Reise nach Helperien« Fluren zu unternehmen. Dieser Wunsch hat nun eine greifbare Gestalt angenommen, indem Eine derartige Fabrt deutscher Lehrer nach Italien während brr bevorstehenden Osterserien auSgefÜhrt werden wird. Die Reise, die mit Rücksicht auf die älteren Herren diesmal ab Genua nicht per Schiff, sondern durchweg per Bahn au«- geführt werden wird, geht Über Luzern und die Golthardbahn nach Mailand und Genua, sodann über Spezia, P-.sa, Stüita* v-cchta nach Rom, woselbst das Osterfest verbracht wird, weiter nach Neapel mit dem Vesuv und der blauen Grotte, sodann über Pompeji, Sorrento, Salerno, Battipaglia bi« zur alten ,Neptunstadt" Paestum. — Der Preis für die ganze Reise, von Luzern ab durch-u« zweiter Klaffe Eisenbahn, mit vollständiger Verpflegung, einschließlich Wein und Logiß In Hotel- ersten Ranges, mit den Ausflügen In die nähere und weitere Umgebung Neapel-, sowie einschließlich särnmt- licher Hoteltrrnkgelder beträgt nur 340 Mk. Familienmitglieder, sowie sonstige Anverwandte und Bekannte der theilnehmenden Lehrer können eingesührt werden. Ausführliche Prospekte verlange man von dem Pedell des Kaiser Friedrichs'Ghmnafium- in Frankfurt a. M., welcher dieselben jedem Anf^agenden gratis und franco Übersenden wird.
• Sind Heilstätten für Lungenkranke eine Gefahr für ihre Umgebung? Diese Frage ist in der Gegenwart, wo für die Errichtung besonderer Heilstätten für Tuberculose mit größerer Entschiedenheit eingetreten wird al- je, eine höchst bedeutsame geworden, und eS ist daher mit großer Genugthuung zu be* grüßen, daß kürzlich ein Schweizer Arzt sich einer genauen Untersuchung der Frage unterzogen hat. Die Furcht vor der Ansteckung hat sich mit der Entwickelung der Bakteriologie nur vergrößert. Danach ist e- auch kein Wunder, daß eine Bevölkerung mit großer Sorge dem Plane zur Errichtung eines Sanatoriums für Lungenkranke in der Nähe ihres Wohnsitzes gegenüderfteht. Aus diesem Grunde sträuben sich manche Gemeinden dagegen, das nöthiae Land für eine solche Heilstätte herzugeben. Dem gegenüber ist nun zunächst nachdrücklich hervorzuheben, daß eine bloße Berührung deS rnensch- lichen Körpers mit Tuberkelbazillen zu einer Ansteckung keineswegs ausreicht, daß vielmehr zu einer solchen eine Verletzung der Haut oder der Schleimhäute nöthig ist, außerdem ein geschwächter Zustand der körperlichen Kräfte vorhanden sein muß. Ferner ist die Thatsache sehr beruhigend, daß die Tuberkelbazillen leicht Feuchtigkeit aunehwen, daher nur selten als Staub auffltegen und auch dann rasch wieder zu Boden fallen. Auch die Erfahrungen sprechen für diese Annahmen, denn Aerzte, Wärter, Krankenpflegerinnen rc., die fortgesetzt mit tuberculösen Personen zu thun haben, bleiben fast immer gesund. AIS ein weiterer wichtiger Beweis kommen nun die Untersuchungen von Dr. Aebi hinzu, der nach dem Todten- register de- seit vielen Jahren vorzugsweise von Lungenkranken benutzten Kurortes Davos in der Schweiz feststellen wollte, ob sich die Tuberculose feit dem Aufenthalt solcher Kranker al- Kurgäste unter der ansässigen Einwohnerschaft verbreitet hat oder nicht. ES wurden diesen Untersuchungen die CivilstandSregister des Kreise- DavoS au- den letzten fünfzig Jahren zu Grunde gelegt. Da- Ergebniß kommt darauf hinaus, daß diese Krankheit sich in diesem Jahrzehnt nicht merklich unter der Einwohnerschaft auSgebreitet hat. Die- ist um so auffallender, als sich vielfach Lungenkranke nach ihrer Befferung an dem Orte niederlaffen. Der Verfasser zieht au- feinen Untersuchungen den beruhigenden Schluß, daß die Bevölkerung der Umgebung von Lungenheilstätten einer vergrößerten Ansteckungsgefahr Seiten- der Tuberculose nicht ausgesetzt ist.
