Ausgabe 
21.10.1898 Zweites Blatt
 
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M.P.C. Der für China erbaute TorpedobootSaviso Haikung" hat bei den Versuchsfahrten in der Ostsee eine Geschwindigkeit von 35,2 Knoten also 68 Kilometer in der Stunde erlangt, und dürfte somit dieser Aviso da- schnellste Schiff der Welt sein.

Eydtkuhueu, IS. October. Der Zar fuhr um 128/i Uhr hier durch und pasfirre um 1 Uhr Nacht« Wirballen, worauf die zu seinem Schutze zusammeugezogrneu Truppen abrückten.

Arrrta,»-

Prag, 19. Oktober. Der bekannte hiesige antisemitische AniverfitatS.Profeffor Dr. Rohling wurde wegen einer Schrift, betitelt:Der Zukuuftlstaat-, von Amt-wegen auf etu halbe« Jahr beurlaubt.

Triest, 19. October. Der LloyddampferHelene" ist Rächt« bei der Insel Selve bet heftigem Sturme auf- gefahren. Die Lage de« Dampfer« ist gefährlich. Für die Mannschaft und Paffagtere besteht keine Gefahr.

Rom, 19. October. In hiesigen diplomatischen Kreisen wird der Ortentreise de« deutschen Kaiser« eine große politische Bedeutung beigelegt.

Genna, 19. October. Einem Telegramm de«Secolo" zufolge wurde die Behörde in Bueno« Ayre« von der franzö» fischen Regierung verständigt, daß sich in Bordeaux zwei italienische Anarchisten eiugefchtfft haben, um den ueu gewählten Präfideuten Roca zu ermorden. Alle au- Europa ankommenden Schiffe werden streng untersucht.

M P.C. Frankreich. In dem Lager von Chalou« finden während de- ganzen Monat- October Festung-manöver iu großem Styl statt, an denen acht Fußartillerie-Batailloue mit ihren Reservisten, Pioniere und Infanterie mit im Ganzen co. 7000 Manu theiluehmen. Es soll die Belagerung einer großen Festung mit detachirten Fort« geübt werden, wobei die Fußartillerie gleichzeitig Schießübungen abhalten wird. Aus den Haupt'Depot« ist ein bedeutende- Belagerung«« material herangeschafft. Von diesen Manöver», welche soweit irgend möglich der Wirklichkeit entsprechen sollen, werden große Resultate erwartet. In der Faschoda-Angelegenheit machen rusfische Blätter den Vorschlag, etu Schiedsgericht einzuberufen und sprechen fich dafür au«, die Schiffahrt auf dem Nil für frei zu erklären.

Paris, 19. October. DemMatin" zufolge beabsichtigt Miuisterpräfideut Brisson wegen seiner geschwächten Gesund» heit vom Amte zurückzutreten. Bourgeot« soll da- Prä« fidtum übernehmen.

M.P.C. England. In den englischen Arsenalen herrscht eine bi- dahin nie gekannte Thätigkeit. In Devons« Port übersteigt der Wocheulohn für die Arbeiter die Summe von 250000 Francs, während in Portsmouth der Wochen- lohn oft fast dieselbe Höhe erreicht. In der letzten Woche erhielten in Devon-Port über 2000 Arbeiter Ueberstunden- Gelder. Die letzten großen Armee-Manöver auf dem Uebungsplatz Salisbury und Umgegend haben eine ganz un­erwartete Wirkung gehabt. Die englische Armee bezieht einen großen Theil ihrer Rekruten gerade au« dieser Gegend- die Landbevölkerung hatte daher iu diesem Jahre Gelegenheit, die Uebuugen aus nächster Nähe zu beobachten. Die großen Strapazen und Entbehrungen, welche den Truppen auferlegt wurden, und zwar größtentheil« ganz unnützerweise, da der Train gänzlich versagte, haben den Landleuten für lange Zett einen Widerwillen gegen den Soldatenstand eiugeflößt. Sie erklären, daß sie fich nicht solchen Offizieren auvertraueu wollen, deren Pflicht eS gewesen wäre, durch etwa« mehr Fürsorge ähnliche Vorkommuiffe abzuweuden, wie sie in den letzten Manöver» zu verzeichnen find.

