enthalt von wenigen Monaten zur Einbürgerung berechtigte." So sprach sich damal» die aristokratische Richtung über die Invasion qu». Heute lautet da» Urtheil beträchtlich mlder; au» den schlechten Kerlen wurden Bürger, die tüchtig in Reih und Glied sich stellten, die ftische» Blut in die Adem brachten und auf die Genfer SouverLnetät so eifersüchtig wie ihre Vorgänger wurden. Und mancher Sohn schaut heute gewisse Zureisende ebenso mißvergnügt an, wie einst sein Vater angesehen wurde, al« er mit leichtem Gepäck kam.
• Eine für die Sisenverarbeitaog bedeulsawe Er- fiodung ist nach dem Pariser ,EtinceUe Electrique“ von »wet belgischen Physikern Hoche und Lagrange gemacht worden. So unwahrscheinlich dies zunächst klingen mag, so ist da« Verfahren doch in ietnem Endzweck dadurch richtig gefeunzeichnet, daß eine Eiseostange durch Etmauchen in kalte« Wasser bi« zur Weißgluth erhitzt wird. Selbstverstäud'.tch ist bet diesem Wunder die Electricität im Spiele, die auf folgende Weile wirkt: Die Wände eine« rechteckigen, zur Hälfte mit Wasser gefüllten Metallkübel« werden io Verbindung gesetzt mit einer elrctrischen Batterie, die eine Stromstärke von 60 Ampere abgibt. Auf der andern Seite wird der Strom in die zu behandelnde Eisenstange geleitet vermittelst einer Art von Zange, mir der die Eiseostange an ihrem Ende erfaßt wird- natürlich ist diese Zange, durch die der Strom hiadurchgeht, mit etaem isoltrenden Griff versehen. Wird nun die Etsenstaoge in da« Wasser deS eltctrisch geladenen Metallkübel« eingetaucht, so entsteht zwischen ihr und den Wänden de« Kübel« eine starke elektrische Spannung, durch die da« den Widerstand bildende Wasser rund um die Esseu- stange so heftig zersetzt wird, daß die Temperatur in etwa 20 Sekunden bi« auf 1200 bi« 1600 Grad erhöht wird und die Etsenstange io höchste Gluth versetzt, sodaß sie zum Schmieden bereit ist.
Au» der Leit für bU Seit
Vor 38 Jahren, am 21. September 1860, starb zu Frankfurt a. M. der Philosoph Arthur Schopenhauer. Der Titel seine» Hauptwerke» „Die Welt al» Wille und Vorstellung" drückt trefflich den Gedanken seiner Philosophie au». Sein größter Haß galt Hegel. Am berühmtesten, weil am populärsten, sind seine kleinen geistvollen Schriften. Schopenhauer« Stil ist vollendet und kräftig, köstlich seine Ironie. Er wurde am 22. Februar 1788 zu Danzig geboren.
Univcrfitäts - Nachrichten.
— Der preußische Kultusminister hat neucrbtng» in Bezug aus da» juristisch, Studium auf eine an ihn gerichtete Anfrage einen Bescheid ertheilt, der sich auf die neuen Bestimmungen über die Einrichtung der juristischen Studien in Preußen bezieht. E» waren hin und wieder Zweifel darüber entstanden, ob die preußischen Studirenden auch aus ben außerpreußischen Universitäten Deutschland» Gelegenheit hätten, den in Preußen gestellten Anforderungen bezüglich der Theilnahmc an Vorlesungen und Hebungen zu genügen. Diesen Zweiteln tritt der erwähnte Bescheid bestimmt entgegen, indem er teststrllt, daß alle Vorlesungen und Hebungen, welche nach jenen Bestimmungen zur Vollständigkeit de» jurist'schen Studienplane« gehören, gegenwärtig nicht bloß auf preußischen, fordern auch auf allen anderen deutschen Universilätm gehalten werden.
— Berlin. Am Seminar für Orientalische Sprachen werden auch im bevorstehenden Winterhalbjabr unentgeltliche Kurse für junge Kaufleute, Bankbeamte und Techniker veranstaltet.
— Rostock. Für den nach Tübingen berufenen Professor Dr. Blochmann ist der außerordentliche Prof. Dr. O. Seeliger
in Berlin al» ordentlicher Professor der Zoologie an die Universität Rostock berufen worden.
— München. Professor OScar Loew hat einen Ruf al» Lehrer für Pflanzenvhyfiologie an da» ü. 8. Department of Agri- culture in Washington erhalten unb wird demselben Folge leisten.