* Der letzte Grenadier von Waterloo. Der letzte lieber» lebende der „großer: Armee" ist im Alter von 105 Vt Jahren tn Frankreich gestorben. ES war dies Victor Baillot, der mit jungen Jahren in die Armee Napoleon- eintrat, eiege und Niederlagen rnttrnachte und zuletzt bei Waterloo in englische Gefangenschaft geriet!). Nach seiner Rückkehr auS England 1815 wurde er als hochgradig Schwindsüchtiger einfach entlassen, was ihn bei seiner musterhaften Lebensweise indessen nicht hinderte, noch 83 Jahre zu leben. Seit Waterloo hat ihn nichts ober fast nichts erregt ober bewegt. Ec erinnerte sich nicht mehr ober nur unbestimmt der anbereu Ereignisse, welche seinem Jahrhunbert ben Stempel aufge drückr haben. Während de- größten Theile- seiner Zurückgezogenheit arbeitete er täglich neben feinem Schuhmacher- Handwerk im Felde und führte auch 30 Jahre lang eine kleine W rthsch.ift. Bis zu seinem 90. Jahre hackte er alljährlich noch sein Stück Weinberg um und im 96. Jahre ging er noch fünf Kilometer in Holzschuhen Tag für Tag spazieren. Seit dem letzten Sommer indessen verließ er sein Ammer nicht mehr, und in diesem Winter erhob er sich nur selten vom Bette. Ein Beispiel ungewöhnlicher Rüstigkeit geb dieser „Schwindsüchtige" bei der Frier seine- hundertjährigen Geburtstage- am 9. April 1893, bei welcher 35 bis 40 Gäste, lauter Verwandte, darunter Enkel und Urenkel, zugegen waren. Im festlichen Zuge, an d-ffen Spitze der Jubilar mit feiner 75jährigen Nichte einherschritt, begab man sich zu dem Bankettiaal, dessen 15 Stufen 8ater Baillot aüein emporstieg. Er machte da- Fest mit vielem Humor mit, aß von vielen Gängen und eröffnete mit der Nichte den Tanz. Nun hat er sich zu seinem Kaiser und den anderen Grenadieren versammelt.
• Sin König all H-telbefitzer. Der König von Württemberg besitzt in Stuttgart zwei große, äußerst prächtig erbaute Hotels. Die beiden Logirhänser, mit alle« Lomfort der Neuzeit eingerichtet, befinben sich tn wunderbarster Lage und bringen ihrem hohen Besitzer jede- Jahr eine sehr stattliche Summe ein. Uebrigen- hat etn Mitglied de- regier enden Hause- Württemberg schon viel früher im eigentlichen Sinne bei Watte- sich al» Hotelier gedn. Am Anfänge de- achtzehnten Jahrhundett- reffte Ezar Peter ber Große nach Stuttgart, um dem Herzoge feinen Besuch zu machen. Um bem Fürsten aber nicht lästig zu fallen und am selbst ungehinderter in seinen Bewegungen zu sein, äußerte ber Ezar den Wunsch, im Hotel logtren zu dürfen.
Der Herzog ging auf diese originelle Idee ein, kehrte aber ben Spieß um. Er ließ nämlich an ber Fatzade feine« Schlosse« bie Inschrift anbringen: „Zum Versammlungsort ber Monarchen" unb empfing selbst im Anzug eines Gast- wirthe» an ber Treppe feine« — Hotels den Herrscher aller Reußen.
