Ausgabe 
22.7.1898 Zweites Blatt
 
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Freitag den 22. Zuli

Nr. 16S Zweites Blatt

Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis (Siefeett

Gratisbeilage: Gießener Familienblätter

2.

3.

4.

Juli 1888-

-»nähme von Anzeigen zu ber Nachmittag» für den «IqmbfB Tag erscheinenden Nummer biS Norm. 10 Uhr.

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Alle Anzeigen-Berminlung-stellen bti In- und Äullanbti nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger enlgege»

Redaktion, Expedition und 2)rüderti:

Schnlstraße Ar. 7.

e-Iemn.

t und ist an den 2Berl Feiertagen von 11-1 Uh, mb Freitag von 6-8 Uhi 7341 Der Borstavd.

nnzuläsfig, diesen Termin namentlich deßhalb hinauflzuschteben, um die Rkchnung-abhöruvg durch den Gemeinderath zugleich mit der Berathung des Voranschlags vorzunehmen.

Sie wollen sich hiernach bemessen.

v. Gageru.

ort hat.

Die Zulassung zur Prüfung kann nicht vor vollendetem 17. Lebensjahr erfolgen.

Das Gesuch muh von dem Betreffenden selbst geschrieben sein. Auch erscheint es zweckdienlich, wenn stets die nähere Adreffe angegeben wird.

Dem Gesuche sind folgende Papiere beizufügen:

a. Geburtszeugnih;

b. Einwilligungs-Attest des Vaters oder Vormundes mit der Erklärung über dessen Bereitwilligkeit, den Freiwilligen während einer einjährigen activen Dienstzeit zu bekleiden, auszurüsten, sowie die Kosten für Wohnung und Unterhalt zu übernehmen. Die Fähigkeit hierzu ist obrigkeitlich zu bescheinigen und must die Unterschrift des Vaters oder Vormundes beglaubigt sein-

c. ein Unbescholtenheitszeugnih, welches von der Polizei-

Adreffe für Depeschen: Anzeiger Hieße».

Fernsprecher Nr. 51.

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Aezug-pret» vierteliLhrlich

2 Mark 20 Vffr monatlich 75 Psg mit Vringerloh»

Bei Postbezug 2 Mark 50 Pf-, vierteljährlich.

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Gießener Anzeiger

General-NuZeiger

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iuke ist befleiß gesorgt.

'th- C. Valentin.

diesen dreien, welche zu gleicher Zett blühen, geschehen ist. Jaune bicolor ist übrigen- nicht anmaßend genug, um immer einen hohen Stamm zu erlangen- fie ist auch hübsch all Busch, noch hübscher denn al- Hochstamm.

Entfernter von diesem Glanzstücke der Wildrosen« abthetlung stehen zwei Rosenhochstämme tu vollster Blüthe. Der eine, rothe, ist Malton, etve alte, ziemlich harte Bengal- kybride, die andere ist eine weiße Prärterose. Und nun kommen wir zum Schluß der lang sich allsdehnendea Pflanzung. Da herrscht wirrer ein Blütheamrer weißer und rother Blumen von vielen Büschen zweier Rugoiasonen, der «e*6en Mme. George Bruant und der rotheu Souvenir de Jeddo. Ste find entzückend schön in ihrer Blüthenpracht und doppelt werthvoll deßhalb, weil fie remontiren und den flauen Sommer blühen. Da- Gleiche gilt von Blanche double de Coubert, deren Blütheu reiuwetß, begontenatt'g find.

