Ausgabe 
22.11.1898 Erstes Blatt
 
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Maßnahme für die Interessenten am Platze eine Schädigung 1 bedeuten würde und beschloß, bei der Großh. fcinbelthmmet | dahin vorstellig zu werden, daß die e chreu Eu fluß bei der : demnächst ftattftudenden Eisenbahn Conserenz ausbieten möge, | daß die Ladesrsten wie bisher beibehalten werden. Wetter ! wurde auf die üoUftänbtq unqlnügtnde Ladeg ieqenbeit unserer Station hingewtesen. Man benutze die Geleise der Marga» rethenhülte iur Bere tstellung von Wagenladungen, obgleich der dahin führende Weg für Lastfuhrwerk ganz ungeeignet sei, dagegen wäre die Ladenelle bei früheren Ober hessischen Güterbahnhofe«, wr'che sehr gelegen fei, gar nich benutzt. Zwar haben sich e n^bie Empfänger von Waggongülern mtt Erfolg dagegen gewehrt. E» fei zu wünschen, daß alle Em» pfänger die« thun, damit nach dieser Richtung Wandel ge« ; schaffen und den Wünschen der Inter venten auf der Etatron Gießen Rechnung getragen werde.

Darmstadt, 20. November. Del beu Stadt» derordnerev - Er g äo z uo g « ro ahleu am Freitai ist trotz grwalt'ger KnR'tnqung der Socalbemottotcn und anderer politischer Gegner die Liste der allgemeinen Bür-erveretviguog (vatiooolllberol Keotschfreiflnviki) b « aus wenige Narren durch« gegangen. Der Lande! gewerb everein bewegt fich ungeachtet der Gkgerbkstrebunqen der Zünftler >a ausste>gender Tendenz- er hat jetzt 89 Ortnoeretne darunter drei neue (|u Lor'ch. Mowbach und Semd) und 7900 M tglteber, bei» nahe 300 wehr al« am 1. JUt 6. I

A Mainz, 20. November. Die Entfestigung Kastei«, von welcher man feit Langem nicht« mehr gehört hat, scheint im Stillen doch vorbereitet zu werden. E« gebt dir« au« einer Mntheilung der Eisenbahndirection in Frank« furt an die hteffge Handelskammer hervor, In welcher die letztere auf Ersuchen zur besseren Verkehrßvermittelnug über den Kastrier E stnbahnüdergang einen Sieg zu erbauen, de» oachrtchtigt wird, daß wegen der in Aussicht genommenen Entfestigung Kastel« der öibnübertang eine andere Gestal­tung annehmen wird, wkßhalb die Frage vorerst nicht spruch­reif fei. Auf eingegangeue Elkunoigung hin erfahren wir, daß der einzige Grund, warum die Entfestigung Kastell

keinen Fortgang nimmt, darin zu suchen sei, daß der Ädhäifilcc« sich nicht enllchließrn klone, den für da« frei- werdende Festuugßgeläade cuge etzten «xordttaut hohen Preis za reducirea. Bon den zahlreichen Pcrlonen, die bet der großen Pulverexpiofion im Jahre 1857 eine dauernde Berietzung erlitten hoben, find im Ganzen nur noch 19 am L d:v, tii zusammen eine Iahresreute von 2614 Ma k beziehen. Zur Unterstützung d.-s Berletzten war urspiüngl'ch eia Renteukapital von 70 000 Gulden vorhanden, da« sich nach und noch auf 25534 Mark verminderte, von den 19 noch zu Unterstützenden (eben nur noch 4 in Mainz, die anderen vertheilen sich auf Preußen (8), Orsterreich (6) und Ungarn (1).

A Mainz, 20. November. Die Ergänzuug««ahlen zu der hiesigen Stadtverordnetenversamm'.ung find jetzt ©etten« oer Bürgermeisteret ans den 29. d. M. oul^eschrieb.n wor­den. Ja allen anderen hessischen Ttädtea sind die Wahlen schon vorüber und liegt die Verzögerung der Wahlen hier in dem Umstand, daß in Folge der vielen Bürgeraufnahmeu der letzten Jrhre die Herstellung der Wählerliste außer» ge-öholich viel Zeit erforderte. Nachdem erst vor wenigen Jahren hier em neue« Gymnasium erbaut worden ist, erweisen sich jetzt die SRli.me der Realschule und de« Real- oymnafium« in sanitärer wie in räumlicher Beziehung al« unzureichend, weßhalb die oberste Schuldehöcde eben mit der städtischen Verwaltung wegen Beschaffung geeigneter Locali- tätcn In Unterhandlung steht. Um nicht emcn tetr kost­spieligen Neubau au«sühreo zu «Offen, ist in vorfchlug ge­bracht wv'den, eine« der neuen großen Bo klschulhäUer für die Realschule und da« Realgymnasium zu verwenden und da« jetzige Realschulgebäude BolkS'chulzweckeu dienstbar zu machen. Der Vorschlag dürfte In der Stadtverordneten­versammlung kaum Anklang finden, denn, wenn die alten Rialschulräume für die R alschu'e nicht gut genug find, find sie es für die volklschuien auch nicht. Ob in Mainz kommende« Jahr Larneval stotifiuder, ist in den letzten Tagen wieder fraglich geworden. Zwar mangelt es nicht an L st dazu, ober e« ist Niemand da, welcher da« schwierige

