bs». MtS. in ber Zeit von 10 bi» 12 Uhr vormittags bei bem Großherzoglichen Hauptsteueramte hirr stattfinbet.

Land- und forstwirthfchafUiche BerufSgenoffenfchaft. Am Montag fand die regelmäßige Generalversammlung der Land- und forstwirthschastlich en Berufs- genoss en schäft unter dem Vorsitz be» Herrn R gierung»- raths Nover in ber RestaurationZar Stabt Pfungstadt" in Darmstabt statt. Die Versammlung genehmigte tie' Rechnung für 1897 und ben Voranschlag für 1899. Au Entschädigungen für Unfälle ist barin ber Betrag von 860,000 Mk. vorgesehen. Bei ben vorgenornrneneu Neu­wahlen würben in den Genossenschaft»-Vorstand gewählt die Herren: Beigeordneter Kalbhenn in v lbel, Gutsbesitzer Johannes Lotz V. in Lengfeld, Gutsbesitzer Anton Schmitt II. in Bretzenheim und Bürgermeister Trautmann in Rmbach- zu Siellvertreiem derselben die Herren: Odersorstrath Krauß in Darmstadt und Freiherr v. Löw in Nieder Florstadt. Weiter wurden gewählt in da» Schiedsgericht zu Darmstadt al» Beifitzrr Herr Beigeordneter Wenz in Kempten, zu seinen Stellvertretern die Herren Bürgermeister Eckert in Klein Winteruheim und Gutsbesitzer W. Bauer in Nieder-Modau- tu das Schiedsgericht zu Gießen al» Beisitzer Herr Guts­besitzer v. Oven in Hungen, zu seinen Stellvertretern tie Herren Bürgermeister Jochem in Laubach und Gutsbesitzer K tz in Gießen. Die Versammlung genehmigte sodann weiter e.ne Vorlage be» Vorstände» auf Gleichstellung bet Grhälter ber Gevoffenschaftsbeamteu mit denen ber entsprechenden Klaffe der StaatSbeamieu unter Anweubung be» sür letztere gegebenen Gesetze» vom 9. Juni 1898, sowie eine solche auf Gewährung einer Entschädigung für Zeitversäumniß sür Dienstleistundeu der Schied»gericht»beifitzer, Vertrauensmänner und Vorstandsmitglieder. Als Vertreter de» LandeSverfiche- ruug»amt» nahm Herr RtgierungSrath Best-Darmstadt für ben verhinderten Borfitzenden desselben, Herrn Geheimerath Emmerling, an ben Verhandlungen Theil.

* Wetterbericht. Da» Depreffiov»-Centrum ist rasch von ber nördlichen Küste nach Rußland abgezogen. Gleich, zeitig ist aus btffen Rückseite bat Barometer stark gestiegen. Heber Irland beträgt der Lustdruck mehr al» 775 Miftmeter. In Central- und Südeuropa hat derselbe zunächst eine Abnahme erfahren. Ziemlich erhebliche Druck - Unter« schiede lagen heute über der Nordsee, woselbst stürmische nördliche Winde eingesetzt haben. Die Witterung ist un­beständig, namentlich in Deutschland kälter al» gestern. Im Gebirg find wieder Schneefälle eiugetreteu und auch sonst fallen noch zeitweise Niederschläge. Voraussichtliche Witterung: Zunächst heitere», aber noch immer nicht be­ständige» Wetter.

Sich, 20. December. Wie alljährlich in der Weih­nachtswoche fand auch heute die BescheerungSfeier für die Pfleglinge des Frankfurter Waisenhause» statt. ES war eine stattliche Festgemeinde, die fich in ber Turnhalle ver­sammelt hatte, die Kindercolouie (ca. 100 an der Zahl), die Vertreter des PflegeawteS von Frankfurt, die Geist! chkeit, Lehrerschaft, Pflegeelteru u. s. w. Bor ber Vertheilung ber finnig atiszewählten MeihnachtSgaben tombe unter Leitung beS Herrn Lehrer Roth ein WeihnachtSfestspiel aufgeführt,

nach demselben von Pfltg-befshleuen des Waisenhauses eitt lebendes Bild:Die Hirten an der Krippe zu Bethlehem^ gestellt. Zum Schluffe wurden die Kinder und die geladenen Gäste mit Raffte und Kuchen bewirthet. Freude glänzte auf jedem Antlitz ber Beschenkten, eine freudige Genugthum-g für die Damen und Herren be» Pflrgeamte», bie fich jederzeit bemühen, ba» LooS ber armen Waffen freundlicher zu gestalten.

Gambach, 20. December. H-rr Kaufmann und Wirih M. Steinmay.r dahier hat fein Befitzthum an Herrn Balser in Gießen verkauft. Wie derW. B." vernimmt, erfolgt bie Hebergabe am 1. April 1899.

In Schotten finb bie Tänzer wirklich rat. Denn: Im Schottener Blättchen suchen Mädchen schmucke Tänzer zu d-m Ball- schon gar lange, froh und bange, freut man fich auf diese» Mal- Acetylen hell und schön, soll ber Damen Pracht erleuchten- wenn nur Herren genug da wären, ober fie gar keine bräuchten- nein, ihr Tänzer, Ersten-Schwänzer, so darf e» bießmal nicht gehen! schon bei Zeiten seid zum Zweiten, wollt ben Ball ihr fröhlich sehen- ober wollt ihr, wenn j tzt grollt ihr, baß die Damen euch verlaffrn? seid ihr persönlich nicht versöhnlich, bann wirb bie Post behilflich sein: bkföcrert werden die Offerten mit X. und Z. den Mägdelein.