— Halle. Der ordentliche Professor der klassischen Philologie und Archäologie und Director des archäologischen Museum» an der hiesigen Univelsität, Dr. 6. Robert, Hal einen Ruf an die Universität BreSlau abgeiehnt.
Frankfurter Ltadttheater.
Für die im Frankfurter Opernhaufe innerhalb sechs Tagen stattfindende cyclische Darstellung von Richard Wagner» „Ring der Nibelungen"' (Mittwoch den 21. September: „Da» Rheingold", Donnerstag den 22. September: „Walküre', Samstag den 24. September: „Siegfried", Montag den26.September: „Götterdämmerung") werden die normalen großen Opernpreise in Kraft fein. Platzbestellungen werden täglich entgegengenommen.
ntrfebr, taub* unb V^Uswirthschäft
Gieße«, 20.September. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Butler per Psd. A 0.90—1.05, Hühnereier per St. 0—0 2 St. 14—15 Enteneier 2 St. 00—00 Gänseeier per St. 00—00 Käse 1 St. 5—7 Käsematte per St. 3
Erbsen per Liter 18 Linsen per Liter 30 Tauben per Paar A 0.60—0.70, Hühner per St. A 1.00—1.20, Hahnen per Stück A 0.80—1.20, Enten per St. A 1.80—1.20, Gänse per Pfund A 0.00—0.00, Ochsenfleifch per Pfd. 66—74 4, Kuh- und Rindfleisch per Pfd. 62—66 H, Schweinefleisch per Pfd. 68—76 H, Schweinefleisch, gefallen, per Pfd. 80 Kalbfleisch per Pfd. 62—64 Hammelfleisch per Pfd. 50—70 Kartoffeln per 100 Kilo 6.00 bis 7.00 A, Weißkraut per St. 0—00, Zwiebeln per Ctr. A 5.00—5.50, Milch per Liter 16
Dauer der Marktzeit von 8 Uhr Morgens bis 2 Uhr Nachmittags. Während der ersten 3 Stunden der Marktzeit darf im Umherziehen nicht feilgeboten werden.
Neueste Nachrichten.
Depesche» de« Bureau »Herold*.
Berlin, 20. September. In acht gestern Abend veranstalteten socialistischen Versammlungen wurde eine gleichlautende Resolution angenommen, welche fich gegen eine Einschränkung de« CoalitionSrechte«, besonder« gegen eine Verschärfung der Strafen für den Anreiz zum Strike mit Zuchthaus, ausspricht.
Berlin, 20. September. Aus Montreal wird der „Bosfischen Zeitung" gemeldet: Durch einen heftigen Orkan wurden viele Gebäude der Stadt zerstört oder beschädigt. Auf dem Loreuzsee find durch Untergang von Booten viele Personen umgekommen.
Aachen, 20. September. Arend gewann gestern den großen Prei« im Betrage von 3000 Mk. Zweiter wurde Grogna au« Lüttich und Dritter Berhey-n-Franksurt.
Danzig, 20. September. Ein hiesige« Blatt will wissen, der Zar werde zur Einweihung de« russischen Krieger.Denkmals am 27. d. M. hierher kommen und auch Kaiser Wilhelm werde von Rominteu au« zu der Feierlichkeit eintrtffen.
Wien, 20. September. Der gestrige Miuisterrath beschloß die Sanctionirung der Gesetze über die Erhöhung der Beawtengehälter und berieth über die Maßnahmen in Sachen der bevorstehenden Tagung de« Reich«rathe«. Die Erhöhung der Beawtengehälter erfordert jährlich 13 M llionen Golden.
Wie», 20. September. Der .Reichswehr" zufolge traten bei der Berathung de« Exrcativ SowitöS der Rechten die polnischen Delegirteu sowie die deutsche Volkspartei energisch für eine Verständigung mit der Linken ein. Die Letztere erklärte sich bereit, die Action zu übernehmen.
Wie», 20. September. Der Kaiser begiedt fich dem- nächst zum Besuch seiner Tochter, der Erzherzogin Valerie nach Wallsee und sodann nach Gödöllö.
Wien, 20. September. Die Führer der Rechten hatten gestern eine lange Berathung mit dem Grasen Thun. Aos polnischer Seite herrscht Geneigtheit, die Vermittlerrolle zwischen den bestehenden Gegensätzen zu übernehmen. Da aber die Jung- tschechen die Aufhebung der Spracheuverordnungen ablehnen, so ist an eine Verständigung nicht zu denken.