• Ausländer in Deutschland. Da« soeben erschienene erste Heft de« Jahrganges 1898 der „BierteljahrShefte zur Statistik des Deutschen Reiches" enthält Nachweise über die Ausländer im Deutschen Reich nach der Volkszählung vom 2. December 1895. Darnach wurden im Ganzen 486 190 fremde Staatsangehörige ermittelt unb zwar 270 908 männliche unb 215 282 weibliche. Im Vergleich mit ben Ergebnissen früherer Zählungen hat sich ihre Zahl bebcutenb vermehrt, von fünf vom Tausend der Reichsbevölkerung im Jahre 1871 bi« auf neun vom Tausend im Jahre 1895. Am stärksten vertreten find die Staats-Angehörigen der österreichisch-ungarischen Monarchie mit 222 952 Personen, tn weitem Abstande folgen bann bie Nieberländrr mit 50 743, bie Schweizer mit 44 875, bie Dänen mit 28146, bte Russen mit 26 559, bie Italiener mit 22693, bie Franzosen mit 19 619, die Engländer (Briten und Iren) mir 15 290. Au« nichreuropäischen Staaten sind nur 20 204 Personen, da« heißt 4,2 pEr. der gesummten R'.ichSauSländer ermittelt worden, darunter allein 117 66 Angehörige der Vereinigten Staaten von Amerika.
* ein Arzt all Quacksalber. Dieser Tage erschien vor dem Pariser Strafgericht ein Quacksalber, der in einem Außeuviertel heimlich sein Geschäft betrieb: „Sie find ungesetzlicher Ausübung des ärztlichen Berufe« ungeklagt. Wal haben Sie zu erwidern?" „Ich bin Arzt, Doctor der Pariser Facultät/ hier mein Diploms „Gehört Ihnen das wirklich?" „Mein Anwalt wird Ihnen alle Beweise beibringen." „Aber warum haben Sie, obwohl Sie wirklich Arzt sein wollen, Ihren Beruf heimlich geübt, wie die Polizei festgestellt Hut?" „In dem Viertel, wo ich mit Frau unb Kmdern wohne, mit bem Schilb all Doctor medicinae an ber Thür, habe ich nur wenige Kranken. In ber Ehapelle (Außenviertel) aber, wo ich in einem unansehnlichen Hause bloß ein Absteigquattier habe unb heimlich Kranke empfange, um al« ein echter rechter Quacksalber zu gelten, habe ich großen Zuspruch. Was mir dort schaben würde, ist mein Doctordiplom, meine amtlich erkannte Eigenschaft al« Arzt." Der falsche Quacksalber, aber echte Arzt, wurde freigesprochen, da sich die Wahrheit feiner Angaben bestätigt fand.
• De« Rus, die kosmopolitischste Stadt der Welt zu sein, nimmt Chicago für sich in An'pruch. Oderrichter Fuller erklärte kürzlich, daß in Chicago mehr Polen wohnten, oll tr. irgend einer Stadt Böhmens, mehr Deutsche al« in irgend einer Stadt Deutschland-, mit Ausnahme von Berlin, mehr Iren al« tu irgend einer Stadt Irland«, auSgenommin Dublin, und mehr Italiener al« tn irgend einer Stadt Italien«, mit Ausnahme von Neapel und Rom. R chter Brewer fügt hinzu, daß Chicago auch mehr Heilige unb mehr Sünder habe all trgenb ein Ort, mit Ausnahme von H mwel nnb Hölle. Richter Brewer versteht sich auf den Scherz de« Leben«. Er sagt: „Dank den Ehescheiduvg«- gerichten in Chicago kann dort ein Mana tausend Weiber haben, wie der alte Salomo in aller seiner Glorie. Aber er muß sie nacheinander nehmen, nicht gl'ichzeitig. Sonst geht« nicht."