London, 19. October.Daily Mail" bespricht die Faschoda-Frage und sagt, der gegenwärtige Stand der Angelegeuhe t laffe nur eine Lösung zu und zwar die Rück« derufung Marchands.Morniug Post" commenttrt die An« spräche de« Herzog- von Davonjhire und hofft, daß England« Erfolge im Sudan nicht zu einem Couflicte mit Frankreich führen werden.

Kopenhagen, 19. Oktober. Der König hat auf den Rath der Aerzte wegen der eing-rretenen Kälte die Reise nach Wiesbaden aufqegebru. Die Kaiserin Wittwe reist am Montag nach dem Kaukasus. Der Kronprinz und die Krou- priuzesfin von Griechenland mit ihrem Gefolge reisten um 9 Uhr über Land nach dem Süden ab. Der Herzog von Ehartres fährt heute Abend nach Pari«.

M P.C. Rußland. Nach einem Bericht de- Petersburger Times"-Correspondeuteu werden auf den 90 Millionen- Lredtt hin folgende Schiffe im Avslaud gebaut: Iu Amerika ein Panzerschiff von 12,700 Tonnen nach dem Typ derIowa" und ein Kreuzer von 6000 Tonnen. In Frank­reich ein Panzerschiff von 12,900 Tonnen und drei Torpedo­bootzerstörer vo» 350 Tonnen. In Deutschland ein Kreuzer von 6250 Tonnen, einer von 5900 Tonnen und einer von 3000 Tonnen außerdem vier Torpedobootzerstörer von 350 Tonnen. Schließlich ist noch ein Torpedobootzerstörer ia England bestellt.

Koustautiuopel, 19. Oktober. Da- deutsche Katser- paar stattete, wie bereit« gemeldet, im Laufe de« gestrigen Nachmittag« der deutschen Schule in Konstantinopel einen besuch ab. Auf dem Wege dorthin bildete eine zahlreiche Menschenmenge Spalier und da« Herrscherpaar wurde mit stürmischen Hurrahrufen begrüßt. Der Kaiser erkundigte fich eingehend nach der Entwickelung der Schule und war ungemein erfreut über die von den Zöglingen vorgctrageneu Festgesänge. Abends fand im Yldiz Kiosk ein Gala-Diner statt, bei welchem orientalischer Prunk entfaltet wurde. An der Kaiser-Tafel hatten 36 Personen Platz genommen und an der zweiten Tafel 120. Während de« Diners spielte die Mufik die deutsche Nationalhymne und deutsche Weisen. Toaste wurden nicht au-gebracht, weil der Sultan keinen Wein trinkt. Nach dem Diner wurde Cercle abgehalteu. Später besichtigten die Herrschaften da« Feuerwerk und die prachtvolle Illumination. Bor der Tafel überreichte der Kaiser dem Sultan al« Geschenk

zwei Statuetten, Kaiser Wilhelm I. und die Ka seriu Augusta darstellend. Der Sultan vertheilte sodann au die Begleitung de« Kaiserpaare« zahlreiche Ordens-Auszeichnungen. Heute Vormittag fuhr die Kaiserin nach Beyler Bey am Bosporu« und hierauf nach dem Tfchamlidscha Berge bei Skutari. Der Kaiser fuhr nach Jedikule. Um 121/, Uhr sand im Merasfim« Kiosk Empfang der Botschafter mit ihren Damen statt. Nachmittags machten der Kaiser und die Kaiserin auf der Lorelch" einen Au-flug nach Tuerapia.

M.P.C. Bereinigte Staaten. Die Rückbeförderung der spanischen Truppen nach dem Hetmathlande von Porto Rico, welche« Ende nächster Woche und von Cuba, da« im No« vember geräumt fein wird, find 21 Schiffe bereit gestellt. Die Mannschaften haben jetzt ihre Löhnung für Juni erhalten und sollen kurz vor ihrer Ausschiffung iu Spanien noch die Löhnung sür 2 Monate und eine Civtlkleidung erhalten, um daun sofort entlaffen zu werden. Die Kosten des Feld­zuge« auf Cuba und den Philippinen werden auf ungefähr 3 Millionen Peseta» geschätzt. Die Frage, wem der glück« ltche Verlauf der Seeschlacht von Santiago zuzuschretben ist, hat ein besondere« Schiedsgericht dahin entschieden, daß die Schlacht nach den Plänen des Admiral« Sampson geschlagen und gewonnen ist, während dem Admiral Schley nur die Leitung obgelegen hat. Die transatlantischen amerikanischen Dampfer, welche im Kriege al« Hilfskreuzer Verwendung ge­funden hatten, sind nunmehr wieder außer Dienst gestellt und haben ihre Fahrten zwischen New Aoik und Southampton wieder aufgeuommen.