E- wird schwer, nun von den blühenden Büscheu sich abzuweuden zu den nichtblühenden. Doch es muß sein, und wir gewahren erst jetzt doppelt, wie reichhaltig die Sammlung ist, die nahezu 400 Sorten umfaßt und mit welchem Fleiß fie zusammengestellt wurde. E>n Botaniker würde die Hände über dem Kopf zusammenschlageu über die Verwirrung, welche ich dadurch angerichtet habe, daß ich mich nur mit den am schönsten blühenden Rosen beschäftigte, denn auf diese Weise find die verschiedensten Klaffen der Wtldroseu zusammen­gewürfelt worden. Al- Gärtner und Rosenltebhaber freue ich mich drffen fast. Die Schönheit geht mir über die Systematik. Trotzdem empfinde ich r- ganz angenehm, daß die Wildrosen zum Theil systematisch zusawmeugepflanzt find, daß die Rngosa, die Lanina, die Kaffanlik, daß die Oel- rosen, die Capuzinerrosen, die Rosa gallica, die Mult'flora, die Leutifolten, die Moo-rosen und wie fie alle heißen mögen, truppweise stehen. Mau kann so bester vergleichen uud von dem Schatze früherer Roseusortimeute sich eine Borstellnug machen. Mit Recht find die meisten dieser Roseu völlig all­dem Handel verschwanden. Sie habea nur Werth für den Sammler. Wenn aber erst die Leutifolten ihre dusteudeu Blüthen entfalten, die Mnltiflora ihre Blüthrnstäode ent- wickeln, welche fie über nab über bedecken, dann seheu wir doch, daß außer den frühblühenden, vorhin genannten Wild- rosen noch viele andere im Parke herrlich verwerthbar fia und un- Gelegenheit geben, Rosenduft und Roseuschöuheit

Wir gehen an der Westseite hinunter. Ste wird be- greuzt voa Bäumen und Gehölzen und vor ihueu da blüht r- prachtvoll, denn die Wildrosen find hier untergebracht. Wtldroseu, so uenneu wir unsere Rosa canina, auf der wir unsere edlen Roten veredeln, so nennen totr leichthin die vielen ähnlicben Rolenwildlivge, w'e laxa rc>,. so nennen wir auch Rosa rubiginosa, lutea bicolor, laevigata und wie fie alle he ßea n.ögcn. AVer dteier Name ist nicht gerecht fertigt, er macht die Rosen unbeliebt, setzt ihren Werth herab, weil wir Wilde- nicht Lust haben auzupflanzeu. Uud wie schön find einzelne dieser Rosen, wahre Prachtstücke uud kostbar für jeden Pa k! Parkrosen, da- wäre der Name, der diesen Rosen gedüh't'.

Zuerst begegnet uu- Rosa rubiginosa, die Rote mit rothgrünem Laube, kräftigem Wuchie. Sie ist iu Masten ang'pflanzt und wirkt al- rothdlätterige- Gehölz. Ihr Laub bleibt den Sommer über gesund, ihr Wach- ist gractöS, strauchsörmig, und ihre Blütheu zieren den Strauch doppelt. BiÜrben hatte fie augenblicklich noch nicht, aber trotzdem fällt fie auf. ,

Blüihenüberladeu winkt eine Züchtung von Müller- Weingarten zwischen Gloire de Dijon und Rosa rugosa herüber. Sie hat die Farde zwischen Gloire de Dijon, ist halbgefüllt, aber prächtig in ihrer Art. Großartig wirkt Rosa laevigata. Weiße Blumen, die über 7 Ltm. Durch- weffcr habe", stehen auf dem Busch. Die Reinheit der weigrn Farbe ist über alle- Lob erhaben. Die Blumen- blätter besitzen eine edle Form, man glaubt Camelienblü:heu zu sehen. Da- Gelb der zahlloseu Staubfäden contrastirt herrlich mit dem Weiß, uud die Knokpe erscheint m Wehr und Waffen! Ihr grüner, dicker Fruchtknoten macht fie du*ch seine vielen langen, steifen Borfteu zu einem Rötlein Rührmichnichtan, dopp-lt bea'hren-werth iu ihrer Rüstung!

Unsere alte Persian Yellow, dieser Veteran mit fetten weithin leuchtenden gelben Blumen, steht ebenfalls Wer tm Gem sch mit ber ihr beinahe gleichen, nur in der B üthe etwa- einfacheren und helleren pimpinellifolia Hamsoni (spinosissima fl. luteo pl.). Beide bilden mit ihrem gelben B.urvenm'er den Untergrund zu unserer herrlich schönen Jaune bicolor mit den broucefarbenen Blumen, die sich al» Hochstawm ttngefunben hat. Eine b'ffere Wirkung kann man, glaube ich, nicht mir Rosen erzielen, al» e- hier mit

frf4ehd täglich mit Ausnahme des Montag«.