A«t eine« Präsidenten übernehmen will. Der fcitbtrfte Präsident hat entschieden abgel-hnt, diese« Amt wieder zu übernehmen, und trotz viele« Suchen har «an bi« jetzt noch feinen Eriotzminer oeinnd-n.

Xm« bei Seit fftr N< )Ht

Vor 131 Jahren, am 22 November 1767, wurde zu St. L onbarbt in Passeyerthale der heldenhaste unb volto- thümliche Landwirth Andreas Hofer geboren. Er war die Seele des Tyroler Aufstand»« \m Jahre 1809. Durch V rrakb später gefangen genonumn zog er die tranzöst <1en Kugeln dem französischen Kriegsdienst vor. Am 20 Februar 1810 wurde er zu Mantua erschossen.

ICircblidtc Anzeigen der Sieben»

M,-Uoetttche *<«!'»

Montag den 21. November. ÄbenbS 8 Ubr: Videtftunde tm Eonfirmanbensaal der IobanneSkirche. Nolosierbries Eav. 1. von LerS 24 an: DeS Apostels Freude in seinem Leiden und Wirten. Pfarrer Naumann. ______________________

rteucs.e tTacbricbtcn.

Deoclchem des durcte .Herold^

Berlin, 21. Nooemder. Aue Köln meldet d'eWelt am SXoDtag*: D m Vrrl-ger srs w8itrp -et flmul*, A dert Längen, ist von der hiesigen B'hördc oer Heiwathssche'n, biffen er z-m dauernden Aufenthalt in der Sch«e z bedarf, v-iweigert worden. Dasselbe Blatt beratet aus München: Auf Anfrage bet dem in Zürich weilenden Berleg-r Albert Langen erfahren wir, daß nur die aus^ch n von lehnt Frau an ihn obgeianbtrn Briefe nicht angekornmen find, während er Briefe aus Berit» unb anderen deutschen Städten erhalten bat.

Pari«, 21. November. Es heißt, General Zurlinden w-rde erst am Donnerstag Besch darüber fassen, ob er Picquart vor ein Ketegsgertcht stellen soll. Die Freunde P cq tarts erblicken darin den Versuch, Picquart. der cm Dienstag vor dem Eaffatioashose al« Zeuze erscheinen soll, zu deeir fl ss n.

B e t »rrr u nnactzung.

Vorkehrungen

gegen das Einfrieren der Hauswafferleitungen.

Unter Hinweis auf die,Bestimmungen über Anlage der Hauswafferleitungen zu Gießen- machen wir darauf aufmerksam, daß, um dem Ginfrteren des Wafser« in den Haudwasterleilnngen bei eintretender Kälte vorzudeogcn es er­forderlich ist. die Hauswafferleitungen des Abends für die Dauer der Nacht zu entleeren. Dies geschiebt dadurch, daß zuerst der vor dem Wassermeffer befindliche Hauptabsperrhahn geschlossen und dann daS seitlich desselben befindliche EntleemngS- hibnchen, nachdem ein passendes Gefäß untergestellt, geöffnet wird unb dies so lange geöffnet gebalten wird, bis daS in der HauSlettung stehende Wasser vollständig ab­gelaufen ist, worauf bezeichn«teS Hähnchen wieder geschlossen wird-

Um eine vollständige Entleerung zu erwirken, ist es geboten, während der­selben daS in dem obersten Stockwerk de« Hanse« befindliche Aapfventil der 1. auSleitung osten iu halten, damit die Lust Zutritt in die Leitung erhalle. Ein größerer Theil des Wasser- kann auch schon durch daS Zapfventtl der untersten Küche entleert werden, wodurch die Enileerung tm Keller vereinfacht wird. Nach flat,gehabter Entleerung sind die beiden Zapsoentile, welche dem Eintritt der Luft und der Entleerung des Wassers dienten, wieder zu schließen.

DaS Echließe« de« Hauptavsperrvahn» erfolgt durch Aufsetzen deS betgegebenen Schlüssels auf den vierkantigenHahnzapsen und Drehung tn der Richtung von links n-ich rechts im Sinne eines Uhrzeigers bis Widerstand erfolgt- DaS Oestnen de« Hanptabfperrhahne« geschieht durch Drehung tn entgegengeietztem Sinne, bis Widerstand erfolgt.

