Ausgabe 
22.2.1898 Erstes Blatt
 
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Gewehren eiuschritt. Zwei Bauern wurden erschossen, ein Lieutenant und vier Soldaten wurden verwundet.

Parti, 19. Februar. Die Anti-Zola-Blätter eoustattren, daß die Armee-LH es» dank dem Proceß gegenwärtig so populär sind, wie nach einem großen Siege, und sprechen die Ueberzengung au-, daß die Benheidtger Zola» sich von der erlittenen Schlappe nicht mehr erholen werden.Aurore", Siäele",Rappel" und andere Journale protestiren ausS Schärfste gegen die Erklärungen der Generäle, deren Zweck lediglich Beeinflussung und Einschüchterung der Geschworenen sei, und fügen hinzu, e- sei charakteristisch, daß der Ruf ,Vive la Eepublique* geradezu lebensgefährlich für Paris geworden fei. Die foctaltstische Gruppe hält vor Be- ginn der heutigen Kammerfitzung eine Berathung ab betr. eine event. Interpellation des Krieg-Ministers.

Wiborg. 20. Februar. Die am 17. d. MtS. von der Ostküste des Fintschen Meerbusens auf Eisschollen tuS Meer HInauSgetrtebenen Fischer find nunmehr sämmtlich gerettet.

Washington, 19. Februar. In Beantwortung deS Er­suchens Spaniens um Vornahme einer gemeinsamen Unter­suchung deS Bodens derMaine" und der umliegen­den Theile des Hafens hat die Regierung der Vereinigten Staaten witgetheilt, daß sie eine unabhängige Untersuchung vorziehe, aber bereit sei, Spanten jede Erleichterung bet der Durchführung einer eigenen Untersuchung zukommeu zu laffen. Die Königin-Regentin sandte ein sympathisches B e 1 l e t d s ch r e t b e n au den Präfideuten Mac Kinley, welches dieser mit der Versicherung aufrichtiger Würdigung der Theil- nähme beantwortete.

CocaUs und provinzieÜeO.

Gießen, den 21. Februar 1898.

An unsere verehrt. Leser!

Mit der nächsten Nummer der Gießener Famtlienblätter beginnen wir mit dem intereffanten Crtmtnalroman

Zer Amtmann von Rapshagen.

Dis Erweiterung, die unser Leserkreis wieder tu den letzten Wochen erfahren hat, hat uns überzeugt, daß sowohl dte Vermehrung des Lesestoffe- de-Gießener Anzeiger", wie das viermalige Erscheinen der Famtlienblätter Aner> kennung gefunden. Auf da- Monat-abonnement für März nehmen unsere Zeitung-träger, dte Poft und dte Expedition in Gießen, Schulstraße 7, schon jetzt Bestellungen entgegen und erhalten dte neuen Abonnenten vom Tage der Bestellung bi- 1. März den Anzeiger nebst Famtltevblättern gratis.

Hochachtungsvoll

Redaktion desGießener Anzeiger".

* * Kirchliche Dienstnachrichten. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 7. Fe­bruar dem Mitprediger Theodor Wiegel zu Schotten dte evangelische Pfarrstelle zu Bingenheim, Decauat Nidda, zu übertragen.

* * Auszeichnung. Seine Königliche Hoheit der Groß­herzog haben Allergnädigst geruht, am 7. Februar dem Handarbeiter Johann Anton Zahn zu Uffhofen da- Allge­meine Ehrenzeichen mit der InschriftFür treue Arbeit" zu verleihen.

Jubiläum. Heute begeht der Geschäftsführer Herr Fr. Bender dte Feier seiner 26jährigru Thätigkeit im Hause Ludwig Georgi.