New York, 19. Oktober. Ein furchtbarer Orkan mit starkem Schneefall ist gestern über New-Aork uiedergegangeu. Die Kälte ist enorm. Der Sturm dauerte vier Stunden. Alle trauSatlautischeu Dampfer, welche in New Uork Eintreffen, berichten über heftigen Sturm, mit dem sie während der Ueberfahrt zu kämpfen hatten.

M.P.C. Japan. Wie Japan in den letzten Jahren und besonder-seit dem letzten Kriege bestrebt ist, seine Militär­macht zu heben,' zeigen die folgenden Ziffern. Die Land­armee, welche bi- vor Ausbruch de« Kriege« 70000 Mann active Truppen und 110000 Mann Reserve und Landwehr zählte, wird nach vollendeter Reorganisation über 12 Divisionen in Frteden-zeiteu und 300000 Mann im Mobilmachung-falle verfügen. Alle Offiziere haben sehr gut organifirte Militär- schuleu und die zu höheren Stellen auserlesenen Osfiziere noch eine Kriegsschule zu besuchen. Die Flotte wird in circa 7 Jahren von 82000 Tonnen bi« auf 240000 Tonnen an­wachsen, wobei noch zu berückfichtigen bleibt, daß von zwei großen SchifffahrtSgesellschaften die eine allein über 80 Schiffe zu 2000 Tonnen verfügen wird, so daß diese schon genügen würden für den Transport der ganzen Landarmee. Die Bewegungen auf dem Laude werden durch ein Eisenbahnnetz von 4000 Kilometer Länge erleichtert. Vorstehende Daten dürften zur Genüge zeigen, welche Rolle Japan Vorbehalten ist, in einem eventuellen Kriege im äußersten Osten zu spielen.

Locales and provinzielles*

Gieße», 20. Oktober 1898.

* Hoher Besuch. Heute früh mit dem V-Zuge Rr. 74 von Hamburg kommend, pasfirten Seine Königliche Hoheit der Kronprinz von Griechenland nebst Familie und Gefolge im Souder-Schlafwagen die hiesige Station und nahmen das vorher telegraphisch bestellte Frühstück ein.

P. Etadttheater. Gestern Abend ging vor leidlich gut besuchtem Hause alS zweite BolksvorftellungDie Ehre" in Scene. Durch diese« Schauspiel wurde vor Jahren Suder­mann mit einem Schlage in die erste Reihe der zeitgenössi­schen Dramatiker versetzt. In der That war es ein überaus glücklicher Griff des Dichter-, an einer gut erfundenen Hand­lung rkbchzuweijen, wie grundverschieden der Begriff der Ehre von den einzelnen GesellschastSklaffen aufgefaßt wird. Die Kritik hat zwar einige Bedenken geäußert: vom Standpunkt der Moral au« wird die Wahl des Stoffe- beanstandet - manchem erscheint die Person des Grafen Traft zu exotisch und unwahrscheinlich - man tadelt, daß der Dichter gar (einen Versuch macht, die Gegensätze zu einer befriedigenden Lösung zu bringen. Doch davon abgesehen, wird die Bedeutung de- Stückes wohl kaum geleugnet, und sicherlich wird es an Bühnenwirksamkeit nicht leicht übertroffen. Da- zeigte fich auch wieder bei der hiesigen Aufführung, die einen unbestrit­tenen Ersolg errang. Die durchweg dankbaren Rollen wurden von den Einzeldarstellern mit wenig Einschränkungen richtig auf gefaßt und gut wiedergegeben. Da- alte Ehepaar Heine cke (Herr Wilhelmi und Frau Kruse) erschien in seiner ganzen geistigen und körperlichen Aermlichkeit. Frl. Helene Pauli spielte die heikle Rolle der Alma in allen Schattir- ungen vortrefflich. Herr Werner bot al- der verstoßene Sohn bei Hinterhauses eine sehr tüchtige Leistung, wenn auch seine Stimme mitunter etwa- spröde und hart klingt. Ein stattlicher und geistig überlegener Graf Trast war Herr D i e tz s ch - an dem Commercieurath Mühlingk (Herr Walter) ist neben anderen Vorzügen namentlich die natürliche Sprech« weise zu loben. Herr Köhler zeichnet den Charakter de« jungen Kurt treffend, muß aber tn seinem Auftreten etwa- freier werden. Die im Uebrigeu recht sympathische Lenore, (Frl. Crouegg) sprach hie und da zu lei« und tonlos- auch nahm sie zu oft eine gesenkte Kopfhaltung an. Unter den kleinen Rollen ragten der ruppige Tischler Michalsky, (Herr Liebscher) und der selbstbewußte, innerlich hohle Lothar Brandt (Herr Merker) ganz besonder« hervor. Beim Zu- und Abgang der Personen klappte manchmal da- Zusammenspiel nicht recht, während man in vielen andern Dingen, z. B. in der feinen Abtönung zwischen Vorder« und ! Hinterhau-scenen, die kundige Hand der Regie deutlich ver« (spüren konnte.