• Die deutsche Tiefste-Expedition. Heber die ozeanographischen Aufgaben unb ben voraussichtlichen Verlauf ber für bie Zeit vom August 1898 bis Enbe Mai 1899 geplanten beutschen Tiefste - Exprbition sprach vor Kurzem Herr Dr. Gerharb Schott aus Hamburg in ber Berliner Gesellschaft für Erdkunde. Die Expebition wirb, wenn ber Reichstag bie bafür beantragten 300 000 Mark bewilligt, wahrscheinlich berartig eingeführt werben, baß man unter Mitwirkung ber Marine einen großen, bei jedem Wetter seetüchtigen Handelsdampser von etwa 2000 Registertonnen Raumgehalt chartern unb für bie befonberen Zwecke ber Expebition mit allen ersorberlichen Einrichtungen versehen wirb. Zum Letter ber Expebition ist Pros. CHun-Brcslau ausersehen. Ihm wirb ein Stab von 5 bis 6 Zoologen, 1 Botaniker, 1 Chemiker, 1 Ozeanographen (ber Redner) unb 1 für astronomische Messungen geschulter Navigator beigegeben werben. Die Reise soll in brei' Abheilungen vor sich gehen: Hamburg — Kapstabt — 10 000 Seemeilen, Zett 100 Tage; Kapstabt — Sansibar — 6700 Seemetten, Zett 75 Tage- Sansibar—Colombo auf Ceylon unb Colombo via Suez-Kanal zurück — 5500 Seemeilen. Aus der ersten Route ist die Untersuchung der tiefen Rinne zwischen den Farör- unb ben Shetlands Inseln unb ber merkwürdigen unterseeischen Schwelle von 500 Dieter Meeresbrette im Atlantischen Ozean beabsichtigt, durch welche die kalten Strömungen au« dem Polarmeer aufgebalten werden. An einigen Stellen wird diese Schwelle vom Polarwasser über* strömt; sie sind durch krasse Temperaturgegensätze und wahrscheinlich auch durch starke Verschiedenheiten der Fauna gekennzeichnet. Hier bietet sich die erste Gelegenhett zur Erprobung der Instrumente. Im MeeresgeLiet zwischen den kanarischen Inseln und Azoren sollen bann bie bis 50 Meter unter ber Oberfläche bei Meeres aufsteigenden, mehrere 100 Meter breiten Untiefen fonbirt werben, welche insofern hohes Interesse gewähren, al« sie mit Meereltiesen von 4- bis 5000 Meter abwechseln unb wahrscheinlich als bie Gipfel vulcanischer Erhebungen anzusehen sind. Möglichst nahe ber Küste be« Festlandes soll dann über die Capverdischen Inseln der Cur« auf Kamerun genommen und hier untersucht werden, welche Mengen organischer Substanzen dn Tropenfluß in« Meer führt. Unter Benutzung de« um die betreffende Jahreszeit nördlich de« Aequators wehenden SO-Passats unb be« südlich davon angetroffenen SW-Monsums wird alsdann via St. Helena unb Walfischbai die Kapstadt erreicht und auf diesem Wege bann burch zahlreiche Tiesseelothungen die noch ziemlich unbekannte tiefe Rinne im östlichen Atlantischen Ozean zn bestimmen versucht werden. Vom Kap der guten Hoffnung
aus wird ber Cur« zunächst südlich auf die Prinz Edward Inseln genommen werden, um auf der ausgedehnten flachen Bank, welche sich in diesem Theil des südlichen Indischen Ozeans erstreckt, Beobachtungen anzustellen. Da« Eindringen in das antarktische Eis ist nicht beabsichtigt, zumal in diesen Meeresgebieten fast immer sehr schweres Wetter herrscht. Man denkt an der Grenze des Eises, vielleicht bd 50 Gr. s. Br., umzukehren und die Richtung nach der Küste von Madagaskar zu nehmen, die Zambesi - Mündung zu berühren und den fübäquatoriaL'n Strom zu erforschen. Mit Httfe des ganz dünnen aber äußerst festen, bis 3»/, Gentner tragenden Drahtseils des Leblanc'schen Apparats können jetzt Lochungen der größten Tiefen in V/t bi« 2 Stunden aus- geführt werden. Außer dem älteren zu Temperaturmessungen in beliebigen Tiefen benutzten Umkehr - Thermometer, dessen Temperatur-Angaben n ch Analogie der bekannten Minimum- Thermometer durch Umkrppcn fixirt werden, steht jetzt ein Thelethermometer von den werthvollsten Eigenschaften zur Verfügung.