* * Oberhesfischer GeschichtSvereiu. Am Donnerstag den 17. dS. MtS. fand im Saale de-Cafö Ebel" die MonatS- Versammlung de- Oberhesstsch en GeschichtS- Vereins statt, tu der Professor Dr. Sauer über dte Baugeschtchte der hteftgen Stadtkirche berichtete. Dte ältere Baugeschtchte der Gteßrner Stadtktrche wird durch eine Anzahl von Bauplänen, dte zumeist auf dem Stadtbau- amt aufbewahrt werden, sowie durch Actenstücke, besonders tm städtischrn Archiv soeben aufgefundene Proceßacten, zu denen hoffentlich noch weitere-Material sich hinzufinden wird, im Wesentlichen aufgestellt. Im ersten, 1808 aufgestellten Entwurf des damaligen BaucontrolorS Friedr. Ludw. Sonne- mavn ist dte Kirche als Querbau, die Kanzel im Westen, dte Orgel tm Osten, da- Ganze flrchgedrckl und deutlich zweigeschossig, demgemäß mit unteren und oberen Fenstern gedacht. Gg. Moller, der 1810 diesen Entwurf durchgearbetret hatte, dachte an einen Bau von völlig kreuzförmigem Grundriß derselben Orteotirung. Im Jahre 1815 gab Sonnemann, zum Thetl unter Möllers Einfluß, in der Hauptsache jedoch selbstständig Bahnen einschlagend, die bald darauf Schinkel veredeln sollte, seinen ursprünglichen Gedanken auf, machte daS Querhaus zum Langhaus und gestaltete diese- nach dem Vorbild der dorischen Tempel deS 5. Jahrh. v. Ehr., jetzt aber mit Tonnen- gewölbe statt mit flacher Decke aus. MitEmpirestil" im eigentlichen Sinn hat dieser Bau ebenso wenig zu thun, wie mit I. G. D. Bapft, der nur durch ein belustigende- Miß verstäudntß -um Erbauer der Kirche geworden ist. DaS Project v. RttgenS (1861) griff auf dte ursprüngliche Quer­anlage zurück, wollte aber Kirche und Thurm zu etuem prunk­vollen romanischen Bau umgestalteu, bedeutete aber einen kost- spteligen Neubau. Dte jetzt vollzogene Erneuerung mußte an dem Langbau frsthalten, hatte aber, da wehr Licht geschaffen werden sollte, den Bau zweigeschossig tm Sinne deS ersten Projektes zu gestalten. Tonne und Kanzelwand ver- langten bessere architektonische Durchbildung, Ausstattung und Dekoration des Inneren und Aeußeren maßten unter Ver­meidung von Empiresormen, dte dem gegebenen Säulenbau entsprechenden strengen Formen deS 5. Jahrhundert- bevor- Augen. Kret-runde Hauptfenster und GlaSmaleret waren al- erlaubte Freiheiten zu betrachten, zugleich höchst willkommen, weil sie auch dem Aeußeren des Gebäude- deutlicher kirchlichen Eharacter aufp ägten. An den sehr beifällig aufgenommeuen Vortrag schloß sich eine angeregte Debatte, an der sich u. A. die Herren Pfarrer S ch l o s s e r und G r e i n, Direktor Bergen und Oberbibliothekar Prof. Haupt betheiligten. Letzterer

gab Mittheilungen zur Geschichte der älteren Stadtkirche, der PancratiuSkirche, für welche gleichfalls dte Bestände des städtischen Archiv- Material geliefert hatten.

* Der RaSkeatall de» Heß. KechtvereiaSWaisenfchntz", welcher gestern Abend tm Lafü Leib abgehalten wurde, hatte sich auch tu diese« Jahre der Gunst deS Publikum- zu er. freuen. Mau amüfirie sich prächtig und verlief derRummel" ohne jeden Mißtoa. Da- Gießener Localprotocoll, von Heren Albrecht verlesen, behandelte dte Chronik de- abgelaufenen Jahre- und erregte wahre Lachsalven. Der Ueberschuß wird nach oberflächlicher Berechnung ca. 200 Mk betragen, welche au dte Oberfechterei nach Mainz abgeliefert werden.