Alsfeld, 20. December. Bei ber am 13. Dkcember stattgehabten Beigrorbueteuwahl siegte Herr Georg Knttz II. mit 166 Stimmen. Der Gegeucaubibat Herr H. E. Schneider erhielt 149 Stimmen.

Von der Lahn, 20. Dectmber. Der Fischereivereiu hat dieser Tage, rote dieEms. Ztg." mittheilt, oberhalb L mburg 5000, V 10 (Zentimeter lange Karpfen in die Lahn au»» setzen lassen. ES waren zugegen Geh. RegiernngSrath, Herr Kroffa-WieSbadev, Herr Rüb amru von der F.schznchlavftalt Welschneudorf und Herr Strommeister Kühn-Diez.

ANS -VA fttlt fÄA M« »stt.

Vor 428 Jahren, am 22. December 1470, wurde zu Eichstätt Willibald Pirkheimer geboren, ein thätiger Förderer der humanistischen Denkweise. Er wurde von Kaiser Maximilian in wichtigen Reichsgeschäften verwendet und war eine hervorragende Persönlichkeit in den höheren Gesellschaftskreisen jener Tage. Pirkheimer starb am 22. December 1530 in Nürnberg.

vsSmischtes.

* Wie derPraktische Rathgeber im Obst« und Garten­bau" in seiner neuesten Nummer mittheilt, bleibt die Ein­fuhr amerikanischen frischen Obste« in diesem Jahre erheblich gegen bie letzten Jahre zurück. ES soll ba» besonder- an schweren Hnwettern liegen, bie in den Nachbarstaaten Ntw> Uirk» gehaust und ba» Obst vielfach von den Bäumen schlagen haben, infolge dessen wohl auch bie Qualität be» bisher herübergebrachten Obstes vielfach bemängelt wird. Dann aber schrickt auch bie brohmde Gefahr, baß S. Jo'S- Läuse am Obst gefunden werden könnten, ohne Zweifel viele Importeure von der Einführung omerikanischeu Obstes ab. In Hamburg erzielte amerikanische» Obst bi» jetzt schlechte Preise.

* Umgang mit Negern. Die Regierung ber vereinigte» Staaten schickte vor einigen Jahren einen höheren Osfizier nach bem Congostaate, um fich über bie Verhältnisse be» Lande» zu unterrichten. Der Offizier William» ist sein Name hat jetzt über seine Reffe einen Bericht vetöffent- licht, in bem er erstaunliche Mittheilungen macht über bie Systeme, bie ber weiße Mann dort unten anzuweuben pflegt, um dem schwarzen Bruber tiefsten Respekt und heilsame Furcht einzuflößen.Manchmal" so schreibt Oberst William»hatte der Weche im Aermel eine elee- trische Batterie, unb wenn er bem schwarzen Bruber die Hand drückte, erhielt dieser einen furchtbaren Schlag, ber ihm eine Vorstellung von der gewaltigen Kraft be» weißen Mannc» gab. Dann nahm ber weiße Mann au» ber Tasche eine Cigarre und zündete fie mittel» eine» Vrenuglase» an, wobei er erklärend bemerkte,daß er dank seinen nahenBeziehnugenzurSonne im Stande wäre, mit Hilfe dieses Glase» ben Kopf be» schwarzen Bruber» in Blanb zu sticken. Manchmal endlich lud der Wriß; sein Gewehr, au» bem er geschickt die Kugel entfernte, unb forberte ben schwarzen Bruder auf, auf ihn (den Weißen) zu schießen, um ihm seine Haverwundbarkeit zu zeigen. Unb wenn ber schwarze Bruder schoß, sah ex mit Erstaunen unb mit Grauen, daß ber Weiße bie Kugel au» den Hosen ober au» den Schuhen herauSzog." Der Bericht de» Obersten W Ciam» eröffnet neue AnSblickr. Man braucht nur einen Taschenspieler, einen Zauberer, einen Brllachini nach den Colonien zu schicken! Ein solcher Mann könnte, ohne daß die Parlamente auch nur einen Pfennig zu bewilligen brauchten, durch bloße Geschicklichkeit und Geschwindigkeit bett Ruhm des Mutterlanbe» heben uob aufrecht erhalten.

* Allgemeiner Deutscher BerficheruugSvereiu in Stuttgart. Im Monat November 1898 wurden 901 Schadenfülle rtflulirt. Davon entfielen auf bie Betrieh »- Hastpslicht - Versicherung 404 Fälle unb zwar 234 wegen Körper­verletzung und 170 wegen Sachbeschädigung- auf bie Han»- Haftpflichtversicherung 32 Fälle und zwar 20 wegen Körp r« Verletzung unb 12 wegen Sachbeschädigung- auf bie Unfall­versicherung 408 Fälle, von denen 2 den sofortigen Tod und 6 eine gänzliche ober theilweise Invalidität ber Verletzten zur Folge hatten. Bon ben Mitgliedern der Sterbekaffe sind 57 in diesem Monat gestorben. Neu abgeschloffen wurden im Monat November 5613 Versicherungen. Alle vor bem 1. Slp ember 1898 angemeldeten Schäden ber Hasall-Ver- ficherung (incl. ber Tode»« unb Invalidität» Fälle) find bi» auf bie 132 noch nicht genesene Personen betreffeobea Fälle erledigt.

. Eingesandt.

Gieße«, ben 21. December 1898.

Der Spielplan deS hiesigen StatbtheaterS weist, wie wir aut bem Theaterzettel ersehen, fit die beiden letzten Tage vor Weihnachten