* Stadttheater. Die zugkräftige NovitätIm weißen Rößl" wird am Freitag den 21. October zum dritten < Male im hiesigen Stadttheater aufgeführt. Sonntag den

23. d«. Mts. soll al« erste Kindervorstellung das MärchenspielRothkapvchen" gegeben werden.

Bei der Darmstadter Pferbemarkl-Lotterie fielen die ersten (lebenden) 19 Gewinne der Reihe nach auf folgende LooSnurnmern: 17 306, 27 116, 14 592, 14 295, 1465, 8025, 12 283, 23 014, 18 190, 26 190, 3221,4813, 5998, 12 827, 5357, 1160, 34014, 38 634, 9343.

** Wetterbericht. Die Herrschaft de« niederen Drucke« dauert noch an. Da« DepresfionS-Centrurn hat seine Lage beibehalten, aber an Tiefe etwa- verloren. Gleichzeitig hat fich aber westlich der Alpen noch ein Minimum erhalten und find außerdem noch viele kleine Depresfionen vorhanden. Im Allgemeinen ist aber da« Barometer tm Steigen begriffen. Die Witterung ist zunächst noch trüb geblieben und fallen vielerort- noch Niederschläge. voraussichtliche Witterung: Zunächst noch meist trübes Wetter mit zeit­weisen Niederschlägen.

§ Bermuthshain, 18. Oktober. Gestern Nachmittag zog, von Osten kommend, ein Gewitter über unsere Gemarkung, welches jedoch nur wenig Regen brachte. Die Ehefrau deS Sebastian Dahm er I. war gestern mit dem Füttern der Schweine beschäftigt- hierbei glitt fie au«, fiel gegen einen steinernen Tränktrog und brach zwei Rippen.

n. Ortenberg, 19. Oktober. Gestern wurde auf der hier abgehaltenen Dekanat« synode Herr Pfarrer Weber in Lißberg als Deca» de» Dekanats Büdingen und Herr Pfarrer Bernbeck in Staden al» Stellvertreter desselben gewählt. Die DecanatSgeschäfte wurden seither schon von dem jetzt gewählten Decan al« Stellvertreter de« im Früh­jahre verstorbenen Decan« Schuster in Glauberg besorgt. Al« Abgeordneter in die Lanbesshuode wurde sür Herrn Pfarrer Ellenberger hier, der sein Mandat niederlegte, Herr Pfarrer Bernbeck in Staden gewählt.

4- Dauernheim i. d. W, 19. October. Seit Ende ver- floffeoer Woche wiro unser verheiratheter Mitbürger Hein­rich Christian Kämmer vermißt. Derselbe trug bei seinem Weggange eiacn grauen Anzug, eine Kappe- er hat einen blonden Schnurrbart und ist mittlerer Größe. Mit- theilungen über den Aufenthalt, bezw. Verbleib de« Ver­schwundenen nehmen außer der Behörde auch die Expeditioneu der Blätter in hiesiger Gegend entgegen.