Für die Jugend. Schon seit Jahren besteht bet vielen Fabrikanten und Kaufleuten der GeschästSusuS, dte Kunden, und namentlich deren Kinder, beim Abholen von Maaren mit Bildern zu beschenken. Diese sollen -weck- leichterer Führung de- Loucurrenzkampse- als Lockmittel und Reklame dienen. So lange sich solcher Geschäftsbetrieb tu den Bahnen des Anstandes und der guten Sitte bewegt, laßt sich kaum etwa» dagegen tnS Feld führen. Doch anders ge­staltet sich dte Sache, wenn man die gefährliche Richtung der Reklame mit ihren Ausartungen in Betracht zieht. Manche Fabrikanten und Kaufleute suchen nämlich durch auffalleud häßliche Bilder uud Carrtcaturen, welche unseres Ermessen- dte Grenzen des Erlaubten überschreiten und nur dem Ge­meinen einen Dienst erweisen, die allgemeine Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. ES zeugt diese Handlungsweise -um Mindesten von sehr niederer Gesinnung uud Geringschätzung gegen dte Jugend. Mögen eS darum Extern und Erzieher als heilige Pflicht betrachten, mit wachsamem Auge zu ver- hindern, daß nicht die ihnen auvertraute Jugend mit elenden Wttzbtlderu tractirt wird. Dies geschieht am einfachsten durch Fernhalten aus solchen Geschäften. Schön auSgeführte Bilder aus btm Menschen-, Thier- unb Pflanzeulebeu, insbesondere der Vogel-, Insekten- und Blumenwelt geben dte Stoffe mit lehrreichem uud bildendem Werthe dazu. Den Geschäftsleuten möchten wir empfehlen, nur gute und schöne Bilder, durch welche dte Kinder Geschmack am Guten finden, als Reklame zu verwerthen, dennfür dte Jugend ist gerade das Beste gut genug."

* Wetterbericht. Die Luftdruckoertheilung ist sehr un­regelmäßig und steht der größte Theil Europa- unter dem Etnfluffe eines au»gedehuteu DepresfionSgebieteS. Daffelbe weist mehrere Leutra auf von der norwegischen Küste über der südlichen Ostsee uud endlich über dem ligurischen Meer­busen. Der hohe Druck beschränkt fich im Allgemeinen auf Irland und einen Theil von England, von wo sich noch ein schmaler, keilförmiger Rücken tu südöstlicher Richtung gegen den Conttnent herein erstreckt. Die Witteruog war am Morgen im größten Theile voa Lentraleuropa trüb. In den höchsten Lagen de- Gebirges fielen Niederschläge. Voraussichtliche Witterun g: Wolkige-, ziemlich kühle- Wetter, einzelne Schneefälle nicht auSgeschloffeu.

-ck- Sich, 21. Februar. Gestern fand tmHolländer Hof" eine Versammlung statt, welche sich mit der Frage der Einrichtung eine- stenographischen Unterrichts- cur f 18 nach dem GabelSberger'ichen System in hiesiger Stadt beschäftigte. Der zahlreiche Besuch der Versammlung zeigte schon von vornherein, daß dem Unteruehmcu Schwierig­keiten nicht cntgegentrelen würden und thatsächltch liegen auch bereits ca. 15 Anmeldungen vor, wodurch das Zustande­kommen de- CurseS gesichert ist. Nachdem noch verschiedene Details erörtert wurden, gab Herr Bickel-Gießen zum Schluß in einem beifällig aufgenommenen Vortrag ein kurzes Bild der Entwicklung der Stenographie unb ber stenogra­phischen Bewegung in Deutschlaub.

x Homberg a d. Ohm, 21. Februar. In der Nacht von Freitag zu SawLtag wurde eine 73 jährige Frau von l)ter, welche fich auf dem Heimweg von einer Hochzeit befand, lebensgefährlich durch einen Stich verwundet- bte Verletzte verstarb am nächsten Tage. Man vermathet, daß .hier ein Mord vorliegt unb sind Erhebungen im Gange- auch war >er Herr Staatsanwalt bereits hier.