BebuiS Wasserentnahme muß deS Morgens der Hauptabsperrhahn wieder Vollständig geöffnet werden-

«dzweiglettnngen nach Waschküchen, Badezimmern, Hosräume«, «Lrte« u. s. w. sind während dcS Winter« mittelst ihrer besonderen Vorrichtungen auf ähnliche Weise zu entleeren und ertheilt hierüber im Besonderen am besten derjenige Installateur Auskunft, welcher die betreffende Leitung gefertigt hat.

Sei anhaltender außerordentlicher Kälte empfiehlt es sich, die Wasser­entnahme auch während de« Tage« auf kürzere festgesetzte Zett zu be- fmränken und während der übrigen Tageszeit die HauSwasserleitungen gleichfalls in oben angegebener Weise abzustellen.

Dem Einfrieren solcher Wasserleitungen, welche durch Küchen unbenutzter Wohnungen geführt sind, kann man durch Unterhalten eine« kleinen HeerdfeuerS 001 beugen. Auch empfiehlt es sich, in kalten «loset- ober sonstigen ungeheizten Räumen, bind) welche bk Wasserleitung führt, sofern baielbft bie Leitung nicht schon burch eine Umhüllung gegen Kälte geschützt ist, bie Temperatur burch ein Oefchen ober geeigneten Falls etwa durch eine Gasflamme auf genügender Höhe zu erhalten.

Sehr kalt stehende, insbesondere auch abgestellte unb vorübergehenb nicht in Gebrauch befinbllche Closet« (wie in Vereinshäusern uf.ro) werden durch Einstreuen von etwas Salz tviehsali) in daS Schlußwaffer be« SpphonS (Wasser- abschlusse«) g gen Auffrieren der Schüsseln geschützt

Die Waffermeffer nebst dem nächstanschließende« Theil der Rohr­leitung finb währenb beS Winters mtt Stroh, Säcken ober ähnlichen Schutzmitteln gegen Kälte zu umkleiden, auch namentlich die betr. Kellerfenfter geschloffen zu halten. Die Herstellung aller Waffermeffer, die in Folge ungenügende« Schutze« gegen Kälte Schade« erleide«, erfolgt auf «echnuug der Hau«desttzer.

Durch die empfohlenen vork.hrungen wird dem Wasserabnehmer die Lieferung de« Wassers möglichst gewährleistet, dcm Hausbesitzer aber werden Beschädigungen an Leitung und Vtebäude iern gehalten. Wir empfehlen daher vorstehende vorffcht«maßregcln allen Betheiligte« zur ganz besonderen Beachtung.

Reparaturen und Aufthauung von Hauswasserleitungen werden am schnellsten von denjenigen Anstallatton«-t»eschäflen besorgt, welche die betr. Hauswafferleitungen s. Z. ausgeführt haben.

Gießen, den 21. November 1898.

Städtisches Gas- und Wasserwerk Gießen.

11569] Otto Sergen._______________________

Bekanntmachung.

Wir bringen hiermit zur öffentlichen iLnntntß, baß vom 22. l. Ml- an die Viehmärkte ouf dem Gelände hinter dem Scklachthause abgehalten werden. Der Auftrieb hat nur vom Hohleichweg au, der Abtrieb über de' alten Heuchelheimer Weg, zwischen der Klöck'schen Besitzung und dem Schlachthaufe, zu erfolgen. Marklstandzeichen werden wie seither an der Dctrotbebflcüe unb m der Freibank bet städtischen Schlachthauses verabfolgt. Die Marklstandzeichen sind vor dem Austrieb zu lösen und den coutrolireudeu Beamten am Eingänge zum Marktplatz abzulieseru.

Gießen, den 19. November 1898.

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.

I. V.: Wolff. U561I

Bekanntmachung.

In dem Gesellschaft-regisier unterfertigten Amtsgerichts wurde auf Seite 81 unter der RubrikActiengesellschaft Gießener Volksbad" ein- Getragen:

Die in der Generalversammlung vom 30. März 1898 beschlossene Erhöhung de« Grundkapitals um den Betrag von 32000 Mk. hat durch Zeicknuna von 10 Stück Acnen ä 1000 Mk. und 110 Stück Aclien k 200 Mk. und baare Einzahlung des eingeforderten Betrag« von 25 e/o des Nominalbetrag« zu Händen des Vorstands stattgefunden.

Herr Emil Pistor von Gießen, dermalen zu Freiburg L Breisgau, ist als Mitglied de« Vorstands aufigef^ieben.

Gießen, am 29. October 1898.

Grobherzogliches Amtsgericht. _____________________Neuenbagen.________________11587

Bekanntmachung.

Der Voranschlag der Gemeinde Ruttershausen für das Jahr 1S99/19OO liegt vorn 23. November d. I. an acht Tage lang auf der unterzeichneten Bürgermeisterei zur Einsicht der Betheiligten offen.

Ruttershausen, den 20. November 1898.

Großherzogliche Bürgermeisterei Ruttershausen.

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