Wien, 20. September. Wie au« Genf gemeldet wird, ist seit gestern Luccheoi« Identität sestgestellt. Sein früherer Meister, der Unternehmer Papi« in versoix im Eanton Genf fand Bücher, io welchen notixt steht, daß Luccheoi in den Jahren 1891 und 1892 dort arbeitete. Der Meister erkannte den Mörder sofort Loccheoi verlangte gestern wieder Antwort vom Präsidenten auf seinen Vries, ia welchem er verlangt, in Luzern gerichtet zu werden, weil dort die TodeSstrase ex<stirt.
Prag 20. September. Die „Narodvtz Ltstl" berichtet, fiebea Pariser Wucherer würoen ben Exkönig Milan wegen Schulden im Betrage von mehreren Millionen gerichtlich versolgen.
Budapest, 20. September. Ja der Maschinenfabrik der ungarischen StaatS-Eiseobahn-Gesellschaft stürzte eine Maschine uw, wobei vier Arbeiter getödtet wurden.
Rom, 20. September. Die portugiefische Regierung läßt hier nochmals kategorisch erklären, daß alle Meldungen von der Abtretung der Delagoabay an England unrichtig seien. Ebenso unzutreffend sei die Meldung, daß Canevaro den Mächten die Einberufung einer Conserenz behufs Schaffung eine« internationalen Anarchistengesetzes vorgeschlagen habe.
Rom, 20. September. Auf eine vertrauliche Recla- mation Deutschlands erklärte Rampolla, daß es de« Papst fern liege, irgendwelcher Macht das Schutzrecht über ihre Unterthanea zu bestreiten. Der Papst habe das franzö- fische Schutzrecht im Orient selbstverständlich nur da anerkannt, wo e« thatsächlich bestehe und insoweit eS durch völkerrechtliche Verträge keine Einschränkung erfahren habe.
Pari«, 20. Srptember. Mehrere Generolstab« Offiziere behaupten, e« befänden sich in dem DreysuS-Acteobündel genügend B ew eif e, DrehsuS bei einem neuen Prozeß wiederum des verrathS zu überführen.
Pari«, 20. September. Große Summen Geldes fließen feit gestern in die Kaffe der ausständigen Erdarbeiter. Biele Hafenarbeiter legten ebenfall« die Arbeit nieder. Die GaSardeiter und andere Genossenschaften unterstützen die Ausständigen kräftig.
London, 20. September. Die Morgenblätter melden den Tod des Lord Grey, de« früheren Statthalters von Australien, Neu-Seeland und der Cap (Kolonie.
Belgrad, 20. September. In Blafiatinze vergiftete eine Frau innerhalb eit el halben Jahre« ihren Mann, drei ®ö)ne und drei andere männliche verwandte, um lh<:m Liebhaber ihr Ecbe zu sichern.
Bekanntmachung.
1. Futtcrliefcruug für das Thierspital in Gießen.
Für die Zeit vom 1. yrovember 1898 bi» zum 31. October 1899 soll die Lieferung von Heu, Stroh, Hafer, Weizenschale», Futtermehl und «ehdorf schem Hundekuchen für da» Thierspital der Großh. Veterinär- Anstalt dahier vergeben werden.
Reflectanten werden ersucht, ihre Angebote an uns bi» zum 1. October d. I. einzuschicken, und bemerken wir dabei, daß die Lieferung von Heu, Stroh, Hafer, Weizenschalen und Hundekuchen im Einzelnen und im Ganzen vergeben werden kann, daß die Lieferungen frei in» Thierspital, nicht auf einmal, sondern im Verlaufe de» Jahres, je nach Bedürfniß zu erfolgen haben und daß im vergangenen Jahre verbraucht wurden:
ca. 9000 kg Hafer, 12000 kg Heu, 8000 kg Stroh, 400 kg Weizenschalen und Futtermehl, 600 kg Hundekuchen.
Näheres in der Vtterinäransialt bei dem Assistenten Herrn Thierarzt Brücher.
2. Berkans von Dünger im Thierspital zn Gießen.
In der Zeit vom 1. November 1898 bi» zum 31. October 1899 soll der im Thierspital dahier erwachsende Dünger so, wie er sich in verschiedener Zett in der Grube findet, an den Meistbietenden dem Gewichte nach verkauft werden. Der Dünger ist immer so rechtzeitig abzufahren, daß keine Ueberfüllung der Grube eintritt.