Homberg a. d. Ohm, 15. Februar. Unsere Eisenbahn- Angelegenheit, die Erbauung der Nebenbahn Nieder- GemÜndenHomberg a. b. OhmLande-grenze unb von da nach Kirchhain, also die Verbindung der Oberhefftschen Eisen­bahnen mit der Main-Weserbahn, ist nun so weit gediehen, daß nach stattgefundener landeSpolizetlicher Prüfung der Strecke in aller Kürze mit dem Geländeerwerb und, da die Stadt Homberg a. d. Ohm den Geländeerwerb garanttrt hat, mit dem Bau der Bahn im kommenden Frühjahr be­gonnen werden dürfte. Dte Strecke auf preußischem Gebiet: Landesgren-eKirchhain, bkfindet fich bereits seit Herbst v. I. im Ban. Mit der Eröffaung der ganzen Strecke wird, neben den großen Vortheileo deS Eisenbahnverkehr- sür Handel und Wandel Überhaupt, Gelegenheit sein, die neben der Bahn­strecke liegenden Stetnbrüche von Lungsteiuen und Sand­steinen, verschiedenen Basaltarten (vorzügliche Pflastersteine, Säulenbasalt usw.), die Eiseustetngruben bei Homberg a. d. O und die Ausbeutung ber reichen Sanb- und Thonlager da­selbst intenfiver und Vortheilhafter zu betreiben. Die Ent­wickelung verschiedener Industriezweige, welchen die Waffer- kraft ber Ohm zu statten käme, würde dann wohl auch nicht auöbletben. Besonder- große Hoffnung setzt man auf bie Verwerthung befl in der Gemarkung Homberg lagernden ThoneS, ber von fachmännischer Seite au- als ein vor­zügliches Material zu allen Thoniabrikationen bezeichnet worben ist.

Mainz, 20. Februar. Edel sei ber Mensch, hilfreich und gut. Einem mit Kindern reich gesegneten Arbeiter des Gaswerks starb dte Frau. Dieser harte Schlag, der den Mann und seine Familie traf, veranlaßte dte Übrigen Arbeiter de- Gaswerks, durch eine unter fich vorgenommene Geld­sammlung die Mittel dafür aufznbringen, um da- Kind ihres Collegen, das am weißen Sonntag zum Abendmahl geht, vollständig anzukletden.

Vermischtes.

Hannover, 19. Februar. Im Jähzorn hat am Abend der hier logireude Bürstenwaaren-Haufirer Gottlieb Sander an- Schönebeck mit einem Dolchmeffer erst seine Frau uud dann sich selbst erstochen. Die verstorbenen hinterlassen fünf Kinder.

Dudveiler, 16. Februar. DieD. Ztg." schreibt: Und staunend sei- der Welt verkündet: In Ftschbach wurde ein Rheumatismus-Verein gegründet, derselbe zählt schon zwölf Mitglieder. Alle, welche mit Rheumati-mu- be- haftet find, können bei treten.

Da» erste Dienst Radelmadel von Wie». Man schreibt bemNeuen Wiener Tagblatt-: Großes Aufsehen erregte eS dieser Tage am Ring und in der Mariahilferstraßr, ein dralles Dienstmädchen mit eirem Tuch um den Kopf und blauer flatternder Schürze auf einem Zweirad za sehen. DaS Mädchen batte an der Lenkstange Packete unb war an- scheinenb auf einer BesorgungStour für seinen Henn, wie wir hören, einem Radfahrschulinhaber. Allgemeines Hallch! und All Heil! folgte der fesch Dahinrabelnden, wohl dem ersten Dieuftrabelmadel von Wien.

Der tausendjährige Rofeustock am Dom zu Hildefl- heim sckwebt in Gefahr. Er ist von einem Schävling be* fallen, der sich über ben ganzen Strauch verbreitet hat. Die Behörde hot bereits Anordnungen getroffen, um ben Rosen- stock von diesem geiöhrlichrn Feinde zu befreien.

Hnioerfitäts - Nachrichten.

Der Privatdocent in der juristischen Facultät der Unioerfität Bonn, Dr. Heinrich Pflüger, der einen Ruf alS außerordent­licher Professor an die Unioerfität Rostock erhalten hatte, gibt be« Rufe keine Folge unb bleibt in Bonn.

In Meran ist Professor Moldenhaluer von der Unioerfität Leipzig gestorben.

Sfltlpla ta «ncktzta Jrnöirta rtUtttznt«.

Opeimdaut.

DienStag den22.Februar: Die beiden Schützen. Mittwoch dm 23. Februar: Schöne Helena. Donnerstag dm 24. Februar: A Basso Porto. Freitag ben 25. Februar geschlossen. Samstag ben 26. Februar: Glöckchen des Eremiten. Sonntag dm 27. Februar, Nachmittags 3Vi Uhr: Lumpazi-DagabunduS. Abends 7 Uhr: Ingo.