Die Gießener -«mikieuvkStter «erden dem Anzeiger «4chentl'.ch viermal beigelegt.

Bekanntmachung.

betreffend die Prüfung der Bewerber um die Berechtigung zum einjährig-freiwilligen Militärdienst im Herbst 1898.

Diejenigen jungen Leute, welche beabsichtigen, sich der im Herbst 1898 stattfindenden rubr. Prüfung zu unterziehen, werden hierdurch aufgefordert, ihre deßfallsigen Gesuche um Zulassung bei Meidung des Ausschlusses von dieser Prüfung

spätestens bis zum 1. August 1898 bei der unterzeichneten Commission einzureichen.

Hinsichtlich der Anbringung der Gesuche wird im Spe- ciellen das Folgende bemerkt:

1. Das Gesuch ist bei der unterzeichneten Prufungs - Com- Mission nur dann einzureichen, wenn der sich Meldende im Großherzogthum Heffen seinen dauernden Aufenthalts-

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Feuilleton.

D Mkn-Ausstkllnng in fmnkfurt n. M. 1898.

Die Rosen Ausstellung in Frankfurt a. M. ist zum zweiten Male dem Publikum eröffnet worden. In oerbtRerter Form, darf ich sagen, denn die metsten der au»- ,epfl nz'en Rosen standen schon im vorigen Jahre, fie haben deßhalb eine zweijährige Entwickelung hinter fich und zeigen doppelt, was an ihnen ist. Man kann ihren Wuchs, ihre vlüthenwilligkeit prüfen und ist nicht mehr so von Zuiälllg- leiten abhängig, wie bei einjähriger Pflanzung, wo manche Pflanze leidlich, manche zur Zufriedenheit ang'wachsen ist.

Die Rolen-AuSstellung ist nicht groß Man könnte fie eigentlich einen Rosengarten von C. P. Siraßheim furt a. M. nennen, denn dieser Herr ist der Haupiau-st. ll-r and dieser Herr ist eS auch, ber unS in seiner AuSsttllung nicht allein mit den verschiebensten neuen Rosen in ptächtiger Lll'w ckelung bekannt macht, sonbern unS die Berwendurg der Rolen im Rosengarten, im Parke vorsührt, wie wir fie auf Ausstellungen di-lang noch nicht angetroffea Haden.

Der ganzen Ausstellung kommt da- feuchte Wetter in Frankfurt a. M. sehr zu Statten. D-e Rosen find Prächtig gewachsen. Die kühle Witterung hat ihre Entwckelung e.waS zuiückqehalten. Am Eröffaung-tage (9 Jun,) war ber Rosenflor noch nicht auf seiner Höhe angelangt, er totrb eist In wenigen Tagen bahin kommen, unb F avksurt a. M. stand heuer in ber Frühzeitigkeit ber Rosenblüthe Frank

Aber wozu°befitzen wir die gro^e W ber ©orten? Sie beutet un« au, welche Mannigfait gkett im R^che ber Rosen herrscht, wie fie verschieben finb, die herrlichen Blumen, kinder in Form, in ber Farbe, im Dufte, im Wüchse- wie fie auch verschieben find in ber Zeit ber Blüthe Baar aller entwickelter Rosenblüthen ist beßhalb bre Ausstellung nicht. Nein, es gibt m°ffe°haft Blüthen, ober noch mehr «--otpeu. Maa schaut bie Pracht in der frohen Gewißheit, baß fie steigen wirb vorläufig noch von Tag zu T°g und baß fie da- Auge bes Beschauer» in künftigen Tagen noch mehr erfreuen wirb als heute; man schaut fie in ber Gewißheit, daß man alle- genießen wird, w°S die Rose Schöne» deut. Unb heute, wa» gibt fie Schöne-?

Obrigkeit ober der vorgesetzten Dienstbehörde auS- zustellen ist-

d. ein selbstgeschriebener Lebenslauf.

6. In dem Gesuche ist außerdem anzugeben, in welchen zwei fremden Sprachen (von Französisch, Englisch, La­teinisch und Griechisch) der sich Meldende geprüft sein will.