-1- bal-haufen, 19. October. Ueber die hiefige Gast- und Logirwtrthschaft waren verschiedene irrige Ansichten verbreitet worden - fie sollte auf dem Submisfion«wege ver­geben werden, aber e« kam kein annehmbare« Ergebniß zu Stande. Darum wurde die Wirthschaft aus der Hand an die Pächterin des Curhanse« in Theodorshalle auf 12 Jahre verpachtet. Die neue Pächterin zahlt erheblich mehr, al» der seitherige Pächter, und die Pacht steigert fich noch im dritten und fünften Pachtjahre je um 200 Mk. In Salzhausen fehlt eigentlich eine gute Wirthschaft, die keine Hotelpreise führt, sondern etwa« billiger arbeitet. Bor den hohen Hotelpreisen schreckten im abgelaufenen Sommer viele Badegäste au» der Umgegend, die den meisten Zuzug gebracht haben, zurück. Außer diesem Mißstände zeigte fich Mangel an Zimmern zu mäßigen Preisen, wo fich die Leute nach dem Bade eine Zeit­lang hätten au-ruhen können. Endlich bleibt zu wünschen übrig, daß die Bahnzüge günstiger gelegt und an einigen Trinkquellen bessere Einrichtungen zum Niederfitzen und zum Schutz gegen die Unbilden der Witterung geschaffen werden. Au Unbemittelte wurden in der letzten Badesaison über 300 Bäder abgegeben, wa« besondere Anerkennung verdient.

Oppenheim, 17. October. Weinlese. Ein Gan« durch die Weingärten der hiesigen Gemarkung überzeugte un-, daß die Herbstau-fichten, entgegen denjenigen in andere» Weinbauorten, recht günstig find. Die größteutheil« hier augepflanzteu Rulävder« und Burgunder-Reben haben einen günstigen Blüthenverlauf gehabt, so daß der Beerenansatz ein normaler ist. Durch die allgemein zur Durchführung gebrachte Bekämpfung der Rebenkrankheiten durch Bespritzen und Schwefeln sind da- Laub und die Trauben vollständig gesund geblieben und haben letztere eine vollständige Reife erlangt. Die Qualität de« Wrine« verspricht daher eine gute zu werden. Die Weinlese ist in den Gärten auf nächsten Dormersrag den 20. d». Mts. festgesetzt. Da die meisten Gartenbesitzer ihre Cre-cenzen zu verkaufen beab­sichtigen, dürste Kaufliebhaderu Gelegenheit geboten fein, in Oppenheim günstige Einkäufe abschließeu zu können.

N. Heff. B.

Aus btt Zeit fflr bie Lett.

Vor 93 Jahren, am 21. Oktober 1805, wurde bei Trafalgar durch die Engländer unter Nelson die ganze französische, mit den ungeheuersten Kosten ausgerüstete Flotte vernichtet. Aus ein Menschenalter hinaus gab es keine französische Seemacht mehr. Aber auch der Jubel der Eng­länder war nicht ungetrübt, da ihr ruhmgekrönter Seeheld Nelson geblieben war.

Vermischtes.

* Frankfurt, 19. Oktober. In einem Wrgeu der Tram­bahn auf der Fahrt nach dem Hauptbahnhofe vermißte ein Herr aus Hannover, der unterwegs den Wagen gewechselt hatte, seine Geldtasche, in welcher sich außer baarem (Selbe ein LotterielooS befand, auf welches 143000 Mark gewonnen waren. Er meldete am Hauptbahuhofe feinen Verlust den Trarnbahncontroleuren und versprach dem ehr­lichen Finder 100 Mark Belohnung. Auf da« Trambahn­depot nach Bockenheim gewiesen, erhielt der Verlierer die unversehrt gebliebene Geldtasche zurück und ließ dem Finder,- einem Conducteur, die versprochenen 100 Mark auSzahlev.

* Ominöse Freitage. Au- unserem Leserkreise wird un­geschrieben : Die Angaben tmGießener Anzeiger" Nr. 244, I, Seite 3, Sp. 1, über denominösen" Freitag stimmen nicht ganz. 1) Wenn der 29. Mai 1775 ein Freitag war (was nach meiner Berechnung stimmt), dann war der 16, Juni