Scha«fpiet-MeS.

DienStag ben 22. Februar: Die wilde Jagd. Mittwoch ben 23. Februar: Faust. Donnerstag den 24. Februar: HanS Huckebein. Freitag den 25. Februar: Fall Clemenceau. Samstag den 26.Februar: Der ASra. Sonntag den 27. Februar, Nachmittags 3'/, Uhr: Alt-Frankfurt AbmdS 7 Uhr: Der ASra. Montag den 28. Februar: Lästige Schönheit.

Mrchttche Anzeigen der evang.Genreiu-e.

Montag, den 21. Februar, Abends 8 Uhr, Bibelstunde im Confirmandenfaal der JohanneSkirche Epheserbrief, Cap 4, von Vers 17 an. Ermahnungen betreffs deS richtigen Wandels der Wiedergiborenen. Alter unb neuer Mensch.

Pfarrer Dr. Naumann.

Mittwoch den 23. Februar, Abends 6 Uhr, erste PafstouS- andacht, in der JohanneSkirche. Pfarrer Dr. Naumann.

Neueste Nachrichten.

D-pefchm deS BureauHerold".

Berlin, 21. Februar. Der Generalkonsul Hermann Gilka, der Mitbesitzer ber bekannten Spritfadrik und Groß­destillation I. A. Güka, ist gestern Morgen gestorben.

Berlin, 21 Februar Nach einem römischen Telegramm deSBerl. Tagebl." hielten gestern die Rechtsanwälte Roms eine zahlreich besuchte Versammlung in der Ange­legenheit Zola ab und fandten an ZolaS Ai walt, Laboii, ein geharrischteS Sympathietelegramm.

Berlin, 21. Februar. Aus Paris wird demKleinen Journal" telegraphirt: Gestern Nachmittag empfing Zola eine Abordnung von Journolist-n, welche feine Sache ver- theidigen. Er erklärte, er erwarte seine Verurtheiluog mit größter Stelenruhe. Die Geschworenen müßten wahre Mär­tyrer sein, wenn fie den Einschüchterungen der Presse unb den Drohungen befl Generalstabe- kein Gehör schenken wollten. Zola wie- darauf hin, daßJatransigeant" unbLibre Parole" tagtäglich die Namen und Adressen der Geschworenen veröffrwlichrn, um sie im Falle der Freisprechung der Boy- coltirung auszusctzen. Zffa hätte längst den Gericht-saal verlassen, wenn Labori nicht neue Enthüllungen in setntm Platdoyer machen wollte. Sollte der Präfident auch He» verhindern, so würden Zola, Labori und Llewcncean unter heftigen Protesten den Saal verlassen.Tewpfl", Debatfl" unbLtbertL", die drei Hauptorganc de- liberalen Bürgerthumfl, verurtheilen scharf bie Hütung de- GeneralftabrS unb bezeichnen die Drohungen BoiSdeffreS als ben Ausdruck der brutalen Gewalt. Allgemein fällt daS ostentative Vorbringen de- Prinzen Heinrich von Orleans auf, welcher dieser Tage Esterhazy abküßte. Offenbar hält derselbe die Zeit für gekommen, sich al- Retter auzub:kten.

Wien, 21. Februar. In Udine, GradiS und C vidale wurde gestern früh ein heftige- Erdbeben wahrgenommen. Ja der letztgenannten Stadt wurden viele Häuser beschädigt.

Mailand, 21. Februar. Die Angestellten der Tramway traten in einen Strike ein. Der Trambahnverkehr ist infolge dessen eingestellt.

Nev Potk, 2l. Februar. Efl wird hierher gemeld.t, daß eine große Flibustier Expedition in Mariana auf Cuba ge­landet fei. Der Führer der Aufständischen, Gomez dringt immer weiter nach Westen vor. Ja zwei Gefechten versuchten die Spanier vergeben-, dte Aufständischen zurückzuschlcgen.

Havanna, 21. Februar. Amerikanische Taucher find im Verein mit spanischen zur Bergung berTrümmer derMeine* hier angekommen.

Bombay, 21. Februar. Da-Spital der Pe st kranken ist durch eine Feuersbrunst zerstört worden. Die Kranken konnten bis auf drei gerettet werden.