* Aos bet Epoche bet Radfahrer. Au dem „Lied von der Glocke" werden ürnderun^en nökhlg sein, namentttch bei der Schilderung der schöuen Zett der jungen Liebe. Da muß el wohl heißen:
„Unb herrlich in der Jugend Prangen, Ai« wir au« Hlmmellhöh'n genaht, Mit tzurrkelroch erhitzten Wangen, Sieht er die Jungfrau auf dem Rad, Der Jüngling ist kein blöder Wicht, Er kaust ein Rad, ein elegante«, Em Schauspiel ist'«, ein höchst pikante«, Unb nimmt gleich Radfahrunterricht. Bald kann er öffentlich erscheinen, Wie e« der Lehrer ihm versprach: Unb wo „Sie" strampelt mir ben Seinen, Da strampelt „Er" der Jungfrau noch."__________
Literatur uuö TLuuft.
— An der Wende bei 19. Jahrhunderts rüstet sich auch der deutsche Buchhandel, um de» für bte Entwickelung aller Länder und Völker so bedeutungsvollen Zeitabschnttt tn Won und Bild zu feiern. Bei dem allgemeinen vtrebrn nach Betehrung und Aufklärung halten wir eS für unsere Pflicht, auf etn neues populäre« LleferungS-Prachtwerk hinzuwetsen, daS unter dem Titel rTa« 10. Jahrbnndert in Wort nnb Bild", Politische und Eulrur- Geschrchte, herausgegeben von Hans Kraemer tn Verbindung mtt hervorragende« Fachmännern, demnächst mtt seiner ersten Lieferung an die Oeffenllichketl tritt. Nach dem unS soeben zugegangenen Programm soll das neue Prachtwerk, das tn dem rühmlichst bekannten Verlage des Deutschen VerlagShauseS Bong & Co., Berlin W., tn 60 virrzehntägtgen Lieferungen erscheint, «inen umfassenden lieber» blick über den Entwickelungsgang auf allen Gebieten de« praettschm und geistigen Lebens der letzten hundert Jahre geben. Der Text soll klar und fesielnd, tn vo'ckSthümlrcher Weise geschrieben sein und tn besonderen Hauptabschnitten sowohl die Staaten- unb Dölker- geschichte, Gesetzgebung und Soctalpolittk, wie auch Wissenschaft, Literatur, schöne Künste, Erfindungen und 1$ntb*cfungen behandeln, ebenso aber auch dem Weltverkehr, dem Handel, dir Industrie und Technik, den Moden, Gebräuchen u. a. m. eingehende Beachtung schenken. Eim reiche« Bildermaterial wird die einzelnen Abschnitte erläutern. Ueber 1000 Illustrationen in Bunt- und Schwabbruck, zahlreiche Extrakunstblätlec und Facsimlle-Betlagen werden daS Werk zu einem besonders werthvolleu gestalten. So dürfte der Inhalt nach jeder Seite hin nur da« Beste bieten unb wir werden ntcht verfehlen, nach Erscheine» der ersten Lieferung auf diese« vielversprechende Werk zurückzukommen. ' ' -1 - ■ ■ ■ 1 ----- ■ !i
Verkehr, CanO» tmd
— vuderrrl'sche «iserrwerke in Btt lat. Wie der Geschäftsbericht für 1897 herborhebt, ist die Erwartung auf ein gutes GeschäftSergebniß In Erfüllung gegangen, obwohl w-grn des notbwendig aevorbeven vorzeitigen AuSblasens de« Ofens II auf der Sophtenhütte die Roheisenerzeugung um 15000Tonnen g schmälert wurde und nur 92534 gegen 98782 To-nen tm Vorjahre betrug. Der durchschnittliche VttkaufsprriS des Roheisen« erhöhte sich um 3,23 Mk. für die Tonne, der des Erzes um 1 16 Mk. unb ber be« CokeS um 0,94 Mk. Der Belrirhrüberschutz der Hütten, deren Um* und Neubau nunmehr tn der Hauptsache berabtgt ist, bt'rug 764200 