Gießen, 19. September 1898. Die Direction des Thierspitals dahier.
Prof. Dr. Pflug. 9299
Holzlieferung.
Die Lieferung des Holzbedarfs unserer Gruben soll für die Zeit vom 1. Januar 1899 bi» 31. December 1899 vergeben werden.
Die Lieferungsbedingungen, sowie das Verzeichniß der Holzsorten und der ungefähren Bedarfsmengen können auf unserem Bureau Hierselbst eingesehen, oder auch von nn» bezogen werden. 9292
Offerten auf den ganzen Bedarf oder für den Bedarf einzelner Gruben, oder auf die Lieferung bestimmter Ho'zarten find in verschlossenen, mit der Aufschrift „Holzlieferung- ver sehenen Couvert» bis spätestens den 3. Octobcr 1898 bei uns einzureichen.
Weilburg, 19. September 1898.
Krupp sche Bergoerwaltung.
lln'IltigmlUM
Mittwoch den 21. September 1.).
Nachmittag» 2 Uhr
werben im Bieker'scben Saale versteigert: Sophas, Comrnoben, Kleiderschränke, 1 vollständiges Bett, 1 Regulator, 1 Nähmaschine, 2 Hobelbänke, eine Partie Schuhwaaren, 1 Anzahl Filz- Hüte und i Ladenschrank.
9308 Geißler, Gerichtsvollzieher.
(finpfflihuuien
Stöbt. Schlachthaus.
Freibank. 9313
Heute und morgen:
Wtnflnfdl 50 pfg.
Zwiebeln 1
heute Mittwoch:
Oswaldsgarten.
9312] Bin auch zum diesmaligen Markte mit einem großen Posten guter
Emaiüewaaren
hier angekommen und verkaufe, so lange der Borrath reicht, zu staunend billigen Preisen. Herrn. Batroni ______________________aus Wetzlar.
Darmstädter
Pferde-Lotterie.
Ziehung am 19. Hctoöer.
1 Loos nur 1 Mk.
(Ziehungsliste und Porto 20 Pfg)
1 eleganter Wagen, Zweispänner, m.
2 Pferden und compl. Geschirr i. W. von ca. Mk. 6000.
1 Reitpferd mit Sattel und Zaum i. W. von ca. Mk. 2000.
1 Stuhlwagen mit 1 Pferd und Geschirr i. W. von ca. Mk. 1700.
16 Pferde od. Fohlen im Gesammt- werlhe von Mk. 10000.
315 andere Gewinne im Gesammt- werlhe von Mk. 4300.
General Vertrieb der Loose: 9295
F. f. Ohnacker, pntmflnbt.
Urfer großes Lager in
Wellen
und
WMW
bringen wir in empfehlende Erinnerung. 9301
Solide Arbeit.
Billige Preise.
C. Röhr & Co,
Alice-Schuie.
Unterricht in allen weibl. Arbeiten, Kunstwaschen, Bügeln, sowie der modernen Arbeiten, al» Brandmalerei, Holzschnitt u. s. w. Cursu» zur Ausbildung von Handarbeitslehrerinnen.
Beginn der Schule den 10. October 1898.
Aufnahme: Morgens 10 Uhr.
Profpect und nähere Auskunft: 9242
Oberlehrerill L. Möser, OarteuSr. 30.
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Uertnietsiungen
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9320] 1 auch 2 Zimmer mit Küche, neu hergerichtet, an ruhige Leute zu verm.
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9294] Gm kleines FamüienlogiS im Hinterhaus zu vermiethen. _______________Schillerstratze 23, II.
9288] 1 bis 2 unmöblirte Zimmer zu vermiethen. ___ Tiezftratze 10.
9309] Ein unmöblirte» Zimmer zu vemnethen.______Mrchenplatz 5, II.
9058] Einfach möbi. Zimmer zu t>er< miethen. Schulstr. 11, Mans, link».
9311] Zwei Zimmer im Parterre, ein Zimmer in der Mansarde zu vermiethen. Bahnhofftratze 41.
(Offene Stollen
9297] Zwei tüchtige Glaser oder Schreiner für dauernde Arbeit gesucht.
Hermann Scherss Wwe., Glaserei.
Eiu Herrschaft!. Gürtlltt
für bald gesucht.
Schrift!. Angebote mit Zeugnißabschr. an die Exped. d. Bl. unter Nr 9293.
Ein geprüfter Keßer
zur Aushilfe gesucht. 9121
Actien-Brauerei Gießen.