6. Ist bereits früher ein Gesuch um Zulaffung zur Prü­fung eingereicht worden, so bleibt dem erneuten Gesuche nur ein Uubescholtduheilszeuguiß beizulegen.

Ueber die Anforderungen, welche an die zu Prüfenden gestellt werden, gibt die Prüfungs-Ordnung (Anlage 2 zur Wehr-Ordnung vom 22. Novbr. 1888 Regierungs-Blatt Nr. 27 von 1894) Aufschluß.

Bezüglich des Prüfungstermius, sowie des Locals, in welchem die Prüfung stattfindet, erfolgt eventuell weitere Bekanntmachung; auf specielle Ladung kann mcht gerechnet werden.

Darmstadt, den 9. Juli 1898.

Großh. Prüfungs-Commission für einjährig Freiwillige. Der Vorsitzende: Dr. Kayser.

Die Situation in Oesterreich.

Al» Freiherr v. Gautsch die Ministerpräfidentschaft abtrat, da blickte man voller Erwartung auf seinen Nach­folger unb unterzog denselben einer scharfen Prüfung in Bezug auf sein Wollen unb Können. Groß waren die Er­wartungen nicht, welche man dann auf ihn setzte uud groß sind auch die Thaten nicht, welche Graf Thun bisher voll- bracht hat. Der Hauptfehler, den derselbe begeht unb ben er von seinem Vorgänger Übernommen hat, besteht in ber großen Unschlüsstgkeit. Ebenso wie Herr v. Gautsch hin und her schwankte, kommt auch Graf Thun zu keinem festen Ent- schluffe, unb er hat bte ganze bisherige Zeit mit fruchtlosen Verhandlungen mit ben Parteien verbracht. Ein von ihm gemachter Versuch, parlamentarische Zustände in Oesterreich wiederherzustellen, ist bekanntlich kläglich gescheitert unb nach 1 wenigen, ohne Ergebntß oetlauftnen Tagungen mußte da» AbgeorbnetenhauS nach Haufe gesch ckc werben.

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Amtlicher- CqciL

Gießen, ben 19. Juli 1898.

8etr.: Die regelmäßigen Ergänzungswahlen be« Gemeinde- rath».

Das Großherzogliche Kreisamt Gießen

(Ul die Großh. Bürgermeistereien des Kreises.

Di ienigen von Ihnen, welche noch mit der Erledigung anferer Verfügung vom 17. Mai b». IS. Gießener Ao» jtiger Nr. 117 im Rückftanbe finb, «erben hieran mit Fslist von 8 Tagen erinnert.

v. ®ogern. ________________

Gießen, ben 20. Juli 1898.

Cttr.: Den Termin zur Einsendung ber Grmeinderechnungen. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Grotzherzoglichen Bürgermeistereien «ab Gemarkungsvorsteher bes Kreises.

Nach ben Jbnen burch unser Amtsblatt Nr. 7 vom 28. April 1881 bekannt gegebenen Bestimmungen be» G^obh. Ministerium» be» Innern unb ber Justiz ist ber späteste aermin zur Uebergabe ber Gemeinberechnungen für da- ab» gelaufene State j i&r Seiten» ber Gemeinbe Einnehmer an Sie ber 80. September jeden Jahre». Wir schärfen Ihnen bie» wieoeihvlt nut ber au»brückl chen Weisung ein, etwaige noch rückstänbige Belege an» 1897/98 sofort dem Gemeinde- Einnehmer zu überweisen und diesen wegen der Rechnung»- abiteferuna entsprechend zu bedeuten. Unfl haben Sie dt» zam 1. Oktober b. I. zu berichten, daß die Rechnung cm Sie abgegeben würbe, bejw. aufl welchen Grüvben bie» Vicht geschehen ist.

Nur in ganz besonberen Ausnahmefällen werden tmr len erwähnten Termin verlängern.

Die Einsendung der Rechnungen an Großh. Ober- nechnunglkammer, Just ftcotur II. «beheilung, hat im Laufe lleS MonatS September durch Sie zu geschehen und eS ist