Mk. (tm Vorjahr 815887 Mk.), der der Grud-v feWße der höheren Erzpreste unb ber vermeß ttn Fkrbcrung von 165959 Zorn. (128568 2or.n.) 425941 Mk. (191622 Mk) Für erfolgreiche II ter - suchungl-, Aufschluß- und Vorvicht-ngkarbetten wurden 232595 Mk. der besonderen Rücklage zur Last geschriebm; eben derselben wurden 126830 Mk. Kosten der ÄnleherrS Aufnahme und Umwanblung belastet, während ber Rest dieser 329999 Mk. betragenden Ausgabe aus dem 203169 Mk. betragenden Gewtn.revorttag au« dem Vorjahr gedeckt wurde. Die D rfasiung der Gruben hat sich durch die Aufschluß- und Porrichlunpsarbdlen gebessert: für 1898 ist e>ne Förderung von 190000 Tonnen in Aussicht genommen wordm. In der Virwerthung von Schlacken ist ein weiterer Fartschrttt \u verzeichnen unb eine noch vonheilhaflere Aulnutzung derselben in Erwägueg gezogen uiort-en. Ihren Befitzantheil an d« Eisenwerken Hirzenhain und Lollar hat die Gesellschaft mit 45350 Mk. zu Lasten der Betriebsrechnung d trau?t. An freien BetrisbSmittUn befaß tfe Gefell- fchait Ende 1898 nach Abzug deS auszukehrendm Gewinnes 721614 Mk-, denen die bis Ende 1898 sfeiparten restltchen 5000M Mk. der ndien und nunnvfcr einzigen Anleihe von 65000C0 Vit. btnzu- trete». Au? dem 625235 Mk. (Im Vorjehr 447594 Vit.) betragenden Rohgewinn sind 334651 Mk. (210000 WJ «bichreibungm b-sttttten worden. AuS dem Reingewinn von 290584 Mk. (237 594 Mk.) sollen 14529 Mk. (11880 Mk.) der Rücklage üaerwieien, 26224 Mk. (10691 Mk.) Gewinnanteile und 240000 Mk. gleich 6 pCt. Dwidende (i. V. O.) der Dorrechtsactien bestritten sowie 9829 Mk. (203169 Mk.) vorzetragen werden. Aul dem Sch'ußwort deS Bericht« dürfte der Schlr ß gezogen werden, daß das Unternehmen sich gedeihlich entwickelt hab: unb daß auf Grund der bereit« bewwtten Erz- und Rohettenoe-käufe trotz des um 2 Mk. höheren CokelpreiseS auch für das Jahr 1898 etn ktfriebigenber Abschluß io Aussicht gestellt werden könne. Am 1. F bnic 1898 warm auf etwa 70000 Tonnen Roheisen Aufträge zu 2,4 Mk. «öderen Preisen alS gleichzeitig ttn Vorjahre vorhanden. Tas mtt Ende 1898 ablaufende Rohetscv-Syndtcat habe sich durchaus bewährt, fevc Erneuerung sei zum Setten be« deutschen Hochofenwesens trfng-cib zu wüasche»; bet Umstand, daß verschiedene Hochofenwetke dem Verbände noch nicht beigetreten feien, bilde allerdings eine Gefahr für ben S«bonb; e« stehe aber zu hoste», daß diese Wucke ihre Stellung zu der Frage »ach ändern würdm. Die Mattttage bade sich für Gießerei Ersen nicht wesentl-ch verärdert, wenn auch die Nachfrage zur Zeit nicht mehr so lebhast sch wie im vorigen Jahre. Der Vorstand ber Gesellschaft glaubt, daß die be- ftebenben Verbänbe eine jähe Derfchlec,terung luuKKitlxb dann verhindern werden, wenn, wie baabstchtiDt, ihre Vereintgung die Etniuhr nach Möglichkeit beschränkt und die A»sfuhr fördert. 3n betreff der Frachtoerhältntffe erwartet der Vorstand bestimmt, daß die oem Sanbeseisenbahnratb gewünschte Untersuchung der Verhältnisie i« Lahn-, Dill- und Siegbezirk zu einer baldigsten Verbilligung der CokeS- und E^zfrachttn für ben Bezirk führen werde.


